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10.05.2011 – Henryk M. Broder schwört die Deutschen in der WELT auf ein neues Zeitalter ein. Ihr seid „feige“ und „passiv aggressiv“, leidet unter der „Schmach“ der „Niederlage 1945“ und Euer „Gemüt funktioniert wie ein Vulkan“ ruft er seinen Lesern zu. Statt über die völkerrechtliche Bedeutung der Tötung Osama Bin Ladens oder des Militäreinsatzes in Libyen nachzudenken, sollen die Deutschen lieber ... Ja, was eigentlich? Dazu äußert Broder sich nicht. Er rechnet nur ab. Mit den Deutschen im Allgemeinen und mit ein paar ihrer prominenten Vertreter im Einzelnen.
Unter dem Titel "Ihr feigen Deutschen seid passiv-aggressiv! Der Massenmörder Osama Bin Laden ist zur Strecke gebracht - und wir sind Weltmeister im Moralisieren. Anti-Amerikanismus inklusive" veröffentlicht Henryk M. Broder am 08. Mai 2011 einen Beitrag bei WELT ONLINE, in dem er die Kritiker der Tötung Osama Bin Ladens hart angeht und die Vormachtstellung der USA in der Weltpolitik rechtfertigt.
Zum Artikel von Henryk M. Broder
Zu Beginn seines Artikels zitiert Broder Winston Churchill. Der soll einmal gesagt haben: „Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“ Broder unterstellt ihm schamlose Untertreibung und trumpft auf: „Die Deutschen sind entweder für den totalen Krieg oder den totalen Frieden; die „Exportweltmeister“, die „Weltmeister der Herzen“ sind auch Branchenführer im Moralisieren.“ Und weiter: „Aber sie (die Deutschen) sind keine Pazifisten, sondern nur faul, feige und passiv-aggressiv.“
In den ersten Absätzen macht der Autor einige ganz große Fässer auf. So kommt er von Osama Bin Laden auf Kinderschänder, von der Debatte über die Sicherheitsverwahrung auf die Mauertoten, von den Opfern des DDR-Regimes auf Jugendliche, die Passanten ins Koma prügeln.
Deutsche haben nach Broder nur Mitleid mit Tätern (Saddam Hussein, Gaddafi, Osama), weil die sexy und ihre Opfer dagegen kläglich sind.
Im weiteren Verlauf seines Artikels hält er den Deutschen einen vermeintlichen Spiegel vor: Völkerrechtliche Bedenken Vieler erklärt Broder der Einfachheit halber als „Megawelle des Mitgefühls“ mit Osama Bin Laden. Hieraus konstruiert er den Vorwurf, man wolle in Deutschland zwar „vom Schicksal der über 1000 Opfer des DDR-Grenzregimes nichts mehr wissen“, sich dafür aber angesichts der Tötung eines „Massenmörders“ in völkerrechtlichen Debatten ergehen.
Nun folgt die Abrechnung mit verschiedenen Vertretern der Öffentlichkeit, die sich kritisch zur Vorgehensweise der Navy Seals in Pakistan geäußert haben.
Die offizielle Erklärung von Professor Peter Strutynski für den Bundesausschuss Friedensratschlag zitiert Broder weitgehend umkommentiert. In der Erklärung heißt es unter anderem:
„Wenn die Tötung eines Menschen, wie groß auch seine Verbrechen sein mögen, von westlichen Politiker/innen mit ,Erleichterung' aufgenommen und gefeiert wird sie sich auf das Niveau derjenigen Terroristen, denen ein Menschenleben nichts wert ist.“
Broder führt hierzu lediglich an, dass dem Bundesausschuss zu dem Blutbad in Syrien bislang nichts Relevantes eingefallen sei und verschweigt seinen Lesern hierbei unter anderem diese Erklärung der AG Friedensforschung.
Im nächsten Abschnitt geht es um einen Kommentar von WDR Fernsehen Chefredakteur Jörg Schönenborn. Dieser hatte in den Tagesthemen unter anderem Folgendes gesagt:
„Was ist das für ein Land, das eine Hinrichtung derart bejubelt? Zivilisierte Nationen haben einst das Völkerrecht geschaffen. Sie verständigten sich darauf, dass Verbrecher vor Gericht gestellt und nicht einfach getötet werden.“
Broder diskreditiert Schönenborn hier zunächst als den, „der sonst Umfragen erklärt“ und macht sodann darauf aufmerksam, dass „es in allen Ländern der Bundesrepublik Gesetzte über den finalen Rettungsschuss gibt. Zynisch fügt er hinzu, dass dieser die „Ermittlungsarbeit verkürzt und die Strafzumessung erleichtert“.
Unerwähnt bleibt hingegen, dass der so genante „finale Rettungsschuss“ im Sinne der Nothilfe Gefahr von Dritten abwenden soll, wenn kein anderes Mittel zur Verfügung steht. Mit der Tötung Osama Bin Ladens hat dies alleine schon deshalb nichts zu tun, weil in Abottabad keine „Dritten“ anwesend waren und die „Gefahr“ ausschließlich von den Navy Seals ausging.
Als nächstes ist Heribert Prantl an der Reihe. Dieser hatte in einem Leitartikel für die Süddeutsche Zeitung die Frage gestellt, ob die Exekution Bin Ladens durch ein amerikanisches Militärkommando eine gerechte Strafe war.
Und Broder persifliert: „Nein, gewiss nicht. Eine gerechte Strafe wäre es, Osama Bin Laden dazu zu verdonnern, die Leitartikel von Heribert Prantl zu lesen“.
Auch Volker Beck kommt bei Broder nicht ungeschoren davon. Beck hatte zu bedenken gegeben: „Wenn Osama Bin Laden durch einen Kopfschuss getötet werden konnte, dann muss die Frage erlaubt sein, ob man ihn nicht auch hätte festnehmen und vor ein rechtsstaatliches Gericht hätte stellen können.“ Broders Karikatur: „Wobei ihm die Grünen wahrscheinlich Hans-Christian Ströbele als Pflichtverteidiger zur Seite gestellt hätten.“
Als nächstes lässt Broder Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu Wort kommen, der bei Beckmann sagte, dass die Aktion der Amerikaner in Pakistan „ein Verstoß gegen das Völkerrecht“ gewesen sei. Henryk M. Broder verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Schmidt selber im Jahre 1977 ein GSG-9 Kommando nach Mogadischu entsandt hat. Unerwähnt bleibt hierbei sowohl, dass dieses Vorgehen mit der somalischen Regierung abgesprochen war als auch dass es um die Befreiung von Geiseln handelte, die sich in unmittelbarer Lebensgefahr befanden.
Wer sich von Henryk M. Broders Aufmacher in der WELT ONLINE Erkenntnisse, Orientierung oder auch einfach nur Argumente versprochen hatte, der sieht sich enttäuscht. Der Autor ergeht sich stattdessen in Beschuldigungen, Beleidigungen und zynischen Kommentaren. Dabei ist ihm kein Beispiel zu weit hergeholt, kein Vergleich zu absurd und keine Verurteilung zu abgeschmackt.
Seine Aneinanderreihung von Diffamierungen gegen Publizisten, Völkerrechtler, Wissenschaftler und Richter dient dem einzigen Zweck, der deutschen Stammtischfraktion den theoretischen Unterbau für eine Haltung zu liefern, die sich am martialischen Vorgehen westlicher Mächte erfreut, wie an einer Schlägerei im Fußballstadion.
Kriege brauchen öffentliche Zustimmung. Die kann aber nur durch eine einseitig berichtende Presse erreicht werden. Eine objektive Berichterstattung über den Krieg kann nur zu einem einzigen Ergebnis führen: Der entschiedenen Ablehnung von Übertretungen des Völkerrechts. Broder unterstellt den Kritikern der Tötung Osama Bin Ladens einen unkritischen Anti-Amerikanismus. Wer sich angesichts der aggressiven US-amerikanischen Außenpolitik auf das internationale Völkerrecht beruft und auf dessen Einhaltung drängt, der ist für Broder „faul, feige und passiv-aggressiv“.
Das Verlagshaus Springer bietet dem 64-jährigen Islamkritiker (Broder in seinem 2006 erschienenen Buch Hurra, wir kapitulieren!: 1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen.“) eine Plattform zur Verbreitung einer Haltung, die als Kriegspropaganda verstanden werden könnte und setzt damit eine selbstgeschaffene Tradition fort.
Axel Springer selber hat 1967 vier weltanschauliche Grundsätze formuliert, die bis heute für jeden Mitarbeiter des Verlagskonzerns bindend sind. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde ein fünfter Grundsatz hinzugefügt. Dieser lautet:
„Das unbedingte Eintreten für die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.“
In diesem Sinne ist Henryk M. Broder wohl ein guter Springer-Mitarbeiter.
via Jacob Jung Blog (bebilderte Version)
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Hier noch ein kleiner Nachtrag zum Thema:
www.youtube.com/watch?v=Kcjm3TmSkqg&feature=player_embedded |
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schrieb am
11.05.2011 um 12:36
So ein Video baust Du übrigens hier in einen Post direkt ein, indem Du ein, in dem Du bei youtube "Weiterleiten" klickst, "alter Einbettunscode" wählst, das Ganze kopierst und hier einfach fallen läßt. LG UJN
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@Uwe
Vielen Dank. Da rätselte ich schon die ganze Zeit drüber :) LG Jacob |
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Geh doch nach drüben, Broder.
Eine Plage, dieser Mensch. Wer des Geschwätzes überdrüssig ist und eine Expertenmeinung schätzt, dem sei dieses Interview mit dem Terrorismusexperten Nafeez Ahmed ( "The war on truth" ) empfohlen: |
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@Gold Star for Robot Boy:
Wer hat Amerika WIRKLICH entdeckt? Wurde Stalin vom CIA gekauft? Waren die Chinesen heimlich auf dem Mond? SIE glauben auch JEDER Verschwörungstheorie:)! |
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Klasse Inerview, guter Typ. Danke!
Besonders spannend fand ich seine vielen Fragen: "Why Now", "What are the geopolitical and geoeconomic reasons at this particular time?" ... or "is it all a big psyops operation (psychologische Kriegsführung) ... Viele Fragen, die noch offen sind. Da drängt sich einem dann ebenfalls eine Frage auf, wer profitiert davon? Dr. Nafeez Mossadeq Ahmeds differenzierte Analyse der Vorfälle steht in wunderbaren Kontrast zu dem unscharfen Stammtischgeblubber des Herrn Broder. Es zeigt klar wie die Zeitung "Die Welt" versucht durch populistische Meinungsmache Quote zu schinden, wenn sie solche Artikel drucken. Einfach peinlich. |
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Merkel freut sich, Blome freut sich, Obama lächelt und Broder tanzt. Und der Rest? Wer schweigt zum Tod eines Top-Terroristen macht sich verdächtig, wird aber nicht zum Bekenntnis gezwungen: Für oder gegen?
Gegen, im Zweifelsfall immer gegen. Kommt jemand auf die Idee zu fragen, ob Freude ob dem Tod eines Menschen (!) angebracht sei lässt man Blome von der Kette, nur Innovationen in de Zusammensetzung von Haargel verhindern, dass ihm der Scheitel vor ein Auge rutscht. Freude oder Trauer? Trauer um die Freude. Fragt jemand nach den Umständen, unter denen der Mörder Bin Laden ums Leben kam, muss er mit dem Broder tanzen, ob die Schuhe passen oder nicht. Broder bringt ja immer Schuhe mit. |
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Ups da fehlt was...
Es ist also nicht so, dass einem auf der einen Seite durchaus bewusst sein kann, dass OBL kein Menschenfreund war, auf der anderen Seite aber die Frage stellt, ob es dem vom Westen gewünschten Frieden dient, sein eigenen Werte zu verraten. Und sich darüber zu freuen. Wer Fragen stellt gehört zu den Bösen. Interessant. |
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@merdeister
Das beschreibt eine recht alte Vorgehensweise propagandistischer Kommuniktion: Wenn Du Dich nicht mit mir zusammen gegen meinen Feind stellst, dann bist Du selber mein Feind. Eine differenzierte Betrachtung ist hierbei nicht erwünscht. Weder in Bezug auf die eigentlichen Ursachen von Terror noch im Hinblick darauf, dass gerade nach unseren Werten auch und gerade die Bösewichte dieser Welt einen gerechten Prozess verdienen. |
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Tötet man Terroristen, dann verteidigt man die Werte und verrät Sie nicht!
Broder hat in jedem Punkt Recht. |
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@Daniel Meister
Da dachte ich kurz, dass es hier im Threat endlich kontrovers wird. Und dann sagt der Kommentar leider nicht mehr aus, als dass Broder in jedem Punkt Recht hat... Ich habe mir die Mühe gemacht, seinen Text sehr sorgfältig zu lesen, zu verstehen und zu widerlegen. Da finde ich es schon ein bisschen dürftig, wenn als hier als unbegründete Rechtfertigung nur zu lesen ist, dass er in jedem Punkt Recht hat. Kommt mir ein bisschen vor wie ein "Darum!". Also, über ein bisschen mehr Substanz würde ich mich freuen. An die Tasten, fertig los.... Jacob Jung |
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Sie sagen
"Tötet man Terroristen, dann verteidigt man Werte..." Was gleichbedeutend ist mit: "Tötet man Terroristen nicht, dann verrät man Werte" Ergo halten sie ein Plädoyer für die Todesstrafe. Warum schreiben Sie nicht mal einen Artikel zu dem Thema: "Warum ich für die Todesstrafe (mindestens für Terroristen) bin." Damit kommen Sie mit Sicherheit ganz weit nach oben auf der Hitliste. Oder sind Sie etwa gar nicht für die Todesstrafe? |
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@FOXEL
Der Artikel würde mich auch interessieren :D |
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@Jacob Jung schrieb am 10.05.2011 um 20:08:
OK, das freut mich, können Sie haben;) Jedoch eine Vorbemerkung zu "endlich kontrovers": Da werde ich hier wohl einiger der wenigen sein, der Ihnen so richtig widersprecht, der Rest liebt es anscheinend sich gegenseitig Recht zu geben und über Details zu philosophieren. Auch ich habe Broders Artikel gelesen und den Ihren. Sie haben sich wirklich Mühe gegeben und Ihm Stück für Stück etwas entgegengesetzt. Nur leider kann ich mich Ihrer Meinung nicht anschließen. Broder formuliert oft zynisch, was sein gutes Recht ist. Als einer der wenigen stemmt er sich gegen Antiamerikanismus und das ständige Dämonisieren bestimmter Personen oder Institutionen. Hier im Blog herrschen ungeschriebene Gesetze, ein Konsens der besagt: - Berlusconi, Bush jr., CSU, Thatcher, der Springer-Konzern ja gar Churchill haben IMMER unrecht. Von Ihnen kann NICHTS Gutes kommen. - Zudem sieht man in ALLEM eine Verschwörung. - Am Leid der Dritten Welt ist vor allem und fast AUSSCHLIEßLICH der Westen schuld. Das alles ist sehr einseitig, weswegen es nichts schadet, wenn HMB den Leuten mal den Spiegel vorhält und Dinge offen ausspricht, die sich sonst keiner zu sagen traut. Demokratie besteht aus Ideenaustausch und nicht aus Verbohrtheit und genereller Ablehnung. Nicht ALLES, was eine Partei, egal welche, sagt ist von vornherein schlecht, anrüchig,etc. "Das unbedingte Eintreten für die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.“ Kann ich eigentlich nur unterschreiben. Was ist an der freiheitlichen Wertegemeinschaft des Westens zu kritisieren? |
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Nicht zwingend.
