andreaarcais

al dente

04.03.2010 | 08:23

Vom wundersamen Verschwinden eines blogs

Ja wo isser denn? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Der blog, zur Kündigung des Freitag-Redakteurs Ingo Arend ist verschwunden. Gibt es bei "Der Freitag" .de eine Art Bermuda-Dreieck? Oder ist vielleicht doch der Eingriff des Menschen in den redaktionellen Content und in die Textoase der Community daran Schuld? So viele Frage, wer Antwortet?

 

 
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Kommentare
Magda schrieb am 04.03.2010 um 09:09
Ich habe in dem entsprechenden Blog gelesen, dass auch Ingo Arend selbst nicht so glücklich schien über dessen Veröffentlichung.
andreaarcais schrieb am 04.03.2010 um 09:17
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ingo Arend die Löschung des blogs veranlasst hat.
Alien59 schrieb am 04.03.2010 um 09:20
Ich schon. War mein erster Gedanke.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.03.2010 um 10:02
@ Alien
so sehe ich das auch. Besser so.
Ingo Stützle schrieb am 04.03.2010 um 10:05
Nein, nicht Ingo Arend, sondern Augstein muss es veranlasst haben. Zumindest war das aus der Nachricht herauszulesen, die ich von den Admins bekommen habe. Arend hat ja nicht geschrieben, dass er unglücklich ist, sondern dass er mein posting nicht autorisiert hat. Das ist was völlig anderes. Er kann es angesichts eines schwebenden Verfahrens auch nicht gut heißen und sich auch sonst nicht groß äußern. Das dürfte jedem klar sein, der sich mit Arbeitsrecht ein wenig auskennt. Eine andere Frage ist, ob es ihm hilft und ich finde: ja. Deshalb habe ich die Briefe auch veröffentlicht. Das Augstein das blog hat löschen lassen spricht dafür.
Ich habe den Brief nun auf meinen privaten blog gepostet (www.stuetzle.in-berlin.de/2010/03/wenn-sich-eine-eigentlich-ganz-gute-idee-blamiert/). Zu finden ist er auch noch im google-cache. Ich wollte mir noch ein paar Tage Zeit lassen und dann entscheiden ob ich unter diesen Bedingungen weiterhin beim freitag bloggen will. Ich finde es ein ganz schönen Hammer, wie mit dem blog umgegangen wurde.
andreaarcais schrieb am 04.03.2010 um 10:09
Ihrem Kommentar schließe ich mich voll inhaltlich und auch was die mögliche Konsequenzen betrifft an. Das hier ist kein lapidarer Fall. Und er betrifft auch nicht Ingo Arend allein. Öffentlichkeit hilft im Übrigend durchaus und was das richtige Verhalten von Ingo Arend betrifft, haben Sie ja alles notwendige geschrieben.
Ingo Stützle schrieb am 04.03.2010 um 10:13
Inzwischen hat auch die taz (www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/entlassung-auf-raten) und Martin Boettger von ruhrbarone berichtet (www.ruhrbarone.de/probleme-beim-der-freitag)
Tessa schrieb am 04.03.2010 um 10:24
Liebe Nutzer,

wir haben der Diskussion auf Freitag.de Raum gegeben, da wir für Transparenz stehen und den Dialog mit den Lesern schätzen. Nach einer Abwägung zwischen arbeitsrechtlichen Interessen und unserem Prinzip der Offenheit haben wir uns aus juristischen Gründen entschlossen, den Text von der Seite zu nehmen.

Viele Grüße
Tessa
Ingo Stützle schrieb am 04.03.2010 um 10:31
Wer dieses "wir" ist würde mich ja schon interessieren. Wurde denn Ingo Arend auch gefragt? Ist die Entscheidung ein Kompromiss zwischen ihm und dem Verleger? Ein "wir" zu konstruieren, wo es einen offenen Interessenkonflikt gibt finde ich peinlich.
MHfreitag schrieb am 04.03.2010 um 10:39
wenn man für ein unternehmen schreibt, schreibt man immer in der wir-form. nicht zuetzt um verantwortung zu teilen und stärke zu demonstrieren.

doch schlussendlich ist das interpretationslos. "wir" -der freitag-.

mfg
mh
Jan Jasper Kosok schrieb am 04.03.2010 um 11:46
Jetzt mal ruhig Blut. In den Kommentaren wurde mehrfach angerissen, dass es juristisch auch für Ingo bedenklich wäre, wenn "das" hier öffentlich rumflattert.

Ebenfalls ist es so, dass der Blog weder von Ingo noch JA autorisiert wurde. Der Brief von letzterem war schlussendlich auch Inhalt des Blogs.

