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01.05.2011 - Am 26.04.2011 hat der iranische Fernsehsender PressTV ein Interview mit Dr. Paul Craig Roberts, dem ehemaligen US Vize-Finanzminister der Regierung Reagan, geführt. Roberts sieht in der Intervention in Libyen vor allem den Versuch der USA, das Wirtschaftswachstum der Chinesen zu bremsen. Die Rolle der US-Geheimdienste im Zusammenhang mit den Aufständen in Syrien interpretiert Roberts als Maßnahme gegen die russische Militärpräsenz im Mittelmeerraum.
Insgesamt sieht Roberts die deutliche Gefahr eines Krieges zwischen den USA, China und Russland und wirft der amerikanischen Regierung einen waghalsigen und leichtsinnigen Umgang mit den beiden mächtigen Ländern vor.
Hier die deutsche Fassung des Interviews. Übersetzung: Jacob Jung
Während die Aufstände in Tunesien und Ägypten für die USA eher unerwartet erfolgten gibt es Spekulationen darüber, dass die Amerikaner selber hinter den Revolten in Libyen und Syrien stecken. Russland und China beobachten diese Entwicklung kritisch.
Press TV spricht mit Dr. Paul Craig Roberts, ehemaliger Vize-Finanzminister der Reagan-Regierung, der einen Einblick in die größeren Zusammenhänge der amerikanischen Hegemonial-Strategie gibt, die russische und chinesische Interessen ernsthaft gefährdet.
Press TV: Es gibt Gerüchte darüber, dass Washington in Betracht zieht, die Rebellen in Libyen mit Waffen auszurüsten. Denken Sie, dass das eine gute Idee ist?
Dr. Paul Craig Roberts: Sie versorgen sie bereits mit Waffen und das ist das Besondere an der libyschen Revolte. Das ist kein friedlicher Aufstand. Er spielt sich nicht in der Hauptstadt ab. Es handelt sich um eine bewaffnete Revolte, die vom Osten Libyens ausgeht. Und wir wissen bereits, dass die CIA an Bodenaktivitäten beteiligt ist. Also sind sie bereits bewaffnet.
Press TV: Wie beurteilen Sie diese militärische Intervention im Vergleich zu den Vorgängen in Bahrain?
Dr. Paul Craig Roberts: Die USA haben kein Interesse daran, die Regierungen in Bahrain oder in Saudi Arabien zu stürzen, obwohl beide Regierungen mit Gewalt gegen Demonstranten vorgehen. Sie sind unsere Marionetten und wir unterhalten in Bahrain einen großen Marinestützpunkt.
Wir sind an einem Sturz von Gaddafi und Assad in Syrien interessiert, weil wir Russland und China aus der Mittelmeerregion vertreiben wollen. China hat im Osten Libyens enorme Investitionen im Energiesektor getätigt, ebenso wie in Angola oder Nigeria, um seinen Energiebedarf zu decken. Wir erleben die amerikanischen Anstrengungen, China diese Ressourcen streitig zu machen, ähnlich wie es Washington und London in den 1930er Jahren gegenüber Japan getan haben.
An den Protesten in Syrien - durch Wikileaks wissen wir von der US-amerikanischen Beteiligung an den Aufständen - sind wir interessiert, weil Russland in Syrien eine große Marinebasis unterhält und hierdurch in der Mittelmeerregion präsent ist. Sie sehen also, dass die Intervention in Libyen und das Bestreben auch in Syrien einzugreifen für Washington mit der Absicht verbunden ist, die Russen und Chinesen dort loszuwerden.
Insofern äußern sich die USA nicht über den Umgang der Saudis mit Demonstranten oder über die Gewalt, die in Bahrain gegen Aufständische angewandt wird.
Press TV: Wollen Sie damit sagen, dass es bei den Angriffen gegen Libyen um Öl geht?
Dr. Paul Craig Roberts: Es ist nicht nur das Öl. Es ist vielmehr das Eindringen von China in Afrika, zur Sicherstellung der Versorgung seines Energiebedarfs. Vielleicht kennen sie den Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF), der besagt, dass das „Amerikanische Zeitalter“ vorüber ist. Die amerikanische Wirtschaft wird bereits in fünf Jahren von China überholt werden. Damit werden sich die USA von der größten zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht entwickeln. Eines der von Washington verfolgten Ziele besteht also darin, die militärischen und strategischen Fähigkeiten der USA zu nutzen, um den Erwerb von Ressourcen durch China zu blockieren und so die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft zu verlangsamen.
Das ist der Hauptgrund dafür, dass die CIA in Libyen aktiv wurde, dass der Aufstand im Osten und nicht, wie in den anderem arabischen Ländern, in der Hauptstadt ausbrach und dass es ein bewaffneter Aufstand ist.
Press TV: Denken Sie, dass Libyens diplomatische Isolation der Hauptgrund für die militärische Intervention gewesen ist?
Dr. Paul Craig Roberts: Ich halte das nicht für den hauptsächlichen Grund. Dieser lag vielmehr in der Verdrängung Chinas aus Libyen und das erleben wir ja aktuell. Von den ursprünglich 30.000 Chinesen in Libyen wurden bereits 29.000 evakuiert.
Zweitens ist die militärische Intervention die Quittung für Gaddafis Weigerung, der US Africa Command (AfriComm.) beizutreten. Diese ist seit 2008 als militärische Reaktion auf das Eindringen Chinas in Afrika aktiv und Gaddafi hat seine Teilnahme mit der Begründung abgelehnt, dass es sich hierbei um einen imperialistischen Akt handeln würde, der das Ziel verfolgt einen ganzen Kontinent zu kaufen.
Ein dritter Grund besteht in der Tatsache, dass Gaddafi in Libyen einen wichtigen Teil der Mittelmeerküste kontrolliert, ebenso wie Syrien.
Ich denke, dass diese beiden Länder der amerikanischen Führungsrolle in der Mittelmeerregion im Wege stehen und natürlich wollen die USA dort weder eine starke russische Flotte noch die Beanspruchung von Energieressourcen durch China.
Die Revolten in Tunesien und Ägypten erfolgten für die USA noch unerwartet. Man hat hier aber schnell verstanden, dass man die Aufstände in der arabischen Welt nutzen kann, um Russland und China aus der Region zu vertreiben. Die USA wollten keine direkte Konfrontation. Also haben sie die Proteste selber mitentwickelt.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass die CIA im Osten von Libyen seit einiger Zeit Konflikte geschürt hat. Und aus Veröffentlichungen von Wikileaks wissen wir, dass die USA an dem Ausbruch der Revolte in Syrien beteiligt sind.
