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21.10.2011 – Wie der Spiegel in seiner heutigen Online-Ausgabe berichtet, verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich Nato und westliche Geheimdienste direkt an der gestrigen Verfolgung von Muammar al-Gaddafi beteiligt haben sollen.
Demzufolge stammte nicht nur der entscheidende Hinweis auf den genauen Aufenthaltsort des früheren Machthabers von einem Geheimdienst. Das Nato-Militär soll zudem den Konvoi, in dem Gaddafi versuchte aus Sirte zu fliehen, mehrfach angegriffen und die gesamte Operation aus der Luft beobachtet haben.
Bestätigen sich diese Informationen, dann stellt sich erneut die Frage, inwieweit das Vorgehen der Nato-Verbände durch die UN-Resolution 1973 vom 17. März 2011 gedeckt ist.
Aus dem Jacob Jung Blog
Geheimdienste und Nato unterstützen die Rebellen
Am Abend des 19. Oktobers, so berichtet der Spiegel, habe Gaddafi von seinem Versteck aus mit einem Satellitentelefon telefoniert. Das Gespräch wurde von Geheimdiensten abgefangen, das Telefon wurde geortet. Die Daten wurden im Anschluss an eine Einheit der Rebellen in Misurata weitergeleitet, um diesen zu ermöglichen, Gaddafi in Sirte aufzuspüren.
Wie die Nato heute bestätigt hat, wurde die nun folgende Operation von westlichen Einheiten aus der Luft beobachtet. Am frühen Morgen setzte sich von Gaddafis Versteck aus ein Konvoi mit 80 Militärfahrzeugen in Bewegung. Dieser wurde nun zunächst von französischen Kampfjets auf der einen und von näher rückenden Rebellen auf der anderen Seite angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der Nato elf Fahrzeuge getroffen.
Zu diesem Zeitpunkt lösten sich rund 20 Fahrzeuge aus dem Konvoi und bewegten sich in südliche Richtung. Dieser Konvoi wurde nun wiederum von Nato-Verbänden aus der Luft angegriffen und zum Stehen gebracht. In unmittelbarer Nähe wurde Gaddafi von den Rebellen kurze Zeit später aus einem Abwasserrohr gezerrt und in der Folge getötet.
In ihrer Erklärung betont die Nato, sie habe zum Zeitpunkt des Luftangriffes nicht gewusst, dass sich Gaddafi in dem Konvoi befand.
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UN-Resolution 1973: Waffenstillstand, Schutz der Zivilbevölkerung, Flugverbot
Der Krieg in Libyen und hierbei insbesondere die Rolle der westlichen Verbände, stützt sich auf die UN-Resolution 1973 vom 17. März 2011. Die Resolution enthält im Wesentlichen drei Punkte: Sie fordert einen sofortigen Waffenstillstand in Libyen, sie setzt sich für eine Intensivierung der Anstrengungen, den legitimen Forderungen des libyschen Volkes Rechnung zu tragen ein und ermächtigt die westlichen Verbände zur Einrichtung und Kontrolle einer Flugverbotszone über Libyen und zur Ergreifung aller notwendigen Maßnahmen zum Schutz der zivilen Bevölkerung.
Bereits am 22. März hat Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg, in dem FAZ-Artikel „Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim“ den Standpunkt vertreten und begründet, dass ein militärisches Eingreifen in Libyen durch das Völkerrecht nicht gedeckt ist. Unter anderem heißt es hier:
Die Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrats vom 17. März, die den Weg zur militärischen Intervention in Libyen freigab, und Maß und Ziel dieser Intervention selbst überschreiten die Grenzen des Rechts. Nicht einfach nur die Grenzen positiver Normen – das geschieht im Völkerrecht oft und gehört zum Motor seiner Entwicklung. Sondern die seiner Fundamente: der Prinzipien, auf denen jedes Recht zwischen den Staaten beruht.
Stellt sich jetzt heraus, dass sich die Nato, über das bereits höchst umstrittene Eingreifen in den libyschen Bürgerkrieg, aktiv an der Tötung von Gaddafi beteiligt hat, statt sich dafür einzusetzen, dass er vor ein ordentliches Gericht gestellt wird, dann beschädigt dies nicht nur die Glaubwürdigkeit der Nato sondern ebenso das hohe Ansehen der internationalen Rechtsgüter der Vereinten Nationen.
Die Nato bestreitet, davon gewusst zu haben, dass sich Gaddafi in dem Konvoi befand, den die Truppen gestern angegriffen haben. Dass die Geheimdienste jedoch die Rebellen in Misurata mit Informationen versorgt haben sollen, ohne gleichzeitig die Nato einzubeziehen, erscheint unglaubwürdig.
Vergleiche hierzu: Jacob Jung – Zum Tod von Muammar al-Gaddafi: Die Tötungskultur des Westens
Politik Blog von Jacob Jung 10/2011
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Wie der Spiegel in seiner heutigen Online-Ausgabe berichtet, verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich Nato und westliche Geheimdienste direkt an der gestrigen Verfolgung von Muammar al-Gaddafi beteiligt haben sollen.
Das will ich gerne glauben. Weniger glaube ich, dass die NATO und westliche Geheimdienste sich am Mord Gaddafis beteiligt haben. Das war der islamische Mob! Der NATO und den westlichen Geheimdiensten sowie deren Auftraggebern schwebte wohl mehr eine Verhaftung Gaddafis und ein Gerichtsprozess vor! Schon deshalb, weil dabei die NATO, westlichen Geheimdienste und deren Auftraggeber während des Gerichtsverfahrens hätten beweisen wollen, wie edel, hilfreich und gut sie sind. Deshalb hätten sie irgendwie auch legitimen Anspruch auf das Öl in Libyen. Jedenfalls mehr als Deutschland, weil die Deutschen sich weitgehend heraushielten. Mit der Lynchung ist leider ein neuer Märtyrer entstanden! Das ist vielleicht später mal günstig für Deutschland! ;-) |
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Da musst Du wohl Recht haben: Verhaftungen kann man ja heute ganz prima von bombenden Kampf-Jets aus vornehmen.
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schrieb am
21.10.2011 um 18:13
Jacob Jung schrieb am 21.10.2011 um 18:07
Verhaftungen kann man ja heute ganz prima von bombenden Kampf-Jets aus vornehmen. Natürlich nicht! Trotzdem stimmt mein o. a. Posting! Wie die Hilfe im Einzelnen aussah, wird sich noch erweisen. Gelyncht haben westliche Geheimdienstler oder Soldaten ganz sicher nicht. Oder sehen die Leute auf dem "Lynchvideo" so aus wie westliche Geheimdienstler oder Soldaten? www.youtube.com/watch?v=chumTwQxmYo |
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Wie die Hilfe im Einzelnen aussah, hat die Nato doch heute offiziell erklärt. Liest Du die Beiträge, die Du kommentierst auch manchmal?
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schrieb am
21.10.2011 um 18:23
"Der NATO und den westlichen Geheimdiensten sowie deren Auftraggebern schwebte wohl mehr eine Verhaftung Gaddafis und ein Gerichtsprozess vor!" Arno – ich will Ihnen nicht zu nahe treten, glauben Sie noch an den Weihnachtsmann und den Klapperstorch?
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schrieb am
21.10.2011 um 18:24
Jacob Jung schrieb am 21.10.2011 um 18:16
Wie die Hilfe im Einzelnen aussah, hat die Nato doch heute offiziell erklärt. Du glaubst wohl noch an das Gute in den Erklärungen fder NATO. Ich glaube vielmehr, dass die tatsächliche Unterstützung durch die NATO erst im laufe der Zeit ungefiltert an die Öffentlichkeit gelangen wird. |
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Ja, aber dabei wird sich ja wohl kaum herausstellen, dass ihre Beteiligung geringer war, als sie es heute zugegeben hat. Ich verstehe Deine Kommentare nicht.
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Geheimdienste:
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schrieb am
21.10.2011 um 22:52
Jacob Jung schrieb am 21.10.2011 um 18:30
Ja, aber dabei wird sich ja wohl kaum herausstellen, dass ihre Beteiligung geringer war, als sie es heute zugegeben hat. Was heißt geringer? Es ist m. E. schon ein großer Unterschied, ob die Nato sich beim Sturz Gaddafis mit Fliegerangriffen und materieller Unterstützung beteiligt, oder ob direkt angeheuerte Helfer sich am Lynchen beteiligen. So meine ich das. |
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schrieb am
22.10.2011 um 09:58
Zitat:"...Nato und Geheimdienste an Gaddafis Tötung beteiligt.."
Na sowas: "Kinder-Überraschung!"-Wer glauben sie führt denn e i g e n t l i c h den Krieg in Libyen?! An die 20 000 Bombenabwürfe d.d. NATO-bei einer Bevölkerung von 5Millionen=Großraum Berlin!-flankiert von bekanntlich schon lange auch am Boden agierenden frz.-engl. Spezial-Killerkommandos ... Und dann immer wieder die inszenierten Fotos eines Häufleins bewaffneter Söldner("Aufständischer")die den hochgerüsteten Gaddafi besiegt haben sollen...lächerlich... Eine weitere große Lügengeschichte der NATO:und die Medien apportieren brav... |
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Lieber Jacob Jung,
besten Dank für den mutigen Beitrag! Nun, wo man wieder einmal deutlich vor Augen geführt bekommt, was als angemessen erachtet wird, um vermeintliche freiheitliche Ordnungen herzustellen, wird es zunehmend tapferer Autoren bedürfen, die sich trauen auszusprechen, was jeder intelligente Mensch sehen könnte, wenn er denn wollte. Ich bin dafür nicht mutig genug. Deshalb belasse ich es bei Anerkennung und Dank. Auch das wird sicher eines Tages vorgelegt werden. So furchtsam bin ich aber auch nicht wieder... Beste Grüsse Maxi S. |
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Danke, Maxi :D
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Für die westliche Welt ist ein toter Gaddafi ein guter Gaddafi. Eines stünde doch bei einem ordentlichen Prozeß vor der Weltöffentlichkleit fest, wie viele Staatsführer Herrn Gaddafi in den Hintern gekrochen sind. Das steht jetzt nicht mehr zur Debatte, weil man jetzt verlogen und heuchlerisch angeben kann, schon immer gegen Gaddafi gewesen zu sein. Bilder zeigen aber das Gegenteil. Wir leben nun mal in einer Welt voller Lügen und Verbrechen.
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Das hohe Ansehen der internationalen Rechtsgüter der Vereinten Nationen gibt es vielleicht auf dem Papier, das war es dann aber auch. Gadaffi hatte alle Zeit der Welt um zu flüchten, zog es aber anscheinend vor, als Märtyrer zu sterben. Sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Makaber.
Man kann jetzt eigentlich nur hoffen, dass diese Soldateska endlich zu einem Ende kommt und nicht etwa in einen noch gewaltigeren Bürgerkrieg mündet. Die verschiedenen Stämme unter einen Hut zu bringen dürfte jedenfalls eine Mammutaufgabe sein. www.tagesspiegel.de/politik/gaddafi-ich-sterbe-als-maertyrer/3872094.html |
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Das ist ja ganz furchtbar. Oje, wie konnte der arme friedliebende Gaddafi nur glauben das sein Satfon sicher sei? Ja, die FSI,CIA, MI6, all diese bösen humanitären Missionare, sind ganz schlimm und Gaddafi wollte doch nur das Beste für all seine Lybier.
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schrieb am
22.10.2011 um 03:56
>>Oje, wie konnte der arme friedliebende Gaddafi nur glauben das sein Satfon sicher sei?<<
Da hat er möglicherweise was falsch eingeschätzt. Falls es stimmt, dass er durch ein Telefonat "aufgefunden wurde. Die Nachricht, dass Gaddafi in Sirte sei, stammt noch aus dem Sommer. Nachdem Monarchisten&NATO den Volkskongress und die Revolutionskommitees ausgeschaltet hatten, war das Kriegsziel erreicht. Vielleicht ging Gaddafi davon aus, dass man ihn in irgendein Exil auswandern lassen würde? Vielleicht wurde ihm das sogar zugesichert? Man weiss in einem Krieg nie genau, was die Kriegsparteien tun, beabsichtigen und in clandestinen Treffen vereinbaren. Sicher ist nur eines: Es ist nie so, wie die offiziellen Verlautbarungen von Kriegsparteien behaupten. |
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Zitat:"...Nato und Geheimdienste an Gaddafis Tötung beteiligt.."
Na sowas: "Kinder-Überraschung!"-Wer glauben sie führt denn e i g e n t l i c h den Krieg in Libyen?! An die 20 000 Bombenabwürfe d.d. NATO-bei einer Bevölkerung von 5Millionen=Großraum Berlin!-flankiert von bekanntlich schon lange auch am Boden agierenden frz.-engl. Spezial-Killerkommandos ... Und dann immer wieder die inszenierten Fotos eines Häufleins bewaffneter Söldner("Aufständischer")die den hochgerüsteten Gaddafi besiegt haben sollen...lächerlich... Eine weitere große Lügengeschichte der NATO:und die Medien apportieren brav... |
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Interessant war, was zu der Zeit, als noch nicht klar war, was da genau passiert ist, über das Radio gemeldet wurde: Erst hieß es, die NATO-Soldaten hätten mehrere Konvois beschossen, aus der Luft aber einzelne Personen nicht erkennen können und so seien sie auch nicht in der Lage, Genaueres zu sagen. Wenig später hieß es, dass es erst amtlich sei, dass Gaddafi tot ist, wenn die "Amerikaner" es bestätigen - soweit ich weiß, hatten es die Libyer da schon bestätigt. Da habe ich mich gefragt, wer denn der Souverän im Land und konkret bei der Aktion ist und wer der Helfer.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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