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Vorwort: Als in einem Thread zum Thema Antisemitismus und Linke nach knapp 460 Kommentaren das Wort Maßstab viel, fiel mir etwas ein. Also schrieb ich an einem Kommentar. Der wurde immer länger und länger und dann ein Aufsatz. Also wird das jetzt mein erster Blog -Beitrag. Und nein, ich will hiermit weder den gordischen Knoten des Nah-Ost-Konflikts zerschlagen noch systematisch aufribbeln.
Antisemitismus und kein Maßstab?
Das Kernproblem ist, dass man für Antisemitismus keinen eindeutigen Maßstab hat. Wo fängt Antisemitismus an, wo hört es auf? Dieses Phänomen kann man an einer Skala von 1 - 10 nicht messen. Einen Maßstab für Antisemitismus anzulegen ist auch nicht zu verwechseln mit: mit zweierlei Maß messen, indem man Werte und Rechte je nach Geschmack, Macht oder Ohmacht auslegt. . Einen Maßstab anzulegen ist sinnlos. Hannah Arendt schrieb dazu: “Alle Versuche, den Antisemitismus zu “erklären” erscheinen an den Ereignissen selbst gemessen wie unzulängliche, überstürzt hingeworfene Arbeitshypothesen, die uns dazu verhelfen könnten, die ganze Sache wieder zu vergessen und mit ihr die Tatsache, dass unser gesunder Menschenverstand sich hier nicht ausgekannt hat, als das vorliegende Phänomen zu verstehen.“ [1] - Es geht darum das vorliegende Phänomen zu verstehen.
Nun, die Arbeitshypothesen haben sich zu einem Zweig der Wissenschaft ausgebildet - und das ist gut so. Immer noch steht die Frage im Raum: “Was sind die Ursachen und Formen des Antisemitismus?“ Doch bei der Erforschung, mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden, stößt man unweigerlich auf das Relativierungsproblem. Wissenschaftler sehen sich plötzlich und für sie unerwartet, dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt. [2]
Es liegt daran, dass zum Beispiel die Methoden der Induktion und Deduktion “das Besondere“, das Einzelphänomen ins Allgemeine überführt. Wissenschaftler abstrahieren, um auf diesem Weg eine allgemeine Erkenntnis zu gewinnen, um wiederum anhand des Allgemeinen auftretende Phänomene auf ähnliche Erscheinungsformen hin zu untersuchen, erkennen, bewerten und vergleichen zu können. Das besondere Geschehnis verliert vorübergehend seine Besonderheit. Es wird zu etwas Allgemeinem. Diese wissenschaftliche Methode nutzten unter anderem auch Adorno und Horkheimer. Sie versuchten aus dem “Einzelphänomen des Holocaust“, eine allgemeingültige Erkenntnis zu gewinnen. Welches Schema, welche Vorraussetzungen waren gegeben, damit es überhaupt zum Holocaust kommen, das grauenhaft barbarische im Menschen ausbrechen konnte? Und warum taten sie, Adorno und Horkheimer, das? Weil: “So was, wie der Holocaust, nie wieder vorkommen darf!” In einem Aufsatz zu Bildungs- und Erziehungsfragen nach Auschwitz schrieb Adorno: “Morgen kann eine andere Gruppe drankommen als die Juden, etwa die Alten, die ja im 3.Reich gerade eben noch verschont wurden, oder die Intellektuellen, oder einfach abweichende Gruppen.“ [3] - Das Wesen der antihumanistischen Katastrophe verstehen, aus der Geschichte lernen, Erkenntnisse lehren und Menschen bilden, damit ein Verbrechen dieser Art, oder einer anderen schlimmeren, zukünftig nicht passiert.
Durch die wissenschaftliche Methode, droht sich der Antisemitismus in der Tat in eine allgemeine Definition von Verfolgung, Fremdenfeindlichkeit und -hass aufzulösen. Wäre das ein Opfer, um das man Juden bitte könnte, damit sich ihr grauenhaft schreckliches Schicksal in der Welt und an anderen Menschen nicht wiederholt? Der Holocaust selbst steht, wegen seines bis jetzt nie da gewesenen Ausmaßes, für sich - er kann nicht relativiert werden. Er kann aber durch ein noch wesentlich unvorstellbar grauenhafteres Verbrechen an Menschen abgelöst werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht nur das größte Ausmaß an Menschenhass und Fremdenfeindlichkeit in der Geschichte als solches zu begreifen, sondern auch und gerade deshalb, dem kleinsten Auswuchs menschlicher Barbarei entschieden entgegen zu wirken.
