Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

07.04.2011 | 17:07

Nach der Wahl ist nach der Wahl: Libyen light

07.04.2011 - Manchmal ärgere ich mich. Eigentlich immer dann, wenn etwas eintrifft, womit ich eigentlich hätte rechnen müssen. Dann ertappe ich mich nämlich selber dabei, dass ich mich weich und versöhnlich der Hoffnung hingegeben habe, es wäre nich alles so abgekartet, so geplant und so berechnet, wie es scheint.

Immerhin: Mein Welt- und Menschenbild ist gänzlich wieder hergestellt, nachdem ich heute gelesen habe, dass die Bundesregierung den Bundestag nun doch um ein Mandat für Libyen bitten will. Der Tagesspiegel hat es zuerst berichtet, die SZ hat es aufgegriffen und inzwischen pfeifen es immer mehr mediale Spatzen von ihren virtuellen Dächern:

Demnach handelt es sich um den Plan, eine Hilfsaktion für die notleidende libysche Bevölkerung militärisch abzusichern.

Deutschland rüstet sich nun also kurz nach den Wahlen in BW und RP doch für den Einsatz in Libyen. Natürlich ausschließlich im Rahmen einer Hilfs- und Friedensmission. In unserem Zeitalter werden Kriege ja ausschließlich im Sinne des Friedens geführt.

Gut, dass ich mich jetzt zumindest nicht mehr darüber ärgern muss, dass die Regierung nicht exakt das tut, was man von ihr erwartet: Dem potentiellen Wähler bei Bedarf kurz aufs Maul schauen und sich in den kurzen Pausen zwischen den Wahlkämpfen sorgfältig und verlässlich um die Pflege der Lobbys kümmern.

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 07.04.2011 um 19:05
Die Inkonsequenz der Politik ist ja oft genauso inkonsequent, wie die Kritiker, die idealistische Lösungsansätze fordern aber mit tragbaren Alternativen sparen, was dann nur in Stagnation endet. Aber ein Status quo ist wirklich keine Alternative. Das ist wie beim Aikido. Im Fall Libyen ist diese Stagnation jedoch wegen der zögerlichen Bombardierung bereits eingetreten. Westerwelle hat den ersten Preis für seine vollkommen unverständliche Entscheidung schon bezahlt, wenn er jetzt auch noch als Außenminister verschwindet würde ihm sicher kaum jemand eine Träne nachweinen.
Rahab schrieb am 07.04.2011 um 20:00
wenn die dann so viele nicht-kombattanten mitnehmen, wie in die flieger und schiffe reinpassen!

wenn das ganze manöver aber dazu dienen soll, die leute nur noch weiter in die wüste reinzutreiben, dann nicht!

das ganze ist übrigens ein EU-ratsbeschluß auf vorrat, im eilverfahren zustandegekommen

und dass der BT gefragt wird ist nur der versuch, die militärische- migranten-bekämpfungspolitik als humanitär zu verkaufen....
Gold Star For Robot Boy schrieb am 07.04.2011 um 22:08
Das ganze riecht natürlich nach mission creap. Aber was solls, vielleicht können die Uniformierten ja zur Abwechslung Sinnvolles tun. Aber Vorsicht wenn Flugzeuge nahen !

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Libyan rebels near Ajdabiya 'killed in Nato air strike'

Die Tagesschau um 20 Uhr setzte noch ein dickes Fragezeichen
hinter die Bombardierung der Rebellen. Die NATO prüfe noch.
Ich dachte die NO FLY ZONE wäre durchgesetzt ? Wer sonst kann dort momentan noch aus der Luft bombardieren ?

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