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Das Antifee-Festival soll ein sicht- und hörbares Signal gegen die sexistischen und nationalistischen Tendenzen sein, die sich in der Gesellschaft zunehmend breit machen. Es soll ein Raum geschaffen werden, der möglichst frei von diesen und anderen Herrschaftsmechanismen ist. Dazu sollen politische Inhalte musikalisch und in Form von Workshops und Vorträgen vermittelt werden.
Für ein Festival ohne Sexismus und Mackerattitüde!
Patriarchiale und sexistische Strukturen in der Gesellschaft verhindern das Engagement von Frauen, Schwulen, Lesben und Transgender in unterschiedlichsten Zusammenhängen. Selten gibt es ein Festival, welches nicht männlich dominiert ist, sei es von den Organisator*Innen, Bands oder auch Besucher*Innen - ob Typen die Bühne aufbauen und die Security stellen, während Frauen Getränke verkaufen und die Klos putzen oder betrunkene Männer sich in Dominanzverhalten üben und Frauen in Rockbands höchstens als Sängerinnen auftreten. Wir haben uns vorgenommen, dieser Realität entgegen zu treten. Daher sollen möglichst viele Frauen/ queere Bands auf der Bühne stehen. Zusätzlich gibt es zahlreiche Workshops und Vorträge, in denen u.a. solche patriarchalen Strukturen thematisiert, diskutiert und kritisiert werden.
Unser Anspruch ist es einen antisexistischen Freiraum zu schaffen. Darunter verstehen wir auch, durch ein Kinderprogramm und Kinderbetreuung Eltern die Möglichkeit zu geben, am Festival teilzunehmen. Alle sollen sich wohlfühlen. Männlich-dominantes Verhalten, Übergriffe und Rumprollerei wollen wir deshalb nicht tolerieren. Daher gilt auf dem gesamten Festivalgelände Definitionsmacht. Wir wollen einen solidarischen, respektvollen Umgang miteinander, bei dem jede Person ihre Grenzen selbst definiert und die Grenzen anderer anerkennt, der Freiheiten eröffnet und bei dem Grenzüberschreitungen keinen Platz haben. Spaß haben? Ja, aber eben nicht mittels der Einschränkung anderer Menschen. Für die Durchsetzung dieses Freiraumes gibt es eine antisexistische Ansprechgruppe, bei der Betroffene sich melden, Hilfe erhalten und sich zurückziehen können. Weitere Infos hierzu findet ihr in der Festival-Broschüre oder Flyern vor Ort.
Nationalismus in den Rücken feiern!
Nicht nur patriarchales Verhalten grenzt viele Menschen aus: auch Nationalismus ist ausschließend. In Deutschland konnte er lange nicht offen zur Schau gestellt werden. Das wurde aber spätestens mit der Männerfußball-WM 2006 aufgebrochen – seitdem ist zu jedem Anlass schwarz-rot-goldenes Flaggenschwenken kein Problem mehr. In diesem Jahr soll unter dem Schwarz-Rot-Goldenem Banner 90 Jahre deutsche Demokratie bejubelt werden – wobei dann selbstverständlich über ,12 dunkle Jahre’ das Tuch des Schweigens gelegt wird. Gerade der deutschen Nation liegt aber der Gedanke einer vermeintlichen „Volksgemeinschaft“ zugrunde, die sich über eine gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur definiert. Der Nation sollen sich die Einzelnen unterordnen, um der Gemeinschaft einen Dienst zu erweisen. Eine solche abstrakte Konstruktion von Gemeinschaft tut so, als wären alle Menschen, die unter sie gefasst werden, gleich und alle anderen seien anders. Nur weil sie zufällig auf der ,einen oder anderen Seite’ irgendwelcher Staatsgrenzen geboren wurden, sind sie noch lange nicht auf eine so absurde Kategorie wie Nationalität reduzierbar. Dabei fallen die vielen Unterschiede zwischen vermeintlichen Deutschen unter den Tisch. Wenn die Nation der angeblich relevante Bezugspunkt ist, wieso verdienen dann Frauen meist immer noch weniger als Männer, sind nicht heterosexuelle Lebensgemeinschaften rechtlich benachteiligt?
Auf dem Antifee sollen diese und andere Herrschaftsmechanismen keinen Raum bekommen. Nationalismus bzw. nationale Symbole haben deshalb auf dem Festival nichts zu suchen - es soll keinen positiven Bezug auf das Konzept der Nation geben. Es ist ausschließend und wir wollen, dass alle Menschen sich auf dem Festival wohl fühlen können. Menschen, die das nicht einsehen wollen oder andere Menschen einschränken, werden wir nicht tolerieren.
1,2,3 ganz viele Antifees!
In den letzten beiden Jahren ist es gelungen, ein Festival zu organisieren, das politische Kultur mit Gesellschaftskritik und mit Formen selbstbestimmten Zusammenlebens verbindet - umsonst und draußen. Wir wollen das Festival zu einem festen Bestandteil der Stadtkultur machen. Dabei versuchen wir, auf Kritik, die nach den letzten Antifees geäußert wurde, einzugehen und neue Sachen auszuprobieren.
In diesem Sinne:
Gegen Sexismus und Nationalismus! Feiern wir für ein selbstbestimmtes Leben!
Wenn ihr das Festival unterstützen wollt oder Fragen und Anmerkungen habt, wendet euch bitte direkt an: info@antifee.de
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Ohne die Hintergründe des Antifee-Festivals zu recherchieren, bietet der hier dargebotene Text alleine schon genügend Zündstoff:
„Definitionsmacht“: Dahinter verbirgt sich die Abschaffung der Unschuldsvermutung zugunsten genereller Schuldvermutung. Ähnlich wie in Frankreich die HADOPI alleine auf die angezeigte Vermutung einer Urheberrechtsverletzung mit Sanktionen gegen Internet-Nutzer tätig werden wird, so wird hier darunter verstanden, daß nicht der Kläger Nachweis für die Schuld des Angeklagten erbringen muß, sondern umgekehrt. So menschlich richtig es scheint, Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, es nicht zuzumuten, für das erlittene Leid einen gerichtstauglichen Nachweis erbringen zu müssen, während sich der feixende Täter seelenruhig zurücklehnt, so wenig logisch (und btw. rechtsstaatlich) ist dieses Vorhaben bzw. Vorgehen. Denn formallogisch ist die Nichtexistenz einer Sache nicht beweisbar, wie auch Ungeschehendes prinzipiell nicht nachgewiesen werden kann. Unabhänhig, daß das Prinzip der „Definitionsmacht“ bzw. des „Definitionsrechts“ gegen die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (1948; Art. 11, 1) sowie die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 6, 2) verstößt, ist das ein Rückschritt hinter Rechtsnormen der griechischen und römischen Antike, so z. B. in den Digesten 42.1.38; etc. In Dig. 48.19.5 wird von Ulpian die Auffassung Kaiser Traian überliefert, daß es besser sei, einen Schuldigen laufen zu lassen, als einen Unschuldigen zu verurteilen (vgl. Stuckenberg 1989: Unschuldsvermutung). Der Niedergang (bzw. die Umgehung) der Unschuldsvermutung als Rechtsprinzip (in Europa) läßt sich wohl mit dem Aufkommen der kirchlichen Inquisition seit dem 13. Jh. nachweisen (vgl. Schulz 2001: Normiertes Misstrauen); in Hexenprozessen in der Frühen Neuzeit galt allgemein nachweislich die Schuldvermutung, Spee schreibt in seiner Cautio Criminalis (1631) dagegen an, so in den Fragen 10-16; vgl. auch die Arbeit von Schäfer-Burmeister 2006: tinyurl.com/qlfq84. Die Theorie der „Definitionsmacht“ als Heilmittel gegen die Wunden von Opfern hat einen sehr bitteren Beigeschmack. Abgesehen davon, daß auch das Festivalgelände kein rechtsfreier Raum ist, bzw. Rechtsnormen auch dort gelten und somit die postulierte Geltung von „Definitionsmacht“ nicht mehr als eine nette Floskel ohne jegliche normative Kraft darstellt. |
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das
"Unabhänhig, daß das Prinzip der „Definitionsmacht“ bzw. des „Definitionsrechts“ gegen die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (1948; Art. 11, 1) sowie die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 6, 2) verstößt," ist ja wohl ein bißchen starker tobak - und dieses "ist das ein Rückschritt hinter Rechtsnormen der griechischen und römischen Antike, so z. B. in den Digesten 42.1.38; etc" entringt mir nur noch ein leises lächeln... schließlich wird antifee nicht mal groß was gegen die in den digesten dem Traian zugeschriebene auffassung haben, es sei besser, einen schuldigen laufen zu lassen als einen unschuldigen zu verurteilen. wenn ich mich richtig erinnere, liegt da die betonung auf "einen", welches auch als "eine" oder "ein" gelesen werden kann. ich werde das alles, auch sein folgendes posting, erst mal ein bißchen bebrüten, denn erst mal sehe ich nur, dass Joachim Losehand selbst "defintionsmacht" anwendet, um ... keine ahnung, ich will ihm ja nichts böses unterstellen ... aber mir kommt es so vor, als solle da der versuch einer praxis, welche gerade auch der unschuldsvermutung zu ihrem recht verhelfen soll, diskreditiert werden. deshalb erst mal nur so in den raum geworfen: auch normative prinzipien leben davon, dass recht und damit seine normativen prinzipien - und gerade sie - immer auch kontrafaktisch ist/wirkt. zumindest könnte. das ist nämlich das schöne und spannende und freiheitsfördernde daran. |
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Joachim schrieb:
"„Definitionsmacht“: Dahinter verbirgt sich die Abschaffung der Unschuldsvermutung zugunsten genereller Schuldvermutung. " Das ist nicht ganz falsch. Und tatsächlich ist es in einer patriarchalen Gesellschaft (also einer, die durch eine strukturelle Hierarchie von Männern und Frauen gekennzeichnet ist) ja nicht völlig abwegig davon auszugehen, dass Männer sich gegenüber Frauen einfach auch mal Scheiße verhalten. Insofern spricht die Definitionsmacht nur aus, was längst Realität ist: das Männer sich im Zweifelsfall daneben benehmen. Und das es zunächst mal keinen plausiblen Grund gibt, vom Gegenteil auszugehen. Das ist nicht schön, aber es rechnet mit einer Gesellschaft, die eben das ebenfalls nicht ist. |
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Wir verhalten uns alle gegen andere auch mal Scheiße. Und auch mal gegen uns selbst. Eine Gesellschaft, die daraus die Konsequenz zieht und schon im Vorfeld sich vor dem Individuum (oder einem der Geschlechter) schützen will, und das Indviduum vor sich selbst, ist von der Klapse für Paranoiker ("Überwachungsstaat") nicht weit entfernt.
Genauso wie man einem Opfer ein Vorvertrauen entgegenbringen muß, daß nicht das Blaue vom Himmel herunterphantasiert wird, genauso muß auch einem Täter das Vorvertrauen entgegengebracht werden, daß die Anschuldigung ein Irrtum sein kann. Gemeinschaft ohne im voraus geschenktes Vertrauen funktioniert nicht, Leben als Vollzug funktioniert nicht anders. Es ist völlig gleich, ob Frauen vor Männern, Männer vor Frauen, Kinder vor Erwachsenen oder Erwachsene vor Kindern oder Menschen vor Menschen geschützt werden sollen. Unschuldsvermutung ist ein Menschenrecht und Rechtsfindung die so heißen darf, basiert darauf. |
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Wenn davon die Rede ist, daß „eine Diskussion um Definitionsmacht [...] immer auch eine Diskussion um sexualisierte Gewalt“ ist, [vgl. tinyurl.com/ofvapr; auch und mehr unter tinyurl.com/oup2xj] so ist das eine unzulässige Verkürzung. „Definitionsmacht“ dreht ein rechtsstaatliches und normatives Prinzip, das innerhalb unserer Gesellschaft gilt, um. Für ein normatives Prinzip gibt es keine Ausnahme oder es ist obsolet. Was für verdächtigte Vergewaltiger gelten soll, kann dann auch für verdächtigte Terroristen gelten.
Ein anderes Beispiel für den reichlich unausgegorenen theoretischen background ist die Behauptung: „Gerade der deutschen Nation liegt aber der Gedanke einer vermeintlichen ‚Volksgemeinschaft’ zugrunde, die sich über eine gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur definiert.“ Hier wird unreflektiert mit dem Begriff „Volksgemeinschaft“ sich einer nationalistischen Defintionshoheit unterworfen, die gerade für Deutschland (!) völlig ahistorisch und rein ideologisch (d. h. falsch) ist. Historisch kann man erst mit der Reichsgründung 1871 bzw. der Weimarer Republik von einem „Deutschland“ reden, ein Nationalstaat im Definitionssinn war das „Reich Deutscher Nation“ nie. Schon die förderalistische Struktur der Bundesrepublik mit den Partikularinteressen der Bundesländer und dem Institut des „Freistaats“ zeigt deutlich, daß auch heute sich der einzelne Mensch nicht nur als „Deutscher“, sondern auch und zudem als Badener, Sachse, Bayer, Hamburger usw. fühlt. In Hamburg gilt übrigens nach wie vor die Ablehnung von „Auszeichnungen fremder Herren“, unter die das Bundesverdienstkreuz in allen Klassen der Bundesrepublik Deutschland fällt (Helmut Schmidt hat mehrfach abgelehnt, wie andere auch). Nebenbei ist gerade die Flagge Schwarz-Rot-Gold nicht ein nationalistisch-rechtes, sondern ein republikanisch-revolutionäres Symbol (1848), die erste Nationalflagge Deutschlands von 1871 war Schwarz-Silber(Weiß)-Rot, wie auch die zweite Nationalflagge und Handelsflagge während 1933-1945. Zudem ist gerade die WM 2006 alles andere als ein Beispiel für nationaltümelnde und –taumelnde Begeisterung, ich habe viele Leute aus anderen Ländern kennengelernt, die auch in deutschen Farben gingen wie umgekehrt Deutsche, die andere Farben, die ihrer Favoriten, trugen. Den nationalistischen Bewegungen gebricht es an historischer und sachlicher Kenntnis, da wäre es doch besonders wünschenswert, wenn die Bewegungen, die zu Recht gegen Nationalismus und Sexismus angehen, sich dieser Kenntnisse versichern würden. |
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Mir ist nicht ganz klar, worauf der Einwand hinaus will (außer das jetzt Punkte gefunden werden müssen, die die Unfähigkeit der Antifee-Protagonist*Innen belegen). Sicherlich gibt es in einigen Bundesländern starke regionale Zugehörigkeitsgefühle, allerdings machen die für gewöhnlich nicht an den Grenzen dieser Bundesländer halt. Denken wir nur an die Rivalität zwischen Menschen aus Franen und denen aus Rest-Bayern. Oder zwischen Menschen aus dem Rheinland und aus Westfalen. Und auch in Bayern gilt das hauptsächliche Interesse nicht irgendwelchen Fußballturnieren zwischen Bundesländern, sondern schlicht und ergreifend den Spielen der Nationalmannschaft (auch hier ist übrigens der Name Programm: denn für die Nationalfrauschaft, also quais die Damen-Nationalmannschaft, interessiert sich für gewöhnlich keine Sau).
Sicherlich kann es sein, dass der "Standort Sachsen" als Argument für lokale Lohnkürzungen herhalten muss. Nur gibt es eben diesen Prozess (ich würde sogar sagen: wesentlich stärker) auch für Gesamt-Deutschland. Wenn Menschen aufgefordert werden sich in irgendeiner Art und Weise einzuschränken, dann kommt für gewöhnlich der Hinweis aufs große Ganze hinterher. Der "Standort Deutschland" gilt gemeinhin als unhinterfragbares Argument. Dass das für gewöhnlich auf den banalen Irrationalismus hinausläuft, dass die Menschen eben in Japan statt in Deutschland arbeitslos werden - wen kümmert das? Falls es klappt, die Menschen in Japan. Solcher Standortnationalismus ist freilich immer dann besonders leicht abzurufen, wenn die Menschen die Sache mit der "Naturtatsache Deutschland" gerade besonders stark nachvollziehbar finden. Insofern haben sportliche Großereignisse hier durchaus eine Türöffner-Funktion. Im allgemeinen Taumel (der ja tatsächlich nicht durch den Schützengraben motiviert ist) kann dann mal eben eine Gesundheitsreform durchgezogen werden, die unter sozialen Gesichtspunkten wirklich unter aller Sau ist (so geschehen neulich während der WM in Deutschland) |
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Das Unbehagen über Deutschland-begeisterte Deutsche ist sicherlich historisch berechtigt, allerdings gilt auch hier die Unschuldsvermutung.
Wohl stimmt es, daß Menschen sterben mußten, sobald die Deutschen anfingen vor Begeisterung über sich selbst zu taumeln. Trotzdem ist Deutschland historisch gesehen kein Beispiel für einen Nationalstaat, sondern eher für einen Nationen-Staat. Überhaupt taumelnd vor Begeisterung können Deutsche erst seit 160 Jahren sein, seit 1848, und selbst von da ab war und ist es noch ein weiter Weg gewesen. Meine Kritik zielt auf die Aussage ab: "Gerade der deutschen Nation liegt aber der Gedanke einer vermeintlichen „Volksgemeinschaft“ zugrunde, die sich über eine gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur definiert." Das klingt zunächst so, als sei das bei Franzosen, Spaniern, Russen, Engländern usw. anders, was nun nicht stimmt. Gerade die von den Rechtsfaschisten ausgegebene Parole "Ein Volk, ein Reich, ..." zeigt ja, wie wenig "eins" "die Deutschen" im Grunde sind und immer waren. Und die starke anti-nationale Bewegung in Deutschland und die leichte Schamhaftigkeit der Deutschen, was ihre nationalen Symbole oder Gestalten (sofern sie nicht Künstler sind) anlangt, kommt ja auch nicht von ungefähr, sondern ist historisch bedingt. Mir ist nicht bekannt ob und es wäre für mich eine Überraschung, wenn es eine britische Linke gäbe, die "Fuck Britain" skandieren würde. Man sollte in der Frage des Verhältnisses von Nationalismus, Patriotismus und einem auch nach außen gezeigten Zugehörigkeitsgefühl durch Beflaggung oder andere Symbole durchaus ein wenig mehr Augenmaß walten lassen. Nicht jeder, der sich das Gesicht in schwarz-rot-gold verzierte oder sein Auto mit Nationalfarben schmückte, war während der WM '6 ein Nationalist. Die bisweilen aggressive Rhetorik gegen Deutschland in seinen Institutionen und Symbolen kann nämlich bei manchen, die sich davon getroffen fühlen, dazu führen, in rechte, nationalistische Ecken abgedrängt zu werden. Der Mensch braucht Symbole, die seine Identifikation ausdrücken, seine Zugehörigkeit sichtbar machen. Weder die übersteigerte Form noch die radikale Ablehnung erscheinen mir als menschlicher Weg. |
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schrieb am
26.05.2009 um 17:26
Joachim schrieb: "Der Mensch braucht Symbole, die seine Identifikation ausdrücken, seine Zugehörigkeit sichtbar machen". Also jetzt bist du aber derjenige, der unhistorisch wird. Die Identifikation mit der Nation jetzt zu einem Ausdruck einem anthropologischen menschlich-natürlichem Bedürfnis zu verklären hilft da nun wirklich nicht weiter. Vielleicht brauch das "der Mensch" in der bürgerlichen Gesellschaft, weil er hier nur als "beschädigtes Individuum" (Adorno) existiert, also eines, dessen aufklärerischer Anspruch auf Freiheit und Gleichheit eben nicht in der bürgerlichen Gesellschaft verwirklicht werden kann, sondern freie Individualität nur als Versprechen existiert, das sich an der realen Unterwerfung unter gesellschaftliche Verhältnisse, über dies das Individuum eben keine Kontrolle hat, bricht.
Nicht zufällig ist es ja so, wie du noch betont hast, dass "Nationen" (und auch "Völker") moderne Konzepte sind, die es erst sehr kurze Zeit gibt. |
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Das wird ja eine lustige Veranstaltung.
Ich darf kein Mackerverhalten mehr an den Tag legen und keinem Mann mehr einen in die Schnauze hauen, wenn mir danach ist. Wo bleibt denn da der Spaß an der Grenzverletzung? Das Denunziantentum feiert wieder fröhliche Urständ. War da nicht mal was in der deutschen Geschichte... Ach, apropos: Das Wort >Volk< kommt meines Wissens aus dem Wortstamm >folgen<. Man schloß sich freiwillig einer Gemeinschaft von Menschen an, gerade eben unabhängig von gemeinsamer Abstammung, Sprache und Kultur. Schon recht eigenwillig, was sich Antifee da so zusammenbraut. Männer, die brav bei Fuß gehen und auf Kommando mit dem Schwanz wedeln. Viel Spaß! |
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Das wird ja eine lustige Veranstaltung.
Ich darf kein Mackerverhalten mehr an den Tag legen und keinem Mann mehr einen in die Schnauze hauen, wenn mir danach ist. Wo bleibt denn da der Spaß an der Grenzverletzung? Das Denunziantentum feiert wieder fröhliche Urständ. War da nicht mal was in der deutschen Geschichte... Ach, apropos: Das Wort >Volk< kommt meines Wissens aus dem Wortstamm >folgen<. Man schloß sich freiwillig einer Gemeinschaft von Menschen an, gerade eben unabhängig von gemeinsamer Abstammung, Sprache und Kultur. Schon recht eigenwillig, was sich Antifee da so zusammenbraut. Männer, die brav bei Fuß gehen und auf Kommando mit dem Schwanz wedeln. Viel Spaß! |
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Liebe(r)? Titta,
warum lassen sie so einen dummen Kommentar von sich? Ich glaube sie wollen lediglich provozieren. Wenn sie sich kloppen wollen, dann sind sie sicherlich auf dem Antifee falsch. Und wenn ihnen danach ist, dann pöbeln sie bitte woanders weiter. MFG kukidenta |
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Liebe(r) kukidenta,
ich lasse so einen dummen Kommentar von mir, ganz einfach, weil ich das kann! Außerdem glaube ich, daß ich nicht nur wegen der Klopperei, sondern ganz allgemein auf dem Antifee falsch wäre. In dem Zusammenhang: wo geben eigentlich Sie ihren natürlichen Aggressionen ihren guten Raum? (Und die Frage ist ganz ernst gemeint und nicht provokant.) Und wo ich bitteschön pöbeln möchte, darüber bestimme immer noch ich, und nicht Sie! Deshalb aber mit nicht weniger freundlichen Grüßen Ihre Titta |
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kukidenta legt wohl mal eben in Ausübung männlicher Herrschaftsmechanismen typisches Mackerverhalten an den Tag, indem er einer Frau falsches Verhalten unterstellt und dann mit dem männlich-dominantem Verhalten einer Security-Person ihren Aufenthalt in einem öffentlichen Raum einschränken will :)
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@Streifzug,
ich finde, ich habe aber gut gekontert, so rein mackermäßig. Und Spaß hat's gemacht! So ein bißchen Reibung kann ja durchaus auch schön sein. Hähä... Aber wir wollen mal nicht so sein. kukidenta scheint ja noch eher der jüngeren Generation anzugehören. Und wenn ich mir überlege, wie ich früher so drauf war. Da hätte ich die Beiträge von Antifee inhaltlich vermutlich voll unterstützen können. Aber, Frau lernt ja auch hinzu, nicht nur die Männer! Wie immer mit lieben Grüßen Titta |
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Liebe Titta, lieber Streifzug,
Ich mag Sprüche wie "Leuten auf die Fresse hauen" einfach nicht, weil ich selbst als Veranstalter und Club/Festivalgänger oftmals mit Gewalt zu tun hatte und daher weiss, wie schnell Situationen eskalieren können. Einmal habe ich auch im Affekt zugeschlagen, als ein "Macker" meiner damaligen Freundin eine Bierflasche ins Gesicht warf, weil sie seiner Anmache verbal Grenzen setzen wollte. Als Jugendlicher habe ich meinen Aggressionen beim Sport oder beim Auflegen von Gabba bzw, Hartcore freien Lauf gelassen. Aber ich kam nie auf die Idee einfach mal zuzuschlagen, weil es in mir brodelte. Deshalb habe ich mich Anfang der 90er Jahre auf Technoveranstaltungen sauwohl gefühlt. Da gab es noch Respekt voreinander und selbst Frauen die "oben Ohne" tanzten mussten keine Übergriffe befürchten. Leider änderte sich die Situation bereits Mitte der 90er Jahre, als die "Macker" solche Events bevölkerten und respektlos ihr Ding durchzogen. Deshalb bin ich für eine strikte Türpolitik und eine verantwortungsvolle Securtity, die schnell eingreift, wenn sich eine aggressive Situation anbahnt. Nicht umsonst bringen immer mehr Leipziger Veranstalter Hinweisschilder am Eingang und vor den Toiletten an, auf denen steht: "Wenn ihr euch sexistisch angegriffen fühlt, meldet euch sofort bei der Securtity oder an der Bar. Wir dulden solches Mackerverhalten auf unseren Veranstaltungen nicht und greifen hart durch!" Wie sie sehen gehöre ich nicht mehr der jüngeren Generation an, und auch ich habe mit den Jahren bezüglich dem Umgang mit Gewalt viel dazu gelernt. "Peace, Love & Unity and everything between is just Hartcore" In diesem Sinne, Mit friedlichen Grüssen kukidenta |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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