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12.09.2011 – Gestern Abend feierte Günther Jauch vor mehr als fünf Millionen Zuschauern seine Premiere als neuer Polit-Talker der ARD.
Seine Quote wird bei den nächsten Sendungen sicher noch steigen, denn Jauch hat das geschafft, was die ARD im politischen Sektor seit einiger Zeit bereits zu erreichen versucht hat: Das RTL-Niveau.
Der erfahrene Fernseh-Mann war bei seiner Auftakt-Sendung sichtlich nervös. Einen Grund hierfür gab es dabei nicht, denn die gesamte Sendung war bis ins kleinste Detail geplant.
Der unvermeidliche Rahmen für den Auftakt am 9. September 2011: 9/11. Das Thema der Sendung: „War es richtig, in den Afghanistan-Krieg zu ziehen?“
Maischberger, Will und Plasberg: Die Riege der belanglosen Plauderer und Gefälligkeits-Journalisten erhält durch den Rate-Onkel von den Privaten eine angemessene Verstärkung.
Aus dem Jacob Jung Blog
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Günther Jauch: 60 Minuten kontrollierte Langeweile
Das Aufregendste an Günther Jauchs neuem Polit-Talk in der ARD war ohne Zweifel die Location. Das Gasometer in Berlin-Schöneberg wurde für die Sendung in eine rötlich schimmernde Industrial-Kulisse verwandelt. Master und Slaves nahmen unter einer gläsernen Kuppel Platz. Schnelle Kamerafahrten suggerierten Größe, während Gastgeber und Gesprächspartner in geordneter Folge brave Fragen und artige Antworten austauschten.
Der gesamte Ablauf der Sendung und die leicht verdaulichen Einspieler stammen unmittelbar aus der RTL-Trickkiste: Anfangsmusik mit Studio-Präsentation, Anmoderation in enger Anlehnung an Stern-TV. Statt Werbeblock nach der Begrüßung eine musikalisch untermalte Mini-Doku über die „Dust Lady“, die für die erste Gesprächssequenz der Sendung von Jauch in die Intensiv-Ecke geführt wird:
Wie ging es Ihnen nach 9/11? Schlecht.
Wie geht es Ihnen heute? Gut.
Wir haben Sie sich nach dem Tod von Bin Laden gefühlt? Gut.
Wie haben Sie Ihren ersten Flug seit 2001 erlebt? Gut.
Danach wechselt Jauch in die Gesprächsrunde und die „Dust Lady“ Marcy Broders wird ins Publikum verbannt.
Jauchs Gäste: Springer-Vorstand Mathias Döpfner (Das freie Modell des Westens ist durch den Islam latent und akut bedroht), Ex-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann (Der Amerikaner ist schlecht informiert), Leserin Elke Heidenreich (Ich habe auf dem Flug von New York sieben Stunden über Bücher geredet), Betroffenheits-Experte Jürgen Todenhöfer (Ich reise seit 50 Jahren in die arabische Welt) und Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (Unsere Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt).
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Krieg ist nicht schön aber manchmal alternativlos
Döpfner, der davon ausgeht, dass die westlichen Staaten akut vom Weltkalifat fundamentalistischer Moslems bedroht sind, gibt sich als Kriegsgegner und keiner lacht. Heidenreich findet, das Krieg keine Lösung ist, um die Taliban von der Steinzeit in die Neuzeit zu führen und gibt zum Besten, wie Harald Schmidt ihr im September 2001 das Leben gerettet hat. Todenhöfer hat für jede geäußerte Position größtes Verständnis und erinnert an das Schicksal afghanischer Kinder. Struck hält den Afghanistan Krieg für gerechtfertigt, denkt aber, dass dort jetzt ein politischer Prozess einsetzen muss.
Klinsmann wird als „USA-Experte“ vorgeführt und beginnt jeden seiner unbeholfenen Trainer-Sätze mit „Der Amerikaner…“. Beispiel: „Der Amerikaner ist ein Doppelverdiener, dessen Kinder in die Schule gehen und der am Wochenende sein Haus repariert. Wenn der Abends nach Hause kommt, dann schaut er einen von 300 Fernsehsendern in der Küche und ist deshalb schlecht informiert“.
