Wiesengrund

Blog von Wiesengrund

Blogbeiträge

17.12.2011 | 12:52 Wiesengrund

Sawai Gandharva - Tabla, Sarod & Sitar im Dialog

Es ist nicht nur das größte, sondern auch das beliebteste Festival Klassisch Indischer Musik und damit fester Bestandteil im Kalender aller Freunde traditioneller indischer Vokal- und Instrumentalkunst. 1953 von dem berühmten Sänger Bhimse... >> mehr
02.12.2011 | 15:23 Wiesengrund

Böse Bräune

Schleim, Kot, Eingeweide Schwere Stiefel tr8ten einst d8gegen, 8us Schutz vor dem verh8ssten Fremden, mit Kr8w8ll und Hetze gegen die Ent8rtung Nicht ist es das B8n8le Nicht nur drei Prozent St8tistik Nicht w8r es, w8s es bisher nicht sein durfte 8spekte 8u... >> mehr
06.06.2011 | 20:32 Wiesengrund

„Das Panel verspricht zu viel!“ – Der Weg zum Sozialismus?

  Man muss es vom Ende her denken, darin sind sich alle einig. Und das Ende heißt Sozialismus, ebenfalls Konsens. Nur wie der Weg bis dahin aussieht, darin besteht diskussionsbedarf. „Reform, Revolution, Transformation: Wie sieht der Weg zum... >> mehr
26.05.2011 | 01:24 Wiesengrund

„Ohne Klassenkampf geht`s uns allen besser!“

  Marx entschlüsselt die Moderne Marx ist der große Narrator der Geschichte der Moderne. Einer Geschichte, die zuvorderst und am zentralsten von der Dynamisierung des Lebens, von der Beschleunigung der gesellschaftlichen Verhältnisse zu ... >> mehr
13.05.2011 | 23:02 Wiesengrund

„We are in deep shit!“

I. „We should return from Marx to Hegel“ Eigentlich wollte Žižek mit seinem Vortrag „The Limits of Hegel: Rabble, War, Sex and Marriage“ die Buchneuerscheinung des Genossen Frank Ruda fundieren, wozu es allerdings nur äuße... >> mehr
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Kommentare

portrait
06.04.2012 | 22:35 Wiesengrund
Der Schriftsteller meint etwas sagen zu müssen. Was, ist seine Sache jederzeit, doch wie, betrifft die Kunst allein. Ein paar Inversionen, ein bißchen Rhythmus und manch Zeilensprung, ergibt nur schwerlich ein Gedicht. Poetische Form, wovon ein Gedicht – Kunst überhaupt – zum Leben wächst, kann nicht entstehen, wo alles einer politischen Botschaft unterworfen ist: Dass etwas gesagt werden muss! Was gibt es da noch zu hören? Außer dem stummen Engagement fürs Opfer? Wäre Ästhetik mit im Spiel gewesen, hätte da der Muff der Bomben so hervorgestunken? „Er spielt mit den Schlangen“ (Celan) ... noch aus dem verschwiegendsten Vers klingt ein „Es soll anders sein“ hervor; denn „Kunst heißt nicht: Alternativen pointieren, sondern, durch nichts anderes als ihre Gestalt, dem Weltlauf widerstehen, der den Menschen immerzu die Pistole auf die Brust setzt.“ (Adorno)
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Privatsphäre und Privatbesitz

