91
]
27.05.2011 – Die Linkspartei ist zurzeit massiv dem Vorwurf antisemitischer Positionen und Verhaltensweisen in den eigenen Reihen ausgesetzt. Als Beleg hierfür werden eine soziologische Studie, der Link zu einem antizionistischen Flugblatt, die Enthaltung der Fraktion zu einem Beschluss im Bundestag und die Teilnahme von zwei Abgeordneten an der Free-Gaza Aktion angeführt.
Antisemiten als Koalitionspartner?
Bei dem vielzitierten und als wissenschaftliche Untersuchung deklarierten Papier der beiden Soziologen Samuel Salzborn und Sebastian Voigt mit dem Titel „Antisemiten als Koalitionspartner?“ handelt es sich um einen frei gestalteten Aufsatz, der die persönliche Meinung der beiden Autoren wiedergibt. Die Verwendung des Begriffs „Untersuchung“ soll suggerieren hier wäre mit empirischen Methoden gearbeitet worden, was jedoch nicht der Fall ist. Die kurze Arbeit wurde bislang nur in Auszügen veröffentlicht. Die meisten an der Antisemitismus-Debatte Beteiligten, dürften das Papier bisher nicht gelesen haben.
Das Papier dient in der aktuellen Debatte als Fundament der erhobenen Vorwürfe. Vor allem große Teile der Presse beziehen sich auf die „Studie“, die den Antisemitismus in der Linkspartei wissenschaftlich beweisen würde.
Link auf ein antizionistisches Flugblatt
Der Link auf den Internetseiten des linken Ortsverbands Duisburg verwies auf ein antisemitisches und antizionistisches Flugblatt, dass bereits seit mehr als fünf Jahren im Web kursiert. Zu dem betreffenden Server hatten viele Personen Zugang, so dass sich die Urheberschaft zur Zeit nicht ermitteln lässt. Nach Bekanntwerden des Links wurde dieser umgehend entfernt und die Staatsanwaltschaft Bochum hat Ermittlungen aufgenommen. Die Linkspartei hat zudem Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und sich umgehend von dem Inhalt des Flugblattes distanziert.
Bei der Verlinkung handelt es sich um einen zwar peinlichen aber eindeutig technischen Vorfall. Dennoch wird die versehentliche Verlinkung wieder besseren Wissens als Anzeichen antisemitischer Positionen gedeutet.
Die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit
Im November 2010 wurde im Bundestag über einen Beschluss abgestimmt, der die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit fordert. Schalit war in Israel von Palästinensern entführt worden und wird seitdem an einem unbekannten Ort im Gaza-Streifen festgehalten. Der Beschluss war ursprünglich von der Linkspartei eingebracht worden. Die Union weigerte sich, einen gemeinsamen Antrag mit der Partei DIE LINKE zu unterstützen, adaptierte den Antrag und brachte ihn selber zur Abstimmung. FDP, SPD und Grüne schlossen sich dem Antrag der Union an, die Linksfraktion enthielt sich aufgrund der Vorgeschichte ihrer Stimme.
Obwohl die Linkspartei selber den ursprünglichen Aufruf zur Freilassung von Schalit gestartet hatte, wird ihre Enthaltung öffentlich jetzt als Ablehnung des Beschlusses zur Freilassung des entführten Soldaten dargestellt und entsprechend verurteilt.
Die Beteiligung an der Free-Gaza Aktion
Im Mai 2010 hatte die beiden linken Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger an der Free-Gaza Aktion teilgenommen. Nachdem die israelische Marine die aus sechs Schiffen bestehende Flotte angegriffen hatte, hierbei waren neun Aktivisten getötet worden, brach innerhalb der Linkspartei eine Debatte über die Rechtmäßigkeit und die Wirkung der Teilnahme an der Aktion aus. Hierbei hatte vor allem Petra Pau die Auffassung vertreten, dass die Teilnahme den Antisemitismus in der Gesellschaft begünstigt und die Hamas gestärkt habe.
Die Teilnahme von Groth und Höger wird als Anzeichen antisemitischer und antizionistischer Positionen innerhalb der Linkspartei gewertet. Dies geschieht, obwohl selbst die UNO nach der Free-Gaza Aktion die Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens gefordert und eine transparente Aufklärung des Eingreifens der israelischen Marine angekündigt.
Der Dämon DDR hat seine Wirkung verloren: Jetzt beginnt die zweite Welle der Stigmatisierung
Bislang wurde die Linkspartei in der Öffentlichkeit vor allem über ihre angebliche Nähe zu DDR, SED und Stasi definiert.
Die Dämonisierung führt dazu, dass die konkreten Standpunkte und Konzepte immer im Hintergrund bleiben, obwohl sie für sich genommen in der Bevölkerung einen großen Rückhalt erfahren könnten. Den Kapitalismus und seine Folgen zu kritisieren ist längst nicht mehr den Linken vorbehalten. Mehr Sozialstaatlichkeit und eine bessere Kontrolle von Banken und Konzernen zu fordern, ist gesellschaftlich opportun. Den Argumenten für die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns verschließen sich immer weniger Menschen. Die militärische Rolle der Bundeswehr in Afghanistan wird von weiten Teilen der Bevölkerung kritisch betrachtet und der gesellschaftliche Konsens über einen raschen Atomausstieg ist längst getroffen.
Der Vorwurf der unkritischen Nähe zur DDR verfängt in der Bevölkerung nach mehr als 20 Jahren gesamtdeutscher Geschichte immer weniger. Damit entwickelt sich die Linkspartei zunehmend zu einer Gefahr für die Regierungsoptionen der etablierten Parteien.
Die Linkspartei in ihrer Ganzheit als antisemitisch zu diffamieren ist besonders subtil. Einerseits ist der Umgang mit dem Thema vor dem Hintergrund der deutschen NS-Geschichte schwierig. Andererseits steht die Linkspartei der israelischen Politik kritisch gegenüber, was bei mangelnder Differenzierung zumindest als antizionistisches Moment kolportiert werden kann.
Die Stoßrichtung der Kampagne gegen die Linkspartei wird anhand des Titels des zugrunde liegenden Papiers der beiden Soziologen deutlich: „Antisemiten als Koalitionspartner?“. Cui Bono? Die etablierten Parteien quer durch alle politischen Lager, denen an einer möglichst schwachen Linkspartei ohne Koalitions- und Regierungsoptionen gelegen ist.
Antisemiten werden in der Linkspartei nicht geduldet
Ist der Vorwurf des Antisemitismus erst einmal erhoben und verbreitet, dann wird man ihn nur schwer wieder los. Jede Äußerung zum Thema verstärkt nur die von Parteien und Medien forcierte Kopplung der Begriffe Antisemitismus und Linkspartei.
Ihren vorläufigen Höhepunkt fand die Debatte am 25.05.2011, wo im Bundestag auf Betreiben von Union und FDP eine aktuelle Stunde anberaumt wurde, in der antisemitische und antizionistische Positionen und Verhaltensweisen innerhalb der Linkspartei erörtert werden sollten.
Einhellig forderten hier die Vertreter der Union, der FDP, der SPD und der Grünen ein deutliches Statement der Partei DIE LINKE gegen den Antisemitismus. Die Forderung suggeriert, dass diese Position bis dato unklar gewesen sei. Dabei sind und waren die Positionen der Linkspartei diesbezüglich deutlich:
Die Partei DIE LINKE vertritt keine antisemitischen oder antizionistischen Positionen. Antisemiten werden in den Reihen der Partei nicht geduldet. In Bezug auf den Nahost Konflikt setzt sich DIE LINKE für eine Zweistaatenlösung ein und zeigt sich damit sowohl mit Israel als auch Palästina solidarisch.
Der vollständige Beitrag wurde mit dem Thesenpapier von Salzborn und Voigt, mit weiterführenden Links zum Thema und mit der Rede von Luc Jochimsen im Rahmen der aktuellen Stunde vom 25.05.2011 im Jacob Jung Blog veröffentlicht.
--------------
Nachtrag vom 30.05.2011
Henryk M. Broder beschäftigt sich erwartungsgemäß täglich in der WELT mit dem Antisemtismus-Vorwurf gegen die Linkspartei. Hier verrät er sogar die Zielrichtung der Kampagne.
|
|
Gute Übersicht! - Man ist regelrecht gespannt, was als nächstes kommt, wenn auch diese Kampagne verraucht ist. Mein Tipp: Aus einer von (beliebige staatstragende Institution, Zeitung oder Partei einsetzen) in Auftrag gegebenen Studie geht hervor, dass Mitglieder und Anhänger der Partei Die Linke eine signifikant höhere Neigung zur Päderastie haben als andere Menschen.
|
|
|
schrieb am
01.06.2011 um 18:21
Die Linke sollte einfach klar Schiff machen und sich von den Antisemiten in ihren Reihen trennen. Es ist peinlich, dass dazu erst der politische Gegner massiven Druck ausüben musste und man nicht selber rechtzeitig aktiv geworden ist, aber wenn die Linke möchte, dass wieder über ihre Sachthemen diskutiert wird, dann führt kein Weg daran vorbei.
Verharmlosen und Bocken, wie es JJ in seinem Text hier tut, macht die Sache nur schlimmer. |
|
|
@ Omma
Ich habe Sie bisher nicht als jemanden gelesen, der sich um die Steigerung der Wahlchancen der "Die Linke" bemüht. Was ist los mit Ihnen? |
|
|
schrieb am
03.06.2011 um 12:58
@rapanui: Ich bin immer für linke Ideen zu haben, nur Antisemitismus, DDR-Nostalgie und Begeisterung für autoritäre Regime gehören nicht dazu.
|
|
|
@ Oma
Haben Sie sich mit den Vorstellungen der "LINKEN" zum Thema Israel beschäftigt? Wie beurteilen Sie vergleichend Aufwand/ Nutzen in der Auseinandersetzung mit diesen Positionen und dem hier diskutierten Thema "Antisemitismus und Linke"? |
|
|
Mach doch ALLE hier noch einen eigenen x-ten Blog zu dieser völlig auf den Hund gekommenen und nur noch ideologisch gebrauchten Begrifflichkeit auf.
