Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

29.04.2011 | 14:02

Gesetzliche Mindestlöhne würden dem Staat Milliarden bringen

29.04.2011 – Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stifung in Bonn hat das schweizerische Beratungs-Unternehmen Prognos AG in Basel am 26.04.2011 eine Studie vorgelegt, in der die steuerlichen Effekte der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland untersucht und beziffert werden. Jeder untersuchte Mindestlohn führt zu einem positiven steuerlichen Effekt, der mit zunehmendem Mindestlohn stetig steigt. Simuliert wurden hypothetische Mindestlöhne in Höhe von 5,00 Euro, 7,50 Euro, 8,50 Euro, 10,00 Euro und 12 Euro.

 

In Deutschland erhalten derzeit 36 Prozent der Beschäftigen (11,4 Millionen Bürger) einen Bruttostundenlohn von weniger als 12,00 Euro. 16 Prozent (gut 5 Millionen Bürger) werden mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde entlohnt, während 3,8 Prozent (1,2 Millionen Bürger) für ihre Arbeit weniger als 5,00 Euro Bruttolohn pro Stunde erhalten.

 

Insbesondere von niedrigen Löhnen betroffen sind dabei Frauen, Berufsanfänger, ältere Arbeitnehmer, gering qualifizierte Erwerbstätige und Arbeiter. Zusätzlich erhalten statistisch betrachtet Teilzeitkräfte weniger Lohn als Vollzeitkräfte und Beschäftigte in Ostdeutschland weniger als Erwerbstätige in Westdeutschland.

 

Mit der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro würde das Erwerbseinkommen privater Haushalte um insgesamt 14,5 Milliarden Euro ansteigen. Hierdurch würden 2,7 Milliarden Euro zusätzliche Einkommensteuereinnahmen und 2,7 Milliarden zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge einhergehen. Darüber hinaus könnten staatliche Transferleistungen um 1,7 Milliarden Euro reduziert werden, so dass der gesamte fiskalische Aspekt bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro bei einem Plus von 7,1 Milliarden Euro läge.

 

Selbst bei einem Mindestlohn in Höhe von 5,00 Euro beläuft sich der steuerliche Effekt auf 1,3 Milliarden Euro. Bei einem Mindestlohn von 12,00 Euro beträgt er bereits 24,4 Milliarden Euro.

 

Negative Beschäftigungswirkungen aufgrund höherer Lohnkosten sind nicht dezidierter Bestandteil der Studie. Allerdings quantifiziert die Untersuchung im Rahmen einer Zweitrundenbetrachtung die Auswirkungen der Veränderungen im Konsumverhalten. Prognos errechnet hierzu, bei einem flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro, einerseits einen weiteren Anstieg der Steuereinnahmen in Höhe von 700 Millionen (rund 75 Prozent in Form von Mehrwertsteuer) und andererseits eine mit dem veränderten Konsumklima begründeten Anstieg der Beschäftigung, der mit zusätzlichen 78.000 Arbeitsplätzen beziffert wird.

 

Kurzfassung der Studie, Download

Langfassung der Studie, Download

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.04.2011 um 14:19
Ein Mindestlohn von 12 Euro, und das soll ja hoch sein, entsprechen einem Jahreseinkommen von 23,040 EUR. Das Brutto im Monat 1920 EUR und Netto bei der Steuerklasse I von genau 1287,71 EUR.

Brutto-Arbeitslohn: 1.920,00
Lohnsteuer: 202,17
Solidaritätszuschlag: 11,12
Kirchensteuer: 18,20
Krankenversicherung: 157,44
Pflegeversicherung: 23,52
Rentenversicherung: 191,04
Arbeitslosenversicherung: 28,80
Netto-Arbeitslohn: 1.287,71