Kultur | 01.12.2011 | 17:45 Terry Eagleton
portrait
03.12.2011 | 21:43 Wiesengrund
Was die Kunst betrifft, so schreibt dieser Aufsatz etwas an der Aktualität vorbei. Heute erleben wir nicht den Rückzug der Kunst ins Private, sondern im Gegenteil, die Überfrachtung des Öffentlichen Raums durch Ästhetik: Darstellung, Dramaturgie, Schein, Style und Animation wohin sich blicken lässt – Weihnachten als professionelles Massacker der Sinne steht erst wieder noch bevor. Dieser, von Eagleton etwas vorschnell als „Trivialisierung“ bezeichnete Prozess, hat seine Wurzeln, jeder weiß es, tatsächlich in der (ökonomischen) Zweckexplosion der Moderne – Stichwort Kulturindustrie; aber, im Vergleich zum zitierten Mittelalter, wo die Kunst auf ein Mäzenatentum, das heißt auf die gut betuchte Stifterlaune angewiesen war, die ein gewisser Herr Sloterdijk mit seiner Mär von der thymotischen Tugend auch fürs 21 Jhd. wieder gesellschaftsfähig machen wollte, hat sich in der Moderne schon etwas getan. So ist die Kunst in der Moderne – zumindest kurzzeitig – erst vollends zu ihrem wesenhaften Charakter gelangt: Die Zwecklosigkeit, in anderen Worten Autonomie. Zwar gibt es nicht mehr wie vielleicht noch im Mittelalter einen festen Begriff davon was Kunst überhaupt ist, weil im Zusammenfall von Masse und Klasse (Postmoderne/Spätkapitalismus) jegliche objektive Perspektive verloren gegangen ist, und durch die zunehmende Virtualisierung des Lebens mittlerweile ein Schwebezustand vorherrscht, der auch keine Besinnung mehr darüber aufkommen lässt, was Fundierung einmal bedeutet hat. Aber dass die Gegenwart kunstlos sei, lässt sich beim besten Willen nicht behaupten. Was fehlt sind die geschulten Augen und elaborierten Ohren, um die Kunst in den ubiquitären Werken zu erkennen sowie zu kritisieren. Es fehlt an Rezeptionsvermögen, an ästhetischer Urteilskraft und an gebildeten Köpfen um das wahrgenommene zu diskutieren. Denn Kunst ist nichts ohne sprachliche Auseinandersetzung, sie muss durch das Medium des Begriffs nochmals vermittelt werden, ansonsten bleibt sie ostentative Andacht und hat jede Chance auf das Politische, auf die Ethik, die in jeder Ästhetik steckt, vertan. Es geht darum „zu begreifen, was uns ergreift“ (Emil Staiger). Dann ist Kunst qua ihrer Autonomie „die gesellschaftliche Antithesis zur Gesellschaft“ (Adorno).
portrait
03.09.2011 | 12:24 Wiesengrund
Versuch zum gegenwärtigen Begriff des Nihilismus. Ein Randbeitrag zur Binnendebatte Nihilismus. Ist das die Krankheit der tatenlosen Zivilisation? Die Nachwirkung des Einbruchs des orientierungsvollen Götterhimmels? Die letzte Antwort, die sich der Komplexität der Welt noch entgegnen lässt? Die Negation von allem, ohne zu wissen wofür, oder begründen zu können warum? Hört der Nihilist nur noch (auf) die Überlagerung der Worte durch ihren Klang, überhaupt nur noch Sprache, die nichts mehr zu deuten weiß, außerhalb ihrer selbst, als Spiel mit den Differenzen, als aufgesetzt lustvolle Betätigung eines sonst nichts mehr an-erkennenden Kopfes der Zentrifugengeneration? Ist es der sich selbst reflektierende und an seinem Ende wissende Idealismus, ohne telos, der nur noch widerspruchsvolle Ontologie und unlogische Metaphysik zu bieten hat? Unter anderem. Ist der Nihilismus die adequate Denkform des Kapitalismus? Jein. Denn auch der Nihilist glaubt nicht zwingend, dass in seinem Kopf tabula rasa herrscht, sprich irrationale Marktwirtschaft. Er hat ja Angst vor dem Nichts. Er ist kein Positivist, dazu ist er viel zu sehr verzweifelt. Es ist ein qualifizierter Nihilismus, der ihn umtreibt, der auf eine bestimmte Weltauffassung reagiert: Die Welt ist nicht mehr auf ihren Begriff zu bringen. Der Begriff ist der Welt nach Verdun, Auschwitz oder beispielsweise Tschernobyl – allein diese Reihung bereitet Kopfschmerzen – nicht mehr gewachsen. Hier bricht die empirische Erfahrungswelt auseinander, das absolute Wissen hat (sich) verloren. Andererseits redet der Nihilismus durchaus dem Kapital das Wort. In einem Jargon aus Blockfreiheit und Zynismus macht er das Elend noch gewitzt erträglich: Die Welt ist Scheiße, doch man riecht es kaum! Wie es danach um die Arbeit am Begriff, um das angestrengte Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt steht, verweist auf regalmeterlange Kontexte. Offensichtlich lässt sich festhalten, dass die Vermittlung nicht mehr, wie noch zu Hegels Zeiten, identisch positiv ausfallen wird. Daran scheiden sich die Geister. Der Nihilismus argumentiert für die Nicht-Identität. Er hat die Sprache als das Nest der Ideologie ausgemacht; – dass es einen Unterschied ausmacht, ob man Wirtschaftswunder oder Rekonstruktionsperiode sagt, wird niemand bestreiten – aber offensichtlich nicht jeder aktzeptieren, dass dieser Nominalismus den (materiell) entscheidenden Punkt ausmacht. Doch in der avancierten Sensibilität für die Sprache leuchtet die Dialektik zwischen Sein und Bewusstsein wieder auf. Die Sprache hat nicht nur ihre syntaktischen Regeln und Gesetze, wie am Begriff der Arbeit weiter oben bestens exemplifiziert; ››Ich arbeite‹‹ Punkt; aber ››ich tue‹‹... etwas – die Valenz des Verbs fordert ihren eigenen semantischen Tribut, der dann eine ganze Arbeitsmarktkultur beherrscht – sondern Sprache offeriert darüber hinaus auch Potenzen der sinnlichen Erfahrung, die jener stahlharten Äquivalenzrhetorik abgeht. Was Wahrheit ist, muss künftig ästhetisch entschlüsselt werden. Ist das deshalb eine begriffslose Welt? Ist sie nicht mehr zu erkennen, nur noch darzustellen? Zumindest folgt kein Imperativ aus dieser Unentschlossenheit, aber sie eröffnet eine Haltung, die weiß, dass es kein Leben im Unmittelbaren mehr geben kann und deshalb diese Unmittelbarkeit nur mehr als ästhetische Anspielung zu zitieren ist. Gefahr droht jedoch, und hier ist der Begriff des bedachten Nihilismus entschieden zu kritisieren, durch die Verlockung der bloßen Performanz. Die aufbrechende Leere im nachmetaphysischen Zeitalter mit einer Stilisierung zu füllen: Inszeniere deine Karriere, Sexualität, Beziehung, Politik etc. – Stell etwas zur Schau! (Vgl. Conrad Paul Liessmann: Philosophie der modernen Kunst) Man kommt dem rationalen Kalkül der Begriffe nicht aus - ut supra - die Sprache fordert ihre historisch-kritische Bearbeitung. Es sollte schon darum gehen eine Ebene hinter den Zeichen (wieder) mit zu denken, neben Signifikat und Signifikant auch eine im Diskurs belastbare Bedeutung zu erzielen. Aber dabei hilft ästhetische Erfahrung, die lebendige Objektivität auszudrücken vermag. Diese Dialektik beansprucht Verbindlichkeit. In der Erkenntnis. Und Zumutbarkeit. Bis zur Kenntlichkeit verzerrt. Keine besitzständige Sicherheitsphilosophie im Begriff, aber auch keine wahllose, postmoderne Beliebigkeit jenseits davon. Man könnte dies eine qualifizierte, vielleicht strategische Rationalität nennen – Horkheimers und Adornos vorbildlicher Spagat, den sie im Fahrwasser der Aufklärung praktizieren: Ein Denken, das sich seiner Grenzen bewusst ist. Eben dieses Bewusstsein mündet in eine Schreibe, die mehr essayistisch, denn abhandelnd sich äußert: Denn „der Essay [..] nimmt den antisystematischen Impuls ins eigene Verfahren auf und führt Begriffe umstandslos, »unmittelbar« so ein, wie er sie empfängt. Präzisiert werden sie erst durch ihr Verhältnis zueinander“ (T. W. Adorno: Der Essay als Form). Dabei gilt es die Konsequenzlosigkeit der Ästhetik immer im Blickfeld zu behalten: Denn einerseits erfüllt diese Freiheiten, sie ist sich Selbst-Zweck genug, die auch Räume für neue Formen der Lebensgestaltung eröffnet, andererseits verführt sie, wie der Vorwurf lautete, zu Positionslosigkeit und symbolischem Lametta. Und „dahinter bleibt eine unbändige Sehnsucht nach dem eigentlichen Leben zurück“ (Liessmann).
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Moralische Kernschmelze

