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Sarrazin beklagt in seinem Vorwort zur Taschenbuchausgabe, dass die Islamdebatte zu seinem Buch die Kernthesen zur "vererblichen Intelligenz" der "Unterschicht", ihrer problematischen Fruchtbarkeit und den daraus zu ziehenden Konsequenzen für den Sozialstaat verdrängt hätten.
An Sarrazins Buch oder seinem Lettre-Interview kanns nicht liegen, dass nur ein problematischer Teil seines Buches prominent diskutiert wurde, die Eugenik-Forderungen hingegen nicht. In diesem Artikel Thilo Sarrazin bekräftigt seine Eugenik-Thesen gehe ich der Frage nach, woran das liegen könnte.
Ich würde euch als Freitag-Communtiy auch gerne fragen, ob wir die falsche Debatte geführt haben?
Selbst Sarrazins Hinweis auf Verdrängung wird verdrängt
Sarrazins "Juden-Gen" hat sofort für internationalen Protest gesorgt. Sarrazins Ausführungen zu den "produzierten Kopftuchmädchen" und den "Gemüsehändlern" hat zu einer langanhaltenden "Integrationsdebatte" geführt mit einer Reihe von Publikationen. Selbst jetzt nach dem deutlichen Interview, liest man Schlagzeilen wie: "SPD-Politiker Sarrazin steht zu Migrations-Thesen " oder Sarrazin hält Aussage zu "Juden-Gen" für Fehler.
Seine eigentliche Aussage, dass die bevölkerungsbiologischen Thesen verdrängt wurden, wird mit einer neuen Verdrängung beantwortet.
Es kann nicht an der Brisanz der Thesen liegen. Vor wenigen Jahren verwies der Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes, welches nur zu 5% Arbeiterkinder unterstützt, auf die Vererblichkeit der Intelligenz. Das Erziehungsgeld wurde vor wenigen Jahren abgeschafft und durch das Elterngeld ersetzt, weil man sich die Kinder von den richtigen Eltern wünscht. Es ist ja nicht so, dass Sarrazins Eugenik-Thesen weltfremd oder jenseits der zur Zeit praktizierten Politik formuliert würden. Aber es wird hingenommen. Wo waren die Großdemonstrationen gegen das Elterngeld? Wo waren die Demonstrationen der Studierenden gegen das neue Stipendiengesetz? Wo blieb die entsetzte Intervention der Erziehungswissenschaftler_innen gegen die Wiedereinführung des Begriff "Bildungsunfähigkeit"?
Der Eugenik-Hund schläft nicht
Es mag sein, dass die Sarrazin-Debatte eine islamophobe Meute getriggert hat. Aber diese Leute verfügen auch über ein Repertoire begabungsbiologistischer Zuschreibungen. Zum Rechtspopulismus und Neonazismus gehören essentiell auch die von Sarrazin geäußerten Ansichten zur Vererblichkeit der Intelligenz. Man hätte sich mit diesen Leuten in der gleichen Weise über den Islam wie über die Intelligenz streiten können. Man hat darauf verzichtet, allerdings nicht, um keine "schlafenden Hunde" zu wecken, denn Elterngeld und Hamburger Schulkampf zeigen ja, dass da gar kein Schlaf vorliegt, sondern eine eifrige Betriebssamkeit ohne nachhaltige Gegenwehr.
Erst jetzt, anderthalb Jahre nach dem Erscheinen von "Deutschland schafft sich ab", zweieinhalb Jahre nach dem Lettre Interview erscheint erstmals ein Sammelband, der sich kritisch mit dem auseinandersetzt, was Sarrazin selber seine Kernthesen bezeichnet: mit seinen erbbiologischen Versatzstücken aus dem Mainstream-Eugeni-Diskurs. Michael Haller, Martin Niggeschmidt (HG): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz. Von Galton zu Sarrazin. Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik.
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Guten Tag,
"Wo waren die Großdemonstrationen gegen das Elterngeld? Wo waren die Demonstrationen der Studierenden gegen das neue Stipendiengesetz? Wo blieb die entsetzte Intervention der Erziehungswissenschaftler_innen gegen die Wiedereinführung des Begriff "Bildungsunfähigkeit"?" Ich wäre wohl bereit, mich in das Minenfeld dieses Themas zu begeben, allerdings nicht unter dem Arbeitstitel "Eugenik". Ich habe keine Ahnung, was das Zitierte mit Biologie à la Mendel zu tun haben soll. Das ist wohl eher Lorenz, also im weitesten Sinne Sozialwissenschaft, Soziologie, Psychologie. Über Gene rede ich nur, wenn das Hauptaugenmerk auf den Trigger gelegt wird. Ohne Trigger ist ein Gen nämlich gar nichts. Gene emigrieren nicht, studieren nicht, räumen keine Spülmschinen aus und haben keinen Liebeskummer. Menschen tun das, sozial getriggerte Kohlenstoffklumpen. Ich habe nichts von Sarrazin gelesen, aber es würde mich schwer wundern, wenn der mit dem Wort "Eugenik" seine Werke betreffend einverstanden wäre. Sehr sogar. Der ist immerhin mal Sozialdemokrat oder sowas. |
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schrieb am
11.01.2012 um 01:13
Oh, da verbessere ich mich mal selbst:
Mensch = sozial getriggerter Kohlenstoffklumpen + heiliger Geist So. |
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Ups, da haben sie einiges verpasst. Sigmar Gabriel nannte Sarrazin einen "Hobby-Eugeniker". Zurecht.
Eugenik ist das Bestreben einer Bevölkerungspolitik, die das durchschnittliche Erbmaterial einer Bevölkerung verbessern soll, um so die Bevölkerungsqualität anzuheben. In der Regel ist sie gruppenspezifisch ausgerichtet, schreibt also bestimmten Bevölkerungsgruppen ein besseres Erbmaterial zu als anderen. Daher bestrebt die Eugenik, den relativen Anteil der bevorzugten Bevölkerungsgruppe anzuheben und den Anteil der als minderwertig betrachteten Gruppe zu senken. Das kann durch Gebäranreize geschehen, durch Heiratsverbote oder Zwangsheiraten, durch Sterilisierungen oder durch Euthanasie. Sarrazin gehört zu den Eugenikern, die auf Gebäranreize setzen. Nach Sarrazin sollten wir die "genetische Variabilität der menschlichen Anlagen" akzeptieren. "Es gibt nämlich in jeder Population [...] einen stabilen Kern an nicht oder kaum Bildungsfähigen, bei denen die objektiven Grenzen eines jeden Bildungssystems sichtbar werden" (S. 213) "Die beste Schule macht ein dummes Kind nicht klug, und die schlechteste Schule macht ein kluges Kind nicht dumm." (S. 215). Den Begriff "Bildungsunfähigkeit" haben die Nazis 1938 ins Reichsschulgesetz eingeführt, um Kinder zu entschulen. Er spricht dann später von "fünf demographischen Grundlasten", wobei die vierte und fünfte in der "Fruchtbarkeit der bildungsfernen Schicht" bzw. in der "Zunahme des Anteils von Menschen mit muslimischen Migrationshintergrund" besteht. Die vierte und fünfte Grundlast gingen einher mit der geringeren Fähigkeit dieser Bevölkerungsgruppen, Wissen zu erwerben. (S.347) Eine Verbesserung der Bildungsanstrengungen könne diesen "Grundlastverschiebungen" nur begrenzt entgegenwirken, weil von einer "unterschiedliche[n] Bildungsfähigkeit der jeweiligen Populationen". Er fordert daher, dass "die Deutschen ziemlich rasch und recht radikal ihr Geburtenverhalten ändern, und das heißt, dass die Unterschicht weniger Kinder bekommt und die Mittel- und Oberschicht deutlich mehr als bisher." (S. 373) "Was ist geeignet [...] eine dysgenisch wirkende Geburtenstruktur zu verhindern? Der ausschließliche Beurteilungsmaßstab ist dabei die Wirksamkeit der Maßnahmen und die ihnen zugrunde liegende praktische Vernunft. Sie werden nicht danach beurteilt, ob sie deutschen verfassungsrechtlichen Grundsätzen genügen." (S. 378) "In gesunden Lebenszusammenhängen ist es normal, dass der Lebensstandard und die Konsummöglichkeiten von Erwachsenen sinken, wenn sei von ihrem Einkommen auch Kinder zu versorgen haben. Diese Normalität muss grundsätzlich auch für Eltern gelten, die Grundsicherung beziehen, ansonsten entstehen falsche Anreizstrukturen, was sich in der überdurchschnittlichen Geburtenrate dieser Personengruppe wiederspiegelt." (S. 386) "Im deutschen System erhalten Familien mit niedrigem oder gar keinem Einkommen Prämien für ihre Kinder." (S. 386) Sarrazin lobt hier die USA: "Im klaren Gegensatz zur deutschen Politik wird eine überdurchschnittliche Häufigkeit von Unterschichtengeburten dadurch verhindert, dass die meisten Mütter mit niedrigem Einkommen in aller Regel keine Geldleistungen des Welfare-Systems erhalten." (S. 384) Den Streichungen der Gelder für Kinder von Arbeitslosen wird um eine Gebärprämie für Akademikerinnen ergänzt: 50.000 Euro soll eine junge Frau mit abgeschlossenem Studium für das erste Kind erhalten, mit der Einschränkung: "Die Prämie [...] dürfte allerdings nur selektiv eingesetzt werden, nämlich für jene Gruppen, bei denen eine höhere Fruchtbarkeit zur Verbesserung der sozioökonomischen Qualität der Geburtenstruktur besonders erwünscht ist." (S. 390) Umrahmt wird das ganze noch mit Zitaten von Darwin, Mendel und Galton, wer sich so richtig gruseln will, dem empfehle ich die Seiten 352f. Es ist wirklich erstaunlich, dass bekannt geworden ist, dass Sarrazin rassistische Äußerungen zum Islam und gegenüber Türk_innen und Araber_innen geäußert hat, dass er aber nicht in der gleichen Breite als Eugeniker kritisiert wurde. |
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schrieb am
11.01.2012 um 04:08
"Es gibt nämlich in jeder Population [...] einen stabilen Kern an nicht oder kaum Bildungsfähigen, bei denen die objektiven Grenzen eines jeden Bildungssystems sichtbar werden"
Tut mir leid. Ich bin bis zu diesem Satz gekommen und habe dann festgestellt, dass ich mich darüber nicht unterhalten will. Ich dachte, das hier könnte eine soziologische Diskussion werden. Ich kenne Sarrazin nur aus dem Fernsehen, wo er sich in irgendwelchen Stistiken verliert und verheddert. Wenn Sarrazin das so schreibt, dann gebe ich Ihnen recht - das wäre definitiv der größere Skandal gewesen. Aber dann möchte ich im gleichen Zuge an dieser Stelle nicht inhaltlich weiter diskutieren. Habe meinen Standpunkt dazu ja verdeutlicht. Muss dann reichen. |
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"Es ist wirklich erstaunlich, dass bekannt geworden ist, dass Sarrazin rassistische Äußerungen zum Islam und gegenüber Türk_innen und Araber_innen geäußert hat, dass er aber nicht in der gleichen Breite als Eugeniker kritisiert wurde."