An den Aufständen in Ägypten, Bahrain, Tunesien und Saudi Arabien sind die USA nicht beteiligt. Allerdings tragen wir die Verantwortung für die Unruhen im Jemen, weil wir dort Drohnen eingesetzt und Schläge gegen verschiedene Stämme ausgeführt haben.
Insgesamt haben die USA bei den Ereignissen in Libyen und Syrien ihre Hände im Spiel. Dabei geht es um die Organisation der Proteste, die Finanzierung der Aufstände und so weiter. Es gibt immer unzufrieden Menschen, die gekauft und mit Versprechungen gelockt werden können.
Press TV: In Libyen werden jetzt Drohnen eingesetzt. Technisch ist es aufgrund der begrenzten Reichweite nicht möglich, dass sie von Italien aus starten. Von wo aus werden die Drohnen gesteuert?
Dr. Paul Craig Roberts: Ich weiß es nicht. Möglicherweise von amerikanischen Marineschiffen aus. Ich glaube, dass der letzte Bericht über Drohnen von einem Marineoffizier stammte.
Ich möchte dem Gespräch aber etwas hinzufügen. Wahrscheinlich besteht das größte Risiko – und das wird bisher ignoriert – in der chinesischen Haltung. Chinesische Unternehmen verlieren durch die Intervention Hunderte von Millionen US-Dollar. Sie betreiben dort 50 große Investitionen, die durchgängig scheitern. Natürlich wird das durch China als Angriff wahrgenommen. Die Chinesen geben sich keinen Illusionen hin. Sie lesen weder die New York Times noch die Washington Post und sie glauben diesen ganzen Mist nicht. Alles was sie sehen ist ein Angriff der Amerikaner gegen China.
Press TV: Wollen Sie damit sagen, dass die USA China wirtschaftlich aushebeln und die Investitionen durch amerikanische Firmen übernehmen wollen?
Dr. Paul Craig Roberts: Ja, das ist richtig. Und ich denke, dass die Russen beginnen zu begreifen, dass die gesamten Geschehnisse in Syrien gegen Russland und seine militärische Basis dort gerichtet sind.
Was die USA also tatsächlich tun ist der Aufbau einer Gegnerschaft zu zwei großen Ländern: China hat eine leistungsfähigere Wirtschaft als die USA, nicht zuletzt, weil die Menschen dort Arbeit haben. Russland verfügt über ein unbegrenztes Arsenal an Atomwaffen. Wir haben damit begonnen, sehr starke Länder auf sehr waghalsige Weise unter Druck zu setzen. Unser Verhalten ist leichtsinnig und gefährlich.
Sobald Russland und China zu dem Schluss gelangen, dass man die Amerikaner nicht mit rationalen Mitteln in den Griff bekommen kann, ist der Weg für alle Arten von Eskalationen geöffnet, mit denen die USA bezwungen werden können. Hier liegt die tatsächliche Gefahr: Wir riskieren einen großen Krieg.
Press TV: (Italien ist stark auf libysches Öl angewiesen) Was hat es mit der Rolle Italiens (als Teil der NATO) in Libyen auf sich?
Dr. Paul Craig Roberts: Das bringt uns zu einer anderen, beispiellosen Eigenschaft der Intervention in Libyen. Wie kommt die NATO dazu, in einem Krieg in Afrika zu kämpfen? Die NATO wurde gegründet, um Westeuropa gegen eine mögliche Invasion der Sowjets zu schützen. Die Sowjetunion existiert seit 20 Jahren nicht mehr. In der Folge wurde das Bündnis durch die USA und das Pentagon gesteuert und zur Hilfskraft der Amerikaner gemacht. Und jetzt beteiligt sich die NATO an einem Angriffskrieg in Afrika, einem aggressiven Angriffskrieg.
Es handelt sich hier um eine ungewöhnliche Entwicklung und es stellt sich Frage, aus welchem Grund dies geschieht. Die USA haben die NATO weder in Ägypten oder Tunesien eingesetzt und werden es natürlich auch nicht in Saudi Arabien oder in Bahrain tun. Wir erkennen also etwas sehr Ungewöhnliches: Die NATO im Krieg in Afrika. Das bedarf einer Erklärung.
[Originalquelle: Interview bei PressTV]
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Man kann Konflikte natürlich auch herbei reden, ausgerechnet ein REP will da Ängste schüren, dahinter sollte man nichts als Wahlkampf gegen Obama sehen.
Wenn Libyen für Russland und China auch nur die geringste Bedeutung hätte, dann wäre keine Enthaltung zum Lufteinsatz gekommen, sondern ein entschiedenes NEIN. Nach der Abstimmung mit 5 Enthaltungen müsste sich ja auch Deutschland zu den potentiellen Kriegsgegnern der USA einreihen. Genau so unsinnig ist das auch für Russland und China. Libyen ist nicht Kuba und der Kalte Krieg ist auch Geschichte. |
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@Mischen possibel
Roberts nahm zwar in der Regierung Reagan eine hohe Position ein, hat sich aber während der Bush-Ära deutlich von der republikanischen Regierungslinie distanziert. Die mangelnde Bedeutung des Libyen-Konfliktes für Russland und China würde ich bestreiten. Nach dem NATO Angriff auf das Haus des jüngsten Gaddafi-Sohns in der Nacht von Samstag auf Sonntag, bei dem dieser nach libyschen Angaben getötet wurde, hat das russische Außenministerium heute die sofortige Einstellung der Luftangriffe auf Libyen gefordert und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Intervention geäußert. |
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schrieb am
01.05.2011 um 18:01
Na ja, Lippenbekenntnisse gehören doch zum politischen Handwerk, für mich ist das alles bestenfalls Theaterdonner.
Gaddafi sollte lieber mal über sein Verhalten nachdenken, denn er hat es in der Hand, wann die Luftangriffe eingestellt werden. Seine Söhne und deren Kinder könnten noch leben, wenn er nur wollte, denn eins dürfte doch selbst ihm klar sein: ein Zurück mit Gaddafi wird es nicht geben. Wenn ihm also seine Macht wichtiger ist als das leben seiner Söhne und Enkelkinder (von den anderen Opfern gar nicht zu reden), dann fehlt mir dafür jedenfalls das Verständnis. Verhandelbar ist die Position Gaddafis jedenfalls schon längst nicht mehr. |
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@Mischen possibel
Ohne Zweifel finden wir in Libyen eine verfahrene Situation vor, wobei sich das Verhalten von Gaddafi während der letzten vier Jahrzehnte nicht wesentlich verändert hat. Der Unterschied ist, dass die westlichen Regierungen bis in die jüngste Vergangenheit seine Position als Staatsoberhaupt Libyens anerkannt, nun aber seinen Rücktritt zur Voraussetzung für die Einstellung der Luftangriffe erklärt haben. Das Interview mit Roberts fand ich interessant, weil es einen Erklärungsansatz für das sehr unterschiedlich ausfallende Engagement der westlichen Bündnisse in den verschiedenen arabischen Ländern bietet. Worin sehen Sie denn die Ursache für das Engagegement in Libyen und - wie sich allmählich abzuzeichnen beginnt - auch in Syrien, während in anderen Ländern der arabischen Welt Zurückhaltung geübt wird. (Ägypten, Tunesien, Bahrain). |
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schrieb am
01.05.2011 um 18:31
Die "späte Einsicht" der ehemals "Verbündeten" kann man natürlich bedauern, sie ist wohl durch den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, ausgelöst worden.
Interesse an Libyen ist jedenfalls NICHT das Erdöl, wie hier und anderswo fälschlich behauptet wird, dafür ist der Anteil Libyens am Gesamtmarkt viel zu klein. Vielleicht sind es tatsächlich Hilfsmaßnahmen, die Demokratisierungsprozesse zu fördern, warum auch nicht? |
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schrieb am
01.05.2011 um 18:38
Die "späte Einsicht" der ehemals "Verbündeten" kann man natürlich bedauern, sie ist wohl durch den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, ausgelöst worden.
Das Interesse an Libyen (und bald vielleicht auch an Syrien) ist jedenfalls NICHT das Erdöl, wie hier und anderswo fälschlich behauptet wird, dafür ist der Anteil Libyens am Öl-Gesamtmarkt viel zu klein. (Jedenfalls gilt das besonders für die USA, GB und F) Vielleicht sind es ja tatsächlich "Hilfsmaßnahmen" um die Demokratisierungsprozesse zu fördern, warum auch nicht? |
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@Mischen possibel
"Das Interesse an Libyen (und bald vielleicht auch an Syrien) ist jedenfalls NICHT das Erdöl, wie hier und anderswo fälschlich behauptet wird, dafür ist der Anteil Libyens am Öl-Gesamtmarkt viel zu klein. (Jedenfalls gilt das besonders für die USA, GB und F)" Roberts sagt im Interview, dass das Öl nicht an und für sich im Mittelpunkt steht sondern dass es um die Bremsung des chinesischen Wachstums und die Reduzierung der militärischen Präsenz Russlands im Mittelmeerraum geht. "Vielleicht sind es ja tatsächlich "Hilfsmaßnahmen" um die Demokratisierungsprozesse zu fördern, warum auch nicht?" Das ist aber jetzt ironisch gemeint, oder? |
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schrieb am
01.05.2011 um 20:51
nur ein wenig, Jacob, nur ein wenig.......
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schrieb am
01.05.2011 um 21:10
was die "Bremsung" des chinesischen Wirtschaftswachstums angeht, kann ich angesichts der Libyen-Aktivitäten genau sowenig einen Auslöser erkennen wie in einer Verdrängung russischer Militärpräsenz, denn Russland hat weder die Mittel, noch ein besonderes Interesse, diese dort zu erhöhen.
Interessanter finde ich die Position Israels zu dem Wandel in der Region, der aus meiner Sicht eine viel relevantere ist, als die Chinas und Russlands. |
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Jacob Jung schrieb am 01.05.2011 um 20:25 Roberts sagt im Interview, dass das Öl nicht an und für sich im Mittelpunkt steht sondern dass es um die Bremsung des chinesischen Wachstums und die Reduzierung der militärischen Präsenz Russlands im Mittelmeerraum geht. Über die Eindämmung des chinesischen Einflusses als einen Auslöser für den Libyenkrieg habe ich auch schon ich vor 8-10 Tagen in italienischen Medien gelesen. Es geht nicht um Erdöl, Libyens Produktion ist zu klein, aber es könnte um Wasser gehen, da unter der Sahara grosse fossile Grundwasservorräte vorhanden sind. |
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Danke für das Interview. Die mainstream-Medien liefern sowas ja nicht. Und damit, dass hier seit einiger ZEIT auch BILD-Blome-Positionen vertreten werden, hartnäckig und unverbesserlich, muss man wohl leben.
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Statt Flugzeugträger kommen jetzt Flaggenträger. Amerikaner brauchen keine Schweinebucht mehr inszenieren. Sie organisieren jetzt Schafshügel, von dort kommen dann fordernde Fangesänge nach mehr Strom am Zaun.
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Danke, sehr interessant. Diese Hintergrunderläuterungen sind sehr wichtig - für die Bürger in Libyen und Syrien und ebenso für die europäischen Bürger. Und als solcher würde ich mal sagen, dass es für Europa lohnend wäre, die wahre demokratische Opposition zu kontakten und (waffenfrei) massiv zu unterstützen. Zu Europa gehört allerdings auch Frankreich, dessen Regierung anscheinend einen Deal mit den USA gemacht hat.... Aber die französischen Bürger werden sicher auch keine Lust auf eine schmierige geostrategische Machtpolitik und dauerhafte Kriege haben.
Auch China und Russland wäre anzuraten, die demokratisch Gesonnen zu unterstützen, die sicher bereit wären, die Verträge einzuhalten, wenn sie denn ins demokratische Gesamtkonzept passen – ein ausländischer Militärstützpunkt dürfte da allerdings nicht drin liegen. |
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@Fro
Danke. Ich bin ähnlicher Meinung. Gruß, JJ |
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mit dem interview habe ich zwei glaubwürdigkeitsprobleme.
soweit ersichtlich, ist roberts spätestens 1982 aus dem staatsdienst ausgeschieden. keine frage, nach vielen jahren im apparat verfügt man auch später noch über informationen. auffällig ist allerdings, dass roberts direkt weder mit dem verteidigungsressort noch mit den geheimdiensten zu tun hatte. seine aufgaben beschränkten sich ausschließlich auf fiskalische, nicht einmal wirtschaftspolitik. wie berufen ist daher sein mund? einige einblicke könnte vielleicht sein artikel „Pirates of the Mediterranean“ liefern. die perspektive lautet wörtlich: „After all, Israel owns the US Congress and President Obama.“ der feind meines feindes ist mein freund, könnte es nun die devise des interviews aus dem herzen teherans sein? (trotzdem) danke für die mühe der übersetzung. |
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schrieb am
01.05.2011 um 19:51
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@ignaz.w
Danke für den Kommentar und den Link. Über die Glaubwürdigkeit, die Motive und die Seriosität von Roberts kann ich nichts sagen. Ich habe nur die Gesamtdarstellung als interessant empfunden. Immerhin bietet sie eine Erklärung für die selektive Einmischung westlicher Staaten in die inneren Prozesse der arabischen Länder. Angesichts der meist eher einseitig wirkenden Berichterstattungen über den Libyen-Konflikt halte ich es für sinnvoll, eine möglichst große Bandbreite an Quellen zu konsultieren. Daher die Übersetzung und das Posting. Einen schönen Abend wünscht Jacob Jung |
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Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch mal darauf hinweisen, daß es sich bei »Press TV« nicht um irgendeinen Sender handelt, der halt nur etwas anderes berichtet als ARD, BBC, CNN und Al Jazeera, sondern um den Propagandadienst der iranischen Regierung.
Gelinde gesagt lesen sich die Kommentarspalten auch dementsprechend. |
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Guten Abend j-ap,
Danke für den Kommentar. ich habe mich dazu entschieden, das Interview ohne eine nähere Darstellung oder Bewertung des Senders PressTV zu übersetzen und einzustellen, da sich der senderseitige Inhalt hier auf die Fragestellungen beschränkt und Roberts gegen die Veröffentlichung gefälschter Antworten sicher vorgegangen wäre. Dies ist nach derzeitigem Kenntnisstand aber nicht der Fall. Einen schönen Abend wünscht Jacob Jung |
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Danke @j-ap für den Hinweis. Sowas ist natürlich ausgesproche wichtig, um nicht zu sagen essentiell zur Einordnung von Interviews. Ich habe gerade ein wenig nach dem Roberts recherchiert - dass er extrem anti-israelisch ist wurde hier ja an anderer Stelle schon bemerkt. Trotzdem sicher nicht unplausibel, dass es auch um die Einschränkung der Aktivitäten Chinas in der Region geht, und auch des russischen Einflusses in Syrien. Zu beiden Dingen wären sicher (seriöse) Hintergrundartikel noch interessant - ich jedenfalls kenne mich da nur sehr vage aus.
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@Jacob Jung Wieso gefälschte Antworten? Kann doch durchaus sein, dass es da deutliche Übereinstimmungen in der Meinung gibt, und sie ihn deshalb ausgesucht haben und er ganz glücklich ist mit einer Plattform, die offenbar auf seiner politischen Linie liegt. Da er ja so Israel-feindlich ist passt das doch.
Und wer weiß, wie genau er sich das angeguckt hat - es gibt ja auch in D immer wieder Politiker, die "versehentlich" der Jungen Freiheit Interviews geben. Die Redakteure da fälschen die Antworten im Zweifel auch nicht, sondern legitimieren ihr Blatt darüber, dass ja auch der und der hochkarätige Politiker von der SPD o.ä. mit ihnen gesprochen hat und sie somit kein Naziblatt sein können. |
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Danke für diesen Hinweis, j-ap.
Oben steht sogar dabei: iranischer Sender Press-TV. Hatte ich glatt übersehen. Sollte doch klar sein, daß offizielle iranische Sender nur Propaganda bringen. |
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Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch mal darauf hinweisen, daß es sich bei ARD, BBC, CNN um Propagandadienste der jeweiligen Regierrungen handelt.
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"dass er extrem anti-israelisch ist wurde hier ja an anderer Stelle schon bemerkt."
Ja ? Wo wurde bemerkt er sei "extrem anti-israelisch" ? |
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@Popkontext
Es sei einmal dahin gestellt, welche Position der iranische Sender selber einnimmt. Ich kann über PressTV nur sagen, dass es zur IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) gehört und im Iran selber nicht empfangen werden kann. Da es sich bei dem Beitrag nicht um einen Artikel, einen Kommentar oder eine Reportage sondern um ein Interview handelt, halte ich die Beurteilung des Senders hier für sekundär. Im Vordergrund müsste eigentlich die Beurteilung von Roberts und seinen Aussagen stehen. Hier ergeben sich bestimmt unterschiedliche Sichtweisen, über die ich gerne diskutieren würde. Die Aussage von Roberts, wonach die westliche Intervention den Interessen von Russland und China zuwider läuft, halte ich schon für stichhaltig. In Bezug auf die Auswahl der arabischen Ländern, in denen sich die westlichen Staaten eindeutig positioniert haben, scheinen seine Erklärungen immerhin plausibel zu sein. |
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Guten Abend auch, Jacob Jung!
Daß das Intervie in irgendeiner Weise gefälscht wäre, sehe ich auch nicht. Mein Hinweis weiter oben sollte lediglich darauf deuten, mit wem man es hier zu tun hat. Um es mal anhand einer Parallele zu zeigen: Die Tea-Party-Bewegung in den USA, die ja nun nicht im Verdacht steht, linke Politik zu betreiben, ist auch gegen den Libyen-Einsatz oder jedenfalls die US-amerikanische Beteiligung daran. Jemand, der das so prima vista mitbekommt, der könnte durchaus auf die Idee kommen, die Tea Party sei eine Friedensbewegung. Daß die Tea Party aber nicht aus humanitären oder sonstwie hehren Gründen die Opposition gibt, sondern nur deshalb gegen den Libyen-Krieg (und, nebenbei erwähnt, auch so gut wie alle anderen amerikanischen Einsätze rund um den Globus) ist, weil er den amerikanischen Steuerzahler einen ganzen Haufen Geld kostet, das dieser sich idealiter sparen solle, ist ein kleines, aber wie ich finde sehr wesentliches Detail an der Sache. So herum wird ein Schuh draus. Grüße, J. A.-P. |
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@Gold Star For Robot Boy
Siehe oben den Kommentar von @ignatz.w der sich auf diesen Artikel bezieht: www.counterpunch.org/roberts07012009.html Übrigens ist der entscheidende Unterschied zwischen einem iransichen Staatssender und den von Ihnen genannten, dass die anderen zwar auch dem Staat und (der heimischen Wirtschaft) in sensiblen Dingen nicht unbedingt ans Bein pinkeln werden, und auch staatlich gewollte Meinungen verbreiten, wie man es z.B. an der erschreckend einseitigen Pro-Atom Berichterstattung der BBC zur Atomkrise in Japan gesehen hat, aber keiner der genannten Sender ist ein staatlich finanzierter und zudem sind die USA, Großbritannien und Deutschland immer noch zumindest tendenziell Demokratien mit Medienfreiheit und einem breiten Meinungsspektrum, das auch in den staatsnahen Sendern eine Rolle spielt. Auch wenn es da sicher im Detail viel zu kritisieren gibt ist das dann doch nicht mit dem Iran vergleichbar. |
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Hallo JAP,
wir hatten die Frage "Syrien" ausführlich im Blog mit TomGard diskutiert. Wir beide hatten zu früheren Zeitpunkten ausführlich über die strategische Bedeutung des Mittelmeeres, Israels, der Türkei, des Kosovos... für die Bedrohung der Südflanke Russlands diskutiert. Was die USA da im Mittelmeer veranstalten ist gefährlich. Es ist ganz wesentlich, dass JJ mit diesem Blog darauf aufmerksam macht. Ihre Einwände dagegen sind vollkommen nebensächlich. |
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Hallo Rapanui,
Sie kennen ja meine Ansicht zum Thema Libyen und USA. Ich kann sie aber trotzdem hier noch einmal in drei Punkten kurz skizzieren: 1. Der Libyen-Krieg ist in erster Linie eine carte blanche der Franzosen. 2. Daß die USA überhaupt daran teilnehmen ist nicht geostrategischen Erwägungen geschuldet, sondern dem amerikanischen Binnenmachtkampf. 3. Wer sich für geostrategische US-Positionierungen interessiert, der ist gut beraten, sich mal etwas weiter östlich umzusehen, zB auf der arabischen Halbinsel und in Zentralasien. Gruß! |
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Gut nun zu wissen, dass dieses Interview für Aufklärungsarbeit nicht verwendbar ist. Auffällig an dem Interview ist, dass der Interessenskonflikt zwischen USA einerseits und China und Russland andererseits, sehr scharf dargestellt wird, und man den Eindruck haben kann, dass Paul Craig Roberts das noch etwas anheizen will – was wohl auch im Sinne der Iranischen Machthaber sein wird.
Aber in der Sache liegt Craig Roberts ja richtig – auch wenn er hier möglicherweise nicht die Hauptmotivation des Engagements der USA beschreibt. Es geht hier um die Durchsetzung eines komplexen strategischen „Vorteilspaketes“ - das natürlich das Verhältnis der Großmächte schwer belastet... |
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@Jacob Jung
"Es sei einmal dahin gestellt, welche Position der iranische Sender selber einnimmt." Finde ich sehr wichtig, welcher Sender das ist, generell und besonders in so einem Fall, wo er ganz offensichtlich der Propaganda nach außen dient. "Ich kann über PressTV nur sagen, dass es zur IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) gehört und im Iran selber nicht empfangen werden kann." Dann ist doch noch naheliegender, dass hier die offiziellen staatlichen Ansichten Irans für den Rest der Welt aufbereitet werden sollen. de.wikipedia.org/wiki/Press_TV |
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Zur Deutlichkeit noch einmal:
Es handelt sich um eine Quelle. Um den originalen Text eines Interviews, an dem PressTV offensichtlich nichts verändert hat. Man kann also maximal die Fragen in Zusammenhang mit dem Sender bringen, nicht aber die Antworten von Roberts. Ich bin bei allen Arten von subjektiven Texten und Beiträgen sehr vorsichtig. Wenn allerdings O-Ton vollständig und unkommentiert veröffentlich wird, dann spielt die Plattform auf der kommuniziert wird, eine untergeordnete Rolle. Beispiel: Ich gehöre nicht zu den Lesern der BILD und stimme mit den Positionen und dem Stil des Blattes in keiner Weise überein. Gibt aber nun Helmut Kohl der BILD ein Interview in Sachen Atompolitik, dann betrachte ich seine Aussagen als zitierfähig. |
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schrieb am
02.05.2011 um 00:02
Dann dürfte Ihnen eine andere eher zweifelhafte Quelle ja auch keine Kopfschmerzen bereiten, da sie genau die gleichen Argumente vorträgt, wie Sie mit dem Interview des Republikaners Roberts hier:
j.mp/jiWjIH |
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Dass jemand diesem Sender ein Interview gibt sagt a) etwas darüber aus, dass der Interviewpartner diesen für eine geeignete Plattform hält (oder abgrundtief naiv ist) und b) dass der Sender den Interviewpartner für geeignet hält, dass er sich in seinem Sinne äußert (das gilt speziell für Sender wie Press.tv, die nicht um Darstellung einer Meinungsvielfalt bemüht sind oder sogar den Auftrag, diese darzustellen, sondern wo es um Verbreitung einer speziellen Weltsicht geht).
Zudem kann man als guter Journalist den Gesprächsverlauf sehr stark lenken, z.B. mit Schnitt, Fragestellung oder auch schon mit Hinweisen im Vorgespräch. Bei schriftlichen Interviews ist das noch einfacher, dem hinterher auf Grundlage des Gesagten einen ganz anderen Tenor oder speziellen Schwerpunkt zu geben, der gar nicht so unbedingt da war. |
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@Mischen possibel Naja, nur weil das auch bei irgendwelchen rechten Verschwörungstheoretikern auftaucht muss es nicht gleich heißen, dass da *gar nichts* dran ist, das kann auch sein, dass es gut als Versatzstück in ihre krude Gedankenwelt passt - da ist eher Vorsicht geboten, was sie da noch reininterpretieren und wie sie es auslegen.
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schrieb am
02.05.2011 um 00:31
trotzdem überrascht neben den Aussagen Roberts auch der Tenor einiger Kommentare in diesem Blog, die sich dort alle wieder finden:
j.mp/jTF09i Ich will damit ja auch nur die Begründung von Jacob Jung schrieb am 01.05.2011 um 23:40 in frage stellen. |
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@ j-ap schrieb am 01.05.2011 um 23:02
Hallo JAP, dass in Libyen auch us-innenpolitisch "gearbeitet" wird, versteht sich von selbst. Ob der innenpolitische Machtkampf in den USA der hinreichende Treiber für die Intervention der USA in Libyen ist, ließe sich anhand der Fragestellung überprüfen: Würde eine republikanische Regierung das geopolitische Programm der USA aufgrund von Steuersparnissen grundlegend ändern? Ich meine: Nein. Das geopolitische Programm der USA als hegemoniale Macht ist Staatsräson. Welche Rolle "Libyen" jetzt dabei im Einzelnen spielt, entzieht sich naturgemäß einer detaillierten Einschätzung. Es so rundweg abzulehnen über diese Mögichkeiten nachzudenken, wie Sie das tun, schränkt das Potenzial einer erkenntnisfördernden Spekulation erheblich ein. Der Schwerpunkt für das geopolitischen Programm der USA liegt, da sind wir uns einig, in Zentralasien. Strategisch lebenswichtig für das Management dieses Schwerpunktes ist der Nachschubweg über die Straße von Gibraltar, das Mittelmeer, den Suezkanal, das Rote Meer, das Horn von Afrika, die Straße von Hormuz. In Zentralasien liegen die Konkurrenten Russland, China und Indien in einem Dreieck beeinander, nur durch Afghanistan getrennt. Diese Konkurrenten auch im Mittelmeer zu bekämpfen, wenn es sich anbietet - z.B. den russischen Flottenstützpunkt in Tartus/ Syrien, oder die Investitionen Chinas in Afrika ist doch eine Überlegung wert. Dies hinter den Ambitionen Frankreichs, einem Volksaufstand, der Demokratiebewegung zu verstecken - ein cleverer Schachzug. Sich vorzustellen, dass ein mit dem Wahlmarketing befasster Präsidentschaftskandidat das geopolitische Programm vergisst, ist möglich, aber spätestens im Januar 2013 würde er in diese Zusammenhänge eingewiesen werden. |
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USA und Afrika:
Africom Das AFRICOM soll die Aktivitäten des US-Verteidigungsministeriums und anderer US-Ministerien und Behörden im Raum Afrika koordinieren und bündeln, um die politische Stabilität und das Wirtschaftswachstum der 56 Länder im Kommandobereich zu stabilisieren und intensivieren. Die Abkopplung dieses territorialen Verantwortungsbereichs aus dem EUCOM und Überführung in ein eigenständiges Regionalkommando für den afrikanischen Kontinent soll eine noch effektivere Konzentration auf die spezifischen politischen, ökonomischen und sozialen Probleme ermöglichen. Ein weiterer Grund für die Ausgliederung war der enorm gewachsene Verantwortungsbereich des EUCOM, der auch das Gebiet fast aller ehemaligen Sowjetstaaten umfasst und sich so bis zur Halbinsel Kamtschatka erstreckt. Der Fokus soll dabei atypisch weniger in der Bereitschaft der Kriegführung, als in der Kriegsprävention liegen. Es ist beabsichtigt, mittels Militär- und Sicherheitsberatung eigenständige nationale Militär- und Strafverfolgungsorgane zu etablieren, um so eine wirksame Krisenreaktions-Kapazität zu schaffen, die die Förderung demokratischer Systeme unterstützt und sichert. Libyenkrieg, Africom + China aus amerikanischer Quelle AFRICOM and the Libya War Countering Chinese Influence in Africa by Emile Schepers Countering Chinese influence in Africa Another reason given by some analysts for the creation of AFRICOM is as a counter to Chinese commercial advances in Africa. AFRICOM is mainly a military entity, but includes civil operations that are supposed to win the hearts and minds of Africans through development projects. China und Chinesen in Libyen Die Unruhen in Libyen bringen Chinas Wirtschaft ins Wanken Seit Mittwoch vergangener Woche sind 32'000 Chinesen ausgeflogen worden, die meisten von ihnen Arbeiter bei Bauprojekten oder Experten auf Ölfeldern. 3000 weitere warten laut chinesischem Aussenministerium im Süden des Landes noch auf eine Evakuierung. Verluste für chinesische Unternehmen Zwar gibt es keine Berichte über getötete oder verletzte Chinesen in Libyen, chinesische Investitionen im Land haben allerdings grossen Schaden genommen. Unternehmen und Baustellen wurden geplündert, der Bau an einem halb fertiggestellten Sozialwohnungsprojekt musste vorerst eingestellt werden. Laut der staatlichen China State Construction Engineering Corp ist die Zukunft des Projekts im Umfang von 17,6 Milliarden Yuan (2,49 Milliarden Franken) ungewiss. Auch die China Railway Construction Corp zeigt sich besorgt über das Schicksal von drei verschiedenen Projekten im Gegenwert von über vier Milliarden Franken, vor allem wegen des Verlusts von Baumaterialien und Ausrüstung. Insgesamt hat China Verträge im Wert von rund 20 Milliarden Franken in Libyen angeschlossen, sagt Wang Suolao, Nahost-Experte an der Universität von Peking. Es sei allerdings noch zu früh, die Höhe der Verluste einzuschätzen. |
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(Rapanui schrieb am 02.05.2011 um 07:45)
»Strategisch lebenswichtig für das Management dieses Schwerpunktes ist der Nachschubweg über die Straße von Gibraltar, das Mittelmeer, den Suezkanal, das Rote Meer, das Horn von Afrika, die Straße von Hormuz.« Nö — jedenfalls für Asien und die arabische Halbinsel erfolgt die Versorgung über den Pazifikraum: Army Materiel Command-Fwd SWA/Combat Equipment Group-Southwest Asia. |
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@ j-ap schrieb am 02.05.2011 um 11:38
>>>Nö<<< Doch. Nachschub und Rotation von Soldaten für Afghanistan/ Irak läuft wesentlich über Europa . Die Transportrouten in der Luft werden wesentlich durch die 6. US Flotte im Mittelmeer gedeckt. Immer mehr Transporte müssen aufgrund der unsicheren Lage in Pakistan auf dem nördlichen Landweg über Russland und den Einflussbereich Russlands in Zentralasien erfolgen. Die USA werden sich nicht nur auf die huldvolle Erfüllung ihrer Wünsche nach Transportwegen durch Russland verlassen. Umgekehrt läuft ein wesentlicher Teil des Erdölnachschubs aus Nahost für die USA, für Europa sowieso, über die von mir beschriebene Route über den Suezkanal. Leider haben Sie sich nicht mit meiner Argumentation auseinandergesetzt, die der Ihren widerspricht: Sie meinten, dass sich die USA nur aus innenpolitischen Gründen in Libyen engagiert. Ich meine, dass die USA vermittels der NATO in Libyen an ihrem hegemonialen Programm arbeitet. Sie meinen, dass Libyen keine nennenswerte Rolle in der Geostrategie der USA spielt, ich finde, dass sich in Libyen vielfältige Interessen, der Konkurrenten der USA bündeln, die durch die USA nicht unbeachtet bleiben können. Welche Rolle Libyen wirklich spielt, kann ich natürlich nur spekulierend beurteilen. Auch ist der Prozess von solch einer politischen Dynamik, dass die tatsächlichen politischen Folgen noch niemand weiß. Auf dieser Ebene einer politischen Spekulation beteilige ich mich an der Diskussion |
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@ignaz.w
ich verstehe die Einstellung nicht. Muss ich unbedingt in einem Staatsdienst gewesen sein. Was die USA hier veranstalten, dazu reicht doch wohl ein gesunder Menschenverstand, um die Art und Weise zu erkennen. Wo Revolten und Umstürze in der Welt waren, hing meistens der CIA mit drin bzw. wurden diese vom CIA angezettelt. Das beste Beispiel ist Chile, wo durch den CIA unter Leitung von Kissinger der vom Volk gewählte Präsident Allende ermordet wurde. Die Reihe läßt sich beliebig fortsetzen. Kann mir einmal einer erklären, warum der CIA die Schlüssel von Stammheim hatte, wo die RAF-Mitglieder Bader, Enslin. Raspe und Ulrike Meinhof auf unerklärter Weise zu Tode kamen, so britische Ärzte. Der Tod dieser Leute gibt bis heute Rätsel auf und keiner von unseren Obersten traut sich hier heran. Die Archive bleiben darüber geschlossen. Die USA schalten in der Welt, wie es ihnen beliebt. Ich bin aber der Meinung, dass Russland und auch China sich davon nicht beeindrucken lassen. Putin wird sein Land in kein Krieg führen, wohl aber verteidigen, darauf können sich die Menschen in Russland verlassen. Eine zweite Tragödie wird Putin nicht zulassen und das finde ich gut! Die vielen Kriegsherde in denen die USA stecken, wird dieses Land noch mehr zerrütten, dann aber könnte die USA für die Welt gefährlich werden. |
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schrieb am
01.05.2011 um 21:57
@ matto (01.05.2011 um 20:48)
du schreibst: "ich verstehe die Einstellung nicht. Muss ich unbedingt in einem Staatsdienst gewesen sein." im teaser wird die funktion von roberts im staatsdienst herausgestellt. üblicherweise soll ein solcher verweis besondere kompetenz und/oder glaubwürdigkeit ausweisen. das bezweifle ich anhand der biographischen daten, die mir zur verfügung stehen. wenn das für dich eine frage der einstellung ist, frage ich mich, ob dir das wort "kritisch" etwas bedeutet. du schreibst: "Putin wird sein Land in kein Krieg führen". das hat er bereits, stichwort: georgienkonflikt. schließlich: "Kann mir einmal einer erklären, warum der CIA die Schlüssel von Stammheim hatte". dazu frage nicht mich, wenn du ohnehin zu wissen scheinst, dass das so war, sondern deine üblichen verdächtigen. und das hat sehr viel mit einstellung zu tun. |
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die USA haben bei den Chinesen Schulden in Höhe von 1,2 Billionen $ Faktisch ist die USA pleite. Für große Kriege haben sie gar kein Geld. Würden die Amerikaner offen gegen die Interessen der Chinesen agieren, ließen diese die amerikanische Wirtschaft binnen Minuten platzen.
Die Amerikaner haben sich in der Vergangenheit nicht als besonders klug erwiesen. Aber selten dämlich sind sie nicht. Ich schätze dieses Interview als dummes Geschwätz eines Wichtigtuers ein. |
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»Würden die Amerikaner offen gegen die Interessen der Chinesen agieren, ließen diese die amerikanische Wirtschaft binnen Minuten platzen.«
Hm. Wie hat man sich denn das vorzustellen, Angelia? Sie meinen, weil die Chinesen bei unbotmäßigem Verhalten schleunigst ihre Dollar-Reserven und ihre T-Bills über Bord würfen? Das wäre zweifelsohne ein Desaster. Aber eben nicht in erster Linie für die USA, sondern nicht minder für die Chinesen, denn die müßten sogleich ihre gesamten Devisenreserven abschreiben, die sich immerhin und summa summarum auf 2,5 Billionen Dollar belaufen. Eben weil die USA einen so enormen Schuldenberg bei Drittgläubigern aufgehäuft haben, haben eben diese Gläubiger ein Interesse daran, die USA nicht über die Wupper gehen zu lassen. Gemeinhin bezeichnet man das als: Macht des Schuldners. |
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schrieb am
01.05.2011 um 22:52
ich kann's mir nicht verkneifen: hier haben etliche zuviel tom clany und zu wenig henry kissinger gelesen *fg*
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schrieb am
01.05.2011 um 22:54
ich kann's mir nicht verkneifen: hier haben etliche zuviel tom clancy und zu wenig henry kissinger gelesen *fg*
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Nebenbei:
In den von mir dargestellten Zusammenhang muß man auch die berüchtigte drohende Herabstuftung der amerikanischen Anleihen lesen. Die war nämlich nicht, so wie das oberflächlich daherkam und auch entsprechend »kommuniziert« wurde, ein Signal der Buchwerte an den US-Fiskus, sondern im ganzen Gegenteil ein Signal der Amerikaner an die Restwelt: Wenn wir husten, geht ihr baden. Weshalb wegen der prospektiven Herabstufung die Hosen in London, Paris, Frankfurt, Moskau und Peking auch wesentlich voller waren als am Capitol Hill zu Washington. |
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die Frage j-ap ist, ob die Chinesen sich das Platzen der US-Wirtschaft zur Not leisten könnten - und sie könnten, u.a. wegen ihres Wirtschaftswachstums, wenn sie wollten.
Man drosselt den Import am. Waren, zieht Investitionen zurück, fördert die Binnenkonjunktur und lenkt den Warenstrom vom amerikanischen auf den europäischen Markt um. Ein bisschen an den Stellschrauben drehen und schwups haben die Amis ein Problem mit steigender Arbeitslosigkeit und ihrer Bevölkerung. Dass diese unter schlechten wirtschaftlichen Bedingungen dann noch einen Krieg tolerieren, wage ich zu bezweifeln. |
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hat der US Dollar den außer einen Papierdruckwert überhaupt noch einen echten Wert? So ohne realen Gegenwert?
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@ignaz.w
Das Sprichwort "getroffene Hunde bellen" kennen Sie. Der Unterschied zwischen uns beiden ist, dass ich sehr belesen bin. In Richtung Libyen interessiert micht nicht, was da ein Amerikaner sagt sondern wichtig ist, was andere dazu sagen und was ich dabei durch mein angelesenes Wissen darüber weiß. Mit Putin haben Sie sich aber ein gewaltiges Eigentor geschossen. Wissen ist eben Macht! Sie wissen, oder wissen es eben nicht, dass der georgische Präsident "Sackarschwilli" den Krieg begonnen hat und Russland ihm in dieser Richtung eine anständige Abfuhr erteilt hat. Auch hier waren der CIA in Georgien beteiligt. Ein westlicher kalter Krieger hatte hier sogar schon den Bündnisfall der NATO gesehen. Sie sehen daran, dass alles auf Gewalt gebürstet. Hinsichtlich der RAF ist es wiederrum nur meiner Begier hinsichtlich der damaligen Geschehnisse zu verdanken, dass ich mich hier gründlich informiert habe, mit Verdächtigungen hat das also nichts zu tun. Es ist angelesenes Wissen! Sie haben eigentlich meine Frage überhaupt nicht verstanden. Selbstverständlich hatte der CIA die Schlüssel zu Stammheim! Meine Frage war warum? Stammheim ist eine Deutsche Strafanstalt, da haben ausländische Geheimdinste nichts zu suchen. Aus diesem Verhalten ersehen Sie, dass die BRD immer noch ein besetztes Gebiet der USA ist, wo die USA schalten und walten, wie es ihnen beliebt. Erkundigen Sie sich einmal, was der damalige Bundeskanzler Brandt den USA unterschreiben mußte? Brandt war darüber sehr schockiert, hat es dann aber unterschrieben, weil die anderen Kanzler es ebenfalls unterschrieben hatten mußten. Es war ein Schreiben der USA wo weiter gefordert wurde, dass die BRD mit den USA unkündbar verbunden sind! Und genau darum halten sich in der BRD noch über 30000 Soldaten und über 5000 Zivilangestellte auf. 5 Flughäfen werden von den USA besetzt, wo amerikanisches Recht herrscht. Nach dem Abzug der Sowjets wurde auch der Flughafen von Leipzig in die Kommandogewalt der USA einbezogen, über den der ganze Truppentransport von und nach Afghanistan vollzogen wird. Die BRD hat hier gar nichts zu melden. |
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»Der Unterschied zwischen uns beiden ist, dass ich sehr belesen bin.«
Gut, daß Sie es ausdrücklich erwähnen, denn ohne diese Erwähnung wäre ich nie im Leben darauf gekommen. Ehrlich. |
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schrieb am
01.05.2011 um 23:10
ich finde märchenstunden auch immer sehr entspannend, weil, auch die kann ich nicht lesen. schreiben schon gar nicht.
*innetischkantebeiß* |
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also ich finde Verschwörungstheorien sehr amüsant, weil die den besten Stoff für filmisch aufbereitete Politthriller liefern.
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Auf jeden Fall deutlich interessanter als die offiziellen Beschwichtigungstheorien, Angelia. Ehrlich gesagt, will ich bestimmte Wahrheiten garnicht wissen (weil sie so schrecklich sind) - es gibt genügend bekannte Gründe für einen Machtabtritt der Herrschenden an die planetarische Bevölkerung.
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who killed sitting bull?
die usa haben seit ihrer gloreichen revolution die neigung sich reichtum anzueignen der urspruenglich anderen gehoerte. seit 250 jahren zieht sich wie eine perlenschur der amerikanische anspruch auf globale praezens und besitznahme um die erdkugel. natuerlich nicht immer auf gleiche art und weise. aber die katze laesst das mausen nicht. obama ist tatsaechlich unter ungeheurem innenpolitschen druck und so fantasielos wie seine administration die binnenprobleme angeht so verlockend ist da ein rueckgriff auf alte aussenpolitsche verhaltensmuster. die chinesische aufruestung, insbesondere auch die maritime, hat tatsaechlich etwas mit der befuerchtung zutun von den internationalen rohstoffmaerkten abgeschnitten zuwerden. das problem ist wie zu zeiten des kalten krieges der mix toedlichen waffen und schier grenzloser politscher und menschlicher dummheiten. mir laeuft es da schon kalt den ruecken runter. |
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@JJ: interessant, dass ausgerechnet alte Weggefährten von Reagan an die Vernunft der Obama Administration appellieren, haben sie doch selber den globalem Jihadismus unterstützt und stark gemacht um die Sowjets zu schwächen!
Ich denke, dass sowohl die Russen, als auch die Chinesen den "Regime Change" in Lybien und eventuell auch in Syrien verschmerzen können. Vielmehr werden beide Länder dann wieder zum Laststein für die USA. Man stelle sich vor, dass Lybien zu einer Al-Qaeda Basis mutiert und dass in Syrien ein Bürgerkrieg zwischen Sunniten, Alawiten, Drusen, Maroniten und Orthodoxen ausbricht! Dann breitet sich der Terror erst Recht nach Israel und in die Türkei aus wo vor allem die Touristengebiete das Ziel für Anschläge sein könnten (so wie erst kürzlich in Marokko). Alles was den Westen davon abhält die Russen und die Chinesen "einzukreisen" spielt letzten Endes Moskau und Peking in die Hände. Außerdem würden es beide hinter vorgehaltener Hand begrüßen, wenn die Selbstmordattentäter in Zukunft nicht nur russische Ziele angreifen, sondern auch Amsterdam, Berlin, London und Paris mal was abbekommen, schließlich hat man bei den Terroristen im Nordkaukasus immer wieder Waffen aus NATO Produktion gefunden! Wäre ich Putin, würde ich mich schön zurücklehnen und zuschauen, wie sich die Allianz in Lybien blamiert. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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