Politik | 18.08.2011 | 15:00 Jakob Augstein
portrait
21.08.2011 | 22:01 Wiesengrund
Die sozialen Unruhen in England waren die Erinnerung daran, dass erstens die Einrichtung der Gesellschaft für viele Menschen unbefriedigend und zweitens eben gegenwärtig diese Menschen nichts zurück hält, mit jener Einrichtung brandheiß umzugehen: Das Feuer erscheint demzufolge als Gedächtnishilfe an das Verkrustete, alle dunklen, unterbelichteten Randbrutalitäten, welche die Politik der Kapital(zuge)hörigkeit jahrelang gelassen vorbereitet hat. Und daran ent-scheidet sich auch die Bestimmung des Wörtchens ››links‹‹, denn was anderes könnte dies weniger bedeuten, als die gesellschaftliche Frage in den Mittelpunkt zu rücken? (Günter Gaus) – Man könnte es auch historisch-kritisches Denken nennen, und gesellschaftliches Denken widerum muss ein bewegliches Denken sein, weil Gesellschaft kein Fixum ist, was jede Form eines dogmatischen Imperativs verunmöglicht. Wer deshalb das humane Wesen der Moral im Parlament verortet, hat schon verloren! Will heißen: „Suspekt ist nicht die Darstellung der Wirklichkeit als Hölle, sondern die routinierte Aufforderung, aus ihr auszubrechen“ (Adorno). Darüber hinaus sind Konvertiten meist die militantesten Akteure; weil der Horizont für die eigene linkslibertäre Gesellschaftsanalyse die endlich auch einmal Ansagen zulässt, was man tun soll, düster aussieht, kippt die gepflegte Sympathie in fundierte Opposition. Das ist ein psychosozialer Anfängerfehler.
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Gedicht des Monats: Juli

18.07.2011 | 03:30 Cassandra
portrait
19.07.2011 | 18:44 Wiesengrund
Pakikid Sommer, Sonne, Strahlenschein das Kind der Straße stirbt allein und stirbt es auch im kühlen Schatten das Licht der Welt spendet einen matten Atem - los fließt Plastik, von Öl umgeben durch die Gosse, keine Chance für ein Leben in Hitze, Hemd & Hüttenkrümel auf ein Vier-Jahres-Zeiten ICH
>> mehr
Wiesengrund
"Die Möglichkeit, dass die Welt zu schön werde, ist für mich so arg schrecklich nicht." (Adorno)
Ort:
Pune
Mitglied seit:
1 Jahr 1 Woche
Zuletzt aktiv:
06.04.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 5
Kommentare: 13
Logbuch
15:27
antares56 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
15:26
bertamberg hat gerade einen Kommentar geschrieben.
15:26
Nashira hat gerade einen Kommentar geschrieben.
15:26
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
15:26
bertamberg hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
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