Das ist nicht erstaunlich, es ist unglaublich, dass solche Äußerungen geduldet werden. Weil es bedeuten könnte, dass sie akzeptiert werden, und wenn nicht bei uns in Deutschland ein feeling, ein Feingefühl erwachsen sein sollte, was Menschlichkeit bedeutet, wo sonst? Aber Herr Sarrazin lebt und das sei ihm unbestritten, wie jedem anderen Menschen, der lebt, Auswahl treffen ist Alpha-Männchen-Gehabe von Männchen, die in diesem Fall niemals in der Auswahl wären. Er weiß es, wir wissen es, wir sollten darüber nachdenken, warum er aus der SPD nicht ausgeschlossen wurde und warum er weiter seine Gedanken verbreiten darf. Gibt es da Abnehmer? Und ganz wichtig: wo und wer? Oder mal beleuchten, welche Chancen er gehabt hätte, wenn zu seiner Jugend solche Kriterien angelegt worden wären, wie er sie verlangt. Alles in allem ist es widerlich, ignorant und jenseits jedes Verstandes, was der Herr S. von sich gibt. Stopp in the name of love ... |
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@Herr Katzer schrieb am 11.01.2012 um 01:13
"Mensch = sozial getriggerter Kohlenstoffklumpen + heiliger Geist" (Heiliger) Geist ist ein Produkt der Zusammenwirkungen von hochorganisierten Kohlenstoffatomen plus ein paar weiteren Elementen aus der Tabelle. |
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Ja, verstehe ich schon, sich mit sowas nicht auseinandersetzen zu wollen.
Wobei man sich natürlich auch soziologisch damit auseinandersetzen kann. Stichwort Foucaults "Bio-Macht-Ansatz" oder Bourdieus Artikel "Rassismus der Intelligenz". Man könnte das Ganze auch einfacher ignorieren, wenn nicht in den letzten Jahren eine Demografisierung der Sozialpolitik stattgefunden hätte, wenn nicht nach und nach die Familienpolitik zu ihrem Ursprung als Bevölkerungspolitik zurückgefunden hätte - und zwar stillschweigend. Man muss das Elterngeld natürlich nicht mit der Erbtheorie begründen, wie Sarrazin das macht. Aber Begründungen aus der "Clubtheorie", die von der unterschiedlichen "Qualität der Kinder" sprechen, sind nicht weniger brutal. Aber sie sind als Theorien weniger brutal als die Praxis, die sich besonders deutlich im Elterngeld niederschlägt. |
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schrieb am
11.01.2012 um 11:32
Ich wusste, dass das anecken könnte. Vielleicht kann ich sagen, dass ich (für mich persönlich) "heiliger Geist" anstelle jenes "X" in die Gleichung eingesetzt habe, welches alle, bislang von der Wissenschaft nicht gelösten Rätsel vom "Kohlenstoffhaufen" bis zum "Leben" darstellt?
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schrieb am
11.01.2012 um 11:33
P.S.: ging @DandelionWine
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schrieb am
11.01.2012 um 12:07
Oops.
Aufgabe: Finden Sie den Link im obigen Kommentar :o) |
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@Herr Katzer schrieb am 11.01.2012 um 11:32
"Ich wusste, dass das anecken könnte. Vielleicht kann ich sagen, dass ich (für mich persönlich) "heiliger Geist" anstelle jenes "X" in die Gleichung eingesetzt habe, welches alle, bislang von der Wissenschaft nicht gelösten Rätsel vom "Kohlenstoffhaufen" bis zum "Leben" darstellt?" Nee... wieso anecken? :) Das ist nicht der Fall. Mich interessiert das Thema sehr, deswegen habe ich mich eingeklinkt. Stimmt, der Rätsel ist nicht gelöst und die Entstehung des Lebens widerspricht dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik... was ich ja folglich alle unsere physikalische Grundlagen in Frage stellt. Ob es daran liegt, dass unsere aktuelle Erkenntnisse unvollkommen/falsch sind oder dass unser Universum vielleicht ein Experiment von einem höheren Wesen ist und die regeln des Experimentes von diesem Wesen bestimmt werden (jaja, ich weiß schon, wie man an dieser Stelle grinst)? Was ich mit dem Geist als Produkt von Zusammenwirkungen der Atomen meinte, erkläre ich lieber durch ein Zitat aus dem "Gödel-Escher-Bach" von Hofstadter: "Sie glauben, dass eine besondere Art von „semantischem Zauber“ nur in unseren „schwankenden Knollen“ stattfindet, irgendwo zwischen zwei Augäpfeln, obwohl keiner von ihnen genau angeben kann, wie es oder warum es geschieht. Ferner sind Sie überzeugt, dieser semantische Zauber sei verantwortlich für die Existenz von Selbst, Seele, Bewusstsein, Ich des Menschen. In einem Punkt kann ich Ihnen aus vollem Herzen zustimmen: Auch ich bin der Überzeugung, dass Selbst und Semantik – Bewusstsein und Bedeutung – tatsächlich eines Ursprungs sind. Keineswegs mit Ihnen bin ich einverstanden jedoch, wenn sie behaupten, derartige Phänomenen seien ganz und gar auf besondere, wenn auch noch unentdeckte Eigenschaften der mikroskopischen Hardware des Gehirns zurückzuführen. Ich denke, diese magische Auffassung von „Ich“ und Bewusstsein lässt sich nur überwinden, indem wir uns – so schmerzlich es auch sein mag – immer wieder vor Augen führen, dass die „schwankende Knolle aus Traum und Trauer“, die sicher in unserer Schädelhöhle ruht, ein rein materielles Objekt ist, aus sterilen und unbelebten Elementen besteht und damit genau den gleichen Gesetzen gehorcht wie der Rest des Universums – etwa Textpassagen, CD-ROMs oder Computer. Nur wer sich dieser ernüchternden Tatsache stellt, dem wird dämmern, wie sich das Geheimnis des Bewusstseins lüften lässt: Der Schlüssel ist nicht der Stoff, aus dem das Gehirn gemacht ist, sondern es sind die Muster, die sich in dem Stoff eines Gehirns bilden. Dieser Perspektivenwechsel bringt Befreiung, denn er erlaubt uns, Gehirne auf einer anderen Ebene zu betrachten: als Medien komplexer Muster, die, wenn auch alles andere als vollkommen, die Welt spiegeln, von der sie natürlich selbst ein Teil sind. In der unvermeidlichen Selbstspiegelung, die so entsteht, mag sie auch noch so rudimentär und unvollkommen sein, beginnen die Seltsamen Schleifen des Bewusstseins zu wirbeln." Ich wollte damit sagen, dass (heiliger) Geist - meiner Meinung nach - nicht die Bedingung des Entstehens des Lebens, sondern das Produkt des Funktionieren der lebendigen Strukturen ist. |
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schrieb am
11.01.2012 um 14:56
Das klingt zwar recht unkatholisch, aber ich bin dem sehr aufgeschlossen. Was Sie beschreiben, ist ja der wissenschaftliche Weg von der "Beseelung" (Religion, Theologie) über die "Psyche" (Psychologie, Soziologie) hin zum "Hirnorganischen" (Biologie, Chemie, Elektrotechnik :o). Ich verfolge diese Diskussionen mit großem Interesse, weil ich es unbedingt interdisziplinär mag.
Gegen "hirnorganische" Betrachtungsweisen habe ich nichts. Im Gegenteil. Geahnt hat man das, was dieser Wissenschaftszweig gerade dabei ist herauszufinden, doch schon lange. Das widerspricht für mich weder den Freud'schen Modellen, noch der Möglichkeit, dass es höhere Mächte (oder Wesen) gibt. Was ich aber hoffe - und das ist mein voller Ernst - ist, dass es den Hirn- und Stammzellenforschern nie gelingen möge, das "Rätsel" komplet zu lösen. Zuuu viel Erfolg gönne ich denen nicht. Das wäre befürchtetermaßen die ganz große Desillusion :o( |
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"Das klingt zwar recht unkatholisch, aber ich bin dem sehr aufgeschlossen"
Der Satz ist großartig. ;) Ich war gerade dabei, die Welt zu hassen, weil ich Erkältungstee schlürfen musste (und die Kacke schmeckt eben wie die Kacke)... jetzt ist mein Tag gerettet. :) "Was ich aber hoffe - und das ist mein voller Ernst - ist, dass es den Hirn- und Stammzellenforschern nie gelingen möge, das "Rätsel" komplet zu lösen. Zuuu viel Erfolg gönne ich denen nicht. Das wäre befürchtetermaßen die ganz große Desillusion :o(" Anspruch an dieser Stelle! Man kann das Rätsel nicht komplett lösen, solange man ein Teil des System bleibt... solange man das System von innen betrachtet. Wenn das bestehende Rätsel TATSÄCHLICH komplett gelöst wird, wird es heißen, dass man sich schon außerhalb des Systems befindet, dass man über sich hinaus gewachsen ist... aber außerhalb des Systems heißt nicht nirgendwo, sondern in Rahmen eines anderen, übergeordneten Systems... und da wird es schon bestimmt weitere Rätsel geben, die noch reizender sind! :) |
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schrieb am
11.01.2012 um 15:58
>>Anspruch an dieser Stelle! Man kann das Rätsel nicht komplett lösen, solange man ein Teil des System bleibt... solange man das System von innen betrachtet. Wenn das bestehende Rätsel TATSÄCHLICH komplett gelöst wird, wird es heißen, dass man sich schon außerhalb des Systems befindet, dass man über sich hinaus gewachsen ist... aber außerhalb des Systems heißt nicht nirgendwo, sondern in Rahmen eines anderen, übergeordneten Systems... und da wird es schon bestimmt weitere Rätsel geben, die noch reizender sind! :)<<
Und das hat mir meinen Tag gerettet :o) |
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DandelionWine schrieb am 11.01.2012 um 10:14 @Herr Katzer schrieb am 11.01.2012 um 01:13
(Heiliger) Geist ist ein Produkt der Zusammenwirkungen von hochorganisierten Kohlenstoffatomen plus ein paar weiteren Elementen aus der Tabelle. -> ...kommen darin auch Nukleide vor? Dann nämlich würde die Tabelle ziemlich lang werden. Da reicht das Periodensystem nicht mehr aus. |
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@Chrislow
Hm... Du gehst also davon aus, dass Nukleide aus den Elementen bestehen, die im Periodensystem nicht vorhanden sind? Okay, unten sind ein paar Bilder... wenn Du vielleicht sagen könntest welche Bestandteile bei abgebildeten Nukleiden sich jenseits des Periodensystem befinden? :) |
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Hier in der Nuklidkarte sind die Atomsorten, die nicht im Periodensystem der Elemente ausführlich aufgeführt sind.
