Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

07.12.2011 | 15:40

Der ganz alltägliche Rassismus

7.12.2011 – Wir geben uns erschreckt, wenn wir von mordenden Nazibanden erfahren, die gezielt unsere Mitbürger mit ausländischen Wurzeln töten. Wir mögen es nicht besonders, wenn Rechtsextremisten in unseren Straßen marschieren und wir senken verschämt den Blick, wenn uns ein Nazi in der Fußgängerzone sein ausländerfeindliches Pamphlet in die Hand drücken will.

Wenn sich der Faschismus lautstark und brutal ins Gespräch bringt, dann löst er bei uns eine Abwehrreaktion aus, die teils der Erinnerung an unsere Geschichte und teils der Sorge um unsere Reputation geschuldet sind.

Doch wie sieht es mit unserer Gegenwehr aus, wenn wir mit dem ganz alltäglichen Rassismus konfrontiert werden?

Aus dem Jacob Jung Blog

 

Kleingartenverein Harksheide-Kringelkrugweg

Am 30. Oktober diesen Jahres kamen die Mitglieder des Kleingartenvereins Harksheide-Kringelkrugweg in Norderstedt zu einem „schmackhaften“ Grünkohlessen zusammen. Man nutzte das traditionelle Treffen, um über einen Antrag abzustimmen. Der Verein will sich selber eine „Migrantenquote“ verpassen. Die Beschwerden über nichtdeutsche Pächter haben sich in der letzten Zeit gehäuft. Zu laut sollen sie gefeiert und sich der Tradition des Vereins zu wenig angepasst haben.

Daher wurde mehrheitlich beschlossen, künftig höchstens 9 der 73 Parzellen der Anlage an Pächter mit ausländischen Wurzeln zu vergeben. Das entspricht einem Anteil von 12,6 Prozent. Auf diese Zahl ist man gekommen, weil sie der „Migrantenquote“ in Schleswig Holstein entspricht. Insgesamt haben 59 von 70 Mitgliedern für die Beschränkung gestimmt.

Mit deutscher Gründlichkeit wollen die Vereinsmitglieder sogar innerhalb der angestrebten Quote eine weitere Quotierung vornehmen. 25 Prozent der neun „Migranten-Parzellen“ sollen künftig an Türken und Araber vergeben werden, 25 Prozent an Osteuropäer und 50 Prozent an Gartenfreunde anderer Nationalitäten.

Ein gutes Gewissen scheinen die treudeutschen Gärtner nicht gehabt zu haben: Man einigte sich nämlich darauf, das Sitzungsprotokoll nicht an die örtliche Presse weiterzuleiten, da zu viel Öffentlichkeit dem Zusammenhalt der Vereinsgemeinschaft schaden könnte.

Der Vorgang landete stattdessen beim Bürgermeister von Norderstedt. Hans-Joachim Grote (CDU) wurde daraufhin aktiv und drohte dem Vereinsvorstand mit der Kündigung des Pachtvertrages, falls der Beschluss nicht kurzfristig aufgehoben würde. Am 15. Dezember wollen die Kleingärtner nun erneut zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammenkommen und erneut über die „Migrantenquote“ verhandeln.

Unterstützung von rechts

Durch das Einschreiten des Bürgermeisters ist die Angelegenheit mittlerweile öffentlich geworden. Der Landesverband der Gartenfreunde, der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein, die Kirchen, die FDP, die SPD und die Grünen kritisieren den Verein und sein gespaltenes Verhältnis zum Grundgesetz. Im Artikel 3, Absatz 3, Satz 1 heißt es hier, dass niemand wegen seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Heimat oder seiner Herkunft benachteiligt oder bevorzugt werden darf.

Unterstützung erhalten die Kleingärtner von der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Hier macht der Gerhard-Löwenthal-Preisträger Michael Paulwitz in einem Kommentar ein ganz großes Fass auf, um den rassistischen und diskriminierenden Beschluss des Vereins zu rechtfertigen. Paulwitz setzt hierzu Migrantenquoten, die eine Mindestbeteiligung von Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln sichern sollen mit der grundrechtefeindlichen Beschränkung durch die Kleingärtner gleich und moniert zynisch:

„Wenn dann aber mal ein deutscher Verein freiwillig, ganz ohne Druck von oben, eine „Migranten-Quote“ einführt, dann ist es auch wieder nicht recht.“

„Ausländerquoten sind nur dann gut, wenn sie mehr Ausländer irgendwo reinbringen – und nicht etwa weniger.“

Der Autor zeigt Verständnis für die Vereinsmitglieder, denen „ihre Integrationsprobleme über den Kopf gewachsen“ sind. Ihren guten Willen belegt er mit dem Plan der Kleingärtner, sogar „eine Boccia-Bahn bauen“ zu wollen. Was ein italienisches Kugelspiel mit der ernsthaften Bemühung um Integration zu tun haben soll, dass enthält Paulwitz seinen Lesern vor.

Er zitiert den Vorsitzenden des Kleingartenvereins, der beteuert, man habe nichts gegen Ausländer. Nur „wenn es zu viele würden, störten sie das Zusammenleben“. Resümierend heißt es in dem Artikel:

„Wenn’s mit der Integration nicht klappt, ist das das Problem der Einheimischen, die müssen sich mehr anstrengen, und wer aufbegehrt, der kriegt eins auf die Mütze.“

Vermeintliche Tradition

Der Kleingarten an und für sich ist eine Ikone des deutschen Spießertums. In Vereinen, die sich mit der geordneten Bewirtschaftung von Gartengrundstücken beschäftigen und in deren Satzungen von Rasenlängen, Laubenhöhen, Ruhezeiten und terminierter Fröhlichkeit die Rede ist, rechnet man heute nicht unbedingt mit einem Übermaß an weltoffenen und aufgeklärten Mitgliedern.

Historisch betrachtet gehen die heutigen Kleingärten allerdings auf die sogenannten Armengärten zurück, die ab Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland entstanden, um der armen und notleidenden Bevölkerung die Möglichkeit zur ergänzenden Selbstversorgung zu geben. Der erste dieser Gärten entstand im Jahr 1806 in Kappeln, nur gut 100 Kilometer von Norderstedt entfernt, wo sich die Mitglieder des Kleingartenvereins Harksheide-Kringelkrugweg heute ausschließlich auf eine vermeintliche Tradition besinnen wollen.

Von Solidarität, Klassenbewusstsein oder Gemeinschaftsgeist ist hier nur noch wenig zu spüren. Stattdessen bemüht man sich in Norderstedt um gesellschaftliche Spaltung, um die Ausgrenzung von angeblichen Störenfrieden der deutschen Ordnung und um die ausgiebige Pflege rassistischer Traditionen.

Nun sollte man den Aktionismus eines provinziellen Traditionsvereins und seiner kruden Auffassungen nicht zum verbindlichen Modell einer kompletten Gesellschaft und ihres Umgangs mit vermeintlich Andersartigen erklären. Und doch: Das Abstimmungsverhalten der Kleingärtner ist ein alarmierendes Zeichen für den weit verbreiteten und ganz alltäglichen Rassismus in unserem Land. Wir begegnen ihm täglich, wenn es wieder einmal heißt man habe ja nichts gegen Ausländer, wenn es nur nicht zu viele sind.

Unser Rassismus beginnt bereits bei der vordergründigen Unterscheidung zwischen Einheimischen und „Gästen“ und bei der Zuweisung spezifischer Eigenschaften und nicht erst bei der Ausgrenzung und der Forderung nach limitierenden Quoten.

Wenn die rechte Presse Alltagsrassisten zu vorbildlichen Kämpfern für Tradition und deutsches Bewusstsein stilisiert, dann ist es höchste Zeit entschieden zu reagieren.

Politik Blog von Jacob Jung 12/2011

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
nuntius schrieb am 07.12.2011 um 16:36
Hallo, Jacob Jung
es sind schon eingenartige Verhaltensweisen, die manche Menschen so von sich geben. Insoweit stimme ich dir zu. Womit ich aber persönlich ein Problem habe ist dieser "alltägliche versteckte Rassismus" der uns allen immer wieder unterstellt wird. Ist das nicht eher eine in der ganzen Welt typische Angst vor Unbekanntem und Ungewohnten? Sie begegnet doch jedem der nicht zu Hause ist. Jeder ist doch überall Ausländer, außer zu Hause.
Mit diesem ideologischen Todschlagargument Rassismus wird doch alles plattgemacht.
Siehe Medien, Politik und auch dieses Forum hier. Alles ist schockiert, weil Rechte Ausländer getötet haben. Diese Reaktion ist eigenlich menschenfeindlich und rassistisch.

Denn es ist doch eigentlich so. In Deutschland war es möglich das ein kriminelles und terroristisches Trio über einen Zeitraum von zehn Jahren Menschen töten konnte, ohne das der Staat seine Bürger schützen konnte, oder wollte. Hier liegt doch der Skandal. Mit der Rassismus und Rechtsradikal-Debatte wird doch das eigentliche Problem verschleiert.

So wie zur Zeit überall diskutiert wird stellt sich für mich die Frage: Wäre das ganze Problem nicht so schlimm, wenn dieses Trio nur deutsche Herkunftsbürger erschossen hätte? Anscheinend ja, denn zwischen der Polizistin, und ihrem schwerverletzten Kollegen und den anderen Opfern ausländischer Herkunft unterscheiden ja heute schon alle, in Politik, Medien, Blogs und auch hier.
Yola schrieb am 07.12.2011 um 21:17
@nuntius. "Womit ich aber persönlich ein Problem habe ist dieser "alltägliche versteckte Rassismus" der uns allen immer wieder unterstellt wird. Ist das nicht eher eine in der ganzen Welt typische Angst vor Unbekanntem und Ungewohnten? "

Mir scheint, dass nicht Jacob Jung die Unterscheidung zwischen Ausländern und Deutschen (sprich: Migrantenquote) gemacht hat, sondern die ehrbaren Bürger des Kleingartenvereins. Jacob Jung erkennt darin, berechtigterweise, einen alltäglich versteckten rassistischen Akt. Darin sehe ich keine Unterstellung sondern eine Feststellung. Und nein, auch wenn man überall in der Welt auf Rassismus stoßen mag, ist die Schlußfolgerung nicht notwendigerweise die, dass es sich um eine 'natürliche Reaktion' gegenüber Unbekanntem und Ungewöhnlichen handelt. Das reden wir uns zu gerne ein, aus einer Reihe von Gründen. Eine genauso "natürliche Reaktion" wäre Neugierde und Offenheit.

