Jacob Jung

Blog: jacobjung.wordpress.com

15.12.2011 | 17:00

Wir sind Deutschland

15.12.2011 – Stell Dir vor, Du hast einen ungebetenen Gast in Deinen vier Wänden, der einfach nicht mehr geht. Er lümmelt sich auf Deinem Lieblingsplatz herum, benutzt Deine Sachen, frisst Deinen Kühlschrank leer, lebt auf Deine Kosten, pöbelt Deine Freunde an, mischt sich in die Erziehung Deiner Kinder ein, verdreckt die Wohnung, bestimmt, was Du im Fernsehen siehst, schnüffelt in Deinen privaten Sachen herum, gibt Dein Geld aus, beschimpft und bedroht Dich und wird aggressiv, wenn Du ihn bittest zu gehen.

Schon nach ein paar Wochen erkennst Du Deine Wohnung nicht mehr wieder. Du fühlst Dich dort nicht mehr zuhause. Am liebsten würdest Du umziehen, aber das geht nicht, weil der Gast auf Deinem Geld sitzt.

In Deutschland haben wir einen solchen Gast: Die Politik.

Aus dem Jacob Jung Blog

 

Demokratie, Lobbys und Medien

Nur 35 Prozent der Bevölkerung würden die jetzige Regierung wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahlen wären. Die FDP wäre nicht mehr im Parlament und stellt dennoch fünf Bundesminister. Die Union bekennt im Bundestag, dass wir von „Sicherheitsleuten“ und nicht von „Piraten und Chaoten“ regiert werden. Die SPD ist von der CDU nicht mehr zu unterscheiden. Ihre jeweiligen Politikdarsteller liefern sich ein öffentliches Scheingefecht, das am Ende doch auf eine „alternativlose“ große Koalition hinauslaufen wird.

Die Lobbys sitzen mit der Regierung in einem Haus und an einem Tisch. Wirtschaftsvertreter diktieren Ministern Gesetze, die vom Bundestag durchgewunken werden. Verbände und Stiftungen der Industriellen, Mächtigen und Reichen nehmen täglich Einfluss auf politische Entscheidungen. Ackermann spricht in der Kirche, der Papst redet im Bundestag. Die Kirchen werden vom Staat jedes Jahr mit 15 Milliarden Euro subventioniert, nehmen 10 Milliarden Euro Kirchensteuern ein und erhalten für Caritas und Diakonie weitere 50 Milliarden Euro, während in deren Einrichtungen statt dem Arbeitsrecht das kirchliche Selbstbestimmungsrecht gilt.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen nimmt seinen politischen Bildungsauftrag nicht wahr. Statt neutral zu berichten macht sich das ZDF zum verlängerten Arm der Union. Sein Anchorman wird nahtlos zum Regierungssprecher. In den Rundfunkräten der ARD Sender entscheiden Politiker, Kirchenleute und Arbeitgeberverbände über Intendanten und Programme. Die meisten Zeitungen und Zeitschriften gehören wenigen Mega-Konzernen und sind eng mit der Wirtschaft, der Politik und den Lobbys verbunden. Das private Fernsehen hat den Verdummungsauftrag angenommen und macht die Menschen mit scripted reality gefügig für Werbebotschaften und unkritisch gegenüber der Politik.

Sozialstaat, Waffen und Krieg

UN und OECD zeigen sich besorgt über die soziale Lage in Deutschland. Während Reiche und Besserdiener kaum Steuern zahlen, hat ein wachsender Teil der Bevölkerung nicht mehr genug Geld für einen würdigen Lebensstandard. Sozial Schwache werden gesellschaftlich ausgegrenzt und sind gezwungen bedenkliche Produkte zu kaufen. Die Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse steigt stetig an, während die Lebenserwartung der Geringverdiener sinkt. Die monatliche Arbeitslosenstatistik wird schön gerechnet, Rentner versinken in Armut und eine Zwei-Klassen-Medizin sorgt dafür, dass sich nur noch die Reichen eine angemessene Behandlung leisten können

Der Staat ist extrem verschuldet und steckt Milliarden in die Rettung von Banken, in die Entwicklung von Waffensystemen, in den Bau von Prestigeprojekten und in die Versorgung von Politikern und Amtsträgern. Deutschland ist der drittgrößte Rüstungsexporteur der Welt und beliefert totalitäre Verbrecherregimes mit Kriegswaffen und Militärtechnologie. Wir beteiligen uns an Kriegen, wandeln die Bundeswehr zu einer schlagkräftigen Angriffsarmee und spielen uns in Europa als Nation mit Führungsanspruch auf. Wir zwingen unsere europäischen Nachbarn zu Sozialabbau und Privatisierung und drohen ihnen mit Rauswurf, wenn sie unseren Ansagen nicht folgen.

Überwachung, Nazis und Verfassungsschutz

Der Staat überwacht alle Bürger mit immer perfideren Methoden. Geheimdienste und Polizei installieren Spähsoftware auf Computern, belauschen Telefonate, werten Funkzellen aus, kontrollieren den öffentlichen Raum mit Kameras und verschaffen sich Zugang zu privaten Wohnungen. Per Vorratsdatenspeicherung sollen die Kommunikations- und Verkehrsdaten aller Menschen über Monate gespeichert und den Behörden zur Verfügung gestellt werden. Die Innen- und Sicherheitspolitiker fordern eine Zensur im Internet und ein Ende der Anonymität für Blogger und Kommentatoren. Der Verfassungsschutz kämpft gegen Menschen, die sich für Grund- und Menschenrechte einsetzen und lässt verfassungsfeindliche Politiker und Nazis frei gewähren.

