Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

03.04.2011 | 14:43

E pluribus unum: Christlich-Abendländische Plagiatskultur aus Bayern

03.04.2011 - Still ist es nicht nur um den ehemaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg höchstpersönlich geworden sondern auch um die staatsanwaltschaftlichen und akademischen Ermittlungen in Sachen seiner umstrittenen Doktorarbeit. Stattdessen zeichnet sich die nächste Plagiatsaffäre um eine Dissertation ab und wieder führt die Spur nach Bayern.

Freiherr zu Guttenberg hat sich scheinbar in Luft aufgelöst.  Sein letzter Facebook-Eintrag stammt vom 22. März, die Bildzeitung hat die Hofberichterstattung zumindest vorübergehend auf Eis gelegt und die Suchergebnisse bei Google-News zeigen nach der Eingabe von "Guttenberg" lediglich ein paar Aprilscherze und Büttenreden aus dem Karneval, in denen der Ex-Minister aufs Korn genommen wurde. Seine politischen Ämter beschränken sich mittlerweile auf ein Kreistagsmandat in Kulmbach und selbst hier heißt es, dass Guttenberg den zuständigen Landrat um seine Entlassung aus dem Amt gebeten habe, da er durch längere Auslandsaufenthalte zeitlich sehr stark eingebunden sei.

Unbestätigte Gerüchte sprechen von einem beruflichen Engagement in den USA. Eine Beraterfirma soll Interesse an seiner Mitarbeit signalisiert haben.

Während sich die Wogen um seine umstrittene Doktorarbeit allmählich glätten, ist allerdings ein weiterer Plagiatsvorwurf aufgetaucht, mit dem sich die Schwarmintelligenz aktuell beschäftigt. Im Zentrum der Recherchen steht die Doktorarbeit der jungen Anwältin Veronica Saß aus Bayern. Promoviert hatte die heute 33-jährige im Jahre 2008 an der Universität in Konstanz zum Thema "Regulierung im Mobilfunk". Dies würde die Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht sonderlich interessieren, handelte es sich bei der Doktorandin nicht um die Tochter von Edmund Stoiber.

Veronica Saß ist inzwischen als Anwältin in einer Münchner Kanzlei beschäftigt. Die Universität Konstanz beschäftigt sich seit dem 14. Februar 2011 mit dem Vorfall, der in einem eigenen Wiki dokumentiert wird. Nach bisherigem Erkenntnisstand stehen 52 Seiten der insgesamt 383-seitigen Arbeit unter dem Verdacht, abgeschriebene Passagen aus Wikipedia, aus diversen Pressemitteilungen, aus Standardwerken  und aus insgesamt drei Aufsätzen eines Hamburger Professors zu sein.

 
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Kommentare
Rahab schrieb am 03.04.2011 um 18:45
es ist nicht einfach still geworden
sondern die anwälte des vuzG haben der uni einen maulkorb verpaßt, per strafbewehrte unterlassungsverfügung
Jacob Jung
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marvinius hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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modernism hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
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