@ nuntius. "Mit diesem ideologischen Todschlagargument Rassismus wird doch alles plattgemacht."
"Rassismus" ist nicht per se ein Totschlagargument, auch wenn der Begriff dazu missbraucht werden kann. In diesem Fall ist es die korrekte Beschreibung/Nennung eines Tatbestandes.
Wie würden Sie denn diesen Vorgang anders benennen?

@nuntius. "Mit der Rassismus und Rechtsradikal-Debatte wird doch das eigentliche Problem verschleiert."
Umgekehrt wird m. E. ein Schuh draus. Die Realität, d.h. die (rassististen) Hintergründe ausblenden - das ist/wäre ein 'alltäglicher versteckter Rassismus'.
nuntius schrieb am 08.12.2011 um 12:49
Hallo Yola,
da möchte ich noch einmal strikt wiedersprechen, kriminelle Gewaltakte in die Rassismusschiene zu schieben verschleiert das Problem. Rassismus und rassistische Denkweisen sind nur begrenzt strafbar, geben aber beruhigende Denkweisen den Vorschub. Worin unterscheidet sich denn die Tötung, Verletzung oder psychische Gewalt gegen Menschen? Für mich und viele andere nicht. Für die Befürworter einer übertriebenen Rassismusdebatte schon. Das ist das eigentlich kranke daran. Ein Mensch ist tot, ist es da nicht unerheblich, ob die Tat mit Rassismus, Gier, Neid oder Eifersucht begründet wird. Dieses Trio hat jeden getötet der ihnen nicht in den Kram passte. Die Unterscheidung in gute und schlechte Morde ist für mich nicht akzeptabel.
Alien59 schrieb am 07.12.2011 um 17:11
JJ: so sieht es dann aus, wenn Leute sich integrieren wollen...
Alltagsrassismus, und die, die es besser wissen sollten, machen es vor:
www.welt.de/politik/deutschland/article13755606/Am-besten-haette-man-Sie-abschieben-sollen.html
GEBE schrieb am 07.12.2011 um 17:40
Es erweckt der Beitrag über die Satzungsänderung dieses Kleingärtnervereins den Anschein, als ob es sich dabei um Rassismus handele. Chauvinismus wäre überhaupt zunächst einmal grundsätzlich der zuständigere Begriff. (Insofern wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen.)

Was aber ist denn tatsächlich dabei, wenn „man“ mehr unter sich bleiben möchte? Ich finde: nichts ist dabei, es ist legitim!
“ Muß man gleich ein Rassist deshalb sein - oder sich so nennen lassen?
Ein gutes Gewissen scheinen die treudeutschen Gärtner nicht gehabt zu haben: Man einigte sich nämlich darauf, das Sitzungsprotokoll nicht an die örtliche Presse weiterzuleiten, da zu viel Öffentlichkeit dem Zusammenhalt der Vereinsgemeinschaft schaden könnte.“

Hat das unbedingt etwas mit ‚nicht gutem Gewissen’ zu tun? Ich finde auch hier: nein.
Es hat aber gewiß etwas damit zu tun, das berechtigt Sorge bestanden haben muß, deshalb nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, weil man damit rechnen mußte, sich ansonsten einem gleichsam „politisch korrekten“ Beißreflex auszusetzen, so, wie er auch hier im Beitrag mit gleichsam rhetorischer Eloquenz zuschnappt.
GEBE schrieb am 07.12.2011 um 17:42
Korrektur.
Der Satz: "Muß man gleich ein Rassist deshalb sein - oder sich so nennen lassen?" gehört NICHT zum Zitat!
Yola schrieb am 07.12.2011 um 21:40
@GEBE. "Chauvinismus wäre überhaupt zunächst einmal grundsätzlich der zuständigere Begriff. (Insofern wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen.)"

Sie irren, GEBE. Chauvinismus, also die Überzeugung von Überlegenheit, bildet die Grundlage für Rassismus. Die Überlegenheit und das abschätzige Verhalten gegenüber anderen aufgrund ihrer anderen Rasse.

@GEBE. "Was aber ist denn tatsächlich dabei, wenn „man“ mehr unter sich bleiben möchte? Ich finde: nichts ist dabei, es ist legitim!"
Grundsätzlich ist nichts dabei. Wenn man aber unter sich bleiben möchte und andere aufgrund ihrer Abstammung ausschließt, ist man ein Rassist. Das ist ein Fakt, auch wenn dem Rassisten der Begriff noch so aufstoßen mag.
Wenn man "befürchtete" sich dem Vorwurf des Rassismus auszusetzen und deswegen die Öffentlichkeit mied, wußte man, was man tat: es war rassistisch - political correctness hin oder her. Dass dabei ein schlechtes Gewissen unterstellt wird, liegt nahe, denn sonst hätte man dahinterstehen können und sich Vorwürfen stellen können.
GEBE schrieb am 07.12.2011 um 21:48
" ... aufgrund ihrer anderen Rasse."
Nee, aufgrund anderen Verhaltens.
GEBE schrieb am 07.12.2011 um 21:50
" ... Dass dabei ein schlechtes Gewissen unterstellt wird, liegt nahe ..."
Unterstellungen, ob nahe liegend oder nicht, sind eben Unterstellungen und bleiben es.
Yola schrieb am 07.12.2011 um 21:59
@Gebe. "Nee, aufgrund anderen Verhaltens."

Verstehe: Die Migranten grillten Lamm, nicht Schwein...
Yola schrieb am 07.12.2011 um 22:05
@Gebe. "Unterstellungen, ob nahe liegend oder nicht, sind eben Unterstellungen und bleiben es."