Aber: Kommandoaktionen, wie jene zur Ausschaltung OBLs halte ich für gerechtfertigt, da es keine Alternative gab, seiner habhaft zu werden. Wollten Sie mir nicht den DEMOKRATISCHEN Kommunismus erkären!? |
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@Daniel Meister
Danke für das ausführliche Statement. Vorab: Ich finde, dass es gar nicht so selten geschieht, dass hier in der FC auch eher konservative Standpunkte eingebracht und gut begründet werden. Die grobe politische Richtung in der Community hat aber natürlich auch etwas mit der politischen Richtung des Freitag selber zu tun. Von einem ungeschriebenen Gesetz würde ich von daher nicht sprechen. Ich verstehe aber, was Sie damit meinen. Meine Kritik an Broder kann man in insgesamt drei Stränge aufteilen: Erstens entspricht sein Standpunkt nicht meiner Auffassung. Auch wenn er diesen Punkt eher wage umkreist, dann könnte die Kurzzusammenfassung seines Textes auch heißen: Die Tötung Osama Bin Ladens ohne Prozess auf dem Territorium eines souveränen Staates war in Ordnung. Das finde ich nicht. Zweitens gefallen mir seine Vergleiche, seine Bilder und sein Umgang mit Andersdenkenden nicht. Ich finde es irreführend, wenn er als Rechtfertigung des amerikanischen Vorgehens die 1000 Mauertoten, das Thema Sicherheitsverwahrung oder Angriffe von Jugendlichen gegen Passanten auf deutschen Straßen anführt. Und ich finde es gehässig, wenn er Schönenborn als Umfrage-Erklärer diffamiert oder das Lesen von Prantl Artikeln als Bestrafung für Terroristen vorschlägt. Drittens finde ich, dass Broder einen rhetorischen Trick anwendet, um Leser auf seine Seite zu ziehen. Er erklärt jede Kritik an der völkerrechtlichen Berechtigung der Tötung als "Mitleid" mit Osama Bin Laden. Wenn ich das Vorgehen der USA kritisiere, dann geschieht dies ganz und gar nicht aus Mitleid mit dem Terroristen. Dass seine Entscheidung für den Terrorismus mit dem Risiko des eigenen Todes verbunden ist, war ihm sicher klar. Hätte man seiner nicht auf andere Weise habhaft werden können, so lägen wir in unseren Standpunkten ein gutes Stück näher beinander. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass eine Festnahme jederzeit möglich gewesen wäre, wenn dies erwünscht gewesen wäre. Auf noch einem anderen Blatt steht schließlich die öffentlich bekundete Freude vieler öffentlicher Personen am Tod des Terroristen. Ich persönlich neige überhaupt nicht zu Rachegedanken und ich trete ganz entschieden dafür ein, dass sich politische Führer in ihren Entscheidungen und Handlungen unter keinen Umständen von Gefühlen wie Rache leiten lassen dürfen. Trotz der abweichenden Standpunkte danke ich Ihnen für die Darlegung Ihrer Meinung. Viele Grüße Jacob Jung |
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@Jacob Jung schrieb am 11.05.2011 um 18:41
Na erstmal danke für diese wirklich fundierte und mit Argumenten unterlegte Antwort - das war ich hier gar nicht gewohnt. Ihre Kritik an Broder ist durchaus nachvollziehbar. Wenn Sie erlauben, würde ich gerne noch mal versuchen zu erklären, weshalb ich anderer Ansicht bin, bzw. warum ich HMB gut verstehen kann. Die Tötung Osama Bin Ladens ohne Prozess auf dem Territorium eines souveränen Staates war in Ordnung." Finden Sie nicht - ich schon. Der Westen, die USA, die NATO haben Meinesserachtens das Recht ihre Freiheiten, ihren Lebensstil, gegen Terroristen zu verteidigen. Gegen Terroristen ist der Einsatz von Gewalt meiner Meinung nach legitim. Hätte man die Souveränität Pakistans gewahrt und "vorher Bescheid gesagt", hätte man OBL nie zu fassen bekommen. Es musste abgewägt werden, auch dies halte ich für vertretbar. Ich denke nicht, dass es "jederzeit" möglich war, ihn lebend zu fassen - das ist nur eine Vermutung Ihrerseits. Darüber hinaus ist meiner Meinung nach das Leben der Navy Seals stets höher zu bewerten, als das von Terroristen, weshalb das oberste Ziel der Kommandoaktion nicht hieß, OBL unversehrt gefangen zu nehmen, sondern die SEALS auch wieder heil zurückzubringen. Selbst eine gezielte Tötung halte ich für legitim. Die USA entledigt sich eines weltweit gesuchten Massenmörders. Was hätte ein Prozess der Welt und uns gebracht: Medienrummel, Anschläge, Freipressungsversuche, Rechtsdiskussionen, Kosten... Broders Vergleiche: Ich schätze ihn, weil er fast der Einzige ist, welcher es sich erlaubt, einmal die andere Seite zu kritisieren. Das mag nicht immer schön sein, im Falle von Schöneborn finde ich es auch nicht angebracht, aber durchaus noch im Rahmen. Vergleicht man es mit Sachen, die über George W. Bush, Rice, etc. geschrieben werden, so sind Broders Ausführungen ja geradezu harmlos. Broder kritisiert immer - auch in diesem Artikel - die deutsche politische Überkorrektheit. Welche, wir nehmen dies gar nicht mehr wahr, im Ausland oft als anmaßend und überhöht empfunden wird. Schnell werden die Opfer vergessen, seien es die in der U-Bahn oder die Opfer des 11.9.2001, und die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Täter. Dies ist ein speziell deutsches Phänomen. Rache sollte natürlich nie Politik bestimmen. Gefühle tun dies immer - wenn auch nur unterschwellig. Ich denke über gewisse Tode darf man sich freuen, zumindest erleichtert sein. Sei es Hitler, Himmler, OBL, etc. LG D. Meister |
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Habe Broder mal bei einer Podiumsdiskussion erlebt - ein selbstverliebter Gockel, der krampfhaft originell sein möchte.
Danke für den Artkel! |
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schrieb am
10.05.2011 um 20:21
@Nietsche 2011
Ich kann dem nur zustimmen. Ich habe Broder einmal in der Sendung "hart aber fair" erlebt, da war ich sowas von schockiert, was dieser Mann für einen Unsinn erzählte. Das deckt sich genau mit diesem Gelabere. |
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Ist schon ulkig, Schönborn sieht 'die Deutsche' jubeln, Broder aber moralisieren. Beide klagen. Wahrscheinlich leben die in verschiedenen Welten. - Ich für meinen Teil wiederum in einer anderen... :)
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@goedzak
"Ich für meinen Teil wiederum in einer anderen... :)" ... über die ich gerne mehr erfahren würde... Lieben Gruß Jacob |
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ist Broder nicht schon längst im Narrenparadies? Jedenfalls ist er nicht satisfaktionsfähig.
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Der Text von Broder ist erwartungsgemäß widerlich und zynisch. Dass er in diesem Zusammenhang sogar noch Tucholsky zitiert, ist noch ein weiterer Widerspruch an sich.
Darüber hinaus stellt sich auch für mich die Frage, warum die "WELT" fast alle Kommentare auf der ersten Seite gelöscht hat. |
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@jensw
Über das Tucholsky Zitat zu Beginn von Broders Artikel habe ich mich auch wirklich geärgert und mich gefragt, wie Tucholsky die heutige Lage der Welt tatsächlich beurteilen würde. Der Umgang mit Leserkommentaren bei Springer Publikationen nährt den Eindruck, dass hier bewusst Meinungen forciert werden sollen. Unerwünschtes und Nichtkomformes wird dabei einfach gelöscht. Besonders ärgerlich in diesem Zusammenhang: Wie absurd ein solch polemisch und verächtlich geschriebener Beitrag auch erscheinen mag: Ein wenig davon bleibt selbst in den Köpfen von kritischen Menschen hängen. Und damit ist die Springer Mission erfüllt. Danke für den Kommentar Jacob |
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Stünde Henryk M. Broder durch seine Herkunft nicht in einem geschützten Raum, er wäre längst als aktiv-aggressiver, fanatischer und besessener Anbeter der amoralischen Machtpolitik den Rechtsradikalen gleichgestellt und aus der ernsthaften Diskussion abwägender Menschen ausgeschlossen worden.
Dass die Springer-Presse und andere Medien ihm ein Podium bereitstellen, zeigt, dass der Schoß deutscher Medien noch fruchtbar ist für die Geburt gewalttätiger Gedankenströme. |
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@Teresias
Martin Morlock, alias Günther Goercke hat im Jahre 1977 den Begriff der Demagogie einmal sehr schön definiert: „Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“ Hier bleibt es nun jedem selber überlassen zu beurteilen, ob die Springer Presse im Allgemeinen und Henryk M. Broder im Besonderen im Sinne von Martin Morlock als Demagoge bezeichnet werden sollte. Gruss Jacob Jung |
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schrieb am
10.05.2011 um 18:00
Umso befremdlicher ist, dass er nicht nur bei Springer sondern auch bei den öffentlich rechtlichen Sendern regelmäßig eine Plattform erhält, seinen Zynismus zu verbreiten.
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Er ist eben ein Garant für Einschaltquoten. Da kann ich mich selber auch nicht immer zurück halten: Wenn Broder in Talkrunden auftritt, dann schalte ich viel zu oft ein.
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>>>Da kann ich mich selber auch nicht immer zurück halten: <<<
Genau das, Jacob Jung, sollten Sie aber tun - im Interesse Ihrer Nerven und Ihres Potenzials, das Sie hier in der FC mehrfach unter Beweis gestellt haben. (Ich lese Ihre Artikel ausgesprochen gern und lerne viel dabei). Der Mann Broder ist ein Provokateur unterster Schublade. Nicht Wert, dass sich intelligente Menschen mit ihm auseinandersetzen müssten. Er ist lediglich einer der nützlichen Clowns im Medienzirkus und nur in dieser Rolle von interessierter Seite in Gebrauch. Ein anderer Forist hatte weiter oben bemerkt, dass der Kerl nicht satisfaktionsfähig ist. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Wir sollten Broder in seinem Springer-Müllsandkasten weiter rummüllen lassen. Das kanner, da gehört hin. Einfach ignorieren, den Schmock. ------------------------- Kein Projekt nirgends, nich Tom |
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Hallo Tom,
vielen Dank für die Anerkennung. Freut mich sehr. Ich bin in Sachen Umgang mit Broder hin- und hergerissen. Einerseits ist es verführerisch, solche Leute im eigenen Konsumverhalten einfach außen vor zu lassen. Andererseits befürchte ich, die Welt eines Tages überhaupt nicht mehr zu verstehen, wenn ich dem Mainstream nicht ab und zu aufs Maul schaue. Also quäle ich mich wenigstens von Zeit zu Zeit dadurch und dann "brodert" es in meinem Kopf so lange, bis ich mich nicht mehr zurückhalten kann und eine Erwiderung formuliere. Einen schönen Abend wünscht Jacob |
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Hallo Jakob,
>>>..."brodert" es in meinem Kopf so lange, bis ich mich nicht mehr zurückhalten kann und eine Erwiderung formuliere.<<< O.K. Irgendwo versteh' ich das ja (bin selbst nicht vor dererlei Anfechtungen gefeit). Aber, lassen Sie es blos nich zu lang "brodern" (sehr schönes Verb übrigens!). Da kann man im schlimmsten Fall Gehirnerweichung von kriegen - und das is nich schön; im allerschlimmsten Fall kann das in der Dieterbohlisierung enden... :-)) LG Tom --------------- ohne Projekt |
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@Tom
"im allerschlimmsten Fall kann das in der Dieterbohlisierung enden" Der Bohlen ist, auch wenn sich alles in mir dagegen sperrt, ihn zu verteidigen, wenigstens ehrlich. Dem geht es ausschließlich um Geld und daran lässt er keinen Zweifel aufkommen. Liebe Grüße Jacob |
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»Stünde Henryk M. Broder durch seine Herkunft nicht in einem geschützten Raum ...« — Was meinen Sie denn damit, Teresias?
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@ j-ap - Sie fragen? Sie wissen doch, dass das der "Klassiker" ist.
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Richtig, Magda. Auf der Meta-Ebene lautete meine Frage daher auch ganz anders, nämlich: weshalb das bisher nur mir ins Auge gesprungen ist.
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bin ich froh, dass ich das alles, jetzt erst lese...
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@magda
@j-ap Ja, klar, ist es "der Klassiker" ... Im Falle Broder bin ich mir allerdings nicht so sicher, ob er tatsächlich anwendbar wäre. Aber man kann sich schon fragen, wer hierzulande noch mit demonstrativer Unbefangenheit für mehr Cafeterien in den Gedenkstätten Dachau und Buchenwald plädieren könnte und dafür nicht reichlich Befremden auf sich ziehen würde. Na, wie auch immer: Broder weiß sich als Mediengockel vortrefflich zu verkaufen und stets zu überraschen. Allen, die sich über ihn erzürnen, tätschelt er herablassend das Knie und verweigert jeden Respekt. Obwohl in der Substanz selbst arm, weiß er noch jeden Kontrahenten, der ihn zu ernst zu nehmen versucht, auszuknocken. Er ist ein Charakterarsch, dem man offenbar nur mit Gelassenheit begegnen kann. Hört sich komisch an, ist aber so. :-) |
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"Ich war begeistert von der Cafeteria in Dachau. (...) Und muss sagen, dass sich die Verpflegung seit 1945 wesentlich verbessert hat."