Übrig ist doch wirklich nur noch ein WEITERER höchst VARIABLER und PR-tauglicher Moralbegriff zur Rechtfertigung und/oder Ächtung von ALLEN und JEDEN – der fast so gut wie jeden moralischen Deppen und Konsumenten im apologetischen Supermarkt der Begrifflichkeiten das Versprechen mit auf dem Weg gibt, durch den Erwerb dieser Ware auch die eigenen angeblich ja immer GUTEN Anliegen unwidersprechlich zu machen. |
|
|
Lieber Phineas,
ich kann dir nur zustimmen. Diese Nebelkerzen Diskussion lenkt nur wieder wunder schön von der Tagespolitik ab. Kaum wirft einer solchen blödsinn in den Raum schon haben alle Linken Blogger nix anderes mehr im Auge und sind Blind. Leute wir sind 10% der Bevölkerung in diesem Land. Wer Glaubt das das alles antesimenten ist sollte mal zum Pabst und Beten das er nicht jeder Lüge glaubt Ansonsten was kümmert es einen Baum wenn sich ein Hund an Ihm Kratz. Hier in Thüringen sind wir 2.Stärkste Fraktion. Liebe Grüße Baphomed der Mal sein schönes Linkes Weimar hier genies und sich freut wenn im Fahrstuhl die Nette Omi das gleiche wählt wie Mein Kiosk laden Mann der Besitzer unserer Zimmerei und ich. |
|
|
Lieber Baphomed,
"schon haben alle Linken Blogger nix anderes mehr im Auge und sind Blind" Ich habe aus dem von Dir genannten Grund schon ein wenig überlegt, ob ich den Beitrag mache. Dann habe ich mich dazu entschieden, weil das Thema einen erheblichen Einfluss auf die Tagespolitik von morgen haben wird. Lieben Gruß #JJ |
|
|
Wie jetzt, wir hatten ja gerade eine Debatte dazu lang und breit.
Aber, schadet nischt. Dieses Salzborn/Voigt -Papier fand ich auch sehr fragwürdig. Wobei: Der Antisemitismus-Vorwurf wird ja auch gegen andere kritische Kräfte in Stellung gebracht. Gegen Attac z.B.. Rezept: Wer sich gegen die Finanzwelt kritisch wendet, hat im Hintergrund das antisemitische Bild vom "raffenden" Kapital, und ist eigentlich strukturell antisemitisch. Wer die USA kritisiert hat im Hintergrund ein antisemitisches Klischee, das er an den Amerikanern abarbeit. Auch antisemitisch. Eine perfide Strategie. |
|
|
@magda
Die Debatte ist eben von der Redaktion geschlossen worden! |
|
|
»Perfide Strategie«, schreiben Sie, Magda — »perfide« scheint generell eines Ihrer liebsten Worte zu sein, wenn man so die letzte Zeit Ihre Kommentare liest.
Was heißt »perfide«? Treubrüchig. Jetzt frage ich mal so: Welches Treueverhältnis könnte das denn sein, das solcherart gebrochen würde? »Strategie«, bedarfsfalls auch »Manöver« und ähnlich militärisch klingende Begriffe: Mit dieser Diagnose kann man sich immer und überall salvieren; so hat's ja auch die Union bei Guttenberg gemacht — eine Kampagne sei seine Demontage, angestachelt von Neidern und Mißgünstigen, die schon immer an den Stühlen sägten, und das obligaotorische »Cui bono« ließ man bei Guttenberg unter den Tisch fallen. Wenn also das Salzborn-Voigt-Papier so haltlos ist, wie Sie sagen, warum zerlegt man es dann nicht einfach feinsäuberlich, sondern schreit von Anfang an: Das ist eine Kampagne gegen die Linkspartei? Warum widerlegt man den erhobenen Vorwurf nicht im Detail, so wie bei zu Guttenberg im Detail nachgewiesen wurde, daß die Vorwürfe doch stichhaltig waren? Wenn es stimmt, daß die Linkspartei keine Antisemiten bei sich duldet, wie Luc Jochimsen sagt, dann müßte es doch ein Leichtes sein, das Salzborn-Voigt-Papier an die Wand zu nageln, oder? Wo ist das Problem? Bei Ihnen wird das alles immer ein Mansch, Magda: Daß Kritik an den Amis schon strukturell antisemitisch sei, haben Sie sich gerade eben ausgedacht; hier jedenfalls hat das nie jemand behauptet. Genauso die Kritik am »Finanzkapital«: falsch ist daran nicht die Kritik, ganz im Gegenteil, sondern eine sehr bestimmte Art von Kritik, die in schlechter, aber eben bis heute traditionell bei Linken und Rechten gleichermaßen gepflegten Weise verfährt, indem das Finanzkapital gegen das sog. »Realkapital« (oder: die Spekulation gegen die Produktion) konstrastiert wird — eine Dichotomie, die schon weit älter, aber deshalb noch lang nicht richtiger ist als Karl Marxens Kritik der politischen Ökonomie, die genau es nämlich vermeidet, das Kapital noch in zig Unterfraktionen auseinanderzulegen, deren eine ein bißchen schlechter und deren andere ein bißchen besser sind. Wenn man eins von Karl Marx lernen kann, dann dies: Es gibt nur das Kapital. Damit ist die Sache erledigt; den Rest glauben dann nur mehr Neoklassiker (von denen stammt nämlich die klassische Dichotomie), Attacisten oder halt Leute, die aus Interesse das eine Kapital (das in der Fabrik) vorm andern (nämlich das an der Börse) retten wollen, so wie Elmar Altvater. Das kann machen, wer mag; wer es aber macht, der soll sich dann nicht mithilfe solcher Plattheiten gegen in der Tat fällige Kritik immunisieren. |
|
|
Hallo J-ap,
gib mir bitte einen Link wo ich diesen Aufsatz volständig lesen kann und ich nagel Ihn dir gerne an die Wand. Aber fangen wir mit der kernausage an "Was ein antisemit ist darf nur ein semit bestimmen!" genau das ist Faschismuss "Was ein unterdrückter ist darf nur der Diktotor bestimmen" so erstmal für das erste. Baphomed |
|
|
perfide
Positiv Komparativ Superlativ perfide/perfid perfider am perfidesten Alle weiteren Formen: perfide (Deklination) Nebenformen: perfid Silbentrennung: per·fi·de, Komparativ: per·fi·der, Superlativ: am per·fi·des·ten Aussprache: IPA: [pɛɐ̯ˈfiːdə], Komparativ: [pɛɐ̯ˈfiːdɐ], Superlativ: [pɛɐ̯ˈfiːdəstən] Hörbeispiele: —, Komparativ: —, Superlativ: — Bedeutungen: [1] pejorativ (abwertend): hinterhältig, hinterlistig, heimtückisch Herkunft: Ende des 18. Jahrhunderts aus dem gleichbedeutenden französischen perfide → fr übernommen, dort entlehnt aus lateinisch perfidus → la „wortbrüchig, treulos, unredlich, falsch, unzuverlässig“, abgeleitet von fides → la „Treue, Glaubwürdigkeit, Vertrauen“, dieses aus Wendungen wie per fidem fallere → la (aliquem) „(jemanden) unter dem Anschein der Treue täuschen“ respektive per fidem decipi → la „unter dem Anschein der Treue getäuscht werden“, vergleiche auch lateinisch fidēre → la „vertrauen, glauben, sich verlassen“[1] Sinnverwandte Wörter: [1] arglistig, durchtrieben, gemein, derb: hinterfotzig, hinterhältig, hinterlistig, hundsgemein, infam, intrigant, niederträchtig, schäbig, schändlich, schimpflich, schmachvoll, schmutzig, treulos, unaufrichtig, verräterisch, verschlagen, wortbrüchig |
|
|
@Baphomed
Salzborn/Voigt: www.fr-online.de/blob/view/-/8467798/data/556767/-/Studie+Antisemitismus+in+der+Linkspartei.pdf |
|
|
Sorry TTG,
PDF kann ich nicht lesen. Das geht Technisch nicht. Aber wenn du noch einen anderen Link hast gerne? Liebe Grüße Baphomed Der mal so nebenbei erwähnt das er nächste woche hier auch ein Interview mit Luc Jochimsen Einstellt. |
|
|
Das wird ein bißchen schwierig ohne pdf.
Geht technisch nicht? Hast du keinen Acrobat Reader oder so wat ähnliches? Oder was ist das Problem? Antwort auch gerne als PN ;-) |
|
|
Nein kein Adobe das geht software Technisch nicht auf diesem Rechner. Da es mit für mich Lebensnotwendiger Software Fehler Produziert und meinem Rechner oder besser meiner Software schaden würde. Wenn es nur das PDF geht muss ich morgen mal meine Eltern besuchen und es mir dort besorgen dann gibt es aber erst morgen 17.00 Uhr eine Antwort.