Hier wird deutlich, dass 118 Elemente (erweitert 173) nicht alles ist, was das Universum zu bieten hat. Was ich also meinte (tschuldigung für die ungenauigkeit) sind die Isotope des jeweiligen Elements. Aber da hättest du auch von selbst drauf kommen können. |
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@chrislow schrieb am 14.01.2012 um 12:29
"Was ich also meinte (tschuldigung für die ungenauigkeit) sind die Isotope des jeweiligen Elements. Aber da hättest du auch von selbst drauf kommen können" :)))) Nene... jetzt mal langsam. Du hast erst über Nukleide geredet und jetzt redest Du über Nuklide- Dazwischen liegen die Welten, denn Nuklide sind die einfachste Form der Materie und und Nukleide sind die komplizierteste Form der Materie (aus allen uns bekannten). Nucleus heißt zwar im Lateinischen Kern, aber bei Nukliden hadelt es sich um Atomkerne und bei Nukleiden um Zellenkerne. :) Die Isotope des jeweiligen Elements sind keine selbstständige Elemente, sondern unterschiedliche Zustände von dem jeweiligen Element, ebenso wie z.B. Ionen, daher brauchen sie nicht extra im Periodensystem ausgeführt werden. Die Art des Elements wird durch die Protonenzahl im Kern bestimmt. Alle im Universum existierende bzw. uns bekannte Elemente sind im Periodensystem untergebracht. Die Isotope entstehen durch die Änderung der Neutronenzahl im Kern. Die Ionen entstehen durch die Änderung der Elektronenzahl in der Hülle. Solange aber die Protonenzahl unberührt bleibt, sind es keine neue Elemente. Da wir über Kohlenstoff reden, nehmen wir ihn als Beispiel: C-12, C-13 und C-14 sind die Isotope von Kohlenstoff mit entsprechend 6, 7 und 8 Neutronen im Kern. Es handelt sich aber nach wie vor um den Kohlenstoff, weil es jeweils 6 Protonen im Kern vorhanden sind! Sind jetzt die Missverständnisse ausgeräumt? :) |
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schrieb am
11.01.2012 um 01:28
Warum "-verhütung"? Ich dachte, wir (also ihr) wolltet die Demographie mal ankurbeln, damit eure Kinder den Maschmeyers dieser Welt später das Geld in den Rachen werfen können, das ich gerne ausgeschüttet haben wollte...?
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Nein, das Elterngeld hat das Erziehungsgeld abgeschafft. Arbeitslose Eltern erhielten damals zwei Jahre lang monatlich 300 Euro. Heute bekommen sie nichts mehr. Gut verdienende erhielten damals kein Erziehungsgeld. Mit dem Elterngeld erhalten sie heute 1800 Euro monatlich über ein Jahr.
Das heißt, für Arme ist das Elterngeld bewusst Empfängnisverhütung, für Gutverdienende ist es ein Gebäranreiz. |
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Gebäranreiz?
Lese ich richtig? Was für ein Menschenbild steckt denn dahinter? Da wird mir ja übel. Wer Kinder wegen des Elterngeldes in die Welt setzt, der hat was ganz Grundlegendes nicht verstanden oder ist ein solcher Materialist, dass er nicht nur käuflich ist, sondern Kosten-Nutzen Analysen von Emotionen macht und dann zum Schluss kommt, dass sich Gefühle zwar nicht lohnen, aber bei einem finanziellen Ausgleich man noch mal drüber nachsinnen könnte. Ich möchte in keiner Gesellschaft leben, in der solche Überlegungen auch nur im Ansatz eine Rolle spielen. |
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schrieb am
11.01.2012 um 16:48
Ich eigentlich auch nicht. Das ist mein Problem.
Denn - von dem kakophonen Klang des Wortes "Gebäranreiz" mal abgesehen - ist das, was Andreas Kemper beschreibt, längst viel zu wahr. Und wird unverblümt öffentlich kommuniziert. Wir haben die gymnasiale "G8", die Wehrpflicht ist weg - und warum das alles? Na, damit "der Deutsche" im Wettkampf mit "dem Chinesen" nicht den Anschluss verliert. Damit auch hierzulande die Zehnjährigen demnächst mit einer Hand Klavierkonzerte aufführen können, während die andere ein medizinisches Gerät wartet. Mit zehn gilt es dabei selbstverständlich, mindestens über einen Bachelor und einige Jahre Berufserfahrung mit gelegentlichen Auslandsaufenthalten zu verfügen. Das Wort klingt nach "Brechreiz", aber das macht die Lage weder besser noch schlimmer. Was Sie schreiben, ist aber gleichzeitig auch wahr. Gebildete und beruflich erfolgreiche, eher wohlhabende Leute bekommen Kinder nicht aus finanziellem Interesse. Auch wenn die aktuelle Regierung das noch so gerne hätte. Dass sie das gerne hätte, steht außer Frage. Daraus macht sie doch auch gar keinen Hehl. Nicht einmal die Opposition sagt anderes. Eben wegen "des Chinesen" (vgl. "alternativlos", "soviel besser wie teurer", bla blubb). Und wegen diesen beiden (subjektiven) Wahrheiten, steht für mich fest, dass das Elterngeld sich negativ auf die unsägliche Demographie auswirken wird. Was höchstwahrscheinlich passiert, ist, dass arme Schlucker weniger Kinder bekommen, die wohlhabenderen allerdings nicht wesentlich mehr. Deshalb tue ich mich so schwer, das Elterngeld vernünftig einzuordnen. Für mich ist das ein großer Schuss in den Ofen - und zwar für jegliche Interessenslage. Vernünftig wäre es, die Kinder da kommen zu lassen, wo sie kommen wollen, sich über jedes einzelne zu freuen und zu versuchen, es zu gebildeten, glücklichen (und, sorry, auch produktiven) Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Aber davon sind wir - unter dieser Regierung - weit entfernt. Die täuscht links an - und führt dann doch die Herdprämie ein. So wird das nix. Heinz Buschkowski muss Bundeskanzler werden! :o) Oder die Hannelore.. |
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schrieb am
11.01.2012 um 17:40
Wenn ich so lese, was ich da geschrieben habe, denke ich dass ich das noch klarer hinkriege.
Es ist nicht zuletzt die pervertierte - weil auf falsch konstruierten, monetären und wirtschaftsimperialistischen Interessen aufgebaute - Globalisierung, die das Thema "Eugenik" (im weiteren und engeren Sinn) schon wieder auf so fruchtbaren Boden fallen lässt. Eugenik hat für mich - im weitesten Sinne - etwas mit Angst zu tun. "Angst vor Aussterben" oder Angst vor kulturellem oder wirtschaftlichen "Untergang". Das zielt bewusst aufs Unterbewusstsein, auf niedere Überlebenstriebe, die durch Angst getriggert sind. Wobei das Thema "wirtschaftlicher Untergang" schon lange vor Sarrazin wieder salonfähig war (vgl. Schröders "moderne Wirtschaftspolitik" um Standortinteressen). Das Thema "kultureller Untergang" wurde allerdings erst von Sarrazin wieder ins große Gespräch gebracht. Ob - und in wie weit - man vor beidem eigentlich Angst zu haben hat (als "Volk"), hängt wohl von der jeweiligen Deutungshoheit, dem Stand der allgemeinen Informiertheit, dem Stand der allgemeinen Geschichtsvergessenheit und der jeweiligen Großwetterlage ab. Ich befürchte jedenfalls, dass das "Volk" schon wieder darüber nachdenkt, diese zwei Fliegen (Wirtschaft und Kultur) mit einer Klappe schlagen zu wollen. Nach dem Wenn-Dann Prinzip. Damit das aber überhaupt einen Sinn ergibt, muss zunächst natürlich alles Fremde (Nicht-Ur-Deutsche) auf interlektuelles und kulturelles Ramschniveau herabgestuft werden. Sogar das Potential muss ihm wegdefiniert werden. Das hat Sarrazin offensichtlich getan (wie ich hier gerade lerne). Macht der Papst doch auch nicht anders, wenn er "mich" als Bedrohung der Zukunft der Menschheit bezeichnet, woll. Die Tatsache, dass ich über keinerlei Gebärmutter verfüge, von der ich wüsste, schiebt mich auf dessen Negativliste. Kreuzweise. Bald. Ich protestiere! Mir - ganz persönlich (!!) - macht die "Eugenik-Sache" auch mehr Angst, als die "Islam-Sache". Und mein eigener Papst macht mir sogar noch mehr Angst als beides zusammen. Vielleicht gerade weil sie so tabuisiert wird..? (Frage geht an mich) Vielleicht sollte ich die Gelegenheit nutzen, mich an dieser Stelle einmal dafür zu entschuldigen, dass ich unser aller Vernichtung plane. Sorry. Ich hab's dem Vatikan schon zigmal geschrieben: I#M not gay - my boyfriend is! Die kapieren es nur nicht. Vielleicht fühlt sich jemand imstande, mir das mal ins Latein zu übersetzen.. ..? So, dafür, dass ich mich nicht unterhalten wollte, hab ich jetzt erst mal genug geredet. Schluss. |
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(Zitat Ihrem WP-Blog entnommen):
"Eine der zentralen Behauptungen des Buches besagt, dass in einer sozial durchlässigen, den Intelligenten und Fleißigen viele Aufstiegsmöglichkeiten bietenden Gesellschaft wie der deutschen die Unterschicht nach und nach zwangsläufig von den Dümmeren und weniger Leistungsbereiten gebildet wird." Dass die Intelligenten und Fleißigen aufsteigen halte ich für ein Gerücht. Und die Meritokratie der Intelligenten und Fleißigen sowieso für ein Märchen. Der mögliche Aufstieg wird wenn man aus dem falschen sozialen Umfeld kommt doch schon allein dadurch verhindert dass man eben da her kommt. Und damit meine ich jetzt nicht Netzwerke und Lebensläufe, sondern die Chancen, die sich einem Kind in einem finanziell benachteiligten Elternhaus/Umfeld/Stadtteil bieten, oder vielmehr nicht bieten. Ob man überhaupt aufsteigen will, wenn man es mit Leuten wie Sarrazin zu tun hat, ist sowieso mal zweitens. Ob das als dumm anzussehen ist, dann wohl drittens. Ich könnte jetzt noch einiges schreiben, aber mich regt dieser ganze Gen-Schwachsinn zu sehr auf (wenn es sich um GM Food handelt sowieso auch). Ich persönlich vertete die These, dass Gene einen geringen Anteil gegenüber einer Sozialisierung/Sozialisation haben. Und dass, wie Herr Kratzer schon angemerkt hat, Umweltfaktoren gewisse Gene aktivieren. Oder eben auch nicht. Vielleicht sollte man den Sarrazin mit seinen Eugenik-Thesen ja tatsächlich mal ins Spotlight rücken und ihm Wissenschaftler gegenüber setzen, die die Thesen dann zerlegen. Dazu noch ein, zwei Philosophen und Soziologen, die sich mit Ethik befassen; und einen Historiker, Spezialgebiet deutsche Geschichte. Ich schlage eine Talk-Runde vor. Die dann bitte geloopt für 24 Stunden auf allen Kanälen, und damit hat sich die Sache dann hoffentlich ein für allemal erledigt. |
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Super Vorschlag! :-)
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schrieb am
11.01.2012 um 04:14
Und danach reden wir über "Soft-Skills", abgemacht? :o)
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Ich kümmer mich dann schon mal um die Hackerrekrutierung. Freiwillig wird ja wohl kaum die Werbung für 24 Stunden unterbrechen :)
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Der letzte Kommentar ging an A.K.
@Herr K[r]atzer Sorry ;) |
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schrieb am
11.01.2012 um 22:02
@dllxllb
O.K. (aber nur, wenn jetzt nicht noch mehr zwischen mein "K" und mein "a" gerät) :o) |
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[„Eugenik“]
>>In der Regel ist sie gruppenspezifisch ausgerichtet, schreibt also bestimmten Bevölkerungsgruppen ein besseres Erbmaterial zu als anderen.<< Das ist schon eine Folge und nicht der Ursprung der „Eugenik“. Ursprünglich gingen Eugeniker einfach davon aus, dass man analog zur Pflanzenzucht durch Auswahl des Zuchtmateriales den „idealen Menschen“ schaffen könne. Züchter wählten zum Beispiel für die Weiterzucht besonders grosse Getreidekörner oder/und Samen von doppelständigen Rispen aus, einer willkommenen Mutation. Alle Körner ohne besondere Zuchteigenschaften gingen in die Mühle. Die Eugenik pries sich damit an, dass man Erbkrankheiten durch Zuchtwahl ausmerzen könne. Also zum Beispiel wenn Menschen mit Downsyndrom sich nicht fortpflanzen dürften, dann werde es bald kein Downsyndrom mehr geben. Natürlich steckt mehr an Züchteranspüchen dahinter als nur ein paar genetisch bedingte „Behinderungen“ abzuschaffen. Anders aber als Getreide bestimmen in Menschenpopulationen bestimmen herrschende Gruppen - sich selber als „wertvoll“ und können damit Andere als „unwertes“ Menschenmaterial abwerten - darüber, welche Untertaneneigenschaften als „wertvoll“ zu gelten haben. Zum Beispiel besondere Eignung als Krieger oder als ausdauernder, geduldiger und „stressfester“ Arbeiter. Übrigens galt hohe „Fruchtbarkeit“ gerade bei Untertanen bis vor Kurzem als „wertvoll“ Je mehr aber menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt werden kann, um so weniger wichtig wird die Reproduktionsförderung der Arbeiterklasse. Auch wenn Sarrazin es nicht so sagt, sondern den „Kampf der Kulturen“ vorschiebt, dürfte das der Hintergrund sein. Gebraucht wird eine starke Reproduktion in der Pätorianerschicht (in die auch Sarrazin aufgestiegen ist). Und zwar aus Gründen einer hohen Aufstiegskonkurrenz, die besondere Anpassung erfordert. Diese Schicht sorgt selber für herrschaftskompatible Erziehung ihres Nachwuchses. Die Nichtleitenden bzw. „Nichtentscheidungsträger“ reproduzieren sich mittlerweile auch ohne Repoduktionsförderung in hinreichendem Masse: Nichtleitende Angestellte können, wenn sie am „burnout“ leiden, leicht in die Reserve verschoben werden: Für jeden Arbeitsplatz steht eine grosse Anzahl an unverbrauchten Bewerbern bereit. So gesehen steht Sarrazin voll auf dem Boden der Agenda 2010, was der SPD-Vorstand ja auch zu würdigen weiss. --- Noch eine Anmerkung zur sogenannten „Intelligenz“: In siebziger Jahren wurde eine Reihe „IQ-Tests“ bei „Spitzen“-Politikern und Managern durchgeführt. Die sich für den Test bereit erklärt hatten, waren anschliessend sehr enttäuscht, weil bei der Mehrheit nur Werte um 100 heraus kamen. Daraufhin machten sich ein paar Psychologen daran, den Begriff „Intelligenz“ neu zu definieren: So dass Eigenschaften von Hierarchieaufsteigern als Bestandteil der „Intelligenz“ gesehen werden können. |
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Ich denke, die Eugenik-Debatte war vielen, wie auch Herrn Kratzer, einfach zu schmutzig und zu historisch belastet. Alleine dafür hätte Sarrazin in hohem Bogen aus der SPD fliegen müssen.
Aber, er ist ja nicht allein damit. Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir ja auch hier im Freitag einen Artikel in der Richtung, und ein Blogger-Kollege hat einmal aufgedeckt, wie mit dem Thema Eugenik, diesmal in Österreich, gezielt Stimmung gemacht wird. Nur: Nachfragen ergaben, dass es eine völlige Ente war. Zum Nachlesen (i.ü. ein empfehlenswerter Blog): dontyoubelievethehype.com/2012/01/die-migranteninzestbabys/ |
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Manche Ideen sind einfach so widerwärtig, dass man sich damit nicht näher beschäftigen möchte. Das finde ich verständlich und irgendwo auch gesund. Vielleicht einfach deshalb die fehlende Debatte.
Andererseits ist so eine Reaktion auch gefährlich. Ist es das, worauf Sie vornehmlich hinauswollen, Herr Kemper? |
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schrieb am
11.01.2012 um 13:02
@ only connect
Ich denke, dass es das war, worauf A. Kemper hinaus wollte. Mit diesem Blog - nicht zuletzt wegen "unseres Abwinkens" das Thema betreffend - dürfte eben dieses Thema weiterhin mit dem Prädikat "unaufgearbeitet" ausgezeichnet werden können. Jedenfalls hier, an dieser Stelle. Um ehrlich zu sein, bin ich auch etwas über mich selbst erschrocken, weil ich "thematisches Abwinken" von mir nicht gut kenne. Normalerweise mische ich mich immer in alles ein - Halbwissen hin, Halbwissen her. |
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Nein, wir haben nicht die falsche Debatte geführt. Wir haben diesem glitschigen Themenkomplex viel zuviel Aufmerksamkeit geschenkt und den Absatz von Sarrazins plumpem Machwerk angekurbelt.
Als ich das Buch das erste Mal in Händen hielt, habe ich mich vor Lachen geschüttelt, bis ich es weggelegt habe. Irgendwann werde ich es vielleicht mal lesen. Dieses Buch hat völlig unnütz wichtige Ressourcen gekostet. Mein Freund der Baum ist jetzt noch ein bisschen mehr tot und die Welt ist durch diesen hohlen Mist weder besser noch friedlicher noch intelligenter geworden. |
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Wie ich gerade gelesen habe, favourisiert die Mehrheit der Deutschen Gauck als Bundespräsidenten. Gauck hat sich gerade für Sarrazin stark gemacht. Sarrazin sei mutig, er spreche offen die wirklichen Probleme an, ohne die Politische Korrektheiten der politischen Kaste.
Ich bin kein Fan von Wulff - aber möge er uns lange erhalten bleiben und uns vor einem GAUck bewahren. |
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Genau.
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@Andreas Kemper schrieb am 11.01.2012 um 14:23
Da bin ich ihrer Meinung, hoffentlich kommt nicht der Gauck... |
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schrieb am
11.01.2012 um 18:08
Der "Präsident der Herzen" ist uns im Trubel um seine famose Person abhandengekommen.
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Wieso denn nur Gauff und Wulck?
Warum nicht Margot Käßmann oder Gesine Schwan? |
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Ich glaube, ich könnte mich in akademischen Anführungszeichen stundenlang über das Thema "Eugenik" unterhalten. Dann täte mir der Bauch nicht weh. Dreh- und Angelpunkt scheint mir die Einordnung der "Eugenik" zu sein. Der wikipedia-Artikel zeigt sich ziemlich nüchtern:
>>(...) bezeichnet seit 1883 die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik (...)<< >>Galton verstand Eugenik als Wissenschaft (...)<< usw. Die Einordnung muss lauten: "Genetik" ist eine Wissenschaft. Aber "Eugenik" ist eine Ideologie, die sich wissenschaftlichen Erkenntnissen bedient. Eine Scheinwissenschaft. Ähnlich demographischen Voraussagen um viele Jahrzehnte. Dabei besteht der Fehler in der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse 1:1 in einen anderen Bereich, in dem diese Erkenntnisse keinen Anspruch auf Richtigkeit mehr haben. Bei der Zukunfts-Demographie ist die Sache klar: die Statistik stellt die eigentliche Wissenschaft dar - und der Fehler bei der Übertragung liegt darin, dass Statistiken über die Vergangenheit verbotenerweise linear in die Zukunft verlängert werden. Dabei wird nicht zur Kenntnis genommen, dass die Zukunft eine Unbekannte ist. Schon allein die Annahme, dass es ein gesichertes Morgen gibt, ist - ganz streng genommen - höchst unwissenschaftlich. Statistisch abgeleitete Aussagen über (z.B. 50 Jahre) in der Zukunft liegende Dinge oder Verhältnisse, bezeichne ist somit ebenfalls als reine Ideologie. Tja - und bei der Eugenik? Werden wesentlich schwerweigendere Übertragungsfehler gemacht. Unbedingte Notwendigkeiten (Zufallsmutationen und Vielfalt) zum Überleben einer Art auf lange Sicht gesehen, werden - verbotenerweise - völlig ausgeblendet. Der ideologisch verblendete Glaube, durch manuelle, selektive Alleinstellung von Merkmalen eine Art (Rasse) schaffen zu können, die sich gegenüber einem breit gestreuten Gen-Pool langfristig durchsetzen könnte, ist sogar ein Schlag ins Gesicht genau der Wissenschaft, der man sich zu bedienen anschickt. Es gilt bislang als evolutionsbiologische Gewissheit, dass das Ausbilden von Arten und Unterarten der Trick der Natur ist, das generelle Aussterben von Leben auf diesem Planeten so lange wie möglich hinauszuzögern. Denn stirbt eine Art, leben andere weiter. Bestünde eine Gattung aus lediglich einer einzigen Art, sähe die Sache extrem schlecht für sie aus. Die "Eugenik" ist ganz bestimmt an zig weiteren Ecken als Ideologie zu entlarven - und zwar wissenschaftlich, nicht ideologisch. Das ist der Punkt, an dem das Thema abgearbeitet werden müsste. Nicht daran, dass "Linke" vom "Nationalsozialismus" nichts halten und auf "Multi-Kulti" stehen. Der Irrglaube der Eugenik kann sehr gut mit seinen eigenen Waffen geschlagen werden. Und wenn die leicht auszuräumenden Missverständnisse erstmal aus der Welt sind, kann sich in Ruhe wieder Heinz Buschkowski zugewandt werden :o) |
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schrieb am
11.01.2012 um 17:53
>>Unbedingte Notwendigkeiten (Zufallsmutationen und Vielfalt) zum Überleben einer Art auf lange Sicht gesehen, werden - verbotenerweise - völlig ausgeblendet. Der ideologisch verblendete Glaube, durch manuelle, selektive Alleinstellung von Merkmalen eine Art (Rasse) schaffen zu können, die sich gegenüber einem breit gestreuten Gen-Pool langfristig durchsetzen könnte, ist sogar ein Schlag ins Gesicht genau der Wissenschaft, der man sich zu bedienen anschickt. Es gilt bislang als evolutionsbiologische Gewissheit, dass das Ausbilden von Arten und Unterarten der Trick der Natur ist, das generelle Aussterben von Leben auf diesem Planeten so lange wie möglich hinauszuzögern. Denn stirbt eine Art, leben andere weiter. Bestünde eine Gattung aus lediglich einer einzigen Art, sähe die Sache extrem schlecht für sie aus.<<
Habe ich da ungewollt ein Argument gegen "Durchmischung" konstruiert??? Ich wusste genau, was ich meinte, als ich anfangs von einem "Minenfeld" sprach. Hab's unterwegs offensichtlich irgendwo vergessen.. |
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schrieb am
11.01.2012 um 20:45
>>Habe ich da ungewollt ein Argument gegen "Durchmischung" konstruiert??? <<
Na ja. Neue Arten entstehen meistens dann, wenn "Rassen", das heisst genetisch kompatible Formen, isoliert sind und sich nicht mehr mit Anderen vermischen können. Zum Beispiel führte die Trennung Australiens vom asiatischen Kontinent zur Entwicklung von dort endemischen Arten. Eine ständige Vermischung der Menschenrassen verzögert natürlich die Entwicklung neuer Arten aus den Menschenrassen. Ob das ein Nachteil ist, können Genetiker nicht sicher sagen. Die Vermischung von homo neandertalenensis und homo sapiens zur eurasischen Rasse war sicher kein Nachteil, was die biologische Überlebensfähigkeit angeht. Allerdings mit Nebenwirkungen (z.B. Typen wie Sarrazin, Cicero, Bismarck, Cecil Rhodes, Louis XVI, Sarkozy, Merkel oder Guttenberg, um nur mal ein paar unterschiedliche weniger vorteilhafte Varianten zu nennen) die wir noch zu bewältigen haben. Durch weitere genetische und kulturelle Vermischung, zur Zeit vor Allem mit Afrikanern, könnten wir das Problem möglicherweise dämpfen. Übrigens gibt es in der Pflanzen- und Tierzucht die Erfahrung, dass durch Einkreuzen von "Wildformen" die Zuchtform wieder robuster und weniger krankheitsanfällig werden kann. Wenn Du Deutsche Schäferhunde ein paar mal mit Wölfen poppen lässt, kriegste die Hüftgelenksdysplasie weg. Natürlich auch die Rassereinheit. Aber einen Tod musste sterben: Zuchtrein und erbkrank oder rasseunrein und vital. Wir haben ja leider keine Originalneandertaler mehr, mit denen wir uns einfach mal auffrischen könnten. Aber wenn wir die Genetik so anwenden, dass wir nicht Windhund- und Dackelmenschen züchten wollen, sondern im Sinne von Vitalität unserer Art, dann werden wir uns behelfen können, bzw. das Leben hilft sich selber, wenn es sich von der Herrschaft degenerierter Grüppchen befreit. Die können weiter existieren, aber eben ohne uns uns. Ich bin lieber vital und ohne Stammbaum. Vitale und überlebensfreundliche Genetik sagt: "Lass die Leute poppen. Aber spätestens nach dem zweiten Kind, besser nach dem ersten, muss verhütet werden, weil wir nicht zu wenige sind, sondern zu Viele für unsere Ansprüche an den Planeten." |
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Was oder wer ist Sarrazin? Ich denke am besten hat es Jürgen Todenhöfer zur Sprache gebracht in seinem Buch "Feindbild Islam".
Er schreibt dazu: Manche der Argumente dieser antimuslimischen Hassprediger erinnern an dunkle Zeiten der deutschen Vergangenheit. Am 28. Juni 1933 erklärte der deutsche Reichsminister des Innern Dr. Wilhelm Frick auf der ersten Sitzung des Sachverständigenrats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik: »Die begabtere wertvolle Schicht […] nimmt ab und wird in wenigen Generationen nahezu vollkommen ausgestorben sein. Damit aber auch Leistung und deutsche Kultur […]. Der Staat muss an eine Verminderung der Lasten für Minderwertige und Asoziale herangehen […]. Die Ausgaben für Minderwertige, Kranke, Schwachsinnige, Geisteskranke, Krüppel und Verbrecher […] übersteigen heute das Maß dessen, was wir unserer schwer um ihre Existenz ringenden Bevölkerung zumuten dürften […]. Diese Art moderner ‚Humanität’ und sozialer Fürsorge für das kranke, schwache und minderwertige Individuum muss […] für das Volk schließlich zu seinem Untergang führen.« 77 Jahre später schreibt Thilo Sarrazin in seinem Buch Deutschland schafft sich ab: »Wir verlieren als Volk an durchschnittlicher Intelligenz, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen. Wenn wir den Zuzug nicht steuern, lassen wir […] eine Veränderung unseres Volkscharakters zu […], bis wir zur Minderheit im eigenen Lande geworden sind […], das von einer muslimischen Mehrheit türkischer, arabischer und afrikanischer Herkunft bewohnt wird […]. Bleiben und weiter überdurchschnittlich viele Kinder in die Welt setzen werden jene [muslimischen Einwanderer], die eine negative Auslese bilden. […] Ganze Clans haben eine lange Tradition von Inzucht. Es ist bekannt, dass der Anteil der angeborenen Behinderungen unter den türkischen und kurdischen Migranten weit überdurchschnittlich ist.« Als Gegenstrategie schlägt Sarrazin staatliche Prämien von 50.000 Euro für Kinder vor, die von deutschen »Frauen mit hohem Bildungsstand« vor Vollendung des 30. Lebensjahres geboren werden. »Die Prämie dürfte allerdings nur selektiv für jene Gruppen eingesetzt werden, bei denen eine höhere Fruchtbarkeit zur Verbesserung der sozioökonomischen Qualität der Geburtenstruktur erwünscht ist« (Seiten 9, 316, 325, 369, 390). Staunend habe ich mich durch Sarrazins Buch gekämpft. Man stelle sich nur eine Sekunde vor, Graham, O’Reilly, Coulter, Wilders oder Sarrazin hätten anstelle von »Islam« die Worte »Judentum« oder »Christentum« und anstelle von »Muslimen« die Worte »Christen« oder »Juden« verwendet. Hätte sich nicht zu Recht ein Orkan der Entrüstung erhoben? Warum darf man über Muslime und ihre Religion rassistische Dinge sagen, die in Bezug auf Juden und Christen zu Recht geächtet sind? Wir müssen diese Dämonisierung des Islam und der Muslime beenden. Sie ist nicht nur beschämend, sie schadet auch unseren Interessen. (Jürgen Todenhöfer - Feindbild Islam) Übrigens kann ich jedem das Buch empfehlen. Mehr möchte ich persönlich zu Sarrazin eigentlich nicht sagen. |
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schrieb am
11.01.2012 um 17:55
Ist O.K., den Rest übernehme ich. Rede mich sowieso gerade um Kopf und Kragen :o)
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@Herr Katzer schrieb am 11.01.2012 um 17:55
und du schreibst gut, zumindest das was ich bis jetzt gelesen habe ;) |
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Nicht für die "Besserverdienenden" sei das Elterngeld ein Anreiz Kinder zu kriegen, sondern der Anreiz liege darin abreiten zu gehen, um das Elterngeld zu bekommen.
Das würde dann auch Integrationsgrundlage für Menschen aus allen Schichten und Herkunft sein - so möglicherweise könnte eine Zielsetzung dabei ausgesehen haben. Denn eine Vollbeschäftigung setzt für die Kinder einen kindergartenplatz vorraus - in dem die Kinder mit dem "Fremden" der anderen Menschen konfrontiert und daran gewöhnt werden umzugehen. Früh übt sich nämlich - egal welcher Nationalität oder ethischhen Ursprungs. Der Wunsch von Eltern ... dass sie möglichst alleiniger Bezugspunkt und Einflußmaßgebend für "ihre" Kinder seien, wird dadurch grundlegend unterlaufen. Hinsichtlich der "Integration" sei dies auch unbedingt nötig. Denn in heutigen unverbindlichen und separatistischen Lebensgewohnheiten der Menschen/Individuen kommt Gemeinschaft nicht besonders zwingend vor. Unbeobachtete Eltern erziehen zuweilen nämlich nicht, sondern sorgen dafür, dass ihre Kinder nicht über sie hinauswachsen. Und das erfüllt den Tatbestand einer kurzsichtig eigennützigen Diktatur. Die Kinder werden also unterdrückt und terrorisiert - nicht jedoch gefördert. Vielleicht ist das der Mechanismus, den Sarrazin mit "Vererbung" der Minderintelligenz meint? |
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schrieb am
11.01.2012 um 22:13
Auch wieder wahr.
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Zitat: "Vielleicht ist das der Mechanismus, den Sarrazin mit "Vererbung" der Minderintelligenz meint?"
Nein, sicher nicht. Sarrazin meint biologische Vererbung von Intelligenz, darüber lässt er sich dezidiert über mehrere Kapitel aus. Es geht ihm um Mendel und Darwin. Ein Anreiz, Arbeiten zu gehen, ist das Elterngeld durchaus, aber in einer anderen Weise, als oben dargestellt: "Wenn das Erziehen von Kindern mit einem relativ guten Einkommen entlohnt wird, ist zu befürchten, dass immer weniger Menschen für gering qualifizierte Einkommen zur Verfügung stehen. Unser Bestreben als BDA ist es aber gerade, den Niedriglohnsektor systematisch zu erschließen. In dem Maße, in dem Familienarbeitsplätze aufgebaut werden, entfallen auch bestehende Stellen und Erwerbstätige im Niedriglohnsektor." Zitat aus dem Freitag vom 03.08.2007, S. 5 (zit. nach Andreas Kemper/ Heike Weinbach: Klassismus. Eine Einführung, Münster 2009, S. 158) Jahrzehntelang war alles in Ordnung. Alleinerziehende und Familien mit wenig Ressourcen erhielten als Unterstützung das Erziehungsgeld. Plötzlich, parallel mit dem "Erschließen des Niedriglohnsektors", der Idee, dass 3,- Euro Stundenlohn für junge Frauen doch vollkommen ausreicht, "entdeckte" man, dass alleinerziehende Frauen ein pompöses Leben mit 300 Euro pro Kleinkind führen. Wer in derart spätrömisch-dekadenten Verhältnissen schwelgt, wird nur noch mit Mühe zu überreden sein, sich für 3,- Euro abzurackern. |
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"Nein, sicher nicht. Sarrazin meint biologische Vererbung von Intelligenz, ..."
-> Ich will ja nicht leugnen, was da ist. Aber verheimlicht man uns diesbezüglich was? Mir ist noch kein Gen bekannt, das (allein) Intelligenz herstellen könnte. Dazu sind ganz andere Bedingungen erforderlich. Und ich weis inzwischen (offenbar), wie der FDP-Schnösel die "spätrömische Dekadenz" gemeint hat. Ich habe dazu aber eine ganz andere Interpretation - die würde dann eine ganz andere Seite der Gesellschaft treffen. Wie wir wissen, ist das späte römische Reich nicht mehr besonders stabil gewesen und daraufhin auch zerfallen. Und dies lag nicht an irgendwelchen bedürftigen "Römern"... wohl mehr schon an dem allgemeinen Weltbild in der gebildeten und privilegierten Bevölkerungen aus dem Kontext des römischen (Welt)Reiches . Also irgendwie Nostalgie...die alten Zeiten ... und so. |
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"Vererbung von Intelligenz" ist Ideologie. Leider auch eine Ideologie, die man allzu oft bei Linken wiederfindet.
Um überhaupt von einer "Vererbung von Intelligenz" sprechen zu können, müsste es den G-Faktor der Intelligenz geben. Aber selbst diese These wird nur von einer Minderheit geteilt. Die gesamte Forschung über "Vererbung von Intelligenz" basiert bislang nur auf Korrelationen, die aber nichts über Kausalitäten aussagen. Auf der anderen Seite wissen wir, dass im deutschen Bildungssystem so etwas wie "Intelligenz" gar nicht interessiert. Beim Schulübergang von der Grundschule zum Gymnasium spielen Kompetenzen nur zu einem Bruchteil eine Rolle, der primäre Effekt der sozialen Herkunft, also der direkte Einfluss des Elternhauses (kulturelles Kapital, soziales Kapital, ökonomisches Kapital und hier wäre dann auch die sogn. "Verebung von Intelligenz" noch unterzubringen, wenn es sie denn geben sollte) spielt nur zu gerade mal 40% eine Rolle: Primärer Herkunfts-Effekt: 41,6% Ungleiche Benotung und ungleiche Empfehlung bei gleichen Kompetenzen durch Lehrkräfte: 29,9% Elterliches Entscheidungsverhalten: 28,6% Würde es Sarrazin darum gehen, dass sich "Intelligenz durchsetzt", dann hätte er zuallererst Guttenberg und die anderen in Entscheigungsgremien der Bildungspolitik sitzenden Plagiator_innen angreifen müssen; dann hätte er zuerst die soziale Selektivität angreifen müssen. Darum geht es ihm anscheinend nicht. Für mich sieht es so aus, als würde er die politisch hergestellten Unterschiede biologisieren und damit absichern und verschärfen wollen. |
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Das ist wissenschaftlich nicht haltbar. Intelligenz wird tatsächlich grob über den Daumen zu 50 % vererbt. Dass Umwelt eine Rolle spielt, ist unbestritten. Bitte man muss nicht wissenschaftlich unsauber werden, um Sarrazin verdammen zu können ^^ Ich finde man sollte schon dort kritisieren, wo er falsch liegt und nicht ausgerechnet bei dem, was state of the art ist.
Dass das was psychologisch mit dem IQ erfasst und als Intelligenz bezeichnet wird, nicht deckungsgleich ist mit dem, was wir gemeinhin unter Intelligenz verstehen, ist klar. Im Übrigen hat Sarrazin sehr zynisch auf das Guttenberg Plagiat reagiert. Der wirkliche Denkfehler von Sarrazin liegt doch darin, dass die wissenschaftlich erfasste Intelligenz NUR mit schulischen und wissenschaftlichen Leistungen korreliert (nicht sehr hoch, aber gilt als stabiler Prädiktor), sie sagt NICHTS über beruflichen Erfolg, wirtschaftlichen, familiären usw usw. aus. Also Sarrazin hat wohl begriffen, dass der IQ etwas anderes misst als das was man gemeinhin unter Intelligenz versteht, hat das aber beim Weiterdenken außer acht gelassen und so getan als würden Leistungen insgesamt vom IQ abhängen, was sie absolut nicht tun. Der IQ erfasst Verarbeitungsgeschwindigkeit und Transferleistungen mit niedriger Komplexität (daher die Korrelation mit den Schulleistungen, klar hat man es leichter in Schule und Uni, wenn man einfache Sachverhalte schnell und konzentriert erfasst, über die Verarbeitungsfähigkeit von komplexen Sachverhalten sagt der IQ nichts aus) und meistens räumliches Vorstellungsvermögen in manchen IQ-Tests zu einem Drittel (!!!). Außer Architekt, Pilot und Umzugshelfer fallen mir keine Felder ein, in denen räumliches Denkvermögen ein Vorzug ist. Es IST ein Notstand, dass ein Viertel jeden Jahrgangs nicht integrierbar in den Arbeitsmarkt ist.... aber das hat doch mit dem IQ nichts zu tun!! Den IQ kann man als psychologische Spielerei ansehen, man weiß nicht genau wofür sie taugt, aber sie ist verhältnismäßig stabil. Wie in dem Witz: "Was ist das?" "Keine Ahnung, aber es kommt immer wieder" Was jedes Land interessiert ist, dass Leute verantwortungsbewusst für ihre Kinder sorgen, sozial sind, dass sie gerne arbeiten oder etwas schaffen, wenig Kriminalität und Drogenabhängigkeit zeigen. Das hat alles mit dem IQ nichts zu tun. Ich meine nicht es gäbe keine Befunde dazu, sondern man hat ja schon schlichtweg alles was rund um den Globus wächst mit dem IQ korrelieren lassen und die Ergebnisse sind negativ. Es hängt nicht zusammen. Ah stimmt nicht ganz: IQ und Kriminalität hängen noch zusammen, also IQ-intelligente Menschen werden seltener straffällig (oder seltener erwischt, weiß mans ^^) Aber Kriminaltiät ist auch round about zu 50 % erblich, Mensch wenn er so argumentiert, dann kann er gleich Anreize fürs Kinderkriegen der Gesetzestreuen schaffen ^^ Und gute Nacht, du liebes Deutschland. Der nächste Schritt ist, dass schöne Menschen mehr Kinder kriegen sollten (die arme Claudia Schiffer ^^) und talentierte und soziale und Merkel könnten wir vorsichtshalber klonen, falls sie mal kaputt geht oder zurücktritt, hätten wir noch eine Kanzlerin-in-Reserve. Nachdem wir ein paar Probs mit den Bundespräsidenten haben, müssten wir den erst zusammenmischen, aber dann hätten wir auch endlich mal den Richtigen. Also Sarrazinello ist Opfer eines Missverständnisses: wenn hier einer Deutschland mit seinen Werten abschafft, ist er das ^^ |
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@ Zeitwechslerin
Zeitwechslerin schrieb am 14.01.2012 um 16:18 "Intelligenz wird tatsächlich grob über den Daumen zu 50 % vererbt." Lassen Sie uns mal nachrechnen: Also, da hat jemand einen IQ von, sagen wir mal, 140, dann läge also der vererbte Anteil bei "grob über den Daumen zu 50 %" bei 70 - und sein tatsächlich eigener IQ nur bei 70. Das habe ich schon oft vermutet! Und bedenkt man auch noch, daß es sogar Menschen gibt, die behaupten, sie stammten von Affen ab ... :-) |
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Sehr geehrter Herr Kemper,
in der Tat wurden seinerzeit die „sozialbiologischen“ Ausführungen des S. an den Rand gedrängt, und dahinter stand sehr fühlbar das politische Bestreben, das nicht in der „Debatte“ hochkochen zu lassen. Die Auslassungen des S. zu diesem Thema sind von profunder Inkompetenz (auch wenn Akademiker, die selber Fragwürdiges vertreten, ihn teils zu exkulpieren suchten), daher zu übergehen. S. selbst liebt ja auch Beispiele, die nur auf eine Art Pferde- oder Hundeintelligenz schließen lassen. Ich halte die Diskussion über Eugenik aber insgesamt für abwegig, weil sie an der Sache vorbeigeht. Wir sehen heute von Jahr zu Jahr in den Wissenschaften genauer, dass die Welt außerordentlich kompliziert ist, und das gilt erst recht für so etwas wie die Individualentwicklung des Menschen. Zur Verdeutlichung hilft vielleicht, sich klarzumachen, dass der Eindruck, in der Medizin würden nur noch selten genuin neue, allgemein einsetzbare Medikamente für verbreitete Erkrankungen entwickelt, damit zu tun hat, dass wir die schlichten, groben Interventionsmöglichkeiten kennen und nun, wo wir ins Detail gehen müssen, sehen, dass alles sehr verwickelt wird. Die Epigenetik hat ja schon vor Jahren eine ganz neue Komplexitätsebene hinzugefügt. Wenn ich aus der Distanz den Tenor der seinerzeitigen Kommentare zu S. (teils auch hier im Freitag) wahrnahm, so war für mich ganz klar, dass dahinter nicht eine „wisssenschaftliche“ Eugenik (alles Fassade, Vorwand), sondern eine gefühlte Eugenik stand. Viel Testosteron, viel Sexualgeschweife, Männerkonkurrenz und Frauenneid, alles in den Formulierungen mit Händen zu greifen. Niemals zuvor habe ich das Heulen und den Geruch der Meute so intensiv vernommen, und erst seitdem habe ich einen konkreten Eindruck davon, was hinter historischen Vorgängen, etwa dem Antisemitismus, stand, wenn etwa die Judengasse gestürmt wurde. Denn die Analogien sind überwältigend, bis in die Wortwahl hinein. (Wenn den Juden teils hohe Intelligenz attestiert wurde, dann eben auch zugleich ein erblicher Hang zum Zersetzen. Es geht also um den „Charakter“, die „Intelligenz ist nur ein Vorwand, man schaue in die entsprechende Literatur. Adolf sprach den Juden gerade nicht Intelligenz ab, attestierte ihnen aber einen erblich bösartigen Charakter). Es ist lehrreich, zu sehen, dass S. nun selbst auf seinem schlichten Biologismus und Sozialdarwinismus besteht. Das Buch war eben immer schon nicht mehr als ein pseudoakademischer Überbau. Wer sich in der Welt der seinerzeitigen adolfinischen Wissenschaft auskennt und Bücher zur Biologie und Soziologie des Menschen aus der Zeit vorliegen hat, weiß, dass dies Tradition hat. Meines Erachtens sollte man aber von einer Diskussion keine Änderung erwarten. Es ist sinnlos, Argumente anzuführen, denn die Meuten- und Instinktebene, auf die und auf der S. baut, ist intellektuell nicht erreichbar. Mit freundlichen Grüßen |
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Jetzt lese ich hier, dass ich mir zwingend Sarrazin zum Feindbild machen muss, weil er ein "Eugenik-Hund" ist.
Dann lese ich in einem anderen Blog, dass ich mir den Keynes zwingend zum großen Wirtschaftstheoretiker machen muss, weil er so klug gegen die schlimmen "Neoliberalen" die Notwendigkeit staatlicher Intervention analysiert. Werte Linke, nehmt doch mal die ideologische Brille ab: Keynes war Befürworter der Eugenik und von 1937 bis 1944 Direktor der British Eugenics Society. 1946 erklärte Keynes die Eugenik zum wichtigsten und ehrlichsten Zweig der Soziologie. "Führen wir die falsche Debatte?" - Volltreffer! |
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schrieb am
14.01.2012 um 16:51
Selbst Bertrand Russell hing zeitweise eugenischen Theorien an, wie viele andere, darum aber geht es nicht. Es geht darum, was wir bei dem heutigen Stande des Wissens (ob Sie es glauben oder nicht, man hat manches Neue gelernt und ist über die Schlichtheiten Galtons hinausgekommen) und gemessen an heutigen ethischen Standards, in die zusätzlich leidvolle historische Erfahrung einging, wissen und tun können. Ausdrücke wie "ideologische Brille" sind erheiternd. Woher wissen Sie, dass Sie keine tragen?
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Gut getroffen!
Auf "1946 erklärte Keynes die Eugenik zum wichtigsten und ehrlichsten Zweig der Soziologie" kommt aus einschlägig bekannten Gründen "leidvolle historische Erfahrung einging, wissen und tun". Klar, die historische Erfahrung konnte der aktuelle Gott linksdogmatischer Staatsgläubigkeit 1946 natürlich noch nicht wissen. Wie gesagt "falsche Debatte" ist der Treffer. |
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Mit "Der Eugenik-Hund schläft nicht" meinte ich nicht Herrn Sarrazin. Sondern es sollte eine Anspielung sein auf "Keine schlafenden Hunde wecken" und die Aussage rüberbringen, dass der Hund nicht schläft, sondern bereits das Elterngeld eingeführt hat.
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"Der Eugenik-Hund schläft nicht" - steht aber "Sarrazin" direkt drunter, und auch drüber. Also so langsam wirds lächerlich bzw. die "falsche Debatte" immer falscher. Lässt sich falsch überhaupt noch steigern?
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schrieb am
14.01.2012 um 19:02
@monsees 17:40: Mit meiner Erwähnung von Russell habe ich angedeutet, dass solche Vorstellungen selbst unter solchen weit verbreitet waren, die sich als Humanisten verstanden. Hinzu kommt eine spezifisch englische Tradition eugenischen Denkens seit Galton, der man heute Sorglosigkeit attestieren würde. Und es geht um Heute. Warum sollte Keynes hier Maßstab sein? Was hat das Alles mit "linksdogmatischer Staatsgläubigkeit" zu tun"? Wo kommt die in meinen Kommentaren vor? Muss man, wenn man schon aufgrund fachlicher Kompetenz die Ausführungen des S. für abwegig hält, den Staat anbeten? Können Sie nicht bei der Sache bleiben, wo Sie sich doch offenbar für intelligent und treffsicher halten?
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Unsinn, direkt darüber stehen eben solche Dinge wie das Elterngeld. Wer will, kann natürlich alles falsch interpretieren.
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schrieb am
15.01.2012 um 19:30
Auch ein Keynes konnte irren bei Themen, die nicht sein Fachgebiet waren.
>>Dann lese ich in einem anderen Blog, dass ich mir den Keynes zwingend zum großen Wirtschaftstheoretiker machen muss, weil er so klug gegen die schlimmen "Neoliberalen" die Notwendigkeit staatlicher Intervention analysiert.<< Auch ökonomisch bringt uns solche Nostalgie nicht weiter. In einer bestimmten historischen Phase waren die Thesen von Keynes auch für den Kapitalismus vorteilhaft, nicht zuletzt, weil man der Sowjetunion ein "Konsumparadies" gegenüberstellen wollte. Zurück an einen Punkt zu wollen, von dem aus wir dahin kamen wo wir heute sind bringt nichts. Es wird uns nicht erspart bleiben wieder mal selber zu denken. |
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Sehr gut, Herr Kemper, dass Sie an den immer noch unwesenden Züchter erinnern. Sarrazin, unser deutscher Lippizaner aus der spanischen Hofreitschule, meint es weiterhin vollkommen ernst mit seiner kruden Form der Genetik.
Leider meint es auch die SPD ernst damit, für prominente SPD-Mitglieder fiele so etwas unter Meinungsfreiheit. Nicht eine einzige, biologisch begründete These seines Buches ist haltbar, denn für den Herrn Sarrazin gestaltet sich Bevölkerungsgenetik und z.B. Intelligenzvererbung nach den Mendel-Regeln für einfache und gemischte Erbgänge, was natürlich jede Wissenschaft glatt verhöhnt und Rassismus ist, aber z.B. beim Publikum gut ankommt. Die ARD-rbb hatte dazu eine gute Reportage. www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9223722 Das sollte man einmal Sigmar Gabriel und Andrea Nahles, besser gleich dem ganzen Bundesvorstand der SPD, vorstellen. Grüße Christoph Leusch |
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Mei der Sarra zin hat halt Probleme. (Unter anderem muss er sein Leben lang den Namen eines islamisierten Wüstenreiters (womöglich die Urform des Terroristen) hinter sich herschleifen )
Was mich wirklich stört ist, dass ein Großteil der deutschen Ämter mit seiner Fanbase besetzt ist. Es ist kaum möglich mit einer deutschen Behörde reibungslos zu kommunizieren, wenn man einen außländisch klingenden Nachnamen hat. |
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Wir haben in Europa zu viele Moslems, die kriminell, teuer und intelektuell zur Unterschicht zu zählen sind. Leute mithin , die ihre Mentalität der Feindseligkeit ( Frauen und zu diskriminierenden `Ungläbigen` gegenüber) durch den Islam rechtfertigen. ALLE wissen das , und die entsprechenden Erhebungen zeigen das. Die Selbstgerechtigkeit auf der (meisst) linken Seite versucht die bekannte , mütterliche(!) Sozialfolklore der Bevölkerung aufzudrücken, um sich selbst für menschlich halten zu können. Mütterlichkeit ist aber nicht die bessere Menschlichkeit, zumal wenn man sie nicht bezahlen kann.
Und noch eine Bemerkung: Der quasi Rassismus, nach dem der faschistoide Charakter immer nur der deutsche sein kann (sozusagen genetisch bedingt), ignoriert die Hinweise von Psychologen- nicht von Psychologinnen!- dass es sich bei denjenigen, die die Gefängnisse füllen, eben um rechtsradikale Mentalitäten handelt! |
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Falsch wurde die Debatte sicher geführt: Nämlich über die Einzelperson Sarrazin und nicht über die Partei, die ihm und damit seinen Thesen einen politischen Ankerplatz bietet.
Vor Allem im Hinblick auf die 2013 kommende Koalition und die Agenda 2020 sollte die Debatte noch mal neu stattfinden. Diesmal über die Sarrazynische Partei. |
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Zweifellos greift die ganze Sarrazin-Debatte zu kurz. Aber auch eine intensive Einbeziehung seiner sozialbiologischen Behauptungen wäre nur die Hälfte. Hauptanliegen Sarrazins ist es, die Reste des Sozialstaates zu demontieren. Dafür muss ihn nun wirklich nicht aus der SPD werfen. Schröder hat es ja vorgemacht, aber nach Sarrazins Geschmack viel zu zaghaft.
Er stützt sich für sein Gedankengebäude auf zwei Thesen: 1. Unsere Gesellschaft ist sozial völlig durchlässig, die Klugen und Fleißigen steigen auf, die Dummen und Faulen sinken ab. 2. Arbeit ist ein Wert an sich, unabhängig vom Effekt. Beides ist horrender Blödsinn, wird in der ganzen Debatte aber beiseite gelassen. Siehe etwas ausführlicher: www.jens-kassner.de/politik/brechen-ja-aber-keine-tabus/ |
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schrieb am
17.01.2012 um 09:51
>>Schröder hat es ja vorgemacht, aber nach Sarrazins Geschmack viel zu zaghaft.<<
Ja. Erst die Grünen, dann auch die SPD taten und tun ja so, als hätten sie 1998 bis 2005 irgendwie gar nicht regiert. Was sie damals angerichtet haben, sei eine reine CDU/CSU/FDP-Sache. (Die hätten ab 2009 nicht einfach die SPD/Grün-Politik weitergeführt, sondern die ganze Sch....e erst in Gang gesetzt.) Und jetzt kommt die Sarrazynische Partei Deutschlands ("SPD") und wird alles besser machen... |
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Zeitwechslerin schrieb am 14.01.2012 um 16:18
Intelligenz wird tatsächlich grob über den Daumen zu 50 % vererbt. -> Das ist eben nicht sicher bewiesen. Oder es ist zu komplex, dass es irgendwie in jedermans/fraus Ohren gelangen konnte. Irgendwelche Korellationen mit Intelligenz und Genen mögen vielleicht gefunden worden sein - aber hier sei dann noch kein Schluß daraus zu ziehen. Dafür sind die Funktionen der Gene noch nicht eindeutig genug verstanden - so, wie es sich öffentlich vernehmen lässt. Für mich steht fest, dass es am puren Gen nicht liegen kann - woraufhin irgendwelche Umweltbedingungen eine entscheidende Rolle spielen müssen. Sollte es bewiesener Maßen doch an einem Gen liegen, dann geht die Diskussion über Rassen- und Evolutionsdefizite los... und die wird sicher einiges an Konflikten herraufbeschwören. |
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Zustimmung. Die These der Vererbung von Intelligenz hakt gleich an zwei Seiten:
* Innerhalb der Psychologie und Bildungsforschung gibt es keinen Konsens darüber, was "Intelligenz" sein soll, ob es so etwas wie die Spearmannsche allgemeine Intelligenz G überhaupt gibt. Die These der Vererbung von Intelligenz setzt aber voraus, dass es Intelligenz gibt, die sich in dieser Weise definieren lässt. * Es sind keine Gene oder Genkombinationen gefunden worden, die für eine Vererbung von Intelligenz zuständig sind. Bislang beruhen die Annahmen auf eine Vererbung von Intelligenz nur auf Korrelationen. Mit Korrelationen lassen sich aber keine Kausalitäten beweisen. Das sich das Gerücht einer angeblich bewiesenen "Vererbung von Intelligenz" - und dann noch mit konkreten Prozentzahlen - so hartnäckig hält, hat damit zu tun, dass die Privilegierten die Medienmacht haben und gerne ihre Privilegien naturalisieren. Akademikerkinder verweisen gerne darauf, dass sich Intelligenz vererbt, weil sie damit hoffen, Zweifel an ihrer Intelligenz zu zerstreuen. Intelligenz ist das blaue Blut der Akademikerkinder. Lässt sich alles bei Foucault und Bourdieu nachlesen. Konkret: in der letzten Geo-Ausgabe zum Themenschwerpunkt "Intelligenz" lesen wir, dass es inzwischen einen Konsens unter den Intelligenzforschern gebe, was Intelligenz sei. Verlinkt wird ein Buch eines Begabungsforschers. In seinem Buch schreibt der Begabungsforscher allerdings, dass es eine Mehrheitsmeinung zur Intelligenz gebe. Aber auch das ist falsch, denn tatsächlich gab es nur einen Aufruf, der mit Mehrheitsmeinung unterschrieben wurde, tatsächlich aber nur eine Fraktion innerhalb der Intelligenzforschung darstellte. |
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Intelligenz scheint also eine Ideologie zu sein. Um dieser These auf die Schliche zu kommen, müsste man erkunden können, was vor der Intelligenz war. Da die Intelligenz steigen soll, bräuchte man also nur soweit zurückgehen, bis man eine völlige Abwesenheit derer feststellen kann. Die Differenz ergäbe dann eben die Intelligenz, über die wir alle zu reden glauben.
Die völlige Abwesenheit von Intelligenz könnte man annehmen, als der Mensch noch Tier war und Kognition nur im Minimum oder gar nicht vorhanden war. Übrig bliebe dann eigendlich nur noch "Trieb" - Hunger, Durst, korpulieren .... und schlafen. In diesem Sinne also völlige Abwesenheit von kultur und Zivilisation. Ist also Intelligenz nur in Verbindung mit Zivilisation zu denken? Kulturpraxis nur die jeweilige Übertreibungsübung zur Konditionierung von "Intelligenz"? So wäre Intellingenz im Kern nur, sich selbst in Gemeinschaft zu Fügen und sein Ego zu leugnen und zu unterbinden. Intelligenz als Verdrängungsstrategie bezüglich der Reiz-Reaktionskette der grundlegenden Bedürfnisse - der Triebe. Sublimierung des ganzen Seins des Homo sapiens. Intelligenz als die Kunst zur Selbstverleugnung. Und als Vorteil dieser Strategie erklärt uns die Zivilisation, dass wir ansonsten nicht überlebensfähig wären. Nur dass die Angst vor dem Tode auch nur eine "Kulturtechnik" ist - die uns vor aller Zivilisation nicht hat tangiert. Intelligenz ist grundsätzlich nur Aufforderung, sich von der Gesellschaft assimilieren zu lassen. Mehr wird dann auch nicht mehr erwartet. Weil: Intelligenz ist eh zu einem entscheidenen Teil "erblich", woran also nichts geändert werden kann (oder/und wollte). |
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Im WDR 5 Politikum vom 16.01. www.wdr5.de/nachhoeren/politikum.html (ab 12min45) geht es um Sarrazins Thesen, bzw. das Buch Ist Intelligenz erblich?: Eine Klarstellung von Dieter E. Zimmer.
Zimmer "nimmt Polemiken gegen Thilo Sarrzin zum Anlass einen naiven linken Zeitgeist zu unterstellen" (wonach genetische Voraussetzungen kein Rolle spielten) und setzt dem entgegen "dass die individuellen Unterschiede in der gemessenen Intelligenz eine erhebliche Erblichkeit aufweisen". Der Autor des Beitrags unterstellt Zimmer einen "wissenschaftlich angehauchten IQ-Darwinismus, der angeborene Intelligenz und ökonomischen Konkurrenzkampf aufs engste miteinander verzahnt." Ohne das Buch gelesen zu haben, kann ich mich dieser Einschätzung nur anschließen. Die Frage, was als intelligent und dumm anzusehen ist, hatte ich ja in meinem Kommentar oben indirekt gestellt. Claudia hatte ebenfalls darauf verwiesen wie sich Maßstäbe diesbezüglich entwickeln können. Außerdem auch Zeitwechslerin, Sie selbst Herr Kemper, und auch chrislow. Die Definiton von Intelligenz ist meiner Ansicht nach eng mit einer Wertedebatte verknüpft. Werte in allen erdenklichen Bedeutungen. Ist es nicht paradox dass moralische/humanistische/menschliche Werte in der Gesellschaft dem ökonomischen Wert oftmals als Antidot gegenüber stehen. Der Begriff Wert an sich zu einem Oxymoron verkommt, oder es vielleicht schon immer gewesen ist. Nach einem Bericht der NYT www.nytimes.com/2012/01/19/business/global/hedge-funds-may-sue-greece-if-it-tries-to-force-loss.html überlegen Hedge Fonds Griechenland zu verklagen weil sie einen Schuldenschnitt (oder was auch immer), und damit Verluste befürchten: "if Greece changes the terms of its bonds so that investors receive less than they are owed, that could be viewed as a property rights violation — and in Europe, property rights are human rights". Solche Schritte mögen aus der Sicht der Gläubiger ökonomisch intelligent sein. Wobei sich, wenn man das große Bild betrachtet, auch dazu andere Ansichten ergeben können. Moralisch, menschlich gesehen, kann es aber doch nicht intelligent sein, die Schicksale von so vielen Menschen negativ beeinflussen zu wollen. Und negative Auswirkungen für die griechische Bevölkerung ergeben sich m. E. aus diesem Streben nach Gewinn bzw. Vermeidung von Verlust. Was ist mit dem Recht des kleinen Griechen auf Eigentum? Oder Arbeit, Rente, ein Leben ohne dauernde Angst vor dem gesellschaftlichen und letztlich privaten Zusammenbruch. Ich will gar nicht in das Bild vom Mensch mit opulentem Lebensstil abdriften, und ihm den arbeitslosen Mensch in katastrophaler wirtschaftlicher Lage gegenüberstellen. Oder vielleicht doch. Und mich dann fragen wie intelligent ich das alles finde. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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