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Kennen Sie Thale nicht, wurden Sie wahrscheinlich im Westen sozialisiert....
Hinter dem Harz liegt das Städtchen Thale, von Westen gesehen, im Schatten der Harzer Berge, an der Stelle, wo der Bodefluss zwischen steilen Felsen, links Rosstrappe, rechts Hexentanzplatz eilig passiert und aus der steil geschnittenen, dicht bewaldeten Bergschlucht in die flache Ebene treibt...
Zur Wende lebten weniger als zwanzigtausend Menschen in der kleinen Stadt, danach verlor sie noch an Einwohnern... nur ein paar Kilometer die Bode flussabwärts liegt die alte Fachwerkperle Quedlinburg, beide Kleinstädte einander verbunden in herzlicher, jahrhundertealter Konkurrenz: das erste Mal geriet das Thalenser Kloster Wendhusen schon im frühen Morgennebel des ersten Jahrtausends unter die Fuchtel der Quedlinburger Stiftsdamen...
Der Sage nach verdankt der Gebirgsfluss seinen Namen einer unglücklichen Liebe:
Vor Zeiten lebten im Harz gewaltige Riesen, einer von ihnen hieß Bodo. Er begehrte die schöne Königstochter Brunhilde, die jedoch nichts von ihm wissen wollte. Bei einem Ausritt im Wald traf Bodo eines Tages zufällig Prinzessin Brunhilde, ebenfalls zu Pferde, die sofort vor ihm floh. Er jagte ihr nach und hatte sie bereits fast eingeholt, als sich vor ihnen eine tiefe Schlucht auftat. Brunhilde gab ihrem Pferd die Sporen und sprang mit ihm über das Tal auf den Felsen gegenüber. Der Aufprall des Pferdehufes hinterließ einen tiefen Abdruck im Gestein, der noch heute zu sehen ist. Der verliebte Riese Bodo war aber zu schwer und stürzte mit seinem Pferd in den Fluss, der seit diesem Tag "Bode" genannt wird.
Warum war Bodo schwerer als Brunhilde? Trug er etwa einen Eisenpanzer, dessen Gewicht seine Sprungbahn in die Bode lenkte? Bereits im fünfzehnten Jahrhundert wurde in Thale eine Eisenhütte erwähnt, im Jahr 1835 nahm hier das erste Blechemaillierwerk Europas seinen Betrieb auf. Neben den Werken wuchs eine bescheidene Hüttenarbeiterstadt.
Die Erschließung von Heilquellen wie der 1836 in Thale eröffneten Hubertusquelle mit radonhaltigem Wasser löste überregional eine gewisse frühtouristische Anziehungskraft aus. Im Jahr 1862 wurde der Eisenbahnverkehr zwischen Berlin und Thale aufgenommen, ein Jahr später eröffnete die Eisenbahngesellschaft das noble Hotel Zehnpfund, das mit seinen 120 Zimmern und Suiten mehrfach als das größte Sommerhotel Deutschlands bezeichnet wurde. Nach Thale reiste man in die Sommerfrische – so auch Theodor Fontane, der auf der Terrasse des Hotel Zehnpfund das Vorbild für seine Effi Briest entdeckte:
Ich saß im Zehnpfund-Hotel, auf dem oft beschriebenen Balkon und sah nach der Rosstrappe hinauf, als ein englisches Geschwisterpaar [...] hinaustrat. Das Mädchen war genauso gekleidet, wie ich Effi in den allerersten und dann auch wieder in den allerletzten Kapiteln geschildert habe: Hänger, blau und weiß gestreifter Kattun, Ledergürtel und Matrosenkragen. Ich glaube, dass ich für meine Heldin keine bessere Erscheinung und Einkleidung finden konnte, zitiert Wikpedia einen Brief Fontanes.
Einen erbaulichen Aufenthalt im Hotel Zehnpfund gönnt Fontane auch seiner Romanheldin Cécile (1884-1886), er bricht das Ferienidyll in seinem Roman aber dadurch, dass mächtige Rauchschwaden des Thalenser Emaillewerks durch das Bodetal ziehen. Fontane beschreibt eine Gesellschaft, deren Ideale allmählich erlöschen. Bis zu zehn Prozent der weltweiten jährlichen Emailleproduktion vor dem ersten Weltkrieg stammen aus Thale.
Seit 1903 residiert das Bergtheater hoch über der Stadt am Hexentanzplatz, gegründet als Grüne Bühne zur Sammlung von Kräften der deutschen und volkstümlichen Bestrebungen und konzipiert als Musterweihebühne im Geist von Richard Wagner. Viele Vertreter der sogenannten Heimatkunstbewegung riefen damals zur finanziellen Unterstützung des Landschafts- und Volkstheaters unter freiem Himmel auf, die Harzfestspiele sollten Vorbild für ein überall in Deutschland auszubreitendes Netz von Sommerbühnen werden. Heute liest sich der Spielplan weniger martialisch, dafür weitgehend ideologiefrei.
1910 sprachen Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin zu Thalenser Arbeitern. Ab 1916 wurden in Thale Stahlhelme produziert. Im Zweiten Weltkrieg besaß Thale das Monopol auf diese (seit 1934), weiß Wikipedia.
Ob jemand gezählt hat, wie viele Millionen Stahlhelme den Thalenser Bahnhof in alle Himmelsrichtung verlassen haben?
Auch nach dem zweiten Weltkrieg bleibt Thale Industriestandort, trotz der imposanten Naturkulisse wuchern jetzt Werkstätten, Lager und Infrastruktur der metallverarbeitenden Produktion Schicht für Schicht zum Konzert des kollektiven Schaffens, erst mit dem Untergang der Republik kommt das große Schwungrad knirschend zum Stehen: Halle um Halle fällt in den Schutt, über planierten Flächen hebt sich die düstere Stahltorso der Bodenwaschanlage...... dichtgewalzt die Asphaltdecke, darunter zieht der Grundwasserstrom: er ist kontaminiert, die Kräfte der Natur sollen den Giftschlamm vertreiben.
Der Stadt wurde das Herz ausgerissen.
Demontiert und planiert sind die Gleisanlagen zwischen Oberstadt und Unterstadt, ein neues Stadtzentrum wird an dieser Stelle in das Gewebe Thales implantiert, Rathaus und Einkaufspassagen neu aus dem Boden gestampft. Die Verwaltung der Stadt ist aus dem Hotel Zehnpfund ausgezogen, das traditionsreiche Haus steht lange leer.
Fontane könnte nur noch ein Geisterhaus beschreiben.
Aber während die Bewohner von Quedlinburg Bestätigung und Identität aus der Vergangenheit beziehen, greifen die Menschen in Thale nach der Zukunft:
Auf den frei geräumten Industrieflächen haben sich verschiedene Unternehmen der Metallverarbeitung und auch anderer Branchen neu angesiedelt und geben Anlass zu frohen Hoffnungen.
Am Bodeufer errichtet ein Investor ein neues Thermalbad, so hört man.
Oben im Bergtheater gibt man My Fair Lady und Charleys Tante – Freilicht ohne Wetterschutz.
Die Einwohnerzahl bleibt in etwa stabil, aber das erklärt sich durch die Eingemeindungen der letzten Jahre.
Welche Wahrheit steckt in der alten Sage? Wer schafft den Sprung über die Bode - und wer stürzt ab?
Den Thalenser müssen wir uns als mutigen Menschen vorstellen. Auch wenn er im tiefsten Grund seines Herzens befürchtet, dass die Stadt Thale eines Tages vor den Augen der Welt unsichtbar wird.
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Hier endet der 264. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion mit Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:
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Vielen Dank für die Beteiligung an der kleinen Umfrage ;-))
Jetzt habe ich noch etwas Info nachgeschoben, kenntnisreicher Georg von Grote! |
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Vielen Dank für die Beteiligung an der kleinen Umfrage "Kennen Sie Thale?", liebe kay.kloetzer, über Thale habe ich jetzt was geschrieben, über täler noch nicht ;-))
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Vielen Dank für die Beteiligung an der kleinen Umfrage, liebe SuzieQ, "da sollen Fremde verkehren..." ist ein schönes Motto, passt ja auch hier für die FC ;-))
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Na klar, wer kennt Thale nicht, wenn die Herren Botaniker aus Berlin im Hotel die Strategie ihrer Frühstückseinnahmen lauthals verkündeten, wenn Frl. Rosa, der schottische Ingenieur und natürlich sie, die schöne-unglückliche auftraten und aus dem nahen Emailwerk der Rauch quoll, herrliche Lesezeiten kann man in Thale verbringen.
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Vielen Dank für die Beteiligung an der kleinen Umfrage,
kenntisreiche Zeitleser, an der Antwort lässt sich klar erkennen: Lesen bildet! |
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Vielen Dank für die Beteiligung an der kleinen Umfrage,
kenntniszweifelnder goedzak, habe jetzt einen Text nachgeschoben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.... die Gegend ist seit dem Neolithikum besiedelt... ;-)) |
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Thale und Hexentanzplatz war natürlich Pflichtprogramm bei Harz-Klassenfahrten.
Später hat mal meine Tochter, damals 3 Jahre alt, auf der Wanderung von Thale nach Treseburg den Teufel am Bart gezupft. Dafür gibt es fotografische Beweise. |
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... hoffentlich klappt's
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"Hier soll ein Bild von Treseburg stehen", (Schnüff:-(
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Kennen Sie Thale?
Ja. Vollauf. Und ohne es gesehen zu haben. Thale ist überall. (ich habe es aber doch gesehen, in Echt, ...damals - schön!) lg & bitte: bissig vor lauter Liebe bleiben! Geht das?.. |
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Du kannst Gerdanken lesen, mcmac!
Thale sind wir alle.... |
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Ich kenne Thale und habe mich in Ihrem kleinen Kunstwerk mit meinem Gefühl gut wieder erkannt.
Als Kind erinnere ich mich an den Film "Spuk unterm Riesenrad" als die 3 Haupthelden den Hexentanzplatz und Thale besuchen. Als Abiturient habe ich in einem Schmiedewerk den Wareneingang vom Stahlwerk Thale registriert und kann sonderbarerweise noch heute die Stahlsorten aufzählen, die von dort kamen. Mit meinen Eltern waren wir in Bad Suderode im FDGB-Ferienheim und selbstverständlich auf dem Hexentanzplatz. Als Student habe ich zwei mehrtägige Wanderungen durch den Harz unternommen und dort in der Jugendherberge übernachtet. In der Nähe von Thale begegnete mir auf einem einsamen Waldweg ein Jeep der britischen Militärmission in Deutschland. Das war sehr sonderbar und ich meinte damals, dass er die Zufahrten zur Radarstation der sowjetischen Armee auf dem Brocken erkundet. In den letzten Jahren hatte ich mehrfach beruflich dort zu tun und kenne den Niedergang der Stadt aus eigener Anschauung und hörte von den abenteuerlichen Projekten diverser Investoren. Man muss nicht nach Burgund fahren, um romanische Kirchen und Klöster zu sehen. Die Gegend nördlich des Harzes ist angefüllt mit der Geschichte des 11...12. Jahrhunderts: Gernrode, Quedlinburg, Halberstadt, Aschersleben. Vor 3 Jahren haben meine Frau und ich einen interessanten Urlaub dort verbracht. Ich liebe es durch die kleinen Städte zu fahren, die auf dem Gebiet der DDR liegen. Diese kleinen Städte sind einerseits sehr schön anzusehen, weil viel Gutes und Nützliches an den Gebäuden und der Infrastruktur passiert ist. Andererseits ist das Leben in diesen Städten regelrecht zum Erliegen gekommen: Kein Berufsverkehr, die Kneipen leer, die Schule geschlossen, alte Menschen auf der Straße, Geschäfte mit erbärmlichen Sortimenten, ein hingerotzter Supermarkt irgendeines Geldsackes aus Mülheim, ein absurdes Büro der Allianz oder der DVAG, die als Schlotten auch noch das letzte Geld absaugen. So wie in Thale, so ist es überall im Osten. Mal abgesehen von jenen Städten, wie Quedlinburg oder Naumburg, die ein paar Tagestouristen anziehen…. Thale und der Hexentanzplatz hätten viel mehr Aufmerksamkeit verdient, aber die DDRler waren wahrscheinlich zu oft dort im FDGB-Ferienheim und die anderen wollen nicht mit einer Schwebebahn fahren, die durch jede noch so kleine Schwebebahn eines bayrischen Schikaffs in den Schatten gestellt wird. |
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Ja, lieber Rapanui,
es ist unheimlich zu beobachten, wie trocken die Landschaften geworden sind, die doch irgendwann wieder blühen sollten..... speziell Thale hat mich immer an eine Goldgräberstadt erinnert, man kann aber nicht sagen, ob vor oder nach dem Boom. Die Therme an der Bode soll inzwischen eröffnet sein, man hat viele Erwartungen an dieses Vorhaben, insbesondere die Verweildauer der Touristen zu erhöhen. Eigentlich müsste ich mal wieder hin, denke ich mir jetzt, und überlege, ob es den Thale-Express noch gibt, als Direktverbindung Berlin-Thale... |
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Wenn wir mit Freunden aus dem Westen in SaSaThü unterwegs sind, sind die immer wieder erstaunt über die reichhaltige Geschichte der Landschaft. Ich nenne die Einwohnerzahl der Stadt vor der Wende und nach der Wende, nenne die Namen der geschlossenen Fabriken und deren Produktion. Ich zeige den schönen Marktplatz und das leuchtende Schloss. Wir steigen auf einen Turm und trinken einen Kaffee, manchmal sind noch 1,2 andere Tische besetzt. Im Museum sind wir die einzigen Besucher und eine Frau auf ABM weiß gar nichts, außer den Preis der Eintrittskarte.
Fahren wir am Nova Eventis, IKEA in Leipzig/West vorbei sind die Parkplätze voll und enge Einfamilienhaussiedlungen am Rande jeder Kleinstadt künden von erfüllten Träumen. |
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Wer weiss, vielleicht kehren sie eines Tages vom Rand zurück in die (Klein-)Stadt... Träume lassen sich auch da erfüllen!
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>>>Träume lassen sich auch da erfüllen!<<<
Das Bewusstsein dafür aber fehlt bei den Bürgern und ihren Vertretern. Jedes hässliche Fertighaus auf einem parzellierten Acker wird für den Aufschwung gehalten. In Weißenfels (Sachsen-Anhalt) hat gerade der Bürgermeister eine Kaufoption der Stadt am Bahngelände verfallen lassen und es Großmetzger Tönnies für 400.000 EUR überlassen. Dieser plant jetzt die Erweiterung seines Großschlachthauses (bis zu 30.000 Schweine pro Tag) bis unmittelbar an das Weißenfelser Stadtzentrum heran. Dort in Schweinefels wird sich kein Kleinstadttraum mehr erfüllen lassen. |
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Quedlinburg und Wernigerode kenne ich von Urlaubsreisen. Das hat uns - vor und nach der Wende - immer gefallen. Damals haben in Wernigerode viele polnische Restauratoren an den Fachwerkhäusern gearbeitet.
Thale: Ja stimmt, man kennt die Sage von der Rosstrappe und das Hotel "Zehnpfund". Aber ich wusste nicht mal, dass es das wirklich gegeben hat. "der auf der Terrasse des Hotel Zehnpfund das Vorbild für seine Effi Briest entdeckte:" Ich dachte für "Cecile". Für Effi Briest auch? Überhaupt, die ganze schöne Szenerie in "Cecile", die ich gerade mal wieder gelesen habe. Das war noch richtig "luftkurortlich". Vor allem die - wie immer - großklappigen Berliner - amüsieren mich. |
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Du hast recht, kluge Magda,
erst hat er wohl "Effi Briest" geschrieben, später dann die Person gesehen, die seiner Heldin sehr ähnlich schien, zufälligerweise im Zehnpfund.... er war wohl mehrfach dort. Usedom war Berlins Badewanne, lagen hinter dem Bodetal vielleicht Berlins Berge? |
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Die Berge der Berliner, genauer der Westberliner waren die im Westharz - gleich hinter der Grenze. Leerstehende Hotels in Goslar, Bad Harzburg und St. Andreasberg künden von dieser Zeit.
Wer die Nase in diesen Städten in den Wind hält riecht, wie der Ostwind durch deren Straßen streift und diese Städte ebenso verändern wird. Vielleicht erst 10 Jahre später, wenn keine Rentner mehr nach Bad Harzburg ziehen. Aber der Abstieg hat begonnen. Insofern hat es der Harz auch auf der westlichen Seite sehr schwer. |
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Lieber Rapanui,
dachte eigentlich an die historischen Weidegründe der Berliner, also an die Zeit vor Westberlin.... Recht hast Du mit dem Harz... auch die sechziger Jahre halten nicht ewig ;-)) |
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>>>historischen Weidegründe der Berliner<<<
Ich weiß nur, dass Alexisbad im Selketal als Heilbad eine gewisse Bedeutung hatte und Schinkel Planung und Architektur des Kurortes entwarf. |
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Ach, lieber Rapanui,
kennst Du die Geschichte der Roseburg bei Rieder? www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de/index.php?id=375 Warum hat die Welt diesen Ort vergessen? Hat der (Berliner) Architekt und Projektentwickler Bernhard Sehring als Altersruhesitz für sich gebaut, ein italienischer Traum..... er war geschäftlich sehr erfolgreich, sein Geld verdiente er unter anderem mit dem Bau des "Theater des Westens" in Berlin de.wikipedia.org/wiki/Theater_des_Westens |
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@ archinaut schrieb am 14.02.2012 um 00:53
Danke für den Tipp. Ich ahne wo der Garten liegt. Wenn es das ist was ich vermute, kenne ich den vorerst nur vom Vorbeifahren. Bei Gelegenheit werfe ich mal einen Blick rein |
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.... hinter einer langen Mauer,
wie alle verwunschenen Gärten.... Aber man muss mit viel Liebe hinsehen, manches ist vom Zahn der Zeit schon stark benagt. |
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Thale war SBZ und lag einige Dutzend Kilometer von meinem Standort als Luftraumbeobachter im Westharz entfernt Richtung Osten. Mir war damals ( 1965 ) klar, dass ich nie nach Thale käme. Das machte mir keinen Kummer, denn viel mehr interessierten mich Hamburg, Kopenhagen und Paris. Ein paar Wochen nach der Wende fuhr ich mit meiner Mutter nach Ilsenburg, die dort 1938 ihr soziales Pflichtjahr abgeleistet hatte, und trafen dort eine alte Frau, die die Tochter des Bauern gewesen war, auf dessen Hof meine Mutter einquartiert war. Am Nachmittag fuhren wir nach Thale zur Familie der Tochter der Freundin. Seitdem ist Thale für mich der Ort, in dem ich zwei alten Frauen zuhörte, die sich ihr Leben erzählten.
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Vierzig Jahre sind eine lange Zeit, lieber koslowski,
da hat man viel zu erzählen, wenn man noch eine gemeinsame Sprache findet.... |
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Ja, was für schöne Gegenden es doch um Thale so gibt. Allerdings dies doch mehr für Natur-und Wanderfreunde :-) Ein Urlaub in der Natur lohnt sich allemal da :-) Leider bekommt man in Bayern preiswertere Unterkünfte. Was ja mit den alten Strukturen, die da mal geschaffen wurden, dort zu tun hat. Und auch mit den öffentl. Abgaben für Wasser, Strom usw. im östlichen Teil der Republik. Dafür hat man aber in und um Thale mehr Ruhe und Abgeschiedenheit, sprich Entspannung.
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Liebe KarinL.
die Harzer Bucht zwischen Wernigerode und Ballenstedt ist wie ein kleiner Kosmos... alles ist da, sogar ein eigenes Meer versuchen sie zu züchten de.wikipedia.org/wiki/Concordiasee_(Seeland) |
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de.wikipedia.org/wiki/Concordiasee_(Seeland)
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de.wikipedia.org/wiki/Seeland_(Sachsen-Anhalt)
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Lieber Archie, so kenntnisreich nun auch nicht. Eher Glück, denn als Kind verschlang ich Sagen. Märchen auch, aber Sagen waren irgendwie noch viel schöner. Das las man ja auch noch als Kind. Notfalls mit der Taschenlampe nachts unter der Bettdecke. Und so kannte ich diese Sage und dachte, der ist aus Quedlinburg, der kann nur das meinen.
In Quedlinburg war ich einmal, nicht in Thale und auch nur kurz. Nach der Wende. Wir durften ja durch den Beruf meines Vaters erst sehr spät unsere Verwandten in der DDR besuchen. Diese DDR, die ich erst als Zone kannte, dann war es die SBZ, dann jahrelang Gänsefüßchen "DDR". Als wir dann durften, war es die DDR. Nicht die der Transitstrecke nach Berlin. Sondern die nach Erfurt, Weimar, Buttstädt und Sömmerda. Nach Sömmerda musste man fahren um sich bei der VoPo anzumelden. Und damals war ich erschüttert. Ich kannte diese Städte aus Erzählungen meiner Mutter, die daher stammte und erkannte nichts wieder. Sie auch nicht, sie war entweder stumm, heulte, oder war nur erstarrt. Dieses Buttstädt, einst eine blühende Kleinstadt war tot. Ein HO, ein Bäcker und eine HO-Gaststätte in einem Bahnhof, der aussah als hätte er Jahrzehnte keinen Zug mehr gesehen. Und an vielen Häusern noch die verblichenen Werbeschriften, die darauf hinwiesen, wieviele Geschäfte, Handwerker es mal gab. Vor dem Krieg. Sogar eine Brauerei gabs. Stillgelegt. Vor der Wende war ich dann öfter dort. Meine Oma lebte da. Nach der Wende nie wieder. Die Stadt soll immer noch tot sein, sieht nur nicht mehr so grau aus. Ein halbes Jahr danach bin ich 3 Wochen mit einer Freundin, die da zu tun hatte durch Sachsen gefahren. Bis ins Erzgebirge. Kleine Strassen haben wir benutzt, alte Industrieanlagen gesehen. In waldigen Tälern unten im Tal mit Mühlrädern. Kurz danach mit einem Freund fast 4 Wochen durch die Müritz gesegelt und da kann man mit dem richtigen Boot sehr weit segeln. Un berührte Natur. Ich hab nach langer Zeit wieder Otter gesehen, Bieber, Reiher in freier Natur. Kaum einen Menschen. Da fing ich an, diesen Teil Deutschlands zu lieben. Heute ist leider davon kaum mehr was übrig. Die Allee-Bäume abgeholzt. Die alten Apfelsorten wurden nach EG-Richtlinien ausgemerzt. Eine gute Soljanka oder nen Borscht kann man nur noch bei Kolja Kleeberg im Vau essen. Ich bin ein wenig traurig, wenn ich sehe, wie das alles kaputt gemacht wurde. In jeder kleinen Stadt in Frankreich macht man Son et Lumiere, wenn man da was aus der Geschichte herumstehen hat. Man strahlt es Nachts an, damit es von weitem schon zu sehen ist. Und bei uns? |
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Ich bin nach 1990 sehr oft von Bonn und dann von Berlin aus in die nun neuen Bundesländer gefahren, meistens berufsbedingt aber mit angehängten freien Tagen. Wenn ich mich erinnere: Eichsfeld, Heiligenstadt, Mühlhausen (damals noch mit Thomas Müntzer - kleinkarierte Stadtväter, die meinten ihn eliminieren zu müssen), der ganze Süd- und Nordrand des Harzes, Stolberg, Artern, Frankenhausen, Eisleben, Halberstadt, Thale, Quedlinburg, Oscherslben, dann Magdeburg, Tangermünde, Jerichow, ZiesarJüterbog / Zinna, Lehnin, Werder, Gransee Lindow, noch in Thüringen natürlich Erfurt und Weimar, aber auch Eisenberg, Annaberg - aber das ist ja schon Sachsen, Niesky, Görlitz na und so weiter und so weiter. Was für mich so anziehend war, war das authentische dieser Städte und Ortschaften, die DDR hatte halt nicht so viel Geld und deshalb konnte man vieles sehen so wie es früher war, die Zeiten, die vergangen sind. Aber man hatte auch mal so seine Bedenken, vor allem vor Autofahrern, die irgendwie enthemmt daherkamen.
Wenn jetzt gesagt wird, es geht nach unten, die neuen Zeiten machen die kleinen und mittleren Ortschaften kaputt, dann ist das Verlust an Kulturlandschaft - sehr betrüblich. |
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Nachtrag: Ich war richtig begeistert als ich im Januar 1990 ins Eichsfeld eingefallen bin. Der Vopo an der Grenze hinter Duderstadt auch, denn meine Digitalgeschwindigkeitsanzeige in meinem Fiat fand er nun mächtig interessant. In Mühlhausen das Archiv, Mensch!, der Archivar drückte mir einen Brief von einem gewissen Bach in die Hand, nicht ne Kopie wie heute. Vorher musste man ja durch Göttingen, oh Gott, 300 Jahre alte Gebäude so schnicke wie aus dem Faller-Baukasten. In Mü Patina und die Marienkirche, die schönste Hallenkirche die ich kenne, stolz, erhaben, schön UND anmutig, kaum zu glauben, und die Gummiwecken, die es bei der Bäckerei gab, herrlich duftend - na ich machte mich gleich dran ein langen Artikel zu schreiben. Wie auch Que. und Ludwigslust und so weiter.
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Liebe Zeitleser,
das Programm klingt sehr reiselustig, da bin ich ja auf den langen Artikel gespannt! Trotz kultureller Schätze leiden viele Gegenden unter Überalterung und Abwanderung, und es lässt sich (noch?) nicht so recht erkennen, wie dieser Trend umkehrbar wäre. |
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Also die sind alle schon längst geschrieben - mein Beitrag zur Wende, vielleicht sind ja manche nach Mühlhausen gefahren, von einem weiß ich es. Schauen Sie mal in Eisenberg, da finden Sie mich wieder. Also ich muss mal eine homepage machen - Wie schöne Städte entstanden sind - wie man es macht, schwierig. Da les ich lieber Fontane.
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Oh, danke für den Tip,
dann muss ich mal in Eisenberg schauen.... nach "zeitleser"? |
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LIEBER ARCHIE,
ich kenne Tahle nur vom Hörensagen und bin jetzt ganz traurig. Sicher kann ich in diesem Preisausschreiben /Meinungsumfrage keine Thaler mehr gewinnen? Schmüff. :( Liebe Grüße por |
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Lieber por,
ist nicht schlimm, es gab keine Thaler, nur Buchstaben ;-)) Herzlichst archie |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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