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Der "Fall Strauß-Kahn" ist ein weiterer Skandal eines mächtigen Mannes, der vor der Weltöffentlichkeit Rechenschaft ablegen muss. Wie heftig das Bedürfnis nach gewissen Zusammenhängen ist, zeigt uns der SPIEGEL in seiner Video-Abteilung.
Durch die Blume hat SPIEGEL-Online uns enthüllt, dass Dominique Strauss-Kahn Sohn jüdischer Eltern ist. Das Video der bekannten Nachrichtenseite gibt den brisanten Fakt nicht direkt preis. Zuerst kämpft sich der Zuschauer durch einen sinnfreien Videobeitrag über einen Hot-Dog Händler, der sein "DSK"-Würstchen mit einer dunkelhäutigen Schönheit bewirbt. Bis hier eine reine Marketing-Angelegenheit aufgrund des bekannten Sex-Skandals. Wäre da nicht die jüdische Speisevorschrift, nach der dieses Stück Fleisch im Brötchen zubereitet wird.
Die Umwege über einen "koscheren" Hot-Dog ermöglichen es dem kritischen Leser selbst zu recherchieren und zehn Sekunden später bei Wikipedia heraus zu finden, ja, er ist Jude. Was für ein Erfolgserlebnis! Wieder ein jüdischer Treffer unter den mächtigen Männern, die unsere Welt lenken. Und Sozialist ist der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds auch noch. Nun ist der rot-gelbe Davidstern auf DSK`s zukünftiger Häftlingskleidung wohl komplett.
Genug des Sarkasmus. Wie schon bei dem Fall des Millionenbetrügers Bernard L. Madoff gibt es einen scheinbar unsichtbaren Zwang den "jüdischen Hintergrund" mächtiger Personen "unauffällig" in die Berichterstattung einfließen zu lassen. Während unendlich viele christliche und konfessionslose Skandälchen durchs Nachrichtenraster fallen, werfen einige Medien uns die Juden direkt ins Auge.
SPIEGEL-Online geht sogar einen Schritt weiter und ermöglicht es dem Publikum selbst die jüdische Verschwörung aufzudecken. Das war wieder Sarkasmus, aber der tut in solchen Fällen einfach gut. Es wäre möglich zu behaupten, dass das besagte Video durch die Pflicht zur unbedingten Berichterstattung gedeckt ist. Es ist aber auch möglich zu behaupten, dass SPIEGEL-Online weiter zur besseren BILD-Zeitung mutiert. Beides wäre schade.
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Wieso denn durch die Blume enthüllt. Das wird doch immer mal wieder in der Biographie deutlich. Das ist hinlänglich bekannt. Und ich finde nun wieder, dass es bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat.
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Biographien enthalten meist alles Relevantes zu einer Person. Es kommt darauf an, wie man die Fakten benutzt.
Aber du hast Recht, bisher hat es keine Rolle gespielt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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