Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

07.08.2011 | 15:52

Innenminister Friedrich: Ende der Anonymität für Blogger

07.08.2011 – Während in der Union noch über die Rückbesinnung auf konservative Grundwerte diskutiert wird, hat sich ein einzelner Streiter aus Bayern gerüstet, um dem Bösen in Bayern, in Deutschland und in der Welt den heiligen Krieg zu erklären.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erläutert im Spiegel, warum die Anonymität im Internet jetzt unserer Sicherheit geopfert werden muss, dass Sarrazin irgendwie Recht hatte und warum der Islam eine Mitschuld an der aggressiven Islamfeindlichkeit in Europa trägt.

In den wenigen Monaten seit seinem Amtsantritt hat Friedrich mehr undifferenzierten Staub aufgewirbelt, mehr unnötige Zwietracht gesät und mehr unqualifizierten Unsinn verbreitet als jeder seiner Amtsvorgänger. Man möchte sich wünschen, zu Guttenberg hätte nicht abgeschrieben. Dann säße der übereifrige Innenminister nach wie vor weit hinten im Parlament und uns bliebe seine Law and Order Politik erspart.

Aus dem Jacob Jung Blog

 

Friedrich und der Islam: Wer den Tod so liebt, der kann ihn haben

 Eines muss man dem Minister lassen: Hans-Peter Friedrich ist fleißig und weiß seine Zeit zu nutzen. Bereits wenige Minuten nach seiner Ernennung zum Bundesinnenminister am 3. März diesen Jahres teilte er den rund vier Millionen in Deutschland lebenden Muslimen ungefragt mit, was er von ihrer Religion hält:

Ich denke, dass die Menschen die hier leben und islamischen Glaubens sind, natürlich auch Bürger hier in diesem Land sind und zu diesem Land gehören; dass aber der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“

 

Wer den Tod so liebt, der kann ihn haben

Am 10. Juli tritt er gegenüber der Bildzeitung kräftig nach. Zu dem Satz „Wer den Tod so liebt, der kann ihn haben“, den sein Amtsvorgänger Otto Schily einst an Islamisten gerichtet hatte, sagt Friedrich: „Ich kann nicht erkennen, dass an diesem Satz etwas falsch ist“.

Während der norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg auf die Anschläge von Oslo mit der Forderung nach mehr Demokratie und mehr Offenheit reagierte und dafür international Respekt erhielt, macht Friedrich kein Hehl daraus, welchen Umgang mit Gewalt er den Deutschen verordnet: Hier soll Gleiches mit Gleichem vergolten und Gewalt mit Gegengewalt beantwortet werden.

 

Die Sarrazin-Debatte

Gegenüber dem Spiegel liefert der Innenminister heute die ideologischen Grundlagen seiner Auffassung nach. Die „Sarrazin-Debatte“ ist für ihn ein Kennzeichen dafür, dass es „zum Thema Islam eine Stimmung und einen Gesprächsbedarf gibt, die sich weder in der veröffentlichten Meinung noch in der Politik wiederspiegeln“.

Dass in Deutschland schon seit Jahren wieder offen der Nazi-Begriff „Überfremdung“ verwendet wird (1934 erstmals in seiner politischen Bedeutung in den Duden aufgenommen, 1993 von der Gesellschaft für die deutsche Sprache zum Unwort des Jahres gewählt), dass sich die Massenmedien gegenseitig im Islam-Bashing übertreffen („Ehrenmorde“, muslimische Gemeinden als Terrorzellen, scripted reality über „integrationsunwillige Sozialschmarotzer“) und dass sich Politiker, allen voran Friedrich selber, immer wieder mit populistischen, islamfeindlichen Äußerungen in Szene setzen, scheint dem Innenminister nicht zu genügen.

Er fordert einen Dialog, der „nicht nur der Minderheit, die in unser Land kommt, sondern auch der Mehrheit, die hier lebt, gerecht wird“ und unterstellt damit, dass die Integrationsdebatte aktuell aus der Perspektive und im Sinne der Muslime in Deutschland geführt würde.

 

Islamfeindlichkeit in Europa

Die große Zustimmung zu Sarrazins Thesen, dessen Buch „Deutschland schafft sich ab“ bei Amazon nach wie vor in den Top-100 der Bestseller-Liste vertreten ist oder eine Umfrage des Stern vom August 2010, wonach 46 Prozent der Deutschen bereits jetzt Angst vor „Überfremdung“ haben sind für den Innenminister kein Anzeichen für ein bedrohliches Ausmaß von Fremdenfeindlichkeit. Statt angesichts der deutlichen Zunahme von aggressiv ausgeprägter Islamfeindlichkeit in ganz Europa geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, gießt Friedrich Öl ins Feuer und geht im Spiegel sogar so weit, islamistischen Gewalttätern eine Mitschuld an der wachsenden Abneigung gegen Muslime zuzuweisen.

Als verantwortlicher Sicherheitspolitiker hätte der Innenminister die Aufgabe öffentlich darauf hinzuweisen, dass von insgesamt 249 terroristischen Straftaten, die 2010 in Europa verübt wurden, lediglich drei Vorfälle einen islamistischen Hintergrund hatten. Diesen Teil der polizeilichen Statistik verschweigt Friedrich allerdings hartnäckig.