Ich habe gerade beim Stöbern noch ein Interview Mit Herren Rothschild gefunden das 20 Jahre alt ist, ich Zittiere "erst wenn die Welt begreift das Israel ein Staat ist und nicht eine Religion werden wir Juden Frieden in dieser Welt vor den Antisemiten finde." Fand ich mal Interessant und erwähnenswert in diesem zusammenhang. Thema des Interviews war "Sind die Reichen Jüdischen Familien wie die Rohtschilds schuld am Antisemitismus?" Liebe Grüße Baphomed |
|
|
j-ap schrieb am 27.05.2011 um 17:42
Hallo j-ap, nun bin ich ja gerade dabei, die von Ihnen eingestellten Altvater-Texte - positiv in meinem Sinne und dafürhalten - zu reflektieren, mehr geht momentan nicht. So kann man potentielle Kritiker beschäftigen... Aber ich hatte ja dieses Salzborn/Voigt-Papier (kurz und frühzeitig) anhand dreier Punkte in meinem nun gesperrten Blog sehr schnell als Pamphlet klassifiziert, eine wirklich keinesfalls wissenschaftliche, eher bigotte, mit vielen Setzungen, Unterstellungen und suggestiven Konstruktionen versehene Aufarbeitung deutscher "Normalität" soweit es die überwiegende Mehrzahl der guten Menschen hier in diesem Lande betrifft, bei diesem "Bruch" in 1945, frei nach Moishe Postone, ebenda in "meinem" Blog. |
|
|
Hallo ebertus,
mein Obiges ging ja auch nicht an Sie. Ich habe Ihren ersten Altvater-Beitrag dazu gelesen und warte auf den zweiten, um die Sache als ganze in den Blick zu nehmen. Ich meinerseits bin gerade dabei, den nun schon mehrfach angesprochenen Salzborn/Voigt auszudrucken und ihn mal selber durchzugehen; ich werde ihn im Zug lesen. Grüße, J. A.-P. |
|
|
@ josef
"falsch ist daran nicht die Kritik, ganz im Gegenteil, sondern eine sehr bestimmte Art von Kritik, die in schlechter, aber eben bis heute traditionell bei Linken und Rechten gleichermaßen gepflegten Weise verfährt, indem das Finanzkapital gegen das sog. »Realkapital« (oder: die Spekulation gegen die Produktion) konstrastiert wird — eine Dichotomie, die schon weit älter, aber deshalb noch lang nicht richtiger ist als Karl Marxens Kritik der politischen Ökonomie, die genau es nämlich vermeidet, das Kapital noch in zig Unterfraktionen auseinanderzulegen, deren eine ein bißchen schlechter und deren andere ein bißchen besser sind. Wenn man eins von Karl Marx lernen kann, dann dies: Es gibt nur das Kapital. Damit ist die Sache erledigt;.." Ach daher pfeift der Wind. Gleichsetzung von Linken und Rechten bei der Kapitalismuskrtik. Schön, dass es einmal von dir geschrieben wurde. Dann haben wir fast alle Positionen der Freiburger Denkfabrik beisammen. Gleichsetzung von links und rechts bei Antisemitismus und Antikapitalismus. Und... Es gibt nicht nur das Kapital. Marx selbst schreibt von Kaufmannskapital und industriellem Kapital. In den Büchern werden Maschinen und Anlagen nicht nach Gewicht sondern nach ihrem finanziellen Wert bemessen; genauso wie runde Metallstücke und rechteckige Papierblätter einen Wert besitzen. |
|
|
»Ach daher pfeift der Wind. Gleichsetzung von Linken und Rechten bei der Kapitalismuskrtik. Schön, dass es einmal von dir geschrieben wurde. Dann haben wir fast alle Positionen der Freiburger Denkfabrik beisammen. Gleichsetzung von links und rechts bei Antisemitismus und Antikapitalismus.«
Ach daher pfeift der Wind. Depotenzierung aller Einwände zur minderen Totalitarismustheorie. Schön, daß das von Dir mal geschrieben wurde; dann haben wir ja alle Positionen der Berliner Denkfabrik beisammen. Hauptsache, mal wieder »Gleichsetzung« schreiben und jemanden in die entsprechenden Schubladen einsortieren, dann hat sich's, dann muß man, wie immer, nicht über die Sache reden oder etwa mal darüber, daß es sich mit der Gleichsetzung, gegen die man sich recht heftig verwahrt, recht schnell erledigt hat, wenn man sich mal nicht mit der Methode, sondern mit dem Zweck des ganzen auseinandersetzt. Ist aber wurscht — der Luggi geht über soviel Abstraktion, Schwurbelei und Komplizierung mit dem Holzschuh drüber, weil er's halt gern einfach hat. So, nun muß ich aber wirklich weg. |
|
|
@ Josef
Du musst jetzt wirklich weg? Hoffentlich nur nicht Tempo Rare. Scherz ... und bong vojasch. Was ist denn eine Berliner Denkfabrik? Meine Denkfabrik ist nicht ortsbezogen, sondern mehr standortbezogen. Noch mal zur Sachbezogenheit; ich weiß, du windest dich gern heraus, wenn es KONKRET wird, aber du hast keine Antwort auf deinen Bezug zu Marx und meinen Hinweis zum tatsächlichen Inhalt gefunden ... außer Begrifflichkeiten wie Schwurbelei etc. und .... jetzt würden viele andere Nebensätze folgen. Ich gab dir Futter ... friss. P.S. die harte Formulierung ist die Antwort auf "Maul, mole" ... grinz. |
|
|
"Bei Ihnen wird das alles immer ein Mansch, Magda: Daß Kritik an den Amis schon strukturell antisemitisch sei, haben Sie sich gerade eben ausgedacht"
"Der ideallose, wurzellose Mensch - also der alte Liberalitätsjude, der in seiner heutigen Gestalt Amerikaner geheißen wird, ist seit jeher die Chiffre, unter der die Deutschen dem Westen und seiner Zivilisationsform, seinem kapitalistischen Liberalismus und seiner liberalistischen Wertordnung die Blutfehde angesagt haben" Das habe ich aus Ihrem zeitonline-Beitrag. Erklären Sie es mir. Genau, wie Sie mal erklären sollten, warum Sie Silvio Gesell in einem Kommentar im gleichen Blog so absolut historisch und objektiv einordnen, etwas wofür andere gesteinigt und gemobbt werden. Sehen Sie und deshalb fällt mir dieses Wort immer ein. Sie haben Ihren Spaß daran - ich nicht. |
|
|
|
|
|
j-ap schrieb am 27.05.2011 um 17:42
Wenn also das Salzborn-Voigt-Papier so haltlos ist, wie Sie sagen, warum zerlegt man es dann nicht einfach feinsäuberlich, sondern schreit von Anfang an: Das ist eine Kampagne gegen die Linkspartei? Warum widerlegt man den erhobenen Vorwurf nicht im Detail, so wie bei zu Guttenberg im Detail nachgewiesen wurde, daß die Vorwürfe doch stichhaltig waren? Fangen wir nochmals von vorne an: antizionistischer Antisemitismus auf S. 3 der Studie "Hier wird der Antizionismus, der sich gegen die politischen Ideen des Zionismus, u.a. Nationalismus , ausspricht, als Unterart des Antisemitismus, also Ablehnung der Juden aufgrund ihrer genetischen Herkunft, gleichgesetzt. Antizionismus und Antisemitismus sind zwei verschiedene Ansichten. Da Antizionismus argumentativ begründbar ist, ohne daß die Juden als ethnische Gruppe abgelehnt werden wie beim Antisemitismus, subsummieren die Autoren ihn unter Antisemitimus, um jegliche Auseinandersetzung damit zu unterbinden. Dasselbe geschieht auch mit dem Antiisraelismus. Wissenschaftlich unredliches Vorgehen." |
|
|
Hallo TTG,
sag es doch wie es ist wer ausblendet das es Pro Israel politik gibt und Contra Israel Politik gibt, selbiges nur zusammenfasst unter dem Begriff Antizionismus. Der vertritt Faschistische Thesen. Aber jetzt gute Nacht Liebe Grüße Baphomed |
|
|
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 23:02 Hallo TTG, sag es doch wie es ist wer ausblendet das es Pro Israel politik gibt und Contra Israel Politik gibt, selbiges nur zusammenfasst unter dem Begriff Antizionismus. Der vertritt Faschistische Thesen. Nee, ich sehe das vielschichtiger ;-) |
|
|
Wie wahr!
|
|
|
@j-ap
"Wenn also das Salzborn-Voigt-Papier so haltlos ist, wie Sie sagen, warum zerlegt man es dann nicht einfach feinsäuberlich..." Das ist längst geschehen. In meinem Blog verlinke ich auf ein Papier von Alban Werner, der das hervorragend erledigt hat. Lieben Gruß #JJ |
|
|
Hier noch der direkte Link zur Gegendarstellung von Alban Werner:
jacobjung.files.wordpress.com/2011/05/salzborn-voigt-papier.pdf |
|
|
(Magda schrieb am 27.05.2011 um 21:43)
Liebe Magda, Sie haben gefragt — ich antworte; nicht aber, ohne vorauszuschicken, daß ich das nur deshalb tue, weil Sie es sind, die gefragt hat. Zunächst zu den beiden Punkten, die Sie ansprachen: 1. Wenn Sie aus dem Artikel von mir zitieren, dann machen Sie bitte so, daß der Sinnzusammenhang nicht völlig abhanden kommt. Vor dem von Ihnen Zitierten findet sich nämlich, und das ist wichtig, eine Passage, die sich so liest: »Der ideallose amerikanische Mensch (...) wird auch im alten Europa der Mensch der Zukunft sein; heute kann man schon in gewißem Sinne den Juden als Vertreter des Amerikanismus bei uns bezeichnen. Verjudung heißt eigentlich Amerikanisierung.« (zit. nach: Dan Diner, Feindbild Amerika. Über die Beständigkeit eines Ressentiments, Propyläen, München 2002, S. 34 f.)Diner zitiert hier selbst, und zwar einen Eintrag aus dem Brockhaus Konversations-Lexikon, Ausgabe von 1906. Dieser Artikel von mir, so steht es auch gleich zu Beginn im Vorsatz, war eine Reaktion auf haarsträubenden Mist, den zu dieser Zeit diverse Kommentatoren im ZEIT-Blog veröffentlichten, so auch ein Kommentator mit Namen »opa mabin«, auf den speziell sich der Artikel bezog. Und da war alles dabei: Geschichtsrevitionismus, Wehrmachtsapologie, Parlamentarismusschelte galligster Sorte, Antisemitismus — und eben auch eine sehr spezifische Form von Amerikahaß, den ich um Anlaß für diese Schmähschrift nahm, die Sie hier verlinken. Das ZEIT-Forum hatte zum damaligen Zeitpunkt ein handfestes Problem mit strammen Deutschnationalen, die da in Regimentsstärke einflogen, ohne daß sich gegen die Kameraden mehr als allenfalls sporadischer Widerstand geregt hätte. Ich hielt das für unerträglich, deshalb unter anderem diese Intervention. (Wenn Sie's mir nicht glauben, dann fragen Sie mal bei den damaligen und auch heutigen Kolleginnen und Kollegen nach, zB born2bmild, hardob, seriousguy, Tycho, dame.von.welt, kvwupp, Blogger/Knüppel, um einige zu nennen, die auch an den damaligen Diskussionen beteiligt waren, wie man ebendort nachlesen kann). Rückschauend betrachtet würde ich den Artikel heutzutage in wesentlichen Teilen anders schreiben. Zu seinen Kernaussagen stehe ich aber heute genau wie damals. 2. Was Silvio Gesell und seine Lehre anlangt, so hatte ich damals, im Jahre 2009, recht wenig Ahnung, um es gleich zu sagen. Das hängt in erster Linie damit zusammen, daß ich von ihm bis dahin nicht mehr gehört hatte als das, was man im Rahmen des Ökonomiestudiums in England von ihm mitbekommt (daß ich in England Ökonomie studiert habe erwähne ich nicht, damit ihr euch alle vor mir auf den Bauch legt, sondern weil zB deutsche VWL-Studenten von Gesell überhaupt nichts hören, weil er längst aus dem Curriculum verschwunden ist; genauso übrigens wie sozialistische Planwirtschaft, die nach 1991 in Deutschland aus dem Lehrplan verschwand, während sie englische Studenten nach wie vor hören.) Heutzutage weiß ich, daß meine damalige Einschätzung Silvio Gesells schlicht und ergreifend: falsch war. So einfach ist das, liebe Magda. Zuletzt: Ich habe, wie ich schrieb, geantwortet, weil Sie es waren, die fragte, und ich Sie nun einmal mag. Ganz grundsätzlich (im juristischen Sinne, d.h.: mit Ausnahmen) stehe ich allerdings für das sich hier abzeichnende Spiel über fünf Banden, vier Plattformen und zehn Kommunikationskanäle nicht zur Verfügung und gehe davon aus, daß Sie wissen, was ich damit meine. Einen guten Abend wünscht J. A.-P. |
|
|
"Ich habe, wie ich schrieb, geantwortet, weil Sie es waren, die fragte, und ich Sie nun einmal mag."