Unschlagbar, der einzige Broder! (ab etwa Min. 3:28) |
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@ miauxx - "Er ist ein Charakterarsch, dem man offenbar nur mit Gelassenheit begegnen kann. Hört sich komisch an, ist aber so. :-)"
Einverstanden. Aber immer, wenn es dann so Zuschreibungen gibt oder Hinweise, dass er durch was geschützt sei, wird es eben "klassisch". Aber das wissen Sie sicher selbst. Ich will das Thema hier aber auch nicht auswalzen. |
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Ja, Magda, ich stimme auch zu.
Zumal es ja ganz offensichtlich absurd ist, zu behaupten, hier würde irgendjemand »geschützt« und aufgrund historischer Zusammenhänge irgendeiner Kritik enthoben und dergleichen. Oder hat die Staatsanwaltschaft schon bei Jacob Jung durchgeklingelt? Läuft sein Artikel Gefahr, gelöscht zu werden? Nö, und das ist auch gut so. Es gab vor einigen Monaten in irgendeiner randständigen brandenburgischen Provinzzeitung, deren Name mir gerade nicht einfallen will, ein Interview mit HMB, wo er bekennt, es besonders peinlich zu finden, wenn ihm irgendwelche aufgeregten Wichtigtuer zu einem Artikel gratulieren, den er nur deshalb geschrieben hat, weil auch er von irgendwas leben muß und deshalb eben auf den publizistischen Flöten bläst, die ihm beispielsweise die WELT hinhält. Um genau so einen Artikel handelt es sich in diesem Fall. Und darauf kann man in der Tat nur auf zwei Arten »reagieren«: Entweder gar nicht oder so, wie Jacob Jung das hier getan hat. Roma locuta, causa finita. ;-) |
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@Magda
Mir fällt auf: Wenn Sie nicht Arsch schreiben dürfen sind Sie nicht glücklich... |
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Aus Broders Artikel:
>Gewiss, es ist unfein, ganze Kollektive unter einen „Generalverdacht“ zu stellen, aber hierbei handelt es sich nicht um einen „Verdacht“, sondern um handfeste Empirie. Eine unendliche Geschichte, die mit der Niederlage/Kapitulation 1945 begann und seitdem fortgeschrieben wird.< Sagen wir einmal, 95% aller Deutschen, ach was, mindestens 98,5% sind also feige und faul im Angesicht der Gefahren dieser Welt. Dies lässt sich unter anderem (!) aus der Tendenz einiger Artikel der Print- und Onlinemedien, in denen die Tötung Bin Ladens nicht freudig aufgenommen wurde, eindeutig und empirisch, d.h. unbestreitbar ablesen. WIR alle, zumindest fast alle haben passiv-aggressive Neigungen und sind manisch-depressiv, weil WIR (man beachte die Doppelbödigkeit dieser Universalisierung) damals nicht gewonnen haben. Wir Deutsche - wir können nicht zufrieden sein. Auf die Gefahr hin, als historisch unsensibel zu gelten: Der offenherzige Vorwurf des impliziten Antiamerikanismus in den Bedenken DER DEUTSCHEN zeugt doch wohl eher von Broders Hass auf eine homogene Gruppe, die so vor 1945 ideell bestanden haben soll, seitdem aber durch eine heterogene Gesellschaft innerhalb der Grenzen einer gemeinsamen Verfassung abgelöst wurde, gleichsam als ideologische Gemeinschaft überhaupt erst unter diesen Bedingungen historisch rekonstruiert werden konnte. Das Kollektiv, über dessen Verfassung Herr Broder so untrügliche empirische Tatsachen hat finden können, die Idee DES Deutschen, wenn man so will, vereint in unser aller Köpfe und uns in unserer Haltung steuernd, besteht überhaupt nicht empirisch, hat zunächst eine rein ideengeschichtliche Dimension, dehnt sich durch eine schlichte sprachliche Funktion über alles aus, ohne Chance zur Gegenwehr. Man möchte sich gar nicht der Vielzahl von Argumenten widmen, die man gegen eine Universalisierung dieser Coleur vorbringen könnte und einfach fragen: Wo ist es denn, dieses aufmüpfige, moralisierend fachsimplende Ungeheuer, Amerika verabscheuend und die eigene Unterlegenheit nicht verknusen könnend. WO? Leider, das kann man Herr Broder nicht zum Vorwurf machen, funktioniert menschliches Denken u.a. durch Abstraktion und leider - dabei spielt er schon eine gewichtigere, wenn auch nicht zu überschätzende Rolle - funktioniert Journalismus häufig über universelle Zuschreibung: DIE Pleitegriechen, DIE Atomlobby, DER Mob, DAS politische Establishment. Mit der empirischen Heterogenität der Meinungen, Werte, Weltanschauungen und sozialen Prägungen hat das meist wenig zu tun. Dazu benötigt man richtige Einblicke, durch ellenlange Artikel eines Tiziano Terzani zum Beispiel, und selbst damit entkommt man den Schubladen in letzter Instanz nicht. Letztlich muss Broder sich den Vorwurf gefallen lassen, absichtsvoll undurchsichtige Begriffe und hanebüchene Argumentation zu verwenden, um eine Meinung zu einer Wahrheit zu verdrehen. Als mögliche Entgegnung kann der Verweis auf die Kennzeichnung des Artikels als Kommentar (WELT ONLINE - Meinung) nicht dienen, da der Versuch(!) eines Anschlusses an empirische Tatsachen über diese journalistische Kommunikationsform weit hinausgeht, ihr sogar widersprich. Oder anders ausgedrückt: Der Artikel verheddert sich in seinen eigenen Fallstricken. |
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@Märion Es
Vielen Dank für den umfassenden Kommentar. Ich greife hier nur einen Satz heraus: "Letztlich muss Broder sich den Vorwurf gefallen lassen, absichtsvoll undurchsichtige Begriffe und hanebüchene Argumentation zu verwenden, um eine Meinung zu einer Wahrheit zu verdrehen." Was ich mich in diesem Zusammenhang frage ist, um welche Absicht handelt es sich dabei eigentlich? Welchem inneren Antrieb folgt ein Broder? Was sind seine tatsächlichen Motive? Viele Grüße Jacob Jung |
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Broder möchte anscheinend HMB werden, von dem man raunt: "HMB hat gesagt, dass..." - "Was!? Sogar HMB, dann muss es ja stimmen!" Es fehlt ihm nur das Niveau eines - sagen wir - BHL, eines Bernard-Henri Lévy. Der hat es - wie mittlerweile (fast) nachzuweisen ist - geschafft, seinen Freund Sarkozy zum Bombardieren Libyens zu "motivieren". Mirage gegen Mirage - das hat doch was. Die Zeitschrift "Marianne" veröffentlichte Bilder von BHL im Generalstab der libyschen Opposition,wie dieser im offenen weißen Hemd und auf Karten verweisend, den Militärs und Politikern die Kriegslage erklärt. "Ein Parameter mehr in Libyen," so lautete der kühle Kommentar französischer Militärstrategen. Sie meinten BHL.
Soweit wird Broder es wohl nicht bringen. Hoffentlich! |
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@wwalkie
Ich empfehle eine Google Suche nach "Broder Osama Bin Laden". Da wird recht häufig "HMB" geraunt und zwar vor allem auf sehr dubiosen Seiten. Danke für den Kommentar Jacob |
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Ach Broder,
alles reintun, mehrmals umrühren und aufschäumen. Jedenfalls ist er ziemlich wortgewaltig, im bösen Sinne. |
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@Magda
Danke für den Kommentar. Und glaub mir: Den Schaum abzuschöpfen, das Rühren rückgängig zu machen und die Zutaten zu exrahieren war eine schmutzige Angelegenheit :D Liebe Grüße Jacob |
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Ein sehr notwendiger Einspruch, lieber Herr Jung, angesichts der wüsten Attacken unseres Oberaufregers. Aber, weil man ihn kennt, gibt es kein Feuer. Das beruhigt.
Das waren so meine Gedanken. Sie sind mir zuvor gekommen: Branchenführer im passiv-aggressiven Medienauftritt, machen wir Kreuze Niemand kann den Branchenführer im passiv-aggressiven Auftreten, Henryk M. Broder, je übertreffen. Seine Erregung und Aggression, sprachlich vermittelt in der Rolle des Stinkstiefels, den man zu jeder Sendung einladen, zu jeder Kolumne überreden kann, -es ist schließlich sein Gewerbe-, offenbart wie gerne die Deutschen die gleichen Folkloreplatten immer wieder abspielen möchten. Der und die Deutsche, die Broder gerne hören, sehen, lesen, sind bis ins Mark konservativ, sogar links, und im Grunde so denkfaul, sich seit zwanzig Jährchen von im zutröten zu lassen, um mit den immer selben Auftritten des Berufsgrantlers zufrieden zu sein. Die einzige Gefahr droht im Marktsegement derzeit von Thilo S., dem derzeit bekanntesten Sozialdemokraten Deutschlands. Der kann, von Germanicus über Goethe, bis zu Migration, in gebrochenem Deutsch, jede Frage mit Unglaublichem beantworten. Deutsche können nicht abschalten und müssen immer wieder hin sehen. So wie nackte Titten, Frauenhintern, enthaarte bloße Männeroberkörper und kräftige maskuline Gesäße eben Blicke lenken und die Weltnachrichten als Splattermovie sehr wahrscheinlich jede Quote knackte. -„Ich will den Kopschuss sehen, ich will den Kopfschuss sehen!“ - Daher kommt das, und daher haben sich die Medien und das Publikum, Broder ganz redlich verdient, man könnte sagen, durch einladen, anstellen, einschalten und anklicken, erarbeitet. Sie brauchen ihn. Ein solcher Gemütsmensch kommt immer mit dem Hackebeilchen und will verbal ein wenig schlachten. Genau so, wie Henryk Broder, werden in letzter Zeit auch viele andere gewesene Intellektuelle, z.B. Alice Schwarzer, die als Gerichtsreporterin oder Beobachterin so fehlplatziert ist, wie Broder als medialer Ratgeb und Informant ungeeignet, als feste Münze- und Quotensicherung eingebaut. Das läuft über den Mechanism der erregten Aufmerksamkeit. Das Was und Wie, und Wozu haben die Leute nach dem kleinen Aufreger-Plausch am Arbeitsplatz zum nächsten Morgen, am Abend längst vergessen. Broder trug häufig einen US-Flaggenbutton. Dort, über dem Teich, läge der Stil der Broder attacks im Rahmen der wüsten Beschimpfungen und Behauptungen, die in den millionenteuren Wahlspots der Kandidaten zu öffentlichen Ämtern eingesetzt werden, die dann den lieben langen Tag aus dem TV suppen, das bald als Ersatztapete in jedem Zimmer und an jedem Ort läuft. Das Gewerbe funktioniert am besten mit gepflegter Beleidigung und häufiger Wiederholung der gleichen Floskeln, denn nach dem dritten Mal winken die ernsthafte Kritiker ab und sagen, da ist Hopfen und Malz längst verloren, die Ernte vertrocknet, der Mann ist unbeeinflussbar und einfach unbestechlich.... Für eine Sache bin ich Broder aber doch dankbar. Er hat bisher noch nicht den Weg zu irgend einer radikalen Verschwörungstheorie oder zu einer radikalen Gruppierung gefunden. Aber, so wechselhaft wie die Geschicke der Menschen, sind ihre Meinungen. Heiterer läuft das, wenn Lena, jenes junge Ding, das versucht zu singen, wirklich selig gesprochen wird, wenn Raab vergöttert und Harald Schmidt für einen Everest der Kultur gehalten wird. - Wo bleibt Wiglaf Droste? Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Lieber Christoph Leusch,
vielen dank für den erfrischenden Kommentar, den ich sehr gerne gelesen habe. Gestolpert bin ich kurz über ihren Satz, dass Broder bislang noch nicht den Weg zu einer radikalen Gruppierung gefunden hat. Wie in aller WELT komme ich nur darauf, dass man hierüber noch mal nachdenken könnte? Liebe Grüße Jacob |
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Bei Broder ist der Ausbruch nie ideologisch. Er brambassiert und sucht Streit mit Leuten, die differenzierter argumentieren. So kommt man zu den drei Damen vom Talk und zu deren Satelliten männlichen Geschlechts. - Aber er ist nicht von der Sorte Ideologe, sondern eher eine Fortsetzung der St.Pauli-Nachrichten mit anderen Mitteln.
Wäre Obamas Entscheidung völlig aus dem Ruder gelaufen, dann hätte er da drauf gehauen und den jetzigen Präsidenten als unfähiges Weichei verspottet, sich womöglich Bush/Cheney und Rumsfeld zurück gewünscht. Die Völkerpsychologie von Radikalen, die hat er, sie zitieren, übrigens rhetorisch schon drauf, da haben sie völlig Recht, da muss man nicht mehr viel grübeln. Grüße Christoph Leusch |
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@Columbus
"Für eine Sache bin ich Broder aber doch dankbar. Er hat bisher noch nicht den Weg zu irgend einer radikalen Verschwörungstheorie oder zu einer radikalen Gruppierung gefunden." Wird er auch nie - denn, ich zitiere Sie erneut: "Bei Broder ist der Ausbruch nie ideologisch. Er brambassiert und sucht Streit mit Leuten, die differenzierter argumentieren." Argumentativ, in der Tiefe, hat er nicht viel auf Tasche. Das weiß er aber vortrefflich zu kompensieren. Er laviert geschickt zwischen Populismus und Unerwartetem. Er ist, v.a. wenn er in persona auftritt, ein Meister des Stils. Leider, so will es die Logik der medialen Meinungsverwertung, siegt dieser über den Gedanken. |
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Lieber Christoph Leusch,
Sie schreiben: 'Er hat bisher noch nicht den Weg zu irgend einer radikalen Verschwörungstheorie oder zu einer radikalen Gruppierung gefunden.' Nö, das macht Herr Broder anders. Er läßt radikalisieren. Er läßt zu, daß er auf Plattformen wie pi etc.etc gefeiert und über den grünen Klee gelobt wird. Erinnert mich persönlich ein bißchen an Ralph Giordano, der sich in seinem Furor gegen z.B. die Moschee in Köln-Ehrenfeld nicht vor der Vereinnahmung von pro-köln retten konnte. Ich halte den Broder für ein dafür ausreichendes Schlaule, um sich über diese Sorte Applaus im Klaren zu sein - stellt sich die Frage, warum er den so gern füttert und damit spielt. Seine übermäßige Eitelkeit reicht mir als Erklärung dafür nicht aus. Und ja! Wo bleibt eigentlich Wiglaf Droste? ...;-)... |
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Liebster Herr Jung,
wie wäre es wenn sie ihre Aktivitäten wieder auf andere Lebensbereiche ausweiten würden? Lieber Gruß Ihr größter Fan... |
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@Luhmer
Herzlich willkommen in der FC. Schön, dass Du hier endlich auch mitmischen wirst. Liebe Grüße und bis bald Jacob |
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Ich habe mich gefragt, ob Broder den Text (der so absurd war) wirklich ernst meint oder uns nicht alle neppen wollte oder einfach mal wieder völlig gegen den Strich bürsten wollte. Vielleicht lacht er sich schepp, wenn er dann liest, dass jemand ihm in jedem Punkt Recht gibt oder er freut sich über die sarrazinische Aufmerksamkeit, die solche Provokationen bekommen.
