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Ja, ich weiß, es ist furchtbar albern. Aber ich kann einfach nicht widerstehen:
Der Kretschmann
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Der Kretschmann saß daran,
Sah nach der Angel ruhevoll,
grün bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Die Kanzlerin hervor.
Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
Was lockst du meine Wähler
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinab in grüne Täler?
Ach wüßtest du, wie's Herrschen ist
verkommen auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.
Labt sich die liebe Lobby nicht,
Der Vorstand nicht im Meer?
Kehrt spendenfreudig ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der große Reichtum nicht,
Die schwarz verklärte Macht?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'ge Nacht?«
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' Winfrieds nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.
Jacob Jung, ausgesprochen frei nach J.W.Goethe
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Also, nur mal zur Erinnerung:
1) Der Kretschmann führt eine grün-ROTE Koalition. 2) Der Kretschmann ist Landesvater in BW, ein schwäbischer Kurt Beck sozusagen. 3) Der Kretschmann spielt bundes(rats)politisch eine Nebenrolle. 4) Wenn den Kretschmann am Ende etwas hinunterzieht, dann allenfalls sein Alter, mit Sicherheit aber keine Merkel. 5) Wenn SPIEGEL & Co meinen, den Kretschmann jetzt als neuen "Führer" der Grünen aufbauen zu müssen, dann ist das nichts weiter als der Versuch, die etwas veränderte grüne Realität auf den etwas engen geistigen Horizont der SPIEGEL-Denke zurecht zu schneidern. 6) Der Kretschmann hat bereits angkündigt, in Zukunft weniger Interviews zu geben. Damit dürfte sich das Problem ohnehin erledigen. Kurz: Die linken Kretschmann-Attacken sind reine Energieverschwendung und stören überdies die politische Alltagsarbeit vor Ort. Also: konzentriert euch auf die wirklich wichtigen Fragen! |
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@ seriousguy47
Der Kretschmann ist Landesvater in BW, ein schwäbischer Kurt Beck sozusagen. Das ist eine Beleidigung Kurt Becks. Der Kretschmann hat bereits angekündigt, in Zukunft weniger Interviews zu geben. Ich will das gerne glauben - nur: beweisen kann er das nicht. Die linken Kretschmann-Attacken sind reine Energieverschwendung... Ich kenne keine linken Kretschmann-Attacken. Bisher steht er immer noch unter politischem Artenschutz. Sollte Kritik an den baden-württembergischen Landesvater herangetragen werden, sollte man sie nicht gleich als Attacke und damit als ungerechtfertigt abtun. Die Grünen und die Schwarzen werden sich schon noch finden. Der Palmer-Boris hat das entsprechende Papier schon vorgelegt. Peinlich nur, dass es öffentlich geworden ist, war ja nicht für den Souverän gedacht. Ja, die Grünen sind seit längerem auch dem rechten Weg. |
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schrieb am
14.06.2011 um 17:47
Dass ein Kretschmann ganz alleine die Bundeskoalition 2013 "machen" wird glaube ich auch nicht.
Es gibt schon noch mehr Signale. Als vor einigen Wochen Trittin und Merkel im Duett sangen: "Grosse Steuergeschenke für den Elektro-PKW!!" da dachte ich auch: Kuck an, der Beginn einer wunderbaren Liebe... Wer mal die Umfrageergebnisse anschaut und den Koalitionsrechner hochfährt weiss ja woher dieser Wind weht... |
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@ Achtermann
Warum wohl ist der Palmer, Boris nicht ins Kabinett gekommen? Und außerdem: wieso soll der Palmer, Boris keine Gedankenfreiheit haben? Entscheidend ist doch, was am Ende beschlossen wird.... p.a. Ich selbst bin kein Grüner. |
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"Arsch huh, Zäng ussenander"
Zwar ein (ehemaliges) Kölner Motto gegen rechte Gewalt, aber auch die (grüne?) taz macht sich Gedanken, ob die Wutbürger denn den Arsch noch hochkriegen. Da braucht es Bashing aus linker Richtung nicht einmal; und ob der Krertschmann in irgendeiner K-Gruppe war ist doch nur sehr selektiv, wadenbeißerisch betrachtet ein Problem; jugendliches "Fehlverhalten" bis in höchste Regierungskreise gelitten, wenn es denn past... Ehe also die (Realo)Linke - erwartbar - domestiziert und dem staatstragenden Sachzwang unterworfen wird, diese Linke sich bis dato an wohl nur ihr [sic] innewohnendem Antisemitismus abarbeiten darf sind nun machtpolitisch erst mal die Grünen d'ran. Deren Taktik ist erkennbar, nennt sich "kommen lassen, auflaufen lassen", aber ob das im Angesicht der Dimensionen recht? www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wutschwabe-arsch-hoch/ |
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@ ebertus
Wie wäre es, wenn jetzt erst einmal der Rest der Republik den Arsch hoch kriegen würde? |
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Und für Akteure sozialer Bewegungen stellt sich frei nach Antonio Negri die Frage "nach dem Verhältnis der Bewegungen zu den institutionellen Machtstrukturen", erst die Bewegung, dann die Partei und somit "das Konzept der Repräsentanz aufzulösen und zu dekonstruieren".
Will sagen, der Wutbürger ist in der Regel keiner, der über diesen theoretischen Begrifflichkeiten und Zusammenhänge; sprich Abhängigkeiten reflektiert. Meine Erfahrungen in der betrieblichen Gewerkschaftsarbeit waren ähnlich, oft ernüchternd; um mal wieder etwas konkreter, praxisnäher zu werden. Im Schutze der Gemeinschaft kann man als kleiner Mensch toben, "die Sau rauslassen", kämpfen, aber wenn der Chef winkt, mit vorgeblicher Nestwärme droht, ist sie Sache gelaufen; Vereinnahmung die perfekt im Sinne von Teile und herrsche. |
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"Im Schutze der Gemeinschaft kann man als kleiner Mensch toben, "die Sau rauslassen", kämpfen, aber wenn der Chef winkt, mit vorgeblicher Nestwärme droht, ist sie Sache gelaufen; Vereinnahmung die perfekt im Sinne von Teile und herrsche."
Also, wer in Stuttgart die Sau raus läßt, dem droht erfahrungsgemäß zwar noch nicht die Nestwärme des Knasts und - von Daimler mal abgesehen - auch nicht die des Chefs, wohl aber die ganz besondere Fürsorge von Oberstaatsanwalt Häußler. Und die kostet. Ansonsten haben wir jetzt ca. die 80. Montagsdemo (jede einzelne davon kostet die Organisatoren mehrere tausend Euro) , dazu jede Menge Großdemos und nahezu täglich irgendwelche Veranstaltungen - teilweise mehrere zur selben Zeit. Seit Monaten füttern die Stuttgarter darüber hinaus das Protest-Camp im Schlossgarten durch usw. usw. Und ansonsten sehe ich von "Teile und herrsche" absolut nichts. Stattdessen gibt es einen Pluralismus an Gruppen und Wegen des Protestes, die miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Apropos arbeiten. Das müssen einige hier nebenher auch noch. Wer soll sonst über den Länderfinanzausgleich andere Bundesländer - z.B. das verbal-radikale Besserwisser-Berlin - durchfüttern? ;) Und manche haben auch noch so was eigenartiges wie Familien, um die sie sich nebenher auch noch gerne kümmern möchten. Kurz: Kretschmann und die Grünen und was der oder die über die Merkel denken sind hier nicht unbedingt ein vordringliches Problem. Wir haben unseren Widerstand vor der Wahl selber gemacht und brauchen auch nach der Wahl keinen "Führer", der uns sagt, was wir zu tun und zu lassen haben. Und der Slogan war auch nicht "Kretschmann her", sondern "Mappus weg". ....Insofern hat die bundesweite Berichterstattung und Debatte über Stuttgart derzeit schon ziemlich absurde Züge und ziemlich wenig damit zu tun, was uns hier tatsächlich beschäftigt: die Frage der Verfassungswidrigkeit der S21-Finanzierung, die Frage einer neuen Planfeststellung wegen der vermutlichen (früheren Lügen) der Bahn hinsichtlich des Grundwassermanagements, die Frage einer Klagemöglichkeit der Privatbahnen gegen den Abbau der bestehenden Gleisanlagen usw. usw. So a nebaher Revolutiönle im Rechtsstaat isch halt scho a bissle komplizierter wie oifach Autos azünda und solche Sacha, gell? ;) |
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Ist das jetzt (mit den Autos anzünden) eine Provokation, oder die fürsorgliche Belagerung?
"Radikale Besserwisser durchfüttern" hab' ich dagegen schon verstanden (als 68er Wessi, sorry), aber bereits der gute Stoiber wollte den Ossis so manche Unterstützung streichen, weil sie in großer Zahl "falsch" wählen. Länderfinanzausgleich, eine Domäne eingeforderter Willfährigkeit; hört, hört. Und jetzt bei den Linken laufen die Ossis wohl in der Spur, sind eigentlich Kretschmanns ehemalige K-Gruppen et al. der Hort des westdeutschen Fundamentalismus. Im Ernst, war einmal bei einer Samstagsdemo in STU dabei, habe interessante Gespräche geführt und bin grundsätzlich in hohem Maße solidarisch. Für mehr wollte ich mich nicht entschuldigen...die schönen Jugenderinnerung von Fellbach mal ganz aussen vor gelassen. |
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Wofür denn entschuldigen?????? Habe ich den (falschen) Eindruck erweckt, dies sei notwendig?
Also mal ganz einfach gesprochen: ich bin zur Zeit einfach generell genervt. Und das klingt wohl durch. Man weiß irgendwie gar nicht mehr, was man noch schreiben soll. Manche Debatten sind einfach zu absurd. Neulich wurde mir klar, dass Stuttgart jetzt wohl endgültig nicht mehr zur BRD gehört, sondern zur Schweiz - wohin unsere Steuerhinterzieher ja schon mal vorausgegangen sind. Ich schätze mal, unsere Zugehörigkeit zu Deutschland ist ein historisches Missverständnis. Wir ticken wohl doch zu anders.....;) |
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schrieb am
15.06.2011 um 00:01
>>Und der Slogan war auch nicht "Kretschmann her", sondern "Mappus weg".<<
Was weg muss, ist immer schnell festgestellt. Kohl musste auch endlich mal weg, und der SPD/Grün-Hype Ende 98 war nicht schlecht, mal so irgendwie rein als Event gesehen... Ähnlich könnte es bei "abschalten!" laufen. Am Ende kriegst a paar schweineteure offshore-Windparks vor den Latz geknallt und denkst: "Irgendwie hab ich mir das aber anders vorgestellt..." Schön, "oben bleiben" ist konkreter, es gibt sorgfältig ausgearbeitete, verkehrstechnisch und kostenmässig plausible Alternativen. Ein Projekt, das eventuell noch was werden kann. Immerhin. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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