Lieber Jörn Kabisch; vielen Dank für dieses sehr interessante Interview: Ihnen für die klaren Fragen (dafür verzeihe ich Ihnen auch die kleine Suggestivfrage am Anfang "Gehört dazu nicht auch..."); und Jeff Jarvis für die ebenso klaren Antworten, in denen er fast ganz ohne "Bloggerchinesisch" auskommt, wofür ich ihm extra dankbar bin. "Ich habe im Volontariat gelernt, dass ein Journalist sein Interview nicht zu kommentieren hat. Dazu hatte er in der Interviewsituation genug Platz. Es ist eine Frage der Fairness. Also: Ich kann nicht mehr als auf die Auswahl des Interview-Partners und meine Fragen hinweisen, um auf die Kommentare hier zu reagieren." Kenne ich auch, vom Volontariat, und es ehrt Sie, dass Sie es hier genauso halten wollen; aber ich wünschte, Sie entschieden sich anders. Ist es nicht Zeit, diese Regel hier, in einem Blog zu Ihrem Interview, aufzubrechen? Ich bitte Sie herzlich darum, denn hier gäbe/gibt es eine Menge zu diskutieren. Z.B.: "...die Journalisten waren nicht ehrlich zu den Menschen. Die Öffentlichkeit ging dazu über, ihnen (...) zu misstrauen. (...) Um das wieder in Ordnung zu bringen, müssen sie dem Publikum gegenüber aufgeschlossener werden. Sie müssen das Vertrauen in den Journalismus wieder stärken." Unter meinem alten Namen "Anna Dorothea" hatte ich einen Blog geschrieben, "Neue Journalisten für einen neuen Journalismus", und da ging es mir unter anderem genau darum: "Der neue Journalist wird also Mut und Demut brauchen: Demut, um dem Leser/ Blogger endlich auf Augenhöhe zu begegnen...." (Auszug) (Es ist immer schön, das sage ich mir jetzt mal, ganz unbescheiden auf die eigene Schulter klopfend, wenn der eigene Standpunkt von jemandem wie Jeff Jarvis geteilt wird.) "Hauptaspekt der Qualitäts-debatte sollte sein: Was passiert, wenn irgendein Amateur da draußen sich journalistisch betätigt und das schlecht macht. Bedeutet das, dass wir damit den Journalismus zugrunde gerichtet haben? Ich glaube nicht. Wir sollten (...) diesem Menschen beibringen, wie man es besser macht. Die Journalisten waren nie großzügig in diesen Dingen, denn sie hatten das Monopol auf qualitativ guten Journalismus. Aber nun, da im Netz jeder seine eigene Zeitung machen kann, bin ich der Meinung, dass man als Journalist auch Lehrer sein muss. Wir müssen den Menschen dabei helfen, sich zu verbessern, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten wollen. Wir können die Qualität verbessern, wenn wir den Journalismus offener machen und wir Verantwortung gegenüber unseren Leser übernehmen." Nur: Wie wird das aussehen, wie kann das aussehen? Besonders das, was Jarvis im letzten Satz nennt. Ich fürchte unseriösen Journalismus im Netz, betrieben von Journalisten und Bloggern gleichermassen; es gibt auf beiden Seiten Menschen mit wenig Verantwortungsgefühl. Die gab es auch bei Journalisten schon immer; auf der einen Seite die, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen; auf der anderen die, die die Wahrheit gerne auch mal beugen, um einer Pointe willen oder um eine Geschichte rund zu kriegen. Dies ist bei Beiträgen, die "eingekauft" werden nicht ohne weiteres zu erkenne: Nicht für die Leser und auch nicht für die Redaktionen. Bei der Informationsflut und dem Zeitdruck lassen sich Geschichten aber nicht immer überprüfen. Wie werden wir (und da meine ich "uns Journalisten", die Texte redaktionell bearbeiten, redigieren) in Zukunft damit umgehen? Bearbeite ich den Artikel eines Journalisten, setze ich voraus, dass er sorgfältig recherchiert und arbeitet. Schon aus Eigeninteresse: Macht er das nicht, ist er ja schnell weg vom Fenster. Aber wie wollen wir da bei Bloggern verfahren? Die mit Nicknames arbeiten? Klopfen wir jede Nachricht, jede Geschichte ab? Sprechen wir uns von der Verantwortung frei, wenn sie nicht stimmt? Wie ist das presserechtlich? Wie werden wir unsere Standards und Ansprüche bzgl. des Wahrheitsgehalts aufrecht erhalten können? Vereinbaren wir einen verpflichtenden Kodex für alle, bevor wir die Zusammenarbeit mit Bloggern aufnehmen? Oder werden dann in den online-Zeitungen Beiträge, wie z.Zt. im Freitag, unterschiedlich aufgelistet werden; die von Journalisten einer - und die von Bloggern andrerseits? Herzliche Grüße, Anna
@Streifzug: Hebbel! Ich bin beeindruckt. Ich habe seinerzeit auch Deutsche Literaturwissenschaft studiert - aber noch nie was von ihm gelesen. Habe ich was verpasst?
@Streifzug: Ich freue mich immer über die Anregungen hier in der Community. Schlage also Sophie Arnould nach (virtuell, also Google). Finde folgendes unter de.wikipedia.org/wiki/Sophie_Arnould "Dass sie dabei von lockern Sitten gewesen, dürfte nach allem unbezweifelt sein". Ist ja ein bisschen schwammig und eigenartig formuliert, erklärt aber ihr Bonmot oben. Was sie allerdings nicht unbedingt sympathisch macht: "Durch die Vermittlung des Polizeiministers Joseph Fouché gewährte ihr der Staat eine Pension und freie Wohnung (...)" Der fiese Fouché! Wahrscheinlich war er einer ihrer Liebhaber. Den Bilder nach zu urteilen war sie sehr schön... Wieder den Horizont erweitert. Danke, Streifzug! Verrate mir aber bitte: Wie kamst Du auf sie? Oder kanntest Du ihre Sammlung von Bonmots, die "Arnoldiana"? Herzlich, Anna
Frau Merkel hätte sicher einige warme Worte parat: Wir dürfen die Augen nicht vor den Problemen verschließen, die es in diesem Land gibt. Die Menschen dürfen nicht alleine gelassen werden. Wir als CD...
Hi Merdeister; jetzt mal ehrlich: Welcher Politiker verbirgt sich wirklich hinter Ihrem Nickname? :) to be continued: "Ich musste die vier SPD-Minister entlassen, aber es ist mir sehr, sehr schwergefallen" (Peter Harry Carstensen vorgestern)... "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".... Herzlich, Anna
Liebe Anna Dorothea, Dein Vorschlag hat was von einem Glauben, der immer so unter dem Motto: "Wenn dass der/die (beliebig einsetztbar)wüßte. In diesem Falle also die Angela Merkel. Ich habe immer das...
Hallo Titta; das nimmt mir zwar den Schwung, aber nicht meine Stimme:) Ich meine die, mit der ich wähle. Ernsthaft: Ich habe noch nie durch Nichtwählen abgestimmt - vermeintlich. Klingt jetzt vielleicht nach Platitüde, oder pathetisch; (ach nein, ich glaube, wir verstehen uns da schon). Musste ich gerade wieder dran denken wegen der Promis, Sarah Kuttner und so und dem Spot mit dem Nicht-Wählen. Selbst satirisch finde ich das einfach nur blöd. Herzlich, Anna
@Streifzug: Hebbel! Ich bin beeindruckt. Ich habe seinerzeit auch Deutsche Literaturwissenschaft studiert - aber noch nie was von ihm gelesen. Habe ich was verpasst?
Liebe Katrin Rönnicke; Sie haben hier bisher vieles veröffentlicht. Einiges fand ich interessant, einiges bedenkenswert. Einiges habe ich auch verworfen. Diesen Artikel nun nennen Sie in einem Ihr...
Liebe Katrin Rönicke; Sie sehen ja, das Thema ist immer aktuell, 100 Kommentare.... Kind-mit-dem-Bade, da meinte ich, Pille, Rasur etc. Zu viel auf einmal, vielleicht. Aber nur mein subjektives Empfinden. Herzlich, Anna
Liebe Anna Dorothea, Dein Vorschlag hat was von einem Glauben, der immer so unter dem Motto: "Wenn dass der/die (beliebig einsetztbar)wüßte. In diesem Falle also die Angela Merkel. Ich habe immer das...
@Streifzug: "Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter..." oder: Poesiealbumsprüche, die wir schon immer bescheuert fanden (ich jedenfalls). Dito "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein..." Dürfte Dir auch unbekannt sein :)
Liebe Anna Dorothea, Dein Vorschlag hat was von einem Glauben, der immer so unter dem Motto: "Wenn dass der/die (beliebig einsetztbar)wüßte. In diesem Falle also die Angela Merkel. Ich habe immer das...
@Streifzug: "Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter..." oder: Poesiealbumsprüche, die wir schon immer bescheuert fanden (ich jedenfalls). Dito "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein..." Dürfte Dir auch unbekannt sein :)
Liebe Anna Dorothea, Dein Vorschlag hat was von einem Glauben, der immer so unter dem Motto: "Wenn dass der/die (beliebig einsetztbar)wüßte. In diesem Falle also die Angela Merkel. Ich habe immer das...
Streifzug, Du scheinst heute wirklich, scharfsinnig etc., in Hochform :) Jetzt weiss ich auch, warum die Gazetten immer das Attribut "schön" im Zusammenhang mit ihr erwähnt haben...
Liebe Katrin Rönnicke; Sie haben hier bisher vieles veröffentlicht. Einiges fand ich interessant, einiges bedenkenswert. Einiges habe ich auch verworfen. Diesen Artikel nun nennen Sie in einem Ihr...
Liebe Katrin Rönicke; danke, dass Sie mir geantwortet haben! Und noch dazu so ausführlich. Danke auch für die "Blumen" :), ich kann das zurückgeben, vielleicht war ich auch deshalb so heftig, so ein "Kind-mit-dem-Bade-ausschütten" kenne ich sonst nicht von Ihnen... Deshalb Entschuldigung, falls es unter der Gürtellinie war (und vielleicht war es das ein bisschen). Ihren Standpunkt "eigentlich denke ich, dass ich zu allen Vorwürfen genug Stellung bezogen habe" finde ich etwas problematisch, weil sich Diskussionen im Freitag manchmal in eine sehr interessante, ganz neue Richtung entwickeln, und da sind mitunter die Beiträge des Blog-Urhebers sehr wichtig. Was den zweiten Teil Ihres Kommentars angeht, bin ich ganz mit Ihnen. Es gibt noch eine Menge zu tun, oder - wieder - zu tun. Wenn ich mich so in der Schule meiner Tochter umsehe... Aber das ist wieder ein neues Thema. Ich finde die Pille auch bedenklich, sehr. Aber, das muss wirklich jede für sich entscheiden. Ich habe meine Tochter sehr wohl auf die Risiken hingewiesen. Trotzdem wird sie sie wohl ausprobieren, wie wir das ja auch gemacht haben... Herzlich, Anna
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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