Verschonen Sie mich bitte mit Ihren Gnadenerweisen. |
|
|
Seit wann ist Sympathie ein »Gnadenerweis«, Magda?
|
|
|
schrieb am
30.05.2011 um 13:56
"Genauso die Kritik am »Finanzkapital«: falsch ist daran nicht die Kritik, ganz im Gegenteil, sondern eine sehr bestimmte Art von Kritik, die in schlechter, aber eben bis heute traditionell bei Linken und Rechten gleichermaßen gepflegten Weise verfährt, indem das Finanzkapital gegen das sog. »Realkapital« (oder: die Spekulation gegen die Produktion) konstrastiert wird — eine Dichotomie, die schon weit älter, aber deshalb noch lang nicht richtiger ist als Karl Marxens Kritik der politischen Ökonomie, die genau es nämlich vermeidet, das Kapital noch in zig Unterfraktionen auseinanderzulegen, deren eine ein bißchen schlechter und deren andere ein bißchen besser sind."
ich nehme mal die Perspektive ein, dass die Spaltung des Kapitals in Unterformen, zB Finanzkapital und produktiven Kapital (sic), um diese gegeneinander zu werten, theoretisch falsch ist. Ich lasse das mal so stehen als Hypothese. (Auch wenn ich mich frage, wie beweist man denn empirisch, dass es nur das eine Kapital gibt? Aber die deutsche Linke kann wie zu allem und jedem sicher die richtige Antwort finden) Aber selbst wenn von dieser Hypothese ausgegangen wird, wie kommt es denn zu dieser zwangsläufigen Assoziation zum Antisemitismus? Es mag sicher zwar diese Tendenz geben, dem mit dem Finanzkapital identifizierten Bösen ein Gesicht zu geben, und das mag vielfach der Jude gewesen sein. Historisch gibt es sicher vielfach Belege. Wo kommt aber die Neigung, diese imaginäre Verknüpfung zu generalisieren her? Danach ist jeder, der das Finanzkapital kritisiert ohne den Kapitalismus als Ganzes überwinden zu wollen, ein Antisemit. Das ist nicht nur intellektuell ungenügend, sondern öffnet der Denunziation Tür und Tor. Meinetwegen soll man den Kapitalismus als ganzes in die Tonne treten, aber Menschen, die sich jenseits gewisser vorgegebener Diskursbahnen artikulieren, automatisch das Etikett Antisemit aufzustempeln, finde ich intellectually dishonest. A propos Antisemitismus: In einem Text von Roswitha Scholz über den Antiziganismus im Spiegel des Agambschen homo sacer www.exit-online.org/link.php?tabelle=schwerpunkte&posnr=184 wird daruf hingewiesen, dass der Antiziganismus im heutigen Deutschland viel verbreiteter ist als der Antisemitismus, der ja gewissermaßen per Konvention nicht mehr salonfähig ist, und dennoch kaum thematisiert wird, auch nicht von der deutschen Linke, schon gar nicht von den falschen Freunden Israels den so genannten Antideutschen (was vermulich zu deren deutscher Identität gehört) |
|
|
@ salvo schrieb am 30.05.2011 um 13:56
>>>Danach ist jeder, der das Finanzkapital kritisiert ohne den Kapitalismus als Ganzes überwinden zu wollen, ein Antisemit.<<< Brillant! Damit bleibt von dieser Denkfigur nur die praktische Eigenschaft übrig, Antisemiten produzieren zu können. Die Eigenschaft mit dieser Denkfigur den "Kapitalismus als Ganzes" überwinden zu können, drängt sich als Alibi zwar wortmächtig in den Vordergrund, ermöglicht es aber nur, sich aus jeder gegenwärtigen politischen Positionierung naserümpfend herauszuhalten. Übler noch, ich kann zu der Meinung kommen, dass hier Antisemiten wohlfeil geliefert werden, man sich aber komfortabel aus dem Drecksgeschäft der politischen Instrumentalisierung des Rohproduktes "Antisemit" heraushält. |
|
|
Nun, und mal auf die praktische Relevanz herunter gebrochen kann es nur so laufen, den "Kapitalismus als Ganzes" zu kritisieren und zu überwinden.
Alles andere wäre ja der sog. "dritte Weg" von Mitterand über Blair zu Schröder et al. der Weg der trojanischen Pferde. Und den als Linke dann "Sozialismus" zu nennen, das wäre tragisch, wie bei Antonio Negri in "Goodbye Mr. Socialism" so treffend nachzlesen. |
|
|
>>>Nun, und mal auf die praktische Relevanz herunter gebrochen kann es nur so laufen, den "Kapitalismus als Ganzes" zu kritisieren und zu überwinden.<<<
Wenn ich morgens auf Arbeit gehe, nützt es gar nichts den "Kapitalismus als Ganzes zu kritisieren". Wenn ich abends im Hotel sitze nützt das nichts, wenn ich Holz säge nützt das nichts, wenn der Maibaum aufgerichtet wird nützt das nichts,.... Wenn mir einer so kommt, versuche ich nur festzustellen, ob er mich belehren will, ob er einen Frust hat, wo er seinen Kaffee trinkt,....Das ist so als würde mir im Leben einer seine alltäglichen Entscheidungen mit einem der lieben Götter erklären. Gerade in der "praktischen Relevanz" geht es nicht um diese "theoretische Ebene". Das ist für die Diskussion in der FC wirklich interessant, aber sonst bin ich da sehr zurückhaltend, weil die Wirkung bloß agitatorisch und sehr gering ist. |
|
|
Kein Widerspruch:
Brilliant eben und wie von @salvo erkannt, den Kapitalismus "Als Ganzes" kritisieren, weil man ja kein Antisemit sein will; wie hier thematisiert und ansonsten gern sehr selektiv unterstellt. Aber im Lokalen dann, beim Kaffeetrinken wie beim Holz hacken ist das schon komplizierter - kein (linker) Antisemit zu sein. Und darum ging es ja hier im Blog, oder? Und eben weniger bis nicht um das große Konzept, den Kapitalismus zu überwinden; eine andere Baustelle und schon mal oszillierend zwischen "theoretischer Ebene", einer gewissen Resignation und dem "langen Marsch durch die Institutionen" - wobei die letzten beiden Varianten schlußendlich auf dasselbe hinauslaufen. |
|
|
Eine widerliche Kampagne, die mir in ihrer Machart ziemlich bekannt vorkommt. Sie verpassen der Linken das Stigma des nicht greifbaren Bösen, des archaisch bestimmten Feindes einer verfolgten Volksgruppe... Links ist böse...
Wenn man schon meint, den Antisemitismus in anderen Parteien bekämpfen zu müssen, sollte man auch die eigene Partei daraufhin überprüfen – oder durch recherchefreudige Internetaktivisten überprüfen lassen. Anders kann sich der Bürger kein Bild von der Gesamtproblematik Antisemitismus und struktureller Antisemitismus, der sich heute u.a. in Islamfeindlichkeit ausdrückt, machen. Die Linken werden sich sicher erkenntnisfördernd mit der Thematik Antisemitismus befassen und ihn auflösen – das könnte ja auch eine Anregung für andere Parteien werden, und möglicherweise dazu führen, dass sie die politische Waffe des Stigmatisierens gegen missliebige Konkurrenten in Zukunft unterlassen. |
|
|
...dass sie den Einsatz der politischen Waffe des Stigmatisierens, gegen missliebige Konkurrenten, in Zukunft unterlassen.
|
|
|
Hallo ihr Lieben,
so jetzt habe ich mal meine Tapsys angezogen und bin zu unserer Spielothek gewatschelt, da kann man nett für 2Euronen im netz Surfen. Gespannt wie ich war ob dieses erquicklichen Aufsatzes voll Wissenschaftlicher Fakten, Beweise und Belege. Nun ich wurde bitterlich enttäuscht. Dieses Referat taugt nicht mal für ein Flugblatt. Wissenschaftlich ist aber auch rein gar nichts an dieser willkürlichen Zusammenstellung an Vorgängen die auch noch Rabulistisch dargestellt werden. Also warf ich mal wieder ein Netz der Wissenschaft über dieses Machwerk. Ja heureka ich wurde doch gleich zuhause in meinem Regal fündig 18 Hausarbeiten und 5 Doktorarbeiten, ja Richtige Doktoren keine GuttenDocs, haben sich mit diesem Thema beschäftigt. Eine stelle ich mal mit Link ein. www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/21835.html Jeder kann nun selber den gehallt dieses Aufsatzes Prüfen. Sollte er auch nur 5 Sätze Finden die nicht im Faschistisch Ideologischen Sprachgebrauch Verfasst wurden würde es mich wundern. Damit sei dieser Aufsatz nun an die Wand genagelt. Liebe Grüße Baphomed Der sich jetzt auf sein Interview vorbereiten geht und aus diesem Strang verschwindet. |
|
|
@baphomed
Wissenschaftlich ist aber auch rein gar nichts an dieser willkürlichen Zusammenstellung an Vorgängen die auch noch Rabulistisch dargestellt werden. Soso ... Für meine Anmerkung, daß das Vorgehen wissenschaftlich unredlich sei, haben gewisse Personen - nicht von du - versucht, mich lächerlich zu machen. Und das Ganze hat damit geendet, daß der Blog geschlossen wurde. |
|
|
Hallo TTg,
ja ja so ist leben, aber es ist auch so wer behauptet etwas sei Wissenschaftlich Exact, hmmmm, noch gilt in der Wissenschaft der muss es Beweisen also warte ich jetzt mal getrosst auf beweise die leider nicht kommen können. Liebe Grüße Baphomed der gerade überlegt einen Link über Wissenschaftliches arbeiten einzusetellen. Ach ne sollen die doch auf meine WIKIA seite Kommen wo wir gerade 158 Dr. Arbeiten verfrühstücken. |
|
|
@baphomed
Es ging nicht um exakte Aussagen, sondern um wissenschaftlichen Methoden. |
|
|
Hallo TTG,
im sinne der Methodik, erden von den Autoren keine Parameter vorgegeben anhand das in Ihrem aufsatz erlangte Wissen in einem Widerholten versuch oder bei Wiederholter Forschung neu erbracht werden kann. Das liegt vor allem daran das es sich um zufällig ausgesuchte einzelfälle handelt. Auch schaffen es die Autoren nicht einen Methodischen zusammenhag herzustellen der eine Zwingende Strucktur zu grunde liegt. Somit von keinerlei Wissenschaftlichen Relavanz. Taugt nur zum Demagogisieren womit wir bei meiner Buchempfehlung sind. Liebe Grüße Baphomed |
|
|
Ich finde es absolut wichtig und richtig, wenn sich die Linke mit antisemitischen Klischees auch bei der eigenen Argumentation und auch mit dem Antisemitismus in den ehemaligne sozialistischen Ländern auseinandersetzt.