In Deutschland ist fast alles verboten. Nur die NPD ist erlaubt. Der Staat selber ist eng mit den Organisationen der Rechtsextremisten verknüpft. Wer sich gegen Faschismus engagieren will, der muss sich erst zur Verfassung bekennen. Das Familienministerium versorgt Schulen in ganz Deutschland mit „Unterrichtsmaterial“, in dem vor Linken gewarnt wird und demokratische Zeitungen werden als linksextremistisch diffamiert, weil sie nicht auf Regierungslinie berichten. Die Polizei schützt Nazi-Aufmärsche und verfolgt demokratische Gegendemonstranten. Der Rassismus ist salonfähig. Das Buch „Deutschland schafft sich ab“ sprengt alle Verkaufsrekorde und der Autor darf weiterhin im Namen der SPD agieren. Der Innenminister hetzt gegen den Islam und Innenpolitiker der CSU ermutigen Bürger zur Fremdenfeindlichkeit.

Anstand und Widerstand

Ein Altkanzler ist gemeinsam mit dem amtierenden Finanzminister in eine unaufgeklärte Spendenaffäre verwickelt. Ein anderer Altkanzler spielt eine zentrale Rolle in der russischen Energiewirtschaft. Ehemalige Ministerpräsidenten wechseln in die Wirtschaft, nachdem sie den Konzernen Aufträge in Millionenhöhe zugeschoben haben. Der frühere grüne Außenminister berät Energieriesen und Automobilkonzerne, ein ehemaliger Innenminister hat sein Vermögen mit dem Verkauf von Überwachungstechnologie an Staaten gemacht. Die Kanzlerin erinnert sich nicht, ob sie in der DDR für „Propaganda und Agitation“ oder für „irgendwas mit Kultur“ zuständig war. Ein Ex-Minister, der beim Betrug erwischt wird, putscht sich über Brüssel zurück in die Politik. Der Bundespräsident steht im Verdacht der Vorteilsnahme durch einflussreiche Industrielle. Die Politikdarsteller schachern öffentlich um Posten und Ämter und zeigen täglich, dass sie nicht die geringste Vorstellung davon haben, was Anständigkeit oder Rechtschaffenheit bedeuten.

Das alles hat der ungebetene Gast aus unserem Land gemacht. Aus einem Land mit einer beeindruckenden Kultur, mit einer wunderbaren Sprache, mit herrlichen Landschaften, mit einer unbeschreiblichen Vielfalt und mit tollen Menschen aus allen Regionen der Welt ist ein verkommener Affenstall geworden. Eine unwürdige Parodie auf einen gerechten, solidarischen, friedlichen und sozialen Staat, ein korruptes Konglomerat aus privaten Seilschaften, die aus niederen Beweggründen und unstillbarer Gier alles verraten, was gut, richtig und erstrebenswert ist.

Das alles ist nur möglich, weil wir unserem ungebetenen Gast nicht die Türe weisen. Wir lassen ihn gewähren, uns von seinen verzweifelten Drohgebärden täuschen und fürchten uns vor seiner Reaktion, wenn wir einfach sagen würden: „Das ist unser Haus. Wir sind Deutschland.“

Politik Blog von Jacob Jung 12/2011

 
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Kommentare
chrislow schrieb am 15.12.2011 um 17:29
Kopf in den Sand stecken...

mehr bleibt nicht.
Jacob Jung schrieb am 15.12.2011 um 17:32
Ach was. Sei mal ein bisschen mutig und zuversichtlich :D
Goldmanova schrieb am 15.12.2011 um 17:47
Soweit recht stimmige Beschreibung. Was ich nicht verstehe ist, dass jeder noch so kritische Kommentar zur politischen Klasse von einem grundsätzlichen Vertrauen, das aber enttäuscht wurde, geprägt zu sein scheint. "Die Politiker" sind aber nicht anders, als sie sich präsentieren, und waren es auch nie. Es fällt heute nur mehr auf.
Jacob Jung schrieb am 15.12.2011 um 23:53
Da geht es weniger um eine Entwicklung der politischen Klasse als eine Veränderung des Blickwinkels auf sie.
anna T. schrieb am 15.12.2011 um 18:22
Lieber J.J.
wieder so gerne gelesen,absolut empfehlenswerter Blog!
Jacob Jung schrieb am 15.12.2011 um 23:54
Danke Anna, ich freu mich übers Lob.
brefcourte schrieb am 15.12.2011 um 19:36
das hat mir jetzt den tag versaut
Jacob Jung schrieb am 15.12.2011 um 23:55
Das nehme ich als Kompliment :D
brefcourte schrieb am 16.12.2011 um 11:02
ich vermisse texte zur herzensbildung, texte die helfen...
Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 11:31
@brefcourte
ich vermisse texte zur herzensbildung, texte die helfen...

Da läßt sich doch was machen, denke ich:

Genug Herzensbildung, genug Hilfe?

Ciao
Wolfram
blog1 schrieb am 17.12.2011 um 18:06
@Wolfram Heinrich

Lieber Wolfram,

Verdrängung der Realität durch esoterische Klänge ist auch eine Art, mit den aktuellen Zuständen klar zu kommen. Wer weiß, ob dieser Song nicht vom Schröder-Ministerium gesponsert wurde.