Ergäbe sich aus der Überführung des Antisemitismus im das allgemeine Verständnis zwangsläufig ein Antizionismus? Ich weiß es nicht. Aber hieße es, allgemein betrachtet, dann nicht auch mit Hannah Arendt sinngemäß: „Vor Verfolgung, Diskriminierung und Völkermord, dem grauenhaft Bestialischem, ist man nur auf dem Mond sicher?“ Vielleicht begreift und akzeptiert man aus dem allgemeinen Verständnis und vor dem Hintergrund der Geschichte des Antisemitismus heraus auch das Bedürfnis nach einem Staat Israel. Hannah Arendt meinte sinngemäß: ein Volk ohne Staat ist ein Volk ohne Macht, ist ein Volk ohne Recht, Sicherheit und ohne Schutz....
[1] H. Arendt: Denken ohne Geländer (S.144) oder Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (S. 30 - 36)
[2] (vergl. Link zu Wolgnag Benz .
[3] vergl. Adorno aus Erziehung nach Auschwitz : “
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Dass auch Juden Menschen sind, musste die schweigende Mehrheit der Deutschen nach 1945 erst wieder erlernen, nachdem ihre männlichen Verwandten - oder gar sie selbst - als Hitlers willige Helfer halb Europa in Schutt und Asche gelegt und in unfasslicher Barbarei die ‚jüdischen Untermenschen’ ausrotten wollten. Und millionenfach in die Tat umsetzten.
Es gab eine von der Adenauer Regierung und Springerpresse geförderte Gesinnung, die sich in den ersten Jahren der Bundesrepublik durch die infam so genannte Wiedergutmachung und mit vorgeblichen Philosemitismus das Recht auf Schweigen über die Verbrechen des Vernichtungskriegs an der osteuropäischen Bevölkerung, an Sinti und Roma, an deutschen Kommunisten und Homosexuellen erkaufte. Dass Juden dennoch auch nur Menschen sind und nicht auf immerdar unkritisierbare Lichtgestalten, sollte auch linkem Idealismus irgendwann einmal einleuchten. Dass sie auch schuldig geworden sind im Moment, wo sie als Nation in die Geschichte eintraten, sich mit Gewalt ihren Staat erkämpften. Normal also. Wir können die israelische Regierung für Fehlverhalten ebenso kritisieren wie unsere und die jeden anderen Staates auch. Die Messlatte, den Maßstab setzt die ‚Allgemeine Erklärung der Menschenrechte'. tinyurl.com/chuf8r |
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Hallo Angelia, sehr interessante Frage, die du da aufwirfst. Habe meinen Kommentar als Blogbeitrag eingestellt, um das Thema wieder etwas nach vorne zu bringen. Gruß F.
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der Link dazu: Gedanken zum Antisemitismus und der sog. Islamphobie
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Lieber Fro
Es freut mich, dass mein Beitrag dich zu einem eigenen anregen konnte. Ich lese den gleich durch Mein liebster und schärfster Kritiker schrieb mir: Kritische Anmerkungen zu deinem Beitrag: 1. Du sprichst von der Methode der Induktion und Deduktion; das ist nicht richtig, du meinst: die Methode der Induktion = vom Einzelnen ausgehend Allgemeineres finden. Oder im Einzelnen das Allgemeine erkennen. 2. Wieso ist die Shoah nicht relativierbar? Das ist ein gern gesprochener Topos, der mir nicht einleuchtet: Soll sie denn etwas Absolutes sein? Dann hätten wir da den Archimedischen Punkt!? Ich halte sie in der Tat für relativierbar, und du vollziehst diese Relativierung auch. (Nebenbei: Müssen die Juden unbedingt eine Sonderrolle in der Verfolgung einnehmen? Wir wissen aufgrund der historischen Umstände davon mehr als von Uganda, von den Roten Khmer - aber die haben genauso bestialisch wie die Deutschen gewütet, genauso systematisch, genau so Menschen verachtend.) 3. Bereits "Antisemitismus" ist ein Allgemeinbegriff, müsste also erklärbar sein. Auch "Shoah" ist kein Einzelnes, sondern ein Sammelbegriff vieler tausender Übergriffe. Meine Antwort: genau so einen kritischen Kommentar habe ich mir unter meinem Aufsatz gewünscht! Du hast völlig Recht! Ich freue mich, über deine Resonanz. Die Shoah als archimedischen Punkt, als etwas Absolutes anzulegen ist ein logischer Bruch, der deine Kritik automatisch aufwirft. Es traut sich, aus Gründen der politischen Korrektheit, nur kaum jemand das zu diskutieren ... und wegen der Antisemitismus-Keule.. |
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"2. Wieso ist die Shoah nicht relativierbar?
