Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

22.04.2011 | 17:56

Nahles erklärt Sarrazins Parteiverbleib mit Verantwortungsbewusstsein

22.04.2011 - Eigentlich hatten die Teilnehmer an der gestrigen Schiedskommission zum Parteiausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin Stillschweigen vereinbart. SPD Generalsektretärin Andrea Nahles begründete das gestrige Zurückziehen der Ausschlussanträge dennoch gegenüber der Welt online mit der Verantwortung für die Partei.

 

Auf dem außerordentlichen Bundesparteitag der SPD 2010 in Berlin hatte sich das noch etwas anders angehört. Hier sagte Nahles in Bezug auf Thilo Sarrazin:

„Es gibt einen Kern von Wertvorstellungen, die in der SPD nun einmal nicht zur Disposition stehen. Meinungsfreiheit: Ja. Aber ein reaktionäres Menschenbild im Namen der SPD: Dazu sagen wir Nein“

(Quelle: spd.de)

 

Heute veröffentlichte Welt online dann die Erklärung der Generalsekretärin zu Sarrazins Verbleib bei den Sozialdemokraten:

Die unabhängige Schiedskommission habe zum Ende der Beratungen „einen Vorschlag für eine Erklärung von Thilo Sarrazin vorgelegt und er hat diese angenommen. Daraufhin haben die Antragsteller ihre Anträge zurückgezogen. Wir haben dies in gemeinsamer Verantwortung für die SPD getan.“

(Quelle: welt.de)

 

Mehr zum Thema gibt es hier.

 

 

 

 

 
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Kommentare
Knüppel schrieb am 22.04.2011 um 19:07
Die SPD ist schnell beim Rausschmiß "linker Störenfriede" ...
www.sueddeutsche.de/politik/verbannte-der-partei-die-heilige-inquisition-der-spd-1.589555

und unerträglich inkonsequent, wenn es um Rechtspopulisten geht, denn ...

"(...) Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie (...) Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören (...) So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen (...)
Quelle: Kurt Tucholsky unter seinem Pseudonym 'Peter Panter' in 'Die Weltbühne', 19.07.1932, Nr. 29, S. 98
Knüppel schrieb am 23.04.2011 um 09:43
"(...) Die SPD schafft sich ab
KOMMENTAR VON DANIEL BAX

Was muß Sarrazin noch tun, um aus seiner Partei zu fliegen? Den Hitlerguß zeigen? Nackt durch Berlin-Neukölln rennen, um Muslime zu provozieren? Oder zur Wahl einer anderen Partei aufrufen wie einst Wolfgang Clement? Mit ihrem Verzicht, Thilo Sarrazin aus der Partei zu werfen, hat sich die SPD zum Gespött gemacht (...)

(...) Selbst die Berliner CDU zeigte gegenüber antimuslimischer Hetze deutlich weniger Geduld, als sie 2010 den Abgeordneten René Stadtkewitz aus der Partei schmiss. Die Botschaft der SPD dagegen lautet nun: Menschenverachtung ist bei uns schon okay, so lange sie sich "nur" gegen Muslime richtet. So macht man Rassismus salonfähig.

Früher war die SPD unter Einwanderern die mit Abstand beliebteste Partei. Doch heute tut sie sich seltsam schwer mit der Integration. Kein einziger Migrant hat bei ihr eine Führungsposition inne; zuletzt vermasselte sie es in Hamburg, einen Minister mit Migrationshintergrund zu ernennen. Mit ihrem Kotau vor Sarrazin ist sie für Migranten unwählbar geworden (...)"

Quelle: www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/die-spd-schafft-sich-ab/
KalleWirsch schrieb am 23.04.2011 um 11:16
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die SPD sich noch peinlicher verhält als letztes Jahr. Aber sie haben es geschafft. Wenn es noch ein Restglaubwürdigkeit meinerseits bezüglich der SPD gab, dann ist sie hiermit hinfällig.

Gerne dokumentiere ich nochmal die Reaktionen der SPD im letzten Jahr zu einer E-Mail Anfrage im letzten Jahr (2.Link)

www.freitag.de/community/blogs/kallewirsch/gauleiter-sarrazin-schlaegt-wieder-zu

www.freitag.de/community/blogs/kallewirsch/anfrage-zum-fall-sarrazin---reaktion-und-nichtreaktion-der-spd
Jacob Jung
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