Wenn unsere Community einmal so viele Anhänger in einem Saal zusammenbrächte, wären wir schon ein Stück weiter. Nur was singen wir dann?
Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 19:04
@blog1
Verdrängung der Realität durch esoterische Klänge ist auch eine Art, mit den aktuellen Zuständen klar zu kommen. Wer weiß, ob dieser Song nicht vom Schröder-Ministerium gesponsert wurde.

Sein kann viel und womöglich hast du sogar recht. Meine Erfahrung lehrt mich: Noch die wirrsten Ideen, die du dir im Suff ausdenken magst, findest du irgendwann ganz ernsthaft dargestellt. Der Wahnsinn hat kein Grenzen.

Wenn unsere Community einmal so viele Anhänger in einem Saal zusammenbrächte, wären wir schon ein Stück weiter. Nur was singen wir dann?

"Bruder Jakob, schläfst du schon?" Nur so, als Anregung.

Ciao
Wolfram
brefcourte schrieb am 18.12.2011 um 00:01
Ich distanziere mich ausschließlich von der in dem Video präsentierten Menschengruppe !
Anchesa schrieb am 15.12.2011 um 19:36
100%ige Zustimmung !
Alles auf den Punkt gebracht, ich hätts nicht so gut ausdrücken können.
Jacob Jung schrieb am 15.12.2011 um 23:57
Danke ;)
Ismene schrieb am 15.12.2011 um 20:08
Ja! mit ganz kurzem a!
Anchesa schrieb am 15.12.2011 um 20:38
@ismene
War das jetzt für die Zustimmung oder weil ich es nicht so gut ausdrücken kann ? ;-)
Ismene schrieb am 15.12.2011 um 20:44
@Anchesa

Entschuldigung!

Das ist eine klare Zustimmung. Mit kurzem a, weil es dazu mehr nicht zu sagen gibt.

Tut mir leid, dass das missverständlich war.
Jacob Jung schrieb am 15.12.2011 um 23:58
Danke, Ismene.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 15.12.2011 um 20:41
Dieser Text gehört ungekürzt in die Printausgabe.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:03
Danke Bob. Ich will nicht behaupten, dass mich das nicht auch sehr freuen würde ;)
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:03
... es lebe die doppelte Verneinung ...
deviant schrieb am 15.12.2011 um 20:59
Jetzt, wo wir das geklärt haben:

REVOLUCIóN O MUERTE!
deviant schrieb am 15.12.2011 um 20:59
Jetzt, wo wir das geklärt haben:

REVOLUCIóN O MUERTE!
Uwe Theel schrieb am 15.12.2011 um 21:37
@deviant schrieb am 15.12.2011 um 20:59

Jetzt, wo wir das geklärt haben:

REVOLUCIóN O MUERTE!


Welchen der beiden Sätze nimmst Du ernst?

ut
deviant schrieb am 15.12.2011 um 22:00
Welchen der beiden Sätze ich ernst nehme?

Ich leben in dem oben beschriebenen Staate und bin ein politischer Mensch. Schon aus reinem Selbstschutz nehme ich gar nichts mehr ernst.

Lieber ein Zyniker als depressiv-suizidal an den Verhältnissen verzweifelnd.
Uwe Theel schrieb am 15.12.2011 um 22:21
@ deviant am 15.12.2011 um 22:00

Ich wollte nicht zu nahe treten, meine nur sich selbst sollte man schon ernst nehmen.

Buenas noches!
deviant schrieb am 15.12.2011 um 22:43
Sich selbst sollte man insbesondere nicht zu ernst nehmen.
Uwe Theel schrieb am 15.12.2011 um 22:56
@ deviant schrieb am 15.12.2011 um 22:43

"nicht zu ernst

Von Übertreibungen habe ich nicht geprochen.
deviant schrieb am 15.12.2011 um 23:28
Ich habe das einfach mal nicht zu ernst genommen...ohnehin ist alles relativ: Was sie ernst nennen, ist mir vielleicht zu ernst und andersherum.
mcmac schrieb am 15.12.2011 um 20:59
Herzlichen Dank für diesen konsequenten Text.
apatit schrieb am 15.12.2011 um 21:44
Guter Text JJ und mein Freund sagt zur deutschen Politik:
Deutschland ist eine anatomische Merkwürdigkeit: Es schreibt mit der Linken und tut mit der Rechten.

Kurt Tucholsky
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:02
Danke für das Zitat, das ich noch nicht kannte.
Elbschleicher schrieb am 15.12.2011 um 22:52
Jacob, Sie haben mich eiskalt auflaufen lassen. Als ich Ihren Vorspann las, gingen meine Gedanken in eine ganz andere Richtung. Ich war überzeugt, Sie würden Deutschland ein EU-Schmarotzertum vorwerfen. Stattdessen haben Sie zum berechtigten Rundumschlag ausgeholt und sehr schön den ganzen Dreck der letzten Zeit zusammengekehrt. Jetzt müssen wir den ganzen Mist nur noch aus der Bude rausschaffen. Frühjahrsputz ist aber erst wieder in zwei Jahren.
deviant schrieb am 15.12.2011 um 22:56
Nicht der Schmutz verschwindet alle 4 Jahre, es zieht bloß ein neuer Gast ein.
koslowski schrieb am 15.12.2011 um 23:01
Der Ausweg wäre also der Platzverweis für die Politik, damit das nette, liebe unpolitische Deutschland wiederauferstehen kann? Ein Plädoyer für die Anti-Politik? Ich mag nicht glauben, dass Sie das ernst meinen. Allerdings: Wenn man so ein Deutschland-Bild hat, bleibt ja nur die Depression oder die Flucht in eine imaginierte Idylle ohne Politik.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 00:15
Ich spreche mich im Text doch nicht gegen Politik im Allgemeinen aus. Es geht um diejenigen, die das politische Geschehen maßgeblich bestimmen.
koslowski schrieb am 16.12.2011 um 14:15
@Jacob Jung 00:15

"In Deutschland haben wir einen solchen Gast: Die Politik." - "Die Politik", nicht die herrschende Politik oder die Politik der Herrschenden. Aber danke für die Klarstellung. Wir leben leider in Zeiten, in denen links und rechts ( wo der antipolitische Affekt eine Geschichte hat ) nicht immer klar zu unterscheiden ist.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:40
Gern geschehen.

Der Beitrrag unterhalb der Unterschrift zeigt aber ja auch sehr deutlich, dass ich von der "herrschenden Politik" spreche und wo ich stehe ;)
Magda schrieb am 15.12.2011 um 23:32
Ich fand den allgemeinen Zorn, der in dem Text liegt angemessen, aber die Richtung stimmt dann - hier stimme ich koslowskis bei - irgendwie nicht.

Von einem Autor, der einen "Politik Blog" betreibt, hätte ich auch anderes erwartet. Das hat doch keine Logik.

Mir fiel beim Lesen die gute alte Frau Jenny Treibel aus dem Fontane-Roman ein, die meinte: "Gott bessre es". Mehr ist da nicht drin.
Natürlich gehts auch nicht darum, jetzt Verbesserungsvorschläge zu fordern. Und "Wir sind Deutschland" geht schon gar nicht. An wen richtet sich das denn? So ein diffuses Gemeinschaftsgefühl, das ist alles und nichts.

Außerdem verweise ich mal auf Jakob Augstein, bei dem ist gerade dran " Wir sind Wulff".
In Verballhornung eines Buchtitels frage ich mal: "Wer sind wir denn nun und wenn ja wie viele?"
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 00:18
Tut mir leid, dass ich Ihre hohen Erwartungen an einen politischen Blogger mit Gänsefüschen nicht zufrieden stellen konnte.

Beim nächsten Versuch liefere ich dann das Rezept für die Rettung der Welt direkt mit. Und vielleicht auch ein Mittel für die große Zehe.
mcmac schrieb am 16.12.2011 um 02:29
Magda, Liebe. - Zorn, Logik, Gott & Blasphemie, verballhornt ('ne olle Kamelle) >>> youtu.be/ZtvnVjt5bxo
Magda schrieb am 16.12.2011 um 11:53
Verehrter Jacob Jung - meine Kritik war überhaupt nicht abschätzig gemeint. Und die Gänsefüßchen schon gar nicht.

Sie sollten nicht bei allem sofort irgendeine Bosheit wittern.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 11:58
"die Richtung stimme dann irgendwie nicht"

"hätte ich auch anderes erwartet"

"Mehr ist da nicht drin"

"geht schon gar nicht"

"das ist alles und nichts"

Das ist nicht abschätzig? Dann möchte ich abschätzig bei Ihnen wirklich nicht erleben.
barshai schrieb am 16.12.2011 um 17:49
@Magda

Wie kommt es wohl, dass mir Ihre Kritik an Jacob Jungs Blog so vorkommt, als sei Eifersucht der Auslöser Ihrer Zeilen?

Sind es wirklich die, vorgeschoben wirkenden, Kritikpunkte, die Sie antrieben oder ist es nicht vielmehr die Erkenntnis, dass hier jemand schreibt, der sowohl "Königinmutter" @Magda, als auch @Uwe Theel, der offenbar tatsächlich meint schreiben zu können :-) ("Uwe Theel schrieb am 03.06.2011 um 22:18 “... meiner Tochter sagte ich vor einigen Jahren schon, dass wir in der Familie freie stolze Esel seien, die schreiben können …“), deutlich auf die Plätze verweist?

Falls Sie, @Magda, um Ihre "Vormachtstellung" auf dieser Internet-Plattform fürchten sollten, wachen Sie doch bitte auf, denn diese einstige Vormachtstellung haben Sie schon längst verloren, Sie arme, alte Frau.

Und zurück zum JJ-Blog:
Er ist so ziemlich das beste, was ich in letzter Zeit in dieser ausgedünnten Community gelesen habe, Respekt Jacob Jung!
koslowski schrieb am 16.12.2011 um 23:05
@barshai 17:49

„Wie kommt es wohl, dass mir Ihre Kritik an Jacob Jungs Blog so vorkommt, als sei Eifersucht der Auslöser Ihrer Zeilen?“ – Weil Sie vermutlich zur Schar der passionierten Ferndiagnostiker gehören, die bei abweichenden Haltungen/Urteilen psychische Defekte beim Anderen erkennen.

„…ist es nicht vielmehr die Erkenntnis, dass hier jemand schreibt, der sowohl "Königinmutter" @Magda, als auch @Uwe Theel … deutlich auf die Plätze verweist? – Gehörte ich zu den Ferndiagnostikern, vermutete ich, Sie träumten vom Tyrannenmord, brächten aber nur den Mut des Schlachtenbummlers auf, der seinem neuen Idol Beifall klatscht. Da ich zu denen nicht gehöre, gebe ich nur zu bedenken, dass auch ein guter Schreiber wie J.J. Kritik aushalten muss.

