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Der ganze Hype um Wahlkampf in Zeiten von Web 2.0 verkennt doch völlig die Realität. All die grafisch hochwertigen Websites, die schönen interaktiven Anwendungen, Facebook, Twitter, all die "modernen" Medien, um mit dem Wähler in Kontakt zu kommen, das ist doch alles für die Tonne. Zu eben diesem Schluss muss man mit einem nüchternen Blick auf die Ergebnisse der Kommunalwahlen kommen. In meiner Heimatstadt haben nur Parteien gewonnen, die die digitale Medien weitgehend ignoriert haben, und Parteien mit umfangreichen Online-Auftritt schauen in die Röhre. Die Seite der Grünen war eine Katastrophe, enthielt nur eine PDF-Datei zum Download, ansonsten kam der Wahlkampf nicht vor, FDP und Bürgervereinigung waren ebenfalls nur schmal vertreten, trotzdem gehören sie zusammen zu den Gewinnern des Wochenendes. Hingegen die CDU und die SPD haben beide einen Hochglanzauftritt hingelegt - Respekt. Aber die Energie, die hier in zeitgeistige CMS-Systeme investiert wurde, scheint beim Kampf um den Wähler gefehlt zu haben. Beide müssen erst einmal ihre schweren Verluste verdauen.
Was folgt daraus: Digital is over? Wieder deutlich mehr Print-Müll für die Briefkästen? Oder doch mal wieder mit Rosen in der Hand die Wohnquartiere der Stadt abklingeln?
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Ich glaube nicht, dass es umsonst war. Ich habe von vielen (Erst-)Wählern gehört, dass sie froh waren, sich im Internet informieren zu können.
Ich wohne, wie schon anderswo erwähnt, in der Provinz. Der Alterdurchschnitt ist im Seniorenbereich anzusiedeln, viele haben nie woanders gelebt und nie etwas anderes als CDU gewählt. Nun ist folgender Trend zu beobachten: Zwar kommt die CDU auch in diesem Jahr allgemein bei den Verbandsgemeinderatswahlen auf knapp 49%. Ob die einen Internetauftritt haben - man weiß es nicht, ich habe mich nicht darüber schlau gemacht. Aber etwas anderes viel auf. Nach diesem Ergebnis dürfte es ja auch der CDU-Verbandsgemeindebürgermeister recht leicht gehabt haben. Stimmt aber nicht. Sein parteiloser Gegner gewann. Und er hatte auf seinen Plakaten dick und fett seine Homepage angegeben, die dazu sehr nett aufgemacht war, Mr.CDU hatte das nicht. Für einen parteilosen Kandidaten ist es doch eine hervorragende Möglichkeit, sich bekannt zu machen; wo soll er als Einzelperson auch das Geld und die Zeit herbekommen, genauso viel Echtzeit-Werbung samt Plakaten zu betreiben wie diese hier doch sehr starke CDU? Und selbst wenn dieser Effekt nicht überall zu beobachten ist, lohnt es nicht schon für dieses kleine Beispiel? |
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Es könnte gut sein ,daß das Internet auf diese Weise auch dirkete Demokratie unterstütz. Jemand versucht das ja gerade für die Bundestagswahl und bloggt (?) zu diesem Zwecke hier:
www.freitag.de/community/blogs/andrea-guse ! |
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Find ich gut. So soll es sein, nicht? Demokratie zum Anfassen eben.
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Direkte Demokratie durch das Internet. Ein schöner Traum.
Ob er jemals wahr wird ? Ich meinerseits habe mir all die HPs angesehen, Parteiengetwitter abonniert, ähem gefollowt ;-) und habe zum Schluß doch, wie immer, nach Personen gewählt. Was auch heißt, bei der EU Wahl kannte ich keinen, ergo habe ich auch auf ungültige Stimme gemacht. |
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"Was auch heißt, bei der EU Wahl kannte ich keinen, ergo habe ich auch auf ungültige Stimme gemacht."
Wie definierst Du kennen? Zu den Träumen sag ich nur: Mit dem Kopf in den Wolken und den Füßen auf der Erde schaffen wir das. Nicht wenige Ideen scheitern an zu vielen Skeptikern und zu wenigen Idealisten. |
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Da bin ich ja froh, daß ich als Pseudonym nicht S.K.E. Ptiker gewählt habe!
Aber recht hast Du, Cassandra. Die Änderung der Welt stößt an ihre Grenzen, weil es immer diese Sachzwangsfanatiker gibt, die eben gnau das ausüben: Zwang. Das können sie ruhig mit dem Vorstz 'Sach-' verbrämen. Zwang bleibt Zwang. |
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S.K. Eptiker kann man besser aussprechen. Obwohl es Assoziationen zum E.P. Tilektiker hervorruft.
Zwang üben immer die aus, die feste Dogmen brauchen, damit sie sich nicht verlaufen. Gewonnen hat der, der den Sinn der Regeln erkannt hat und selbstständig anwenden kann. Kreative braucht die Welt. Und Idealisten eben. Wobei ich zugeben muss: Im Grunde lebe ich auch den gemäßigten Skeptizismus. Macht nichts. Ambivalenz ist das halbe Leben. |
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MAn könnte es auch als angewandte Dialektik bezeichnen.
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Gerade wegen eigener Anstrenungen, Politik über digitale Medien anzukurbeln, bin ich skeptisch, was die Reichweite der ganzen Online-Instrumente angeht. Blogging schön und gut, aber wenn es nicht in der Tageszeitung steht, dann interessiert das wirklich niemanden. Und die ganzen Online-Ausgaben der Zeitungen tragen wenig zur steigenden Qualität der Beiträge bei.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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