archinaut

nirgends.......... sicher... nie

08.02.2012 | 23:55

Kaufkraft

 

 

Die Flächen der Einkaufstempel expandieren

zur Huldigung der Kaufkraft....

 

Jedes verkaufte Stück

muss Gewinn bringen

um die Bauschulden zu bedienen

um Licht und Heizung zu erwirtschaften

um Löhne und Steuern zu zahlen

Frisch importiert

oft aus Kinderhand

 

Unsere Häuser und Städte

türmt die Kaufkraft

wie einst die Schwerkraft

lichte Kathedralen

 


 

Hier endet der 261. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

 

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Kommentare
kay.kloetzer schrieb am 09.02.2012 um 00:09
"Unsere Häuser und Städte
türmt die Kaufkraft
wie einst die Schwerkraft
lichte Kathedralen"

wenn's mal so wäre mit der kaufkraft. wenn Du mit dem berliner schloss fertig bist, warten noch die "höfe am brühl" in leipzig. und dann ... (wobei gewiss bereits die schwerkraft der kathedralen an kaufkraft gebunden war)
archinaut schrieb am 09.02.2012 um 00:59
Ja, liebe kay, wenn's mal so wäre:
Die Schwerkraft ist Naturgesetz,
die Kaufkraft ein temporäres Phänomen.....
kann kippen wie Ebbe und Flut.
archinaut schrieb am 09.02.2012 um 01:01
PS.: Leipzig hat auch schon mächtig viel Verkausfläche!
archinaut schrieb am 10.02.2012 um 00:11
... oh Mist:
Verkaufsfläche natürlich!
poor on ruhr schrieb am 09.02.2012 um 10:59
Lieber archie,

Du hast mich schon angesteckt. An meiner gehabten Grippe kannst Du ja in diesem virtuellen Weg der Vernetzung nur unschuldig sein, aber ich denke auch immer an das Schloß in Berlin, wenn Du was schreibst. In der letzten "aspekte"-Sendung auf ZDF haben sie ja rumschwadroniert von einem supertollem Einkaufstempel im Schloss und damit man die ganze Scheiße der mittelmässigen Architektur (Geissler) nicht so sieht wird auf dem chinisesischen Weg des Besser-Kopierens noch ein Dach darüber gemacht. Oh Graus. ;O)

LG

por
archinaut schrieb am 10.02.2012 um 00:09
Hallo por,
das Berliner Schloss als Einkaufstempel?
Vivat König Konsum!
Die Chinesen kommen!
www.everyday-feng-shui.de/feng-shui-news/shanzhai-und-feng-shui-fuer-das-berliner-stadtschloss/

Vielen Dank für den Tip,
als bekennender Fernsehmuffel wäre das glatt an mir vorbeigegangen!

Herzlichst
archie
goedzak schrieb am 09.02.2012 um 11:53
Ein sehr schönes, sehr heutiges Naturgedicht! :)
archinaut schrieb am 10.02.2012 um 00:11
Danke, lieber goedzak,
die Natur des Menschen ist ja ein Biotop voller Überraschungen!
indyjane schrieb am 09.02.2012 um 15:24
"Es ist der Blick des Flaneurs, dessen Lebensform die kommende trostlose des Großstadtmenschen noch mit einem versöhnenden Schimmer umspielt. Der Flaneur steht noch auf der Schwelle, der Großstadt sowohl wie der Bürgerklasse. Keine von beiden hat ihn noch überwältigt. In keiner von beiden ist er zu Hause. Er sucht sich sein Asyl in der Menge. Frühe Beiträge zur Physiognomik der Menge finden sich bei Engels und Poe. Die Menge ist der Schleier, durch den hindurch dem Flaneur die gewohnte Stadt als Phantasmagorie winkt. In ihr ist sie bald Landschaft, bald Stube. Beide bauen dann das Warenhaus auf, das die Flanerie selber dem Warenumsatz nutzbar macht. Das Warenhaus ist der letzte Streich des Flaneurs.

Im Flaneur begibt sich die Intelligenz auf den Markt. Wie sie meint, um ihn anzusehen, und in Wahrheit'doch schon, um einen Käufer zu finden. In diesem Zwischenstadium, in dem sie noch Mäzene hat, aber schon beginnt, mit dem Markt sich vertraut zu machen, erscheint sie als boheme. Der Unentschiedenheit ihrer ökonomischen Stellung entspricht die Unentschiedenheit ihrer politischen Funktion.
(walter benjamin V. Baudelaire oder die Straßen von Paris)
archinaut schrieb am 10.02.2012 um 00:15
.... eine bedenkenswerte These:
"Das Warenhaus ist der letzte Streich des Flaneurs."
Danke für das kluge Zitat, liebe indyjane!
archinaut
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