„…Sie arme, alte Frau.“ – Wäre es möglich, dass Sie hier die herablassende Geste eines dynamischen, jungen Mannes karikieren? Meinten Sie das ernst, müsste ich Sie für einen eher unangenehmen Zeitgenossen halten.

„…in dieser ausgedünnten Community…“ – Dünn, aber sexy - auch ohne sich plusternde junge Gockel.
Uwe Theel schrieb am 16.12.2011 um 23:51
@ barshai am 16.12.2011 um 17:49

Sie sollten sich schämen barshai,

hier meinen kleinen, vielleicht sogar hilflosen Nachruf auf Titta, der rein privaten Charakter hatte in billiger Absicht vollkommen themenfremd und geschmacklos, mit Küchenpsychologie aufgehübscht zu mißbrauchen, um an mir Ihr dürftiges Mütchen zu kühlen.

Noch einmal: Schämen Sie sich abgrundtief und zwar wegen und gegenüber Titta und der Erinnerung an sie.
Uwe Theel schrieb am 17.12.2011 um 00:10
Verdeutlichung:

Natürlich hat sich Barshai nicht "wegen Titta" zu schämen, sonder wegen seines Verhaltens gegenüber Titta und dem für das sie stand und steht.
weinsztein schrieb am 17.12.2011 um 03:57
@barshai
wird sich nicht schämen.

Folgt man Hinweisen seines hier verblichenen "langjährigen" Lebenspartners und seinen eigenen Kommentaren, ist er ein schwer in die Jahre gekommenee Mann mit Problemen. Vor diesem Outing, etwa vor einem Jahr noch, trat er hier mit dem Avatarbildchen eines sehr jungen Mannes auf - und mit juvenilem Eifer, den er über all die Jahre bewahrt hat. Bis heute.
Achtermann schrieb am 17.12.2011 um 09:25
@barshai

Mißfelder (CDU): „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.“

barshai zu einer Mitbloggerin: "…Sie arme, alte Frau."

barshai hat sich von den Raffelhüschens, Rürups und den dummschwätzenden CDU-Jungpolitikern einfach was abgeguckt. Jedenfalls hat er mit dieser Aussage deren Niveau mühelos erreicht.
Jacob Jung schrieb am 17.12.2011 um 17:44
Die Diskussion unter dem Kommentar von Magda spielt sich in einem Bereich ab, von dem ich nichts weiß.

Ich selber habe der Bloggerin keine bestimmten Motive unterstellt. Mir fällt halt selber nur auf, dass Magda meine Beiträge fast von Beginn meiner Veröffentlichungen hier beim Freitag kritisiert und dabei mitunter zu drastischen Formulierungen greift.

Ich kann das vertragen, keine Sorge. Und wenn ich das klären wollen würde, hätte ich das längst per PM tun können. Da ihre Kommentare aber selten sind und mich die ganze Sache auch weit weniger interessiert als meine eigentlichen Themen, habe ich das unterlassen. So soll es auch bleiben.
Muhabbetci schrieb am 16.12.2011 um 00:06
Wow, o_o
der Text ist wohl eines der besten Texte die ich hier gelesen habe. Zwar ist es prophetisch und an einigen Stellen vielleich etwas Realtitätsfern aber dennoch niemals ganz auszuschliessen.
Wie heisst es so schön:" Sag niemals nie...!"

Ich würde diesen Text auf jedenfall in dir Printversion nehmen. Nur leider habe ich das nicht zu entscheiden.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 00:16
Vielen Dank, Muhabbetci! Ich freue mich.
GeroSteiner schrieb am 16.12.2011 um 00:12
Großes Lob!

Habe mir gerade die Streitschrift "Empört Euch!" von Stéphane Hessel gekauft.
Auszug:
Man wagt uns zu sagen, der Staat könne die Kosten dieser sozialen Errungenschaften nicht mehr tragen. Aber wie kann heute das Geld dafür fehlen, da doch der Wohlstand so viel größer ist als zur Zet der Befreiung, als Europa in Trümmern lag? Doch nur deshalb, weil die Macht des Geldes - (...) - niemals so groß, so anmaßend, so egoistisch war wie heute, mit Lobbyisten in die höchsten Ränge des Staates. In vielen Schaltstellen der wieder privatisierten Geldinstitute sitzen Bonibanker und Gewinnmaximierer, die sich keinen Deut ums Gemeinwohl scheren.

Da hinein passt perfekt dieser Beitrag.
Bin richtig begeistert.
the-babyshambler schrieb am 16.12.2011 um 00:13
Ein sehr gelungener Rundumschlag…eine Anmerkung nur: Ja, WIR sind der Staat…aber eben nicht nur…WIR sind auch längst Teil einer globalen Gesellschaft die stetig an Vernetzungsdichte dazugewinnt. Nun muss uns in der Tat einfach nur noch klar werden dass wir als eine solche Globalgesellschaft die Dinge weitaus besser regeln können, als sie derzeit geregelt werden…

Ansonsten sehr gute Bestandsaufnahme, wie gesagt.
claudia schrieb am 16.12.2011 um 07:18
>>WIR sind auch längst Teil einer globalen Gesellschaft die stetig an Vernetzungsdichte dazugewinnt.<<
Was sich vernetzt, das sind die "Gäste" der Häuser, die sich selbst als Hausherren definieren. Und sie haben grosse Angst davor, dass sich die Völker international organisieren: Sie wissen, dass dann ihre Herrlichkeit zu Ende ginge.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 00:31
Vielen Dank an die Kommentatoren, denen ich nicht direkt geantwortet habe. Ich habe ehrlich gesagt nicht mit so viel Zustimmung gerechnet und freue mich umso mehr.
mcmac schrieb am 16.12.2011 um 04:57
Wenn schöne Götter Freude funken, muss man das Funkeln erst mal genießen (...und auch dieser Genuss ist schon eine Kunst für sich derzeit...). Um dann weiter herzhaft dazwischen zu funken: Nicht aufhören!

MfG
tlacuache schrieb am 16.12.2011 um 00:55
:-)
Ich haette da das eine oder andere zu bekritteln,
aber will mir nicht den Tag versauen.
Schoener Blog JJ
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:00
Krittel doch mal. Mich würde es interessieren. Außerdem ist längst ein neuer Tag :D
tlacuache schrieb am 17.12.2011 um 07:49
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:00
"Krittel doch mal. Mich würde es interessieren. Außerdem ist längst ein neuer Tag :D"
Jetzt hab' ich das Dinge 183 mal gelesen, nur um was zu bekritteln, find nur nix
(SCHEISSE, wollte JJ den Tag versauen)...
Nee, super, das einzige:
NPD - Verbot bringt uns nicht weiter...
Ansonsten: Ab in den Druck
;-)
pedrei56 schrieb am 16.12.2011 um 06:33
summa cum laude
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:00
Danke, pedrei :D
claudia schrieb am 16.12.2011 um 07:57
Eine gute, zusammenfassende Beschreibung der Machtverhältnisse und ihrer Auswirkungen.

Die "ungebetenen Gäste" sehen das natürlich völlig anders: Sie sind die Hausherren, wir das Gesinde.
Sie definieren ihren Anspruch auf Alles, was wir geschaffen haben, aus sich selbst heraus: Besitzer ist eben Besitzer, basta.
Und aus dem Besitz bzw. aus der daraus entstandenen Macht über grosse Geldmengen definieren sie das Herrschaftsrecht: "Wir haben das Hausrecht, global."

Sie versorgen die Welt, unter sich gut vernetzt, mit Not, Krieg und krankmachenden Lebensbedingungen.

Sie haben sich die Definitionsmacht genommen: Schon in Schulen, mehr aber noch über pervertierte "Informationsmedien" sagen sie, wie und was die Menschen denken sollen und unter Verneinung ihres Wissens nicht denken dürfen.

Wir müssen gründlich aufräumen, wenn wir das beenden wollen. Es wird immer dringender, können es uns kaum leisten, noch lange zu warten.

Und wir sollten uns auch überlegen, ob wir nicht nur die "ungebetenen Gäste" rausschmeissen müssen. Sondern ob wir "unser Haus" nicht anders, mit einer unseren Bedürfnissen angepassten Architektur gebaut und besser eingerichtet hätten, wenn wir es nicht nach ihren Anweisungen errichtet hätten.
Jacob Jung schrieb am 16.12.2011 um 14:01
Liebe Claudia, volle Zustimmung!
Phineas Freek schrieb am 16.12.2011 um 20:07
Die Aufzählung der größten Widerwärtigkeiten und Härten, welche „die Politik“ Deutschlands zur Folge hat ist ja völlig in Ordnung, man könnte sie sogar noch um ein Reihe weiterer Gemeinheiten ergänzen.
„ Nur“ sind das alles aber eben auch die NOTWENDIGEN Voraussetzungen und Folgen DEUTSCHER Konkurrenzerfolge im „globalen Wettbewerb“!

Wer sich allerdings diesen fix und fertigen „Wirtschaftsstandort“ inklusive seiner hier herrschenden Produktionsfaktoren ideell ins persönliche Eigentum überführt – die eigenen vier Wände! – um auf diese Weise Deutschland als neutralen und dienstleistenden Besitz seiner Bürger VORZUSTELLEN, in das sich bedauerlicherweise nun aber ein korrupter und schmarotzender Gast ( „falsche Politik“) eingeschlichen haben soll: der muss sich allerdings auch schon einen blühenden und verheerenden Idealismus über Aufgaben, Mittel und Zwecke hiesiger „Politmaschinerie“ nachsagen lassen.

Nach den gültigen, Waffenstarrenden und Grundgesetzlich geschützten Maßstäben dieser „Politmaschine“ ist diese inkriminierte (in der Tat Menschenverachtende und brutale) Politik nun aber alles andere als Falsch!
tlacuache schrieb am 17.12.2011 um 07:58
Phineas Freek schrieb am 16.12.2011 um 20:07

"Moin, gestatten? Flick, äähhh, Politik"
Phineas Freek schrieb am 17.12.2011 um 18:06
tlacuache schrieb am 18.12.2011 um 18:37
Phineas Freek schrieb am 16.12.2011 um 20:07
Merke:
Meine Duftnote war hier 5 Sterne an Sie
gruss
Phineas Freek schrieb am 19.12.2011 um 14:50
@tlacuache
Danke – das freut mich aufrichtig.
tlacuache schrieb am 17.12.2011 um 11:13
JJ:
kleinster Anhang:
"Nur 35 Prozent der Bevölkerung würden die jetzige Regierung wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahlen wären."

Bei einer Wahlbeteiligung von 60% sind das ja dann doch wieder 58%, "die sie sofort wieder wählen würde"...
Aus welchen Gründen auch immer...
;-)
claudia schrieb am 18.12.2011 um 05:01
>>Bei einer Wahlbeteiligung von 60% sind das ja dann doch wieder 58%, "die sie sofort wieder wählen würde"...<<
Genau deswegen kann man gar nicht oft genug betonen, dass Nichtwählen der Rechtfertigung der bestehenden Verhältnisse dient. Auch bei einer Wahlbeteiligung von 5 % kann die geldmächtige Lobby herrschen: Sie braucht dann nur 2,6 % der Wahlberechtigten und wird behaupten, dass "die Mehrheit" mit ihr zufrieden ist...
Auch wenn mit einer Wahl alleine keine Revolution zu machen ist: Den herrschenden Betrügern keine öffentliche Rechtfertigung zu liefern, ist Grund genug, ein Kreuzlein zu machen, wo es ihren Adrenalinspiegel stiegen lässt: Jede Antilobbystimme mehr macht sie nervös. Und je mehr sie ihre Contance verlieren, um so sichtbarer werden ihre tatsächlichen Ziele.

Wer nicht fähig ist, Parteiprogramme zu lesen und zu verstehen, dem/der kann man immer noch sagen: "Wählen wir doch dem Dobrindt mal einen schäumenden Wutanfall an. Das kostet (noch) nichts und macht Spass".
blog1 schrieb am 17.12.2011 um 14:40
JJ

Wie (fast) immer sind ihre Blogs von einer hohen Qualität und treffen den Nagel auf den Kopf.

Sie sprechen von dem ungebetenen Gast, der sich in unserem Haus „Deutschland“ festgesetzt hat und dem wir nicht die Tür weisen.
Warum ist das so?
- Weil wir zu feige sind, etwas gegen diese Zustände zu unternehmen.
- Weil wir alle ein paar Eigenschaften dieses unangenehmen Gastes in uns vereinigen und uns deshalb ertappt fühlen.
- Weil die Besitzstandswahrer zwar in der Minderheit, aber besser organisiert sind.
-Weil die politische Linke in Deutschland heillos zerstritten ist und sich in „Dipferlscheißertum“ – das ist bayrisch – ergötzt.
claudia schrieb am 18.12.2011 um 05:37
>>- Weil wir zu feige sind, etwas gegen diese Zustände zu unternehmen.<<
Da muss man sich nur mal anschauen, wie "irgendwie links" sich Ettikettierende immer wieder sagen: "Ja, wenn die Obrigkeit einen Generalstreik erlauben würde, dann könntet ihr ihnen ja mal zeigen, wer das Volk ist. Aber leider, leider erlauben sie euch das nicht!"
So können brave Untertanen, die sich noch nicht mal trauen, das provisorische Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland* zu lesen, nach Strich und Faden verarscht werden.

*im speziellen Falle die Artikel 14/15 im Zusammenhang mit Art. 20.4

---
1789 musste in Paris eine Revolution abgesagt werden: Die Revolutionäre hatten herausgefunden, dass der König verboten hatte, ihn abzusetzen.
Alien59 schrieb am 18.12.2011 um 06:25
Tja, so ist das halt in D. Den Lenin zugeschriebenen Spruch mit der Bahnsteigkarte kennst du sicher?
Mal sehen, wie weit es gehen muss, bis diese Einstellung sich ändert, ohne gleich in Autoverbrennungsaktionen auszuarten.
Alien59 schrieb am 18.12.2011 um 06:25
Tja, so ist das halt in D. Den Lenin zugeschriebenen Spruch mit der Bahnsteigkarte kennst du sicher?
Mal sehen, wie weit es gehen muss, bis diese Einstellung sich ändert, ohne gleich in Autoverbrennungsaktionen auszuarten.
claudia schrieb am 18.12.2011 um 07:28
@Alien59:
Klar kenne ich den Spruch mit der Bahnsteigkarte.
Auch das Lied vom Revoluzzer, im Zivilstand Lampenputzer:
www.youtube.com/watch?v=1XpUGyVq9jE

---
>>...ohne gleich in Autoverbrennungsaktionen auszuarten.<<

Nachts klammheimlich Fahrzeuge abzufackeln halte ich für eine Ersatzhandlung. Statt an die Mächtigen traut man sich nur an des Bürgers liebstes Spielzeug ran.
Oder agents provocateurs zündeln, damit ihre Chefs sagen können: "Seht her, das waren die bösen Linken, die nehmen euch euer Fahrzeug weg!"
Dass solche Aktionen, neben der Bereithaltung von Mördern, zu den Aufgaben des "Verfassungsschutzes" gehören ist ja bekannt.
Kgom schrieb am 18.12.2011 um 12:38
Wieso unser Haus? Haben die meisten nicht nur Wohnrecht weil irgendein naher oder entfernter Verwandter sich bei der Hausarbeit als nützlich erwiesen hat und auch wir uns vielleicht irgendwann mal als nützlich erweisen könnten?
blog1 schrieb am 18.12.2011 um 15:51
@ claudia,

"1789 musste in Paris eine Revolution abgesagt werden: Die Revolutionäre hatten herausgefunden, dass der König verboten hatte, ihn abzusetzen".

Der Satz ist richtig gut. Der deutsche "Michel" ist eben obrigheitshörig. Wenn es ihm aber richtig an den Geldbeutel geht, wird er unangenehm und dann wählt er konservativ bzw. rechts, weil die Linken mit dem Geld nicht umgehen können, so die langläufige Volksmeinung.
h.yuren schrieb am 17.12.2011 um 17:39
lieber jj, ich freue mich über dein blog und die meisten kommentare dazu.
wieder erfrischend auf die sahne, öh, den gast gehauen.
auch ich plädiere für den druck in der printausgabe als prämie für ein muster linker, nicht irgendwie linker, sondern linker denke.
links ist für mich heute ziemlich verschlissen in seiner bedeutung. darum erinnere ich an eine, nein, die alte definition: human und rational.
danke.
Hobbyproktologe schrieb am 18.12.2011 um 11:57
Ja Sog ma, is denn schon Weinachten?
Ja es is!
Vielen Dank, dass es jemand so deutlich sagt!
Kgom schrieb am 18.12.2011 um 12:07
Natürlich kann man es nicht oft genug sagen, nur sollten wir uns mal Gedanken machen, warum es immer ein alter Hut bleibt. Das hat mit anderen Namen und Anlässen vor zehn Jahren nichts gebracht, vor zwanzig Jahren nichts und vor dreissig auch nichts.
rioges schrieb am 18.12.2011 um 14:45
Das Bild stimmt nicht so ganz, der Gast ist nicht ungebeten: Nachdem die alten Hausbesitzer ihr haus in Schutt und Asche legten und , gemeinsam mit Nachbarn, an den Wiederaufbau gingen, sagten sie sich, dass nun jemand darauf aufpassen müsse, dass der Laden nicht wieder in die Luft flöge. Deshalb baten sie diesen Gast nun in die Wohnung. Allerdings sah er damals noch ganz anders aus, hatte ein gänzlich anderes Benehmen und war bereit, die Wohnung ab und zu zu putzen.

Doch nach und nach wollten die Wohnungsbewohner selber und unabhängig über ihre Wohnung bestimmen. Der Gast aber fühlte sich so wohl in seiner Rolle - er bekam gut zu essen und zu trinken, konnte das Fernseh- und Radioprogramm bestimmen - dass er inzwischen fest glaubte, ER sei der eigentliche Wohnungsbewohner. Hinzu kam, dass die wirklichen Wohnungsbewohner dem Gast regelmäßig zuklatschten, wenn auch grummelnd, wenn er gegenüber den Nachbarn die Eigenschaften der Wohnung beschrieb. das ging lange Jahre so weiter. Immer weniger Wohnungsbewohner kamen noch in die Wohnung, viele suchten sich zweite und dritte Wohnsitze.

und nun sitzt er da, breit und bräsig. Ist so eigentlich nicht mehr gewünscht. Aber die ursprünglichen Wohnungsbewohner lassen es sich in ihren Zweit- und Drittwohnsitzen gut gehen. Meckern ab und an noch über die Zustände in der alten Wohnung, machen aber ihre eigenen Besitzansprüche nicht wirklich geltend.

Bleibt nur zu hoffen, dass nicht irgendwann irgendwelche Gewaltschleicher daher kommen und sich diese wohnung schnappen. wie sie es schon einmal taten. Damals gelang es ihnen sogar, die damaligen Bewohner so narrisch zu machen, dass sie ihre eigene Wohnung in die Luft jagen liesen.

Es ist ein gefährliches Unterfangen, die ursprüngliche Wohnung kampflos dem gast zu überlassen und nur zu hoffen, dass die Gewaltschleicher nicht wieder kommen. Aber wie man so einen Typen wieder loswird? Nunja - lasst uns darüber beraten - im fernen Zweitwohnsitz.
rago42 schrieb am 19.12.2011 um 15:40
"NPD - Verbot bringt uns nicht weiter..."

Ein NPD Verbot bringt uns vielleicht nicht weiter, aber der Satz aus dem das stammt, war trotzdem klasse. Humorige Essenz eines der politischen Probleme des Landes.

Auch wenn es langweilig wird: KlasseText.
Technixer schrieb am 19.12.2011 um 22:58
So negativ sich dieses Kompendium gebündelter Fiesheiten derzeitiger Vitamin B Komplexe lesen mag, so ist es keinesfalls als Politikverdrossenheit zu werten, als vielmehr die Wiedergabe des ideologiefreien "Wir sind die 99%!" also höchstpolitisch. Ein Wegruf zur Teilhabe, zum Engagement, zur Bildung und gesellschaftlicher Vorgartenpflege :-)
Vielen Dank Jakob Jung. Dieses Blog gehört gedruckt.
peter kropotkin schrieb am 22.12.2011 um 11:44
Ich halte den Beitrag ebenfalls für einen recht guten. Zum "sehr gut" fehlt allerdings die Benennung des "Wie" von Veränderungen. Bisher wurden wirkliche Verbesserungen immer hart erkämpft. Durch Kommunisten, Gewerkschaften, Anarchisten und Menschen in freien Vereinbarungen.
Dabei ist anzumerken, dass wir Deutschen uns mit jeder Art von Widerstand schwer tun. Es sind zu wenige, die auf die Straße gehen. Zu wenige, die begreifen, dass von "Demokratie" bei uns nicht die Rede sein kann. Zu wenige, die Kraft und Zeit finden, sich mit gesellschaftlichen Verhältnissen zu beschäftigen.
All diesen stehen professionelle Meinungsmacher gegenüber. Es gilt weiterhin der Satz von Heiner Müller "Große Menschengruppen haben noch nie etwas begriffen ohne Katastrophe, ohne Schock." Eine, mehrere, viele Katastrophen sind heute wahrscheinlicher als die allgemeine Erhebung.
Jacob Jung
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