Günther Jauch sitzt wie ein verschämter Schuljunge zwischen seinen Gästen, liest mit protokollarischer Exaktheit harmlose Fragen von seinen kleinen Zetteln ab und wiegt die Gesprächspartner in der Sicherheit, dass weder Gegenfragen gestellt noch Widersprüche aufgedeckt werden.
Jeder kommt der Reihe nach dran, die ganze Sendung besteht aus abwechselnden Fragen und Antworten. Ein Gespräch, geschweige denn eine kontroverse Diskussion kommt nicht auf. In der Mitte der Sendung wird ein weiterer Stern-TV-Einspieler gereicht: Zu Gast bei Familie Menz, deren Sohn als Bundeswehrsoldat in Afghanistan gefallen ist. Untermalt mit traurig-pathetischer Musik. Mutter Tanja wird kurz in der Intensiv-Ecke befragt und dann, im Gegensatz zur Dust-Lady, in die Gesprächsrunde eingeladen.
Das Gespräch plätschert weiter vor sich hin und nach insgesamt einer Stunde weiß der Zuschauer, dass der Afghanistan Krieg nicht schön aber alternativlos war, dass die Welt angenehmer wäre, wenn es keine Kriege geben müsste und dass man immer auch an die Kinder denken muss.
Die Sendung hätte interessant werden können, wenn man statt des Springer-Chefs einen echten Zeitungsmann, statt des dauerbetroffenen Todenhöfers einen echten Friedensaktivisten und statt des Ex-Verteidigungsministers einen aktuell verantwortlichen Politiker eingeladen hätte und wenn das Format von einem Moderator geleitet würde, der etwas von Politik versteht und Spass daran hat, seine Gäste kontrovers gegeneinander antreten zu lassen. In der gewählten Besetzung blieb es allerdings bei musikalisch untermalter Langeweile und gewohnter Selbstdarstellung ohne jeden erhellenden Moment.
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Die Mediokratie erreicht das öffentlich-rechtliche Fernsehen
Die ARD hat sich nun endgültig dafür entschieden, den Polit-Talk in das seichte und leicht konsumierbare Mittelmaß-Format zu überführen und unterstellt ihren politischen Bildungsauftrag der zunehmenden Mediokratie im deutschen Fernsehen. Ewig gleiche Gäste in ewig gleichen Posen geben sich nach Belieben der Selbstdarstellung hin. Die Moderatoren liefern die abgesprochenen Vorlagen und verhelfen ihren Gästen zu kalkulierbarem Glanz.
Die Zeiten von kontroversen und aufklärenden Sendungen wie „Schlag auf Schlag“, „Ich stelle mich“ oder „Je später der Abend“ sind vorbei. Die Übergänge zum Boulevard sind fließend geworden und sonderliche Unterschiede zwischen Anne Will, Frank Plasberg, Sandra Maischberger und jetzt auch Günther Jauch zu Stern-TV oder Markus Lanz sind nicht mehr erkennbar.
Wäre das Polit-Theater nicht gebührenfinanziert, dann könnte man über die traurigen Reste politischer Gesprächskultur lächeln. Da es sich hierbei allerdings um einen wesentlichen Bestandteil des Bildungsauftrags der öffentlichen-rechtlichen Fernsehsender handelt, ist die Entwicklung bedenklich.
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Zwar nicht alle ARD, aber dennoch "öffentlich-rechtlich" Beckmann, Ilner, Lanz. Wenn schon von Quasselstrippen die Rede ist, dürfen diese nicht vergessen werden.
Ich habe die Sendung nicht gesehen, denn es war für mich in gewisser Weise eine persönliche Zensur, mit dem Ende von Will am Sonntagabend (die ich mir immer seltener - und dann nur noch für Minuten mir angetan habe) diesen Sendeplatz nicht mehr zu frequentieren. Und Jauch, den habe ich mal durch zappen erwischt und ... igitt! - ne, das muß ich mir sonntagsabends nicht antun. P.S.: Haben Sie sich da einmal im Artikel vetippt, Herr Jung? Muß es nicht statt Bildungsauftrag richtig: Bilderbergerauftrag heißen? :-) |
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Ach ja, habe heute die Wiederholung auf phoenix gesehen, zumindest mal teilweise. Ja es war langweilig, wirkliche „Zünder“ hab ich wohl verpasst. Habe aber nichts anderes erwartet: erste Sendung von G. Jauch in diesem Format bei ARD und dazu noch dieses breitgetretene Thema. Wer davon viel erwartet, der hat wahrscheinlich das Internet noch nicht entdeckt. Ich für meinen Teil kann nicht behaupten, dass ich mich als Zielgruppe angesprochen gefühlt habe, was mir allerdings nun wirklich keine schlaflosen Nächte bereiten wird.
Grundsätzlich sind Polit-Talks nicht Schlechtes, es ist wie immer: der Kluger wird klüger, der Dumme wird dümmer. Was das Niveau angeht, na ja… der Vergleich mit RTL ist nicht wirklich gelungen, RTL IST KEIN FERNSEHSENDER, es ist ei Geschäftsmodell mit einer Vermarktungsplattform im Fernseh-Format. Man kann durchaus differenzieren, zwischen echten Fernseh-Sendern wie arte, phoenix, oder die meisten Regionalen, und strickt kommerziell ausgerichteten Konsum-Agenturen wie RTL, pro7 oder vox. Die letzteren sind nichts weiter als die BILD, siehe dazu auch: www.bild-studie.de/ Das Geschäftsmodell ist leicht übertragbar. Den propagandistischen Aspekt lasse ich absichtlich hier aus, das würde den blog sprengen. Wie auch immer, ich lasse Herrn Jauch mal ein wenig Zeit, bis er sich mit realer Wirtschaftspolitik befasst. Das wird bestimmt einen Unterhaltungswert haben. Gruß |
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sry, es heißt "der Kluge" nicht "der Kluger"
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Darf mangels TV-Gerät ein derartiges Qualitätsfernsehen nicht konsumieren, zahle gar nur Radiogebühren. Aber mit der Haushaltsabgabe ab 2013 ist das "Sparen" vorbei, muss ich Jauch et al. ebenfalls unterhalten, gibt es dann auch "linke Blockwarte"...?
Und überall, wo die Linken am Katzentisch der Regierung mithampeln dürfen, haben sie diesem Staatsvertrag zur neuen "Supermeldebehörde" bereits zugestimmt: notina.net/g |
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probier es mal mit zatoo ...
zattoo.com/de wenn du einen DSL - anschluß hast, dann kannst du das ÖR komplett empfangen ... willkommen im 21. jahrhundert |
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schrieb am
13.09.2011 um 07:35
>>Und überall, wo die Linken am Katzentisch der Regierung mithampeln dürfen, haben sie diesem Staatsvertrag zur neuen "Supermeldebehörde" bereits zugestimmt<<
Das heisst, in Berlin/Brandenburg, wo die Linke in Koalition mit einer Herrschaftspartei sich selber abschafft. Es gibt in der Partei Leute, die dieses bewährte Entsorgungsmodell bundesweit anwenden wollen. Und es gibt Leute, die meinen, dass man die Oppositionsentsorger bei ihrer Arbeit nicht stören darf. Das Ziel ist klar: Wenn es keine parlamentarische Opposition gibt, dann ist es für den Herrschaftsapparat leichter, alle Bürger, die sich noch trauen, den Mund aufzumachen, als "Staatsfeinde" zu markieren. Die jeder staatstreue Bürger unverzüglich zu melden hat. 1933 ante portas. --- Kein Fernsehgerät zu haben wird nicht weniger gesund wenn es eine Fernsehzwangsgebühr gibt. Das spricht natürlich nicht für die Propagandasteuer. Aber wenn sie eingeführt wird spricht auch nichts gegen Informationsbeschaffung und Diskussion ausserhalb der Propagandamaschinerie. |
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mhh ...
