Mit "Kanak Sprak" erlebte der in Bolu (Türkei) geborene Autor seinen literarischen Durchbruch in Deutschland. Sein Romanerstling machte gewaltig Furore. Inzwischen ist Feridun Zaimoglu eine feste literarische Größe im deutschen Sprachraum.
Dass Zaimoglu seit mindestens zehn Jahren eine Affinität zum Ruhrgebiet und dem dort lebenden Menschenschlag hat, wissen vielleicht nur Kenner. Zaimoglu, der seit einem Studium der Humanmedizin (welches er - für seine heutige Leser ein Glücksfall - nicht zu Ende führte), in Kiel lebt, war oft beruflich im Ruhrgebiet unterwegs. Was ihm Freundschaften einbrachte, die er bis heute mit Freuden pflegt.
Vergangene Woche kam Zaimoglu wieder einmal in den Ruhrpott. Diesmal nach SchlimmCity. Kennen Sie nicht? Nun, "SchlimmCity" liegt punktgenau in Mülheim an der Ruhr. Genauer gesagt in der Mülheimer Innenstadt. Jedes zehnte Ladenlokal hat dort bereits dicht gemacht. Und ein lokaler Fixpunkt der Innenstadt, der Kaufhof, machte 2010 seine Pforten dicht.
"SchlimmCity", ein Projekt des Ringlokschuppen Mülheim, hat diese Situation aufs Korn genommen. Nicht, um Mülheim mies zu machen, sondern, um eine Diskussion "anzuwerfen", die möglicherweise ein Heraus aus der Krise zur Folge hat.
Feridun Zaimoglu kam nach "SchlimmCity", um seinen neuen Roman "Ruß" vorzustellen. Die Buchpremiere fand im aufgelassenen Kaufhof, der nun für drei Wochen die "LeerAnstalt" ist, statt. Auf dem Podium an Feridun Zaimoglus Seite saß der Literaturkritiker Dr. Hubert Winkels (Die Zeit, Deutschlandfunk, 3sat-Kulturzeit), der Moderator und zugleich ein angenehm-einfühlsamer, intelligenter Gesprächspartner Zaimoglus war.
Lesen Sie einen Beitrag über diesen interessanten Abend in der LeerAnstalt von "SchlimmCity":
www.readers-edition.de/2011/09/15/russ-buchpremiere-in-schlimmcity-f-zaimoglus-neuer-roman/
"Ruß" erzählt in Form einer spannenden Ruhrgebietssaga von Liebe, Trauer und Vergeltung. Der Plot ist kinoreif. Die Dialoge darin schreien förmlich danach, von Schauspielern wie etwa Armin Rohde oder Jochen Król gesprochen, die aufregende Geschichte verfilmt, zu werden.
"Ruß" hat seinen Ausgangspunkt an einer Bude (Trinkhalle, Kiosk), einem für die Menschen des Ruhrgebiets typischen und unverzichtbaren gesellschaftlichen Treffpunkt. Wo Leid, Trauer und Wut Gehör und vielleicht Menschen auch Trost in einem nicht immer einfachen Leben samt dessen Schicksale finden können.
Der Held in Zaimoglus neuen Roman "Ruß", ein Dr. Rentz, führt die Geschichte von Duisburg-Ruhrort, nach Warschau, bis auf die Großglocknerstraße und bis an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit...
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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