M.E. hat Jacob Jung freundlicherweise ein schlechtes Gewissen unterstellt. Mit fallen auch ein paar andere Gründe ein.
GEBE schrieb am 07.12.2011 um 22:08
Hier beende ich meine Kommentare dazu. Wer mir auf der Ebene "Lamm" vs. "Schwein" daherkommt, zeigt mir billiges Polemisieren als Ansinnen auf, worauf ich nicht weiter reagiere.

Angenehmen Abend noch!
Yola schrieb am 07.12.2011 um 22:17
@GEBE,
Wer mir auf "Rasse" mit "anderem Verhalten" daherkommt, der bewegt sich selbst auf der Ebene, die er kritisiert.

Einen schönen Abend noch!
Kunibert Hurtig schrieb am 08.12.2011 um 09:56
Yola schrieb am 07.12.2011 um 21:40

Sie irren, GEBE. Chauvinismus, also die Überzeugung von Überlegenheit, bildet die Grundlage für Rassismus. Die Überlegenheit und das abschätzige Verhalten gegenüber anderen aufgrund ihrer anderen Rasse.

Sie irren YOLA, wie auch viele andere. Die Definition des Chauvinismus finden Sie bei:

de.wikipedia.org/wiki/Chauvinismus
Da steht:

Chauvinismus im ursprünglichen Sinne ist exzessiver, auch aggressiv überzogener Nationalismus, bei dem sich ein Angehöriger einer Nation allein aufgrund seiner Zugehörigkeit zu dieser gegenüber Menschen anderer Nationen überlegen fühlt und sie abwertet

Die beliebige Interpretation von Begrifflichkeit zur Stützung des eigenen Argumentation kann auch als Klitterung durchgehen, denn von Rasse steht da nichts.

Im Übrigen scheint die Jagd auf abweichenden Geist und Gedanken eröffnet: dass in einem Kleingartenverein begonnen wird und im Grunde friedliche Menschen mit wenig strukturierten Gedanken (alles dreht sich um die Grasnarbenlänge) als faschistoid denunziert werden, wirft ein grelles Licht auf die linke Ebene der Erkenntnissuche.

Ich meine: ärmlicher geht es nicht mehr. Im Kleingarten ist die Suche beendet, die Stecknadel im Heuhaufen konnte verortet werden, jetzt wühlen wir im frisch geschnittenen Gras; und wenn es getrocknet ist, stopfen wir die Pfeife damit, nicht wahr? Kann man alles in der Pfeife rauchen.

In einer alten Kneipe in Ostfriesland habe ich einmal einen Spruch an der Wand gelesen:

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.

Dies galt bei den NAZIS, dies galt bei der STASI, wo gilt es noch? erbärmlich, einfach nur erbärmlich ...
Yola schrieb am 08.12.2011 um 18:32
@ Kuni
Chauvinismus ist die Zurschaustellung oder das Gefühl vermeintlicher Überlegenheit der eigenen Gruppe, z.B. gegenüber Menschen anderer Rasse, Hautfarbe, Nationalität oder des anderen Geschlechts.
Bezieht sich die Überzeugung von Überlegenheit und das abschätzige Verhalten gegenüber anderen auf die Rasse, so haben wir es mit rassischem Chauvinismus oder mit Rassismus zu tun.

"Rassismus ist eine Ideologie, die „Rasse“ in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet. Der Begriff Rassismus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der kritischen Auseinandersetzung mit auf Rassentheorien basierenden politischen Konzepten." (Wikipedia)
„Was als «neuer Rassismus» in den USA, Großbritannien und Frankreich bezeichnet wurde, ist eine Denkweise, die kulturelle Differenzen anstelle von genetischer Ausstattung verdinglicht und zu Wesensunterschieden erstarren lässt, die also mit anderen Worten Kultur zum funktionalen Äquivalent von Rasse macht. (...) Von der Existenz einer rassistischen Einstellung kann man sprechen, wenn Differenzen, die sonst als ethnokulturelle betrachtet werden, für angeboren, unauslöschlich und unveränderbar erklärt werden“ (Fredsrickson)
„Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“ (Memmi)

Kuni, warum sollten "...im Grunde friedliche Menschen mit wenig strukturierten Gedanken" nicht einer rassistisch motivierten Tat bezichtigt werden dürfen?
Warum sollte die Aufdeckung, des alltäglichen Rassismus mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen vergleichbar sein? Und ärmlich sein?
Den Begriff "Denuntiation" in diesen Zusammenhang zu bringen, ja, DAS ist erbärmlich.
Kuni, ich fürchte, Ihnen bekommen ostfriesische Kneipen nicht...
Kunibert Hurtig schrieb am 08.12.2011 um 22:54
Yola schrieb am 08.12.2011 um 18:32

Habe ich mir auch durchgeschaut, aber nichts gefunden, dass einen Artikel über eine Kleingartenverein im Freitag rechtfertigen könnte. Vor allen in Hinsicht auf Ihre Quellenangaben sind Kleingärtner wahrscheinlich überfordert. Hier wird mit Kanonen auf Mücken geschossen, beiben Sie auch dem Teppich ... bitte.
miauxx schrieb am 09.12.2011 um 00:12
Es sind halt nur Kleingärtner, die als solche ohnehin "strukturierter Gedanken" über die Grasnarbe hinaus nicht fähig sind ... man lasse ihnen also ihre bekanntermaßen eng gestrickte Welt - so sind "sie" nun mal ... Man müsse schon verstehen, dass ein Kleingartenverein, der sich immerhin um Quoten für Pächter fremder Freizeitkulturen bemüht, der völlig übertriebenen political correctness linker Denunzianten natürliches Opfer ist - was auch immer er tut.

