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Vom 5. bis 6. Juni 2009 findet in Hamburg unter dem Titel "Journalisten zwischen Grauen und Morgen" die Jahrestagung von Netzwerk Recherche statt. Im Rahmen des umfangreichen Programms mit Workshops, Vorträgen und Foren werden erfahrene Kollegen, zusammen mit dem Nachwuchs, auch den Journalismus von morgen diskutieren. Doch zuerst müssen wir uns selber einen Relaunch verpassen: Wir Journalisten brauchen ein neues Selbstverständnis!
Es war eine Geschichte von Arroganz und Ignoranz: In den Neunzigern des vorigen Jahrhundert nahm sich der Superjournalist, ähnlich dem Supermodel in Relation zu den vorgeführten Kleidern, wichtiger als die Nachrichten, die er verbreitete. Er lächelte bei Partys an der Seite von Promis in die Kameras und genoss es , aus allgemeiner Angst vor schlechter Presse, hofiert zu werden. Der Journalist der Neunziger hatte Macht und kostete sie aus - eine Arroganz, die sich vom Chefredakteur bis zum Praktikanten zog.
Der Leser? Eine gesichtslose Chimäre, die die Zeitung kaufen und sich sonst unauffällig verhalten sollte. Wie sah es denn in den meisten Tageszeitungsredaktionen aus? Ließ sich ein hartnäckiges Exemplar ("Ich habe da eine wichtige Geschichte") nicht von der Sekretärin abwimmeln, wurde er schließlich an den nächstbesten Praktikanten/ Volontär durchgestellt. Der sagte höflich "Ich notiere mir das Ganze", schnitt dabei seinem gegenübersitzenden Kollegen eine gelangweilte Grimasse - und warf die Notiz anschließend in den Papierkorb. Und Leserbriefe wurden häufig ebenfalls von der Redaktionssekretärin ausgewählt - oder, um eine Diskussion anzufachen, auch schon mal erfunden...
Wurde schon der Leser nicht ernstgenommen, setzte sich das beim Blogger fort. So sagte der Vorsitzende von Netzwerk Recherche, Dr. Thomas Leif, noch 2006 in einem Interview: "Den meisten Bloggern fehlt jegliches journalistisches Handwerkszeug. (...) Daran muss man Weblogs messen. Sie sind eben in erster Linie private Online-Tagebücher." Eine Aussage, die er inzwischen revidiert haben dürfte.
Der neue Journalist wird also Mut und Demut brauchen: Demut, um dem Leser/ Blogger endlich auf Augenhöhe zu begegnen. Um zu begreifen, dass er als Spediteur von Nachrichten im Twitter-Zeitalter ausgedient hat. Um seinen Job wieder als Dienstleistung aufzufassen, der neben investigativem Journalismus die Hintergrundberichte zu den überall verfügbaren Nachrichten liefert und liefern muss.
Demut, um einer alten Tugend, der Recherche, wieder ihre gebührende Stellung zu verschaffen (Gay Talese, den Jakob Augstein hier als leidenschaftlichen Rechercheur beschrieben hat, wird´s freuen). Es gibt praktisch keine überrecherchierten Artikel, aber noch immer zu viele schlampig recherchierte...
Mut wird der "neue Journalist" brauchen, um Stellung zu beziehen: Nicht nur in den dafür ausgewiesenen Kommentaren, sondern durchaus auch in Berichten und Reportagen - solange es offen, nicht manipulativ und undogmatisch geschieht. "Der Leser" ist nicht mehr angewiesen auf jederzeit objektiven Journalismus. Das Flagge-Zeigen von Menschen, die von Berufs wegen mehr Zeit für das Unterfüttern von Meinungen verwenden können, weil sie (hoffentlich) auch fürs Lesen und Sich-Informieren bezahlt werden, kann dagegen eine wertvolle Inspiration sein. Der "neue Journalist" sollte ausserdem den Mut haben, von seinem allwissenden Ross herabzusteigen und Fragen zu stellen, die auch er (noch) nicht beantworten kann. Fragen ans Auditorium, sozusagen.
Natürlich muss hier auch von Geld geredet werden. Weil guter Journalismus immer Zeit kostet und deshalb zu Dumping-Preisen nicht zu haben ist. Journalisten müssen also angemessen bezahlt werden, und zwar nicht nur an der Spitze.Und weil das Geld dazu nicht da ist, muss stärker umverteilt werden als bisher.
Ein kurzer Ausblick auf den neuen Journalismus: Print wird es, entgegen allen Unkenrufen, weiter geben (wenn auch nicht in der alten Bandbreite). Schon allein deshalb, weil nicht jeder Online-Beitrag sich zum Drucken eignet - und umgekehrt lange Stücke sich immer noch besser auf Papier lesen.
Die Online-Auftritte der meisten Zeitungen und Zeitschriften, bisher nur Auszüge der Printausgaben, sind dagegen noch stark verbesserungswürdig. Dass Online-Journalismus anders sein muss, scheint in vielen Chefredaktionen noch nicht angekommen zu sein. Online-Formate müssen eigenständiger sein - und aktueller als bisher. Hier noch sträflich vernachlässigt: Pressephotos. Sie verdienen mehr Beachtung, vertragen auch von Zeit zu Zeit eigene Strecken (wie z.B. die Fotoreportage im "Freitag" von Matthias Königschulte: "Rütli ist anderswo").