Ich befürchte allerdings, dass Broder vieles ernst meint und dies lässt mich zum Schluss kommen, ihn nicht mehr ernst zu nehmen - dennoch danke für diesen Text Jacob Jung |
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@Marco Bülow
Ihre erstgenannten Annahmen würde ich für recht wahrscheinlich halten. Aber auch wenn Broder es ernst meint: Die beste Strategie bei ihm ist wohl, ihn tatsächlich nicht ernst zu nehmen. Denn auch seine Drachenhaut hat irgendwo ein Lindenblatt. |
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@Marco Bülow
"Ich habe mich gefragt, ob Broder den Text (der so absurd war) wirklich ernst meint oder uns nicht alle neppen wollte oder einfach mal wieder völlig gegen den Strich bürsten wollte." Dazu passt der Artikel zu gut in Broders "Gesamtwerk". Und von Broder ernst nehmen kann keine Rede sein. Ernst nehme ich nur seinen Einfluss als Meinungsbildner. Lieben Gruß Jacob |
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Sich über Broder aufzuregen ist vermutlich Zeitverschwendung. Er hat halt Narrenfreiheit als Aufreger. Langeweile ist schliesslich das Letzte was Medien brauchen. Allerdings ist er auch ein derartiger Spalter und so pathologisch destruktiv, gerade wenn es um das Verhältnis Israel-Palästinenser geht, dass man ihn doch nicht einfach ignorieren kann.
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@thbode
Ich halte ignorieren auch für den falschen Weg. Zumindest so lange Broder als Plattform nicht nur die immer noch auflagenstarke Springer-Presse sondern auch die öffentlich-rechtlichen TV-Sender nutzen kann. Gruss Jacob Jung |
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Selbsternannten „Volkstherapeuten“ sollte man m.E. nicht allzuviel Aufmerksamkeit schenken – auch wenn sie Broder, Sarrazin oder sonstwie heißen – warum sollte man ihnen das geben, was sie wollen?
Schwache Leistung von Broder, sich so kritiklos auf die Seite der amerikanischen Großmachtstrategen zu stellen und die besonnen und differenziert formulierten Bedenken der hiesigen Demokraten, Menschenrechtler und Humanisten in dieser Weise zu diskreditieren. Aber m.E. kein Grund Lebenszeit damit zu verschwenden, sich darüber zu aufzuregen. |
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@Fro
Einerseits sicher richtig und nachvollziehbar. Andererseits: Ist die Aufmerksamkeit von Gegnern wirklich das, was Broder und andere wollen? Geht es ihnen nicht eher darum, unwidersprochen möglichst viele Menschen zu erreichen und das Gefühl zu hinterlassen "irgendwie hat er ja Recht" ? Wenn das so ist - und davon gehe ich aus - dann ist es keine Verschwendung von Lebenszeit, sich von Zeit zu Zeit mit ihnen zu befassen. Ich halte das für wichtig. Liebe Grüße Jacob |
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Lieber Jacob Jung,
im Unterschied zu einigen anderen Foristen bin ich der begründbaren Auffassung, dass man sich, wie Sie es hervorragend getan haben, auf Broders Auslassungen ernsthaft einlassen muss, geht es doch in seiner immerhin vom Hause Springer gesponserten Agitprop-Darbietung im Hintergrund um wesentlich mehr als nur um die eitle Selbstdarstellung eines argumentresistenten Journalisten, der mir schon seit Jahren durch seine Hetze gegenüber Andersdenkenden, insbesondere aber durch seine publizistische Vorbereitung eines israelisch-amerikanischen Angriffskriegs auf den Iran als sehr bedrohlich aufgefallen war: profiprofil.wordpress.com/tag/broder/ Broder ist - vorrangig aus diesem Kriegstreibergrunde - einer der ersten Journalisten gewesen, der – wie es auch in dieser seiner Polemik zum Ausdruck kommt – zielstrebig auf die Eliminierung des Artikel 26 GG durch Delegitimierung seiner Verfechter hingearbeitet hat, eine Strategie, die inzwischen Eingang in die offizielle Politik gefunden hat, und zwar beginnend mit dem Bekenntnis des Herrn Guttenbergs zur grundgesetzwidrigen "Kriegsführung" in Afghanistan profiprofil.wordpress.com/tag/afghanistankrieg/ , fortgeführt mit der Schmähkritik der Medien an der Bundesregierung bezüglich Enthaltung bei Resolution 1973 forum.spiegel.de/member.php?u=106285 und kulminierend in der Orgie von Egoshooter-Beiträgen anlässlich der Ermordung von bin Laden. Diese Strategie der Neutralisierung des Art. 26 GG durch die sich selbst gleichschaltenden publizistischen Zentralorgane des spekulativen Finanz-Kapitals und ihres blutrünstigen Blogger-Fußvolks darf von uns nicht länger mehr übersehen/ignoriert werden – und Broder kann das Verdienst eines ihrer ersten und brutalsten Propagandisten bescheinigt werden. Könnte man sich im Abwehrkampf auf das Bundesverfassungsgericht verlassen, so wäre meine Befürchtung gegenüber Broder und den Massenmedien übertrieben, doch leider muss man zur Kenntnis nehmen, dass es die rotgrüne Bundesregierung gewesen ist, die - mit der Auschwitz-Beschwörung durch die außenpolitische Flitschpiepe J. Fischer - bereits 1999 den im Art. 26 GG formulierten pazifistischen Führungsauftrag Deutschlands liquidiert hatte, was dann auch noch von der ungeheuerlichen Rechtsbeugung des 2. Senats des BVerfG vom 3. 7. 2007 – vgl. meine Kritik profiprofil.wordpress.com/2010/12/05/bonner-appell-spd-partei-der-ent-und-der-abrustung/ - in punkto Teilnahme der Bundeswehr am Afghanistankrieg als „verfassungskonform“ abgesegnet worden ist: eine Sauerei höchsten Grades! Wir können uns deshalb im Kampf gegen die im vollen Gange befindliche Eliminierung des Art. 26 GG durch die psychologische Kriegsführung aller öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Leitmedien profiprofil.wordpress.com/2011/04/20/publizistische-kriegsfuhrung/ nur noch auf uns selbst verlassen - und gleichzeitig hoffen, dass sich (auch durch unsere Aufklärung in Bezug auf die der Bundeswehr zugedachte Rolle der Fremdenlegion des Imperiums) so gut wie niemand mehr freiwillig verpflichten wird, dass also durch die von Guttenberg eingetütete „Bundeswehrreform“ sich die Bundeswehr selber paralysiert und dadurch für Angriffskriege einsatzuntauglich wird. Was die kommenden Monate auch immer passieren mag: es kommt jetzt darauf an, den Art. 26 GG vor seinen vermeintlichen Hütern selbst zu beschützen. |
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schrieb am
11.05.2011 um 08:46
… irgendwo hat er ja ein wenig recht, und einwenig weniger dann auch – was soll`s mit dem Herr Broder, mir ist er aber lieber als Herr Wolffsohn und “Wenn die Mutter nach Zwiebeln riecht und der Vater nach Knoblauch, kann die Tochter nicht nach Rosen duften“…ansonsten ist mir hier alles zu Philosophisch.
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@apatit
Glücklicherweise sind wir ja in der Lage, uns weder für Broder noch für Wolffsohn entscheiden zu müssen. "… irgendwo hat er ja ein wenig recht..." Wie man schon anlässlich der Sarrazin Debatte gesehen hat, liegt in diesem Standpunkt vielleicht die Problematik solcher öffentlichen Statements. Ich bin der Auffassung, das bezieht sich sowohl auf Broder als auch auf Sarrazin, dass diese Leute eben nicht "irgendwo ein wenig" Recht haben sondern dass sie ihr Publikum bereits mit ersten, vielleicht noch harmlosen Thesen in die Irre führen. |
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@Märion Es
"Auf die Gefahr hin, als historisch unsensibel zu gelten: Der offenherzige Vorwurf des impliziten Antiamerikanismus in den Bedenken DER DEUTSCHEN zeugt doch wohl eher von Broders Hass auf eine homogene Gruppe, die so vor 1945 ideell bestanden haben soll, seitdem aber durch eine heterogene Gesellschaft innerhalb der Grenzen einer gemeinsamen Verfassung abgelöst wurde, gleichsam als ideologische Gemeinschaft überhaupt erst unter diesen Bedingungen historisch rekonstruiert werden konnte." Gut gebrüllt Löwe! Ich finde Ihre Formulierung von der homogenen Gruppe, die so vor 1945 ideell bestanden haben SOLL, wirklich witzig. Noch witziger allerdings finde ich das schöne Bild von der heterogenen Gesellschaft unserer Tage als ideologische Gemeinschaft. Sie hätten wirklich dem Herrn Broder öfter und aufmerksamer zuhören oder einfach mal mit offenen Augen und eingeschaltetem Gehirn durch unser Land gehen sollen. Im übrigen teile ich Ihre Bedenken, als historisch unsensibel zu gelten. |
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schrieb am
11.05.2011 um 11:02
Sehr geehrte Frau Jacobi,
ich möchte mich kurz erklären, denn es scheint mir, Sie hätten mich missverstanden. Zunächst einmal bestehe ich darauf, dass es auch zwischen 1933 und 1945 nicht DIE Deutschen gegeben hat. Dass es Ziel der Nationalsozialisten war, eine solche homogene Gruppe real zu erschaffen und dass im Zuge dessen unglaubliche Verbrechen begangen wurden, steht für mich nicht zur Debatte. (Gleiches gilt, in anderem Ausmaße, für die sozialistischen Arbeiterstaaten Osteuropas!) Freilich wurden zudem Verbrechen begangen in dem Glauben, dies zum Schutz eines bereits bestehenden Volkskörpers tun zu müssen. Damit ist die Idee eines Volkskörpers bezeichnet, die der Einzelne im Dritten Reich meiner Meinung nach aber gar nicht voll erfassen konnte, da er nicht aus seiner alltagsweltlichen Perspektive auf eine überblickend historische übergehen konnte, genau wie dies für uns im Zuge der aktuellen Umwälzungen auf dem Planeten nicht möglich ist. Dabei hatte der einzelne Täter trotzdem seine Position in einem System, innerhalb dessen ihm jedoch, auch und gerade aufgrund seiner von einem Überblick ausgeschlossenen Perspektive, stets die Möglichkeit zur Übernahme von Verantwortung im Sinne eines anderen Handelns blieb. Hätte er nämlich den "großen Plan", die Idee des Deutschtums aktual erfassen können, ihm wäre die Bedingungslosigkeit und Notwendigkeit dieses Unterfangens voll einsichtig geworden - ohne Möglichkeit des Entgegenstellens. Insofern wäre diese Idee zu einer Tatsache geworden, einer ähnlichen, wie sie Herr Broder in seinem Text nahelegt. Dass es bei der ach so witzigen Vorstellung einer heterogenen Gesellschaft als ideologische Gemeinschaft um ein von ihnen falsch entworrenes Satzgefüge handelt, in dem ich behaupte, die Rekonstruktion DER DEUTSCHEN als ideologische Volksgemeinschaft zwischen 33 und 45 ist erst aus der demokratisch fundierten Perspektive nach 1949 möglich, möchte ich hier nur am Rande erwähnen. |
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schrieb am
11.05.2011 um 11:02
Sehr geehrte Frau Jacobi,
ich möchte mich kurz erklären, denn es scheint mir, Sie haben mich missverstanden. Zunächst einmal bestehe ich darauf, dass es auch zwischen 1933 und 1945 nicht DIE Deutschen gegeben hat. Dass es Ziel der Nationalsozialisten war, eine solche homogene Gruppe real zu erschaffen und dass im Zuge dessen unglaubliche Verbrechen begangen wurden, steht für mich nicht zur Debatte. (Gleiches gilt, in anderem Ausmaße, für die sozialistischen Arbeiterstaaten Osteuropas!) Freilich wurden zudem Verbrechen begangen in dem Glauben, dies zum Schutz eines bereits bestehenden Volkskörpers tun zu müssen. Damit ist die Idee eines Volkskörpers bezeichnet, die der Einzelne im Dritten Reich meiner Meinung nach aber gar nicht voll erfassen konnte, da er nicht aus seiner alltagsweltlichen Perspektive auf eine überblickend historische übergehen konnte, genau wie dies für uns im Zuge der aktuellen Umwälzungen auf dem Planeten nicht möglich ist. Dabei hatte der einzelne Täter trotzdem seine Position in einem System, innerhalb dessen ihm jedoch, auch und gerade aufgrund seiner von einem Überblick ausgeschlossenen Perspektive, stets die Möglichkeit zur Übernahme von Verantwortung im Sinne eines anderen Handelns blieb. Hätte er nämlich den "großen Plan", die Idee des Deutschtums aktual erfassen können, ihm wäre die Bedingungslosigkeit und Notwendigkeit dieses Unterfangens voll einsichtig geworden - ohne Möglichkeit des Entgegenstellens. Insofern wäre diese Idee zu einer Tatsache geworden, einer ähnlichen, wie sie Herr Broder in seinem Text nahelegt. Dass es bei der ach so witzigen Vorstellung einer heterogenen Gesellschaft als ideologische Gemeinschaft um ein von ihnen falsch entworrenes Satzgefüge handelt, in dem ich behaupte, die Rekonstruktion DER DEUTSCHEN als ideologische Volksgemeinschaft zwischen 33 und 45 ist erst aus der demokratisch fundierten Perspektive nach 1949 möglich, möchte ich hier nur am Rande erwähnen. |
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Mal was ganz anderes: Da gibts in der Videosequenz von Osama ja so ein Teil, wo ein grauhaariger Herr vor dem Fernsehgerät zappt. Da dachte ich bei mir: Das ist doch Henryk M. Broder verkleidet als Günter Wallraff, verkleidet als Osama bin Laden.
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@Magda
Der arme Günter. Das hat er nicht verdient :D LG Jacob |
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Lieber Jacob,
für Artikel zu solchen Themen sollte es eigentlich erst gar keinen Anlass geben. Ich habe mich gerade gefragt, ob man den Vergleich wirklich bringen darf, aber Broder erSTÜRMT mit seinen Einlassungen wirklich den Gipfel der Unverschämtheiten. Man liest es neuerdings öfter, mittlerweile scheint auch die AG Friedensforschung besonders in den Fokus der Bellizisten geraten zu sein. Umso mehr kapriziere ich mich in Folge dessen insbesondere in Bezug auf Afghanistan gerne auf deren Arbeit. Broder hat spätestens seit 1990 persönlich den Schuss nicht mehr gehört, auch wenn er andernorts immer wieder gerne im Interesse des amerikanischen Imperiums fürs Bomben und Schießen plädiert und sich als Leumund verdingt. 1990 begann er ja auch seine Kampagne gegen H.-C. Ströbele und war stets glühender Befürworter von Kriegen, häufig auch auf Seiten von Cohn-Bendit, Fücks, Fischer etc.. Die geistige Gemeinschaft und der persönliche Umgang mit Broder fällt jedoch nicht nur auf den genannten Personenkreis selbst zurück … Eigentlich ist jedes Wort zu Broder ein Wort zu viel, aber angelegentlich ist ein metasprachlicher Entlarvungsversuch, wie Du ihn erfolgreich gestartet hast, unbedingt nötig. Herzlichen Dank dafür! UJN |
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schrieb am
15.05.2011 um 14:19
Etwas Unmenschlicheres als den Juden Broder Mit dem Stürmer in Verbindung zu bringen ist Ihnen wohl nicht eingefallen. Ekelhaft.
Die Bücher da im Hintergrund, haben Sie die alle gelesen? Sie scheinen ein sehr intellektueller Mann zu sein… |
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@all
In meinem Artikel habe ich mich vor allem kleinschrittig mit dem konkreten Inhalt des Broder Textes beschäftigt. Man kann seinen WELT Aufmacher aber auch strukturell beurteilen. Broder greift hier, wie übrigens in fast allen öffentlichen Äußerungen, zu einem einfachen aber wirksamen Mittel: Er vermischt bewusst die rationale mit der emotionalen Ebene und steht damit in der Tradition berüchtigter Demagogen. In seinem Artikel erklärt er hierzu der Einfachheit halber die rational begründeten Einsprüche gegen das Vorgehen der USA in Bezug auf Bin Laden zum rein emotionalen "Mitleid mit einem Massenmörder" und profitiert von dem nachvollziehbaren Effekt, dass sich niemand nachsagen lassen will, wirkliche Empathie für Osama Bin Laden zu empfinden. Dieser Schachzug eröffnet den "argumentativen" Weg zu seiner Täter-Opfer These. In der heisst es, dass sich deutsches Mitleid grundsätzlich auf die Täter bezieht, weil diese "sexy" und ihre Opfer "kläglich" sind. Wer ihm inhaltlich und argumentativ bis zu dieser Stelle folgt, der sieht sich im nächsten Schritt vor der Entscheidung, Mauertoten, missbrauchten Kindern und ins Koma geschlagenen Passanten sein Mitleid zu verweigern und sich damit selber zum Täter zu machen. Genau hier schnappt die Broder Falle zu. Will man sich aus der Falle befreien, so braucht man lediglich seinen ersten Ansatz zu negieren: Es geht nicht um Mitleid mit Osama Bin Laden, wenn man auf der Einhaltung völkerrechtlicher Statuten besteht. |
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@Jacob Jung schrieb am 11.05.2011 um 12:42
Dieser Kommentar ist eine treffliche Analyse! Dem wäre eigentlich nichts mehr hinzuzufügen; könnte das Schlußwort zu Broder sein! Danke, Jacob! |
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MAN SOLLTE EIN WENIG VERSTÄNDNIS HABEN !!!
Ich denke das viele Beiträge hier genauso undifferenziert sind wie der Artikel von Henryk M. Broder. Natürlich gibt es nicht "Die Deutschen" - weder vor noch nach 1945. Auch wenn er gewisse gesellschaftliche Tendenzen, die er hier aufzählt und die es unbestreitbar gibt, verallgemeinert, werden sie noch lange nacht wahr. Die Zitate von Helmut Schmidt und Peter Scholl-Latour sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Und dass zurzeit keine tagespolitische Debatte über die Mauertoten geführt wird, erscheint jeden plausibel. Trotzdem sollte man versuchen die Beweggründe für diesen Artikel und die Art und Weise wie er geschrieben ist zu hinterfragen. Man muss feststellen, dass er auf jeden Fall eine rege Debatte ausgelöst hat. Meiner Meinung ist das auch eine zentrale Aufgabe des Journalismus. Da ist es manchmal eben notwendig zu zuspitzen und zu polarisieren. Auch wenn es viele historische Hinweise gibt, welche belegen dass unser Verständnis von Rechtsstaatlichkeit sich bewährt hat, so gibt es doch auch Argumente die dafür sprechen das eine Tötung von Bin Laden vertretbar ist. Abschließend möchte ich noch zu Henryk M. Broder sagen, dass seine Eltern Überlebende von Konzentrationslagern sind. Es ist also anzunehmen, dass seine emotionale Welt dadurch sehr sehr stark geprägt ist und sein Handeln bis heute beeinflusst. Dies ist wohl auch der Grund warum es ihm wohl nie möglich sein wird, in diesem Themenbereich sachlich zu argumentieren und zu berichten... |
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MAN SOLLTE EIN WENIG VERSTÄNDNIS HABEN !!!
Ich denke das viele Beiträge hier genauso undifferenziert sind wie der Artikel von Henryk M. Broder. Natürlich gibt es nicht "Die Deutschen" - weder vor noch nach 1945. Auch wenn er gewisse gesellschaftliche Tendenzen, die er hier aufzählt und die es unbestreitbar gibt, verallgemeinert, werden sie noch lange nacht wahr. Die Zitate von Helmut Schmidt und Peter Scholl-Latour sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Und dass zurzeit keine tagespolitische Debatte über die Mauertoten geführt wird, erscheint jeden plausibel. Trotzdem sollte man versuchen die Beweggründe für diesen Artikel und die Art und Weise wie er geschrieben ist zu hinterfragen. Man muss feststellen, dass er auf jeden Fall eine rege Debatte ausgelöst hat. Meiner Meinung ist das auch eine zentrale Aufgabe des Journalismus. Da ist es manchmal eben notwendig zu zuspitzen und zu polarisieren. Auch wenn es viele historische Hinweise gibt, welche belegen dass unser Verständnis von Rechtsstaatlichkeit sich bewährt hat, so gibt es doch auch Argumente die dafür sprechen das eine Tötung von Bin Laden vertretbar ist. Abschließend möchte ich noch zu Henryk M. Broder sagen, dass seine Eltern Überlebende von Konzentrationslagern sind. Es ist also anzunehmen, dass seine emotionale Welt dadurch sehr sehr stark geprägt ist und sein Handeln bis heute beeinflusst. Dies ist wohl auch der Grund warum es ihm wohl nie möglich sein wird, in diesem Themenbereich sachlich zu argumentieren und zu berichten... |
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@Felix Herz
"Auch wenn es viele historische Hinweise gibt, welche belegen dass unser Verständnis von Rechtsstaatlichkeit sich bewährt hat, so gibt es doch auch Argumente die dafür sprechen das eine Tötung von Bin Laden vertretbar ist." Würde Broder solche Argumente benennen, dann könnte man sich auf eine Debatte mit ihm darüber einlassen. Dann würde auch zutreffen, was Sie über die Aufgabe des Journalismus sagen. Allerdings argumentiert er ja gerade nicht sondern unterstellt den Kritikern der Tötung Bin Ladens ein wirres Mitleid auf der Grundlage von Feigheit, Faulheit, Enttäuschung und Agressivität. Viele Grüße Jacob Jung |
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schrieb am
11.05.2011 um 15:09
Ich gebe Ihnen insofern recht, als Broder diesen Text natürlich zur Provokation benutzt und damit eine Debatte anstoßen kann. Er will polarisieren und neigt deswegen zur Simplifizierung, weil dies nun mal als geeignetes Mittel erscheint. Aber, und darauf möchte ich bestehen: Wer sich im Vereinfachen profiliert, wird auch angegriffen, seine Festgelegtheit wird als solche entlarvt und der Vieldeutigkeit der Welt entgegengestellt. (Nicht, dass er damit nicht gerechnet hätte.)
Dass dies ein notwendiger und guter Schritt ist, damit Broders absichtsvolle(!) argumentative Armseligkeit in der Öffentlichkeit eben nicht ignoriert, sondern bloßgestellt wird, darauf beruht meiner Meinung nach die Möglichkeit einer differenzierten Debatte. Denn - und das ist entscheidend - mit seinen kritikwürdigen Mitteln fordert er nicht nur die konträren Meinungsbilder anderer heraus, er forciert ein Bild, das so möglicherweise von Leuten mit ähnlich gearterer Meinung aufgenommen oder im schlimmsten Falle von unreflektierten Seelen sogar als ihre Meinung übernommen wird. Und wenn einem Text solch unzeitgemäße und gefährliche Volkstypisierung und andere falsche Universalisierungen zugrunde liegen, die seine Konsequenzen als Position in einer differenzierten Debatte schlichtweg disqualifizieren, sollte man sich und allen Interessierten diesen Umstand auch vor Augen führen dürfen. Bei allem Verständnis. |
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"Ihr feigen Deutschen seid passiv-aggressiv!" ist seine These. Er versucht sie durch eine Aufzählung und Ausführung verschiedener Beispiele zu beweisen, auch wenn sie in sich nicht unbedingt schlüssig und plausibel sind. Es handelt sich trotzdem um eine Argumentation im wahrsten Sinne des Wortes. Dass hier also keine Debatte stattfindet, kann ich nicht gelten lassen...
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@Felix Herz
"Er versucht sie durch eine Aufzählung und Ausführung verschiedener Beispiele zu beweisen..." Leider bleibt es bei dem Versuch. Die genannten Argumente haben nämlich rein gar nichts mit dem Thema der Tötung Bin Ladens zu tun. Broder, das kann man ihm nicht abstreiten, versteht das journalistische Handwerk. Greift er dennoch zu Polemik und verwirbelt absichtlich Rationales und Emotionales, dann kann man ihm getrost eine Absicht unterstellen. |
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ich kann mich jetzt nicht auf sämtliche kommentare, die schon gemacht wurden, beziehen, ich hatte diese woche aber einen streit im freundeskreis über broder, ausschlaggebend war dieses video:
ich habe den zynismus, den broder ja nicht nur in dem video oben (mai-demonstranten mit der sa vergleichen) sondern jetzt auch wieder in glänzender art und weise in dem welt-artikel, um den es hier geht, kritisiert. ich denke, dass zynismus in so einer debatte nicht weiterhilft und es tatsächlich nur polemisch ist, daraufhin wurde erwidert, dass dies doch auch zu einer gesprächskultur gehört und er doch praktisch dafür bezahlt wird, dass er sich profiliert. ich finde das verwerflich. wenn ich weiter oben lese, dass journalismus debatten auslösen soll, kann ich dem nur zustimmen...aber doch bitte eine debatte auf grund von fakten und recherchen und nicht aufgrund von persönlichen meinungen, die, wie ich finde, sehr undifferenziert, fast weltfremd sind. denn, auch das wurde schon hier gesagt, er kritisiert nur(naja, beleidigt) und liefert keine eigenen lösungen. ist das hilfreich, oder nicht?immernoch eine spannende frage für mich, ist zynismus und eine derartige übertreibung und polemik teil einer guten" oder "hilfreichen" gesprächskultur, eine form der rethorik, die man aushalten muss?ich freue mich über gedankenaustausch. |
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Jakob Jung stellt in einer Replik zwei Fragen, die ich mir bei jeder medialen Begegnung mit Henryk M. Broder auch stelle: "Welchem inneren Antrieb folgt ein Broder?" oder fast bedeutungsgleich : "Was sind seine tatsächlichen Motive?"
Immer komme ich zu dem Ergebnis: Eigentlich sind die seelischen Vorgänge anderer Menschen für mich unergründlich. Dennoch zwingt mich jede Begegnung wieder zu den o. g. Fragen. Erklärungen wie "Charakterarsch" oder "Stinkstiefel" entlasten zwar die eigene Psyche, helfen aber nicht seine Auftritte und Absichten zu verstehen. Auch Begriffe wie "Bellizist" oder "Provokateur" bleiben an der Oberfläche. Deshalb stelle ich nun einmal einen Erklärungsversuch zur Diskussion, der vielleicht auch den unterschwellig von "j-ap" und "magda" erhobenen Vorwurf des Antisemitismus klären hilft: Zunächst muss ich gestehen, dass die Andeutungen von "J-ap" und "magda" mich sehr nachdenklich gemacht haben. Wie leicht kann man heute Argumente aushebeln, indem man jemandem Antisemitismus unterstellt? Dabei ist es doch eine geradezu triviale Einsicht, dass die Herkunft eines Menschen sein Fühlen, sein Denken und seinen Lebensweg mitbestimmt . Broders Herkunft aus einer Familie, die unter dem von Nazideutschland verschuldeten Holocaust gelitten hat, ist allen bekannt. Überlebende des Holocaust genießen in unserer Gesellschaft zu Recht einen besonderen Schutz. Zu diesem Schutz kann aber nicht gehören, dass über die Herkunft der Nachkommen nicht mehr gesprochen werden darf, vor allen Dingen dann nicht, wenn die Aktivitäten dieser Nachkommen in der medialen Öffentlichkeit eine unheilsame Wirkung haben. Nun zu meinem Erklärungsversuch, den ich ohne Sartres Abhandlung "Betrachtungen zur Judenfrage" (Ulstein Buch 304,Zürich,Berlin, 1963) so nicht hätte schreiben können: Am liebsten würde ich in meiner Erklärung das Wort "Jude" gar nicht verwenden,aber das geht nicht, wenn ich zu einem Resultat kommen möchte. Dieser Vorbehalt ist bereits ein Problem, in dem unsere ganze Gesellschaft steckt. Wir möchten dieses Wort, das uns an eine schlimme Vergangenheit erinnert, gerne vergessen. Ich glaube jedoch, dass sich Henry M Broder seiner jüdischen Herkunft sehr bewusst ist. "Judesein" ist keine genetische und keine rassische, keine politische und keine religiöse Bestimmung. Es ist eine geschichtlich und gesellschaftlich entstandene Festschreibung, der scheinbar niemand, weder "Jude" noch "Nicht-Jude", ausweichen kann. Wer es verdrängen will, weicht den Realitäten dieser Welt aus. Henryk M. Broders Blick auf die Geschichte der Juden in Europa lässt ihm nach Sartre die Wahl ein "verschämter oder aufrechter Jude zu sein." Der "verschämte Jude" passt sich an und will sein "Jüdischsein" vergessen machen, der "aufrechte Jude" bekennt sich zu seiner Herkunft und verteidigt sie mit aller Macht, die ihm zur Verfügung steht. Sartre schreibt: "Aufrechter Jude sein, bedeutet, sich als Jude bekennen und das jüdische Los auf sich nehmen. Der aufrechte Jude entsagt dem Traum des Weltbürgers, er kennt sich und will in der Geschichte freiwillig die Rolle des Verdammten übernehmen, er flieht nicht mehr vor sich selbst und schämt sich nicht mehr der Seinen. Er hat begriffen, dass die Welt schlecht ist, er glaubt nicht, wie der verschämte Jude, kindlich an den Monismus, sondern an die Mächte der Gesellschaft. Er weiß, dass er abseits steht, unberührbar, geächtet, und dazu bekennt er sich." (S.181) Dieses Portrait des "aufrechten Juden" lässt sich auf Broders Erscheinung in der Öffentlichkeit übertragen. Broder spielt die Rolle des "aufrechten Juden", der sich der bösen Welt mit Entschlossenheit entgegensetzt, mit Bravour. Ihm ist es egal, was die anderen über ihn sagen und schreiben. Er hat seine Identität gefunden. Mit ihr kann er all die Ängste und Bedrohungen dieser Welt verbal in Schach halten. Man kann diese Einstellung auch pathologisch nennen. Ich dagegen halte es für sinnvoller, es als einen misslungenen Selbstheilungsversuch zu betrachten. Dabei muss man immer wieder bedenken, dass die Krankheitsursache nicht in ihm liegt. Es ist der jahrhundertealte Antisemitismus, der das Existenzrecht der Juden bestritt. Dazu Sartre: Der Antisemit ist der Hassende. Er "will eine Welt verwirklichen, in der es den Anderen nicht gibt." (S.199) Dieser Bedrohung will der "aufrechte Jude" unter allen Umständen entgehen. So wird er zum "Bellizisten", zum "Demagogen", zum Anbeter der Gewalt. Wo aber liegt unser Problem? Broders Selbstheilungsversuche kann ich verstehen. Warum aber nutzen unsere Medien diese Therapieform im politischen Diskurs? Broder ist ein individuelles Problem. Ich wünschte ihm, er hätte Freunde, die ihm die Angst vor der bösen Welt nehmen. Aber warum machen Medien mit diesen Ängsten Politik? Broders Demagogie, seine Vermischung von Rationalem und Emotionalen werden gezielt eingesetzt, um in unserer Gesellschaft eine Stimmung zu erzeugen, die die Kriegsentscheidungen der Nato, die den Nahen Osten betreffen, erleichtern soll. So, das war's. |
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»Deshalb stelle ich nun einmal einen Erklärungsversuch zur Diskussion, der vielleicht auch den unterschwellig von "j-ap" und "magda" erhobenen Vorwurf des Antisemitismus klären hilft:«
Nur um das einmal klarzustellen, Teresias: Weder ich noch, soweit ich das ersehe, irgendjemand sonst hat hier irgendetwas insinuiert oder auch nur nahegelegt; allein der Umstand, daß Sie sich gegen einen »vielleicht auch ... unterschwellig ... erhobenen Vorwurf«, der überhaupt nie und nirgendwo erhoben wurde und den Sie kurzerhand herbeiphantasieren, des langen und breiten verwahren, spricht schön Bände, insbesondere deshalb, weil er mit dieser sattsam bekannten »man wird ja nochmal sagen dürfen«-Attitüde daherkommt. Zur Erinnerung: Sie und nur Sie waren es, der in reichlich opakem Ton über die »Herkunft« und den davon abgeleiteten »geschützten Raum« spintisierte, in dem sich HMB angeblich befinde. Und auf eine Nachfrage, was zum Geier Sie damit wohl gemeint haben könnten — schließlich wäre es ja auch denkbar, daß sie auf seine ehemalige polnische Staatsangehörigkeit oder seine Sozialisation im Kleinbürgertum anspielten — erklären Sie nun im allersüßesten Jargon der Eigentlichkeit, daß das Wie und Wann und Warum des Herkommens ja wohl das Denken, Fühlen und so weiter determinierten und man es insbesondere dann zum Thema machen müsse, wenn es sich um eine so giftige Bellizistengurke wie den Henryk M. Broder handele, die öffentlich eine »unheilsame [sic] Wirkung« entfalten würden ... Sagen Sie, geht's Ihnen »eigentlich« gut, Teresias? |
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@j-ap
Es wurde also nie und von niemandem der unterschwellige Vorwurf des Antisemitismus ins Feld geführt? Ich dokumentiere mal: j-ap schrieb am 10.05.2011 um 20:30 »Stünde Henryk M. Broder durch seine Herkunft nicht in einem geschützten Raum ...« — Was meinen Sie denn damit, Teresias? darauf: Magda schrieb am 10.05.2011 um 20:37 @ j-ap - Sie fragen? Sie wissen doch, dass das der "Klassiker" ist. Was bitte hat Magda mit dem "Klassiker" gemeint? Wem sonst als Juden wird hierzulande denn noch gerne ein "geschützter Raum" unterstellt? Sie wissen genau was gemeint ist, und versuchen Teresias mit solchen Wortklaubereien zu zerpflücken. Mann, wir sind hier nicht vor Gericht; eine Häme darüber, dass Teresias freilich nicht beweisen kann, dass Antisemtismus unterstellt wird, finde ich hier nicht nur deplaziert, sondern zutiefst unfair. Dass Teresias jetzt selbst explizit den "aufrechten Juden" ins Feld führt, ist eine andere Sache. Den "aufrechten Juden" läßt Broder ja gar nicht erst an sich herankommen. Damit kann man ihn weder loben noch tadeln; beleidigt fühle er sich nur, wenn man "gefillte Fisch" verächtlich macht. Aber das hat Gerd Weghorn hier unten ja auch gut angeführt. |
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»Dass Teresias jetzt selbst explizit den "aufrechten Juden" ins Feld führt, ist eine andere Sache.«
Nein, ist es nicht; denn wäre es eine ganz andere Sache gewesen, dann möge man mir mal erklären, weshalb um alles in der Welt Teresias es nicht dabei bewenden ließ, in mal mehr, mal weniger eleganter Form zu schreiben: Der Artikel von Broder ist grottenschlecht — was er ja auch ist und was beispielsweise Jacob Jung (et al.) sehr wohl zustande gebracht haben, ohne auf das in der Tat klassische Stereotyp zu rekurrieren. Es kann ja sein, daß euch hier solche Zusammenhänge entweder gar nicht mehr auffallen oder sie euch schlicht: wurscht sind. Das ist in erster Linie euer Problem. Aber dann meckert bitte nicht rum, wenn jemand genau darauf mit dem Finger zeigt. |
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@j-ap
Also doch ein "klassisches Stereotyp". Nur darum ging es mir, was Sie angeht. Mit der "anderen Sache" meinte ich, dass Teresias jetzt den Juden-Bezug expressis verbis aufmachte. Und genau das ist ja Ihre Strategie: Sie sagen jetzt, "warum ließ es Teresias nicht dabei bewenden", warum schrieb er nicht einfach, der Artikel sei "grottenschlecht" und fertig. Sie sagen aber erst, Sie hätten an nichts schlechtes gedacht, Ihnen fiel da nur was ins Auge. Dann ringt sich T. eine Theorie über "Jude-Sein" ab - deren qualitativer Inhalt sei jetzt mal dahin gestellt - und Sie sagen dann eben: Seht ihr, solche Zusammenhänge meint der. Ähnlich verfährt auch Broder mit Kontrahenten. Wissen Sie, mir ist einfach Ihre Strategie suspekt. Sie sagen, Sie hätten "genau darauf mit dem Finger gezeigt." Das hat aber Magda oben vor drei Tagen schon getan. Sie würden jetzt freilich nach wie vor sagen, T. fasele was von Herkunfts-Determination. Naja, warum haben Sie es denn nicht gleich gesagt? Was Sie tun, ist, gemessen an der Sache, nicht aufrichtig. Sie geben leicht Futter, und warten den Punkt der Entblößung ab. Wenn dann noch unüberlesbar "der Jude" dazu kommt - umso besser. So lassen sich auch gleich die übrigen Foristen hier als ein bisschen dusslig und ignorant darstellen. |
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Dann zäumen wir das Pferd mal andersherum auf, miauxx.
Was würden Sie fragen, wenn Sie einen Satz wie diesen hier: »Stünde Henryk M. Broder durch seine Herkunft nicht in einem geschützten Raum, er wäre längst als aktiv-aggressiver, fanatischer und besessener Anbeter der amoralischen Machtpolitik den Rechtsradikalen gleichgestellt und aus der ernsthaften Diskussion abwägender Menschen ausgeschlossen worden« lesen? Nach dem jedenfalls, was Sie hier gerade geschrieben haben, komme ich zu dem Schluß, daß man nach Zugrundelegung Ihrer seltsamen Logik niemals irgendeine Frage stellen könnte, denn um die stellen zu können, muß man sich vorher mal einen Gedanken gemacht haben. Hat man sich aber diesen Gedanken gemacht, der in eine Frage mündet, ist man bei Ihnen schon verdächtig, unaufrichtig zu sein. Weil? Ja weil man sich — Jakobiner, der man ist — vor der Frage schon dezidierte Gedanken gemacht hat. Das mag verstehen wer will. |
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@j-ap
"Nach dem jedenfalls, was Sie hier gerade geschrieben haben, komme ich zu dem Schluß, daß man nach Zugrundelegung Ihrer seltsamen Logik niemals irgendeine Frage stellen könnte, denn um die stellen zu können, muß man sich vorher mal einen Gedanken gemacht haben. Hat man sich aber diesen Gedanken gemacht, der in eine Frage mündet, ist man bei Ihnen schon verdächtig, unaufrichtig zu sein." Nein, ich habe keine Philosophie "berechtigten Fragens" entworfen, sondern allein Sie einer unaufrichtigen Motivation im Hinterfragen Teresias' beschuldigt. Ich unterstelle Ihnen, dass Sie, eben wie Magda, genau wußten, worauf Sie anspielen. Ihre Nachfrage an T. war, wie aus Ihrer Bestätigung von Magdas "Klassiker" zu erkennen, rein rhetorischer Natur. Sie erklärten ja, dass doch der von T. hergestellte Zusammenhang nicht nur Ihnen aufgefallen sein dürfte. Später behaupten Sie dann, "niemand" hätte "irgendetwas insinuiert oder auch nur nahegelegt", T. phantasiere etwas herbei. Selbst wenn man sich jetzt nicht am ja auch nicht gefallenen Wort "Antisemitismus" festbeißt, ist diese Behauptung ja schlicht falsch. Man kann, und sollte, den von T. hergestellten Zusammenhang kritisieren. Dabei kann auch zunächst nebensächlich sein, ob auf Broders jüdische oder polnische Herkunft angespielt wird. Dann aber, als T. selbst "Antisemitismus" beim Namen nannte, zu behaupten, in diese Richtung sei das Nachfragen nun überhaupt nicht gegangen, um ihm dann aber vermittels seines "unaufgeforderten" Geständnisses den Spiegel vorzuhalten, ist eben unaufrichtig. Wohlgemerkt: Alle Ihre Kritik an T. ist berechtigt und am richtigen Ort. Nur die Methode, ihre Strategie, T. zu provozieren, halte ich für perfide. Mit Gegnern vor Gericht mag man so umgehen. Aber im persönlichen Gespräch, und sei es auch über die Distanz online? Und ohne, dass es bereits genug Anlaß gab, den Gegenüber über die Maßen unsympathisch zu finden? |
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@ Teresias. Sie stellen sich "auch immer" diese Frage: "Welchem inneren Antrieb folgt ein Broder?" oder fast bedeutungsgleich : "Was sind seine tatsächlichen Motive?", und auch Sie unternehmen den Versuch - hier unter Rückgriff auf die Denkweise von Sartre - eine für sich plausible Antwort zu finden. Dabei möchte ich Sie mit meinen Ausführungen unterstützen, ist es doch in der Tat sehr wichtig, die Triebkräfte/Motive/Interessen/Bedürfnisse eines jeden Handelnden zu erfassen, um ihn gerecht zu beurteilen bzw. mit ihm "professionell" (www.dialogbuch.de ) umgehen zu lernen/können.
Mit dieser Maxime gehe auch ich seit Jahren an die Veröffentlichungen von Menschen heran, die - wie Broder - sich im Umgang mit andersdenkenden Dritten durch eine ausgeprägte Militanz, Intoleranz, Feindseligkeit u. ä. m. aus der Masse der von ihnen als "passiv-träge" diskreditierten "Deutschen" herausheben (wollen). Das Ergebnis meiner Bemühungen um Verständnis ist unter https://profiprofil.wordpress.com/tag/broder/ nachzulesen. In den Kommentaren zu meinem Leitartikel zum Thema „Antisemitismus“ habe ich auch auf ein sehr gutes, sehr aufschlussreiches, sehr verständnisförderndes Interview mit Broder in CICERO verlinkt und folgende Aussage Broders abgedruckt: CICERO: Was ist das eigentlich, ein Jude? Ist das die Zugehörigkeit zu einem Volk, zu einer Rasse oder zu einer Religion? Oder sind Sie einfach ein Deutscher jüdischer Kultur? Broder: Vielleicht bin ich ein Jude deutscher Kultur. Ich kann es nicht definieren. Das Wertvolle am Judentum ist gerade, dass man es nicht definieren kann. Im Kern ist Judentum wahrscheinlich eine Mischung aus gutem Essen und schlechten Manieren. Ich bin nicht nur unreligiös, ich bin areligiös und manchmal auch antireligiös, trotzdem bin ich sehr jüdisch. www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=4458 In meinem sehr aufschlussreichen und denkwürdigen Essay „Wer ist eigentlich Jude? Oder Bayer?“ profiprofil.wordpress.com/2009/11/26/wer-ist-eigentlich-jude/ habe ich darauf eine Antwort gegeben und ausführlich begründet, die sich in einem einzigen Begriff zusammenfassen lässt: "Jude", "Borusse", "Deutscher" oder "Berliner" – wer sich selbst auf einen einzigen Begriff reduziert oder reduzieren lässt, der tut dies nur (und solange), wie eben diese Etikettierung – und um nichts anderes handelt es sich ja hier! – für ihn/sie eine gute – sprich: erfolgversprechende – GESCHÄFTSIDEE ist. Punkt. Und das ist es für Broder: „jüdisch als Geschäftsidee“, genau so, wenn ich mich als „marxistisch“ etikettieren lassen würde, wenn das für mich eine Geschäftsidee wäre, wenn ich davon einen wie auch immer aussehenden Nutzen hätte bzw. mir diesen davon versprechen würde.: profiprofil.wordpress.com/2009/12/06/geschaftsinteresse-und-erkenntnisinteresse/ Dass also „jüdisch“ – wie „katholisch“, wie „bayerisch“ wie ….. – nur dann einen Sinn macht, wenn die Abstempelung irgendwie – insbesondere aber für den Etikettierer – „nützlich“ ist, dass habe ich zwar höchstselbdritt erfunden bzw. als bisher Einziger publiziert, doch bestätigt gefunden habe ich es bei dem größten Schlawiner der Plappernden Kaste, eben bei der Eigenmarke HMB, die sich hier in einer Kontroverse mit Maxim Biller zu folgenden Erkenntnissen hinreißen lässt: "SZ: Warum haben Sie das Buch so heftig verrissen, Herr Broder? Broder: Habe ich doch nicht. SZ: Immerhin steht in Ihrer Kritik: "Maxim ist ein Literat, der sich selbst eingerichtet hat, in einem Universum aus Weltschmerz, Wehmut und Wehleidigkeit." Broder: Im Prinzip ist meine Kritik doch eine Liebeserklärung an Maxim Biller. Ich finde, er kann schreiben. Das habe ich an drei bis vier Stellen der Rezension betont. Und Maxim, wenn ein Nichtjude dein Buch verrissen hätte, hättest du dich darüber aufgeregt, dass ein Nichtjude auf einen Juden losgelassen wird. Es wurde aber ein Jude auf einen Juden losgelassen, und das regt dich genauso auf. Weil dich alles aufregt, was dich nicht auf einen Sockel stellt mit einer Schar von Anhängern, die auf den Knien liegend zu dir aufschauen und sagen: Du bist der Größte! Weißt du was? Ich bin ein Pausenclown, aber du bist es auch. Mit dem Unterschied, dass ich einen Mehrwert daraus ziehe und du ein Drama daraus machst.“ sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31806/2/1 (Auch dieses Interview ist absolut lesenswert!) Ich bekämpfe in Broder zwar mit aller mir zur Verfügung stehenden publizistischen Gewalt den publizistischen Zerstörer des Art. 26 GG – doch ich bewundere an ihm seine Offenheit, seine Ehrlichkeit sich selbst - und uns! - gegenüber |
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schrieb am
13.05.2011 um 14:19
@ Gerd Wegmann,
vielen Dank für Ihre hilfreichen Argumente und erhellenden links. Ihre Theorie vom Opfermentalitäter und der Liebe zum Widerspruch hat mich überzeugt. Besonders die Anekdote vom pöbelnden Gast im guten Lokal wird mir in Erinnerung bleiben. Er beschwert sich in beleidigender Absicht über den "Saufraß" , den man ihm vorgesetzt habe. Der Wirt findet die passende Entgegnung. An seiner Reaktion werde ich mich in Zukunft orientieren. Ansonsten zeigen mir ihre links, wie wenig ich auf diesen Sumpf der bösen Absichten vorbereitet war. Jacob Jungs Analyse des Broderschen Welt-Kommentars hat mich mehr zufällig angezogen. Eigentlich ( Ist dieses Wort bereits der Beginn eines süßlichen Jargons der Eigentlichkeit? Ich glaube, Adorno hat das in Bezug auf Heidegger anders gemeint.) beschäftige ich mich zur Zeit mit Philip Roth' frühen Erzählungen unter dem Titel "Goodbye, Columbus". Schon als Roth 1959 seine Geschichten veröffentlichte, wurde er von interessierter Seite als Judenhasser angegriffen. Da muss man schon tief in die Trickkiste greifen, um den richtigen Dreh (Neudeutsch "spin") zu finden, denn Philip Roth ist selbst Jude. Seine Geschichte muss man lesen, um sich von Broders Manien befreien zu können. Hilfreich war auch die am vorigen Freitag auf "arte" ausgestrahlte Sendung "Defamation" des israelischen Filmemachers Yoav Shamir. Dort wurde gezeigt, wie die ADL (Amerikanische Defamations-Liga) weltweit agiert und versucht, die israelische Machtpolitik mit allen Mitteln der psychologischen Kriegsführung durchzusetzen. Nun muss man nicht gleich wie der Jude Finkelstein von einer "Holocaust-Industrie" reden, wenn man solche Verfahrensweisen anprangert. Doch gilt es, auf alles gefasst zu sein. Shamirs Film zeigt z.B., wie jugendliche Israelis (30000 jedes Jahr) in Ausschwitz und Umgebung solange mit den entsetzlichen Ereignissen des Holocaust konfrontiert werden, bis sie psychisch zusammenbrechen und einen undifferenzierten Hass auf alles Nicht-Jüdische entwickeln. Wer das gesehen hat, muss Broders Angriffe auf die Nachdenklichkeit in Teilen der deutschen Öffentlichkeit zum Thema "Völkerrecht" und "Artikel 26 GG" neu bewerten. Ich hoffe, dass Autoren wie Sie, Herr Wegmann und Jacob Jung den coolen Agitator Broder weiterhin im Auge behalten und durch ihre Analysen verhindern, dass bellizistische Ideen Überhand nehmen. Ohne "Führungs-, Kampf- und Beziehungskompetenz" wird das nicht gelingen. Das Reich der Versöhnung und der Freiheit liegt in weiter Ferne. Dass das so bleibt, dafür werden Broder und seine medialen Unterstützer immer wieder sorgen. Ein "letztes Gefecht" wird es nicht geben |
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»Ist dieses Wort [»eigentlich«, Anm.] bereits der Beginn eines süßlichen Jargons der Eigentlichkeit?«
Nö. Schon eher solche Kaliber hier: »Ansonsten zeigen mir ihre links, wie wenig ich auf diesen Sumpf der bösen Absichten vorbereitet war.« Wenn die verfolgende Unschuld wieder einmal hausieren geht, macht man am besten einfach die Türen zu. |
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schrieb am
13.05.2011 um 18:27
@j-ap
Wer keine Argumente hat, sollte wirklich die Tür lieber zumachen. |
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Argumente gegen den Broder-Artikel hat Jacob Jung hier vorgelegt. So gehört das gemacht.
Wo bleiben Ihre? |
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schrieb am
14.05.2011 um 19:28
Beiträge, die Broders Verhalten zu erklären versuchen, die literarische und politische Zusammenhänge enthalten, sind also für Sie keine Argumente, die Beachtung verdienen?
Wenn das so ist, lohnt es sich nicht mit Ihnen zu diskutieren. Aber vielleicht können Sie ja mal Ihre Reaktionen auf andere Stellungnahmen mit Informationen statt mit persönlichen Angriffen versehen. Inhaltlicher Widerspruch ist förderlich, Pöbeleien sind öde. |
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»Beiträge, die Broders Verhalten zu erklären versuchen, die literarische und politische Zusammenhänge enthalten, sind also für Sie keine Argumente, die Beachtung verdienen?«
Sofern es sich dabei, wie in Ihrem Falle, um Beiträge handelt, die Broders Verhalten mit der Herkunft »erklären« wollen: Nein. |
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@Teresias
Warum müssen Sie den Broder als "Juden", und zwar im Sinne seiner unausweichlichen Herkunft, festnageln? Vielleicht meinen Sie auch, er sei, im Sartre'schen Sinne, "wie ein aufrechter Jude"? Sie schreiben oben: "Dieses Portrait des "aufrechten Juden" lässt sich auf Broders Erscheinung in der Öffentlichkeit übertragen. Broder spielt die Rolle des "aufrechten Juden", der sich der bösen Welt mit Entschlossenheit entgegensetzt, mit Bravour. (...) Man kann diese Einstellung auch pathologisch nennen. Ich dagegen halte es für sinnvoller, es als einen misslungenen Selbstheilungsversuch zu betrachten. Dabei muss man immer wieder bedenken, dass die Krankheitsursache nicht in ihm liegt." Mal davon abgesehen, dass Sie mit Ihrer, wohl wohlmeinenden (?), Psychologisierung des Verhaltens Broders, bei diesem besonders auf Granit beißen würden - wie wäre es, wenn Broder nun nicht diese Abkunft hätte? Sie kritisieren Broder ja. Daher, dass er nun aber Jude ist, haben Sie gleichermaßen Verständnis für ihn ("die Krankheitsursache liegt nicht bei ihm"). Daraus könnte man entwickeln: Der Jude kann tun was er will - er wird stets auf "den Juden" reduziert. Bösartiger Vorwurf und Verständnis für eigentlich unverständliches Tun geraten so schnell zu zwei Seiten ein und derselben Medaille. |
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Nachdem ich diesen Strang der Diskussion zwar verfolgt aber bisher nicht kommentiert habe, hole ich das nun nach.
Ich halte es im Rahmen der Rezension des Broder Artikels in der Welt und auch im Allgemeinen für völlig unerheblich, ob er Jude ist oder nicht. Da er dies in seinem Beitrag selber nicht zum Thema gemacht hat, sehe ich nicht den geringsten Anlass, diesen Aspekt zum Bestandteil der Diskussion zu machen. Ich würde nicht im Entferntesten auf den Gedanken kommen, Kritik oder Lob an seiner Arbeit mit seiner Herkunft oder der Herkunft seiner Eltern in Verbindung zu bringen. Und ich halte die Konstruktion solcher Zusammenhänge, egal in welche Richtung sie auch zielen, für unangemessen. Letztlich bietet der Text von Broder ausreichend Substanz zur sachlichen Auseinandersetzung auf der Basis der von ihm vorgebrachten Thesen und Einstellungen. |
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verehrter herr jung:
broder hat ja so recht, mit dem was er schreibt und ihr artikel beweist das wieder einmal! es ist doch selbstverstaendlich, dass man sich ueber den tod eines arschlochs freut, das tausende menschen auf dem gewissen hat! warum hier in deutschland jetzt ueber moral und internationales recht diskutiert wird - zumal es bin laden war, der sich ueber all das hinweggesetzt hat, ist unbegreiflich! das verstehen auch menschen aus anderen laendern, die hier in deutschland leben nicht. die sehen doch, was fuer heuchler wir sind: machen fast ein paar neokommunisten zu regierungschefs in bundeslaendern(siehe thueringen, sachsen-anhalt, kurz sa genannt) aber regen uns andererseits darueber auf, wenn die usa sich und ihre bevoelkerung vor einem terroristen schuetzen und dabei nicht auf unsere moralisch korrekte zustimmung warten koennen. und was uns deutsche angeht, hat broder sowieso recht: wir sind nicht die pazifisten, als die wir uns immer hinstellen - wir haben nur, wie oli kahn es ausdruecken wuerde, nicht die eier um zu uns selbst zu stehen. stattdessen machen wir staendig einen auf katharsis, nerven die ganze welt mit unserer "historischen schuld" und der "besonderen verantwortung", die sich angeblich daraus fuer uns ergibt. zum glueck gibt's noch leute wie broder, die das aussprechen und uns tatsaechlich(!!!) den spiegel vorhalten! |
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@john_mclean
"broder hat ja so recht, mit dem was er schreibt und ihr artikel beweist das wieder einmal!" Wieso beweist mein Artikel, dass Broder Recht hat? Ob man sich grundsätzlich am Tod eines Menschen erfreuen kann, ist eine Geschmacksfrage. Ich selber habe noch nie Freude daran empfunden, dass jemand gestorben ist. Maximal ist es mir gleichgültig. Hier geht es allerdings nicht nur um den Tod von Osama Bin Laden sondern um dessen Tötung. Die Regierung der USA beschließt, dass jemand den Tod verdient, dringt in ein fremdes Staatsgebiet ein und liquidiert dort jemanden. Fänden Sie es auch in Ordnung, wenn Navy Seals eine vergleichbare Aktion in Deutschland oder einem anderen europäischen Land durchführen würden? Und umgekehrt, was würden Sie davon halten, wenn staatliche Kräfte so genannter Schurkenstaaten eine solche Liquidierung auf dem Staatsgebiet der USA vornehmen würden? Wenn Sie das Recht behalten wollen, ein solches Vorgehen zu verurteilen, dann sollten auch Sie darauf bestehen, dass die Grundlagen des Völkerrechts eingehalten werden. Hier mit zweierlei Maß zu messen, weil man sich subjektiv im Recht fühlt, führt zu einer Aushöhlung genau der Statuten, auf deren Basis Sie mit gutem Recht die Verbrechen von Terroristen verurteilen. |
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verehrter herr jung,
es tut mir leid. ich gebe zu, dass es nicht einfach war, sich das, was ich im ersten kommentar geschrieben habe aus den fingern zu saugen. es ist gar nicht so einfach, so zu denken wie andere. bei vielen leuten lohnt es sich, es zumindest zu versuchen. zu diesen leuten zaehlt herr broder aber meiner meinung nach nicht. daher mein rat an sie: lassen ihn einfach machen - ausser konkurrenz sozusagen! henryk m. broder wird eines hoffentlich fernen tages im festen glauben, der einzig normale mensch in einem land voller spinner zu sein, abtreten. das sollten wir ihm lassen. ich persoenlich glaube ja sowieso manchmal, dass herr broder eine art reality-kabarettist ist. dass er irgendwann mal vor die kameras tritt und sagt: "und uebrigens: war doch alles nur spass!" und zum thema: ich kenne ein paar menschen in den usa und ich habe verstaendnis dafuer, dass sie eine art genugtuung nach dem tod bin ladens empfinden. auch wenn mir dieses gefuehl zuwider ist. zumal dann, wenn es von merkels, westerwelles und anderen kommt. und was die rechtsfrage und lage angeht: ich persoenlich bin der meinung, dass obl erst seit montag letzter woche tatsaechlich ein terrorist ist. vorher war...was? er ein verbrecher, ja. ein schlimmer verbrecher, ja. aber nicht mehr. terror ist, wenn wir, so wir es jetzt zu tun im begriff sind, aus angst vor einer potentiellen, nicht einmal einer konkreten, bedrohung, unsere eigenen regeln verbiegen und auf bestimmte personen/situationen angewandt fuer nicht gueltig oder durchsetzbar erklaeren. denn es sind diese regeln, die den unterschied zwischen ihnen und mir und anderen einerseits und personen wie obl andererseits ausmachen. aber auch das ist nur meine persoenliche meinung. vielleicht ist das idealistisch oder naiv oder beides. |
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@Jacob jung
Genau das ist es :Zweierlei Maß! In einem europäischen Staat westlicher Prägung wäre so eine Kommandoaktion nicht zu rechtfertigen, in Pakistan schon. Staaten sind doch nicht gleich Staaten.Man kann Terrorregimen doch nicht die gleichen Rechte zubilligen,wie westlichen Demokratien. |
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Da lasse ich doch lieber die Welt am deutschen Wesen genesen statt die deutschen "Gutmenschen" zu geißeln und grenzwertige Praktiken anderer Staaten zu verteidigen.
Wenn Broder nach altem Muster Feindbilder schafft, denke ich mir, nö, ich brauche keine Feindbilder. Ich glaube an Prinzipien, nicht an seine Polemik, die sich immer wieder neue Ziele sucht. Eine Zeit lang wilderte er bei Linken, jetzt sind die üblen Rechten und Rassisten auf seiner Seite. Am besten den alten Mann und das was er vertritt ignorieren und darauf achten, dass die eigene Polemik mit seiner nie deckungsgleich ist. |
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Lieber Herr J. Jung,
sehr schoener Beitrag, ich stimme ihnen und vielen Komentatoren mit ihrer Einschaetzung ueberein, ich will hier nur noch mal meine Gedanken uebers “Warum?” einfliessen lassen. Warum steckt ploetzlich in jedem Broder ein kleiner Sarrazin? Hat er Probleme beim Finanzamt? Mitnichten. Das ist meiner bescheidenen Meinung nach das Resultat von der Chefredaktionen. Natuerlich kaempft JEDE deutsche Tageszeitung unter schwindenden Auflagen bzw. Anzeigenkunden. Aber jeder versucht auf seine Weise gegenzustaeuern. Im “Die Welt” Fall: ...”erste Quartal 2011 zeigt mal wieder ein eher tristes Bild. Bei den überregionalen Tageszeitungen verlieren 'Welt /Welt Kompakt' 1,9 % Auflage zum Vorjahr”..., also Aermel hoch und Polarisieren, da kann man sich den Chefredakteur von der Welt Jan-Eric Peters richtig vorstellen, wie er im Januar oder Februar 2011 ein Standpauke an die Redaktion gehalten hat: “Wir muessen agressiver werden”, oder “Schluss mit Lustig” oder aehnlichem. Das natuerlich die Holtzbrinks und Burdas etc. Gleiches von ihrem Mitarbeitern erwarten ist klar. Aber da kommt eben so ein Broder-Joker zum Einsatz, viele polarisierende Saetze, nett und professionell in einen Satz gesteckt ...” Viele Deutsche leiden nicht nur unter wetterbedingten Stimmungsschwankungen; sie sind manisch depressiv, und das in einem Ausmaß, das auf eine Unheilbarkeit des Leidens hindeutet”... die SO nichtssagend unterhaltsam sind, das konnte schon die Ingrid Steeger im “Klimbim” (“umgangssprachlicher Ausdruck für unnützes Beiwerk oder Getue”) besser. Auch bei inhaltlicher Analyse Broders reicht ein Brennglas oder eine zerdepperter Bierflasche, und kein Mikroskop, um solche Plattitueden zu erkennen: ...”Allesversteher, die Selbstmordattentätern zugutehalten, dass sie gar nicht anders können, als sich in Zügen und Cafés in die Luft zu sprengen, ziehen plötzlich das Fünfte Gebot aus dem Kulturbeutel: „Du sollst nicht töten!“ ... Das kann aber Harald Schmidt besser, dafuer brauche ich keinen Broder in der “Welt”... Um's im Bohlischen auszudruecken (“der ist wenigstens ehrlich, Kohle”): Sarrazin sollte Chefredakteur in der Welt werden und Broder Vorstandsvorsitzender der deutschen Bundesbank... LG |
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@tlacuache
Ich lache grade immer noch über die Vorstellung, dass Ingrid Steeger in einer Neuauflage von Klimbin Texte von Broder liest. Auch ansonsten stimme ich zu und wünsche einen schönen Tag. |
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Lieber Jacob Jung,
das, was die Wunde ausmacht, ist der Deutschen eigenes blutbeschmiertes Messer - gegen die anderen und gegen sich selbst gerichtet. Broder hat das klasse analysiert .. und jene Schärfe der Klinge gefühlt .. שלום Amanda Donata |
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schrieb am
13.05.2011 um 14:31
@ Amanda Donata
Mit Ihrem Kommentar, beweisen Sie, dass alles stimmt, was ich weiter oben zur Diskussion gestellt haben: Die medialen Unterstützer Broders suchen den Kampf mit allen Mitteln. Nicht das Argument, sondern die Beleidigung ist ihre einzige Waffe. |
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Amanda Donata schrieb am 13.05.2011 um 14:13
????? Sehr Reichhaltig, ihr Kommentar, sozusagen "Welterklaererisch"... ????? Musikantenstadlmaessig, zum blutverschmierten Messer: Schade, ich bin Bj. 1965, ich waere gerne noch U-Boot Fahrer in der Wehrmacht geworden ?!?!?! Zu : שלום Me lleva la chingada, ní entendió ní un PINCHE palabra. ¡Que bueno! Allende wurde auch noch von den Nazis und nicht von den Amis umgelegt, na ja, so 27 Jahre spaeter jedenfalls. BlubberBlaBla ¿What? |
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?????tlacuache ????? .. bla bla bla ..
Eure Selbstherrlichkeit schrieben: "Schade, ich bin Bj. 1965, ich waere gerne noch U-Boot Fahrer in der Wehrmacht geworden .." lol .. |
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... "Eure Selbstherrlichkeit schrieben: "Schade, ich bin Bj. 1965, ich waere gerne noch U-Boot Fahrer in der Wehrmacht geworden .." , ach so, dass wird jetzt noch Ernst genommen? Ja Ernst ist 3 Jahre alt...
Au Weia, ich mach' jetzt bei der NPD noch schnell den U - Boot Schein, deshalb schreib' ich beim Freitag und nicht im "Volkssturm", meine "Selbstherrlichkeit", mein Traumberuf war sowieso KZ - Waechter, sach' mal? alle Tassen im Schrank ??? Ach so, ich hab' vergessen, "Mein Kampf" uebersetze ich gerade in "Arrernte", Australien, als indigenes Volk hetzen die sozusagen nach den Volksweisheiten vom "Führer"... |
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Als Nazihobbyanthropologe:
Nachdem schon 1 Million Exemplare von "mein Kampf" bei den Picunche, Huilliche und die Pehuenches (Chile), Kollas in Jujuy und Salta (Argentinien), Tasiilaq und Ittoqqortoormiit (Ostgrönländer), Merina (Madagaskar) und VIELE VIELE andere mehr erfolgreich uebersetzt wurden, sozusagen als Buchstabenmillionaer, kann ich mir endlich die wohlverdiente Piña Colada in den Hals schuetten... |
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@Amanda Donata
@tlacuache Worüber sprecht Ihr beiden da eigentlich? Ich komme nicht mehr ganz mit. |
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...das was tlacuache schreibt, versteht eh nur EINER, er selbst!
@him: Jetzt weiß ich immer noch nicht in welchem Land Sie leben?(H-Milch 1€,usw.) |
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...das was tlacuache schreibt, versteht eh nur EINER, er selbst;)!
@him: Jetzt weiß ich immer noch nicht in welchem Land Sie leben?(H-Milch 1€,usw.) |
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@ Daniel Meister
Dass hat keinen Zweck mit uns, also schreiben Sie was Sie wollen und ich schreibe was ich will, lass' uns einfach aus dem Weg gehen, O.K.? Ich habe, genauso wie Sie denke ich, keine Lust mehr Energie darauf zu verschenden. M.f.G |
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@tlacuache
Jetzt unterschätzen Sie mal meine Energie nicht;)! Ich seh das so: Wir haben uns so einige Dinge um die Ohren gehauen, aber wenn Ihnen die Argumente ausgehen, bzw. wenn Sie mit unangenehmen Fragen konfrontiert werden, ziehen Sie sich zurück. Sie "diskutieren" dann lieber mit Leuten, die sowieso Ihrer Meinung sind und nur in Detailfragen etwas anders denken. Das nenn ich mal Debattierkultur;)! MFG |
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@ Daniel Meister
Ich hab' Dir die Friedenspfeife angeboten, du Milchgesicht, es gibt hier Blogger, die wissen schon laengst wo ich lebe, und das nur aus Lebenserfahrung was ich bisher so geschrieben habe, die "Argumente" kannst du Dir sparen, da fehlen Dir noch so an die 17 Jahre Lebenserfahrung, zu deiner "Energie" sage ich nur soviel, wenn du weiter so einen Schmarrn argumentierst ohne zu reflexionieren, was Du eben NICHT tust, wirst Du sehr schnell "ALT", weil du dazu bisher nicht in der Lage bist. Ich bin dazu immer noch in der Lage, Kritik einzustecken und drueber Nachzudenken, das mit dem "Denken" ist bei Dir noch nicht weit gekommen, aber da sprechen wir uns in 20 Jahren wieder, wenn Dir nicht die Luft ausgegangen ist. Ich kenne 2 Kulturen ganz genau, du kennst noch nicht mal deine "Eigene", ich habe 35 Jahre Deutschland "auf dem Buckel", war schon zu "Deutschlandzeiten viel in der Weltgeschichte unterwegs" UND noch 10 Jahre ganz woanders, und DU willst mir erklaeren, wie der Laden läuft? Das reicht jetzt bitteschön... |
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@tlacuache
Lieber Mann, jetzt weiß ich also, dass Sie "alt" sind, zwei Kulturen kennen und darüberhinaus viel gereist sind. Na und? Alt ist nicht gleich weise und berechtigt zu einer derart selbstgefälligen und arroganten Antwort. Ich kann mir auch ein bisschen zusammenreimen, wo Sie leben, aber ich hätte halt mal gerne gewusst, welches lateinamerikanische Land Sie so negativ geprägt hat?! "Einstecken"? Dass ich nicht lache;)! Sie werden doch gleich immer ausfallend und stellen beleidigende Behauptungen auf. Als ob ich meine "eigene Kultur" nicht "kennen" würde, nur weil ich diese anders sehe als Sie. Seit wann ist Lebenserfahrung (Sie wissen ja gar nicht wie alt ich bin) gleichbedeutend mit Intelligenz...da kenne ich aber viele intelligente Leute. "Pina Colada"... so schlecht geht es Ihnen wohl nicht:) Wahrscheinlich sind Sie so ein " Salonrevoluzzer".Dann mal Grüße an die Copacabana;) |
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Jacob Jung ist einem Broder intellektuell nicht gewachsen, und versucht deswegen Treffer mit dem Kopf in der Bauchgegend des Gegenübers zu landen. Das führt dann zu haltlosen Vorwürfen wie z.B.
Broder führt hierzu lediglich an, dass dem Bundesausschuss zu dem Blutbad in Syrien bislang nichts Relevantes eingefallen sei und verschweigt seinen Lesern hierbei unter anderem diese Erklärung der AG Friedensforschung. Das "Relevante" was Broder hier angeblich dem Leser verschweigt, ist eine Agenturmeldung (aus Neues Deutschland, 7. Mai 2011), eine Randnotiz. |
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Hallo Querdenker,
ich bin da nicht faul, da ich keinen Zugang zur Printausgabe habe, und nur ein bisschen im Netz gebuddelt habe, ich fand' da nur: 07.05.2011, Von Karlen Vesper Der Sergeant aus Hannover 07.05.2011, Von René Heilig Unglückssegler legte wieder in Kiel an 07.05.2011 Verfassungsgericht lässt Bildu wieder zu Baskisches Bündnis kann doch kandidieren "07.05.2011 / Ausland Gemeinsames Gebet für den Nahostfrieden Aktion von Israelis und Palästinensern geplant Genf (epd/ND). Israelis und Palästinenser wollen gemeinsam in Jerusalem sowie im Westjordanland vor israelischen Siedlungen und der Trennungsmauer für Frieden und Aussöhnung zwischen den Völkern beten. Die Gebete sollen während der »weltweiten Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel« vom 29. Mai bis zum 4. Juni stattfinden, teilte der Weltkirchenrat am Freitag in Genf mit. Es handele sich um eine Initiative des »Ökumenischen Forums für Israel/Palästina«. Der Fokus der Woche liege auf Jerusalem. Campact - Vorratsdatenspeicherung Zudem sollen während der weltweiten Aktionswoche Bildungsveranstaltungen und Diskussionen zwischen Israelis und Palästinensern stattfinden, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) weiter. Während der Woche sollen Menschen auch in anderen Ländern für den Frieden zwischen den Parteien im Nahostkonflikt beten. Der ÖRK betonte, dass die blockierten Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern wieder belebt werden müssten. Die Israelis sollten die Besatzung palästinensischer Gebiete beenden, forderte der Weltkirchenrat weiter. Der Dachverband von 350 christlichen Kirchen warf der israelischen Regierung vor, durch ihre Besatzungspolitik die Zukunft von Jerusalem als Heimat von Christen, Juden und Muslimen zu gefährden". Meinten Sie den? Wenn der gemeint ist: Ja, ich bete mit! Ooooh, Falsch, Dann mal Link bitte, Dankeschön |
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"In diesem Sinne ist Henry M. Broder wohl ein guter Springer-Mitarbeiter".
Und Sie? - Ein schlechter "Freitag"-Mitschreiberling |
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Und Sie haben jetzt wirklich geschlagene fünf Monate gebraucht, um das herauszubekommen? Respekt!
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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