Ich frage mich, welchen ach so marginalen Teil der Bevölkerung Kleingärtner in der Weltsicht eines Kunibert u.a. abbilden? Sind die eine besondere Gattung? Sozusagen Vollzeitkleingärtner, die als ohnehin nicht ganz Zurechnungsfähige eben einzig ihrem Vereinsrefugium überlassen sind, das einen extragesellschaftlichen Zoo bildet, mit dem die "eigentliche" Gesellschaft natürlich rein gar nichts zu tun hat?

Ebenso wie JJ ist mir tatsächlich auch speiübel geworden angesichts der Diagnose von einem "linken Denunziantentum", das in einer Reihe mit dem des Nationalsozialismus stehe, während faschistoide Tendenzen in der 'Mitte' der Gesellschaft - ja, solche sind die Ideen von einer Quote für bestimmte Ausländergruppen - in Schutzhaft genommen werden, weil diese eine nur harmlose friedliche und bekanntlich beschränkten Spezies sei!
Jacob Jung schrieb am 07.12.2011 um 17:53
Interessant: Von bisher drei Kommentatoren bestätigen zwei meine Einschätzung über einen weit verbreiteten Salon-Rassismus in der Mitte unserer Gesellschaft.

Mir ist schlecht.
Alien59 schrieb am 07.12.2011 um 18:05
Mir wollte man ein Drittel nicht glauben ....
Jacob Jung schrieb am 07.12.2011 um 18:12
Der tief verwurzelte Rassismus in der Mitte unserer Gesellschaft lässt sich schon an der zwanghaft erfolgenden Unterscheidung zwischen "Ausländern" und "Deutschen" erkennen.

Wir müssen mal endlich kapieren, dass es keine Rolle spielt, woher jemand kommt oder ursprünglich stammt. Die Ablehnung von allem, was "irgendwie anders" daherkommt als wir selber, basiert auf unserer Angst vor denjenigen, denen wir in diesem Land seit Generationen feindselig entgegengetreten sind und die wir je nach Zeitgeist verfolgt, ermordet oder ausgegrenzt haben.

Ich bin für jeden Menschen dankbar, der es trotzdem in unserem Land aushält. Und ich freue mich über jeden Impuls, jede Anregung und jede Bereicherung, die ich aus einer anderen Kultur erhalten darf.
nuntius schrieb am 07.12.2011 um 18:48
Tja da wären wir wieder bei dem Problem. Es würde mich schon interessieren, wie ich zu einem Salon-Rassisten werde, wenn ich in meinem Kommentar eben keinen Unterschied mache, so wie sie, sondern von Menschen als alleinigen Faktor ausgehe, und damit zum Grundproblem komme, das unser Staat nicht in der Lage ist seine Bürger zu schützen, oder was noch viel gravierender ist, nicht gewillt. Aus dem gleichen Chaos und der Angst der Menschen ist das III. Reich hervorgegangen. Aus den Verbrechen dieses Reiches allerdings den jetzigen Zeitgeist herzuleiten ist mir zu primitiv, denn es grenzt aus(und zwar die Masse der Bürger), ist dauerbelehrend( das Todschlagargument des historisch bösen Mörder in jedem Deutschen) und darum kontraproduktiv( es zwingt zum Selbstschutz nicht nachzudenken.

Daraus ergibt sich: ich bin nicht jedem Menschen dankbar, der es trotzdem in diesem Land aushält.
Sondern ich lebe mit jedem Menschen um mich herum gerne zusammen, und es interessiert mich einen Sch... wo er herkommt, was er glaubt, mit wem er ins Bett geht noch sonst etwas. Das einzige was ich nicht akzeptiere ist Intolleranz, egal wie sie sich tarnt. Denn es geht auch die anderen Menschen nichts an wo ich herkomme, was ich glaube und mit wem ich ins Bett gehe.

Der obige Kommentar ist in meinen Augen sehr intollerant.
GEBE schrieb am 07.12.2011 um 19:00
Tja, nuntius,

nun haben Sie sich anscheinend selbst den Schuh des „Salonrassisten“ angezogen, der m. E. gar nicht zur Konfektion Ihres obigen Eingangskommentars passen will.
Mir ist es aber auch eine Frage, wen Herr Jung wohl gemeint hat, verholen genug jedenfalls ist es formuliert.
Zustimmen kann ich ansonsten Ihrem letzten Kommentar, und auch ich finde ein G’schmäckle von Intoleranz im JJ’schen Kommentar. Schade eigentlich.
Yola schrieb am 07.12.2011 um 21:54
@nuntius. "Sondern ich lebe mit jedem Menschen um mich herum gerne zusammen, und es interessiert mich einen Sch... wo er herkommt, was er glaubt, mit wem er ins Bett geht noch sonst etwas. Das einzige was ich nicht akzeptiere ist Intolleranz, egal wie sie sich tarnt."