Die vielleicht wichtigste Frage zuletzt: Wie holen wir die heute 16-20jährigen ins Print-Boot? Die Generation, die einen völlig anderen Umgang mit Medien hat als alle jenseits der 30? Die mit YouTube aufwächst und mit Filmen und Bildern vielleicht schon heute eher zu erreichen ist als nur mit Worten? Und die distanzierter und daher spielerischer und unbekümmerter mit Nachrichten umgeht als die Generationen vor ihr? Sicher ist: Sie werden nicht selbstverständlich als Abonnenten nachwachsen, wie es bisher war. Weil etwa die Eltern schon das "Hamburger Abendblatt" lasen - oder man ja irgendwann eine Zeitung lesen muss. Hier gibt es zwar schon vereinzelte, allerdings hilflos wirkende Versuche, das Problem zu lösen: So hat "Abendblatt"-Chefredakteur Claus Strunz ausgesuchten Hamburger Gymnasien Jahreabos (eins pro Schule) spendiert. Und die "Osnabrücker Zeitung" verteilt Gratisabonnements an ihre 18-20jährigen Leser.
Ansonsten gehe ich hier mal mit gutem Beispiel voran und zeige den o. von mir propagierten Mut: Das ist eine Frage, auf die ich (noch) keine Antwort habe...
Dazu auch: www.abendblatt.de/kultur-live/article1026680/Crossmedial-denken-handeln-und-fuehren.html vom 29.5.2009 (Anm. d. Autorin: Annette Hillebrands Sicht auf die Blogger möchte ich hier allerdings zur Diskussion stellen: Wollen Blogger wirklich keine Journalisten sein? Können Blogger Journalisten ersetzen? Wenn ja, wo?)
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Ich ziehe meinen Hut vor diesem großartigen Artikel.
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Liebe Anna Dorothea,
wir bekamen gerade bei Twitter den Hinweis, die Rütli-Strecke sei nicht richtig verlinkt. Da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Bis dieser behoben ist, findet man den Artikel hier: www.freitag.de/kultur/0919-hallig-nordstrandischmoor-husum-wattenmeer-schule-lehrer?searchterm=r%C3%BCtli Viele Grüße, Tessa |
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Liebe Tessa;
Danke! ich hatte es extra nochmal geprüft, bei mir funktionierte es noch...(?) Jedenfalls verdient der Artikel noch mehr Beachtung! Herzlich, Anna |
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Liebe Anna,
wir haben derzeit einen kleinen Bug, der interne Links manchmal beim Abspeichern zerstört. Wenn man den Link neu einpflegt geht es dann meistens. Und schau mal, Du hast schon eine Antwort und mehr Wünsche an "neue Journalisten" auf einem anderen Blog: sudelbuch2.heikerost.de/?p=1060 Viele Grüße Tessa |
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Liebe Tessa;
danke für den Link! "...derzeit einen kleinen Bug, der interne Links manchmal beim Abspeichern zerstört." Kann es, wo wir dabei sind, auch daran liegen, dass mir seit kurzem (etwa seit es die Communitiy-Cloud gibt, obwohl die sicher nichts damit zu tun hat) ständig die Seite abstürzt, wenn ich die "Freitag"-Community-Seite öffnen will? Herzlich, Anna |
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Liebe Anna Dorothea,
an der CommunityCloud kann es aus meiner Sicht nicht liegen. Und es ist immer die Community-Seite? Was noch neu ist, ist Twingly, aber das ist auf allen Seiten. LG Tessa |
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Ich kenne als Anfängerin in diesem Geschäft (wobei sich die Frage stellt, wo das Anfängersein aufhört, weil man ja bekanntlich nie aufhören kann zu lernen) die zu Beginn des Blogeintrags beschriebene Zeit des "Superjournalisten" nicht mehr.
Was hier beschrieben wird ist durchaus wichtig und richtig; leider gibt es noch viel zu viele, die das nötige Umdenken nicht wahrhaben wollen oder leider einfach nicht verstehen. |
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Liebe Kathalina;
danke für Ihren zustimmenden Kommentar. Ich muss leider zugeben, dass ich in den Neunzigern zwar nicht unbedingt ein "Superjournalist" war (jedenfalls gibt es keine Partyfotos von mir), als Redakteurin einer Hamburger Tageszeitung hatte ich allerdings eine gewisse Macht, wie beschrieben, und fühlte mich entsprechend wichtig. Erst nach einer längeren selbstgewählten Aus-Zeit, in der ich "nur" Leser war, habe ich einen anderen Blick auf Branche und Beruf. Das Umdenken wird kommen, weil es kommen muss. Weil sich die Zeitungen mit ihrem elitären Gehabe sonst selber ins Aus befördern... Herzlich, Anna |
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Liebe Anna,
dies ist ja ein schöner, gutgeschriebener und nachdenklicher Artikel. Er ist eine ziemlich genaue Positionsbestimmung des Journalismus in medialen Umbruchzeiten (hoppla! das ist aber nict als drucktechnisches Wortspiel gemeint...). Der Artikel könnte sozusagen die Grundlage eines Manifests des neuen "Freitag" abgeben. Auf die Frag weiß ich aber auch keine Antwort. Wenn mir etwas einfällt, melde ich mich sofort zu Wort. Herzliche Grüße, I.D.A. Liszt |
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Danke, lieber I.D.A. Liszt; Ihr Lob freut mich.
"Umbruchzeiten" resp. Wortspiel: Gegen ihre Süffisanz können Sie gar nichts tun, Sie scheint Ihnen sozusagen angeboren! Immer schön, von Ihnen zu hören (und mit Ihrem letzten Kommentar die Grünen betreffend, haben Sie mir schon wieder die Augen geöffnet! Das nur nebenbei.) Herzlich Anna |
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Lob, Dank und Anerkennung für diesen Artikel. So sollte Journalismus aussehen.
Ich persönlich wünsche mir schon seit langem eine Tageszeitung, Din A5 (!!!) Format, max. 8-16 Seiten, hauptsächlichst Lokalinformationen mit ein paar Globaldetails. Ein unerfüllbarer Wunschtraum ? Kurz, knapp, schnell, übersichtlich, so würde Print überlebensfähig bleiben. |
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Lieber Piiter;
vielen Dank für Ihre Anerkennung, die mich freut. Und für Ihre Anregung. Hm, Din A 5? Din A 4 gibt es ja schon, ist auch erfolgreich: "Hamburger Morgenpost", "Kronenzeitung" in Wien, die ja das Vorbild der Morgenpost war. Warum Din A 5? Hat das einen bestimmten Grund? Würden Fotos dann nicht untergehen? - Kurz, schnell, übersichtlich, 8-16 Seiten, das klingt gut. Nur fürchte ich, Sie werden noch warten müssen. Den Mut zu neuen Tageszeitungen hat im Moment kaum noch jemand. Dabei fehlt gerade in Hamburg eine. Wir versinken in journalistischer Bedeutungslosigkeit! Herzlich Anna |
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Yeap, kostenlose, werbefinanzierte Wochenblätter gibts auch bei uns in der Provinz. :-o Und anscheinend überlebensfähig.
Für ne kleine Tageszeitung mit lokalem Inhalt, schnell durchzublättern, auch beim schnellen Frühstück, hihi, deswegen A5, würde ich sogar bezahlen. Aber Sie haben Recht, das würde sich wahrscheinlich nicht rentieren, in der Provinz schon garnicht. Auch wenn sich die großen überregionalen Blätter mit Probeabos immer wieder bemühen, ich lese keine Print Tageszeitung, für deren Inhaltserfassung ich 2-3h brauchen würde, nein, da informiere ich mich kurz und knapp im Internet. Nur, das Lokale kommt dabei eben leider wirklich zu kurz. :-( Vielleicht bräuchte dieses lokale Tageblatt (Betonung Blatt, zurück zu den Wurzeln) auch eine andere Art der Erstellung, weniger Redaktion, mehr Printblog. :-) Ja, genau, das wünsche ich mir, lokale Blogs von Leuten wie mir und Dir mit relevanten lokalen Infos. Im heutigen Zeitalter der Technik und Computeranbindung a la On demand doch eigentlich kein Problem mehr, oder ? Ein Wunschtraum. |
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Lieber piiter;
Ja, genau, das wünsche ich mir, lokale Blogs von Leuten wie mir und Dir mit relevanten lokalen Infos. Im heutigen Zeitalter der Technik und Computeranbindung a la On demand doch eigentlich kein Problem mehr, oder ? Ein Wunschtraum. Wo wohnen Sie denn, in welchem Einzugsbereich? Denn hier in Hamburg gibts so eine Seite schon: www.ottensen.info/. Auf dieser lokalen Seite (Ottensen ist einer DER "Szene"-Szene-Stadtteile von Hamburg. Leider, muss ich sagen, denn ich wohne da...) Die Seite ist (noch) nicht perfekt, aber ein Anfang - und vielleicht ein Vorbild für Sie, und Sie machen dann, mit anderen, selber so eine Seite auf? Herzlich, Anna |
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Der Anfang von vorhergehender Mail ist ein Zitat von piiter, dass ich leider nicht so gekennzeichnet habe.
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Hallo Anna,
Empfehlenswert von [netzwerk recherche] ist auch: In der Lobby brennt noch Licht... Lobbyismus als politisches Schatten-Management www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=300 www.netzwerkrecherche.de/docs/nr-werkstatt12-Lobbyismus-als-Schatten-Management-in-Politik-und-Medien.pdf Manchmal hören sich Journalisten an wie Weber bei der Einführung des Webstuhls. Amazon bringt Reader (Kindle) extra für Zeitungen raus (A4). Hauchdünne einrollbare Folien als Datenmedium sind sozusagen produktreif. Betrieben werden können sie mit winzigen Solarzellen. Mit dem bald überall erreichbaren WLAN sind sie immer erreichbar und aktuell. Dann kann man zu jeder Zeit überall aktuelle Themen die einen interessieren in einem Mix aus Wort, Bild, Skizze, Ton, Animation, Film mit angebundener Kommunikationsplattform und Diskussionsforum (schriftlich, verbal, Ton, Bild) genießen und nutzen. Wem es zu blöd wird, der liest auf dem gleichen Gerät sein momentanes Lieblingsbuch zu Ende oder macht sich Notizen. Das ist keine Zukunftsmusik sondern Gegenwart. Leider verliert Deutschland immer mehr den Anschluss und versucht durch Abschottung Besitzstände zu wahren. Auch ist die dann mögliche Vergleichbarkeit der Informationen bestimmten Gruppen ein Dorn im Auge. Ich freue mich sogar auf die fast ausgereifte Brille als Medienträger, die, gekoppelt mit dem Sensorhandschuh, es mir ermöglicht, auf der Wiese liegend, umweht von einer frischen Brise, meine Gedanken "zu Papier" zu bringen. "der Freitag" ist bisher noch recht transusig und hat trotz mehrfacher Ankündigung den "Communitybereich" noch nicht auf Vordermann gebracht. Aber wir wissen uns zu helfen und können mit Provisorien leben. Man muss sich mal vorstellen wie nett und hilfsbereit Leser heutzutage sind :) |
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Muss heißen:
Mit dem bald überall verfügbaren WLAN sind sie immer erreichbar und aktuell. |
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'Hilfsbeeit' ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, besonders wenn ich an die unerträglichen Diskussionen hier im Forum vor ein paar Monaten denke.
Aber furchtbar nett sind wir doch alle!!! Wir lesen den Freitag immer noch, und zumindest ich habe mein Abonnement noch immer nicht gekündigt, weil ich gern auf raschelndem, warmem, duftendem Papier lese. Und der digitalen Welt geht da so einiges an Erfahrbarem ab. Liebe Grüße, I.D.A. Liszt |
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Für dich gibt es dann extra die Medienfolie mit Rascheleffekt und besonderer Duftnote im antiquarischen Papierlook.
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Ergänzung:
Wem es zu blöd wird, der liest auf dem gleichen Gerät sein momentanes Lieblingsbuch zu Ende oder macht sich Notizen während er seine Lieblingsmusik genießt (natürlich DRM frei). |
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Liebe Anna Dorothea,
Sie haben viele gute Ansätze, Absichtserklärungen, Motive für einen "neuen Journalismus" zusammenmontiert.Dazu eine "Wunsch-dir,was-Liste" - gute Bezahlung, Mut, neues Selbstverständnis ...Soweit, so gut. Indes weht in der Republik ein ganz anderer Wind. Der Bezahljournalismus ist das Pedant zum universitären Gefälligkeitsgutachten. Das hochkarätige Interview - eine "Printanzeige" des Verbands xy.Die meisten Journalisten gehören zu den mittelmäßigen, windschlüpfrigen TUIs. Die Medienmacht konzentriert sich immer mehr in den Händen von wenigen.Angst geht um bei Journalisten. Eine detaillierte Analyse, was man denn tun kann und was man unbedingt lassen soll, wäre vonnöten. Sie werden bestimmt von der Jahrestagung berichten, ich werde es bestimmt lesen. Der FREITAG , dieser medienpolitische Zwerg, hat sicher noch Potenzial. Immerhin wächst die Community noch, Qualitätsfragen werden gestellt und zum Teil eingelöst. Schauen wir mal, wo wir bis zum Weihnachtsbaum gelandet sind. Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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Lieber Bildungswirt;
danke für Lob und Kritik. Klar war das auch eine Wunsch-Liste. Ich habe allerdings ausdrücklich von "angemessener Bezahlung" gesprochen. Nicht von guter. Die sähe noch ganz anders aus. Angemessen bedeutet auf einen einigermassen vertretbaren Stundenlohn zu kommen. Glauben Sie mir, gemessen an der Zeit, die jeder Journalist bisher arbeitend verbracht hat, hat nahezu JEDER in der Branche für einen Niedriglohn gearbeitet. Ich leugne nicht, dass es den von Ihnen beklagten Bezahljournalismus gibt. Dazu gehört auch der Service-Journalismus, über den "echte" Journalisten die Nase rümpfen, der aber vielen Print-Medien und vor allem den Agenturen das Überleben sichern wird. DPA hatte das schon Mitte der Neunziger erkannt und mit gms eine eigene Service-Agentur, neben der Nachrichtenagentur, gegründet. "Die meisten Journalisten gehören zu den mittelmäßigen, windschlüpfrigen TUIs." Was sind TUIs? - Hier widerspreche ich Ihnen vehement. Es gibt, so meine Überzeugung, eine Menge guter, d.h. kritischer, ambitionierter und begabter Journalisten in Deutschland, Amerika, England, Frankreich, überhaupt. Und nicht ganz so viele gute Zeitungen, leider. Bleiben wir in Deutschland. Gute Journalisten finden sie z.B. beim "Freitag". Keine Anbiederung, sondern meine Überzeugung. Manche Artikel hier könnten sofort als Lehrmaterial an Journalistenschulen dienen. Und schon öfter habe ich beim Lesen "WOW!" gedacht. Es gibt sie auch bei der Süddeutschen, der Frankfurter Rundschau etc. Durchaus auch bei Zeitungen, die nicht links sind. Und auch bei den kleinen Zeitungen, den Provinzblättern. Journalisten, die lieber ein grosser Fisch in einem kleinen Teich bleiben wollten. Es lohnt sich, hinzugucken, nach ihnen zu forschen. Wussten Sie, dass wir das Land mit den meisten Zeitungen sind? Allein diese Vielfalt garantiert, so denke ich, Qualität: Dass wir uns diese Vielfalt immer noch leisten! (Leider nicht in HH. Drei Tageszeitungen, das ist kläglich. Jakob Augstein, übernehmen Sie!) "Angst geht um bei Journalisten". Das ist nicht neu. Angst haben Journalisten, wenn Sie nicht zu den absolut Etablierten gehörten, schon in den letzten 15 Jahren gehabt. Neu ist, dass es jetzt auch die Spitze betrifft. Dass spätestens seit dem unrühmlichen Sturz von Stefan Aust klar war (auch wenn der mit der Wirtschaftskrise nun wirklich nicht zu tun hatte), dass schwarze Zahlen für einen Stammplatz in der Chefredaktion nicht mehr ausreichen. Auch gut zu beobachten beim "Ausscheiden" des alten Chefredakteurs vom "Hamburger Abendblatt", Menso Heyl. Der sorgte zwar für gute Auflage, hatte aber nach Ansicht des Springer-Vorstands das Internet nicht verstanden. Und Claus Strunz wurde gerade "freigestellt". Tja. Herzlich, Anna |
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Liebe Anna Dorothea,
weitgehende Einigkeit, das ist doch was. Schließe mich auch Magdas Kommentar ohne Umschweife an.Einigkeit (das DDR-Pleite-Thema und Honecker schließe ich mal aus - da sind wir uns selbst in der Recherche nicht grün und doch enden wir nicht im WUMS)auch mit vielen anderen Kommentaren. Wie geht es weiter? Die Medienlandschaft wird rauer, Konzentrationsprozesse werden nicht aufzuhalten sein. Marktbeherrschende Stellungen bedeuten auch reale politische Macht, alles längst gut analysiert. Raffaela J. hat hier einiges zur Illustration beigefügt.(Vgl. auch die Recherchen z.B.im Blog Nachdenkseiten) Und der FREITAG ist nach 4 Monaten immer noch auf einem guten Weg, die Community leistet Ihren nicht zu unterschätzenden Beitrag. Von "Zeit zur Veränderung" spricht Ph. Grassamnn, gut so.In der Redaktion können Personen schreiben, die das bei der FR oder FAZ z.B. nicht könnten. Die politische Liberalität mit weitem journalistischen Spagat ist bisher (auch Dank eines engagierten Verlegers JA) garantiert.Ich hoffe nur, dass dem ambitionierten "medienpolitischen Zwerg" nicht die finanzielle Luft ausgeht. Journalistisch gilt: Der Zwerg, der auf den Schultern eines Riesen steht, sieht weiter als der Riese selbst. Grüße Bildungswirt |
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Lieber Bildungswirt;
weitgehende Zustimmung, meinerseits. Was den "Freitag" angeht: Das ganz große Geld fehlt im Hintergrund, wie wir alle wissen. Das ist schwierig vor dem Szenario, dass Sie in Ihrem Kommentar entwerfen. Alles wird, so meine ich, von Ausbau und Pflege des "Experiments" abhängen, dem, wo der "Freitag" wirklich neue und gewagte Wege geht (mal abgesehen von dem, ebenfalls bei Ihnen, journalistischen Spagat. Der kann gar nicht gross genug sein. Auch im Stil.) Also von der Vernetzung von Community und Zeitung. Die stockt nach meiner Beobachtung gerade. Der Focus liegt z.Zt. auf Print. Aber ich will hier keine Manöverkritik am Freitag üben. Herzlich (und schöne Pfingsten!) Anna |
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Eine überfällige Erkenntis. Nirgendwo sind sich Produzent und Konsument näher als im Journalismus. Marktforschung mit 0 Kosten, die nur ein wenig Zeit, Gelassenheit, "Mut & Demut" fordern. Das Netz ist eben kein Medium, dass Journalismus verkauft. Ich sehe als als stetigen Dialog, der denkenden Menschen miteinander in Kontakt bringt. Elegant in Worte bringen können viele Menschen ihre Gedanken. Die Vielstimmigkeit und die Stimmigkeit des Netzes in Einklang zu bringen ist die große Herausforderung des Journalismus. Das fordert in etwas so viel wie man von Frauen fordert die Familie in Schach zu halten: Es ist für jeden Journalisten wie das Management eines kleinen Unternehmens. Auch aus diesem Grund müssen Journalisten besser bezahlt werden.
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Mit Verlaub, ich vermag nicht so recht nachzuvollziehen, warum die werte Leserschaft hier so sehr angetan ist über den vorliegenden Artikel. Die Autorin macht z.B. die Problematik des heutzutage fast fehlenden investigativen Journalismus allein an den Vertreterinnen und Vertretern dieser Berufsgruppe fest - unverantwortlich, wie ich empfinde, obwohl ich nicht leugnen will, daß es die von ihr geschilderte Überhebung eines Standes von "Meinungsmachern" auch gegeben hat und auch noch gibt. Aber der Knackpunkt, daß das Gros der Berufsgruppe vor den "Realitäten" eingeknickt ist, ist an anderer Stelle zu finden: Da, wo die Printmedien (und nicht nur die) zunehmend unter ökonomischen Druck geraten, subtil von der Werbewirtschaft ausgeübt, und Großkonzernen wie Holtzbrinck oder Bertelsmann, die Blatt für Blatt aufkaufen und so die Vielfalt im deutschen "Blätterwald" auf Einheitsniveau reduzieren; da, wo man, um wenigstens noch kleine Gewinne einzufahren, die Arbeitsverhältnisse im Journalismus prekarisiert ... Durch solche Dinge zu allererst wird der Berufsstand unglaubhaft gemacht, und durch die notwendige Anpassung an diese unwirtlichen Bedingungen, um nicht unterzugehen. Jüngst war im Deutschlandfunk eine Meldung zu vernehmen, daß das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Journalismus zunehmend schwinde - mich verwundert das nicht, es ist die Konsequenz einer Entwicklung, in deren Folge von "freiem Journalismus" bald nicht mehr gesprochen werden kann.
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Liebe Raffaele J..
Anna Dorothea schreibt doch genau das: "Natürlich muss hier auch von Geld geredet werden. Weil guter Journalismus immer Zeit kostet und deshalb zu Dumping-Preisen nicht zu haben ist. Journalisten müssen also angemessen bezahlt werden, und zwar nicht nur an der Spitze.Und weil das Geld dazu nicht da ist, muss stärker umverteilt werden als bisher." Daran macht sie auch den Verlust des Qualitätsjounalismus fest. Sie liegen mit Ihrer Meinung daher offenbar gar nicht so weit von ihrer entfernt. Herzlich, I.D.A. Liszt |
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@I.D.A. Liszt:
Danke fürs für-mich-in-die-Bresche-springen. Denn: Genau. Angemessene Bezahlung ist DIE Voraussetzung für guten Journalismus. Wenn wir keine Zeit mehr fürs Recherchieren, Nach-Forschen und Denken haben, schleichen sich bestenfalls nur Fehler ein. Oder schlimmer, Floskeln, Phrasen, der "Riecher" für gute Geschichten geht verloren. Am Ende steht der zynische, weil ausgebrannte Journalist. Ein Klischee, aber ich versichere Ihnen, es gibt ihn. Ziemlich oft sogar. @Raffaele J.; "Die Autorin macht z.B. die Problematik des heutzutage fast fehlenden investigativen Journalismus allein an den Vertreterinnen und Vertretern dieser Berufsgruppe fest." Ganz und gar nicht! Ich habe in der Vergangenheit gesprochen, von den 90er Jahren. Investigativer Journalismus braucht Zeit - Netzwerke müssen aufgebaut werden sowie das Vertrauen zu Informanten, investigative Geschichten müssen logischerweise absolut wasserdicht sein... all das kostet viel Zeit, also? Geld. Siehe oben. Herzlich, Anna |
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Hallo, mein zweiter Versuch, was zu posten. Wenn das hier mal optimiert würde, dann wäre ich auch schon ganz froh.
Ich finde alles sehr bedenkenswert, auch manchmal in Richtung gute Absicht, die unter den gegebenen Umständen gar nicht immer einzulösen ist. Vielleicht gibt es ja auch gar nicht den "Journalisten", die „Journalistin“, es gibt sehr unterschiedliche Formen, diesen Beruf auszuüben trotz aller objektiven Berufsmerkmale. In den letzten Jahren ist diese Berufsgruppe auch immer mehr zerfallen – in jene , die sich als Teil der Macht verstanden, wie Du es schreibst und auch andere hier noch einmal besonders betonen und jene anderen, die versuchen – oft auch im alternativen Bereich und im Internet – dagegen zu halten. Gestern gab es eine Sendung auf Phönix. „Macht trifft Meinung“: Matthias Matussek traf Gregor Gysi. Die Pole waren genau umgekehrt, Matussek verkörperte grinsend die Macht und Gysi hatte eine Meinung. Da wurde deutlich, wie sich Matussek versteht – als Vertreter einer Meinungsmacht, die Politik, eines Über-Ichs, das ihn deckt und schützt... Es war sehr unangenehm. Und ich denke mir, dass es dieses unterschiedliches Selbstverständnis immer gab und gibt. Manchmal hängt es ja auch vom Medium ab, für das jemand tätig ist. Im Fernsehen sind sie immer alle höchst bedeutsam und tun sehr eingeweiht. Ich dachte auch, dass das beste Selbstverständnis für Journalisten doch die Dienstleistung wäre, aber das verträgt sich mit der Eitelkeit nicht so gut, scheint mir. Der Gedanke, mehr persönliche Meinung auch in solche Genres zu tragen, die bisher eher objektiv sein sollten manchmal auch wollten, ist mir sehr nahe. Denn – eigentlich gibt es keine wirkliche Objektivität im Journalismus. Noch eines: Wenn Du von guter Bezahlung sprichst. Die Medien sind in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, das nützt alles nichts. Irgendwann müsste es sich durchsetzen, dass man auch für Internet-Angebote zahlt. Nur wie – und in welcher Weise, ohne dass es wieder Leute ausgrenzt usw. – das weiß ich auch nicht. Aber so wie es jetzt ist – der Werbekuchen immer kleiner, die Abhängigkeiten immer größer und die Leute, die was bezahlen wollen, immer unwilliger, das ist auch so richtig keine Basis. |
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Liebe Magda;
vielen Dank für Deinen kenntnisreichen und differenzierten Kommentar! Schade, dass ich die Sendung Gysi/ Matussek nicht gesehen habe. Genau das meine ich, dieses Von-oben-herab, dieses Ich-bin-so-toll Gehabe. Fernsehjournalisten, bes. die auf Semi-Ebene, sind da ein Fall für sich. "Ich dachte auch, dass das beste Selbstverständnis für Journalisten doch die Dienstleistung wäre, aber das verträgt sich mit der Eitelkeit nicht so gut, scheint mir." Es gibt beim Journalismus unendliche viele unterschiedliche Motive, diesen Beruf zu ergreifen. Hier tummeln sich notorische Besserwisser, Eitle, Machthungrige, die, die gern schreiben, Wahrheitssucher usw. usf. Daher bleibt mein Wunsch, dass ALLE auf Normalformat zusammenschrumpfen mögen, ein frommer. Aber wünschen darf man ja alles... Für Eitle bietet der Job ohnehin nur noch wenig Anreize. Das war anders, als jemand mit perfekter Fönwelle und nettem Lächeln flugs bei RTL/ Sat. 1 Karriere machen konnte... Andrerseits bieten all diese unterschiedlichen Typen auch sehr unterschiedlichen Journalismus, das ist die - gute - Kehrseite der Medaille. Was die Bezahlung angeht: Du weisst ja, wie das bisher funktioniert. Ein paar wenige Redakteure werden richtig gut bezahlt. Chefreporter, etc. Zu den Youngstern dagegen wird gesagt "Wenn Ihr den Job wirklich wollt, dann mal ran!" Unter dieser Prämisse werden machen sie dann Überstunden, Sonntagsdienste etc. Ganz zu schweigen von den Freien: Eine Zeitung, ich weiss leider nicht mehr, welche, schreibt jetzt ihre zu vergebenden Aufträge resp. Geschichten im Internet aus. Wer sich mit dem niedrigsten Honorar einverstanden erklärt, darf die Geschichte schreiben. Darauf vom DJV angesprochen, meinte der Chefredakteur, seine Freien wären vor allem Hausfrauen und Schüler. Die bräuchten ja nicht so nötig Geld. Herzlich, Anna |
