Aus aktuellem Anlass: wie aus einem Loser, Personaltrainer sei Dank, ein Gewinner wird. Gleich zu Beginn das Wichtigste - sollten Sie gerade ein Coaching hinter sich gebracht haben, schlafen Sie erst einmal drüber. Am besten ein halbes Jahr. Auf gar keinen Fall sollten Sie, flach euphorisch vom Enthusiasmus ihres Persönlichkeitstrainers angesteckt, diesen nachmachen oder das Antrainierte eins zu eins in Taten umsetzen. Ihr professioneller Coach ist sich selbst sein bester Werbeträger. Natürlich wirkt sein Auftritt überzeugend und authentisch.
Bei Ihnen wird das nicht so sein. Schließlich waren Sie bis vor zwei Tagen noch ein ganz normaler Mensch. Ein Persönlichkeitsvolltrottel sozusagen. Sonst hätten Sie schließlich nicht an einem Seminar zur Förderung der Persönlickeit teilgenommen oder teilnehmen müssen!
Ob Sie es wollen oder nicht, Sie werden als spontan Persönlichkeitstransformierter eher skurril wirken. Ihr Erscheinungsbild wird sich irgendwo zwischen Wanderprediger auf Speed oder Pausenclown einpendeln. Halten Sie in diesem Zustand um Gottes Willen keine Präsentation vor Kunden oder Kollegen. Es wird nicht lange dauern, die ersten Teilnehmer werden stutzen und sich anschließend zwei Stunden lang überlegen was genau an Ihnen so merkwürdig ist und warum. In den Pausen wird ausschließlich diese Fragestellung Thema zwischen den Teilnehmern sein, keinesfalls aber die Inhalte Ihrer Präsentation. Und sollte zufällig Ihr Vorgesetzter anwesend sein, wird er unter Umständen feststellt, dass die nächste Beförderungsrunde ohne Sie stattfinden wird.
Sie haben nun ein Problem, das Sie vorher noch nicht kannten, - Aber halt, es gibt ja, Coach sei Dank, keine Probleme mehr sondern nur noch Herausforderungen. Ist das nicht toll? Sie können sich jetzt endlich einer Herausforderung stellen, die Sie ohne ihr Coaching niemals gehabt hätten! Hey, das ist doch super! Denken Sie positiv! Wie langweilig wäre ihr Leben ohne Herausforderungen geblieben! Analysieren Sie. Stellen Sie W -Fragen. Wie bin ich in diese Nummer hineingeraten, wie komme ich aus dieser Nummer wieder raus und wie vermeide ich eine erneute Landung in einer solchen Nummer.
Falls Sie plötzlich insgesamt am Sinn des Coachings zweifeln sollten, frei nach dem Motto: hätte ich mal besser vorher überlegt wer ich bin, wo ich hin will und was von diesem Choachingkram überhaupt zu mir passt, setzen Sie sofort einen Anker. Stop! Programmieren Sie sich neurolinguistisch um. Sagen sie sich: Ohne echte Krise keine echte Herausforderung und ohne Herausforderung kein echtes Wachstum der Persönlichkeit. Sie erinnern sich? Im Laufe der Evolution hat sich das Gehirn des Homo Oeconomicus, ähmm Entschuldigung, ... Sapiens, durch handfeste Krisen, während der Eiszeit zum Beispiel, schneller und effektiver entwickelt.
Wie Sie sehen, alles zu Ihrem Besten, nichts als Chancen weit und breit! Na bitte, geht doch!
Ihr Coach
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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