ja jakob jung. man könnte tiefer greifen, man könnte kritischer sein, bohrender, frecher und nachfragender; wie z.b. seinerzeit herr küppersbusch bei extra 3, das wahren wahre sternstunden des öffentlich rechtlichen. nun ... küppersbusch wurde hochgelobt, bzw. zwangsversetzt und ist nun intendant bei den ÖR meines wissens ... aber ! und darauf will ich eigentlich hinaus. klinsmann hat recht. die sogenannten "leistungsträger", die 50 h / woche und mehr arbeiten, die müßen schlafen wenn es spannend wird. die ÖR haben durchaus sehr kritische und informative formate und reportagen, aber der/die welche hart arbeitet hat keine zeit dafür, auch nicht für fachliteratur. und da kommen wir zum wesentlichen bruch unserer gesellschaft. aktion und information entfernen sich voneinander, müssen einen großen graben realisieren den weder die bild-zeitung, noch boulevard, noch die privaten, noch die print-medien, noch der verfassungsrechtliche bildungsauftrag überbrücken kann. und nun kommt das zweite aber. aber in fast allen anderen ländern ist dieser graben inklusive bildungssystem noch viel schlimmer. solche sendungen wie die jauchegrube muß man in italien, polen, rußland, ungarn, china, der dom. rep., jamaika oder auf den philipinen vergeblich suchen. fazit : die kritik ist durchaus berechtigt, aber jammern auf hohem niveau. immerhin darf und kann ein jürgen todenhöfer einem matthias döpfner öffentlich rechltich widersprechen. und die privaten sind nicht fähig oder willens auch nur annähernd solche formate auf die mattscheibe zu bringen. jauch ist nur wenig gewinn für dich und mich. aber eine unverzichtbare institution für deutschland. jauch, illner, beckmann ... so schwer sie zu ertragen sind für einen informierten geist. aber ohne dieses gesellschaftliche fastfood-tv wären wir bei klinsmann pur. gruß ... laubfrosch |
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schrieb am
13.09.2011 um 07:43
@laubfrosch:
Ich empfehle: Stecker ziehen und nach dem Ziehen des Steckers mit einer robusten Schere, schnippschnapp, das Kabel durchschneiden. Nach einigen Wochen ohne Fernseher erholt sich das Gehirn und fängt an, selber zu denken. Irgendwann versteht man nicht mehr, wie man sich Tag für Tag dummes Zeug in den Kopf sickern lassen konnte. |
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Freiheit ist immer auch die Freiheit von RTLuxemburg.
Jauchzet alle froh, auch Günther bekommt sein Jodeldiplom, nach sonntäglichen Übungen. Damit er etwas Eigenes hat. Was soll die Aufregung, die Medriokrität der Mediokratie bei Jauch wurde durch Beckmann und Kerner schon längst tief unterboten. |
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warum nicht ?
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Wer nicht fragt, ist stumm.
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und auch das hast du aus den ÖR, das ist sesamstraße.
die erste schwulen-wg in puppenform, der berühmte kritisch freche (laub)frosch kermit als reporter ... he he ... |
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Talkshows sind Sendungen, wo Menschen ihre Dummheit öffentlich machen können.
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Als Zuschauer – und insbesondere als Gebührenzahler – sollte man seine Ansprüche an den öffentlich rechtlichen Rundfunk klar formulieren. Es macht keinen Sinn, sich mit dem medial Gebotenem zufrieden zu geben oder es defätistisch als „naturgegeben“ anzusehen. Redakteure und Journalisten haben einen (tabulosen) Aufklärungsauftrag – erfüllt jemand den, zugunsten der durchsichtig interessensgeleiteten „Obrigkeit“, nicht, so ist er ein „Bürgerverarscher“.
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tja lieber fro ...
ob gebührenzahler oder VW-fahrer und kellog`s frühstücker, ob bürger oder konsument. privatfernsehen ist auch nicht umsonst, sondern sogar 3 mal teurer als die öffentlich rechtlichen wenn ich noch up to date bin. "naturgegeben" ist erst mal das bedürfnis nach sich bewegenden bildern. gruß lf |
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...oder Gebührenzahlerverarscher...oder Ignorant demokratischer Grundregeln...
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sei fro(h) dass es jauch, illner, plasberg, beckmann und co. gibt ...
sonst sitzen wir in döpfners dunkeldeutschland ganz allein. das meine ich sehr ernst und nicht klausig ... |
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@laubfrosch
es geht um die einfache Sache, dass man für das, was man gibt (Steuern, Gebühren, Preise) vernünftige Gegenleistungen verlangt - das gilt natürlich grundsätzlich - auch für die bürgerfinanzierten Dienstleistungen des politischen Personals. |
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@laubfrosch
Die von dir angeführten Leute verdienen sich eine goldene Nase – wenn sie vernünftige Arbeit leisten, sollen sie es meinetwegen – aber sehr zufrieden bin ich als Bürger mit deren Leistungen nicht. |
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nix ist hier einfach.
dein anspruch den ich sehr gut nachvollziehen kann ist aber alles andere als selbstverständlich. und vor allen dingen nicht vermittelbar der arroganz der mittelmäßigkeit. dein anspruch ist hochexklusiv im wahrsten sinne des wortes. er exkludiert die mehrheit der gebührenzahler. die wollen nämlich sport und hansi hinterse(h)er zur besten sendezeit, und tatort und lindenstraße, und das bekommen sie auch. das bekommen sie weil die intendanten ganz genau wissen, dass wenn sie das nicht liefern ihre existenzberechtigung ganz verlieren, und dann arte, phoenix, 3sat und KiKaninchen verschwinden werden ... |
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Nun ja, die meisten interessieren sich möglicherweise nicht für Politik und die hintergründigen Zusammenhänge – aber es gibt genügend Menschen, die ein Bedürfnis nach erkenntnisfördernden Informationen haben – und das zu liefern ist ein Auftrag der öffentlichen Medien. Selbst wenn sich dafür heute nur 30% der Bürger interessieren.
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30 % ?
du meinst wohl eher 3-10% ... das ist realistisch. und die werden auch mehr als bedient. mit phoenix, arte, 3sat, zdf-neo, zdf-infokanal, mit den dritten, mit eins-plus, - festival und -extra. und kika werbefrei, mangafrei für deinen nachwuchs. jammern auf sehr hohem niveau ... geh mal nach polen ... ( nicht nach drüben ). gruß lf |
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Ja klar, und die polnischen Medienmacher werden auf Nordkorea verweisen....
5 Mill. Zuschauer haben die Jauch-Talkshow gesehen, da sollte man m.E. als Demokrat schon mal schauen, was da über diese meinungsbildende Sendung in die Bürgerhirne transportiert werden soll. Jauch wollte eine Werbesendung für den Afghanistankrieg machen – so kam es bei mir an – und dafür habe ich keinerlei Verständnis. |
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@Fro
"Als Zuschauer – und insbesondere als Gebührenzahler – sollte man seine Ansprüche an den öffentlich rechtlichen Rundfunk klar formulieren." Als Schwarzgucker stelle ich keine Ansprüche. Ich nörgele kostenneutral. "Das ausgerechnet heute der Fernseher kaputt gehen muss." "Man könnte ja stattdessen auch mal was Sinnvolles tun." "Ja. Lesen zum Beispiel." "Was hätte es denn heute abend gegeben?" "Eine Unterhaltungssendung." "Es ist schon eine Zumutung, was einem im Fernsehen so Abend für Abend geboten wird." (...) "Ich gehe nach den Spätnachrichten der Tagesschau ins Bett." "Aber der Fernseher ist doch kaputt!" "Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!" |
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schrieb am
13.09.2011 um 09:11
>>"naturgegeben" ist erst mal das bedürfnis nach sich bewegenden bildern.<<
Sozusagen der Ersatz für eigene Bewegung. |
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schrieb am
13.09.2011 um 09:21
>>sei fro(h) dass es jauch, illner, plasberg, beckmann und co. gibt ...
sonst sitzen wir in döpfners dunkeldeutschland ganz allein. das meine ich sehr ernst und nicht klausig ...<< Ja, wenn wir mal einen historischen Rückblick wagen: Als es noch kein Fernsehen gab, da sassen die Menschen in finsteren Höhlen, ohne die Schattenbilder auf der Höhlenwand waren sie orientierungslos, unfähig, sich zu organisieren um was für sich selber zu tun... Heute hingegen, welch grandioses Engagement der Bürger für ihre Belange!! Und das verdanken wir nur einem Leuchtschirm, auf dem stetig die Welt, wie sie sein soll, an den Menschen vorüberzieht. Ohne dieses Weltbild wüssten wir ja nicht mal was wir wollen sollen. |
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JJ, sind eigentlich die letzten 12 Jahre an Ihnen spurlos vorübergegangen? Den Prozess, den Sie hier beklagen, der ist doch schon seit Jahren abgeschlossen. Oder hat etwa die dumme Pute Christiansen einen Talk auf Castorff-Niveau hingelegt?
Nö, Jauch wird das abysische Niveau deutscher Talkshows nicht mehr großartig unterbieten können, da die Talsohle schon lange erreicht ist. Und die Einschaltsquote interessiert es auch nicht, ob Sie nachher über den Jauchtalk mosern. Sie haben zum Erfolg der ersten Jauch-Talkshow beigetragen, den der bemisst sich nicht daran, ob Sie es gutfanden, sondern allein daran, ob sie eingeschaltet haben und das haben Sie offensichtlich. Und wenn sich weiterhin alle Moserköppe, die Jauch nicht leiden können, das Gelaber anschauen, um hinterher lästern zu können, dann kann der Günter bei einer anstehenden Vertragsverlängerung wieder ein Fantastillion Euro mehr verlangen. |
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JJ, sind eigentlich die letzten 12 Jahre an Ihnen spurlos vorübergegangen? Den Prozess, den Sie hier beklagen, der ist doch schon seit Jahren abgeschlossen. Oder hat etwa die dumme Pute Christiansen einen Talk auf Castorff-Niveau hingelegt?
Nö, Jauch wird das abysische Niveau deutscher Talkshows nicht mehr großartig unterbieten können, da die Talsohle schon lange erreicht ist. Und die Einschaltsquote interessiert es auch nicht, ob Sie nachher über den Jauchtalk mosern. Sie haben zum Erfolg der ersten Jauch-Talkshow beigetragen, denn der bemisst sich nicht daran, ob Sie es gutfanden, sondern allein daran, ob sie eingeschaltet haben, und das haben Sie offensichtlich. Und wenn sich weiterhin alle Moserköppe, die Jauch nicht leiden können, das Gelaber anschauen, um hinterher lästern zu können, dann kann der Günter bei einer anstehenden Vertragsverlängerung wieder ein Fantastillion Euro mehr verlangen. |
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schrieb am
13.09.2011 um 16:37
Herr Jauch hat versucht, so ein bisslein Werbung für den Afghanistan Krieg zu machen. Das war schon Grund abzuschalten. Als Prolet muss ich sagen, sofort 40% Sitzbad mit Tannolact, da sonst der A.... brennt! Sorry!
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@Jacob Jung
Danke für das Blog. Fundierte Kritik, die ich vollkommen gerechtfertigt finde. Ich hatte allerdings noch Schlimmeres befürchtet, aber vielleicht kommt das ja noch und Jauch läuft sich erstmal warm. ;) (Sorry, ich weiss, dass das nicht zum Lachen ist.) Herzliche Grüße por |
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Ich halte es gerne mit seiner Majestät, Kaiser Wilhelm II.