Das ist nicht gerade üppig und reicht in den meisten Fällen ohnehin gerade so um über die Runden zu kommen. Also kein Auto, eine kleine Wohnung und keinen Urlaub. Aber natürlich trotzdem besser als Löhne von 3-5 Euro die Stunde! Das Problem ist, dass wir mehr Leute mit entsprechenden Hochschulqualifikationen brauchen um die high-return jobs nach Deutschland zu holen. Ansonsten wird der Mindestlohn auch nicht helfen. Eine workforce die kaum Akademiker hat, keine Fremdsprachen spricht und über kein echtes Fachwissen verfügt ist in diese Globalisierung nicht wettbewerbsfähig. Es geht ja nicht nur um das Geld, sondern auch was man dafür kriegt!
Baphomed schrieb am 29.04.2011 um 15:00
Hallo Herr Cato,

aber entschuldigen Sie bitte nicht Wettbewerbsfähig? Wer bitte ist der 2 größte Exporteur dieser Welt? Achja die BRD dank der Produktivität ihrer Bürger, nicht dank niedriger Löhne. Das die Produktivität in Deutschland pro Arbeitskraft Rückläufig ist, hat selbst die Industrie schon festgestellt und beginnt darauf zu hören das schlecht Bezahlte Arbeiter schlechte Leistung bringen.
Ein Beispiel aus der Realität, hier vor der Haustür hat gerade ein Discounter seine Pforten geschlossen. Nicht freiwillig da es eine Topumsatzquelle war. Nein weil sich niemand mehr findet der für die dort übliche Entlohnung Arbeiten möchte.

Ansonsten noch einen Lieben dank an Herren Jung für die Eröffnung des Themas

Liebe Grüße

Baphomed

P.S.: Ja Natürlich der Hinweis Barrierefreie Registrierungen für Comunities Helfen Blinden sehr
merdeister schrieb am 29.04.2011 um 15:12
Das zeigt sich doch im Sport immer wieder. Es nützt nichts, sich auf die Förderung der Eliten zu konzentrieren. Aus einer breiten Basis entsteht eine... öhm... breite Spitze.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.04.2011 um 15:57
@Baphomed: Ihr Beispiel ist doch hierzu paradigmatisch. Der Discounter hat geschlossen und nicht etwa bessere Lähne gezahlt. In der Industrie ist das noch einfacher, sie lagern einfach in "low-cost-countries" aus. Das ist wieder der Trend seit 2009: Wachstum im (vermeintlich günstigeren) Ausland!

Im Moment läuft es gut, weil wir hier in Deutschland sehr viele mittelständische Unternehmen haben, die nicht durch die extremen Gewinnerwartungen der Börsen getrieben werden, sondern die eher langfristig in ihre Produkte und Mitarbeiter investieren können. Dennoch hat Deutschland viele Probleme, die in Zukunft größer werden. Dazu gehört der Demographische Wandel, dazu gehört die Tatsache das Deutschland prozentual zu wenig Akademiker ausbildet die heute schon in der Industrie fehlen und dazu gehört ein Bildungs- und Integrationsproblem. Und weil diese Probleme immer größer werden sinkt auch nicht zuletzt deswegen die Produktivität!

Außerdem kann man nicht einfach mal Löhne nach gusto zahlen. Die Leute brauchen dafür eine entsprechende Aufgabe und Qualifikation, sonst rentiert sich das nicht. Deswegen kann eine Kassiererin im Discounter auch nicht soviel verdienen wie ein Ingenieur in der Entwicklung von Verbrennungsmotoren. Die Leute glauben immer noch, dass wir in den 80ern sind und Manna vom Himmel fällt...tut es aber nicht.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.04.2011 um 16:00
merdeister schrieb am 29.04.2011 um 15:12 Das zeigt sich doch im Sport immer wieder. Es nützt nichts, sich auf die Förderung der Eliten zu konzentrieren. Aus einer breiten Basis entsteht eine... öhm... breite Spitze.
----------------
Sehr gut! Das muss der kategorische Imperativ eines jeden Schul- und Hochschulwesens sein. Die sogenannte "Exzellenz" kann man ohnehin nur in der Praxis unter Beweis stellen. George W. Bush hat zwei Abschlüsse von Eliteunis, einen in Geschichte und einen in Wirtschaft und jeder Depp hat gesehen, dass er weder vom einen noch vom anderen Ahnung hat!

Ich kenne dagegen Leute, die haben Abi auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und ein Studium mit miserabelen Noten absolviert und sind heute Stars in ihrer Branche die als angestellte Führungskräfte mehrere hunderttausend Euro pro Jahr nach Hause bringen!
claudia schrieb am 29.04.2011 um 16:16
Na, Hauptsache die workforce im high return job beherrscht alle Neologismen :-)

---
>>Aus einer breiten Basis entsteht eine... öhm... breite Spitze.<<
Das wäre aber Bildungsförderung und nicht Elitenförderung. Nicht zeitgemäss...
In den skandinavischen Ländern wurde in vor ca. 20 Jahren der Grundsatz eingeführt: "Arbeitslosigkeit ist Zeit für Weiterbildung."
Hier wurde zur gleichen Zeit der Grundsatz: "Arbeitslosigkeit ist Zeit für Abstieg" bevozugt. Und dann mit der Agenda 2010 betoniert.
Hier wie dort sieht man, was dabei herauskommt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.04.2011 um 16:23
@claudia

was ist an Neologismen so schlecht? "workforce im high return job " wäre etwa auf Deutsche: "Die Arbeitskräfte, die Arbeitsplätze mit hohen Ertragswerten innehaben"...wir müssen doch nicht mehr reden wie im Reichsministerium für Wirtschaft und Sprachhygiene

Schlecht dagegen ist, wenn die Rechte diese Neologismen für sich beansprucht und die Linke immer noch so redet, wie zu Zeiten von Rosa Luxemburg (und die wäre die erste die dagegen wäre Neuwortschöpfungen und internationales Vokabular den Rechten zu überlassen)
Baphomed schrieb am 29.04.2011 um 17:35
Lieber Cato,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Sehr aufmerksam von Ihnen. Daher präzisiere ich jetzt einmal. Besagter Discounter erreicht in BRD west im durchschnitt 1800€ pro qm Verkaufsfläche. An diesem Standort 5700€ pro qm Verkaufsfläche. Die Gehälter hier vor ort lagen bei 3.80€ pro h. Mittlerweile wurden anzeigen mit 9 Euro geschaltet ohne Resonanz. Aktuell sieht es so aus das der durch das Arbeitsamt gemachte Vorschlag von 12.50€ und 50% Förderung sowie darüber hinausgehender Beschäftigungsgarantie ein Ergebnis bringt. Zumindest sind seid gestern alle 23 Verträge Unterschriftsreif.
Und ja genau um das Thema das sie ansprachen geht es das auch der Ertragswert eines Arbeitsplatzes einen wichtigen Teil der Entlohnung ausmachen muss. Dies ist in vielen fällen heute nicht gegeben. Mir persönlich ist ein Fall eines anderen Deutschen Discounters bekannt der 8400€ pro qm erzielt aber nur 3.60€ je stunde Zahlt!
Vielen Deutschen ist heute nicht klar das wir große bereiche von nennen wir sie mal Kleinverdienern haben deren ertrag pro Arbeitsplatz und per anno höher ist als der eines auf einem Gut Dotierten Ingenieur Posten. Mir Persönlich ist ein unternehmen in Hessen bekannt das pro 1€ Arbeitsplatz einen Umsatz P.A. erwirtschaftet von knapp über 3 Millionen €.

Liebe Grüße
Baphomed
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.04.2011 um 18:02
Aktuell sieht es so aus das der durch das Arbeitsamt gemachte Vorschlag von 12.50€ und 50% Förderung sowie darüber hinausgehender Beschäftigungsgarantie ein Ergebnis bringt
---------

Und schon wieder muss das Amt einschreiten bzw. wir alle als Steuerzahler. Das ist das Problem, dass im niedrigqualifiezierten Sektor das Hauen und Stechen immer größer wird. Wenn Sie die Summen pro qm benennen. Ist das Umsatz oder Reinertrag? Und auf welchen Zeitraum beziehen die sich? Dann könnte man besser erkenn ob hier echt Lohndumping vorliegt.

Trotzdem bleibt es dabei: ohne Investitionen in Bildung und ohne Reform des Systems wir der Konkurrenzdruck zunehmen. Alleine Israel produziert mehr Ingenieure wie die BRD! Das wird nicht ohne Folgen bleiben! Außerdem sind unsere Absolventen oft zu alt. In anderen Ländern machen die Leute mit 17 Abitur und beenden mit 22 die Uni und sind top ausgebildet! Die haben dann noch das ganze Leben vor sich und müssen nicht erst mit Ende 20/Anfang 30 auf Jobsuche gehen. Das System verbricht sich so geradezu an den jungen Leuten! Wer nicht schon während des Studiums einen Job kriegt kommt später dann ganz schwer ohne Beziehungen rein.

Und wann sollen die Leute dann Kinder kriegen? Mit 40? Da hilft auch Kinder- und Elterngeld nix mehr.
Baphomed schrieb am 29.04.2011 um 18:53
Hallo Cato,

bitte endschuldigen sie der Unsatz war per Monat, das habe ich vergessen zu schreiben. Also Pro Monat je qm Verkaufsfläche! Für die BWL Lageumschalgsgeschwindigkeit 3,7 . Das sollte als BWK ausreichen um es beurteilen zu können.

Liebe Grüße
Baphomed
Ehemaliger Nutzer schrieb am 02.05.2011 um 11:50
@Baphomed: Dann verstehe ich nicht warum die geschlossen haben. Vielleicht handelt es sich um ein de facto Kartell, dass höhere Löhne in dem Bereich ausschliesst oder auf staatliche Zuschüsse hinarbeitet. Natürlich ist es besser die Leute zu anständigen Löhnen zu beschäftigen und sei es, dass man die Betriebe teilweise dafür bezuschusst, aber das Ganz nimmt natürlich so den Charakter von Erpressung an: Entweder Staatshilfe oder alle werden arbeitslos. Das geht nicht!
Magda schrieb am 29.04.2011 um 15:41
Einen Beitrag über Tabuthema MIndestlohn kann man in der

www.fr-online.de/wirtschaft/staat-geht-steuergeld-verloren/-/1472780/8387340/-/index.html

FR lesen und auf den Nachdenkseiten -
www.nachdenkseiten.de/?p=9240#h04

gibts auch einen Hinweis dorthin.

Ich hätte ja nichts gesagt, wenn Sie sich nicht so raumgreifend über andere Blogger auslassen würden. Finde ich echt Mist.
Jacob Jung schrieb am 29.04.2011 um 15:51
@Magda

"Ich hätte ja nichts gesagt, wenn Sie sich nicht so raumgreifend über andere Blogger auslassen würden."

Wirklich auf mich bezogen? Wenn ja, dann hätte ich dazu gerne eine Erklärung.
claudia schrieb am 29.04.2011 um 15:55
Dass eine untere Limitierung für Arbeitsentgelte nicht nur dem Staat Mehrwert- und Lohnsteuer einbrächte, sondern die Pleite von Krankenkassen und Rentenversicherung abwenden könnte: Das habe nicht nur ich schon seit Beginn der Agenda 2010 gesagt und in diversen Internetkommentaren geschrieben. Wer nicht kopfrechnen kann, hat die Erkenntnis in maximal 10 Minuten mit dem Taschenrechner ermittelt.
(Nehmen wir ein Verbot oder eine Rückkehr zu strikter Begrenzung der Leiharbeit dazu, dann wären die Einnahmen von Staat, KK und RV noch mal ein gutes Stück höher.)

Auch die Frage, ob es wirklich eine Arbeit gibt, die weniger als brutto 12 € pro Stunde wert ist, wenn man mal den "Arbeitswert" eines Talkmasters als Massstab nimmt, ist längst beantwortet.
Brutto 8,50 € sind weder den hiesigen Lebenshaltungskosten noch der hohen Produktivität angemessen.

Vielleicht kann es was bringen dass Leute es geschrieben haben, die einen Haufen Geld dafür bekommen, dass sie mal sagen, was wir alle schon wussten?
Daran hab ich meine Zweifel. Regierungsschubladen sind sehr tief, darin ist schon so manches Gutachten verschwunden, wenns der Lobby nicht in den Kram passt.
Ich kann mich erinnern, dass in den 90er Jahren mal eine IFO-Studie versenkt wurde, die besagte, dass nicht Arbeitsentgelte, sondern der hohe DM-Kurs eine Erhöhung der deutschen Exporte behindert. Denn die deutschen Lohnstückkosten für Industrieprodukte, so die Studie, wurden schon damals von niemand in urbi et orbi unterboten.
Helmut der Kohl soll getobt haben, weil die Lohnstückkosten erwähnt wurden...
Fro schrieb am 29.04.2011 um 17:09
Ja, Claudia 12.-€ sollten es schon sein – der Mehraufwand müsste dann aber aus der Profit-Kasse bezahlt, und nicht auf die Preise umgelegt, also vom Konsumenten bezahlt werden.

Gegen das Vergessen könnte helfen, eine Zusammenfassung der Studie an alle Niedriglöhner zu geben – dazu eine Kurzanleitung : „Wie organisiere ich einen erfolgreichen Streik?“
Fro schrieb am 29.04.2011 um 17:15
....soweit es geht aus der Profit-Kasse. Manchmal, wie z.B. im Friseursalon muss der Konsument einfach etwas mehr zahlen.
Kein Unternehmer soll weniger als 12.-€ die Stunde verdienen.
claudia schrieb am 29.04.2011 um 16:02
Dass eine untere Limitierung für Arbeitsentgelte nicht nur dem Staat Mehrwert- und Lohnsteuer einbrächte, sondern die Pleite von Krankenkassen und Rentenversicherung abwenden könnte: Das habe nicht nur ich schon seit Beginn der Agenda 2010 gesagt und in diversen Internetkommentaren geschrieben. Wer nicht kopfrechnen kann, hat die Erkenntnis in maximal 10 Minuten mit dem Taschenrechner ermittelt.
(Nehmen wir ein Verbot oder eine Rückkehr zu strikter Begrenzung der Leiharbeit dazu, dann wären die Einnahmen von Staat, KK und RV noch mal ein gutes Stück höher.)

Auch die Frage, ob es wirklich eine Arbeit gibt, die weniger als brutto 12 € pro Stunde wert ist, wenn man mal den "Arbeitswert" eines Talkmasters als Massstab nimmt, ist längst beantwortet.
Brutto 8,50 € sind weder den hiesigen Lebenshaltungskosten noch der hohen Produktivität angemessen.

Vielleicht kann es was bringen dass Leute es geschrieben haben, die einen Haufen Geld dafür bekommen, dass sie mal sagen, was wir alle schon wussten?
Daran hab ich meine Zweifel. Regierungsschubladen sind sehr tief, darin ist schon so manches Gutachten verschwunden, wenns der Lobby nicht in den Kram passt.
Ich kann mich erinnern, dass in den 90er Jahren mal eine IFO-Studie versenkt wurde, die besagte, dass nicht Arbeitsentgelte, sondern der hohe DM-Kurs eine weitere Erhöhung der deutschen Exporte behindert(was sich mit dem € ja erledigt hat). Denn die deutschen Lohnstückkosten für Industrieprodukte, so die Studie, wurden schon damals von niemand in urbi et orbi unterboten.
Helmut der Kohl soll getobt haben, weil die Lohnstückkosten erwähnt wurden.
(Ich konnte es damals noch nicht so sagen, aber nachträglich war es natürlich klar: Agenda 2010 ante portas)
claudia schrieb am 29.04.2011 um 16:22
Oh, dumm gelaufen. Kann man den oberen Beitrag löschen? dann Diesen natürlich auch :-)
Jacob Jung
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