Barack Obama war der Vorreiter. Auch deutsche Politiker und Parteien wollen nun auf den Zug aufspringen und tummeln sich vermehrt in social networks. In der VZ-Gruppe, Facebook (mySpace - nur die Linken), YouTube und Twitter finden sich Profile von deutschen Politikern und Parteien.
Ein Wettkampf um "Freunde", "Abonnenten" und "Follower" hat begonnen.
Es scheint wie ein Prestigekampf zu sein an der Spitze zu stehen.
Doch die reinen Zahlen sollten die Poltiker und Parteien, aber auch Journalisten nicht blenden. Natürlich ist es schön mit seinen Informationen möglichst viele User zu erreichen. Gerade die junge (Wähler-)Zielgruppe scheint nur über's Web erreichbar zu sein. Um sie aber auch wirklich an die Wahlurnen zu treiben reicht ein Account nicht aus.
Hier muss in den verbleibenden sieben Wochen bis zur Bundestagswahl noch viel passieren.
Vor allem Persönlichkeit!
Ich habe mir die Twitteraccounts der großen Parteien mal anschaut und Erschreckendes, weil Belangloses festgestellt:
Die SPD verbreitet nur interne SPD-Links
Die Grünen zwischern lediglich blanke Informationen
Die CDU liefert immerhin auch Zitate, aber meistens Links. Gern auch zum CDU-TV.
Die FDP liefert "Veranstaltungshinweise" und Links zu neuen Blogbeiträgen
Die Linken twittern nur Links und Informationen
Selbst die Piratenpartei versendet primär Links. Aber immerhin auf Retweets anderer User.
Das allein reicht aber bei Weitem nicht aus.
Wer einen Twitteraccount hat, sollte auch die Möglichkeit nutzen, mit neuen potenziellen Wählern direkter Kontakt aufzunehmen und Fragen beantworten. Auf Tweets ihrer Follower eingehen. Diskussionen anregen und selber Fragen stellen. Wenn ich das richtig sehe, geschieht das (zumindest bei Twitter) gar nicht.
Wenn Parteien ein Teil der Netzgemeinde werden wollen, müssen sie sich auch mal dazu herablassen und Belangloses schreiben. Trinkt Frau Merkel ihren Kaffee mit Milch, Zucker oder schwarz? Ist Westerwelle ein Morgenmuffel? Hat Steinmeier mal Zahnschmerzen? Was sieht Gysi abends im Fernsehen?
Volksnähe ist das Schlagwort!
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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