Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

09.12.2011 | 17:05

Irgendwie ratlos: Was wird aus dem Freitag?

Liebe Community, liebe Online-Redaktion,

 der Freitag macht mir Sorgen. Und bevor ich dem Weg vieler Blogger und Kommentatoren folge und der Community den Rücken kehre, will ich diese Sorgen lieber mit Euch besprechen.

Ich schreibe hier seit März diesen Jahres. Seit Mai betreibe ich zusätzlich mein eigenes Blog. Dem Freitag bin ich dennoch treu geblieben, weil er mich an das Schreiben im Web herangeführt hat. Ich suchte damals ein linkes Portal zum Veröffentlichen von Artikeln, zum Austausch mit Gleichgesinnten und zur Diskussion mit Menschen anderer Auffassungen.

 

Meine Beobachtung in der letzten Zeit ist so:

Viele linke Autoren, die ich gerne gelesen habe, sind hier verschwunden. Kommentiert wird heute vor allem von Mitgliedern, deren Position ich als rechts oder zumindest konservativ empfinde. Die gewählten Nicks verheißen oft nichts Gutes. Der Ton ist nicht selten rüde. Die Bewertungsfunktion (Sternchen) wird vor allem genutzt, um linke Meinungen in einem Tempo herabzustufen, das deutlich macht, dass die jeweiligen Artikel vor der Bewertung gar nicht erst gelesen werden.

Wenn ein Artikel stark kommentiert wird, dann meist deshalb, weil sich einzelne Leute ewig lange Gefechte liefern. Fruchtbare Diskussionen auf hohem inhaltlichen Niveau erlebe ich annähernd nicht mehr.

 

Ich habe vor ein paar Tagen einen Beitrag zum Thema Rassismus eingestellt. Es ging dabei um einen Kleingartenverein, der Mitbürger mit ausländischen Wurzeln per Quote von der Mitgliedschaft ausschließt. Die Kommentare zu diesem Artikel gehen überwiegend in die Richtung, dieses Verhalten für okay zu erklären.

Ich komme ausgezeichnet damit zurecht, dass es zu fast jedem politischen Thema kontroverse Auffassungen gibt. Ich war allerdings bisher der Meinung, dass sich beim Freitag Menschen mit einer linken Gesinnung treffen. Wenn dies nicht mehr der Fall ist, dann kann ich damit gut leben. Allerdings ist das dann nicht mehr meine Plattform. Wenn es hier nicht einmal mehr einen breiten Konsens darüber gibt, dass es würdelos ist, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Ethnie oder Sexualität auszugrenzen und zu diffamieren, dann sehe ich keinen Sinn darin, meine Beiträge auch weiterhin beim Freitag zu veröffentlichen.

Die Zeit, die ich damit verbringe, Artikel hier einzustellen, kann ich dann ebenso dazu nutzen, in den Foren der „Qualitätspresse“ zu posten. Die dortigen Diskussionen unterscheiden sich fast nicht mehr von dem, was ich hier unter den Artikeln zu lesen bekomme.

 

Apropos Zeit: Die Nutzung des Freitag verlangt Lesern wie Schreibern einiges ab. Es dauert bis zu zwei Minuten, bis ein einziger Artikel geladen ist. Auch für das Einstellen von Beiträgen muss man sich wirklich viel Zeit nehmen. Ich kenne  unzählige Menschen (darunter auch viele Blogger, Redakteure und Autoren), die einen Besuch beim Freitag, trotz großem inhaltlichen Interesse, kategorisch ablehnen, weil sie einfach keine Lust dazu haben, einen Artikel aufgrund seiner Überschrift anzuklicken und erst Minuten später zu erfahren, ob sich das Lesen lohnt.

Ich habe  viel Verständnis für technische Probleme und Schwierigkeiten. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird es für mich aber zu einer Frage der Priorisierung durch die Leitung des Freitag, ob die Seite zumindest so weit entwickelt wird, dass eine halbwegs störungsfreie Nutzung möglich ist.

 

Letzte Anmerkung an die Redaktion: Durch Eure Entscheidung, welche Beiträge in die Tops kommen und welche nicht, steuert Ihr, ob ein Text gelesen wird oder nicht. In Euren FAQs heißt es hierzu, dass die Auszeichnung als Top-Beitrag von der Qualität eines Artikels abhängt. Sorry, aber ich bin aufgrund der Auswahlpraxis mittlerweile in der Lage, zwischen den jeweils „diensthabenden“ Redakteuren zu unterscheiden. Ich kann mich persönlich nicht beschweren, da meine Texte sehr häufig dort auftauchen. Ähnlich wie bei den Bewertungen gilt allerdings auch hier: Die Klassifizierung erfolgt häufig so schnell, dass man ausschließen kann, dass der Text zuvor überhaupt gelesen wurde.

Bei mir entsteht so der Eindruck, dass die Auswahl eher auf den Autoren und maximal der Überschrift oder den ersten paar Zeilen basiert. Gute und fundierte Beiträge entdecke ich mittlerweile wesentlich häufiger im Nirwana der nicht hervorgehobenen Artikel als in Eurer Bestenliste.

 

Vielleicht mag mir ja mal jemand aus meiner „Freitags-Krise“ raushelfen. Mich würde es freuen, wenn ich ein paar Ansätze erhalte, die mir das Veröffentlichen von Artikeln hier auch künftig erstrebenswert erscheinen lassen.

Viele Grüße, Jacob Jung

 
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Kommentare
seriousguy47 schrieb am 09.12.2011 um 17:22
"Ich war allerdings bisher der Meinung, dass sich beim Freitag Menschen mit einer linken Gesinnung treffen. Wenn dies nicht mehr der Fall ist, dann kann ich damit gut leben. Allerdings ist das dann nicht mehr meine Plattform"

Die anderen sehen dies vermutlich nicht so. Und dann wird es ein doppeltes Problem. Oder zur sich selbst erfüllenden Diagnose.

Die Sache ist vermutlich ganz banal: seit Zeit Online dicht ist, gibt es nur noch Freitag und alles strömt hierher, "Gesinnung" hin oder her. Die Redaktion ist daran mit Sicherheit nicht schuld. Abzuhauen mit Sicherheit nicht die Lösung.

Aber bei den Top Blogs gibt es Spielraum in Richtung Qualität. Das sehe ich auch so. Und da könnte man dann auch das fokussieren, was FREITAG unter FREITAG verstehen will.
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 17:25
Tja, die anregungen kommen doch zur Zeit von überall, Jacob. Nur muss man sich da dann auch mal an der Diskussion beteiligen und nicht erwarten, dass der Berg zu Mohammed kommt ;)...
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 17:30
Un dhier sehr schön einige Mechanismen und Hintergründe beschrieben:
www.freitag.de/community/blogs/michael-jaeger/individuum-und-community-fuer-columbus
Jacob Jung schrieb am 09.12.2011 um 17:31
An meiner Beteiligung liegt es bei 197 Artikeln und 452 Kommentaren in neun Monaten wahrscheinlich eher nicht.

Mir geht es hier um die grundsätzliche Ausrichtung von Community und Redaktion und um die Frage, ob sich der "Aufwand" auch hier zu schreiben lohnt oder nicht.
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 17:34
??? Es geht nicht um die generelle Beteiligung, sondern um die Teilnahme an der Diskussion zu eben jenem Tema. Ist das echt an dir vorbeigegangen? Guck mal in die Links!
Jacob Jung schrieb am 09.12.2011 um 17:40
Hm. Okay, ich stimme Dir zu, dass ich mich an den genannten Diskussionen nicht beteiligt habe. Verfolgt habe ich sie aber dennoch mit großer Aufmerksamkeit.

Mir geht es in dem Beitrag nicht darum, mein Teil beizutragen oder eine der vorhandenen Positionen zu stärken oder zu schwächen, sondern um meine ganz persönliche Einstellung und Befindlichkeit.

Ich verstehe aber, was Du mir sagen willst :D
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 18:00
Genau der letztere Teil ist das Problem. Wenn das jede/r so macht, passiert nämlich gar nichts. Indem ein paar Leute unter dem Tag "Wir müssen reden" ebenfalls jeweils ebenfalls ihre persönliche meinung kundgetan haben, ist hier zumindest eine Diskussion zustande gekommen, wenn auch nur sehr mäßig konstruktiv. Aber immerhin passiert was. Bei Blogger/innen und beim Freitag. Je mehr alle zusammenarbeiten, miteinander reden und je konstruktiver das Ganze läuft, desto besser wird das sein, was dabei rauskommt.
Popkontext schrieb am 10.12.2011 um 14:42
P.S. Mit "mäßig konstruktiv" meinte ich übrigens innerhalb der Community - die Freitags-Leute haben konstruktiv reagiert, sind allerings in der Natur der Sache liegend auch 1000x besser strukturiert.
koslowski schrieb am 09.12.2011 um 18:04
"Und bevor ich dem Weg vieler Blogger und Kommentatoren folge und der Community den Rücken kehre..." - Wäre schade, denn Ihre politischen Blogs habe ich regelmäßig gelesen ( allerdings selten kommentiert ), weil sie gut recherchiert sind und ihren linken Standpunkt unaufgeregt und ohne Rechthaberei begründen. Dass hier inzwischen User aus allen politischen Himmelsrichtungen kommentieren, sollten Sie aushalten können. Also: Standhalten und bleiben, wenigstens bis zum Relaunch.
merdeister schrieb am 09.12.2011 um 19:13
Genau, wenigstens bis dahin!
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 23:54
Na, Augstein hat ja im Kontext mit Columbus (möglicherweise eher unabsichtlich) das Gegenteil empfohlen - Uwe Theel nannte es in etwa "Winterschlaf bis zum Relaunch.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.12.2011 um 18:12
@Jacob Jung

Gesinnungen wechseln wie Wahrheiten...rechts wie links, nur in den übersteigerten Ansprüchen ähneln sie einander.

Wenn ein Artikel stark kommentiert wird, dann meist deshalb, weil sich einzelne Leute ewig lange Gefechte liefern.
Das Leben bedeutet "Kampf", auch hier, deshalb auch interessierte Zuschauer und Mitstreiter - und - das wissen wir doch voneinander!

Wenn es hier nicht einmal mehr einen breiten Konsens darüber gibt, dass es würdelos ist, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Ethnie oder Sexualität auszugrenzen und zu diffamieren, dann sehe ich keinen Sinn darin, meine Beiträge auch weiterhin beim Freitag zu veröffentlichen.

Früher oder später kommen wir alle "zu Hause an"...es geht allerdings darum, nicht zu spät bei sich selbst anzukommen. Falls es Ihnen noch zu kryptisch umschrieben ist: Irgendwann stellen wir uns alle die Sinnfrage, manche immer zu spät.

Ich meine es nicht hämisch. Wer sich ( selbstlos) für Andere engagiert hat immer meine Sympathie - aber was eine individuelle Haltung oder Lebenseinstellung mit einem linken oder rechten politischen Spektrum zu tun hat, ist mir schleiferhaft. Individuen sollten sich immer mehr von Ideologien und auch politischen Parteien "isolieren" und sich aus eigenem Antrieb und eigenen! Idealen für eine Sache engagieren. Die Chance das dies geschieht hat vor allem mit politischer Unabhängigkeit zu tun.

Zu guter Letzt noch liegt der Unterschied im Zeitaufwand, den Sie und Andere bereit sind "für die Sache" aufzuwenden.
Alles Gute, Sie scheinen mir nun auf dem richtigen Weg!

Freundlichen Gruß
der Hetiritter schrieb am 09.12.2011 um 18:28
Ich gehöre ja zu den neuen Postern hier und habe mich bisher nicht unbedingt beliebt gemacht. Doch es geht mir darum meine Position darzustellen. Wenn ich viel zuspruch brauchen würde, würde ich nicht bei diesem linken Kampfblatt ( ;-) ) posten.
Man vertreibt sich die Zeit, liesst sich einwenig ein in gewisse Themen und dann kommen da einige mit Dingen, da stellt es sich mir die Nackenhaare hoch, wie z.B. das bedingungslose Grundeinkommen. Tolle Idee, jemand anderes soll meinen Lebensunterhalt decken, dass ist weder Links noch Rechts, dass ist nur die eigene Gier. Da machen sich manche zum Banker etc. pp. und so gehen einem dann die Gedanken durch und läßt andere daran Teilhaben. Die werden dann alles daran setzen dagegen anzugehen, "Du rechtsradikaler Bonze", und so geht es dann immer weiter.
Jetzt stellen wir uns so eine Diskussion in der Kommune 1 (K1) vor: "Du Langhans ich will vom Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen.", "Du Uschi, dafür bin ich auch."
"Du Langhans, dass finde ich so toll, dass Du immer so zu mir stehst."
...wenn man das will.
h.yuren schrieb am 09.12.2011 um 18:16
lieber jacob, ich untersage dir hiermit strengstens, nun auch noch abzuhaun. hab dich doch erst vor kurzem hier entdeckt. das geht also gar nicht.
enttäuschungen gehören zum alltag, auch hier beim freitag. aber du trägst doch wesentlich dazu bei, diesen eher durchwachsenen alltag mit lichtflecken und erhellendem zu spicken. das ist etwas, was du kannst, also hast du es auch zu tun. dixi.

die blödeleien von rechts oder sonstwoher sind ärgerlich. das sehe ich auch so. wenn ich in der redaktion das sagen hätte, würde die meute kreischen ob meiner strenge. freie meinungsäußerung hin oder her, wo nicht auf niveau geachtet wird, verflacht und erodiert die landschaft.
ebertus schrieb am 09.12.2011 um 18:19
An den "reden" Blogs habe ich mich -bewußt- ebenfalls nicht beteiligt, das kannte ich schon aus Ende2007/Anfang 2008 bei der SZ, wobei dort die Distanz zum Investor, zur Redaktion und Moderation sicher größer war als hier; das "Ergebnis" wird irgendwann dennoch ähnlich sein.

Und "das hier" ist ebenso kein Kuschelprojekt, wo die Edlen, die mittig Normalen sich im akzeptierenden Schulteklopfen üben. Und das hier ist kein Genossenschaftsobjekt wie die taz oder die JW, wo der auch von mir gezahlte Solidaritätsbeitrag eben genau dieser ist - und ohne Anspruch, nicht mal dem Wunsch nach irgendeiner Form von Beteiligung.

"Das hier" ist ein gern edles, in jedem falle persönlich engagiert betriebenes und dennoch betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen folgendes Investorenobjekt. Und was der Investor sagt, das passiert und wenn der Investor keine Lust mehr hat, dann "passiert" es ebenfalls.

Fatalismus? Leidlich, und eine gewisse Distanz sollte nicht schaden, dann muss man sich auch "keine Sorgen" machen.
Achtermann schrieb am 09.12.2011 um 18:19
@ Jacob Jung

Mir geht es hier um die grundsätzliche Ausrichtung von Community und Redaktion...

Es ist doch so, dass sich jeder beim Freitag anmelden und mitschreiben kann. Wer geht, der geht. Keiner kann ihn zurückhalten. Was ich damit sagen will: Es ist unheimlich schwer, eigentlich unmöglich, eine "grundsätzliche Ausrichtung" einzufordern. Die Community ist offen. Und diese Offenheit ist ein Grundprinzip, dass doch wohl von fast allen hier anerkannt wird. Von der Redaktion zu verlangen, einen politischen Korridor zu schaffen, muss scheitern. Deshalb halte ich in deinem Fall das Abhauen nicht für sinnvoll, da du Positionen, die du mit guten Argumenten unterlegst, zur Verbreitung verhilfst. Vielleicht siehst du dich, bzw. deine Einschätzungen, in deinen Blogs zu wenig verteidigt?
anna T. schrieb am 09.12.2011 um 18:54
Lieber J.J.

auch hier in der FC ist es wie im" richtigen Leben".Läuft alles glatt und ohne viel Kritik,dann mag das nett und easy going sein, aber eine Herausforderung ist es nicht.Was einen im Leben richtig weiter bringt sind doch die schweren Brocken,z.B eine schwere Krankheit die man überwunden hat,Schicksalsschläge etc.Also ich denke, wenn man schlechte Zeiten überwindet, sie durchsteht, dann wächst man daran.Konstruktive Kritik ,die man sich durch den Kopf gehen lässt,kann uns wachsen lassen .Destruktive Kritik.... abhaken.Wichtig ist doch ,dass man sich mit den Dingen auseinander setzt.Wenn Probleme überwunden werden ,ist dies 1000 mal besser als schon vorher aufzugeben.Also,bleiben Sie hier in der FC und halten Sie -Shit happens- Zeiten mit uns aus.Bitte.
anna T. schrieb am 09.12.2011 um 18:58
PS:Das ist nicht auf Ihre Blogs bezogen, sondern eher" Allgemein "...; )
Uwe Theel schrieb am 09.12.2011 um 18:56
@ Jacob Jung

Ich lese Ihr Blogs sehr gerne und würde sie vermissen.

Dass Sie feststellen, dass der Freitag-Blog insgesamt mehr in den Focus rechter Sperrtrolls gerät sollte nicht verwundern, hat bstimmt auch wenig bis nichts damit zu tun, dass es ZO so nicht mehr gibt.

Jakob Augstein hat ein Projekt ins Leben gerufen, das eine Bandbreite hat von "Investorenobjekt" (Ebertus) bis "Meinungsmedium" (Zeitungskopf), deshalb wohl "irgendwie links" (Jakob Augstein) sein könne.

Der Spagat kann vielleicht nur eine Weile gut, vor allem aber nicht unbeobachtet gehen.

Dass sich die Rechte auf das "irgendwie linke" Meinungsmedium irgendwann "einschießen" würde war klar. Wenn jetzt in Online und Print linke Meinungsmacher versuchen den Freitag dahin zu entwickeln, das aus "Meinungsmeedium" und "irgendwie links" vielleicht doch ein "linkes Meinungsmedium" mit Kompetenz würde, dann ist dies die Anstrengung aller Gutwilligen doch weiter wert.

Bleiben Sie bitte dran.

Uwe Theel
tlacuache schrieb am 09.12.2011 um 19:14
Ich schliesse mich Popkonzert zu 100 % an:

www.freitag.de/community/blogs/themen/irgendwiesprechen

www.freitag.de/community/blogs/themen/wirmuessenreden

www.freitag.de/community/blogs/michael-jaeger/individuum-und-community-fuer-columbus

Auch mal andere Ideen aufgreifen und sich an der Diskussion beteiligen. Nicht immer so im eigenem Säftle schmoren.
Ihre Kommentare werden da vermisst, Jacob Jung
LG
Jacob Jung schrieb am 09.12.2011 um 19:58
Puh. Viel zu lesen :D

Eines vorweg: Ich bin nicht kurz davor, hier abzuhauen. Nur kurz davor, darüber nachzudenken, ob ich hier dauerhaft mitmachen möchte und was es eigentlich bringt.

1. Eigene Kommentare in den bisherigen Threads zum Thema:
Erstens habe ich zu wenig Zeit, weil ich neben meiner Arbeit her täglich blogge, zweitens liegt es auch an der Ungeduld angesichts langer Ladezeiten.

2. Auseinandersetzungen mit anderen Auffassungen:
Habe ich kein Problem mit. Weder im "realen Leben" noch hier. Ich diskutiere sau gerne, wenn mein Gegenüber einen Standpunkt hat und nicht nur diffamieren, mäkeln oder sein wöchentliches Pensum an rechtsoffenen Postings erledigen will.

In meinem eigenen Blog erlebe und genieße ich täglich Kontroversen. Von rund 3000 Kommentaren der letzten zwei Monate habe ich übrigens ganze vier (sic!) zurückgewiesen. Ich mag konstruktive Kritik :D

3. Linke Identität des Freitag:
Die deutsche Medienlandschaft ist voll von Erzeugnissen, die "irgendwie mitte" sind. Für mich macht es wenig Sinn, in den Freitag viel Zeit und Engagement zu stecken, damit am Ende noch ein mittleres Medium dabei herauskommt.

4. Performance vs. Kohle:
Wenn ich eine Plattform wie den Freitag betreibe und Kohle habe, dann muss die Performance wenigstens einen Mindeststandard erfüllen, wenn ich Leser und Schreiber erreichen und binden will. Wenn ich als Betreiber keine Kohle habe, dann muss ich meine Leser und Schreiber halt anschnorren. Ich zahle gerne was, wenn man dafür mit der Seite auch arbeiten kann.

5. Liebe und Kritik:
Ich würde den Freitag nicht kritisieren, wenn ich nicht ihn, seine Mitarbeiter und seinen Betreiber von Herzen lieb haben würde.

6. Danke!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.12.2011 um 08:18
@Jacob Jung

Dacht' ichs mir: Sie haben es immer noch nicht begriffen.
tlacuache schrieb am 10.12.2011 um 09:04
Con Creatio schrieb am 10.12.2011 um 08:18
"@Jacob Jung
Dacht' ichs mir: Sie haben es immer noch nicht begriffen."

Con Creatio et alia,
dito,
gez. Tlacuache
Anchesa schrieb am 10.12.2011 um 11:38
@Jacob Jung
...Eines vorweg: Ich bin nicht kurz davor, hier abzuhauen. Nur kurz davor, darüber nachzudenken, ob ich hier dauerhaft mitmachen möchte und was es eigentlich bringt....
Ich hoffe Sie machen DAUERHAFT mit, aber was erwarten Sie ? Was es einbringt ? Solch eine Plattform ist meiner meinung nach immer in erster Linie für den Meinungsaustausch gedacht und der ist hier doch sehr rege (Abgesehen von den persönlichen Angriffen, die hier leider auch nicht fehlen).
Und wenn immer mehr rechte Blogger dazukommen, scheinen "wir" ja doch so einiges richtig zu machen.

Liebe Grüße
wwalkie schrieb am 09.12.2011 um 20:06
In der "Freitags-Krise", Jakob Jung, sind mittlerweile fast alle, die hier noch schreiben. Wie sollte es auch anders sein? Viele Blogger (auch nicht gerade ein schönes Wort) sind zu anderen Ufern aufgebrochen, wie man so sagt. Andere haben sich im Münsterland einen Hochsitz aufgebaut, um besser zu sehen, wer sich als Wild und Treiber anbietet. Wieder Andere richten sich in Zynismus ein. Sehr viele streiten sich - nein, weniger um Politisches, sondern um Stil und Person. (Un)bedachte Verletzungen werden nicht vergessen, sondern gegebenenfalls aufgetischt. Die Freitag-Community ist einfach eine (ziemlich deutsche) Gemeinschaft von ... ,von, 'raus mit der Sprache, von, ich sag's höflich, in der Tat eher linken Menschen, die meinen oder wissen, etwas zu sagen zu haben und knorrig reagieren, wenn selbst dieses Etwas (was in unsererm sehr späten Kapitalismus eigentlich sehr viel ist) entweder nicht beachtet wird oder mit als dumm verstandenen Kommentaren zerbröselt wird.

Viel zu wenig respektieren wir alle, dass jeder Blogger und Kommentator mit jedem seiner Beiträge auch 'ne Menge von sich preisgibt. Viel zu wenig gehen die Freitagredakteure auf "unsere" Texte ein (andererseits laufen auch sie im Hamsterrad, wie wir alle). Viel zu wenig gehen wir auf die Texte der Freitagsautoren ein - und wenn, dann oft à la manière de la Communité du Freitag.

Na, das hört sich doch an wie der Anlass für einen viel versprechenden und haltenden Neubeginn !
tlacuache schrieb am 10.12.2011 um 08:56
wwalkie schrieb am 09.12.2011 um 20:06
..."Viel zu wenig gehen wir auf die Texte der Freitagsautoren ein"...

Vorsicht, wwalkie, wenn man nach 2 x ligen darauf hinweist, dass der/die AutorIn
nicht auf Leserbriefe reagiert, beim 3 x hämisch bis ironisch darauf hinweist....
Bekommt man von der Redaktion die gelbe Karte und wird zensiert.
Also gebe ich keine KOMMENTARE mehr bei Freitags Artikeln ab, so ist das eben nach Zensur...
Popkontext schrieb am 10.12.2011 um 22:45
@tlacuache
Echt? Ich habe sogar bei Cheffe selbst zweimal deutlich darauf hingewiesen - kam keine Reaktion whatsoever, weder positiv noch negativ.

War auch ironisch, allerdings versuche ich mich trotzdem möglichst so auszudrücken, wie ich es im Zweifel auch jemandem ins Gesicht sagen würde (wobei ich sehr direkt sein kann).
mcmac schrieb am 09.12.2011 um 21:38
Sehr geehrter Jacob Jung,

ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich entschließen könnten zu bleiben, auch wenn aus dem Freitag manchmal Samstag wird. Oder Mittwoch. Ich lese Ihre Beiträge (wenn es meine Zeit erlaubt) immer und habe diese auch schon öfters weiter geleitet, resp., verlinkt. Sie gehören in meinen Augen zu einer ganzen Reihe von Schreibenden hier, die dafür Sorge tragen, dass, obwohl er inzwischen donnerstags erscheint, es immer noch der Freitag ist.

MfG
mcmac
Rosa Sconto schrieb am 09.12.2011 um 22:55
Ihren Beitrag hatte ich zwar gelesen und, wie so viele, nicht kommentiert. Ihre Einschätzung teile ich das es sich manchmal nur um kleinliches rechts-konservatives Blubbern handelt. Das vollzog sich vor einem Jahr noch nicht so offensichtlich, mittlerweile scheint das System ,was die Frage im Titel mehr als berechtigt macht. Aber wie Popkontext weiter oben schon erwähnte, es muss schon auch Ihrerseits Eigeninitiative bei der Gestaltung, also kommentieren von den relevanten Freitagthemen folgen.

Die Resonanz auf Themen zu rechts-radikalistischen Umtrieben wurden von der Redaktion zu einer Ost-West Masche vermatscht, (Jana
Tom) ganz so als gäbe es Unterschiede und nicht z.B. diese US Hostingfirma wo alle Ost-West Neo Nazis gemeinsam ihren Gesinnungsschrott lagern.

Hier als Schema so das ich keine Links (wg Cawlern) posten muss:


Ob dies nun eine Hilfe bei Ihrer „Freitags-Krise“ ist kann ich nicht beurteilen, denn die Unterschiede bei Auswahlpraxis des jeweils „diensthabenden“ Redakteurs zu unterscheiden gelingt auch mir immer öfter.
goedzak schrieb am 09.12.2011 um 23:06
"Mir geht es hier um die grundsätzliche Ausrichtung von Community..."
"Viele linke Autoren, die ich gerne gelesen habe, sind hier verschwunden. Kommentiert wird heute vor allem von Mitgliedern, deren Position ich als rechts oder zumindest konservativ empfinde."

Da gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Diktatur, d.h. Gesinnungsprüfung vor Zulassung zur Community; oder 2. die wackeren echten "linken Autoren" bleiben hier und verduften nicht gleich beleidigt, wenn ihnen mal eine als nichtlinks identifizierte Laus über die Leber gelaufen ist.

So einfach ist das!
tlacuache schrieb am 10.12.2011 um 07:37
goedzak schrieb am 09.12.2011 um 23:06
"Gesinnungsprüfung vor Zulassung zur Community"

Goedzak, mir schwebte seid Wochen so etwas nebulöses im Kopf rum aber fand es nicht:
"Gesinnungsprüfung", ja DAS ist DIE Lösung, dass müsste doch für JKK ein leichtes sein...
;-)
der Hetiritter schrieb am 10.12.2011 um 09:02
Baden-Württemberg hatte mal eine Gesinnungsprüfung für Moslems gehabt, gerade bei den Linken kam das gar nicht gut an ;-)
tlacuache schrieb am 10.12.2011 um 09:08
Wenn du MEINST, Yeti, ich bin fuer "Gesinnungspruefung", hast du mal wieder gar nix kapiert....
AU BACKE mal wieder...
Schachnerin schrieb am 10.12.2011 um 09:56
Jacob Jung
Außenpolitik, Atompolitik, Arbeitspolitik und Sozialpolitik: Beiträge zur Zeitgeschichte.
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