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Hallo Anna,
schöner Beitrag. Du schlägst in dieselbe Kerbe (mehr recherchierte Beiträge), in die ich auch schon das ein oder andere Mal vorzustoßen versucht habe. Auch dass es ein Fehler sein könnte, wenn hier die Redakteurinnen oder Autoren die Blogger nicht ernst nehmen, ist ein bekanntes Thema. Was die Neunziger betrifft, bin ich geständig: Ich war dabei, bei den Super-Models, wurde hofiert auf allen Parties und Empfängen, von jedermann gegrüßt, und meine Mitarbeiter ebenso. Mir war meine Macht bis ins letze bewusst, auch wenn ich sie immer nur einsetzen wollte für Wahrheit und Klarheit, um Menschen zu helfen und die zu begrenzen, die andere hilfebedürfig machen. Als ich nach Acht Jahren wieder ins Pfarramt zurückwechselte, war ich über die plötzliche Bedeutungslosigkeit schockiert (von den Kanzelschwalben abgesehen). Das Wort als Waffe wird stumpf, wo es niemand mehr hört oder liest. Sehr destruktiv finde ich aber auch die kollegiale Arroganz. Dazu ist das netzwerk-recherche kein Gegenmittel. Ein so eklatantes Beispiel von unhöflicher Herablassung ist mir noch nie begegnet wie bei der Gründerin. Woraus ich nicht schließen möchte, dass alle so sind. Es gibt immer "Sonne und Sonne", wie man in Hamburg sagt. Vielleicht fällt mir noch mehr ein, wenn ich mehr Ruhe habe. Zum Print-Problem, Deiner offenen Frage, könnte ich noch was sagen. Ich denke, ich weiß, wie's geht. Aber jetzt will ich erst mal in die Pfingsten fahren und muss mich ein wenig beeilen. Liebe Grüße aus Berlin Christian |
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Du warst bei den Supermodels? Christian, wo??? Und wolltest immer nur das Gute? Was hast Du denn da redigiert - so mitten unter den -"Edelfedern"?
Und das mit dem Print? Naja, ich sehe ein, Du musst erstmal beim Heiligen Geist einen Zungenkuss abholen. Mein Gefühl mit dem Print ist, dass vielleicht wirklich etwas "printähnliches" das Papier ersetzen könnte und das bezahlt werden muss. Denn im Grunde ist doch die ganze Printgeschichte nur heiß, weil sie das Bezahlsystem bildet. Wenn es wirklich so eine Anwendung gäbe, die man immer wieder least vom Verlag, dessen Blatt man lesen will und die handlich ist. Und wo man sogar - aber nur mit diesem Verlag - kommunizieren kann. Vielleicht mit Kommentar- und Bloggerfunktion. Was Minimalistisches, für die, die nicht andauernd ihr Notebook rumschleppen, sondern was leichteres zeitungsähnliches, wie es streifzug geschilder hat. Aber - es ist ein Elend, das gibts eben alles schon, aber noch immer ohne Gebühr. |
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@ChristianBerlin:
Meine Tochter, die das wörtlich nahm, hat auch gestaunt: DER soll ein Supermodel gewesen sein? (Für sie sind ja ohnehin alle über 35 Tattergreise, Du weisst!) So ein Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist hart, könnte aber für viele heilsam sein. Ohnehin müssten Journalisten von Zeit zu Zeit ein Sabbatjahr einrichten. Aber wer kann sichs schon leisten? Nur schreiben, Tag für Tag sich etwas einfallen lassen, oft unter Zeitdruck - das geht nicht uneingeschränkt. Über die Gründerin von NETZWERK (ist das Julia Salden?) weiss ich nichts, wohl aber über Hans Leyendecker, der ja auch im Vorstand sitzt und für Qualität und Anspruch steht. @Magda: Danke, Magda! Sehr wichtiger Hinweis. Denn der Tanz um Print ähnelt ja wirklich z.Zt. dem ums goldene Kalb. Warum werden eigentlich keine Anzeigen online geschaltet? Kann mir das einer vielleicht mal erklären (ernst gemeint)? Was mich hier etwas ärgert: Kein Journalist des "Freitag" hat hier seinen Senf dazugegeben. Das ärgert mich nicht aus Geltungssucht, sondern: Hier hätte wohl jeder etwas zu sagen. Wie bewerten sie also hier die Situation? Das Thema geht alle an, übrigens nicht nur Journalisten, denn wie wir in Zukunft (freie) Meinung darstellen, ist für jeden demokratisch agierenden Bürger wichtig (und das ist doch, u.a., unser Anspruch hier). Woran liegts, dass sich keiner, GAR KEINER hier zu Wort meldet? Doch kollegialer Dünkel (s. ChristianBerlin, o.)? Oder hat das was mit meinem Aufruf zu gerechterer Bezahlung zu tun? Weniger Geld für mehr schreiberische Freiheit und Idealismus: Das scheint mir ein faires Geschäft. Ich hatte hier dagegen von der Ausbeutung in finanziell sehr gut situierten Medien gesprochen, und der gängigen Praxis in Tageszeitungen, auch ohne Not. |
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Lieber Christian,
über Anekdoten aus Deiner Zeit als Supermodel würde ich mich sehr freuen ;) Die Blogosphäre hat hingegen auch schon einige Diven herangezüchtet, die an Arroganz kaum zu übertreffen sind (s. www.freitag.de/community/blogs/Tessa/helden-in-hosentraegern) Die Diskussion darüber, wer seinen Job nun besser macht, schwelt aus meiner Sicht allerdings schon zu lange, als sie noch als relevant zu betrachten. Was wichtig ist, ist zu erkennen, wie man zusammen arbeiten und wo man voneinander lernen kann. Beste Grüße tessa |
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@Tessa
Liebe Tessa, danke für den Hinweis auf die selbstverliebten Supermodels der digitalen Ära. Ich war "nur" Chef eines lokalen Magazins. Aber als solcher ist man sehr mächtig und begegnet auf Schritt und Tritt Leuten, die das wissen und mögen oder auch nicht. Meine Anekdoten aus der Zeit habe ich zum Teil hier schon an verschiedenen Stellen zum Besten gegeben, vor allem, wenn es um die Metadiskussion über Journalismus ging, erstmalig zu J.A.s Beitrag "Journalismus 2.0" von Mitte Februar, www.freitag.de/community/blogs/jaugstein/journalismus-20?comments=2#comments aber auch später. Wegen der schwierigen Suche in den Kommentaren, auch weil die Nummern der eigenen dank Rückwärtszählung sich täglich verändern (erhöht werden), muss ich Dir die anderen später raussuchen. Es kommt bestimmt noch ab und zu was dazu, wie's passt. @Magda @Anna Weitere Antworten später, ich laufe leider im Moment der Zeit und den Diskussionen hier ein bisschen hinterher. :( |
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Heute (29.5.) erschien zum Thema ein Interview mit der Chefin der Hamburger Akademie für Publizistik: www.abendblatt.de/kultur-live/article1026680/Crossmedial-denken-handeln-und-fuehren.html
Was sagen Sie/ sagt Ihr zu Ihrer Meinung über Blogger? Wollen Blogger wirklich keine Journalisten sein? Können Blogger Journalisten ersetzen? |
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Schöner Artikel, die Arroganz ist hierzulande wirklich etwas, was um sich greift in dieser Richtung - da gibt es halt die "Platzhirschen", die das "schon immer so gemacht haben" (die klassischen Journalisten) und auf einmal entsteht da eine andere Form, die des Blog-Journalismus, wo anders und auf neuen Wegen berichtet wird - und die "Alten" sehen ihre Felle davonschwimmen. Daher auch die Arroganz gegenüber jeglichen Online-Aktivitäten.
Ob der "Bürgerjournalismus" den klassischen ersetzen wird? Mit Sicherheit nicht. Aber er ergänzt ihn. Und ich hoffe sehr, daß in Zukunft Seiten wie der Politico oder die Huffington Post in den USA hier in Deutschland genausoviel Beachtung erfahren. Einziger Stolperstein dabei: ist "der Deutsche", dem Überkorrektheit Sicherheit gibt, dazu schon bereit? |
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Danke, Mac! Ich sehe das auch so - stehe aber als Journalistin damit noch ziemlich allein.
Dazu habe ich auch gerade einen Blog, an den "Freitag" gerichtet, verfasst... Herzlich, Anna |
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Zugegeben, das sind alles schwer relevante Journalismus-Selbstver-ständnis-Fragen. Allerdings brummt eurer Zielgruppe, den Print-& Nonprint-Konsumenten eh schon genug der Kopf von Traumata durch z.B.: die tägliche Überfülle von Stoff (euphorisch: "Informationen"), nicht zuletzt verursacht durch euer Muss, täglich x Seiten füllen zu müssen; den für uns undurchschaubaren Dschungel der Sympathie-/Antipathie- beziehungen von Medienleuten a) untereinander b)zu dem, worüber sie schreiben; den m.E. auch unter Medienleuten zunehmenden Standes-Narzissmus (Selbstheiligung der "vierten Gewalt"?)- lauter Kolumnen mit Autorenfoto, kein Tagesschau-Film ohne Abbildung der vielen Kameraleute vor Ort ... etc.
Dennoch: viel Erfolg für die Tagung - er käme schließlich uns Nutzern zugute. |
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Global Media Forum: 10 Strategien für den Journalismus 2.0
Vielversprechend ist sicher die Idee des "Crowdsourcing" (die Weisheit der Masse anzapfen), begriffen als Bereicherung für beide: Journalisten und Blogger. Und der Leser, natürlich. Fundierte Recherche und Schaffung eines durch Kompetenz und Argumentation strukturierten Basis-Textes liefert den Anknüpfungspunkt für Blogger um aus ihrem Erfahrungs- und Wissensschatz zu schöpfen. Umgekehrt stellen Blogger zusätzliche Themen auf die Bühne, die vom Journalisten mit mehr Fakten, breiterer Argumentation umpflanzt werden. (oder umgetopft?) Beste Grüße Katja |
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Liebe Katja;
Sie haben recht: Genauso geht`s und wird es in den nächsten Jahren zunehmend funktionieren. Danke auch für den Link! Anna |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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