archinaut

nirgends.......... sicher... nie

28.01.2012 | 18:07

Futter für die FreitagMaschine

 

 

Blog um Blog fressen sich die FreitagServer in die Zukunft... verwandeln unsere Gedanken und Erinnerungen in Bits und Pixel, stapeln Audio- und Video-Formate in den vagabundierenden Magazinen des worldwideweb, singen mit tausend Zungen unser Nachtlied, tönen von Liebe und Revolution, schmettern den Morgengruß, erlösen uns von den Übeln....

Ein junger Grafiker hat angefragt, er möchte den blog archinaut: illustrieren.... soll ich ihn warnen? Ob seine Bilder noch ein Plätzchen finden in den scheinbar endlosen Archiven? Ein Labyrinth wird zur Gruft, wenn kein Auslass zu finden....

Brunnen und Honigstock ist uns die FreitagMaschine, von Blog zu Blog tragen Geflügelte winzige, fruchtbare Pollenpakete, die Maschine protokolliert jede Bewegung und manche Erregung... Neugier und Zuspruch treiben Datenströme durch Netze und Knoten, online und offline heißen die neuen Gezeiten....  werden wir die FreitagMaschine durch geneigte Grenzenlosigkeit vernichten?

 


Hier endet der 255. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

 

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Kommentare
abghoul schrieb am 28.01.2012 um 18:28
Hmmm... interessanter Gedanke archie.Illustrer Gedanke, Illustration :)
Ich wäre nicht dagegen, eher gespannt, aber du musst das selber erwägen.
Wie sicher ist die archinautika sonstwo gespeichert.
Auf dem Blog den du früher verlinkt hast fehlen einige Teile, wenn ich das recht verstanden habe.
Möglicherweise geht uns die archinautika bei einem freitaglichem Relaunch verloren!
das muss doch nicht sein, oder?
*the ghoulies moan from the pit:"Pleeeze dun go away, what shall we dream of when he sleepz,...Pleeeze..."
worried smile from the pit but greeting
abghoul
archinaut schrieb am 28.01.2012 um 18:51
Hallo abghoul,
ob was fehlt, weiss ich nicht,
vorsichtshalber schaue ich nicht zu oft nach...
aber verlinkte YouTube-Musikstückchen sind nicht mehr verfügbar, wenn sie in den Bannstrahl der GEMA geraten sind..... ;-((
goedzak schrieb am 28.01.2012 um 18:40
Bildmaterial, das von außerhalb hier eingebettet wird, braucht doch nicht viel Speicherplatz, oder?
archinaut schrieb am 28.01.2012 um 18:53
Wenn nicht Speicher, dann Leitungs- und Ladekapazität...
die alte assyrische Keilschrift hatte ja auch ihre Tücken,
hat aber inzwischen Jahrtausende überstanden!
archinaut schrieb am 28.01.2012 um 18:53
Wenn nicht Speicher, dann Leitungs- und Ladekapazität...
die alte assyrische Keilschrift hatte ja auch ihre Tücken,
hat aber inzwischen Jahrtausende überstanden!
SuzieQ schrieb am 28.01.2012 um 23:48
Mehr als die Speicherkapazität würden mich die Illustrationen des jungen Grafikers beunruhigen mögen, hat man doch seine eigenen Bilder im Kopf.
Wir hatten das schon mal, wenn ein Buch verfilmt wird, ganz oft sagt man dann, das Buch war besser.
Andere Menschen haben andere Bilder.
Hast Du, archie, Dein komplettes Blog 'gesichert'? Oder musst Du es noch in Stein meisseln?
archinaut schrieb am 29.01.2012 um 00:48
Pssst, beunruhigte Suzie,
gewiss doch ist der Blog ohne Bilder besser,
eigentlich muss er auf die Bühne:
www.freitag.de/community/blogs/archinaut/pause-mit-sloterdijk

Den Blog gesichert?
Da sei mein Leitspruch vor:
"nirgends.... sicher.... nie"
Der Blog dreht sich,
solange die FreitagMaschine lebt ;-))
kay.kloetzer schrieb am 29.01.2012 um 00:31
"singen mit tausend Zungen unser Nachtlied" ist schön. "erlösen uns von den Übeln ..." wäre noch schöner.
soll es ein büchlein werden, so mit den illustrationen?
archinaut schrieb am 29.01.2012 um 00:52
.... oha, Du hast mich erwischt,
zum Glück wird bei einer kleinen Blasphemie
nicht mehr die Todesstrafe verhängt!

Ob's ein Büchlein werden will,
weiß ich noch nicht....
werde aber berichten,
wenn ich mehr weiß!
poor on ruhr schrieb am 29.01.2012 um 18:16
Lieber archie,

von mir aus könnte es nicht nur ein Büchlein sondern ein dickes Buch werden. Ich würde es kaufen und wenn es etwas teuerer wäre . würde ich einen Brief an den Weihnachtsmann schreiben und es mir wünschen.

Wie immer tolles Blog mit sehr guten Gedanken.

Herzliche Grüße

por
archinaut schrieb am 30.01.2012 um 00:27
Lieber por,

wenn's was werden sollte,
kriegst Du ein Freiexemplar - versprochen:
Du bist doch mein treuester Leser!

Herzliche Grüße
archie
poor on ruhr schrieb am 30.01.2012 um 19:58
Lieber archie,

jetzt kriege ich aber rote Ohren, freue mich und drücke selbstverständlich ganz fest die Daumen, dass es was wird! :o)

Herzliche Grüße

por
archinaut schrieb am 31.01.2012 um 01:58
Lieber por,
Daumen- und Ohrendrücken
hilft immer ...;-))

Herzliche Grüße
archie
poor on ruhr schrieb am 31.01.2012 um 20:57
Lieber archie,

sehe ich auch so, obwohl ich das mit den Daumen einfacher finde als das mit den Ohren. ;)

Herzliche Grüße

por
archinaut schrieb am 01.02.2012 um 01:14
na ja, vielleicht gilt auch
Daumen in die Ohren drücken,
denkt archie ;-))

LG aus Berlin!
poor on ruhr schrieb am 01.02.2012 um 10:56
Urghs! Tut das nicht weh?

LG

por
archinaut schrieb am 02.02.2012 um 02:09
.... nur wenn der Daumen zu dick ist!
poor on ruhr schrieb am 02.02.2012 um 21:17
;o) ...oder die Fingerkuppen zu spitz! :O) Urghs.

LG

por
archinaut schrieb am 03.02.2012 um 01:46
Da fällt mir der Tag ein, spitzfingriger por,
an dem das Wattestäbchen tief im Ohr
sein Wattekleidchen verlor

(lustiger Reim,
aber schmerzliche Erfahrung...;-((

Herzliche Grüße
archie
Uwe Theel schrieb am 02.02.2012 um 21:47
Lieber archinaut,

ich habe Dich immer mehr als Autor, denn als Blogger begriffen.

Wenn Du sagst, Du hast Deine Texte nicht einmal für Dich gesichert, es sind doch Kinder Deines Geistes, so bin ich erstaunt.

Als solche Kinder haben sie ein Eigenleben, das dem Schöpfer nicht ganz egal sein sollte. - So sehe ich es jedenfalls.

Das Blog ist nur ein mögliches Medium unter anderen, das Deine Texte transportieren kann.

Möglicherweise mißtraust Du diesem Medium ob seiner Flüchtigkeit, falls es nicht so ist, dass Deine Texte sich Deinem Willen gemäß gerade in ihm verlieren sollen.

So ganz verstehe ich es nicht.

LG
Uwe
archinaut schrieb am 03.02.2012 um 02:18
Lieber Uwe Theel,
die Texte sind als elektronische Dokumente gesichert und auch ausgedruckt, aber so ein Schnipselchen lebt ja erst richtig durch die angelegten Links, die dem Leser ein SesamÖffneDich zu anderen Offerten im www bieten, und das ist ein ganz entscheidender Unterschied zu Texten auf Papier: man kann zappen wie im Fernsehen und auf diese Weise mehrere Ereignisse oder Quellen parallel wahrnehmen. Und diese Links führen irgendwann ins Leere, wenn sich Ansteuerung oder Liegeplatz der verlinkten Ware geändert habe.

In den letzten Monaten hat z.B. die GEMA viele youtube-Videos sperren lassen. Hatte man also auf das betreffende Video verlinkt, so zeigt der Bildschirm jetzt einen trockenen Hinweis, dass das gesuchte Video "in meinem Land nicht mehr verfügbar" ist.

Die Unterscheidung zwischen Blogger und Autor vermag ich allerdings nicht nachzuvollziehen, da ich einen Blog eigentlich gerne sowohl als literarisches wie auch als journalistisches Format begreifen möchte.... dieser Unterhaltungsblog ist ein Autorenblog!

Herzliche Grüße
archie
Uwe Theel schrieb am 03.02.2012 um 10:58
@ archinaut schrieb am 03.02.2012 um 02:18

" ... dieser Unterhaltungsblog ist ein Autorenblog!"

Dann habe das ja richtig eingeschätzt :-)!

LG
Uwe Theel
miauxx schrieb am 03.02.2012 um 13:03
Publizieren im Netz, zumal unter Zuhilfenahme der bequemen Verdichtung der Informationen per Verlinkung sowie unter dem Aspekt der Dauerhaftigkeit einzelner Dokumente, ist freilich noch großen Unsicherheitsfaktoren ausgesetzt. Was über die Zeit an Informationen verloren gehen kann, ist nach wie vor nicht bis zuletzt geklärt.
Gut, auch der steinzeitliche Höhlenmaler konnte sich nicht vorstellen, über welche Zeit seine Zeichnungen erhalten bleiben; inwieweit er sich darüber Gedanken gemacht hat, sei mal dahingestellt. Als man auf Pergament schrieb, zwang die Materialökonomie zum Palimpsest.
Oder vielleicht wäre es einem J. S. Bach auch tatsächlich wurscht gewesen, wenn er gewußt hätte, dass seine Handschriften in ferner Zukunft aufgrund der, ironischerweise, verwendeten Tinte anfangen wollen, zu zerfallen...

Spätestens seit dem 19. Jh. haben wir aber die möglichst infinite Bewahrung des Kulturerbes entdeckt und zur unverzichtbaren Aufgabe gemacht. Und das ist keinesfalls nur eine technische Aufgabe oder die von Philologen, Kunsthistorikern, Archivaren und Bibliothekaren. Dahinter steckt auch Politik und die Institutionalisierung von Kulturdomänen.
Die technische Seite betreuen mit dem "neuen" Internet heute vor allem Informatiker. Qualitative Fragen in der Aufgabe für ein Internet als nicht nur produzierendes sondern eben auch archivierendes Medium, können von denen aber nicht allein beantwortet werden.
Noch stellt das Internet eigentlich nur Informationen bereit. Die Vernetzung geschieht nahezu allein über Pfadzuweisungen (Links via URL). Große Internetfirmen (ver)linken :-) den Nutzer, durch die Beobachtung desselben, über allenfalls assoziative Suggestionen durchs Netz. Die zwar stärker gewordene Gestaltungsmöglichkeit des Nutzers (social web), bleibt aber auf der rein persönlichen und geschmacklichen Ebene. Inwieweit sie zur Gesamtstrukturierung des Netzes beitragen kann ..., ich weiß nicht.

Dauerhafte Bewahrung von Inhalten, eben auch im Netz, ist nach wie vor Institutionen vorbehalten und möglich, die in einem abgezirkelten Bereich arbeiten. Also die großen Bibliotheken, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen und freilich die Wirtschaft.
Es gibt natürlich Möglichkeiten und Ansätze, z.B. Ressourcen im Netz zugänglich zu halten, wenn sie nur im Netz an sich erhalten bleiben. Z.B. über einen URN kann eine Ressource auffindbar bleiben, auch wenn sie im Netz migriert (ein URN hat in etwa die Funktion einer ISBN).
Ganz analog den bibliothekarischen Beschreibungsmitteln und Lokatoren gibt es diese Ansätze auch für's Netz.

Inwieweit hier auf Dauer und in der Zukunft das Netzindividuum, der solitäre Blogger oder auch ein Freitag-Blogger, mithalten bzw. vielmehr teilhaben kann, ist eine große wirtschaftliche und nicht zuletzt politische Frage. Eine Frage darüber, ob es wirklich immer dieses freie Internet, als nahezu Selbstverständlichkeit und zu bewehrendes Demokratiesymbol unserer Zeit schlechthin aufgefasst, geben wird.
Anzeichen haben wir auch hierzulande, als vergleichsweise Verwöhnte, dafür, dass eben die Wirtschaft wie auch freilich die Politik ihr Internet haben wollen (freilich nicht immer wie über solche platten Kulturkampfansagen)
Das hülfe freilich der Strukturierung und Verlässlichkeit des Netzes auf - mit der individuell und sozial orientierten Nutzung wäre es dann aber wohl vorbei.
Damit will ich nun nicht herbeiunken, dass mehr Struktur, qualitative Vernetzung und Langzeitbewahrung nicht auch mit den bisher gewohnten freien Möglichkeiten des Netzes machbar wären. Nur bleibt mir die Frage, ob und wie sich beides vereinbaren ließe? ...

Das wären mal meine, zugegeben etwas trockenen, Gedanken dazu.
Danke jedenfalls für den, schöner geschriebenen, Gedankenanstoß des archinauten!
archinaut schrieb am 04.02.2012 um 01:17
Lieber miauxx,
vielen Dank für den fundierten Weitblick!

"Inwieweit hier auf Dauer und in der Zukunft das Netzindividuum, der solitäre Blogger oder auch ein Freitag-Blogger, mithalten bzw. vielmehr teilhaben kann, ist eine große wirtschaftliche und nicht zuletzt politische Frage. Eine Frage darüber, ob es wirklich immer dieses freie Internet, als nahezu Selbstverständlichkeit und zu bewehrendes Demokratiesymbol unserer Zeit schlechthin aufgefasst, geben wird. "

Es ist immer wieder erstaunlich,
wie schnell der Mensch technische Innovationen in seinen Alltag übernimmt.

Das Freie Internet ist fast zu schön, um wahr zu bleiben!
GeroSteiner schrieb am 02.02.2012 um 22:24
Ein illustrer Blog.
Gern gelesen.

Ich kann das sehr gut verstehen, nichts zu sichern.
Wozu auch?
Für wen? Geheimdienste und Steuerfahnder?

Was es als Individuum zu hinterlassen gibt, ist für andere in den allermeisten Fällen flüchtig, nichtig oder unwichtig. Alles dingliche, alles was man mit Geld kaufen kann, wird verkauft, geklaut, verscherbelt.

Das, was den Geist eines Individuums ausmacht, das wird in neuerer Zeit bereits im Internet tausendmal vervielfältig, geklaut, kopiert. Wenn es wirklich gut ist, und Tiefe und Substanz hat, dann wird es sich halten. Auch über Jahrhunderte. Nur nicht auf externen Festplatten oder Flash-Speichern.

Wer es schrieb?
Ist nach zweihundert Jahren einerlei und unwichtig. Die Person und was sie ausgemacht hat, weiß ohnehin keiner mehr.

Wer seine geistigen Errungenschaften sichert, nimmt seine Leistung vielleicht zu wichtig und verkennt, was wirklich wichtig ist im Leben.

Er vergisst, dass ein einziger Blick in die Augen eines geliebten Menschen mit einem einzigen Wimperschlag das ganze Universum umfasst. Letztlich bleibt von uns nur das, was wir in unseren Kindern weiterleben lassen.

Möchte vielleicht irgendjemand nur seine alte Festplatte hinterlassen?
Uwe Theel schrieb am 02.02.2012 um 22:51
@ GeroSteineram 02.02.2012 um 22:24

Lieber Gero,

einen seltsame Mischung aus Schalk und Ernst, Deinen Antwort.

Mir ging es nicht um private Liebesbriefe und zu allerletzt um das Medium als Container (Festplatte), d.h. "Datensicherung" im technischen Sinne.

Auch verwechsele ich nicht persönliches miteinander Reden und Veröffentlichung von Texten über Medienträger gleich welcher Art für ein (anonymes) Publikum.

Du schreibst sehr richtig, das Werk selbst entscheidet mit, ob es überdauert, aber der Autor, Verleger müssen auch mithelfen.

Gibt es Autoren, Schriftsteller ohne Archiv?

Was wäre die Welt ohne Bibliotheken?
archinaut schrieb am 03.02.2012 um 02:46
Lieber gero steiner, freue mich über den Zuspruch!
Übrigens denke ich auch, dass sich eine interessante Idee schlecht schützen lässt und dass daher die weitere Verbreitung von geistiger Produktion den Produzenten erfreuen sollte....
archinaut
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