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03.09.2011 – Gestern sind in Tripolis Dokumente aufgetaucht, die eine enge Zusammenarbeit zwischen der CIA, dem britischen Geheimdienst MI 6 und dem Gaddafi-Regime belegen. Kooperiert wurde dabei vor allem in Bezug auf Verhöre von Terrorverdächtigen, die hierzu durch die CIA nach Libyen gebracht wurde. Ausgeführt wurden die Befragungen durch den libyschen Geheimdienst, der für seine Folterpraxis berüchtigt war. Die Fragen stammten dabei von der CIA, die sich seit 2004 um eine ständige Vertretung in Libyen bemühte.
Der MI 6 lieferte dem Gaddafi-Regime Informationen über libysche Oppositionelle und Regimekritiker, die in Großbritannien lebten und überwachte im Auftrag des libyschen Geheimdienstes sogar deren Telefonanschlüsse.
Aus dem Jacob Jung Blog
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Human Rights Watch entdeckt brisante Dokumente in Tripolis
Eine Gruppe von Mitarbeitern von Human Rights Watch hat am Freitag einen Gebäudekomplex in Tripolis durchsucht, in dem Gaddafis Behörde für äußere Sicherheit untergebracht war. Im Büro des ehemaligen Geheimdienstchefs und Außenministers Moussa Koussa wurden dabei Dokumente entdeckt, die bislang unbekannt waren und die Informationen über die enge Zusammenarbeit zwischen der CIA und dem Gaddafi-Regime enthalten. Human Rights Watch Direktor Peter Bouckaert fotografierte die Dokumente und leitete die Aufnahmen an das Wall Street Journal weiter.
Der Großteil der Dokumente stammt aus den Jahren 2002 bis 2007. Aus ihnen geht hervor, dass die CIA in mindestens acht Fällen Terrorverdächtige nach Libyen gebracht hat, um sie vom dortigen Geheimdienst, der für seine Folterpraxis bekannt war, verhören zu lassen. Einige der gefundenen Memos stammen von Stephen Kappes, damals Nummer 2 im amerikanischen Geheimdienst und sind direkt an Moussa Koussa gerichtet.
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Intensive Zusammenarbeit zwischen CIA und Gaddafi während der Bush-Ära
Besonders intensiv soll die Zusammenarbeit zwischen der CIA und dem libyschen Geheimdienst während der Bush-Administration gewesen sein. Neben der Anordnung der Überführung von Verdächtigen nach Libyen legte die CIA auch die Fragen fest, die in den Verhören gestellt wurden und entsandte eigene Mitarbeiter nach Libyen, um sich persönlich an den Befragungen zu beteiligen.
Ab 2004 wurde den Dokumenten nach die Zusammenarbeit ausgeweitet. Damals begann die CIA damit, eine ständige Präsenz in Libyen einzurichten. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass der amerikanische Geheimdienst den Text einer Rede Gaddafis formulierte, in der dieser das Ende seines Programms für Massenvernichtungswaffen bekannt gab. Dies galt als Voraussetzung für die Annäherung zwischen dem libyschen Regimes und den westlichen Ländern.
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MI 6 lieferte Gaddafi Informationen über Regimegegner
Auch der britische Geheimdienst MI 6 ist in die Vorgänge verstrickt. Den Dokumenten nach sollen die Briten eng mit dem Gaddafi-Regime kooperiert und unter anderem Informationen über in Großbritannien lebende Oppositionelle und Regimekritiker an den libyschen Geheimdienst weitergegeben haben. Hierbei sollen auch Telefonanschlüsse von Gaddafi-Gegnern überwacht worden sein.
Die Beziehungen zwischen Moussa Koussa und der britischen Regierung sollen sehr eng gewesen sein. Zwischen den Beteiligten wurden sogar regelmäßig Geschenke ausgetauscht. Interessant in diesem Zusammenhang: Moussa Koussa hatte sich im März nach Großbritannien abgesetzt und konnte von dort aus, obwohl im schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen wurden, ungehindert nach Katar weiterfliegen.
Gefährliche Doppelmoral: Verfolgung und Unterstützung in schneller Abfolge
Die entdeckten Dokumente zeigen, dass sowohl die britische als auch die amerikanische Regierung sich während der Zeit des Gaddafi-Regimes aktiv an der Verfolgung genau der Oppositionellen beteiligten, die seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen maßgeblich von den westlichen Bündnissen unterstützt werden. Außerdem werfen sie erneut Fragen über die Verhaftungs-, Verhör- und auch Foltermethoden des amerikanischen Geheimdienstes in Bezug auf Terrorverdächtige auf.
Weder die CIA noch das britische Außenministerium wollen sich detailliert zu den Dokumenten äußern. Lediglich die CIA-Sprecherin Jennifer Youngblood sagte gegenüber der New York Times: „Es kann nicht überraschen, das die Central Intelligence Agency mit ausländischen Regierungen zusammenarbeitet, um dabei zu helfen, unser Land vor Terrorismus und anderen tödlichen Bedrohungen zu schützen„. Ob es angesichts der Verstrickungen zwischen den westlichen Geheimdiensten und dem libyschen Regime im Interesse der westlichen Mächte liegt, dass Gaddafi lebend gefasst und vor ein Gericht gestellt wird, muss bezweifelt werden. Letztlich könnte der Diktator hier Aussagen machen, deren Brisanz bei weitem über den Inhalt der jetzt aufgetauchten Dokumente hinaus geht.
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Über die Zusammenarbeit der CIA mit dem libyschen Geheimdienst, ebenso wie mit den ägyptischen Geheimdiensten zum Zweck der "Gefangenenbefragungen" berichtete nach meiner Erinnerung etliche Male der SPIEGEL.
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Man sieht, es geht auch ohne wiki- und openleaks. Einfach Dokumente fotografieren und weiterreichen. Fertig. Das war's.
Human Rights Watch Direktor Peter Bouckaert fotografierte die Dokumente und leitete die Aufnahmen an das Wall Street Journal weiter. |
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Zwei Fragen:
1. Warum wurde die Kooperation mit Ghaddafi beendet? 2. Was bedeutet: "Dokumente aufgetaucht", "Dokumente gefunden"? |
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schrieb am
03.09.2011 um 16:54
…die erste Frage ist stellenswert.
Die Zweite löst sich schon im (lachhaften) Umstand dieses vermutlich gezielten Auftauchens auf! Ausgerechnet DIESE Leute, diese für die westlichen „Dienste“ und ihre Arbeitgeber immer so gut und auf Knopfdruck agierenden „Menschenrechtler“, durchwühlen UNABHÄNGIG und VOR den inkriminierten Geheimdiensten die prallgefüllten und hochbrisanten Aktenschränke des libyschen Geheimdienstes (der seine Standorte bekanntlich ganz woanders hat) und machen diese weltbewegende Entdeckung!!?? Selbst ein dressierter Affe zieht da die Brauen hoch! |
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@ Phineas Freek
Hallo Phineas, leider haben gerade Sie nun auf die zweite Frage geantwortet. So ist das Rätsel zu schnell gelöst. Hätte doch eine spannende Diskussion mit Daniel Meister werden können. Spätestens seit dem Sturm auf die Stasizentrale in der Normannenstraße am 15. Januar 1990 und der "Rosenholzdatei" zählt das "Auftauchen" von Dokumenten zu den Klassikern in der Geheimdienstarbeit. "Rosenholz" ist übrigens eines der Beispiele für den robusten Spachwitz der Geheimdienstler. Nach dem verheerenden Bombenangriff auf Hildesheim im März 1945 trieb der verbrannte Rosenstock wieder aus, so wie er es seit tausend Jahren tut. Immer eine neue Blüte, die gepflückt werden kann. Was meinen Sie zur ersten Frage? |
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schrieb am
04.09.2011 um 14:37
...hatten wir doch hier schon am Wickel...
www.freitag.de/politik/1130-tod-eines-konvertiten und in diversen Blogs zu Beginn dieses "Bürgerkrieges"... |
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SCHOCKIERED !
Wer hätte das gedacht, ja unglaublich. Was nicht alles getan zum Schutz vor Terrorismus getan wird. Wirklich erschütternd. Der arme Gaddafi muss sich nun bestimmt nicht mehr verstecken vielleicht bekommt er ja Asyl und fristed ein geruhsames Rentnerdasein in Haifa. |
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>>1. Warum wurde die Kooperation mit Ghaddafi beendet?<<
Wieso Gaddafi? Es ging doch darum, die "Volks-Dschamahirija" zu zerschlagen. Oder hab ich was falsch mitbekommen? |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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