Das ist im Wesentlichen auch geschehn. Aber was sich im Moment abspielt ist sowas wie "Büchse spannen", neue Munition finden und damit den Antisemitismus zu einer Waffe machen, mit der man alle selbst definierten Extremisten abschießen kann. Und hier - bei der Bundeszentrale für politische Bildung ist das alles auf "Vordermann" gebracht. www.bpb.de/themen/T32PNR,0,0,Was_hei%DFt_Antisemitismus.html |
|
|
Liebe Magda,
ich gehe ja mit dir überein was deine ansichten betrifft aber ist die BPB eine ganz andere Baustelle die hier nur vom Thema ablengt also nicht hilfreich. Liebe Grüße Baphomed |
|
|
@magda
über den Artikel der BPB bin ich auf meiner Suche nach dem Begriff "antizionistischer Antisemitismus" auch gestolpert. Aber was sich im Moment abspielt ist sowas wie "Büchse spannen", neue Munition finden und damit den Antisemitismus zu einer Waffe machen, mit der man alle selbst definierten Extremisten abschießen kann. Ich denke, daß die Antisemitismuskeule inzwischen zwei Funktionen hat: - wie du sagst, selbst definierte Extremisten abzuschießen - Legitimierung der expansionistischen israelischen Politik = solange es Antisemitismus gibt, ist Israel bedroht und muss sein Territorium verteidigend erweitern |
|
|
@ Baphomed -"eine ganz andere Baustelle die hier nur vom Thema ablengt also nicht hilfreich."
Sehe ich nicht so. Oder ich verstehe Deinen Einwand nicht. |
|
|
Hallo Magda,
gemeint war das wir hier die Baustelle aufgemacht haben ist dieser Aufsatz Wissenschaftlich Relevant. Ich habe die Meinung Vertreten er erfüllt nicht mal die mindest ansprüche Wissenschaftlichen Denkens. TTG steht auf dem Standpunkt der etwas milder ist dieser Aufsatz ist Unredlich. Gemeint war bevor es überhaupt nötig ist darüber zu Reden muss geklärt werden welche wissenschaftliche Relevanz hat dieser Aufsatz. Dein einwand kämme ja erst zum Tragen wenn dieser aufsatz auch nur im Mindesten einer Wissenschaftlichen Arbeit genügen würde. Daher die Aussage es ist eine Andere Baustelle. Sobalt du einen Blog über die BPB aufmachst hast du mich an deiner seite. Liebe Grüße Baphomed Der als Legastheniker für den immer ostern ist mal wieder viele Rechtschreibfehler versteckt hat. |
|
|
Klar, dass CDU/CSU/FDP/SPD ein Interesse daran haben, die LINKE als Antisemiten zu kennzeichnen. Aber was soll man von einer LINKENn halten, die es ihren politischen Gegnern so leicht macht?
|
|
|
Lieber Koslowski,
du machst hier einen Fehler die Linke gibt es ebensowenig wie die CDU,SPD,CSU,FDP oder GRüne. Liebe Grüße Baphomed |
|
|
@koslowski
du hast dich offiziell abgemeldet. Oder hast du Probleme mit deinem Internetverhalten? Wer ist denn der Gegner der LINKEN? |
|
|
Vielleicht sollte man hier nochmals zurückkommen auf den Beitrag von Avraham Burg vor einigen Wochen im Freitag. Den Link hatte ich in meinem gesperrten Blog eingestellt, er konnte jedoch, vielleicht wegen der Sperrung dann, nicht mehr inhaltlich vertieft werden. Es gäbe mehrere Ansatzpunke in diesem Text, deren Reflektion und (mehr noch) Rezeption lohnend erscheint:
----- "Es ist Zeit für den nächsten Schritt und die Frage, ob wir überhaupt ohne einen äußeren Feind – ohne den Antisemitismus – existieren können. Haben wir den Mut, Einspruch zu erheben gegen die peinliche und absurde Schlussfolgerung Sartres und Yehoshuas, wir bräuchten den Antisemitismus, um uns selbst zu definieren?" "Glücklicherweise ist der heutige Antisemitismus sehr schwach im Vergleich zu seiner früheren Stärke und – möglicherweise – auch seinem künftigen Potential. Vor einigen Jahren verkündeten bei uns die Schlagzeilen einen „Anstieg antisemitischer Vorfälle um 300 Prozent“. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Anstieg von 19 auf 59 Vorkommnisse in einem Jahr und einem europäischen Land handelte. Eine magere Ausbeute..." "Wir haben die Neigung, zu den kranken, pathologischen Formen zurückzukehren, die uns so vertraut sind: Als Junkies des Hasses isolieren wir uns von den wirklich oder vermeintlich Hassenden. Als ob das Böse, das wir kennen, dem potentiellen – und bedrohlichen Guten vorzuziehen sei." ----- Lediglich drei Ansatzpunkte einer Reflektion jenseits grenzenlosen Hasses und gerade die letzte Metapher, die von den "Junkies des Hasses" als Lebenselixier, als Bestätigung und Aufrechterhaltung des eigenen Seins, als postaggressiver Ausdruck für erwartete, ewig währende Absolution im Hinblick auf echtes, aber auch für vermeintliches, einem zugefügtes Leid ist unter Umständen ein Schlüssel zum Verstehen. Und da gibt es wohl keinen Ausweg, weder im Großen (der weltpolitischen Bühne), noch im Kleinen (den virtuellen, gern mehrschichtigen Forenwelten). Insofern, und dies sei auch öffentlich an JJK gerichtet (dem die Sperrung für den Blogeinsteller leid tat), habe ich damit keinerlei Problem, akzeptiere es einfach, diese internen und externen "Junkies des Hasses"; das ist das Leben; altklug allemal... www.freitag.de/politik/1115-wenn-die-mauern-st-rzen |
|
|
Hallo Ebertus,
es tut mir ja leid aber dein Kommentar ist leider auch nicht Wissenschaftlich, so wie der zur auslösung dieser Diskussion geführten Aufsatzes. Man kann Demagogie nicht mit Demagogie bekämpfen. Liebe Grüße Baphomed |
|
|
@Baphomed
Meinst du jetzt mich oder Avraham Burg, dessen Beitrag ich hier verlinkt, zitiert und hoffentlich nicht vollkommen sinnentfremdet kommentiert habe? |
|
|
Hallo Ebertus,
ich meine Sie, Ihre meinug begründen Sie mit einem durchaus umstrittenen Denker. Da ich hier in diesem Thread ja schon mehr als einmal Beweise für die meinungen der Beteiligten eingefordert habe denke ich es wird Ihnen nicht schwer Fallen Ihre Meinung auch wissenschaftlich darzustellen mit nicht umstrittenen Quellen? Ich freue mich schon auf die Diskussion. Liebe GRüße Baphomed |
|
|
@Baphomed
Da ich hier in diesem Thread ja schon mehr als einmal Beweise für die meinungen der Beteiligten eingefordert habe denke ich es wird Ihnen nicht schwer Fallen Ihre Meinung auch wissenschaftlich darzustellen mit nicht umstrittenen Quellen? Beweise gibt es selten, meist nur Theorien und Thesen. Wissenschaftlich darstellen heißt, nach bestimmten Methoden vorgehen. Burg ist keine Quelle, sondern ein Mensch, der eine Theorie vorstellt. Was gefällt dir nicht an Burgs Theorie? |
|
|
Hallo TTG,
du gefällst mir immer besser! nein er bietet ein Theorem an. Selbiges vergist aber das Israel ein Land ist in dem Juden Moslems Christen und Budisten leben. Naja auch noch andere Religionen. Also ist jedes Theorem das Israel als Jüdisch betrachtet im ansatz falsch hier die Theorien von Burg. Aber ich bin ja für jeden gegenbeweis offen, hier ist ebertus numal in der Bringschuld. Liebe Grüße Baphomed |
|
|
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 22:38 Selbiges vergist aber das Israel ein Land ist in dem Juden Moslems Christen und Budisten leben. Naja auch noch andere Religionen. Also ist jedes Theorem das Israel als Jüdisch betrachtet im ansatz falsch hier die Theorien von Burg. Wenn sich Israel selbst als jüdischer Staat definiert, dann sind die Theorien von Burg nicht falsch. |
|
|
@Baphomed
Burg bietet nicht ein 'Theorem' an, dass Israel sich als jüdischer Staat versteht. Er stellt das nicht zur Diskussion, sondern es ist eine Tatsache. Eine Tatsache, die wohl keiner in Israel und noch weniger von außen infrage gestellt wird. Gut, man könnte einwenden, dass Israel zwar als endgültige Heimstätte der Juden (nach der Idee des Zionismus) gegründet wurde und in seiner Politik bis heute als einzig auf den besonderen Schutz und das Seins-Recht von Juden auf diesem Gebiet verstanden wird, andererseits aber kein Staat ist, der etwa seine Rechtssprechung und das öffentliche Leben auf einem religiösen Fundament baut, wie z.B. islamische Staaten, die sich als islamisch definieren, und das eben auch im Staatsnamen tragen (wie etwa der Iran: Dschomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān). Burgs Ansatz ist aber vielmehr, dass sich die Politik Israels offenbar selbst nicht befreien kann von einer Notwendigkeit zum Selbstschutz, die aber auf einem übertriebenen Bedrohungsszenario beruht. Und zwar eine Bedrohung, die den ewig verfolgten Juden, also Antisemitismus, in den Vordergrund stellt. Und damit sei der Blick auf tragende, zukunftsfähige Lösungen, auf ein Auskommen mit den umgebenden arabischen Nachbarn, genauso verstellt, wie er seitens radikaler islamischer Kräfte ist. Befeuert werde das mittels antisemitischer Vorfälle in Europa, die in ihrer Dimension hochgespielt werden, und als Beweis dafür dienten, dass es eben nicht ohne eine solche Trutzburg Israel gehe. Würde also Israel aus seiner Politik das primäre Verständnis als einziger Schutzraum für Juden tilgen, könnte man darüber diskutieren, ob Israel denn als jüdisch gesehen werden müsse. |
|
|
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 21:45