Jetzt hier das Zensurfass aufzumachen, halte ich persönlich für völlig überflüssig. Und das nicht nur aus Sicht eines Freitagmitarbeiters. Das gute Stück stand von Beginn an auf wackeligen Beinen.

Trotzdem wurde der Raum geboten darüber zu diskutieren. Gerade auch weil es den Kommentatoren offensichtlich daran lag, ihre Gefühle, Bedenken, Kritik zum Ausdruck zu bringen. Dies wiederum ändert aber nichts an der Ausgangslage, der rechtlich bedenklichen Situation. Und genau wegen der ist er jetzt auch entfernt worden.

Und was das "wir" angeht: soll Tessa schreiben "Ich habe das Blog gelöscht"? Wenn man nur will, kann man sich offensichtlich an allem hochziehen.

Besten Gruß,

JJK
Jan Jasper Kosok schrieb am 04.03.2010 um 12:03
@Amanda

Das habe und wollte ich nicht. Wenn ich Gefühle vor Kritik und Bedenken gestellt habe, dann vor allem, weil es meinem Eindruck beim Lesen der Kommentare entsprach. Was aber mitnichten heißt, dass mir die zwei letztgenannten Punkte entgangen wären oder ich sie für unwichtig erachte. Im Gegenteil.
Dreizehn schrieb am 04.03.2010 um 12:41
Nein, das ist nicht plausibel, und das Nachfragen geschieht mit gutem Grund.

Wenn einer schreibt, schreibt er ich und unterzeichnet mit seinem Namen. Wenn eine ich schreibt, schreibt sie ich und unterzeichnet mit ihren Namen.

Falls mehrere schreiben oder im Auftrag mehrerer geschrieben wird, unterzeichnen alle oder jemand unterzeichnet "i.A.". So, MH, läuft's nunmal. "Man" verfasst keine Briefe und unterzeichnet sie nicht.

Man kann sich "an allem hochziehen"? Wer korrekt verfährt, ruft kein Mißtrauen hervor.
Jan Jasper Kosok schrieb am 04.03.2010 um 12:50
@Amanda Meine Prognose: nein. Vom Gegenteil kann mich auch keiner mehr überzeugen, insofern: ja, murmölln in Neukölln. Oder so.
MHfreitag schrieb am 04.03.2010 um 12:59
- "wir" war vollkommen richtig und aufs unternehmen bezogen, wie im schriftverkehr üblich
- tessa hat keinen brief geschrieben
- selbst im unternehmerischen schriftverkehr ist es gängig, sich das i.a. zu sparen.

mfg
mh
MHfreitag schrieb am 04.03.2010 um 10:32
ingo stützle hat es jedenfalls kommentiert...

www.stuetzle.in-berlin.de/2010/03/wenn-sich-eine-eigentlich-ganz-gute-idee-blamiert/

inwieweit das nun zu weiteren "verwertungen" in bezug auf das nachlesen von fehlenden beiträgen führt, bleibt jedem selbst überlassen, sofern mein beitrag nicht gelöscht wird.

mfg
mh
Rahab schrieb am 04.03.2010 um 10:43
ist euch wider-den-JA-stachel-löckern schon mal der gedanke gekommen, dass ihr Ingo Arend schaden könntet?
Magda schrieb am 04.03.2010 um 11:42
@ rahab - genau.
born2bmild schrieb am 04.03.2010 um 11:42
Das Löschen des Blogs ist unsinnig. Der Text ist im Netz problemlos wieder auffindbar. Allerdings ist die ebenso wichtige, dazugehörige Diskussion auf freitag.de nur noch unter
tinyurl.com/yhbsdad
zu finden.
Die war dort beendet und wird durch's Löschen wieder in Gang gesetzt.
Rahab schrieb am 04.03.2010 um 11:48
natürlich ist das löschen unsinnig - das wissen alle. nur die rächer der enterbten nicht.
Ingo Stützle schrieb am 04.03.2010 um 14:31
Wieso bitte soll Öffentlichkeit Ingo Arend schaden? Es ist vielmehr so, dass Augstein die Öffentlichkeit nicht haben will, sonst wäre wohl kaum das blog gelöscht worden und (noch peinlicher): Es wird nicht einmal zugegeben, dass es einen offenen Konflikt gibt. Ein Konflikt, bei welchem die Machtverhältnisse wohl eindeutig sind und allein "Öffentlichkeit" ein Gegengewicht zu Augsteins Macht als Verleger darstellt.

Der zweite Punkt ist die Zukunft des Freitag. Die Kündigung von Ingo Arend ist ein Ausdruck für eine bestimmte Entwicklung. Eine Entwicklung die sich Augstein wünscht und die auf Kosten von Redakteuren geht. Eine Debatte darüber findet jedoch nicht statt und die ach so tolle Einbindung der LeserInnen und der community findet dort ihr Ende, wo diese den Interessen von Augstein im Wege stehen. Der Brief an Augstein hatte ja nicht nur die Kündigung von Ingo Arend zum Gegenstand. Es war auch eine öffentliche Wortmeldung hinsichtlich der Zukunft des Freitag. Darüber wird nicht diskutiert und die Zukunft und die inhaltliche Ausgestaltung fällt der Willkür dessen anheim, der das Geld hat. Das ist im Kapitalismus (fast) immer so, aber eines ist es nicht: links.

Ich für meinen Teil werde mir bis kommende Woche überlegen, ob ich hier weitermachen will. Ein Feigenblatt für ein Projekt, dass ich so nicht mehr unterstützen kann, möchte ich jedenfalls nicht sein.
Rahab schrieb am 04.03.2010 um 14:34
hach. mal wieder VT im anzug...
Ingo Stützle schrieb am 04.03.2010 um 14:44
VT?
MHfreitag schrieb am 04.03.2010 um 14:46
@ingo stützle:

das problem ist folgendes:

du vermischt drei dinge in einer aktion und wirst dabei so plakativ wie die bildzeitung, aufdass sich diesem niveau hier niemand anzuschliessen vermag.

sinnführend wäre es, deinen kampf um ingo arendt, der nicht der meine ist, von dem kampf um die inhalte, dem ich mich gerne anschliesse, zu trennen.

dabei gilt es dann in beiden bereichen eine versachlichung herbei zu führen und das plakative geblödel á la schlecker zu unterlassen. denn damit erreicht man vieles, vor allem aber nichts.

ansonsten kann ich dir aus eigener erfahrung nur raten: je wortmächtiger die kritik, je unfähiger ist dein erwählter gegner mit ihr umzugehen. die sanften töne bringen an dieser stelle weiter.

mfg
mh
Ingo Stützle schrieb am 04.03.2010 um 14:58
Ich war nur der Bote. Die Vergleich mit Schlecker kam nicht von mir. Wer die Briefe/Texte gelesen hat weiß woher das Wort "Schlecker" kam. Zudem hatte ich ein Fragezeichen gesetzt. Ich will jedoch nicht über Überschriften streiten. Aber wenn es der Sache hilft: Die Überschrift war blöd gewählt. Wahrscheinlich wurde deshalb auch das blog gelöscht...
Alien59 schrieb am 04.03.2010 um 15:24
Mal völlig ohne Bezug auf den tatsächlichen Anlass: wäre ich für die Community zuständig gewesen, hätte der blog keine fünf Minuten hier gestanden. Nicht, weil mir der Inhalt zuwider gewesen wäre oder ich nicht der Auffassung wäre, dass man auch solche Sachen offen diskutieren könnte/sollte/müsste, sondern weil dort Briefe anderer veröffentlicht worden waren.
Anette Lack schrieb am 04.03.2010 um 16:54
Lieber Herr Stützle;

ich habe Ihren Kommentar unten im Thread kommentiert. Allerdings bin ich da noch davon ausgegangen, dass dieser Blog von Ihnen stammt. Tut er aber nicht, und daher kann ich die Aussage nicht so stehenlassen.

Das Gefühl, dass Sie hier eine persönliche Sache ausfechten, werde ich trotzdem nicht los.

Anette Lack

Mit freundlichem Gruß
Anette Lack schrieb am 04.03.2010 um 16:48
Lieber Ingo Stützle;

bevor man jemandem "helfen" will, ist es nützlich, denjenigen zu fragen, ob er Hilfe braucht oder will.

Das haben Sie nicht getan. Ingo Arend hat erklärt, dass er um diese Hilfe nicht gebeten hat.

Trotzdem betreiben Sie hier weiter eine Art Hetze. So kommt es bei mir an. Da aber Herr Arend Sie nicht um Hilfe gebeten hat, werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie den Fall Ingo Arend für Ihre eigenen Interessen missbrauchen (dem Freitag resp. Jakob Augstein eins zu verpassen, z.B.). Dass Sie hier eine Rechnung begleichen. Und das gefällt mir nicht.

Des weiteren finde ich Ihre Drohgebärden, das Bloggen hier einzustellen, etwas, hm, unsinnig. Wenn Sie gehen wollen, gehen Sie. Wenn Sie bleiben wollen... s.o. Aber das groß anzukündigen, finde ich immer etwas peinlich.

Mit freundlichem Gruß

Anette Lack
andreaarcais
Andrea Arcais lebt in Münster und arbeitet als freiberuflicher Autor und Berater.
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