Anna Dorothea

Aus Hamburg

30.05.2009 | 13:47

Dringender Appell an die "Freitags-Redaktion"

Gestern hatte ich hier meinen Blog "Andere Journalisten für einen neuen Journalismus" gepostet - ein Thema, das z.Zt. in sämtlichen Medien diskutiert wird. Also gesellschaftlich relevant und daher im "Freitag" für Blogger und  Redakteure relevant. 

34 Kommentare gab es, einschließlich meiner Antworten. Darunter von den Redakteuren des "Freitag"? Keine einzige. Das verstärkt den Eindruck, den ich seit mehreren Wochen hier habe:

Von der in meinem o.g. Blog beschriebenen Arroganz kann ich die Redakteure des "Freitag" als Kollektiv nicht ganz frei sprechen. In den Anfangswochen beteiligten sich noch einige an den Diskussionen hier oder kommentierten. Es waren übrigens immer die gleichen.Das ist in den vergangenen Wochen aber zunehmend weniger geworden - die Community wird immer mehr sich selbst überlassen. Sie  kommt zurecht, ohne Zweifel - aber Ausgangspunkt war mal ein anderer.

Jakob Augstein hatte mit der Vernetzung von Zeitung und Community eine wunderbare Idee und den Mut, sie umzusetzen. Seinen Idealen und seiner Begeisterung, die er ja auch hier des öfteren dargestellt hat, konnte ich immer folgen. Allerdings hege ich seit einiger Zeit den Verdacht, dass ihm die Redaktion da nicht immer folgt, was den Austausch der Redakteure mit den Bloggern betrifft.

Oder, Herr Grassmann, wie kommt es, dass z.B. Sie sich - als Chefredakteur - nie an den Diskussionen beteiligen? Dass ich keine Kommentare in der Community von Ihnen lese? Blogs, die Ihres Kommentars würdig wären, gibt es hier wahrhaftig genug!

Die Chefin der Hamburger Akademie für Publizistik, Annette Hillebrand, verneinte  in einem heute erschienenen Interview  http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1026680/Crossmedial-denken-handeln-und-fuehren.html   die Frage, ob Blogger Journalisten ersetzen können. Ich fürchte, dass sie sich hier gewaltig irrt. Wenn wir, die Journalisten, Blogger - und ich schreibe hier in Personalunion, also janusköpfig - nicht endlich ernst nehmen, wird uns der Laden um die Ohren fliegen. Wir haben soviel verschlafen und hinterher gejammert: Hier können wir es uns nicht mehr leisten! 

Der Relaunch des "Freitag"aber wurde sogar von der Idee "Blogger und Redaktion auf Augenhöhe" getragen und zum Teil legitimiert. Ich nehme wahr, dass zur Zeit die Printausgabe auf Hochglanz poliert wird. Das ist schön und wichtig. Trotzdem: Die Community darf dabei nicht vernachlässigt werden. Das Scheitern dieser Idee würde auch die Zeitung selber treffen.

Adressiert an die Redaktion: Es ist nie zu spät, umdzudenken und abzusteigen - vom gewaltig hohen Journalisten-Ross nämlich. Da saßen wir vermutlich alle mal drauf, ich nehme mich da nicht aus. Aber, tempi passati: Die Zeiten sind vorbei, und das ist auch gut so. Ich versichere Ihnen, Sie werden viele neue Erfahrungen machen, und lernen. Und das ist doch immer gut, oder?

 

 

 

 

 

 
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Kommentare
Magda schrieb am 30.05.2009 um 14:25
Hallo,
mich stört auch diese partielle Ruhe von seiten der Redaktion. Es ist ein hierarchisches Schweigen. Die andere Seite, die ich mir immer vor Augen halte. Die sind auch alle ziemlich im Stress - ich nehme das an.
Aber im Prinzip ist die Idee, der Verflechtung und Vernetzung bei diesem Freitag-Experiment die einzige, die tragen wird. Diese "Ich steige zum Publizisten auf"- Philosphie ist zwar nett, aber sie verhindert auch Dinge. In der Blogger-Abteilung werden viele Debatten geführt, die kann man gar nicht publizistisch, printmässig benutzen. Man muss sie - in ihrem Medium - pflegen. Na, wolln mal sehen.
Tessa schrieb am 30.05.2009 um 14:52
Liebe Magda,
genau da fängt "der neue Journalismus" ja an: Bloggen, Austausch, Texte, die online funktionieren. Davon, dass Qualitätsjournalismus an die Druckschwärze gebunden ist, muss man sich dringend befreien. Auch davon, dass Diskussionen in Blogs nicht relevant sind. Wir brauchen Offenheit für neue Formen und ein sich wandelndes Berufsbild. Und wie ich eben schon beii Annas anderem Text schrieb: Die Diskussion darüber, wer seinen Job nun besser macht (Blogger oder Journalisten), schwelt aus meiner Sicht allerdings schon zu lange, als sie noch als relevant zu betrachten. Was wichtig ist, ist zu erkennen, wie man zusammen arbeiten und wo man voneinander lernen kann.
Viele Grüße
Tessa
Magda schrieb am 30.05.2009 um 16:21
Ja, klar einverstanden, Tessa,
was Anna Dorothea moniert ist wie ich denke, nur, dass die Redaktion und die Bloggerszene sich noch ein bisschen besser verzahnen sollten. Aber, man kann sie dazu nicht zwingen.
Beste Grüße Magda
Magda schrieb am 30.05.2009 um 16:29
Hach und mir ist noch was eingefallen- wenn man es genau bedenkt, besitzt das Internet doch einen viel höheren Ewigkeitsfaktor als Druckerzeugnisse. Die liegen irgendwo rum, manchmal werden sie auch gesammelt, aber am Ende - wenn sie nicht systematisiert oder - erneut digitalisiert werden - sind sie weg.
Anders in der virtuellen Welt. Da bleiben sie für alle Zeiten, kreisen durch die digitale Welt. Selbst wenn einer sie löscht, irgendein anderer hat sie gespeichert und wenn man ein bis zwei Schlüsselworte aufruft, sind sie wieder da.

Kurzerhand: Wer blogt schreibt für die Ewigkeit (Auf diesen Spruch melde ich das Copyright an :-)))
Philip Grassmann schrieb am 31.05.2009 um 01:10
Liebe Anna Dorothea,
Sie haben sehr offen und direkt geschrieben, was Ihnen im Augenblick am Freitag nicht gefällt. Obwohl ich nicht mit allem einverstanden bin, was Sie kritisieren, freue ich mich über diese direkte Art der Auseinandersetzung. Weil sie konstruktiv ist. Und weil sie den Freitag weiterbringt. Ich will Ihnen ganz offen antworten: Ich stimme Ihnen in einigen Punkten zu. Aber nicht in allen.
Glauben Sie mir, es gibt in der Redaktion keine Arroganz gegenüber Bloggern. Wir machen keine Unterschiede zwischen Journalisten und Bloggern. Der einzige Maßstab, der für uns zählt, ist die Qualität eines Textes, die Originalität und die Überzeugungskraft eines Arguments. Deshalb verweisen wir ja auf der Freitag-Startseite auf viele Blogs aus der Community. Aber ich räume ein, dass wir mit dem Einbinden der Blogger in Print und Online noch viel weiter gehen können. Der Text von Joachim Losehand in der Print-Ausgabe 20 war ein erster Schritt. Weitere werden folgen.
Auch in einem anderen Punkt möchte ich Ihnen widersprechen: Die Redakteure beteiligen sich schon an Debatten. Nur geht es dabei fast ausschießlich um Debatten redaktioneller Texte. Und da sind wir dann auch beim Kern Ihrer Kritik und da muss ich Ihnen nun ohne Vorbehalte zustimmen: Es ist richtig, dass die Redaktion zu wenig mit der Community debattiert. Sie schreiben, (es klingt fast ein wenig bitter), dass die Community auch so zurecht komme. Das mag sein. Aber der Freitag wird auf Dauer nicht ohne die Community zurecht kommen. Deshalb müssen die Redakteure mehr in der Community unterwegs sein und debattieren. Das werden wir ändern und es ist gut, dass Sie uns auf diese Notwendigkeit so nachdrücklich hingewiesen haben.
Ich weiß, dass ich Sie nicht von den journalistischen Mäglichkeiten des Internets überzeugen muss, aber ich will Ihnen kurz eine Geschichte vom Guardian erzählen, die mich sehr beeindruckt hat.
Weiter gehts in Teil II.....
Philip Grassmann schrieb am 31.05.2009 um 01:13
Teil II zur Kritik von Anna Dorothea am Freitag
(...)
Die Redaktion des Guardian recherchierte vor einiger Zeit das Thema Steuerbetrug britischer Banken. Sie stellte einen Aufruf ins Netz, in dem sie die User bat, der Redaktion Material zu schicken. Nach einigen Tagen trafen per Email einige PDFs mit Zahlenkolonnen ein. Nur konnte sie niemand in der Redaktion deuten. Also startete der Gurdian einen zweiten Aufruf, diesmal, um die Zahlen zu entschlüsseln. Auch das gelang und der Guardian hatte eine große Geschichte. Wenig später änderte das britische Parlament die entsprechenden Gesetze, um solche Betrügereien auszuschließen.
Nun ist der Freitag nicht der Guardian und unsere Community ist natürlich viel kleiner. Aber mir geht es um das Prinzip. Und das ist richtig. Ich möchte deshalb die Community enger an unsere redaktionellen Planungen einbinden. Zum Beispiel, was die Wochenthemen anbelangt. Ich könnte mir gut vorstellen, ein Wochenthema, das wir in der Zeitung planen, schon einige Zeit vorher in der Community anzukündigen. Vielleicht gibt es Blogger, die dazu etwas schreiben wollen, Texte, die wir dann in der Zeitung drucken (und dann natürlich honorieren) Oder wir könnten in der Zeitung auf Blogs zu dem Wochenthema verweisen. Das gleiche gilt für Artikel oder Schwerpunktthemen. Wir könnten bei Interviews enger mit der Community zusammenarbeiten. Oder bei Recherchen. Es gibt noch viele Möglichkeiten. Der Freitag ist da erst am Anfang. Aber eines ist sicher: wir müssen die Community enger in die redaktionelle Arbeit einbinden. Und das werden wir tun.
Sie haben auch mich direkt angesprochen. Sie haben geschrieben, dass Sie von mir fast nie Kommentare in der Community lesen. Es liegt ein wenig an der Natur meines Jobs, dass ich mit vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt bin. Da kommt die Zeit zum Schreiben leicht zu kurz (und das trifft übrigens auf die Community genauso zu wie auf die Print-Ausgabe). Aber das soll keine Ausrede sein. Man muss sich die Zeit eben anders einteilen.
Vor uns liegt noch ein weiter Weg. Sie schreiben, viele neue Erfahrungen zu machen, sei gut. Da bin ich Ihrer Meinung. Wir beim Freitag sind dafür ebenso offen wie für konstruktive Kritik.
Viele Grüße, Ihr Philip Grassmann
Streifzug schrieb am 31.05.2009 um 01:47
Was soll das denn werden? Ein Camp von willigen billigen Hilfskräften? Grassmann gibt die Themen vor und dann wird eingebunden. Kriegen die Blogger auch nette gestreifte Anzüge?

Liebe bisherige Journalisten bei "der Freitag" schaut her: Wenn ihr nicht artig seid, landet ihr als Blogger im Pool.
Jörn Kabisch schrieb am 31.05.2009 um 10:03
lieber streifzug,
nein, schlimmer, wir stecken die leute in nährlösung und schließen sie an die freitag-matrix an:)

aber im ernst, was wären denn so Ihre Ideen?
Streifzug schrieb am 31.05.2009 um 10:24
Freitag-Matrix ist ein origineller Gedanke. Jetzt muss er nur noch positiv besetzt werden.
Streifzug schrieb am 31.05.2009 um 10:41
@Jörn Kabisch

Während Herr Grassmann weiter an seine tolle Idee glaubt, drehen wir die Welt einfach weiter.

Diese Idee ist in meinen Augen nichts mehr als ein weiter so mit anderen Mitteln. Hand aufs Herz Herr Kabisch. Ist die GrassmannIdee etwas was Journalisten und Blogger näher bringen würde? Etwas, was die untergründige Angst vor Bloggern und der Gefahr die von ihnen für feste Arbeitsplätze ausgeht, beseitigen oder mildern würde? Eine win-win Situation?

Bringt es wirklich weiter, wenn eine gegebene Sicht nun auch noch durch die Hirne von Bloggern gedrückt würde, bevor sie den Lesern auf den Teller gelegt wird?

Sagen Sie es frei von der Leber weg. Es bleibt doch hier unter uns.
Anna Dorothea schrieb am 01.06.2009 um 09:50
Lieber Philip Grassmann;

vielen Dank für Ihre ausführliche und ehrliche Antwort. Wie Sie mit Kritik umgehen, imponiert mir. Und ist einmal mehr ein Qualitätsmerkmal des "Freitag". Das mit der Arroganz nehme ich also sofort zurück.

Dass die Aufgaben eines Chefredakteurs vielfältig sind, ist mir natürlich bekannt. Aber die Vernetzung von Community und Redaktion war ein Versprechen, und das muss von beiden Seiten eingehalten werden. Die Arbeitszeit dafür muss sozusagen mit eingerechnet werden. Das sagt sich natürlich sehr leicht.

"(...) Sie schreiben, (es klingt fast ein wenig bitter), dass die Community auch so zurecht komme..."

Das war tatsächlich etwas bitter von meiner Seite. "Zurecht kommen" heisst ja auch, man wurschtelt so so vor sich hin, und die Tendenz sehe ich hier manchmal. Die Community braucht nicht nur die Beteiligung am Print (das finde ich zwar an Ihren Vorschlägen sehr interessant, ist für mich aber nicht das Wichtigste): Sie braucht vor allem auch die Kommentare der Redakteure, die manchmal moderierend wirken können. Das tut der Community gut, sonst wird sie eine beliebige, wie es schon so viele gibt. Oder zunehmend eine Gemeinschaft von Gesinnungsgenossen, die gegenseitig Ihre Meinung abnicken... Das darf nicht passieren. Die Blogs und Kommentare hier sind oft hochkarätig, das müssen sie bleiben.

Ihre Kommentare, gerade die von Ihnen kämen auch einer Würdigung der Community gleich, nicht nur des jeweiligen BLogs.
Deswegen sind sie ebenfalls wichtig.

Was das Lernen angeht, und die neuen Erfahrungen: Das habe ich, wenn es auch vielleicht etwas schnippisch klang, ernst gemeint. Matthias Döpfner (mit dem ich bisher eher selten übereinstimmte; er war mal mein Chef), hat vor kurzem in einem Interview gesagt, das Internet diszipliniere den Journalismus.

Das erlebe ich hier in der Community: Solange ich nur an den unsichtbaren Leser hinschreibe, kann ich mir viel vormachen: Wie gut der Artikel ist und meine Argumentationskette... Hier aber wird jeder kleine Fehler sofort aufgedeckt, jedes Schwächeln sofort entlarvt. Das ist manchmal hart, aber eine gute Schule, die "demütig" macht.

In diesem Zusammenhang - ich bin kritisch, vor allem aber selbstkritisch - lerne ich auch gerade viel: Welche Themen in der Community von Interesse sind, und welche nicht. 34 Kommentare bei "Andere Journalisten...", dagegen 114 bei "Definitionsmacht". Da frage ich mich schon, ob ich hier richtig bin im Sinne von: Sind meine Blogs hier von allgemeinem Interesse? Wer hier auch Leser findet, und wie zum Teil die Kommentatoren sind, was sie schreiben: Das hat mich gerade, bei "Definitionsmacht" auch geschockt und macht mich nachdenklich.

Mit herzlichem Gruß, Ihre Anna
Philip Grassmann schrieb am 31.05.2009 um 10:05
Lieber Streifzug, warum so negativ? Es ist ein Angebot. Eine Idee. Nicht mehr, nicht weniger. Ich glaube, dass es eine gute Idee ist. Wir werden es einfach ausprobieren. Und dann weitersehen.
Viele Grüße, Ihr Philip Grassmann
Jörn Kabisch schrieb am 31.05.2009 um 11:43
Liebe anna-dorothea, lieber streifzug,
meine Antwort fällt zu lange aus. Ich habe sie deswegen in meinen Blog eingestellt.
Bildungswirt schrieb am 01.06.2009 um 20:18
Ist denn nicht alles zum Verhältnis von Journalisten/Bloggern/Publizisten/ setze deine Lieblingsbezeichung ein/ gesagt? Ja, aber nicht von jedem/jeder. Mehr Kommunikation, Interaktion - jeder mit jedem - alles okay. Nur wer soll die Arbeit leisten, etwas Geduld in der Community.
Auffällig ist allerdings, dass von Bloggern bei vielen wichtigen Themen im Redaktionsteil deutlich weniger kommentiert wird? Woran das wohl liegt?
Dass die Redakteure mehr in die Gänge kommen müssen, klar, wir werden sehen.
Vgl. auch Philip Grassmann: Zeit der Veränderung ...
Ich halte fest: WIR alle sind im Freitag auf einem guten Weg. Und @ streifzug: Du weiß das auch!
Gruß BW
Anna Dorothea schrieb am 02.06.2009 um 09:10
Danke, lieber Bildungswirt. Natürlich ist der "Freitag" auf einem guten Weg. Immer noch die grosse Ausnahme, wie ich ja auch schon es öfteren geschrieben habe. (Von mir gabs immer jede Menge Lob, wie du vielleicht auch schon gelesen hast?)

Sehr lesens- und bedenkenswert: Die Vorschläge von Friedland im Blog von Jörn Kabisch.

Herzlich, Anna
Bildungswirt schrieb am 02.06.2009 um 09:24
Liebe Anna,
wir sind uns weitgehend einig. Das schreibe ich auch mal gerne, um nicht ständig nur "Kritik und Differenz" zu betonen.
Jörn Kabisch und Friedland hab ich gelesen.Zustimmung.

Insgesamt wäre es mir jedoch viel lieber , wenn wir deutlich mehr Leute aus dem Gewerkschaftsmilieu als Blogger gewinnen könnten. Dass z.B. auf einen Beitrag von Detef Hensche beim Wochenthema Gewerkschaften, Arbeitskampf, Zukunft" so gut wie keine Reaktion kommt, ist eher peinlich. Das trifft die Communitiy und sagt auch etwas über die monemtane Zusammensetzung.
Selbstverständnisdebatten sollten vor allem inhaltlich geführt werden. Wie wir den Sätzeformulierer nennen ist mir zweitrangig. Mich interessiert ausschließlich die Qualität der Texte.
Gruß BW
Anna Dorothea schrieb am 02.06.2009 um 09:49
Lieber Bildungswirt;

"Dass z.B. auf einen Beitrag von Detef Hensche beim Wochenthema Gewerkschaften, Arbeitskampf, Zukunft" so gut wie keine Reaktion kommt, ist eher peinlich."

Zustimmung meinerseits - und kurz der Griff an die eigene Nase: Wieso war mir dieser Beitrag entgangen? Was meinst Du mit

"Das trifft die Communitiy und sagt auch etwas über die monemtane Zusammensetzung."

und mit

"Selbstverständnisdebatten sollten vor allem inhaltlich geführt werden. Wie wir den Sätzeformulierer nennen ist mir zweitrangig. Mich interessiert ausschließlich die Qualität der Texte."

Ich will es immer ganz genau wissen - um Missverständnisse auszuschließen. Auf der Grundlage läßt sich dann noch besser weiterreden - falls nötig.

Herzlich, Anna
Bildungswirt schrieb am 02.06.2009 um 09:58
Liebe Anna,
"Ich will es immer ganz genau wissen - um Missverständnisse auszuschließen. Auf der Grundlage läßt sich dann noch besser weiterreden - falls nötig."
Da gibt es so ein bewährtes Prinzip. Der Leser sagt, was er versteht bzw. legt seine Interpretation offen. Nicht nur einfach zurückfragen und den Ball nicht spielen.
So, ich muss jetzt unbedingt GEld verdienen und den Freitag Freitag sein lassen ...
Bis später gen mal
gruß bw
Bildungswirt schrieb am 02.06.2009 um 21:46
Liebe Anna,
so, Geld verdient, einen neuen Blog-Beitrag geschrieben und jetzt noch ein paar Kommentare.
Also, was ich meinte:
Ein konsequentes Prinzip von Verstehen und Subjektivität heißt: Sag mir, was du verstanden hast und frage mich nicht, was ich meinte. So funktioniert Kommunikation am besten."Ganz genau wissen" heißt sein Verständnis auf den Tisch zu legen. Darauf kann der andere reagieren, dann kommt Diskussionsfluss auf.

Die momentane Zusammensetzung der Community (Hauptakteure), soweit ich das beurteilen kann, zeigt eher Studenten, akademischer Mittelbau, freie Berufe, akademische Arbeitslose und Personen mit viel Zeit. Das ist im gewissen Sinnen ein großer Vorteil und bezahlt dafür den Preis eingeschränkter Themen. Für meinen Geschmack zuviel Selbstbespiegelungen. Aber okay, das wird sich legen.Wenn nicht - dann wird in 1 bis 2 Jahren jeder seine Wege gehen. Solange bleibe ich jedenfalls an Bord.

Mehr gewerkschaftliche Blogger würde ich mir wünschen, das dauert allerdings, ist nicht so ihr Ausdrucksmedium.Es gibt aber eine ganze Menge schlauer Leute in den gewerkschaftlichen Apparaten. Esw wird durchaus registriert, was sich da im neuen Freitag tut.
Übrigens habe ich nochmal den Hensche -Artikel aufgerufen:
www.freitag.de/wochenthema/0918-gewerkschaften-sofortprogramm-arbeitskampf-wochenthema?searchterm=Detlef+Hensche
Dort hast du, ich und knorpeli kommentiert.Immerhin. Ansonsten armselig von der Community incl. Redaktion.
Gruß BW
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.06.2009 um 10:24
@ Welche Themen in der Community von Interesse sind, und welche nicht. 34 Kommentare bei "Andere Journalisten...", dagegen 114 bei "Definitionsmacht". Da frage ich mich schon, ob ich hier richtig bin im Sinne von: Sind meine Blogs hier von allgemeinem Interesse? Wer hier auch Leser findet, und wie zum Teil die Kommentatoren sind, was sie schreiben: Das hat mich gerade, bei "Definitionsmacht" auch geschockt und macht mich nachdenklich.

liebe anna,
hier im fotum lesen und schreiben journaliste und eben auch ganz andere berufsgruppen mit. diese fühlen sich villeicht von dem titel des thread nicht unbedingt angesprochen.

verbesserungsvorschlag an den online-freitag: bitte die hits eines threads sichtbar machen.
ausserdem muss diese seite neu gestaltet werden. in dieser form ist sie zu unübersichtlich. sag ich mal einfach so.

das dich die postings bei "antifee" schocken, liegt in der natur der sache. denn inm "antifee"-thread geht es um gewalt. also wird dort auch die sprache der gewalt benutzt.
gewalt betrifft eine größere gruppe der user hier. nämlich jeden!
dagegen kann dieser thread auch in einem philosophischen aber oberflächlichem hin- und hergeschreipsel vor sich hin plätschern.

weil das www die welt des journalismus verändert hat.
Anna Dorothea schrieb am 02.06.2009 um 10:39
Liebe Chriamar;

ja, einige Kommentare in "Definitionsmacht" haben mich fassungslos gemacht. Das passiert sonst nicht so leicht.

Auf alle Fälle: Wenn ich bisher dachte, links sein und Feminist sein im Sinne von: Für die gesellschaftliche und finanzielle Gleichstellung von Frauen sein - sei das Gleiche, wurde ich hier gründlich eines besseren belehrt.

Herzlich, Anna (ich hoffe, der Hund hat den Unfall überlebt!)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.06.2009 um 21:57
liebe anna,
der fogende satz von dir bringst es auf den punkt. besser kann man es nicht sagen:
"Auf alle Fälle: Wenn ich bisher dachte, links sein und Feminist sein im Sinne von: Für die gesellschaftliche und finanzielle Gleichstellung von Frauen sein - sei das Gleiche, wurde ich hier gründlich eines besseren belehrt. "

und ich freue mich über die nachfrage wie es dem hund geht. es geht ihm ausgezeichnet. dem damaligen agressor / katze auch.
lederleinen kann ich bei hunden ab 30kg nicht empfehlen.
Janusz Biene schrieb am 06.06.2009 um 17:28
Liebe Anna Dorothea, liebe Community-Mitglieder,

aktuell gilt es eine Möglichkeit der stärkeren Vernetzung von Redaktion und Community zu nutzen.

Unter www.freitag.de/community/blogs/janusz-biene/interview-zur-europawahl-schickt-uns-eure-fragen kann sich jeder einbringen und so das geplante Interview am Montag mitgestalten.

Also haut in die Tasten, ich freu mich auf Ideen und Fragen!
Viele Grüße, Ihr Janusz Biene
Anna Dorothea schrieb am 09.06.2009 um 08:05
Liebe JB;

leider war ich in den vergangenen Tagen nicht da und habe es deswegen zu spät gesehen.

Herzlich

Anna
ChristianBerlin schrieb am 09.06.2009 um 08:20
Lieber JB,

mir geht es ähnlich wie Anna. Ich war da, aber zu sehr mit meinem Beitrag beschäftigt. Der Inhalt stand in etwa fest, diesmal fehlten nur noch die Fakten. Die sind eingetreten.

Ich passe also jetzt wieder besser auf, wo ihr solche kurzfristigen Hinweise für die Community versteckt. ;)

LG Christian
Janusz Biene schrieb am 09.06.2009 um 16:43
Liebe Anna, lieber Christian,

das Interview steht jetzt online unter www.freitag.de/politik/0923-emanuel-richter-interview-europawahl. Kommentiert es gerne.

Wenn ihr Vorschläge/Wünsche für weitere Interviews habt - immer her damit. Ich würde mich freuen, wenn nächstes Mal mehr aus der Community zurückkommen würde. Am Besten kommentiert ihr meinen Blogbeitrag oder schreibt mir einfach eine Nachricht.

Herzliche Grüße,
Janusz
sport schrieb am 09.06.2009 um 23:49
Community bedeutet Gemeinschaft. Die kannst Du nicht per Dekret verordnen.Die Dinge brauchen Zeit um sich zu entwickeln. Es gibt im Netz schon sehr viele kurzatmige Akteure die einen Marathonlauf im Tempo eines 100 Meter Laufs angegangen sind. All die abgebrochenen Blogmodellversuche, Meinungsportale, Autorentreffpunkte etc. ergeben jetzt schon eine stattliche Anzahl an abgewrackten Internetprojekten. Der Freitag ist doch nicht mit dem Anspruch gestartet im ICE Tempo die Verzahnung von Print und Netz zu bewerkstelligen. Das Gras wächst auch nicht schneller wenn Du an den Grashalmen ziehst. Es bedarf auch nicht immer eines Kommentars. Ich bin überzeugt Deine Zeilen haben wesentlich mehr Menschen gelesen als es irgendeine Kommentaranzahl auszudrücken mag. Es gibt auch viele Leser im Netz die intensiv nach Zeilengold suchen ohne jedesmal einen Kommentar zu hinterlassen. Den Redakteuren Arroganz zu unterstellen halte ich nicht für fair. Bleib einfach gelassen. Noch ein Wort zur von Dir angesprochenen Thematik Ross mit Fallhöhe für Journalisten. Es gibt in Deutschland einige sehr gute Beispiele wo Menschen gute Journalisten und Blogger in einer Person sind. Stellvertretend nenne ich hier Jens Weinreich. Die meisten Journalisten haben eine solide Bodenständigkeit. Unter den Bloggern gibt es natürlich auch die unterschiedlichsten Menschen mit den individuellsten eigenen Blog-Intentionen. Die einen schreiben mit Leidenschaft und Sachverstand zu ihrem Kernthema. Andere wollen ein Buch promoten oder Ihr Webprojekt bekannt machen. Andere starten mit einem Masterplan. Einige gehen mit emotionalen Bauchgefühl einfach lustvoll und ohne Plan an die Sache, einige verkrampfen vor lauter Erwartungshaltung. Es gibt auch unterschiedliche Zeitfrequenzen und natürlich gibt es nicht den Blogger Mustermann.
Janusz Biene schrieb am 10.06.2009 um 09:45
Lieber Sportinsider,

ich vermute, die ersten Zeilen deines Kommentars sind an mich adressiert. Vielen Dank dafür!

Du hast sicher Recht, dass eine Community nicht mit einem Schlag aufgebaut und aktiviert werden kann. Das ist mir klar. Dennoch: Ich war vielleicht etwas zu schnell und ungestüm, ohne allerdings ein Dekret zu erlassen.

Deshalb: Ich freu mich auf die nächsten Versuche und bin zuversichtlich, dass diese Form der Vernetzung von Redaktion und Community bald funktioniert.

Viele Grüße,
Janusz Biene
Anna Dorothea
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