Toleranz, in der Form einer Indifferenz anderen Menschen und Kulturen gegenüber ist auch eine Form der Intolleranz, denn sie nimmt andere nicht in ihrer Eigenheit wahr sondern übersieht diese. Echte Toleranz nimmt den anderen mit Respekt als Gleichen und Unterschiedlichen wahr.
Kunibert Hurtig schrieb am 08.12.2011 um 10:17
Jacob Jung schrieb am 07.12.2011 um 18:12

Der tief verwurzelte Rassismus in der Mitte unserer Gesellschaft lässt sich schon an der zwanghaft erfolgenden Unterscheidung zwischen "Ausländern" und "Deutschen" erkennen.
Zur Korrektur Herr Jung: Eine Unterscheidung zwischen Ausländern und Deutschen ist durch das Gesetz gegeben. Die Hervorkehrung des Begriffes zwanghaft geht aus diesem Grund in die falsche Richtung. Sie, Herr Jung, sollten sich am parlamentarischen Prozess beteiligen und eine entsprechende Gesetzesänderung einbringen. Das entspräche demokratischer Tradition.

Wir müssen mal endlich kapieren, dass es keine Rolle spielt, woher jemand kommt oder ursprünglich stammt. Die Ablehnung von allem, was "irgendwie anders" daherkommt als wir selber, basiert auf unserer Angst vor denjenigen, denen wir in diesem Land seit Generationen feindselig entgegengetreten sind und die wir je nach Zeitgeist verfolgt, ermordet oder ausgegrenzt haben.
Wer ist Wir? Was müssen wir kapieren, Herr Jung? Kann es sein, das in den Tiefen Ihres Geistes genau das schlummert, was Sie so vehement zu bekämpfen suchen?
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Ton den Sie anschlagen, vom gleichen Totalitarismus geprägt ist, wie der von jenen, die sie bekämpfen wollen?
Und wer, Herr Jung, sind die WIR, die hier verfolgt, ermordet oder ausgegrenzt haben??? Sie, Herr Jung? Ich, Herr Jung? Alien59? Nuntius? Öliföli, das lachende Embryo?
Zur geflissentlichen Erbauung hinsichtlich der Begegnung mit dem Fremden als Hinzukommenden empfehle ich die Lektüre von:
Irenaeus Eibl-Eibesfeld
Liebe und Hass
Zur Naturgeschichte elementarer Verhaltensweisen.
Vielleicht können ja auch Sie noch etwas lernen.
Kuni
GeroSteiner schrieb am 07.12.2011 um 21:37
Ich habe nichts gegen Fremde, einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da, die sind nicht von hier.
- Aus: Asterix, Das Geschenk Cäsars -

Aber, aber meine Herrschaften. Rassismus ist doch, wenn farblose Persönlichkeiten mehr sein wollen, als farbige Menschen. Das ist hier doch nicht der Fall. Hier geht es um geistige Größe, oder besser deren Absens, denn das Schöne am Rassismus ist seine Größe. Er passt in jedes noch so kleine Hirn.

Eine Quote in einem Kleingartenverein zu begründen mit: "künftig höchstens 9 der 73 Parzellen der Anlage an Pächter mit ausländischen Wurzeln zu vergeben. Das entspricht einem Anteil von 12,6 Prozent. Auf diese Zahl ist man gekommen, weil sie der „Migrantenquote“ in Schleswig Holstein entspricht." - das würde ich unter Kleingeist kleinwüchsiger kleinbürgerlicher Kleingärtner subsummieren. Die haben die Tragweite dieser schwachsinnigen Argumentation überhaupt nicht begriffen.

Dass dann Männer wie Paulwitz (weiter rechts ist nur die Wand...) diese meisterhaft kleinbürgerliche Vorlage für ihre kruden Argumentationsketten nutzen, um sich aufzuspielen und wichtig zu machen, ist allein dem Thema geschuldet.
Geschenkt.

Wären die kleingeistigen Kleingärtner hergegangen und hätten die Parzellenverteilung statt auf Miefigdeutschland auf die Weltbevölkerung hochgerechnet, wonach 20% schon mal für Chinesen reserviert wären, dann hätten sie ja selbst nicht mal mehr eine Parzelle gehabt. Man brauchte also eine andere Begründung.

In der nächsten Stufe des Regulierungswahnsinns wird vielleicht der Bewuchs der Parzellen in heimische und nichtheimische Pflanzen aufgeteilt, wonach maximal 12,6 % nichtheimische Gewächse gepflanzt werden dürfen. Wer weiß schon, wie klein kleingeistig sein kann?
GeroSteiner schrieb am 07.12.2011 um 22:05
Nachschlag.
Ironie kommt nicht immer mit Blaulicht daher.

Alltäglicher Rassismus äußert sich an anderen Stellen des täglichen Umgehens, in kleineren, viel subtileren Aktionen und Reaktionen. Blicke - abschätzig, Bemerkungen - abwertend, Verhalten - abweisend.
Ismene schrieb am 07.12.2011 um 22:22
... oder darin, sich nicht einmal den Namen des anderen zu merken, weil er schwierig auszusprechen ist...
GeroSteiner schrieb am 07.12.2011 um 22:29
Ja, auch darin.
... oder den Namen andauernd falsch auszusprechen und dadurch lächerlich zu machen.
Das ist fehlende Wertschätzung.
Ismene schrieb am 07.12.2011 um 22:35
das Lächerlich-Machen ist Gewalt.
Finde ich.
Yola schrieb am 07.12.2011 um 22:52
@Gerosteiner. "Eine Quote in einem Kleingartenverein zu begründen mit: "künftig höchstens 9 der 73 Parzellen der Anlage an Pächter mit ausländischen Wurzeln zu vergeben. Das entspricht einem Anteil von 12,6 Prozent. Auf diese Zahl ist man gekommen, weil sie der „Migrantenquote“ in Schleswig Holstein entspricht." - das würde ich unter Kleingeist kleinwüchsiger kleinbürgerlicher Kleingärtner subsummieren. Die haben die Tragweite dieser schwachsinnigen Argumentation überhaupt nicht begriffen."