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 22:05 Hallo @Baphomed, ob "Du" oder "Sie", da wäre ich leidenschaftslos bis zur eindeutigen Weisung. Weniger jedoch wegen dem, Deinem "Wissenschaftlich", von mir erst mal als Ironisierung verstanden. Im Gegensatz zu den mir aus technischer Berufshistorie eher nahestehenden naturwissenschaftlichen Gegebenheiten sind Kultur- und Geisteswissenschaften eher proklamativ, wenn auch in ihren Werkzeugen, Verfahren und Artikulierungen natürlich wissenschaftlichen Standards weitgehend folgend. Im Klartext: Geschichtswissenschaft ist im einfachsten Fall die Meinung des überbringers der Botschaft und ansonsten, in jedem Falle die große Erzählung der Sieger, deren Intention. Lese die Tage gerade etwas von Antonio Negri, seine Reflektion zum Scheitern der Sowjetunion incl. derer Vasallen. Was wäre wenn, und mal die "positiven Aspekte" des Sieges der roten Armee über Hitlerdeutschland betrachtet; die relativierenden Anführungszeichen hier gern dem Betrachter überlassen, sowie unter Berücksichtigung der auch von Negri erkannten und thematisierten, immer wieder gern unterstellten, antisemitischen Tendenzen innerhalb des damaligen Ostblock. Ja, wenn es anders gelaufen wäre, ständen unsere Kinder jetzt vielleicht am Ural, würden diese, unsere Leitkultur (auch) der Rassenlehre gegen die anrennenden, asiatischen Horden verteidigen (müssen), oder? Die von uns dann zu lesende Historie wäre ebenfalls "etwas anders" und ob es den Staat Israel überhaupt "so" gäbe, das darf stark bezweifelt werden. Dein anderer Punkt vielleicht, sollte man natürlich "Demagogie nicht mit Demagogie bekämpfen", Terror nicht mit Terror beantworten, sonst macht man sich nicht nur gemein, ist sehr schnell an der Spitze dieser Kolonne, wie wir aktuell im Globalen wie im Lokalen sehr deutlich sehen. Natürlich ist Avraham Burg ein (zumindest aus zionistischer Sicht) umstrittener Denker, ein sog. Nestbeschmutzer gar, wie von mir in meinem Kommentar zu diesem verlinkten Freitags-Beitrag geschrieben. Aber andererseits ist die von ihm beschriebene "Neigung, zu den kranken, pathologischen Formen" je ebenfalls keine exakte naturwissenschaftliche Erkenntnis, ist bestenfalls Aufforderung zur Reflektion; mehr geht nicht. Und daher, jetzt sehr pragmatisch kann man die von Burg erkannten "Junkies des Hasses" kaum durch erwiderten Hass noch durch willfährige Anpassung befrieden, die Absolution jeglichen Tuns zur Staatsraison erklären. Das erinnert mich im diskursiven Sinne immer so an die Diskussion der 70er, derer im Zuge dieses Buches "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und die gern provokativ, schon mal suggestiv gestellte Frage: "Was würdest Du tun, wenn Dein Kind ein Junkie, heroinsüchtig wäre?". Meine bescheidene, sicher unvollständige Antwort: "Keinesfalls ebenfalls zu Heroin greifen, dahingehend Solidarität üben" Ansonsten, und hier vielleicht noch ein Hinweis: Die von @j-ap im gesperrten Block eingestellten Links zu zwei Freitags-Beiträgen von Elmar Altvater, der möglicherweise damit einhergehende Hinweis des Einstellers auf das Erkennen von antisemitischen Tendenzen und Strukturen (sowohl bei Altvater als auch in dessen Kapitalismuskritik), diese Texte habe ich mittlerweile in meinem Blog und aus meiner Perspektive aufgearbeitet. Das hier einzustellen scheint mir im Moment nicht so zielführend, obwohl die Thematik, die diffamierende Unterstellung bei jeglichem, kritischem Nachdenken über die aktuelle Entwicklung an Brisanz, an erwartbarem Elend und Leid, an Instrumentalisierung Vieler in sehr partikularem Interesse eher noch zunehmen wird. |
|
|
ebertus schrieb am 28.05.2011 um 15:12 Im Klartext: Geschichtswissenschaft ist im einfachsten Fall die Meinung des überbringers der Botschaft und ansonsten, in jedem Falle die große Erzählung der Sieger, deren Intention. Nee, man ist schon etwas weiter in der Geschichtswissenschaften ;-) |
|
|
@ttg
"im einfachsten Fall..." und soweit der Überbringer dieser Botschaft hier nicht gleich geköpft wird, wollte er die Kritik aushalten. |
|
|
@ebertus
Ich meinte den zweiten Teil: in jedem Falle ... |
|
|
Judenfeindlichkeit ist schon ca 2000 Jahre alt – sie verbreitete sich mit dem Christentum. Ein Kulturerbe, mit dem die meisten Mitteleuropäer immer noch zu tun haben. Abgespeicherte Geschichte der Vorfahren: Misstrauen, Stigmatisierung, Verfolgung, Vernichtung – angeheizt von selbsternannten Gottesvertretern und später ideologisch „perfektioniert“ von den Nazis.
Das kann, je nach Geschichte der Vorfahren und Aufklärungsgrad tief sitzen. „Man“ hat sich allerdings allgemein den Antisemitismus verboten – er ist gesellschaftlich geächtet. Daher sucht er sich „verdeckte“ Möglichkeiten des Ausdrucks – z.B. in der Fremden- und Islamfeindlichkeit oder einer emotional gefärbten Feindschaft gegenüber dem Zionismus oder Israel. Da sind auch Linke anscheinend nicht gegen gefeit – das sollten sie mal ganz unaufgeregt in Augenschein nehmen und ihre Nahostpolitik und ihre Vertretung nach außen diesbezüglich auf den Prüfstand stellen. Bei der Linken fällt Antizionismus/Antisemitismus einfach mehr auf, weil sie eine m.E. berechtigte kritische Haltung zur Israelischen Außenpolitik haben - und das wohl von einigen als Ventil ihrer emotionalen Ablehnung der Israelis/Juden genutzt wird. Aber ich sehe da als Aussenstehender nur Einzelfälle – kein Anlass das zu dramatisieren. |
|
|
...Aber natürlich Anlass genug, auch den subtilen Antisemitismus innerhalb der Partei zu erforschen und zu überwinden.
|
|
|
Es ist einfach erstaunlich, dass sich diese seltsame "Judenfrage", ob in Gestalt von Semitismus, Antisemitismus, Zionismus, Antizionismus etc. durch zwei Jahrtausende hindurch beharrlich in Europa eingenistet hat. Der "Jude", der "Linke", beide haben vielleicht eine Art Sündenbockfunktion. Schon lange. Und angesichts der gravierenden Weltprobleme (Fukushima, Lampedusa, Griechenland , halt Räuberkapitalismus gemischt mit Wildwestmanieren) braucht man Sündenböcke, um die Masse des "Wahlvolkes" zu effizienten Zielen zu führen. Das erzählt schon das Alte Testament. Wollen wir das?
|
|
|
Oh, da scheint etwas schief gelaufen zu sein, mein obiger Kommentar wurde wahrscheinlich mit einem anderen verwechselt und dementsprechend kommentiert – ich stelle ihn hier noch einmal ein.
Eine unappetitliche Kampagne, die mir in ihrer Machart ziemlich bekannt vorkommt. Sie verpassen der Linken das Stigma des nicht greifbaren Bösen, des archaisch bestimmten Feindes einer verfolgten Volksgruppe... Links ist böse... Wenn man schon meint, den Antisemitismus in anderen Parteien bekämpfen zu müssen, sollte man auch die eigene Partei daraufhin überprüfen – oder durch recherchefreudige Internetaktivisten überprüfen lassen. Anders kann sich der Bürger kein Bild von der Gesamtproblematik Antisemitismus und struktureller Antisemitismus, der sich heute u.a. in Islamfeindlichkeit ausdrückt, machen. Die Linken werden sich sicher erkenntnisfördernd mit der Thematik Antisemitismus befassen und ihn auflösen – das könnte ja auch eine Anregung für andere Parteien werden, und möglicherweise dazu führen, dass sie den Einsatz der politischen Waffe des Stigmatisierens gegen missliebige Konkurrenten in Zukunft unterlassen. |
|
|
Unabhängig von all den tief-schürfenden Überlegungen und Gründelleien, Guttendocs oder echten phd-Elaboraten über speziellen "Linken" Antisemitismus:
Für mich sind sowieso Alle (!), die Israel brauchen, damit sich die Juden im Notfall vor ihnen in Sicherheit bringen können, tendenzielle Nazis. Egal ob Links oder Rechts. Kunzelmann bezeichnete diesen latenten Antisemitismus in den Sechzigern einst als den deutschen „Judenknacks“. |
|
|
An Herrn Jung.
Ich habe die Kommentare nicht gelesen, zuviele. Sie schreiben, daß man der Linken als Partei keinen Antisemitismus oder Antizionismus unterstellen kann, daß aber einzelne Personen manchmal grenzwertige Positionen einnehmen. Sie zeigen die Mängel bei Salzborn / Voigt auf. Ich will weder Ihrer Partei noch einzelnen Mitgliedern Antisemitismus unterstellen oder nachsagen, mir geht es um anderes. In dieser Studie, nennen wir es mal so, war zu lesen, daß bem Auslaufen der Flotille ein Lied gesungen wurde, das von der Hinschlachtung eines jüdischen Stammes durch Mohammeds Armeen handelte, der Name des Ortes und "Mohammeds Armenn kommen wieder." Auf die Funkrufe der israelischen Marine wurde, laut dieser Studie, mit "Geht zurück nach Ausschwitz, ihr Judden" geantwortet. Natürlich nicht von den Deutschen. Auf einer Konferenz, die mitgeschnitten wurde, hieß es: den Israelis eine vor den Latz knallen, die nächste Flottile sollte doch von türkischem oder deutschen ! Kriegsschiffen eskortiert werden. Wie gesagt, ich will das nicht Antisemitismus nennen. Mir geht es nur darum: stimmt das ? Sind diese 3 Abgeordneten auf solche einem Schiff mitgefahren, wußten von diesen Gesängen und Funksprüchen, oder wissen sie das jetzt ? Es muß doch klar gewesen sein, daß der Zweck dieses Unternehmens in keiner Weise humanitäre Hilfe war, sondern reind Provokation ?! Und für so was lassen sich diese Abgeordneten einspannen ? Und unter Gejohle wird verkündet: Israel eine vor den Latz knallen, abgeblich dokumentiert. DAs ist einfach hart. Auch wenn man das nicht der Partei anlasten kann, auch wenn das kein Antisemitismus ist, wie man es nennt, ist egal, es ist aber trotzdem sehr kritisch. Oder finden Sie das nicht ? Ist das in Ordnung, gehört zum Pluralismus ? Von mir aus, aber solche Pluralisten wähle ich lieber nicht. Auch wenn mir der sozialpolitische Impetus zusagt. |
|
|
|
|
|
@Richard der Hayek
Vielen Dank für den Kommentar. Ich kann Ihre Fragen nicht beantworten. Ich kenne die von Ihnen angeführten Beschreibungen von Vorgängen auf den Schiffen aber ich kann weder beurteilen, ob sie den Tatsachen entsprechen, noch ob sie den Abgeordneten bekannt sind oder waren. Natürlich finde ich entsprechende Gesänge, Funksprüche und Statements nicht in Ordnung, wenn sie sich so zugetragen haben. Die Teilnahme von Annette Groth und Inge Höger an der Free-Gaza-Aktion wurde öffentlich und auch innerhalb der Linkspartei kontrovers diskutiert. In einem offenen Brief an die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau haben sich Groht und Höger von jeglicher Form des Antisemitismus distanziert. Mein Beitrag zielt nicht darauf ab, jedes Mitglied der Linkspartei vom Vorwurf des Antisemitismus reinzuwaschen. Ich bin durchaus der Auffassung, dass es auch in den Reihen dieser Partei Antisemiten gibt. Ich bin nur nicht der Meinung, dass Verhaltensweisen und Positionen Einzelner genutzt werden sollten, um eine ganze Partei zu diskreditieren. Viele Grüße Jacob Jung |
|
|
Danke für die Mühe.
Ich wünschen Ihnen Erfolg im Kampf gegen diese ungerechtfertigte Diskreditierung. Ach ja: in der Jüdischen Allgemeinen gibt es einen Beitrag von Salzborn mit dem Titel: Sie duldet Antisemitismus. Vielleicht wollen Sie sich an diese Zeitung wenden ? www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10433 |
|
|
Vielen Dank für den Link.
Ich betrachte Samuel Salzborn vor allem deshalb kritisch, weil er es - auch in dem verlinkten Interview - leider versäumt klarzustellen, dass es sich bei seinem Papier nicht um eine Studie sondern um einen Aufsatz handelt. Als solcher hat er sicher seine Berechtigung, als Studie oder Untersuchung taugt der Text allerdings nicht. Auch wenn Salzborn im Interview anführt: "Viele jüngere Mitglieder und Anhänger wollen sich die Tolerierung antisemitischer Positionen nicht mehr bieten lassen. Die Führung versucht allerdings noch, jede Diskussion zu verhindern", so erfolgt das ohne Beleg. Er äußert lediglich seine Meinung und untermauert sie mit dem Impetus der wissenschaftlichen Arbeit. |
|
|
Könnte man der Redaktion der JA mitteilen ?
Wenn ich es mache, kommt es mir anmaßend vor. |
|
|
>>>Der Dämon DDR hat seine Wirkung verloren: Jetzt beginnt die zweite Welle der Stigmatisierung<<<
So wie die Diskussion in den bundesdeutschen Massenmedien zum Repressionsapparat des MfS nicht zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung in der bundesdeutschen Gesellschaft mit der Arbeit von Geheimdiensten geführt hat, so wenig wird diese Diskussion hier zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit Nationalismus und Rassismus führen. Es sind zweckdienliche Kampagnen zur Stabilisierung des überkommenen politischen und wirtschaftlichen Systems in der Bundesrepublik. 20 Jahre nach der DDR mache ich mir keine Illusionen mehr über die Repressionswirkung nach innen und die Machtsicherung für eine Führungsclique der SED. Auch über den funktionalen Antsemitismus Stalins weiß ich genug, um mich zu positionieren. Biografisch würde ich es so formulieren: Ja, ich habe es verstanden. Ich musste einige bittere Erkenntnisse für mich formulieren und Konsequenzen hinnehmen. Ja! Und jetzt? Genau an dieser Stelle, wo ich jetzt die Fragen zu dieser monströsen Baustelle in der Chausseestraße (ja, da wo der Biermann wohnte) stellen könnte. Genau an dieser Stelle, wo ich Fragen zum Verkauf deutscher Waffen (von den gleichen Firmen, die den Massenmord an den Juden ermöglichten) nach Israel stellen könnte, da werde ich mit drittrangigen Fehlleistungen in irgendwelchen Ortsverbänden vollgedröhnt. Auf einer professionellen Ebene nötigt mir die Kampagne "Antismeitismus der Linken" natürlich Respekt ab. Der Ansatz ist strategisch geschickt gewählt und nutzt die politische Naivität vieler Linker für das "Gute", hier die bedrückten Palästinenser, streiten zu wollen, gnadenlos aus. Das ist der eiskalte Zynismus, derjenigen, die im Vollbesitz aller Machtmittel die Figuren hin- und herschieben und die Machtlosigkeit derjenigen die Ihren emotionalen Einsatz für das "Gute" als "Antisemitismus" untergejubelt bekommen. In der politischen Konsequenz führt das zu jenem betrachtendem Nichthandeln, welches J-AP hier exemplarisch wieder vorführt. In einem endlosen Regress muss, bevor die israelische Politik kritisiert werden darf, der letzte Verdacht ausgeräumt werden, dass die "Linke" "antisemitisch" ist. Die Konsequenz diese Nichthandelns besteht dann in dem in den bundesdeutschen Medien nicht kritisisierten politischen Auftritt Netanjahus letzte Woche in Washington. Statt zu diesem wesentlichen Problem der Weltpolitik Stellung zu beziehen wühlt das deutsche Hausleitmedium im Provinzgulli. |
|
|
@Rapanui schrieb am 30.05.2011 um 08:36
"In der politischen Konsequenz führt das zu jenem betrachtendem Nichthandeln, welches J-AP hier exemplarisch wieder vorführt. In einem endlosen Regress muss, bevor die israelische Politik kritisiert werden darf, der letzte Verdacht ausgeräumt werden, dass die "Linke" "antisemitisch" ist." Treffender kann man es wohl kaum zusammenfassen. Würde mich Ihnen voll anschließen. |
|
|
"20 Jahre nach der DDR mache ich mir keine Illusionen mehr über die Repressionswirkung nach innen und die Machtsicherung für eine Führungsclique der SED. Auch über den funktionalen Antsemitismus Stalins weiß ich genug, um mich zu positionieren.
Biografisch würde ich es so formulieren: Ja, ich habe es verstanden. Ich musste einige bittere Erkenntnisse für mich formulieren und Konsequenzen hinnehmen. Ja! Und jetzt?" So gehts mir auch. Genauso. Wobei ich über die DDR zur Zeit ihres Bestehens kaum Illusionen hatte. Ansonsten: Das ist ja der Trick. Man soll sich für den Rest des politischen Betätigens mit dem Entsetzen über das Vergangene befassen, damit das Entsetzen der Gegenwart ungehindert weitergehen kann . "In der politischen Konsequenz führt das zu jenem betrachtendem Nichthandeln, welches J-AP hier exemplarisch wieder vorführt. In einem endlosen Regress muss, bevor die israelische Politik kritisiert werden darf, der letzte Verdacht ausgeräumt werden, dass die "Linke" "antisemitisch" ist." Nochmal genau so ist es. Sehr klar alles und auch erleichternd. Ich habe immer das Gefühl bei den Debatten, ich versinke immer mehr und immer mehr. Und da war das jetzt richtig gut. Danke, danke. :-)) |
|
|
mal wieder ein Link zum Lesen und Nachdenken
de.wikipedia.org/wiki/Ethel_und_Julius_Rosenberg#Prozess |
|
|
(Rapanui schrieb am 30.05.2011 um 08:36)
Hallo Rapanui, zunächst mal eine Bitte um Verzeihung, daß ich erst jetzt antworte: ich hatte hier schlicht nicht mehr reingesehen. Zu den Punkten, die Sie angesprochen haben: 1. Die »politische Konsequenz«, die, wie Sie sagen, aufs »Nichthandeln« hinausliefe, ist mir völlig egal. Wer in der Logik der (Partei-) Politik denkt und zugleich glaubt, daß er irgendwie und sowieso »handeln« müsse (Frage: wie denn?), damit er wenigstens nichts nichts tut, und wer dann noch der Meinung ist, daß das Handeln vom Denken ohnehin zu trennen wäre, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen. 2. Aus dieser (partei-) politischen Konsequenzlogik folgt auch der Gang dieser Diskussion: Es versteht sich von selber, daß das Salzborn/Voigt-Papier nichts anderem als dem Binnenmachtkampf innerhalb des Systems dient, deshalb ist auch die Grundthese völlig falsch — daß die Linkspartei samt und sondern aus lauter Antisemiten bestehen soll ist schlichtweg falsch und genauso der unausgesprochene Vorwurf, daß es Antisemiten nur in der Linkspartei gäbe. Soetwas freut die anderen politischen Formationen natürlich, denn ist dieser Scheuklappenblick einmal in der Welt, dann kann nicht nur die CDU ihre doch einschlägige Vergangenheit sehr schön zudecken, sondern etwa auch die DKP, die sich zu ihrem Antisemitismus ganz offen bekennt und gar keinen Hehl mehr daraus macht. Das alles fällt aber alles unter den Tisch. Das, nämlich dieser Scheuklappenblick ist der Magel am Salzborn-Papier (und nicht etwa die hier bestrittene »Gleichsetzung« von Antizionismus und Antisemitismus). 3. Die Abwehrhaltung gegen diese Vorwürfe ist aber nicht besser, um das mindeste zu sagen. Von einer Partei, die an sich selbst den Anspruch stellt, es ganz anders zu machen als die »Systemparteien«, erwarte ich, daß sie mit solchen Angelegenheiten auch durchaus anders verfährt. Davon kann aber gar keine Rede sein: So wie man hier hinter seinen festen Mauern sitzt und mit seinen Glaubensschätzen hausieren geht und jede Kritik nicht etwa auf sachliche Fundierung prüft, sondern sie entweder schon als solche bestreitet oder sich ohne weiteres zum Opfer einer Kampagne stilisiert — womit sich wahrlich alles entschuldigen ließe —, braucht man über das Gebaren der anderen Parteien künftig kein abschätziges Wort mehr zu verlieren. 4. Der letzte Punkt gilt nun aber nicht nur für die Linkspartei, sondern für sehr viel weitere Kreise derjenigen, die sich für Links halten: Daß die Linke ursprünglich mal prozionistisch war — wurscht. Wie es kam, daß binnen weniger Jahre in den 1960er-Jahren der Antizionismus das Markenzeichen der Linken wurde? Interessiert kein Schwein. Daß es Kritik am Antizionismus innerhalb der Linken nicht erst seit dem Salzborn-Papier gibt (jetzt nur mal das erstbeste Beispiel aus einem ganzen Haufen herausgegriffen: »"Investieren - nicht spekulieren!" - die PDS gegen das "raffende" und fuer das "schaffende Kapital"« aus dem Inforpartisan, dem man nun wirklich keine CDU-Nähe vorhalten kann)? Egal. Daß es einen Unterschied macht, ob man eine parteilinke Position von noch weiter links oder von rechts aus kritisiert? Völlig schnuppe. Jede Kritik an der Partei ist Verrat an der Sache, das Abweichlertum hat gefälligst zu unterbleiben, weil der Laden schließlich auf Linie, d.h. in Ordnung bleiben soll. Daß dabei dann nicht mehr als der ganz alte ML-Mist herauskommt, liegt auf der Hand. Gruß zum Abend, J. A.-P. |
|
|
Hallo J-AP,
Ihre Vorstellung, dass es überhaupt eine Möglichkeit des politischen "Nichthandelns" gäbe, ist diejenige die ich kritisiere. Dass Ihnen und mir das dennoch hin und wieder so erscheint, mag daran liegen, dass wir an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten sozialen Lage, zu einer bestimmten Zeit leben. Ihre Verweigerung dies so zu sehen, bringt mich in die missliche Lage ein wenig belehrend darauf zu verweisen, dass Sie sich genauso im politischen Getümmel befinden, wie jedermann. Sie können nicht nicht politisch sein, wie der olle Watzlawick in anderem Zusammenhange mal erwähnte. Ob es in der "DIE LINKE" Antisemiten gibt, ist eine drittrangige Diskussion und zwar in quantitativer und qualitativer Hinsicht. Dass dies dennoch ein zu diskutierendes Thema ist, da stimme ich mit Ihnen überein. "Oma Kruse" hat oben ein Post verfasst, in dem er der "DIE LINKE" gute Ratschläge gibt, wie sie sich verhalten soll - genau so funktional geht die Kampagne ab. Diese Kampagne hat keinesfalls das Ziel sich mit dem Thema Antisemitismus kritisch auseinanderzusetzen. Die politische Funktion der Kampgane ist Gegenstand des Blogs von JJ. Kein Gegenstand des Blogs ist es, "Antisemitismus" bei Linken zu leugnen. Das diese Kampagne genau zu dem Zeitpunkt läuft, zu welchem Netanjahu in Washington zeigt, dass er politisch nichts tun wird, um die Lage in Palästina friedlicher zu gestalten, halte ich für keinen Zufall. Dass die Kampagne zur Wahl in Bremen läuft ist kein Zufall. So geht das politische Geschäft. Ich las hier noch nichts davon, dass Sie die israelische Politik kritisieren. Ich lese immer nur, wie Sie jede Kritik an Israel auseinandernehmen. Das ist auf jener Ebene, auf der wir hier mit Worten politisch handeln, ziemlich "klare Kante". |
|
|
>>einem antizionistischen Flugblatt<<
Jahahaa: wer gegen den Zionismus argumentiert, ist ein Antisemit. Und wer alle Juden für waffenbleckende Zionisten hält, was eine infame Verleumdung ist, ist ein selbsternannter Prosemit. Josef Göbbels, wenn er nicht Reichpropagandaminister oder gewesen wäre, sondern irgendwo Chefredakteur oder Rundfunkintendant, hätte es nach 1945 exakt so gebracht. Die mittlerweile 3. Generation seiner Schüler praktiziert das halt auch. >>Obwohl die Linkspartei selber den ursprünglichen Aufruf zur Freilassung von Schalit gestartet hatte, wird ihre Enthaltung öffentlich jetzt als Ablehnung des Beschlusses zur Freilassung des entführten Soldaten dargestellt und entsprechend verurteilt.<< Bekannte Methode. Das machen Faschisten schon lange so. >>Der Dämon DDR hat seine Wirkung verloren<< Gut erkannt. Die Propaganda muss auf andere Weise weiter gehen, sonst fallen gewisse Parteispenden aus. |
|
|
haha.wieder mal eine sehr differenzierte art und weise, links und rechtsextrem gleichzusetzen...wenn nichts hilft, hilft der nazivergleich, oder was?ich hab das gefühl, dieser vergleich wird immer dann gezogen, wenn einem die argumente ausgehen.
ich fand dieses flugblatt sehr scheußlich, habe von vielen mitgliedern der partei die ablehnung miterlebt, zu recht.aber daraus eine antisemitische partei zu konstruieren, das ist wirklich absurd. es ist sehr bedenklich, wenn es solche bewegungen in einer partei gibt, aber hier wird ein aufsatz von der union instrumentalisiert, um wählerstimmen umzulenken, ich denke, dass ist klar. genau das gleiche ist auch passiert bei der "kommunismus-debatte" (hahaha). liebe cdu, bitte mal die nazi-vergangenheit aufarbeiten. und, liebe fdp(der redner in besagter bundestagsdebatte räumte es ein, man müsste in der eigenen partei die 50er und 60er jahre zu dem thema aufarbeiten)....haha, möllemann?bitte mal die neunziger aufarbeiten! |
|
|
haha.wieder mal eine sehr differenzierte art und weise, links und rechtsextrem gleichzusetzen...wenn nichts hilft, hilft der nazivergleich, oder was?ich hab das gefühl, dieser vergleich wird immer dann gezogen, wenn einem die argumente ausgehen.
ich fand dieses flugblatt sehr scheußlich, habe von vielen mitgliedern der partei die ablehnung miterlebt, zu recht.aber daraus eine antisemitische partei zu konstruieren, das ist wirklich absurd. es ist sehr bedenklich, wenn es solche bewegungen in einer partei gibt, aber hier wird ein aufsatz von der union instrumentalisiert, um wählerstimmen umzulenken, ich denke, dass ist klar. genau das gleiche ist auch passiert bei der "kommunismus-debatte" (hahaha). liebe cdu, bitte mal die nazi-vergangenheit aufarbeiten. und, liebe fdp(der redner in besagter bundestagsdebatte räumte es ein, man müsste in der eigenen partei die 50er und 60er jahre zu dem thema aufarbeiten)....haha, möllemann?bitte mal die neunziger aufarbeiten! |
|
|
schrieb am
02.06.2011 um 14:33
Die Lobbyparteien arbeiten natürlich nichts auf. Dafür kriegen sie keine Parteispenden und keine "Beraterverträge", die bekommen sie fürs Wohlverhalten gegenüber den edlen Spendern. Konzerne arbeiten ihre Vergangenheit ja auch nicht auf.
Jahrelang wurde der Linken ständig die "DDR" vorgehalten. Dabei ging es nicht um die DDR, sondern einfach um dümmliche Propaganda gegen die Linke. Wenn jetzt irgend ein Flugblatt, von dem niemand weiss, woher es kam und das ganz offenbar mit keinerlei Parteigremium besprochen war, als "Beweis" für den "Antisemitismus" der Linken genommen wird, dann ist es das Gleiche: Es geht nicht um Israel, sondern darum, die strunzdumme Propaganda gegen die Linke fortzuführen. Aus der Sicht der SPD/CDU/CSU/Grün/FDP-Koaliton und ihrer Korrupteure war es ein heftiger Betriebsunfall, dass einige in der SPD und bei den Grünen den Agenda2010 und Kriegskurs des SDP/Grün-Regimes nicht mitmachen wollten, die WASG gründeten und sich dann mit der PDS vereinigten. Es war dann nicht mehr länger möglich, zu behaupten, die einzige Oppositionspartei im Bundestag sei eine Regionalpartei der "DDR-Nostalgiker". Seitdem schiessen sie permanent mit der Schlammkanone. Das werden sie tun, solange es die Linke gibt. Dafür unter Anderem gibts schöne Parteispenden. Die Linke täte gut daran, immer wieder sehr deutlich herauszustellen, dass sie von keinem Konzern gesponsort wird. Das ist ein starkes Wahlargument und es könnte auch die Gelegenheit bieten für klare und schnörkellose Oppositonspolitik. Ich wünsche der Linken mehr Mut, ihren Vorteil zu nutzen. Argumente haben sie nicht, deshalb die propagandistischen Ausweichmanöver. Die Methode ist bekannt. |
|
|
"..selbst die UNO"
Ein toller Jokus. Sie halten offensichtlich die UNO für eine neutrale Organisation. Die UNO ist genauso so israelfeindlich wie ein Großteil ihrer Mitgliedsstaaten. |
|
|
was ist denn bitte "israelfeindlich" an einer "transparenten Aufklärung des Eingreifens der israelischen Marine"?
es sind immerhin 9 menschen gestorben, scheißegal durch wessen hand, aber das muss aufgeklärt werden. ahja, die uno will ich damit jetzt nicht unbedingt gutheißen, aber ich denke, das ist kein unwichtiger aspekt. |
|
|
schrieb am
03.06.2011 um 00:52
[ comments 2 ]
"goedzak schrieb am 27.05.2011 um 16:18 Gute Übersicht! - Man ist regelrecht gespannt, was als nächstes kommt, wenn auch diese Kampagne verraucht ist. Mein Tipp: Aus einer von (beliebige staatstragende Institution, Zeitung oder Partei einsetzen) in Auftrag gegebenen Studie geht hervor, dass Mitglieder und Anhänger der Partei Die Linke eine signifikant höhere Neigung zur Päderastie haben als andere Menschen." Mehr zu wissen, ist doch garnicht erforderlich. Dasw MIT mit Kurzweil zieht blank. |
|
|
Nun ist es nicht gerade sachlich, von der Unterstützung für Free Gaza und Gegnerschaft zum Zionismus, einer völkischen Bewegung, auf Antisemitismus zu schliessen und vice versa.
Ob man nur die Klebrigkeit als Argument ernst nehmen sollte? Ich denke nicht. "Ist der Vorwurf des Antisemitismus erst einmal erhoben und verbreitet, dann wird man ihn nur schwer wieder los. Jede Äußerung zum Thema verstärkt nur die von Parteien und Medien forcierte Kopplung der Begriffe Antisemitismus und Linkspartei." Das hiesse dann das Scheitern des Diskurses zu erwarten und zu kapitulieren vor Demagodie. Parteien sind aber keine Werbeagentur sondern eine Diskurssphäre für politische Vorschläge! |
|
|
Diesen Beitrag war gestern auf dem Deutschlandfunk zu hören. "Das rechte Israel Eine politische Bestandsaufnahme"
www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1477650/ In diesem Beitrag wird unter anderem die politische Strategie der israelischen Rechten beschrieben, die israelische Linke als "antiisraelisch" zu diffamieren - mit großem politischen Erfolg für die Rechte. Israelis als "Antisraelisch" zu kennzeichnen, das kennen wir doch in der jeweiligen Färbung aus jedem gutbürgerlichen Land. Diese erfolgreiche Strategie der israelischen Rechten wird auf dem nationalen Schauplatz durch die deutsche Rechte kopiert - ähnlich erfolgreich. Es bedarf nur einer kleinen Veränderung des Blickwinkels, um hinter der kosmopolitischen Tarnung, die gutbürgerliche patriotische Hetze zu erkennen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen