Nein, natürlich kann Opel unter dem GM Management nicht überleben. Es ist m.E auch nur eine Frage der Zeit, wann GM selbst den Bach runter geht. 20 Jahre in neue Werke in Billiglohnländer, nicht aber in Innovation und zukunftsfähige Technik zu investieren, statt dessen ausschließlich kurzfristige Gewinnmaximierung zu betreiben, geht langfristig nicht gut. Daran kränkelt die ganze Autoindustrie. Doch ein finanziell marodes Unternehmen, das sich zusätzlich auch noch mit Restrukturierung befassen muss, wird den Anschluss an den harten Wettbewerb nicht aufholen können.
Hinzu kommt natürlich, dass sich die gesamte amerikanische Kultur der strategischen Unternehmensführung der letzten 20 Jahre nun als das herausstellt was es ist, ohne Sinn und Verstand. Leider zu Lasten der Weltwirtschaft. Und der Menschen. Auch der Opelmitarbeiter.
Der Deal mit Magna hätte für Opel langfristig eine Chance für sie Zukunft sein können. Doch leider hat unsere Regierung damals andere Prioritäten gehabt -Wahlen.
Der Fall Opel jedenfalls kann sich für Frau Merkel und die noch junge Regierung als Stolperstein erweisen.
Steinmeier guter Oppositionsführer? Tendenziell halte ich es für möglich, wenn Steinmeier seine Begabung als Technokrat überraschender Weise mit Leidenschaft für soziale Demokratie paaren kann und will. Ob ihm und der Opposition allerdings ein moderner, neuer und tragfähiger Gegenentwurf zum angloamerikanischen Weltbild gelingen kann, dass weiß ich auch nicht.
permalinkIch wünsche mir etwas mehr Pragmatismus statt Idealismus.
Ebenso wenig, wie sich ein Land wie A. mit einer Lichterkette befrieden und stabilisieren lässt, baut es sich durch Nachtgebete wieder auf. Soll heißen: wie man ein Land, dass sich seit 1979 ununterbrochen in Kriegszuständen befindet, innerhalb von nur zwei Jahren in eine stabile Autonomie führen will, ist mir schleierhaft. Hilfsorganisationen, Unternehmer und sonstige Investoren, werden sicher kaum freiwillig ihre Zelte in einem gesellschaftlich und politisch instabilem Land aufschlagen.
Die Forderungen nach einem Strategiewechsel in A. (mehr Investition in den Wiederaufbau, weniger ins Militär) werden ja nicht erst seit gestern gestellt. Nur hatten unsere Soldaten bis dato weniger mit Krieg zu tun. Erst seit dem sich die Lage für die Deutsche Bundeswehr verschärft hat, wird die Gesellschaft, allen voran der Intellektuelle, langsam wach; und fällt von einem Extrem, (Ignoranz) ins andere (Forderung nach einer Exit-Strategie)
Ich bin der Meinung, man kann nicht Hilfe in Form moralischer Intentionen fordern und dann den Weg für einen geregelten Ausstieg der Bundeswehr innerhalb eines knappen Zeitfensters frei machen. Immerhin drohen die Kosten des Einsatzes für die beteiligten Staaten höher zu werden als der Nutzen ( vitale Sicherheitsinteressen = "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung.")
Deutschland hat mit seinen Verbündeten nun mal Verantwortung in A. und für die Afghanen übernehmen wollen. Ich meine, man kann sich nicht einfach aus der Affäre ziehen, weil es schwierig (und teuer) wird, man die Summe der gemachten Fehler vorgelegt bekommt und keinen Plan hat, wie man damit umgehen soll.
Gerade in dieser Situation bleibt für mich aus humanitären Gründen nur die vehemente Forderung der Gesellschaft nach einem Strategiewechsel, (s.o.) der den Abzug der Bundeswehr als langfristiges Ziel setzt, jedoch nicht als erstes.
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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