Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

21.05.2011 | 14:10

Kriminalstatistik 2011: Friedrich fordert Vorratsdatenspeicherung

21.05.2011 - Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich gehört nicht zu den Politikern, die es zwanghaft in die Öffentlichkeit drängt. Der CSU-Politiker wirkt lieber im Hintergrund und äußert sich nur dann vor einem großen Publikum, wenn es um seine beiden Lieblingsthemen, die von Islamisierung bedrohte Leitkultur und die Vorratsdatenspeicherung, geht.

Gestern stellte Friedrich in Berlin die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2010 vor. Verbunden mit einem herzlichen Dankeschön an die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in Bund und Ländern lobte der Innenminister die Rekordaufklärungsquote von 56 Prozent.

 

Unter allen Straftaten, die in der Kriminalstatistik aufgeführt sind, hebt Friedrich vor allem die Internetkriminalität hervor. In der Presseerklärung des Bundesinnenministeriums vom 20.05.2011 heißt es hierzu: „Auffällig ist der Anstieg bei Straftaten, die über das Internet begangen wurden. Zwischen 2009 und 2010 ist ein Anstieg um 8,1 Prozent zu verzeichnen“.

Überprüft man die Statistik des Bundeskriminalamts, dann stellt man fest, dass es sich bei 81,6 Prozent der unter Internetkriminalität angeführten Straftaten um reine Betrugsdelikte handelt. Der Klassiker im Internet sind dabei Bestellungen per Vorkasse in Online-Shops ohne Impressum. Dies entspricht in der Offline-Welt einem Verbraucher, der einem völlig Unbekannten auf der Straße Geld und seine Adresse gibt, weil der Fremde verspricht, er würde irgend wann später eine Ware anliefern.

Zieht man die reinen Betrugsdelikte von den als Internetkriminalität ausgewiesenen Straftaten der Polizeistatistik ab, so verbleiben 41.080 registrierte Fälle. Dies entspricht einem Anteil von 0,69 Prozent aller in der Statistik erfassten Straftaten. Anders gesagt beträgt die Wahrscheinlichkeit als Internetnutzer in Deutschland einem Kriminellen zum Opfer zu fallen exakt 0,08 Prozent.

Dennoch zieht Innenminister Friedrich genau diese statistische Position heran, um erneut eine zügige Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland zu fordern. Presse und Medien zitieren ungeprüft die Kriminalstatistik und die entsprechenden Aussagen den Innenministeriums. In der Öffentlichkeit wird so der Eindruck erzeugt, dass die Internetkriminalität eine unkontrolliert wachsende Bedrohung darstellt, der man ausschließlich durch die massenhafte Speicherung von Kommunikationsdaten begegnen kann.

 

Dieser Text ist ein Auszug aus einem Artikel von Jacob Jung.

Hier geht es zu dem vollständigen Artikel und zum Download der polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2010.

Jacob Jung Blog, 05/2011


 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
eykiway schrieb am 22.05.2011 um 15:24
Werter Jakob Jung
Voratsdaten Speicherung dient nur um uns zugängeln zu kontrolieren und uns zu konditionieren.
Beispiel wegen dem bösen osam bin laden gibt es jetz
Passagier Flugdaten überwachung
Fatzit in den EXPAT FOREN herscht das böse entsetzen und Zorn über diesen Drecks Staat
wer nehmlich länger als 183 Tage die Europaische Union verlässt per Flugzeug wird in seiner Gemeinde ZWANGSABGEMELDET die Krankenkasse wird informiert das man sein Lebens Umfeld nicht mehr in Deutschland hat und somit trotz beitrags Zahlungen keinen Anspruch an versicherungsschutz besteht.
Ps das man Steuerpflichtig ist als selbsverständlich anzusehen.
wbieber schrieb am 23.05.2011 um 10:44
Vorratsdatenspeicherung bringt gar nichts! Das unkontrollierte Ansammeln von Daten durch Internetprovider kostet Unsummen an Geld und bringt keine positiven Effekte bei der Verbrechensbekämpfung. Wozu wir Vorratsdatenspeicherung brauchen, bleibt dem gesunden Menschenverstand verschlossen:
bit.ly/jfW1yw
Jacob Jung
Außenpolitik, Atompolitik, Arbeitspolitik und Sozialpolitik: Beiträge zur Zeitgeschichte.
Mitglied seit:
1 Jahr 9 Wochen
Zuletzt aktiv:
12.03.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 250
Kommentare: 510
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
01:23
Georg von Grote hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
01:23
Islamijaa hat gerade einen Kommentar geschrieben.
01:15
j.kelim hat gerade einen Kommentar geschrieben.
00:50
Joachim Petrick hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
00:39
Lethe hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG