Andre080582

Holstos Welt

24.02.2009 | 16:41

Freibeuter versus Teufel

Sie gelten als die „Freibeuter der Liga“. Die Verantwortlichen, die Spieler und die Anhänger des FC St. Pauli.

Auch wegen des Totenkopfes auf ihrer Flagge.

Aber auch wegen ihrer Art, wie sie die Fußballlandschaft erobert haben und über die deutschen Grenzen hinaus zum Kultverein geworden sind. Ein Klub, der für mehr steht als für das runde Leder. Ein linksorientierter Verein mit treuen Fans, die selbst in der dritten Liga das Millerntorstadion voll gemacht haben. Die selbst in schlechten Zeiten stets für Stimmung sorgen. Die sich auch offen politisch positionieren und ihre Meinung voller Leidenschaft vertreten.

Am gestrigen Montag „enterten“ sie auch das DSF.

20 Minuten lang hallten während des Montags-Topspiels ihre Unmutsäußerungen durch das Stadion.

Doch nur, wer auch wirklich im Stadion war, hat mitbekommen, wie über 20.000 Zuschauer „Scheiß DSF“ intonierten. Der Sender hatte den Pegel für die Stadion-Athmo kurzerhand runter gedreht.

Bilder aus den Fanblocks wurden vermieden, weil dort große Banner mit Schimpftiraden auf die Anstoßzeiten der Fußballliga/-ligen prangten.

Schon allein dadurch hatten die die Berichterstattung „geentert“. Der Sender musste sich in seiner Übertragung einschränken und war auf die Fans angewiesen. Die aus Sicht der Braun-Weißen auch im Mittelpunkt des Fußballs stehen sollen.

Ob an dem Abend die Gäste vom 1. FC Kaiserslautern ebenfalls „geentert“ wurden oder als Verbündete gewonnen wurden, ließ sich schnell feststellen. Der sportliche Leiter der „Roten Teufel“ äußerte verhalten seinen Unmut über die fanunfreundlichen Anstoßzeiten. Im prall gefüllten Block der Rot-Weißen fanden sich zahlreiche Plakate gegen das DSF (und die DFL).

Zusammen schrien die beiden Fangruppierungen ihre Wut über die Missstände heraus. Zwanzig Minuten lang halte es von einer Seite zur anderen „Scheiß DSF“.

Erst nach diesen Protestminuten konzentrierten sich die Fanlager wieder auf ihre Mannschaft.

Pauli schlussendlich lauter, als die Gäste. Denn Ludwig und Sako erzielten die Treffer zum 2:0-Heimerfolg.

Doch an diesem Abend zählte mehr als das blanke Ergebnis:

Mal wieder waren die „Freibeuter der Liga“ unterwegs und hatten das „DSF-Schiff“ stimmgewaltig geentert.
 
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Kommentare
ChristianBerlin schrieb am 26.02.2009 um 10:30
Die News finde ich relevant. Das ist das, was ich lesen möchte. Der Text hätte für meinen Geschmack aber mehr Hintergrundinformation über die Konfliktlage (für Nicht-Fussballer) enthalten dürfen und weniger Rhetorik-Beimengungen. Der "Alltag" kann z.B. den Informationsgehalt in drei Zeilen plus Bild annähernd zusammenfassen. Meinte der gute Mark Twain ja diese Fähigkeit?
Andre080582 schrieb am 26.02.2009 um 13:50
Wohl war, meine Inhalte richten sich (in der Regel) eher an Fußballkenner.
Da kann ich dann auch mehr Emotionen reinlegen und muss mich nicht mit allen Hintergründen befassen... sollte ich in Zukunft aber beachten. Danke für den Hinweis :)

Die falschen Worte zu finden ist halt nicht immer ganz so leicht ;)
Andre080582
"Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Worte weglassen." (Mark Twain) Wenn's nur immer so leicht wäre. Ich versuche es fast tagtäglich. Gelingen tut es nicht immer. Vielleicht auch, weil ich hauptberuflich in einem Hamburger Fachverlag Anzeigen an den Mann oder die Frau bringe.
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