52
]
Dieser Blog ist als Ergänzung zum Blog von bkhdk gedacht: Nach dem Lesen dachte ich nämlich daran, Angela Merkel kleine Reisen zu empfehlen. Nicht weit, nur innerhalb Deutschlands.Und zwar vor dem Wahlkampf. In diesem Fall ginge es nach Hamburg-Altona.
Zur Zeit habe ich Urlaub. Wir fahren nicht weg, jedenfalls nicht jetzt, und so habe ich Zeit, mich in Hamburg, besonders auch in "meinem" Stadtteil, mal wieder richtig umzusehen. Dabei entdecke ich manchmal Überraschendes. Zum Beispiel gestern.
Wir kommen aus dem Kino, Nachmittagsvorstellung, es ist 20. 30 Uhr. Um diese Zeit ist in der sogenannten Fussgängerzone in Altona-Ottensen , einem Stadtteil nahe der Elbe mit 20 000 Einwohnern und seit einigen Jahren im Polizeijargon auch ein "Vergnügungsviertel", noch viel los. Die unzähligen kleinen Läden haben gerade zugemacht; auf den Bänken davor sitzen Leute, essen Eis, reden. Oder sie steuern eines der vielen Cafés und Restaurants an, die in Hamburg gerade so beliebt sind. Am Ende der Straße schließt sich der Bahnhof Altona an, gleichzeitig eine U- und S-Bahnstation, auch dort noch lebhafter Verkehr. Daneben ein großer Bus-Bahnhof. Also Publikum von allen Seiten.
Mitten auf dem freien Platz zwischen Bahnhof und Geschäften, schon von weitem sichtbar, steht ein dunkelgrüner Kleinbus. Die Schiebetür seitlich steht offen, davor eine lange Schlange von Leuten, Frauen, Männer, alte, junge, mit großen Taschen, einige haben Kartons dabei. Drin steht ein Mann, leicht gebückt. Gerade ruft er: "Und was willst Du noch? Wurst, Käse..."
Beim Näherkommen entdecke ich die Aufschrift: "Mitternachtsbus". Der ist mir natürlich ein Begriff - im Winter fährt er alle Plätze in Hamburg an, wo Obdachlose übernachten könnten: Um sie mit Schlafsäcken, Iso-Matten und heisser Suppe zu versorgen, und ihnen so beim Überleben zu helfen.
Offensichtlich fährt er für den Rest des Jahres für die "Hamburger Tafel", eine Einrichtung, die Lebensmittelspenden von Gastronomen und Geschäftsleuten entegennimmt - das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen oder, bei Brot und Gemüse, die Ware nicht mehr taufrisch - um sie anschließend an Bedürftige zu verteilen: Hartz-VI- und Sozialhilfeempfänger, Rentner mit kleinem Budget.
Die "Hamburger Tafel" kenne ich ebenfalls. (Inzwischen gibt es in Hamburg auch eine für Haustiere!) Auch wusste ich, dass einmal in der Woche in Ottensen verteilt wird. Nach meinem Wissen fand das aber bisher auf einem eher versteckten Platz statt; jeder kennt ihn, aber es gibt dort keinen "Durchgangsverkehr".
Von der Szene, die sich gerade vor mir abspielt, bin ich unangenehm berührt. Keine Frage, dass die "Hamburger Tafel" überaus wichtig und gut ist. Aber warum hier, für alle sichtbar? Ottensen ist ein kleiner, dicht bevölkerter Stadtteil und wird auch "das Dorf" genannt. Man kennt sich hier. Wie viele Leute, die die Lebensmittel der "Tafel" wahrhaftig brauchen könnten, verzichten wohl, um sich angesichts der öffentlichen Verteilung einen Rest von Würde zu bewahren? Schließlich könnte sie ihr Nachbar sehen. Schulkameraden ihrer Kinder. Die nette Frau aus der öffentlichen Bücherhalle, die ihnen immer die neuesten Krimis zurücklegt.
Oder muss ihnen das egal sein? Darf man in Deutschland, ab einer bestimmten Einkommensgrenze oder als Empfänger öffentlicher Leistungen, nicht mehr empfindlich sein? Oder denke ich falsch, weil es für alle, die die "Tafel" in Anspruch nehmen und brauchen, gar keinen Grund gibt, sich zu schämen? Und weil es Zeit wird, deutlich zu machen, was wirklich los ist? In einem Land, in dem die öffentlichen Leistungen an einer Armutsgrenze bleiben, die den Namen nicht mehr verdient?
Und wie fühlen sich die, die die Blicke der Vorbeigehenden im Rücken spüren? Oder spüren sie sie schon lange nicht mehr? Und was denken wiederum die, die nur vorbei gehen? "Die armen Schweine, die können einem leid tun"? Oder "Hoffentlich erwischt es mich nicht auch bald" oder sind sie sich sicher: "Eher würde ich hungern, als mich da anzustellen"?
Die Kanzlerin sollte auf Reisen gehen.
|
|
Liebe Anna Dorothea,
Dein Vorschlag hat was von einem Glauben, der immer so unter dem Motto: "Wenn dass der/die (beliebig einsetztbar)wüßte. In diesem Falle also die Angela Merkel. Ich habe immer das Gefühl, die weiß das schon alles. Es ist ihr aber nicht so wichtig. Aber am meisten gibt mir im Moment zu denken, dass die Mehrheit der Menschen in diesem Lande wohl so wählen werden, wie es der vorauseilende Triumphalismus, den ich bei den üblichen Verdächtigen allerorten ausmache, ahnen lässt. Die wählen schwarz-gelb und mir wird Himmelangst darum. Diese Angst vor der linken Gefahr und diese apolitische Tradition bei der schweigenden Mehrheit. Das ist schon ziemlich erschreckend. |
|
|
Es muss natürlich heißen Wenn das - ein "s" muss weg. Man muss hier immer erst in einen Editor schreiben, der Freitag spendiert keinen außerhalb der Blogbeiträge.
:-((( |
|
|
Hallo Magda,
ich habe auch den Eindruck, dass viele Frauen, die damals Merkel gewählt haben weil mal eine Frau Kanzlerin werden sollte, sich nun nicht eingestehen wollen, dass sie so daneben lagen. Zur "schweigenden Mehrheit" der Deutschen werde ich einen Artikel schreiben. Ich nenne diese Gruppe einfach mal: "German Trash". |
|
|
Liebe Magda;
danke für Deinen Kommentar! Nein, so naiv bin ich nicht (mehr), zu glauben, wenn Angela das wüsste... Natürlich weiss sie das und denkt "Schiet drupp", wie man hier sagt. - Dagegen glaube ich an die publicitiygeile Angela Merkel, die, würde sie ein paar Mal mit Armut (s.o.) abgebildet und gleichzeitig mit einiger ihrer Aussagen konfrontiert, ins Rumeiern käme - nicht innerlich, aber vor den Kameras. Oder ist sie inzwischen völlig abgebrüht? Mit dem zweiten Absatz hast Du deprimierenderweise wohl recht. Das nimmt mir so den rechten Schwung, für Wahlkampfarena und so. Es ist so sicher, wie es ausgehen wird. Nur die Höhe der Zahlen, was die FDP angeht, wird uns wohl noch unangenehm überraschen. Warum ist das Gedächtnis vieler Leute nur so kurz, was die FDP angeht? Eine typische Gewinnlerpartei, ohne Profil und Programm . unfassbar, dass sie einmal mehr vom Verdruss (CDU) und der Angst (Linke) der Wähler profitieren soll. Erinnert sich noch einer an Guido und das Spassmobil?? Was mir auch auffällt: Westerwelle ist auffallend still in letzter Zeit. Wurde ihm ein Maulkorb verpasst, damit er nicht die falschen ins Bein beisst? (Bzw.: in seinem Fall wird es wohl eher ein ans-Bein-pinkeln.... Herzlich, Anna |