Das ist ein gern gesprochener Topos, der mir nicht einleuchtet: Soll sie denn etwas Absolutes sein? Dann hätten wir da den Archimedischen Punkt!? Ich halte sie in der Tat für relativierbar, und du vollziehst diese Relativierung auch. (Nebenbei: Müssen die Juden unbedingt eine Sonderrolle in der Verfolgung einnehmen? Wir wissen aufgrund der historischen Umstände davon mehr als von Uganda, von den Roten Khmer - aber die haben genauso bestialisch wie die Deutschen gewütet, genauso systematisch, genau so Menschen verachtend.)" Bis jetzt ist die Shoah nicht relativierbar, da bisher noch keine Ethnie/Rasse/Gruppe industriemäßig ausgerottet und wiederverwertet wurde. Andere Ausrottungen/Dezimierungen waren heißblütig: Haß, Habgier, Blut Die Shoah war kalt, berechnend, eine Missgeburt des Rationellen. Und wenn wir schon beim (ehrbaren) Antisemitismus sind: Müssen die Juden unbedingt eine Sonderrolle in der Verfolgung einnehmen? |
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Der erste Kommentar ist im Daten-Nirvana verloren gegangen:
"2. Wieso ist die Shoah nicht relativierbar? Das ist ein gern gesprochener Topos, der mir nicht einleuchtet: Soll sie denn etwas Absolutes sein? Dann hätten wir da den Archimedischen Punkt!? Ich halte sie in der Tat für relativierbar, und du vollziehst diese Relativierung auch. (Nebenbei: Müssen die Juden unbedingt eine Sonderrolle in der Verfolgung einnehmen? Wir wissen aufgrund der historischen Umstände davon mehr als von Uganda, von den Roten Khmer - aber die haben genauso bestialisch wie die Deutschen gewütet, genauso systematisch, genau so Menschen verachtend.)" Bis jetzt ist die Shoah nicht relativierbar, da bisher noch keine Ethnie/Rasse/Gruppe industriemäßig ausgerottet und wiederverwertet wurde. Andere Ausrottungen/Dezimierungen waren heißblütig: Haß, Habgier, Blut Die Shoah war kalt, berechnend, eine Missgeburt des Rationellen. Und wenn wir schon beim (ehrbaren) Antisemitismus sind: Müssen die Juden unbedingt eine Sonderrolle in der Verfolgung einnehmen? |
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Vielen Dank für deinen Kommentar thinktankgirl. Ein paar Gedanken dazu: Ich frage mich,
lässt sich überhaupt ein Verbrechen gegen die Menschheit oder Menschlichkeit, lässt sich “das Böse” relativieren? “Nur“, weil es immer schon Verbrechen gegen Menschen gegeben hat, “das Böse” schon immer in der Welt war und sich mal ungeschminkt, mal subtiler zeigte? Kann man Verbrechen gegen Menschen aufrechnen, indem man Maßstäbe anlegt wie am brutalsten, weniger brutal usw.? Ich denke, von der kalten Rationalität trennt man sich in dem Augenblick, indem man das Leid und den Schmerz jedes einzelnen Opfers bestialischer Handlungen ernst nimmt und für sich stehen lässt. Deshalb heißt es ja auch konkret, “die Würde des Menschen” ist unantastbar und nicht verallgemeinernd “die Würde der Menschheit ist unantastbar.” schöne Grüße Angelia |
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@Angelia
Ich trenne zwischen Täter und Opfer. Für das Opfer spielt es keine Rolle, ob der Täter kalt- oder heißblütig handelte. Da stimme ich mit Dir überein, daß das Leid und der Schmerz jedes einelnen Opfers ernstzunehmen ist. Aber zur Beurteilung der Täter müssen die Beweggründe und Tatausführung betrachtet werden. In unserer Rechtssprechung werden bei einem Tötungsdelikt die Motive untersucht und gewertet. Kaltblütige, berechnende, aus Habgier o.ä. begangene Taten werden strenger bestraft, als heißblütige, im Affekt geschehene. Diese Wertung lege ich auch an die Shoah und sie bleibt für mich das Schlimmste, das bisher geschehen ist. Grundsätzlich bleibt noch die Frage nach dem "Bösen", ob es tatsächlich existiert, aber das gehört in die Moralphilosophie. Bei meinem ersten Kommentar habe ich vergessen, dieses Zitat in Anführungsstriche zu setzen: "Müssen die Juden unbedingt eine Sonderrolle in der Verfolgung einnehmen?" |
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Hallo Thinktankgirl
Aber zur Beurteilung der Täter müssen die Beweggründe und Tatausführung betrachtet werden. Genau, ich gebe dir Recht und das dies geschieht basiert auf der Grundlage, dass selbst Tätern und Verbrechern der Status Mensch zugesprochen wird. Auf diesem, als echte Herausforderung für die Menschheit zu betrachtenden Umstand basiert u.a. die Abschaffung der Todesstrafe. Und genau dieser Umstand ermöglicht uns erst die Frage: Wie konnte es zur Schoah kommen und wie lässt sich zukünftig ein derartiges Verbrechen verhindern. Eine Frage übrigens, die gerade jetzt, da man gegen Migranten als Sozialschmarotzer hetzt, aktueller und vor allem wichtiger ist denn je. Diese Wertung lege ich auch an die Shoah und sie bleibt für mich das Schlimmste, das bisher geschehen ist. Lassen wir das so stehen. Bliebe für mich noch die Frage: Sind dann für dich im Umkehrschluss „Die Deutschen“ die schlimmsten Täter die es jemals (bis jetzt) gegeben hat? VG Angelia |
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Wie konnte es zur Schoah kommen und wie lässt sich zukünftig ein derartiges Verbrechen verhindern.
Darüber gibt es inzwischen eine Menge Literatur, wie es zur Shoah kam, angefangen bei Mitscherlichs "Unfähigkeit zu trauern". Lassen wir das so stehen. Bliebe für mich noch die Frage: Sind dann für dich im Umkehrschluss „Die Deutschen“ die schlimmsten Täter die es jemals (bis jetzt) gegeben hat? "Die Deutschen" kann man nicht sagen. Es war schliesslich nicht die ganze Bevölkerung daran beteiligt, die vermutlich über die tatsächlichen Vorgänge nicht alles wusste. Es gab Planer, Ausführer, Täter, Mitläufer, Sadisten.... |
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Liebe Thinktankgirl
Meine Frage war einfach gemein ;-) Es ging mir nur darum zu zeigen, wie wenig Sinn eine Einschätzung von schlimm -schlimmer am schlimmsten ist. Man geriet automatisch in eine paradoxe Situation. So als müsste man die Frage beantworten ab wie viel Reiskörnern ein Haufen ein Haufen ist. Was aber noch kritischer wäre, wenn man sich zu hanebüchenen Vergleichen hinreißen ließe und die eine besondere herausgehobene Form der rassistisch ethnischen Verfolgung gegen alle gesammelten anderen einzelnen der letzten 2000 Jahre stellen würde. Und das nur, um womöglich jede andere Form von rassistisch motivierter Verfolgung, Fremdenfeindlichkeit und Hass nicht an dem einen besonderen Fall zu relativieren oder als weniger schwerwiegend dastehen lassen zu müssen. Jede Erscheinungsform von Fremdenfeindlichkeit und Verfolgung ganzer Ethnien, egal wie groß sie ist, muss für sich stehen bleiben und ernst genommen werden können. Was aber noch schwieriger ist, ist Empathie und Mitgefühl für einen abstrakten “Sammelbegriff” zu empfinden. Auch wenn sich das jetzt grausam anhören mag, der Schrecken des Holocaust verblasst im Laufe der Geschichte. Er ergreift uns nur noch vorrübergehend emotional, wenn wir einen Film darüber sehen oder ein KZ besuchen. Was wir zu verlieren scheinen, ist mehr und mehr eine Sensibilität für den einzelnen Menschen, eine Gespür für das Wesen rassistischer Anwandlungen und den dahinter liegendenden Motivationen und Ursachen. Eine Gegenüberstellung von einer Form des Rassismus gegen eine andere führt m.E. einfach zu nichts außer zu einer Relativierung des Rassismus als solchen. Und hier liegt die Gefahr, dass es eben doch wieder zu einer riesengroßen humanistischen Katastrophe kommen kann. Schöne Grüße Angelia |
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Wenn mehrere Menschen einen anderen auf dem Boden Liegend so lange treten, bis er sich nicht mehr regt. Oder die amerikanischen Gefängniswärter im Irak, wehrlose Häftlinge bis zum Äußersten demütigen. Wenn, wie im Balkankrieg, Hinrichtungskommandos ganze Dörfer ausrotten. Und Asylantenheime, wie noch vor wenigen Jahren brennen. Fernab vom Kriegsschauplatz ein smart gekleideter Angestellter des Militärs, per Knopfdruck, ganze Häuserzeilen vernichtet - ohne zu wissen, ob Zivilisten dort Schutz suchen.
Dann sehe ich wozu der Mensch fähig ist und ich sehe, was den Holocaust möglich gemacht hat und immer noch möglich macht. Weil Menschenverachtung so aktuell ist, kann man den Holocaust nicht als isoliertes Geschehen betrachten. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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