Stattdessen schürt er bewusst irrationale Ängste in der Bevölkerung, um so Argumente für eine überbordende Law and Order Politik zu gewinnen, die mit immer ausgeprägteren Überwachungs- und Kontrollstrukturen vermeintliche Sicherheit suggerieren soll.

Friedrich und das Internet: Das World Wide Web wird bald schon unbrauchbar

Hans-Peter Friedrich steht mit dem Internet auf dem Kriegsfuß. Im World Wide Web vermutet der Innenminister die Wurzel allen Übels. Am 20. Mai warnt er in einer Presseerklärung anlässlich der Präsentation der polizeilichen Kriminalstatistik 2010 vor einem deutlichen Anstieg der Internet-Kriminalität, die verglichen mit dem Vorjahr eine Steigerung um 8,1 Prozent verzeichnet. Hieraus leitet Friedrich die Forderung nach der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung ab.

Unerwähnt bleibt hierbei, dass es sich bei 81,6 Prozent der insgesamt 223.642 Fälle um reine Betrugsdelikte handelt. Der Klassiker: Verbraucher leisten per Vorkasse Zahlungen an einen ihnen unbekannten Online-Shop und erhalten die bestellte Ware nicht. Angesichts der mittlerweile rund 51 Millionen deutschen Internet-Nutzern ist die Gesamtzahl der erfassten Straftaten nicht sonderlich hoch.

Abgesehen davon, dass die Vorratsdatenspeicherung ausschließlich auf die Aufklärung schwerer Straftaten beschränkt ist, würde sie einen Verbraucher, der einem Unbekannten in der Erwartung, hierfür irgendwann Ware zu erhalten, Geld in die Hand drückt, kaum vor Verlusten schützen.

 

Vorratsdaten über alles

Von der eigenen Begründung offenbar selber nicht überzeugt, legt Friedrich nach. Er fabuliert von „Schutzgelderpressungen im Internet“ und warnt vor Shops, in denen „Laien Schadprogramme, Trojaner und weitere kriminelle Schadsoftware“ erhalten können. Er versteigt sich sogar zu der Behauptung, das Internet können schon bald „unbrauchbar werden“, wenn es uns nicht gelingt, „Schutzlücken – wie zum Beispiel die derzeit fehlende Mindestspeicherfrist von Kommunikationsverbindungsdaten (Vorratsdatenspeicherung) – so schnell wie möglich zu schließen“.

Von den Gutachten des Max-Planck-Instituts und des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags, die übereinstimmend zu der Einschätzung kommen, dass die Vorratsdatenspeicherung keinen messbaren Einfluss auf die Ermittlungsarbeit der Polizei hat, lässt sich der bayerische Computer- und Internet-Experte ebenso wenig beirren, wie von dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das in der Vorratsdatenspeicherung einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung der Bürger sah und sie dementsprechend am 2. März 2010 untersagte.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat im Februar 2011 ein Rechtsgutachten vorgelegt, in dem festgestellt wird, dass es unsicher ist, ob sich die EU-Richtlinie unter Berücksichtigung der EU-Grundrechtecharta überhaupt umsetzen lässt. Erneut wurde dabei darauf hingewiesen, dass der Nutzen der Vorratsdatenspeicherung in Bezug auf die Aufklärungsquote marginal ist.

 

Nationales Cyber-Abwehrzentrum

Am 16. Juni eröffnete Hans-Peter Friedrich das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (NCAZ) in Bonn. Hier sollen verschiedene Bundesämter gemeinsam mit dem Verfassungsschutz, dem Bundeskriminalamt, dem Zollkriminalamt, der Bundespolizei, dem Bundesnachrichtendienst und der Bundeswehr Jagd auf virtuelle Attentäter machen und Wirtschaftsunternehmen vor Hackern schützen. Das Trennungsgebot zwischen Nachrichtendiensten und Polizei wurde hierzu kurzerhand aus den Angeln gehoben.

Bislang beschäftigt sich die neue Behörde damit, Wirtschaftsunternehmen, wie beispielsweise Sony, mit kostenlosen Gutachten über deren IT-Sicherheit auszuhelfen. So kommt der Steuerzahler für eine exklusive Beratungstätigkeit auf, während Friedrich „in Ruhe analysieren will, ob das NCAZ zusätzliche Befugnisse braucht“.

 

Ende der Anonymität im Web

Im Spiegel landet Hans-Peter Friedrich heute seinen neusten Coup in Sachen Überwachung und staatliche Kontrolle. Jetzt will er dem Bürgerjournalismus ans Leder und fordert, dass Blogger künftig mit „offenem Visier“ argumentieren sollen.

Seine Forderung nach einem „Ende der Anonymität im Internet“ begründet der Minister mit den Anschlägen von Oslo. Wörtlich sagt er gegenüber dem Nachrichtenmagazin:

Politisch motivierte Täter wie Breivik finden heute vor allem im Internet jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen, sie können sich dort von Blog zu Blog hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce

Details darüber, wie er sich die konkrete Umsetzung einer Pflicht zum Veröffentlichen unter Realnamen vorstellt, bleibt Friedrich schuldig. Die einzige praktische Möglichkeit hierzu bestünde darin, jedes Blog, das nicht mit einer offiziell bestätigten und geprüften Urheberschaft arbeitet, vom Netz zu nehmen. Hierbei würde es sich um die denkbar größte Zensur der freien Meinungsäußerung handeln, die mit den Grundlagen unserer Verfassung unter keinen Umständen zu vereinbaren wäre. Das der Vorschlag ausgerechnet vom obersten Hüter der Verfassung stammt, lässt Rückschlüsse auf den ideologischen und weltanschaulichen Horizont des Ministers zu.

Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, sich im Internet anonym zu äußern. Angehörige von Selbsthilfegruppen benötigen den Schutz vor der Öffentlichkeit ebenso, wie Anlaufstellen für missbrauchte Kinder oder vergewaltigte Frauen. Wer sich per Internet auf die Suche nach Hilfe vor den Repressalien seines Arbeitgebers macht, der ist ebenso auf Anonymität angewiesen, wie ein Blogger, der über Aktivitäten von Neonazis berichtet. Angesichts der Auffassungen des Innenministers in Sachen Recht und Ordnung muss man sich mittlerweile auch als politischer Blogger fragen, wie lange man öffentliche Äußerungen ohne den Schutz der Anonymität noch wagen kann, ohne mit dem enger werdenden Netz der staatlich zugelassenen Meinungen in Konflikt zu geraten.

 

In einem WDR Beitrag erläutert die Bloggerin, Netz- und Medienaktivistin und Journalistin Anne Roth, warum das Recht auf anonyme Meinungsäußerung im Web wichtig ist:

Um sich ohne Einschränkungen äußern zu können auch wenn etwa der Arbeitgeber, der prügelnde Ex-Mann oder die Ausländerpolizei auf der Suche nach „illegalen“ Migranten mitlesen. Die Verschleierung des eigenen Vor- und Nachnamens ist dabei eine Sache, eine andere etwa die Wohnadresse. Hier bietet Anonymität zum Beispiel Schutz vor potenziellen und realen Stalkern. Die Verfolgung politischer Dissidenten ist in vielen Ländern Alltag – auch für sie ist Anonymität im Netz wichtig.“

 

Jan-Hinrik Schmidt, Forscher und Experte für digitale Medien und politische Kommunikation am Hamburger Hans-Bredow-Institut ergänzt:

„Anonymität ist zum eigenen Schutz wichtig, wenn es um sensitive persönliche Bereiche geht und um Themen wie politische Debatten, Religion, Weltanschauung, sexuelle Orientierung, Selbsthilfegruppen zu Krankheiten. Daten im Internet bleiben gespeichert, sind durchsuchbar und verkettbar. Verwendet man in Foren aber unterschiedliche Pseudonyme, können die Informationen nicht von Dritten zusammengetragen werden.“


Wenn Hans-Peter Friedrich von „radikalisierten und undifferenzierten Thesen“ und einer „geistigen Sauce“ spricht, dann kann man sich auf den ersten Blick des Eindrucks nicht erwehren, dass er hiermit seine eigenen Äußerungen oder den von ihm als notwendig erachteten Inhalt der Sarrazin-Debatte meint.

Friedrich und die Meinungsfreiheit: Kontrolle und Zensur gegen irrationale Ängste

Hans-Peter Friedrich weiß, dass die Vorratsdatenspeicherung keinen messbaren Einfluss auf die Arbeit der Polizei und die Aufklärungsquote von Straftaten hat. Dennoch fordert er sie bei jeder sich ergebenden Gelegenheit und stellt die massenhafte und anlasslose Speicherung von Kommunikationsdaten als geeignete Maßnahme zur Abwehr von Gefahren dar.

Hans-Peter Friedrich weiß, dass nach dem aktuellen Bericht von Europol in Europa 2010 insgesamt 249 terroristische Straftaten erfasst wurden, von denen drei einen islamistischen Hintergrund hatten. Dennoch stellt er die bedrohlich wachsende Islamfeindlichkeit als logische Konsequenz islamistischer Straftaten dar und bestätigt ängstliche Bürger in ihrer Auffassung, der Islam sei eine Bedrohung für die Sicherheit in Europa.

Hans-Peter Friedrich weiß, dass der Verfassungsschutzbericht 2010 für das Jahr 2010 insgesamt 19.652 politisch motivierte Straftaten zählt, von denen 15.905, also mehr als 80 Prozent, auf das rechte Spektrum entfallen. Dennoch vertritt der Minister die Auffassung, dass der Linksextremismus in Deutschland ähnlich bedrohlich ist wie der Rechtsextremismus.

Hans-Peter Friedrich weiß, dass die programmatischen Grundsätze der NPD in weiten Teilen identisch mit der Ideologie von Anders Behring Breivik sind, dass die rechtsradikale Partei die Existenz einer deutschen Verfassung bestreitet und dass die Funktionäre ihre Anhänger offen zu Gewalttaten aufrufen. Dennoch lehnt er ein Verbot der NPD mit der Begründung ab, man können die zahlreichen V-Leute in den Reihen der Nazis nicht „abschalten“.

Hans-Peter Friedrich weiß, dass die Anonymität im Internet einen wichtigen Schutzraum für Bedrohte, Verfolgte und politisch Aktive bildet und dass die Aktivitäten eines Anders Behring Breivik, eines Fjordman oder der PI-News gerade nicht anonym sind. Dennoch stellt er die Anonymität im Internet als Sicherheitsrisiko dar und fordert, dass Blogger künftig nur noch unter ihrem Realnamen publizieren dürfen.

 

Der Gesellschaftsentwurf eines Law and Order Politikers

Wenn der Minister wider besseren Wissens fortwährend weitere Maßnahmen zur Einschränkung der Meinungsfreiheit, der informationellen Selbstbestimmung und der Privatsphäre fordert, dann muss er hierfür gute Gründe haben. Doch welche konkreten Ziele verfolgt der Law and Order Hooligan? Welchen Gesellschaftsentwurf versucht er in den verbleibenden zwei Regierungsjahren mit so viel Fleiß und Engagement durchzusetzen?

Alle von Friedrich geforderten und teilweise bereits durchgesetzten Maßnahmen dienen einem Ziel: Sie erzeugen in der Bevölkerung eine Atmosphäre der Überwachung und der Kontrolle. Menschen, die sich überwacht fühlen üben in Bezug auf öffentliche Äußerungen Zurückhaltung. Bevor man heute einen Blogbeitrag, einen Kommentar oder ein anderes Statement veröffentlicht, fragt man sich mehrmals, welche Konsequenzen hiermit verbunden sein könnten. Selbst die Kommunikation per E-Mail, Telefon oder SMS erfolgt nicht mehr unbelastet von dem Eindruck, man könne belauscht, kategorisiert oder sogar verfolgt werden.

 

Vorhandene Ängste in der Bevölkerung und die irrationale Sorge um die Sicherheit angesichts der angeblichen Gewaltbereitschaft der Muslime nutzt Friedrich geschickt aus, um die Massen gefügig für die staatliche Überwachung zu machen. Durch den konsequenten Verzicht auf nachvollziehbare Argumente, durch die einseitige Umdeutung von Statistiken und durch die Forderung nach Maßnahmen, deren Wirksamkeit von jeder seriösen wissenschaftlichen Untersuchung widerlegt wird, erweist sich der Minister als Populist.

Er schließt Muslime bewusst aus der Gesellschaft aus, er will das Kommunikationsverhalten aller Bürger präventiv beobachten, er hebt das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdienst auf, er bezeichnet die Sarrazin-Debatte als notwendig, er weist gewaltbereiten Islamisten die Schuld an der bedrohlich wachsenden Feindlichkeit gegenüber Muslimen zu, er verweigert ein NPD-Verbotsverfahren, er beurteilt antiislamische Internetseiten als nicht beobachtungswürdig und er fordert ein Ende der dringend notwendigen Anonymität im Internet.

Wie weit muss Hans-Peter Friedrich noch gehen, damit der Ruf nach seinem Rücktritt laut genug wird und die Sicherheitsbelange in Deutschland in die Hände eines besonnenen, klugen, ausgleichenden und ideologisch unbelasteten Politikers gelegt werden? Zur Zeit entwickelt sich die deutsche Innen- und Sicherheitspolitik immer mehr zu einem Verstärker für Ausgrenzung, Hass, Extremismus und Gewalt.

Es ist an der Zeit, dass eine breite Mehrheit den absurden Ansichten, den bewussten Fehleinschätzungen und dem überbordenden Sicherheitsfanatismus des Innenministers Einhalt gebietet und deutlich zeigt, dass sein extremer Gesellschaftsentwurf nicht der unsere ist.

Jacob Jung Blog 08/2011

 
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Kommentare
eykiway schrieb am 07.08.2011 um 16:28
Man schaue sich die Botschaft von ANONYMOUS menschen vereinigt euch an auf you tube.
Fridrich ist ein Bilderberger kindskopf.fakt
es geht um unser Recht auf freie Meinung um unsere werte und Linke Kultur die es zu unterbinden gilt.
Wir sollen das glauben das tun was sie für richtig halten in dem sie uns den FEHRNSEHFRASS DES KULTURFASISSMUSES VORSETZEN
im Fehrnsehn kann man sich das reale Leben von ASOZIALEN Familien angucken die sich gegenseitig Beschimpfen,Belästigen
und verprügeln und WIR BLOGEN HIER RUM tja Heer Fridrich
so ist das Leben ebend
ebertus schrieb am 07.08.2011 um 16:39
Zimmermanns "extremer Gesellschaftsentwurf" ist nicht der unsere, hat er jedoch wohl auch eine vollkommen andere Zielrichtung, bei der die Verletzung "unserer" Anonymität lediglich ein billigend in Kauf genommener Kollateralschaden sein dürfte.

Aus der grassroots-Perspektive darf ich dennoch einmal mehr bemerken, und von den ersten Erfahrungen bei der SZ-Community bis zum hier und heute wird mir die folgende Tatsache immer wieder bestätigt:

Die sog. Beisshemmung der anonymen Nicks in "normalen Foren" wie diesem hier und gerade was rassistische oder sexistische Provokationen etc. betrifft, ist wesentlich geringer ausgeprägt, als das entsprechende Verhalten derer, die per Klarnamen bekannt oder absolut simpel über eine WHOIS-Abfrage auf ihre hier bekannte Domain zu identifizieren sind.

Die rechtliche Relevanz liegt auf der Hand.
ebertus schrieb am 07.08.2011 um 16:43
Und Friedrich Zimmerman war wohl einer der markantesten Innenminister dieses Landes, Hans-Peter Friedrich nicht zuletzt in dessen Tradition.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.08.2011 um 18:12
@ebertus

"nicht der unsere"

- meinen Sie damit diese spezielle Links-unsere, die immer nach der Staatsmacht schreit, sie solle die Finanzmärkte regulieren, und sich dann wundert, dass Staatsmacht auch Internet regulieren möchte?

Solche Selbstwidersprüche kennt die regulierende Staatsmacht jedenfalls nicht. Logisch.
ebertus schrieb am 07.08.2011 um 18:35
@Frau von Gutenberg

"...dass sein extremer Gesellschaftsentwurf nicht der unsere ist."

darf vollumfänglich aus dem Schlußsatz des Blogs extrahiert werden. Falls Sie diese Sequenz diskutieren wollten, wäre der Blogeinsteller u.U. der adäquatere Ansprechpartner.

Selbst sehe ich Ihre Einlassung ein wenig als Ablenkung mit dem sich anschließenden, suggestiven Rückzug in eine gewisse Ironisierung der eher ernsten Thematik.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.08.2011 um 19:16
@ebertus

die Thematik mag ernst sein, Ihr Selbstwiderspruch ist es auch, wohin auch immer Sie Zitierzeichen und regulierende Staatsmacht schieben möchten.
nil schrieb am 07.08.2011 um 18:48
Vielleicht sollte Herr Friedrich mal besser Bücher von Freud, C. G. Jung, Swami Vivekananda, Aurobindo, Ken Wilber, Dalai Lama, Walter Russell, Eckart Tolle, und viele viele andere, lesen. Vielleicht würde das helfen sein insgesamt dilettantisches und hohles Denken und Handeln zu lindern. Und vielleicht hilft es ihm ja sogar sich zu integrieren ? oder er könnte sich Herrn Willy Brand zum Vorbild nehmen ?
Ich denke, wer selbst nicht integriert ist, wird kaum in der Lage sein andere zu integrieren. Universeller Pluralismus ist nicht unmöglich, auch für Herrn Friedrich nicht. So nützt Mancheinem die Beste Schulbildung nichts, wenn neben der kognitiven Intelligenz,- die emotionale, moralische und spirituelle Intelligenz vernachlässigt oder gar verkümmert werden.
Grobes Beispiel: hohe kognitive Intelligenz, aber kaputter moralischer Kompass, anzutreffen bei Nazi Ärzten im 2. Weltkrieg
Schnolfi schrieb am 07.08.2011 um 18:52
Dem Friedrich rast der Blocker !
Jetzt will der Putzmeister das Internet auf Hochglanz bohnern.

de.wikipedia.org/wiki/Blocker
Fro schrieb am 07.08.2011 um 19:10
Ein sehr guter informativer aufklärender Beitrag.
Das muss man sich mal reinziehen:
Das Personal (Regierung/Beamte) überwacht und bevormundet seinen Chef (den Souverän/die Bürger).
Fro schrieb am 07.08.2011 um 19:57
Und der Großteil des Personals, das für Oppositionsarbeit bezahlt wird, scheint es ganz normal zu finden.. Irre. Wie kann man das Demokratie nennen?

Was würde eine Umfrage ergeben?:

Wollen Sie, dass Behörden, wann immer sie wollen, in Ihrem Privatleben rumschnüffeln können?

Das würde doch von mindestens 90% der Bürger mit einem klaren NEIN beantwortet – noch mehr die Frage: "Wollen Sie einen Überwachungsstaat?"
Muss man es nicht wie einen Putsch gegen die Bevölkerung werten, wenn die Regierung in diesem Wissen an einem High-Tech-Überwachungsstaat arbeitet?
Gold Star For Robot Boy schrieb am 07.08.2011 um 19:37
Friedrich zählt schlicht und ergreifend zu den Vertretern des Military/Security-Industrial Complex.
Im Oktober veranstaltet das Handelsblatt eine Veranstaltung auf der auch Friedrich referieren
wird.“Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie“,“Bundeswehrreform, Cyber Defense, Grenzsicherheit und neue Märkte“ sind die Schlagworte mit dem das Event vom Handelsblatt angekündigt wird:

www.defence-conference.de/index.asp?page=referenten⟨=deutsch&sid=

Mehr zum Thema deutsche security Firmen,Osint,Überwachung im Internet hier:
machtelite.wordpress.com/2011/06/01/jugend-forschtstiftung-neue-verantwortung/
Gold Star For Robot Boy schrieb am 07.08.2011 um 19:47
Danke JJ!
Alien59 schrieb am 07.08.2011 um 20:07
Sehr guter Beitrag, JJ.
Aber, wie bei Stadler schon zu lesen war, es ist doch interessant, dass der Jurist Friedrich nicht zu wissen scheint, dass es für Websites und blogs in Deutschland die Impressumspflicht gibt. Insofern läuft seine markige Forderung leer.

Das Gesamtbild aber ist erschreckend.
merdeister schrieb am 07.08.2011 um 20:07
Ein Kevin Schulz aus Berlin ist anonymer als ein Kevin Schulz aus Varel. Je außergewöhnlicher ein Name ist, schlechter besser ist der Schutz den er bieten könnte. Sollte Friedrich sich durchsetzen würde die Klarnamenpflicht zu einer neuen Klassengesellschaft der Erkennbarkeit führen.
laubfrosch schrieb am 07.08.2011 um 20:15
motive und motivation ...

das vermischt sich hier und muß man vorsichtig trennen.
das motiv der CDU/CSU ist, dass sie den teil der deutschen bevölkerung trägt welches das land trägt.
denen gehört das land, im wahrsten sinne des wortes.

die motivation ...
ahhh ...
nun wird es spannend.
friedrich weiß ganz genau, dass eine öffentliche person mit klarnamen bei google leicht zu finden ist.
so doof ist der auch nicht, sondern bauernschlau !

nun will natürlich keiner ob sozi, fundi, christi ...
dass kurz nach seinem bewerbungsgespräch die suchmaschine in 0,9 sekunden alle politischen und sogar noch gewerkschaftsgefärbten meinungsäußerungen bei SPOn oder in anderen diversen foren, seine swingerclubadresse, sein account bei den anonymen alkoholikern im netz ... usw.
beim chef oder personaler auf dem bildschirm erscheint.

aber friedrichs will das !
die CDU will das !
die CSU will das !
und die FDP will das auch, aber sie weiß es noch nicht !

da bekommt das denglische wort "global village" eine ganz neue dimension.

ja ja ...
mein dritter beitrag, bei euch und nicht leicht verdaulich.
so sorry .... :-) ich kann nicht anders.
ist nichts persönliches ...

laubfrosch
THX1138 schrieb am 07.08.2011 um 20:50
Unter dem Deckmäntelchen der Sicherheit wird ein historisch wohl einmaliger Sicherheitsapparat installiert- zu unser aller Sicherheit natürlich- der demjenigen von George Orwell vorausssichtlich nicht nur in nichts nachsteht, sondern ihn sogar noch übertreffen wird, weil das überwachte Individuum gleich selbst in das Sicherheitsdispositiv mit einbezogen werden kann: Schliesslich haben wir Überwachten an allen Ecken und Enden Hochtechnologie installiert (Smartphones, Computer, digitale Kameras, Google Latitude etc.), die sich für allerlei Zwecke nutzenbringend (für wen?) einsetzen lässt. Bürgerwehren sind ja im Trend, wie man sagen hört.

Alle gegen alle, buchstäblich. Einmal mehr der ganz grosse Klassiker zu diesem Thema, wenn auch schon etwas angejahrt:



Immer noch brandaktuell! Auch Sascha Lobo hat dazu einen eigenen Blogbeitrag geschrieben:

saschalobo.com/
Jan Fremder schrieb am 07.08.2011 um 23:40
@THX1138
Zitat: Unter dem Deckmäntelchen der Sicherheit wird ein historisch wohl einmaliger Sicherheitsapparat installiert

Die Vorschläge wie von Friedrich werden doch anlassunabhängig alle Nase lang hervorgeholt.
Fasst egal, was passiert.

Soweit ich richtig informiert bin, war Breiviks Facebook Profil unter Realnamen einsehbar.
Und eine Menge seiner Meinungsäußerungen ebenfalls.
Zudem brauchte es zur Stützung seines Weltbilds keine Nischendiskussionen. Die ideologische Rechtfertigungsgrundlage zum Vorwand der Tat war zum Großteil konservativer common sense.

Nur achtet inzwischen anscheinend niemand mehr drauf, welche Maßnahme warum womit begründet wird.

Zitat: Immer noch brandaktuell! Auch Sascha Lobo hat dazu einen eigenen Blogbeitrag geschrieben: …

Sehe ich nicht so. Es ist naiv zu glauben, die Politik wüsste einfach nicht Bescheid und müsste nur von den anerkannten „Internetverstehern“, wie Herrn Lobo aufgeklärt werden.
Die Frage ist immer nur wem was zugutekommen soll.
Von vielen (geplanten) Überwachungsmaßnahmen sind Parlamentarier ausdrücklich ausgeklammert. Der Standard zum Schutz von Persönlichkeitsrechten wird mit mehrerlei Maß gemessen. Dem Bürger fehlt eine kompetente Vertretung.

Ich halte es für falsch, in Bezug auf die eigenen Interessen auf Lobo & Co zu setzen. Erst recht auf lange Sicht gesehen. In den Interviews zu Google Streetview hat er nicht ganz sauber argumentiert.

Beispiel:
S. Lobo: "Dass viele Leute gar nich wissen, was da passiert [...] glauben [...] man könnte bis in die Wohnung hineinsehen, das ist nicht so."

(Die Kameras auf den Google Autos sind in 3 m Höhe angebracht - Man kann bis in Wohnungen hinein sehen. Und auch über Hecken und Zäune hinweg. Es ist also nicht nur die außen sichtbare Fassade. Abgesehen davon werden die Bilder mit Gesichtern von google selbst in hoher Auflösung unverpixelt erhoben und es gibt zumindest einige Fälle, wo diese Rohdaten Ermittlern zur Verfügung gestellt wurden.)

Egal. Was mir wichtig ist, dass sich Gruppen bilden, die sich mit den Themen umfassend auseinandersetzen, ohne jedes Mal, jede Trivialität immer wieder neu erklären zu müssen und sich damit aufhalten, offensichtlich falsche Grundlagenannahmen zu korrigieren.
Inzwischen wird ein sehr großer Teil systemkomformer Überwachungspolitik aus Teil der Blogosphäre selbst gespeist. Sich allein mit denen aufzuhalten (weil alles dazu eigentlich schon hundertmal und sehr gut gesagt worden ist) führt zum Mitbestimm- und Kontroll-Verlust an den derzeit ablaufenden Entwicklungen.
Natürlich muss Falsches korrigiert werden, aber wir brauchen eine Arbeitsteilung / Gruppen, die nicht die Energie damit verpuffen, sondern alle Kraft in fortführende Analysen investieren. Aus Perspektive aller, die auf Schutz angewiesen sind. Und diese Perspektive unterscheidet sich von der gutbezahlter Berater oder allzu naiver Gesellschaftsvisionäre.
THX1138 schrieb am 08.08.2011 um 12:20
Hm, Jan: Natürlich war Breiviks Facebookprofil unter seinem originalen Namen registriert. Nur muss das niemand bei dieser Socialmedia-Plattform.

"Nur achtet inzwischen anscheinend niemand mehr drauf, welche Maßnahme warum womit begründet wird."

Das ist der Punkt! Massnahmen können dann irgendwann einmal ohne jede Begründung ergriffen werden.

Dass Sascha Lobo eine ambivalente Haltung diesen Dingen gegenüber hat, ist bekannt. Bis zu einem gewissen Grade halte ich Ihn auch für so eine Art alternativen Lobbyisten, der für die Sache der Konzerne unterwegs ist. Trotzdem halte ich ihn immer noch für eine wichtige Stimme in Sachen www etc.

Was ganz interessant ist: Offenbar ist es eine Frage der Generationenzugehörigkeit, wie man diese Entwicklungen einschätzt. Erst Kürzlich habe ich am Fernsehen eine Sendung über all die tollen Apps mit verfolgt, in der die junge Inhaberin einer genauso jungen und hippen Werbeagentur gefragt wurde, ob sie diesen ganzen Datentransfer vom einzelnen User zu XX nicht bedenklich finde. Überraschende Antwort: Nein, ganz im Gegenteil- wer nichts zu verbergen habe... doch diese Leier kennen wir ja bereits zu Genüge.

Es gibt also Menschen, die ganz gerne nackt da stehen. Das finde ich insgesamt überraschend.
Jan Fremder schrieb am 08.08.2011 um 15:06
@THX1138

Zitat: „Hm, Jan: Natürlich war Breiviks Facebookprofil unter seinem originalen Namen registriert. Nur muss das niemand bei dieser Socialmedia-Plattform.“

Nein, muss nicht, aber er war es und hat trotzdem seine Sache durchziehen können.

Zitat: Dass Sascha Lobo eine ambivalente Haltung diesen Dingen gegenüber hat, ist bekannt. Bis zu einem gewissen Grade halte ich Ihn auch für so eine Art alternativen Lobbyisten, der für die Sache der Konzerne unterwegs ist. Trotzdem halte ich ihn immer noch für eine wichtige Stimme in Sachen www etc.

Er sollte halt nicht als einziger Orientierungsgeber unreflektiert in Betracht gezogen werden.
Im seinem Blog waren ein paar wichtige Impulse, okay. Klar gibt`s auch Probleme durch das Netz. Und Anonymität kann auch Probleme verstärken oder mit problematischen Aktivitäten zusammenhängen. Die Anonymität allein für die Probleme verantwortlich zu machen, zeigt oft, dass sie nicht richtig verstanden worden. Dass die Essenz, der Kern des Problems, nicht richtig verstanden wurde. Jetzt bei Breivik z.B. Deswegen sollte das immer abhängig vom Bereich behandelt werden (hier also Bloggen oder Online Journalismus etc.) Oder wo es reale Analogien gibt, wie beim rein passiven Konsum.
Geht es um tatsächliches Hacking und Angriffe auf die eigene Plattform, da ist man froh, den Absender blocken zu können oder dann notfalls auffinden und sanktionieren. Eigenes Thema. Komplizierter und hat nur zum Teil mit der Identität zu tun.

Hat alles viel mit Recht und mit Möglichkeiten zu tun. Und wer was vom Netz will.
Soll es ein Konsumparadies sein, ein Verwertungsraum, ein Hirnwaschsalon, der verlängerte Arm der Leitmedien…
Was heißt „Störung“? Für die einen, Störung durch Bereitstellung von Inhalten. Für die andern, das Unterdrücken der Bereitstellung von Inhalten. Mit Daumenregeln sieht es schlecht aus.

Zitat: Was ganz interessant ist: Offenbar ist es eine Frage der Generationenzugehörigkeit, wie man diese Entwicklungen einschätzt. Erst Kürzlich habe ich am Fernsehen eine Sendung über all die tollen Apps mit verfolgt, in der die junge Inhaberin einer genauso jungen und hippen Werbeagentur gefragt wurde, ob sie diesen ganzen Datentransfer vom einzelnen User zu XX nicht bedenklich finde. Überraschende Antwort: Nein, ganz im Gegenteil- wer nichts zu verbergen habe... doch diese Leier kennen wir ja bereits zu Genüge.

Die Marketingleiterin wird sich selbst ganz anders verhalten, als was sie predigt.

Zitat: Es gibt also Menschen, die ganz gerne nackt da stehen. Das finde ich insgesamt überraschend.

Im Falle der Marketingleiterin muss es heißen, es gibt Menschen, die die anderen gern nackt dastehen lassen. Und das ist so überraschend nun auch nicht.
archinaut schrieb am 07.08.2011 um 21:38
Total überfremdet,
diese Politiker.......
deviant schrieb am 08.08.2011 um 08:14
Man ist fast versucht zu sagen: "Inkompetenz, dein Name ist Friedrich", wenn, ja wenn nicht die gesamte CSU an akuter Knallchargeritis leiden würde.
Von Dobrindt bis Söder sind da so viele Personen versammelt, die, würde man sie "Affen" nennen, eine Beleidigung für alle höheren Säugetiere wären.

Der PARTEI wurde unlängst die Zulassung zur Wahl wegen fehlender Seriösität verweigert - die CSU macht weiter wie eh und je; irgendwas stimmt da nicht!
CSU verbieten! Wegen akuter Rechts-Links-Schwäche.
CSU verbieten! Wegen fehlender Seriösität.
CSU verbieten! Wegen fragwürdiger Zusammenarbeit mit Nazis und Revanchisten.
CSU verbieten! Wegen völkerrechtsverachtender Politik.
CSU verbieten! Weil sie die Delegitimisierung deutscher Politik betreibt.
CSU verbieten! Wegen akuter Ansteckungsgefahr durch die brandgefährliche Knallchargeritis.
CSU verbieten! Weil es morgen schon zu spät sein könnte.
apatit schrieb am 08.08.2011 um 10:41
Ich dachte erst es ist ein Sommerwitz, aber wenn solche Leute das sagen, dann haben diese eine Absicht. Gesinnungsschnüffelei und volle Kontrolle der Bevölkerung und wo ist unser immer gelobtes Grundgesetz? Passt auch zur Meldung: “CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt will ein Verbot der Linkspartei wegen mangelnder Distanz zum Kommunismus prüfen lassen. Die Partei verkläre das "sozialistische System" und müsse deswegen unter "verschärfte Beobachtung" durch den Verfassungsschutz gestellt werden, sagte Dobrindt der "Bild am Sonntag" So viel Fürsorge ist verdächtig und auch die Gründe!! Deutschland 2011. B. Brecht würde dieses Land verlassen!
deviant schrieb am 08.08.2011 um 12:46
B. Brecht hat ein solches Deutschland verlassen.
Und ich überlege schon seit Jahren, welches Land wohl meinen Antrag auf politisches Asyl annehmen würde...
Richard der Hayek schrieb am 08.08.2011 um 13:03
Nordkorea vielleicht ?
deviant schrieb am 08.08.2011 um 13:37
Da hätten Sie auch "Bayern" sagen können...nein danke, ich will mich schon menschenrechtstechnisch verbessern.

China vielleicht - da sieht's mit politischen Rechten ähnlich dunkel aus wie hier, aber immerhin weiß es da jeder und was die soziale Frage angeht: Rechte Politiker beklagen sich immer wieder, von China in Sachen Menschenrechte von China ermahnt zu werden - irgendwoher muss das ja kommen. Nebenbei schadet es nicht, da zu leben, wo über das Schicksal der Welt bestimmt wird ;)
apatit schrieb am 08.08.2011 um 19:38
Richard der Hayek, auch Linke müssen nicht mit dem Klammersack gepudert sein!
Jacob Jung schrieb am 08.08.2011 um 15:27
Nachtrag, 08.08.2011

Das Bundesinnenministerium hat heute bekannt gegeben, dass es sich bei der Interpretation der Äußerungen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nur um ein Missverständnis handelt. Es gehe nicht um eine gesetzliche Pflicht, sich im Netz überall ausweisen zu müssen.

Hier noch einmal das komplette Zitat Friedrichs aus dem Spiegel, dass wir alle falsch verstanden haben:

"Politisch motivierte Täter wie Breivik finden heute vor allem im Internet jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen, sie können sich dort von Blog zu Blog hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce.

Warum müssen ,Fjordman' und andere anonyme Blogger ihre wahre Identität nicht offenbaren?

Die Grundsätze der Rechtsordnung müssen auch im Netz gelten, Blogger sollen mit offenem Visier argumentieren."

Ich würde sagen: Weit herausgeschwommen und schnell zurückgerudert. In diesem Fall hat die Kontrolle durch die Gegenöffentlichkeit im Netz gut funktioniert.

Bleibt nur noch die Vorratsdatenspeicherung, die Islamfeindlichkeit des Ministers, die Aufhebung des Trennungsgebots zwischen Polizei und Geheimdiensten, die übermäßige Konzentration auf linksextreme Straftaten bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber dem Rechtsextremismus und die angebliche Notwendigkeit der "Sarrazin-Debatte". Aber das schaffen wir auch noch :D
laubfrosch schrieb am 08.08.2011 um 20:02
nur noch ... ?
mhh ... same procedure as every year mrs. winterbuttom ?

nein.
es ist zeit für den gnadenstoß.
in der vergangenheit haben die christoszialen und weiter rechts außen ihre bestätigung eher in einer krude grausamen welt gefunden.
und auch heute noch sind die medien voll von hunger, gewalt, korruption und mind. latentem chauvivinismus.

aber auch der bildzeitungsleser weiß dass die meere sterben, die erosion voranschreitet, dass das waldsterben in brasilien und indonesien weitergeht !

die realität ist also heute immer mehr grün, und nicht mehr braun schwarz.
bleibt nur noch die frage ob wir schon reif für grün-rot sind, oder ob 2013 schwarz-rot alle zentrifugalkräfte noch mal für 4-8 jahre schachmatt setzen wird.

laubfrosch
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