Antifee

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06.06.2009 | 11:24

Emo-Hass und Homophobie

Über das oftmals spannungsvoll Verhältnis von Jugendkulturen zu Homosexualität referierte um 20 Uhr Martin Büsser. Im mit ca. 50 Menschen prallgefüllten Workshopzelt schlug er einen Bogen von den homophoben strukturen der frühen Punk- und Hardcore-Szenen hin zum vergleichsweise jungen Phänomen des Emo. Denn aus anderen Subkulturen schlägt den sich als "Emos" bezeichnenden Subkulturen nicht nur viel Kritik entgegen - nicht selten geht diese Kritik auf im Kern schwulenfeindliche Vorstellungen von Sexualität und Geschlecht zurück.  So lässt sich, wollen wir Büsser glauben schenken, die Kritik an Emos (wie sie etwa in der HipHop oder der Punk-Szene en vogue ist) darauf herunterbrechen, dass da ein riesiger Haufen Schwuchteln durch die Gegend rennt und die Mädels da auch noch voll drauf stehen. Da ist das Ego angekratzt.

Und nicht zuletzt auch die nationale Gemeinschaft.  Denn nicht zuletzt sollen Emos durch ihre zur Schau getragene Androgynität die nationale Gemeinschaft zersetzen, wie das nicht nur in mexikanischen Internetforen verbreitet wird ("Hilf deinem Land - töte einen Emo"), sondern sogar im russischen Parlament als Begründung für einen Antrag herhalten muss, Emo-Kleidung an russischen Schulen zu verbieten.

Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei das Jungle-World-Dossier zu diesem Thema ans Herz gelegt. Ebenfalls nicht unspannend ist dieser Beitrag. Darüber hinaus wird im August ein Sammelband zur kritischen Aufarbeitung dieses Themas erscheinen.

Eine Teilnehmerin.

 
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Kommentare
Titta schrieb am 06.06.2009 um 18:21
Ich habe den Beitrag nicht verstanden, weil ich nicht weiß, was ein Emo nun genau ist. Das muß an meinem fortgeschrittenen Alter liegen. Ist Antifee damit jetzt altenfeindlich?
Cassandra schrieb am 06.06.2009 um 19:24
Obwohl ich mich selbst eher der jungen Generation zuordne, kann ich Ihnen nur zustimmen, Titta. Zwar sehe ich immer wieder Leute, die sich "Emo" nennen, und ich höre auch so manches mal einen "herablassenden" Kommentar zu dem Thema. Trotzdem hat mir noch nie jemand den Begriff definiert. Folgt man der Wikipedia Definition, scheinen das ja ganz nette Leute zu sein, die eine neue Form entwickelt haben, sich mit Gesellschaftproblemen auseinander zu setzen.

Was erlebe ich als Emo? - Jugendliche, die sich ritzen, die Haare so lange schwarz färben, bis sie ausfallen, nur in schwarzen Klamotten rumlaufen etc. Bis auf ersteres emfinde ich das nicht als kritisch. Jedoch: von Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen ist in den Kritiken, die ich höre wenig zu spüren. Ich glaube, die wenigsten wissen, wo die Szene ihren Ursprung hatte - oder empfinden es als unwichtig, weil mittlerweile ja etwas ganz anderes ausgedrückt wird: Oftmals brauchen diese Leute einfach Aufmerksamkeit und das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe. Dafür verhalten sie sich nach Ansicht gleichaltriger oftmals etwas kindlich, der eine oder andere missbilligende Spruch bleibt nicht aus.

Statt sich nun darüber lustig zu machen, wäre es also eher angebracht herauszufinden, warum jemand Trauer und Tod über alles hängt statt sein junges Leben zu feiern.
Titta schrieb am 06.06.2009 um 21:21
Danke, das war tröstlich. Da kommt man sich gleich nicht mehr so alt vor!

Gruß
Titta
Deaktivierter Nutzer schrieb am 17.06.2009 um 21:54
bill kaulitz von "tokio-hotel" entspricht dem "emo" schönheitsideal.
mir mal so.
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