|
|
Lieber Streifzug;
glaubst Du wirklich, dass es viele Frauen waren, die Merkel aufgrund ihrer Weiblichkeit gewählt haben? Ich halte den Anteil für gering - oder ich hoffe es zumindest. Herzlich, Anna |
|
|
Hallo Anna,
hier spricht Streifzug ;) Ich denke, dass ~ 35% der Frauen nach dem Kriterium entschieden haben, sehr zurückhaltend geschätzt. |
|
|
@Streifzug:
Wir bewegen uns ja jetzt im Bereich der Spekulation, das könnte also uferlos werden.... Allerdings denke ich, dass Du dich verschätzt. Viel grösser dürfte der Bestandteil der Frauen sein bzw. genauso gross, der sie NICHT gewählt hat, weil sie eine Frau ist (siehe auch Tessas Kommentar gerade bei Katrin Rönickes "In fremden Händen"). Herzlich, Anna |
|
|
Hallo Anna,
Tessa hab ich gelesen. Das ganze Leben bewegt sich im Bereich der Spekulation. 35% haben sie gewählt, weil sie Frau ist, 35% haben sie nicht gewählt, weil sie Frau ist und 30& haben sie gewählt, weil sie keine Frau ist ;) |
|
|
Hallo Streifzug;
Sehr hübsch:))). Wobei Dein ersten Satz mich fast in eine seelische Krise stürzt. Zumindest macht er mich nachdenklich: "Das ganze Leben bewegt sich im Bereich der Spekulation". Das ist ja fast so wie dieser Satz, wonach alles, was Sapß macht, dick macht, zu teuer ist oder verboten. Ich prüfe also nach: Hm, also schwanger bin bzw. war ich definitiv. Da ist nix mit Spekulation, auch nicht im Bereich. Mit der Liebe siehts da schon anders aus ... Spekulation oder Definitionssache? Herzlich, Anna |
|
|
Hi Magda;
jetzt haben wir des Rätsels Lösung, warum alle und immer mehr FDP... Gerade erschien es auf der BILD. online: Nach einer Umfrage der Zeitung CICERO (das war auch die, wo damals Eva Herman..), jedenfalls, danach HABEN FDP-WÄHLER AM HÄUFIGSTEN SEX! Herzlich, Anna |
|
|
Hallo Anna,
Das ganze Leben bewegt sich im Bereich der Spekulation. Nicht: Das ganze Leben ist Spekulation. Es gibt einzelne Inseln der Ordnung im Meer des Chaos :) Beruhigt dich das wieder? |
|
|
Hallo Anna,
fragt sich nur wie, mit was oder wem, wenn dabei sowas wie Guido W. rauskommt. |
|
|
@ streifzug - "Ich denke, dass ~ 35% der Frauen nach dem Kriterium entschieden haben, sehr zurückhaltend geschätzt."
Nee, das glaube ich nicht. Möglicherweise war damals - innerhalb der etwas chaotischen CDU - Angela als Trümmerfrau ganz gern gesehen. Die hatten ja damals auch so Identitätsprobleme. Aber, dass Frauen eine andere Frau wegen der Weiblichkeit wählen, nee... |
|
|
"jedenfalls, danach HABEN FDP-WÄHLER AM HÄUFIGSTEN SEX!"
Ha, womit? Mit einem Vibrator, mit Guido Westerwelle oder mit ihrem Steuerprüfer? |
|
|
Mit den Umfragen ist es momentan so eine Sache. Schwarz-Gelb schwächelt in den inoffiziellen Umfragen sehr stark. Also versucht man es mit Sex. Sex sells.
Bei der FDP muss man bei Zahlen eh aufpassen. Die Anwesenheitsprozente von Koch-Mehrin sprechen Bände. Andererseits kann es auch eine Erklärung sein, warum sie so wenig anwesend war :) |
|
|
Streifzug, Du scheinst heute wirklich, scharfsinnig etc., in Hochform :) Jetzt weiss ich auch, warum die Gazetten immer das Attribut "schön" im Zusammenhang mit ihr erwähnt haben...
|
|
|
Anna,
wie heute? Streifzug ist ein anderes Wort für Hochform ;) |
|
|
@Streifzug:
"Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter..." oder: Poesiealbumsprüche, die wir schon immer bescheuert fanden (ich jedenfalls). Dito "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein..." Dürfte Dir auch unbekannt sein :) |
|
|
@Streifzug:
"Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter..." oder: Poesiealbumsprüche, die wir schon immer bescheuert fanden (ich jedenfalls). Dito "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein..." Dürfte Dir auch unbekannt sein :) |
|
|
Anna,
Drei der Grazien gibt's, nur eine Venus! Die Veilchen will ich zum Strauße gereiht, aber die Rose allein. Friedrich Hebbel |
|
|
"Mit dem zweiten Absatz hast Du deprimierenderweise wohl recht. Das nimmt mir so den rechten Schwung, für Wahlkampfarena und so. Es ist so sicher, wie es ausgehen wird. Nur die Höhe der Zahlen, was die FDP angeht, wird uns wohl noch unangenehm überraschen."
Die aufgeführten Zahlen/Prognosen sind doch schon Teil des Wahlkampfs. Da würde ich erst mal nix drauf geben. Wer hat die Wahlprognose erstellt, in wessen Auftrag, mit welchem vorher gewünschten Ergebnis? Das ist hat doch nur den Zweck, daß die Leute zuhause bleiben am Wahltag, weil sie meinen, es sei eh schon alles gelaufen. Bloß nicht darauf reinfallen. Nicht den Schmuh wiederholen, der uns vorgekäut wird. Ich erinnere an die letzte Wahlen. Da waren es auch immer nur ganz wenige Stimmen am Ende, die die Entscheidung brachten. |
|
|
"FDP-Wähler haben am häufigsten Sex."
Daher also der Satz: Dumm f.... gut (und oft). |
|
|
Hallo Titta;
das nimmt mir zwar den Schwung, aber nicht meine Stimme:) Ich meine die, mit der ich wähle. Ernsthaft: Ich habe noch nie durch Nichtwählen abgestimmt - vermeintlich. Klingt jetzt vielleicht nach Platitüde, oder pathetisch; (ach nein, ich glaube, wir verstehen uns da schon). Musste ich gerade wieder dran denken wegen der Promis, Sarah Kuttner und so und dem Spot mit dem Nicht-Wählen. Selbst satirisch finde ich das einfach nur blöd. Herzlich, Anna |
|
|
@Streifzug:
Hebbel! Ich bin beeindruckt. Ich habe seinerzeit auch Deutsche Literaturwissenschaft studiert - aber noch nie was von ihm gelesen. Habe ich was verpasst? |
|
|
Anna,
es ging nur um das Veilchen und die Rose :) Um es zu relativieren nun: Das Herz einer leichtlebigen Frau gleicht der Rose, von der jeder Liebhaber ein Blatt abreißt. Dem Gatten bleibt nur der Dorn. Sophie Arnould |
|
|
@Streifzug:
Ich freue mich immer über die Anregungen hier in der Community. Schlage also Sophie Arnould nach (virtuell, also Google). Finde folgendes unter de.wikipedia.org/wiki/Sophie_Arnould "Dass sie dabei von lockern Sitten gewesen, dürfte nach allem unbezweifelt sein". Ist ja ein bisschen schwammig und eigenartig formuliert, erklärt aber ihr Bonmot oben. Was sie allerdings nicht unbedingt sympathisch macht: "Durch die Vermittlung des Polizeiministers Joseph Fouché gewährte ihr der Staat eine Pension und freie Wohnung (...)" Der fiese Fouché! Wahrscheinlich war er einer ihrer Liebhaber. Den Bilder nach zu urteilen war sie sehr schön... Wieder den Horizont erweitert. Danke, Streifzug! Verrate mir aber bitte: Wie kamst Du auf sie? Oder kanntest Du ihre Sammlung von Bonmots, die "Arnoldiana"? Herzlich, Anna |
|
|
Anna,
also, zur Sophie Arnould ging man damals einfach. "In ihrem Haus empfing sie die geistreichsten und gelehrtesten Männer ihrer Zeit; selbst d’Alembert, Diderot, Mably, Duclos und J. J. Rousseau sowie Benjamin Franklin ehrten sie durch ihre Besuche." "Durch die Vermittlung des Polizeiministers Joseph Fouché gewährte ihr der Staat eine Pension und freie Wohnung im Hotel d´Angevillers - wo sie ebenfalls der Mittelpunkt eines Kreises von Dichtern, Künstlern und Philosophen war, bis sie ihre Augen schloss." So war das damals. Lang ist es her. Ich merk, ich werde älter ;) |
|
|
@Streifzug:
Ich vergesse immer - Widder im Widder. ;) Das zweite Zitat lässt vermuten, dass Du in einem früheren Leben Fouchè...? Hätte ich mir denken können. Auch eine interessante Frage an die Community: "Welche Person der Geschichte waren Sie, wenn, in einem früheren Leben? Oder, welche wären Sie gern gewesen?" Herzlich, Anna |
|
|
Hallo Anna,
du hast dich ja umgetauft und das "geliebte" Dorothea eliminiert. Das erinnert mich an meine Zeit als Richelieu, aber davon später mehr :) |
|
|
@Streifzug:
Das war gar nicht so "geliebt", sondern sollte zur Abgrenzung gegen andere Annas dienen. Ausserdem ist es wirklich mein zweiter Name, nach der Großmutter. Und überhaupt, Du weisst schon, Dorothea die Große... Herzlich, Anna |
|
|
Anna,
Der Name Dorothea setzt sich aus den griechischen Wörtern doron für ‚Gabe‘, ‚Geschenk‘ und theos für ‚Gott‘ zusammen und bedeutet daher Geschenk Gottes oder Gottesgabe. Und das hat du nun gestrichen? |
|
|
Fregatte Dorothea, zwei nach der zweiten Ehefrau des Großen Kurfürsten benannte kurbrandenburgische Kriegsschiffe :)
|
|
|
Anna,
dann also ein Palindrom, Liebreiz, Anmut, Gnade. |
|
|
Streifzug;
ich habe ja noch "Anna", was Anmut, Liebreiz, Gnade bedeutet...und von Hannah kommt, die wiederum, nach hebräischer Überlieferung, die Großmutter von Jesus war. So heisse ich übrigens auch wirklich, nur in abgewandelter Form... Ich bin eben wahrheitsliebend :) |
|
|
Anita ist es aber nicht.
|
|
|
Frau Merkel hätte sicher einige warme Worte parat:
Wir dürfen die Augen nicht vor den Problemen verschließen, die es in diesem Land gibt. Die Menschen dürfen nicht alleine gelassen werden. Wir als CDU wollen jeder Bürgerin und jedem Bürger, die Möglichkeit geben ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Dabei achten wir darauf gerade die Schwächsten nicht auszugrenzen, sondern wollen sie in die Mitte der Gesellschaft zurückrühren. Doch der Staat kann dem einzelnen nicht die Verantwortung abnehmen, das würde ihn überfordern. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung mit den betroffenen Menschen, können wir die Verhältnisse in diesem Land noch weiter verbessern. Die harten Einschnitte waren nötig, gerade um den Schwachen in diesem Land auch langfristig eine Perspektive zu bieten, denn niemand hat das Recht sich in der sozialen Hängematte auszuruhen. Und hier haben wir in der FDP einen starken Partner, der uns auf unserem Weg zu mehr Wohlstand und Freiheit für alle zur Seite stehen kann. Sozial ist was Arbeit schafft. Entschuldigen Sie ich muss jetzt zum Buffet, sonst ist kein Hummer mehr da... |
|
|
Ha, geoutet, der Ghostwriter von Merkel.
|
|
|
Bei den Worten aus deinem Mund, merdeister, ist mir erst recht aufgefallen, wie vereinnahmend das Denken dieser Politik ist.
WIR bestimmen, wo die Mitte der Gesellschaft ist. WIR bestimmen, was gut in dieser Gesellschaft ist. Ekelhaft!!! |
|
|
Hi Merdeister;
jetzt mal ehrlich: Welcher Politiker verbirgt sich wirklich hinter Ihrem Nickname? :) to be continued: "Ich musste die vier SPD-Minister entlassen, aber es ist mir sehr, sehr schwergefallen" (Peter Harry Carstensen vorgestern)... "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".... Herzlich, Anna |
|
|
@ Streifzug: Erwischt!
Ekelhaft? Ja, ich war vor allem erstaunt und erschrocken, wie leicht mir diese Worte von den Fingern sprangen. @ Anna: Mein Name ist Oskar Steinmeier Kühn, geborener Kohl mit dem Hang zur Westerwelle |
|
|
@merdeister:
Westerwelle? Klingt nach La-Ola_Welle, vielleicht MIT Schunkeln, à la Spassmobil... Oder ist es etwas zum Essen, etwa wie die Donauwelle? Nur etwas zu süss, viel Luft im Teig, satt macht es schon gar nicht, und zu gesundheitlichen Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Wahlberater... :) Herzlich, Anna |
|
|
Hallo Anna,
wir waren ja fast nachbarn, ich habe früher in der stresemannstr gewohnt und dann in die polohemd-vorhölle harvestehude gezogen. ich weiss nicht, was ich von der hamburger tafel und ähnlichen organisationen halten soll. einerseits lindern sie die not der menschen und machen das untragbare tragbar und andererseits unterstützen sie die verursacher dieser sozialen missstände, in dem sie deren defizite verdecken, durch hingeworfenes futter nimmt man den menschen widerstandswillen. in abhängigkeit der sozialen und mildtätigen dienste wird der frust, der ärger und auch die misere der menschen gebunden. |
|
|
Hallo outnumber, zum zweitenmal heute :)
von der Strese nach Harvestehude, wenn das keinen Kulturschock gab! Ich bin auch gespalten, was die "Tafel" etc. angeht, allerdings aus anderen Gründen als Du: Vor diesem Hintergrund macht es sich z.B. der Hamburger Senat zu einfach, er wälzt zunehmend seine Fürsorge auf Spender, Stiftungen und karitative Einrichtungen ab (s. "Spendenparlament"). Damit stiehlt er sich aus der Verantwortung, je mehr dieser Einrichtungen solche Aufgaben übernehmen. "durch hingeworfenes futter nimmt man den menschen widerstandswillen. in abhängigkeit der sozialen und mildtätigen dienste wird der frust, der ärger und auch die misere der menschen gebunden." Sicher gibt es das. Z. B. Menschen, die schon in zweiter oder dritter Generation von Sozialhilfe leben. Die resigniert haben. Trotzdem bewerte ich die Verdienste solcher Projekte sehr viel höher als die "Nachteile", die Du oben benennst. Gerade bei Obachlosen. Sie haben oft keine Familie mehr, keine Lobby. Auf der Strasse bist Du absolut schutzlos. Da geht es beim Überleben auch um das Gefühl, das sich jemand um Dich kümmert. Um Wärme, im übertragenen Sinn. Obdachlose haben oft nicht gelernt, für sich zu sorgen, so wie Du es in Deinem anderen Blog für Deine Schwester tust. Der Mitternachtsbus "spielt" daauch ein bisschen Mama oder Papa, und das haben sie immer noch bitter nötig. Abgesehen davon, dass Obdachlose im Winter, gerade wegen der Kälte, oft trinken, dadurch wiederum Gefahr laufen, beim Übernachten im zu dünnen Schlafsack zu erfrieren... Da kann es gar nicht genug Busse mit guten Schlafsäcken, dicken Iso-Matten und heisser Suppe geben. Herzlich, Anna |
|
|
Beim zweitenmal "Lesen" fällt mir auf, wie herablassend das möglicherweise klingt - Obachlose. Die Obdachlosen...
Das möchte ich auf keinen Fall. Der Grat, auf dem wir (fast) alle wandeln, ist so schmal... Mir ist das häufig bewusst, oder ich versuche mich daran zu erinnern. Was uns trennt, ist bestenfalls eine glücklichere Kindheit... etwas Glück, bessere Gesundheit. Jedenfalls ist es meistens nicht unser Verdienst, dass WIR nicht auf der Strasse leben. So sehe ich das, und es ist mir wichtig, das hier deutlich zu machen. |
|
|
Das ist so wie mit "Behinderten". Man sollte eigentlich sagen: "Menschen ohne Obdach" und "Menschen mit Behinderung". Aber das holpert in so manchem Satz und Gespräch doch sehr. Außerdem hat der Respekt den man Menschen entgegenbringt nicht davon ab, wie man sie nennt, sondern wie man über sie denkt.
|
|
|
Danke, merdeister! Trotzdem kann sich da eben auch etwas Ausgrenzendes vermitteln, wie Du ja weisst. Hier in HH gibt es diese Zeitung, "Hinz & Kunzt", sie wird von Obdachlosen verkauft, die somit Arbeit nachweisen können und auf diesem Weg dann auch die Chance haben, eine Wohnung zu finden. Das klappt oft. Die Zeitung ist gut, viele "Obdachlose" berichten darin, wie das kam, das Auf-der-Straße-leben... Gerade in der letzten Ausgabe war einer, der hatte einen mittelständischen, gutgehenden Betrieb, mehrere Angestellte. Dann sprang sein Hauptauftraggeber plötzlich ab, er konnte seine Leute nicht mehr bezahlen, die Ehe zerbrach... Er schämte sich so, dass er Hals-über-Kopf die kleine Stadt verließ, in der er gelebt hat. Aus Scham hat er sogar den Kontakt zu seinen Kinder abgebrochen.
Spätestens da kann sich doch keiner mehr einreden, dass ihm das nie passieren könnte. |
|
|
Ich habe den Artikel nicht gelesen, deshalb kann ich auch nichts dazu sagen. Tut mir leid. Meinungslose Grüße
|
|
|
liebe geistreicher/innen, so wie ihr über die wahlkämpfer/innen redet und auch über die wähler/innen, muss ich an eurem demokratischen sinn zweifeln. wie konntet ihr nur auf solche abwege im politischen denken geraten? wie könnt ihr am guten ausgang dieser wahl(en) den geringsten zweifel hegen?
gehet in euch und kommet geläutert wieder hervor! |
|
|
Lieber h.yuren;
ich gehe davon aus, dass das Ironie ist :) "wie könnt ihr am guten ausgang dieser wahl(en) den geringsten zweifel hegen?" Der "gute Ausgang" ist natürlich relativ - da ich aber Ihre Blogs bisher verfolgt habe, meine ich zu wissen, aus welcher Richtung sie gucken. Warum aber zweifeln Sie an unserm/ meinem demokratischen Sinn....? Gerade im realistischen Einschätzen des Wahlausgangs vorab (spätestens seit "Ulla und die Autos" ist wohl alles klar) liegt auch eine Chance: Mit meinem Stimmzettel könnte ich/ wir auch klarmachen, was alles nicht (mehr) geht, und was wirklich Thema ist... |
|
|
liebe anna, es tut mir leid, ein wenig, ich spreche und schreibe fast immer so, dass die leut sich oft fragen, wie der das meint, weil sie was merken.
arundhati roy sagt, dass sie obama für ein symbol hält, doch am steigenden abwärtstrend des systems werde sich gar nichts ändern. us-amerika ist eine demokratie wie auch indien. verstehst du nun meine rede vom guten ende der wahl? herzlich h.y |
|
|
Hallo,
ich verstehe nicht wo die Polemik ist. Was ich aber vestehe ist, das mit dem Geplaudere über Frau Merkel der Kern auf den sich der Artikel stützt reproduziert wird. Glaubt wirklich jemand das das Elend (Arme u.s.w) weggewählt werden kann, resp. herbeigewählt wurde? Das alles währe auch genau so wenn Micky Maus gewählt worden währe, dann allerdings würde ich auch Ansätze von Polemik erkennen. Mind. 35% Gruß Onyx |
|
|
Hallo Onyx;
die Polemik lag für mich in den Fragen am Schluss: So missionarisch, so predigend, so vorwurfsvoll würde ich sonst nicht fragen, das wäre für mich, ohne den Hinweis, dass ich hier absichtlich polemisch bin, also die Sache überziehe, unerträglich... "Glaubt wirklich jemand das das Elend (Arme u.s.w) weggewählt werden kann, resp. herbeigewählt wurde?" Herbeigewählt vielleicht nicht, aber verstärkt. Indem sich jemand z.B. gegen Mindestlöhne und Aufstockungen von sozialen Leistungen wehrt. Herzlich, Anna |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen