archinaut

nirgends.......... sicher... nie

18.11.2011 | 01:50

Jahrestag wieder

 

Ein Blick in die Vergangenheit. 18.11.1974: Richtfest auf dem Berliner Schlossplatz, die Rede hält der Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, Genosse Erich Honecker:


Der Palast der Republik wird ein Haus des Volkes sein, eine Stätte regen politischen und geistig-kulturellen Lebens. Dieses Haus steht auf historischem Boden. Hier rief Karl Liebknecht im November 1918 die sozialistische Republik aus.

Hier kämpften die Matrosen der Volksmarinedivision gegen die Reaktion. Hier bekundeten die revolutionären Berliner Arbeiter ihre Treue zur jungen Sowjetmacht. Hier sprach Ernst Thälmann zum Berliner Proletariat, von hier richtete er den Appell zur Schaffung einer breiten antifaschistischen Aktion.

Dieser Platz, der heute den Namen von Marx und Engels trägt, erlebte in drei Jahrzehnten seit der Befreiung unseres Volkes durch die ruhmreiche Sowjetarmee große und begeisternde Demonstrationen im Zeichen des sozialistischen Patriotismus und des proletarischen Internationalismus, der unverbrüchlichen Freundschaft unseres Volkes zur Sowjetunion. Diesen revolutionären Traditionen wird der Palast der Republik immer verpflichtet sein.

Als gute Gastgeber werden wir in diesem Haus Freunde und Kampfgenossen aus alle Welt empfangen. Weit über die Grenzen unseres Landes hinaus wird der Palast der Republik künden vom Fleiß und der Schaffenskraft unseres Volkes.

 

(Auszug nach „Der Palast der Republik“ Beerbaum, Graffunder, Murza, Leipzig 1977)

 

Wie lange hält ein Schloss?

Wann ist das nächste Richtfest?

 

 

Hier endet der 41. Eintrag (repost): Dieser Blog mischt Fiktion mit Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

 

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Kommentare
Magda schrieb am 18.11.2011 um 12:21
Das ist jetzt 37 Jahre her. Und ich erinnere mich, dass wir das alles mit ziemlichem Spott begleitet haben.

Die Gerüchte gingen: Dass Honny irgendwie mit einem Klo nicht zufrieden gewesen war, weshalb ein neues reinmusste.
Als ich kürzlich einen Bericht über die Nachbesserungen am BND-Gebäude in der Chausseestraße las, musste ich darüber lachen.

Und wie viel teurer das alles werden wird. Und, dass das meiste aus dem Westen kommt.
Aber, ich war dann später oft dort - auch zu dienstlichen Terminen. Da waren immer die großen Tagungen: "Interparlamentarische Union" "Weltfriedensrat" und all so ein Kram.

Ich sehe noch, wie der bekannte USA-Sänger Dean Reed, der in der DDR ziemlich gehätschelt wurde, und Mikis Theodorakis sich um den Hals fielen. Dean Reed ist längst tot und Theodorakis fühlte sich schon damals reichlich vereinnahmt.
Ich erinnere mich noch an Horst Brasch, der Vater des gerade wieder in Erinnerung gebrachten Thomas Brasch. Ein sozialistischer Adelstyp , damals Präsident des Solidaritätskomitees der DDR, wie vielleicht jener Held, den Eugen Ruge jetzt in seinem Buch "Im Zeichen des abnehmenden Lichts" beschreibt, wenn ich mich nicht irre.

In der Kneipe war ich dort selten, aber oft aufm Klo. Weil zwischen Friedrichstraße und Alex kein öffentliches war, da konnte man schnell mal rein.

Mir hat die gläserne Blume gefallen und die Bilder.

Man müsste mal was schreiben.

Danke für die Erinnerung, die ja jetzt bis in die Gegenwart ragt bei Deinem Text.
archinaut schrieb am 20.11.2011 um 01:12
Liebe Magda,
was für ein zuverlässiges Vehikel doch die Worte sind...;-))
Über Deine Erinnerungen hier freue ich mich sehr, wer weiss, vielleicht ist es ja ein Versprechen: "Man müsste mal was schreiben."

Ein einziges Mal war ich PdR, es war muss im Januar 1989 gewesen sein, und ich habe immer noch eine angenehme Erinnerung an ein lichtes, beeindruckend offenes Haus, einen großen, guten Kumpel irgendwie..... aber das ist bestimmt eine ganz private, vielleicht auch unpassend formulierte Impression....
poor on ruhr schrieb am 19.11.2011 um 20:37
Lieber archie, danke für die Erinnerung. Ich habe es gerne gelesen. Die DDR hat existiert und solche Reden waren einfach auch mal der Ausdruck des damaligen sozialistischen Zeitgefühls bei aller Kritikfähigkeit gegenüber Hoenecker, die mir weiterhin erhalten bleibt. Es ist das Recht derer , die dabei gewesen sind, darüber zu lachen. Ich tue es nicht. Für mch ist es zeitgeschichtliches Dokument, dass sorfältig in die Geschichte der DDR eingeordnet werden und dann auch mit wissenschaftlichen Kommentaren versehen werden sollte.

Herzliche Grüße

poor
archinaut schrieb am 20.11.2011 um 01:18
Lieber por,

Du wirst es merken, zur Grundsteinlegung des Humboldtforums wird es die gleichen Reden geben, auch wenn man wohl nichts mehr vom Kampf der Matrosen der Volksmarinedivision gegen die Reaktion hören wird..... schließlich hat ja die Reaktion gewonnen, wenn das Schloss wie geplant rekonstruiert wird.

Lachen darf jeder, der genug Humor hat.

Herzlichst
archie
poor on ruhr schrieb am 20.11.2011 um 21:07
@Lieber archie,

so ist es leider! :( Den Humor sollte man natürlich trotzdem nicht verlieren. :)

Herzliche Grüße

por

P.S.

Schöne Woche
archinaut
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