Seine letzten Jahre im holländischen Exil. "Machtlos, ungehört und allein Zeter und Mordio schreien" Da seine Excellenz, unser aller Reichs-Truchseß Herr Mathias Döpfner, Audienz gewährte, gebietet dieser Umstand, das man sich > d a r ü b e r < das Maul zereisst ! Alle anderen waren nur Staffage ! Die erste Jauch – Sendung kann denn auch unter dem Titel „Wir sind Kaiser !“ abgespeichert werden. Um jedoch mit den Österreichern keinen Ärger zu bekommen, können wir es auch gerne „Wir sind Reichs-Truchseß !“ nennen. **** Ich war nach der Sendung wie paralysiert. „Mein Vater ist unter den Eindrücken des 2. Weltkrieges zum Pazifisten geworden. Ich bin pazifistisch erzogen worden !“ (Mathias Döpfner) Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. „Das die Interessen Deutschlands am Hindukusch verteidigt werden, ne ne, das ist schon von mir !“ (Peter Struck) Völlig im Einklang mit meinem Couch-Polyester, das zwischendurch immer wieder für mich weiter geguckt hat. „Am 9/11 war Herr Döpfner in einer Besprechung über die Versorgung der Kantine der Springer AG . . .“ „ . . . als mich meine Sekretärin aus der Besprechung holte – Da ist etwas passiert !“ Ich weiß noch, ich hatte an dem Tag kein Schweine-Schnitzel. „Die Amerikaner sind immer nach vorne, nie zurück blicken !“ (Klinsi, dabei den alten Flankenblick zu rechts aussen Mathes „So richtig – Kommt der an ?“) Der endgültige mentale Zusammenbruch zwischen meine Kissen kam dann mit der alten / neuen ultimativen Parole „Wir sind alle Amerikaner !“ (Mathias Döpfner) Die Losung hatte er während des Talks schon einfließen lassen und am Ende schmetterte er Sie nochmal . . . . . irgenwie habe ich es geschafft, die CD von Georg Schramm „Thomas Bernhard hätte zurück geschossen“ ans Laufen zu bekommen. Nach der 3. Wiederholung bin ich dann langsam wieder zu mir gekommen. **** Von meiner Couch aus erinnerte mich die Jauchegrube an die Donnerkuppel aus dem Film Mad Max mit Mel Gibson von 1985. Diese riesige kuppelartige Kampfarena aus verrosteten Eisenstreben. Und da ist wieder mein Gedanke, den ich während der Sendung hatte. An den Käfig könnte man eigentlich ein Weidezaun-Gerät anschließen, schön Spannung drauf und dann drein rufen. „Der Strom wird erst abgestellt, wenn der Günther aufhört, die vom Mathias zugefaxten Fragen weiter vorzulesen !“ **** Ich will eine Tölpelei wagen, und mit der Parole seiner Excellenz eine kleine Narretei wagen ! Meine Gedanken beginne ich mit seiner Losung und dann kommt die Antwort vom „fischäugigen Seyfenstein“, so wie ich es gerne gehabt hätte . . . . „Wir sind alle Amerikaner !“ Ist das nicht die deutsche Parole aus 2001 im Angesicht der Verbrechen des 9/11. Da waren Sie gerade wenige Jahre im Amt als Vorstandsvorsitzender der Springer AG, nicht wahr. Wie die Zeit vergeht ! „Wir sind alle Amerikaner !“ Zählen Sie die Links-Partei auch dazu ? „Wir sind alle Amerikaner !“ Wie war Ihre Reaktion auf Schröders Nein zum Irak-Krieg ! „Wir sind alle Amerikaner !“ Mensch, Herr Döpfner. So wird das nix. “What is going on” Jetzt kommen Sie mal ein bisschen aus sich heraus. Nicht so blutleer. Gegenüber Geschäftspartner verhalten Sie sich doch auch nicht so. Bitte ein bisschen mehr Action. Sie verdienen doch über eine Million Euro im Jahr und sind der Chef des wichtigsten deutschen Medien-Konzern. „You have got the power” “Relax” “Feel Good” & “Blink-Blink.” Wo ist Ihr Charme, Ihr Esprit, Ihre Weltläufigkeit. Wo ist der Cowboy in Ihnen, der „Hound Dog“ - „Imagine“ - „To much is never enough” - “Give it to me” „Wir sind alle Amerikaner !“ Wie war Ihre Reaktion auf Kanzlerin Merkels Entscheindung, das Barack Obama als Präsidentschaftskandidat nicht am Brandenburger Tor reden durfte !“ „Wir sind alle Amerikaner !“ Möchten Sie eine Banane ? „Wir sind alle Amerikaner !“ Die Deutsche Bank wird gerade in Amerika verklagt. Wie ist eigentlich Ihre journalistische Einschätzung dazu „Wir sind alle Amerikaner !“ But Europe first ! Amerika an 2. Stelle (wurden ja auch herabgestuft) und natürlich – Israel. Deutsche Staatsräson. So ist doch die Reihenfolge, oder ? |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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