Eine solche Argumentation wird benutzt, um einen rassistischen Akt zu 'entpolitisieren', soziale Fragen generell werden nicht mehr als politische, sondern als 'Verwaltungsakt' behandelt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 08.12.2011 um 00:57
GeroSteiner schrieb am 07.12.2011 um 22:05
(…)
Alltäglicher Rassismus äußert sich an anderen Stellen des täglichen Umgehens, in kleineren, viel subtileren Aktionen und Reaktionen. (…)
, s.o..

"Ach. Ach was." (Profil GeroSteiner, derFreitag)

Alltäglicher Rassismus äußert sich auch an anderen Stellen des alltäglichen Umgehens in kleineren, viel scherzhafteren Aktionen und Reaktionen. Das Lächerlich-Machen ist Gewalt. Finde ich.

"Der Wahrheit auf der Spur." (Profil GeroSteiner, derFreitag)

Die bittere Wahrheit:
GeroSteiner schrieb am 25.03.2011 um 13:22
Hier offenbart sich die ganze Paradoxie des neoliberalen Lebens. Amerikaner entwickeln sich bis zum 15 Lebensjahr – danach wachsen sie nur noch. Dumm geboren, nichts dazugelernt und die Hälfte vergessen.
Es gilt, dagegen anzukämpfen mit Wissen. Wissen muss man sich aneignen oder schlicht lernen. Da genau liegt aber das Problem des amerikanischen Kapitalismus. Lernen braucht Zeit. Zeit ist Geld. Geld ist Magelware. Bildung ist Luxus, und Luxus kann ich mir nicht leisten.

Ursprung:
www.freitag.de/community/blogs/sachichma/wenn-an-bildung-gespart-wird#comment-244995

Wie schön, dass dieses rassistische, oberflächliche Zeug gelöscht wurde.
GeroSteiner schrieb am 08.12.2011 um 19:34
Pofalla, Du schon wieder?
Vaustein schrieb am 14.12.2011 um 18:07
"oder den Namen andauernd falsch auszusprechen und dadurch lächerlich zu machen"...

Das geschieht sogar in der hiesigen Community.
Ein "User" bezeichnet den Mitforisten Muhabbetci
grundsätzlich als "Muha".

Das empfinde ich als bewusste Kränkung, wenn nicht noch mehr.
GeroSteiner schrieb am 14.12.2011 um 21:33
@Vaustein
"Das geschieht sogar in der hiesigen Community.
Ein "User" bezeichnet den Mitforisten Muhabbetci
grundsätzlich als "Muha".
"

Das ist mir bislang nicht aufgefallen. Danke für den Hinweis. Von mir aus auch gerne "Ross und Reiter".
Denn das ist Kolonialherren-Niveau. Einfach empörend.
aber schrieb am 07.12.2011 um 22:52
ah...
.
köstlich. die frage chauvi o. rassist ist
so kleingärtnerisch wie das thema.
.
fakt: die vormals langen wartelisten für die pachtung eines kleingartens sind abgeschmolzen.
.
parzellen suchen neue mieter.
.
doch die alten hausordnungen sind so bizarr, dass sie als pure realsatire durchgehn (nutzpflanzenanteil zu rasen, hochgerechnet zur heckenhöhe und laubengröße...).
.
und welche loite kommen? laubenpiper oder schrebergärtner? (schreber war der furchtbarste pädagoge deutschlands....bitte googeln).
.
auf jeden fall ist in fast allen kleingarten-anlagen deutschlands BEWEGUNG.
.
Yola schrieb am 07.12.2011 um 23:05
@aber
ah...
Ihr Beitrag ist nun endlich eine Überleitung zum eigentlichen Thema. Schrebergärten: Das Für und Wider.
Realsatire, fürwahr.
GeroSteiner schrieb am 08.12.2011 um 19:36
Ich lese immer Strebergarten.
happyscorpio schrieb am 08.12.2011 um 17:51
Wie haben wir denn in diesem Zusammenhang einen "Frauen Sauna Tag" zu bewerten? Wieso darf da kein Mann hin?

Die Aussage weiter oben, dass nichts Verwerfliches daran ist, wenn Leute mit gleichen Ansinnen unter sich bleiben wollen, kann man doch wohl so stehen lassen.

Und in Singapur gibt es seit Jahren eine vorgeschriebene Quote für Wohnviertel. Halb Asien kommt da zusammen, alle Religionen, aber so wird Ghettoisierung vermieden. Und es funktioniert. Und keiner kommt auf die Idee, sich zu beschweren.
lulu morgenstern schrieb am 13.12.2011 um 12:19
Ich finde Jacob Jung hat ein paar wirklich wichtige Dinge geschrieben und ich muss gestehen, dass einige Blogbeiträge hier sehr schön zeigen, wie sich der Alltagsrassismus zeigt! Ich gestehe, dass das bei mir schon ziemliche Beklommenheit auslöst mit welcher Selbstverständlichkeit Ausgrenzung, Argwohn und Feindlichkeit hier begegnet wird.
Entschuldigung, aber wie kann man es rechtfertigen jemanden aufgrund seiner Ethnie von etwas auszuschließen? Was ist denn zu Hause? Wer bestimmt denn, ob jemand zu Hause ist oder nicht!? Und was bedeutet anders? Wir sind alle anders und doch sind wir alle gleich, weil wir alle Menschen sind! Das Schlimmste ist allerdings, dass diese Blogbeiträge noch harmlos sind, wenn ich sie mit anderen Foren vergleiche!
Doris Brandt schrieb am 14.12.2011 um 10:20
"Ich habe nichts gegen Ausländer, aber...", "Wir sind hier nicht in der Türkei", etc., etc, .... Latenter und "scheinbar salonfähiger" Rassismus in unserer Gesellschaft, der nicht als solcher gesehen wird. Leider. Praktiziert gerade von denjenigen, die sich gern in der Türkei all inclusive die Plautze vollhauen. Wieviel Kleingärtner sich wohl schon am Strand von Antalya vom Unkrautjäten erholt haben? Danke für den Beitrag.
apatit schrieb am 14.12.2011 um 13:10
Volle Zustimmung Frau Brandt – darum ist es richtig, dass man «Döner-Morde» als Unwort des Jahres vorgeschlagen hat!
Alien59 schrieb am 14.12.2011 um 13:17
Neuestes Beispiel davon in der FC - ich mag dort nicht mal kommentieren:
www.freitag.de/community/blogs/hetiritter/integration-ist-eine-bringschuld
Doris Brandt schrieb am 14.12.2011 um 17:34
@ Alien59: Komisch, der Beitrag ist nun gesperrt....
Alien59 schrieb am 14.12.2011 um 17:36
Um so besser.
Doris Brandt schrieb am 14.12.2011 um 17:37
@ apatit: Korrekt! Schlimm, dass sich dieses (Un-)Wort überhaupt in den Medien festgesetzt hat. Von "Eisbein-Morden" spricht ja auch niemand. Wäre ja geschmacklos.
Jacob Jung schrieb am 14.12.2011 um 17:48
Solche Kommentare hatte ich mir gewünscht. Menschen in der Community, die alltäglichen Rassismus entschieden zurückweisen und Ausgrenzung und Diskriminierung nicht mit kruden Argumenten rechtfertigen.

Danke Euch. Mein Menschenbild ist zunehmend wiederhergestellt :D

LG, Jacob
der Hetiritter schrieb am 14.12.2011 um 18:25
Wie den Rassismus, den meine Tochter in Hamburg-Harburg täglich erleben muß?
Sie ist eine Deutsche.
apatit schrieb am 14.12.2011 um 20:16
der Hetiritter - ? -
Jacob Jung schrieb am 14.12.2011 um 20:24
@Hetiritter

Dein Artikel, auf den Du mit Deinem Kurzzitat anspielst, wurde, wie ich finde mit gutem Grund, gesperrt.

Es wird immer jemanden geben, der jede beliebige politische Position mit irgend einem persönlichen Erlebnis rechtfertigen kann. Als ernstzunehmende Argumente eignen sich solche Einlassungen aber nicht, weil ihnen das allgemeingültige Element fehlt.
der Hetiritter schrieb am 15.12.2011 um 16:59
Wissen Sie, ich bin vollkommen zufrieden, denn der, der hier über den Westen hergezogen ist, selbst Selbstmordattentäter verstehen konnte, ist nicht mehr da. Das war das Ziel, als ich mich hier eingelockt habe. Meine Tochter hat nachts Albträume und einer "faselt" was vom ach so friedlichen und tollen Islam?
Der Hetiritter tauchte das erste mal auf, als ich bei stern.de von homosexuellen Postern lesen durfte, "das alle heterosexullen Männer nichts weiter als agressive Tiere seien". Ich aber leider mal einen Jungen erleben mußte, der von einem homosexuellen Mann vergewaltigt wurde und nicht wusste, was er tun sollte. Also ging es total gegen meine eigene Lebenserfahrung und hat mich und mein Umfeld beleidigt.
Erst als ich die Person mit Worten aus dem Forum vertrieben hatte, war ich beruhigt. Es gibt Standpunkte, die werden von liberalen Zensoren gerne überlesen, besonders wenn eine vermeintliche Minderheit postet.
Meine Tochter ist in ihrer Schule in der Minderheit, in ihrer Klasse ist sie eine von drei deutschen Kindern. Fünfzehn Jugendliche haben moslemische Wurzeln und fünf kommen aus nicht moslemischen Ländern.
So sieht es in Randbezirken aus, die Minderheit sind die Deutschen und diese gilt es auch zu schützen, auch von denen, die so ein Forum kontrollieren.
Wenn jemand alle Deutschen, alle Heterosexuellen schreibt, dann muß der Beitrag sofort gelöscht werden, denn jeder ist anders.
Jacob Jung
Außenpolitik, Atompolitik, Arbeitspolitik und Sozialpolitik: Beiträge zur Zeitgeschichte.
Mitglied seit:
1 Jahr 9 Wochen
Zuletzt aktiv:
12.03.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 250
Kommentare: 510
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
23:31
bertamberg hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:27
Frank R hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:23
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:16
xxm hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:16
Aqua-Jedi hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG