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Es ist so viel zu tun, das gibt's gar nicht! Was wenn die Arbeit da ist, aber das Einkommen fehlt?
Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit arbeiteten so viele Menschen in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen wie heute. Aber die Arbeit verändert sich durch zunehmend effizientere, maschinelle Produktionsmechanismen immer mehr dahingehend, dass für die Produktion einer steigenden Anzahl von Waren ein immer geringerer Anteil an Menschen benötigt wird.
So wie wir Arbeit in unserer modernen Industriegesellschaft seit der industriellen Revolution definiert haben führt sie zwangsläufig dazu, dass immer mehr Menschen OHNE Arbeit sind, sein müssen. Das Ende der Vollbeschäftigung, wie wir sie von unseren Eltern und Grosseltern her kennen ist längst da, nur dies einzugestehen würde eine Neudefinition der Arbeit an sich bedeuten.
In fast allen politischen Reformthemen der letzten Jahre, ganz gleich ob Hartz-IV, Gesundheitsreform, Kopfpauschale oder Bildungspaket drückt sich die Ohnmacht bestehender politischer Strukturen im Angesicht des sozialen Wandels aus. Wir sind Zeugen der gesellschaftlichen Auswirkungen eines veralteten Arbeitsbegriffs, der in unserer monetarisierten Gesellschaft immer grössere Teile der Bevölkerung durch Arbeitslosigkeit und Verarmung von der Teilhabe an Prozessen ausschliesst.
Auf der anderen Seite gibt es einen wachsenden Bedarf an unbezahlter Arbeit, sei es der steigende Bedarf an schlecht bezahlten Fachkräften, prekär Beschäftigten, diplomierten / promovierten Praktikanten, Volontären, ehrenamtlichen Mitarbeitern oder in sozialen Bereichen, in der Kulturentwicklung, oder auch bei der Arbeit die im Zwischenmenschlichen geleistet wird. Hier wächst der Bedarf rapide. Beobachten lässt sich dies besonders gut in den Schulen und Hochschulen, in den Krankenhäusern, in all den Bereichen die man vielleicht für unwichtiger gehalten hat.
In unserer Gesellschaft dominieren wirtschaftliche Kriterien inzwischen alle Bereiche
Und Wirtschaft ist nur das, wo auch Geld fliesst. Aber schon heute werden mehr als die 1/2 aller Tätigkeiten in Deutschland nicht bezahlt, finden also durch ehrenamtliches Engagement statt. Wenn diese Arbeit plötzlich nicht mehr stattfindet, würden die Strukturen der Erwerbsarbeit sofort kollabieren, da die ehrenamtlichen Tätigkeiten gleichzeitig auch die Grundlage unserer Erwerbsarbeit darstellen.
“Es gibt so viele Dinge heute die nicht getan werden, und das sind all die Dinge, die sich in Krisen ausdrücken. Und sie werden nicht getan, weil der Begriff der Arbeit stehen geblieben ist. Jede Entwicklung wird in dem Moment rückläufig, wo ich sie nicht permanent erneuere.” Enno Schmidt, Künstler und Gründer von Unternehmen Mitte, Basel.
Nicht nur müssen wir den Arbeitsbegriff neu definieren, wir brauchen auch eine andere Kultur der Anerkennung.
Das uns die eine Form der Arbeit ausgeht sollte ja eigentlich kein Drama sein, könnte ja sogar auch Vorteile haben, bedeutet es doch in letzter Konsequenz, dass wir frei sind uns mit den wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen, frei uns nach unseren Fähigkeiten und Bedürfnissen selbst als Menschen einzubringen und in der Gemeinschaft zu verwirklichen.
Die Aufgaben sind abhängig von der Wahrnehmung jedes Einzelnen. Diese Wahrnehmung – das Unternehmertum des Einzelnen – in Bezug auf seine Biografie, sowie die Bedürfnisse seiner Mitmenschen, das sind die Felder der Produktivität die neu sind und welche hinzukommen müssen zu dem was an Technischem schon geleistet wird.
Man könnte schreien bei dem Wahnsinn, der immer weiter das Gleiche fortsetzt bis einfach alles im Eimer ist
"Was würden sie arbeiten, wenn fuer ihr Einkommen gesorgt wäre?" fragt Daniel Häni vom Unternehmen Mitte in Basel, und fügt hinzu “Das Bedingungslose Grundeinkommen ist keine politische Forderung, sondern eine FRAGE. Ein Lebensgefühl.”
Historisch ist immer dort ist am meisten Produktivität, am meisten Ideenreichtum zu finden, wo am wenigsten Dirigismus ist und Bevormundung stattfindet.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein ganz logischer, unausweichlicher Schritt in die Zukunft um Beweglichkeit und Verantwortlichkeit zu ermöglichen, auch um Menschen den Freiraum für das Engagement und die Kraft zu geben neue Ideen umzusetzen. Der Gedanke, dass auf der Basis des Lebensnotwendigen eine Losbindung von Arbeit und Einkommen benoetigt wird macht eine Leistungsgesellschaft erst möglicht, im höchsten Sinne wirtschaftlich und ermöglicht, dass überhaupt erst innovativ gearbeitet wird.
Krisen sind Entwicklungsmomente. Da muss dann neu gedacht werden, nicht nur die Formen auch die Inhalte müssen verändert werden, vor allem auch das Bewusstsein. Was beispielsweise sind die Ursachen für die Krisen?
In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
Jeder 3. Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter schlechten Arbeitsbedingungen. Aber wie lässt sich Arbeit so gestalten, dass sie den Menschen motiviert?
Momentan finden an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt Proteste statt, vielleicht nicht zuletzt auch weil wir alle merken das etwas Neues schon in unserem Bewusstsein Fuss gefasst hat. Wir merken, die Hilfe kommt nicht von aussen und nicht von Gremien ... das muss man selber machen.
Ein Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet auch einen Umschwung in die Richtung sich selber noch viel mehr ernst zu nehmen als das bisher der Fall war, auch als offiziell vertreten wird. Das Bedingungslose Grundeinkommen steht für eine andere, eine solidarischere Gesellschaft, die auf jeden Einzelnen vertraut. Es wird auch anstrengend, denn dann ist jeder seines Glückes Schmied und “es gibt keine Ausreden mehr” (Götz Werner).
Das Bedingungslose Grundeinkommen hat sehr viel mit dem Wort Freiheit zu tun. Deshalb kann es auch von keinem eingeführt werden, sondern muss gesellschaftlich von allen getragen werden die sich dafür interessieren.
Sind wir schon bereit Arbeit und Leistung neu zu denken? Und unseren Mitmenschen zu vertrauen?
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Enno Schmidt (*1958 in Osnabrück) ist Künstler, hat in den 80er Jahren an der Staatlichen Hochschule der Bildenden Künste in Frankfurt am Main bei Felix Droese studiert und danach die Freie Klasse nach dem Modell von Joseph Beuys geleitet. Im Anschluss an Kunst-Projekte wie das "Baumkreuz", realisiert mit anderen Beuys Schülern, beispielsweise Johannes Stüttgen und Walter Dahn, hat Enno Schmidt in Zusammenarbeit mit dem Kölner Kurator Konstantin Adamopoulos und dem Unternehmer Frank Wilhelmi, das "Unternehmen Wirtschaft und Kunst erweitert" gegründet.
Seit 2006 lebt er in Basel und gründete mit Daniel Häni das "Unternehmen Mitte, Initiative Grundeinkommen" im Gebäude der ehemaligen Schweizer Volksbank. Beide haben 2009 den Film "Grundeinkommen ein Kulturimpuls" gemacht.
weblinks
Der Film "Grundeinkommen ein Kulturimpuls" www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen
Mehr zu Enno Schmidt enno-schmidt.weebly.com/vita.html
enno-schmidt.weebly.com/vortrag.html
Das Grundeinkommen auf 3sat in der Reihe Haben & Sein
www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/152534/index.html
Film
www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=22981&;;;;mode=play
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Vorbemerkung:
Oft wird dieser Tage über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) diskutiert, werden immer mehr Menschen vom Wirtschaftssystem als sog. Minderleister ausgespuckt, fragen nach Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung und könnten partiell dem System, unserem Gesellschaftsmodell gar partiell gefährlich werden. Neben der gern angezweifelten Finanzierung des BGE (ggf. als Totschlagargument) ist ein Aspekt bzw. eine Weiterung immer wieder in der kontroversen Diskussion. Führt das BGE zu einem passiven, einem dumpfen Dahinvegitieren oder kann es, frei von den Zwängen der Existenzsicherung zu neuen Ufern leiten? Beides mit Sicherheit und dazu, ja in der Regel, wohl zu allen Spielarten zwischen den beiden Extremen führen. Und im Prinzip gibt es das ja schon, das BGE - es wird nur nicht immer gleich und dergestalt erkannt. Formal wird das Renten-Eintrittsalter bald bei 67 Jahren liegen, ggf. noch weiter ausgedehnt, wahrscheinlicher noch, flexibilisiert werden. Die Frage dabei ist jedoch in aller Praxis, aller Bescheidenheit, wo das faktische Eintrittsalter für dieses (ebenfalls) BGE liegt und wie hoch dann die Existenzsicherung im Verhältnis zu dem Notwendigen sein wird. Und "notwendig" meint hier nicht die Kosten für die Haltung von menschlichen Haustieren, sarrazinesk und in Anlehnung an die sog. "Chemnitzer Wissenschaftler" mit ihrer akribischen Berechnung des minimal nötigen Überlebensbedarfes. Notwendig meint hier ein existentielles Leben in Würde und Teilhabe, meint ein Leben jenseits der sozialdarwinistischen Sicht des fressens oder gefressen werden. Worin wollten "wir" uns denn sonst vom Tier(reich) unterscheiden? Wer das Glück hat, relativ früh und mit entsprechender Existenzsicherung versehen aus dem Berufsleben aussteigen zu können, der kann dieses "Feeling" des BGE sehr gut selbst erleben - soweit zur Reflektion über die eigene Existenz fähig. Natürlich fordert das Alter "irgendwann" seinen Tribut, dies ist schlußendlich absolut, aber bis dahin doch in Grenzen relativ. Im Klartext und wenn ein Mensch heute mit 55 Jahren, mit 58 oder 60 Jahren aussteigt, halbwegs gesund gelebt hat, so bleiben in der Regel noch viele Jahre - und die Frage, "was tun"? Passives Konsumieren geht (soweit das Materielle reicht) immer, dumpf dahin vegitieren natürlich ebenfalls. Weiterleben wie bislang kann auch funktionieren, aber statt zwangsweiser, beruflicher Anforderungen (primär für den Kopf) sind nun freiwillige Anreize gefragt. Und, soweit man in entsprechend anregende Gesellschaft kommt, ist auch eine Neubestimmung von intellektueller Weiterung möglich. ------------------------------------------- Soweit so gut und es wird "irgendwie" kommen müssen das BGE. Primär eine Frage stellt sich mir und wird in keiner der richtigen und wichtigen Diskussionen wirklich vertieft: Es gibt in einer (modernen) Gesellschaft auch viele ecklige, dreckige, schwere, gesundheitsgefährdende Jobs; trotz aller möglichen materiellen und ideellen Vorsorge. Diese Jobs sind einfach da und weder durch Diskussion noch durch Technik wirklich zu eleminieren. Aktuell werden die dafür nötigen Menschen entweder über höhere Bezahlung, oder zunehmend über Existenzdruck quasi zwangsverpflichtet, teilweise aus bestimmten Ethnien rekrutiert; ein rechtlich fragwürdiger Status wird schon mal billigend in Kauf genommen. Wer also und zu welchen Bedingungen steht dafür zukünftig (freiwillig) zur Verfügung? |
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Wer macht die gesundheitsgefährdenden, dreckigen Jobs, die keiner machen will wenn es ein Bedingungsloses Grundeinkommen gibt?
Dafür kann man ganz auf die Wahrnehmung jedes Einzelnen setzen, den was der eine als unerträglich und dreckig empfindet macht dem anderen aus "unerfindlichen" Gründen einfach Spass. (Wie beim Essen, ich kapier mein Leben lang schon nicht wie Leute Mayonnaise essen können). Wir Menschen sind alle einfach auch sehr unterschiedlich, evolutionstechnisch ist eben dies ja ein grosser Vorteil. |
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Wer macht die gesundheitsgefährdenden, dreckigen Jobs, die keiner machen will wenn es ein Bedingungsloses Grundeinkommen gibt?
Dafür kann man ganz auf die Wahrnehmung jedes Einzelnen setzen, den was der eine als unerträglich und dreckig empfindet macht dem anderen aus "unerfindlichen" Gründen einfach Spass. (Wie beim Essen, ich kapier mein Leben lang schon nicht wie Leute Mayonnaise essen können). Wir Menschen sind alle einfach auch sehr unterschiedlich, evolutionstechnisch ist eben dies ja ein grosser Vorteil. |
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Ich glaube @silvio spottiswoode schrieb am 25.04.2011 um 10:12
da machen sie es sich doch etwas zu leicht. Mehr noch, dies weiter unten gar als Detail abtun zu wollen ist schon beinahe provozierend. Die einzige Argumentation, die dabei halbwegs zielführend wäre, ist der einer für derartige Tätigkeiten extrem nach oben schießenden Kostenaspekt. Was ja nicht vollkommen verkehrt wäre, dann warum soll eine Parkettkosmetikerin, eine Toilettenfrau, ein Schlachthofabstecher, ein AKW-Verstrahlter etc. nicht wesentlich mehr verdienen als der akademische copy&paste Adel. Nur, wenn Sie sich derartige "Jobs" mal anschauen, so stellt sich sehr schnell "auch hierzulande" die Frage nach der Ethnie; alles andere ist, sorry, blauäugig. Meine Intention ging da weiter; und ist ein Stück weit philosophisch geprägt. Von der Antike, der nordamerikanischen Sklavengesellschaft bis zu so manchen (kleinen) Golfstaaten mit eben dem gleichen "Problem" reicht die Spannweite, kann man "Lösungen" studieren. |
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Das hört sich ja schon fat so an als hätten Sie die Antwort auf ihre Frage selbst schon gegeben.
Blauäugig zu sein halte ich persönlich nicht fuer ein Problem, in gewissen Parametern kann Blauäugigkeit sogar sehr hilfreich sein. Ich glaube Vertrauen in die Mitmenschen ist ein ganz zentraler Punkt des Bedingungslosen Grundeinkommens. Es geht immer auch um das Menschenbild jedes Einzelnen. Man sollte das Pferd auch nicht von hinten aufzeumen. Regelwut und Hypothesen sind nicht konstruktiv. Die jeweiligen Herausforderungen können dann, wenn die Zeit reif ist, Schritt für Schritt angegangen und gelöst werden. Fest steht doch, es ist finanzierbar! Momentan geht es doch erst mal um die Idee, darum Dinge zu denken die für uns alle neu sind. grundeinkommen.tv/?p=286 |
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Ich habe mir die Antwort nicht selbst gegeben @silvio spottiswoode, ich habe schlicht keine.
Was ich habe, ist das BGE in einem selbstgewählte, absolut freiwilligen Frühausstieg (nicht unbedingt die Regel wohl, dieses "freiwillig") und eben meinen Blick auf das nicht Selbstverständliche, die absolute Brüchigkeit des gesellschaftlichen Seins sehr wohl erkennend. |
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Was die "Drecksjobs" angeht, die keiner machen will die aber unbedingt gemacht werden müssen:
Zunächst einmal würde es darum gehen, solche Jobs (Marx nennt das -glaube ich- die Sphäre des Notwendigen) auf ein Mindestmaß zu reduzieren im Gegensatz zu heute, wo man solche Arbeit maximiert, -dann müsste solche Arbeit auf alle Schultern verteilt werden. Eine gewisse Zeit, die man gesellschaftlich festlegen muss, müssen sich alle(!) für die Gemeinschaft einbringen. Das Ganze könnte durch Lebensarbeitszeitkonten festgehalten und quantifiziert werden. Das würde garantieren, dass solche Arbeiten nur ein Minimum an Lebenszeit in Anspruch nehmen. |
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Abgesehen davon würde Enno sicherlich sagen, dass es zu früh ist die Dinge alle im Detail schon regeln zu wollen. Das ist der beste Weg das BGE zu verhindern.
Was ich an den Gesprächen mit ihm sehr spannend finde ist, dass es ihm vor allem um neue, ausgewogenere Konzepte geht. Er sieht das was momentan politisch, wirtschaftlich und ökologisch passiert ganz klar als "Todesprinzip". Vor allem, ganz wichtig geht es beim BGE nicht eine Sekunde lang ums AUSSTEIGEN. Das will echt keiner, dafür haben alle viel zu viele wichtige, nicht-renditeträchtige Projekte denen sie sich gern MEHR widmen möchten. Enno geht ja soweit zu behaupten, heute tut keiner was! Nichts wird wirklich gearbeitet. Keiner geht die dringenden Themen wirklich an. Es wird verwaltet, verhindert und abgeschöpft solange bis alles kaputt ist. Er sagt "Wir leben in einer Faulheitsgesellschaft, in einer Gesellschaft in der Verantwortung mit Fuessen getreten wird, in der verhindert wird und wir leben in einer Delegationsgesellschaft, was eigentlich feudalherrschaftlich ist und wir leben auch mehr und mehr in einer Bereitschaft uns sagen zu lassen was man zu tun hat, die Ohnmacht einfach hinzunehemen." |
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schrieb am
26.04.2011 um 23:03
"Vor allem, ganz wichtig geht es beim BGE nicht eine Sekunde lang ums AUSSTEIGEN. Das will echt keiner, dafür haben alle viel zu viele wichtige, nicht-renditeträchtige Projekte denen sie sich gern MEHR widmen möchten."
Lachhaft. Zunächst in der eigenen Familie dann später während des Wehrdienstes hatte ich Gelegenheit Menschen ohne "Projekt" kennenzulernen. Die gibts wirklich - sogar zuhauf. |
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@silvio spottiswode
Mit Ihnen geht die Diskriminierung durch oder. Den Dreck, den Sie hinterlassen, denn müssen nicht andere entfernen, sondern den entsorgen Sie gefälligst selbst, so einfach ist das. Sie sind doch nicht fleißiger als andere, sondern vielleicht durchtriebener. Ich würde an Ihrer Stelle hier nicht solch eine freche Lippe riskieren. Faule hat es schon immer gegeben, auch in der alten BRD. Es waren ungefähr 230000 und mit dieser Menge kann ein System leben, aber nicht mit über 12 Millionen Arbeitssuchenden, da ist irgendetwas faul. Für mich ist das ein widerliches Verbrechen, was man mit diesen Menschen macht. Man kann in einem Leben nicht zig Berufe erlernen, da kommt man ja gar nicht zur Familiengründung bzw. zur Arbeit. Millionen von Menschen haben eine erstklassige Ausbildung, viele haben über 700 Bewerbungen geschrieben und bekommen, außer kleine Beschäftigungen, den Fuß nicht auf die Erde. Andere, den die Dummheit schon auf der Stirn geschrieben ist, lümmeln sich in Firmen oder öffentlichen Anstalten herum. Warum wird nicht mit einem Schlag die Arbeitsämter und Job-Center geschlossen? Diese Einrichtungen bringen überhaupt nichts, hier sind aber Firmen angesiedelt, die vom Staat leben. Schauen Sie sich Ihre Volksvertreter an, die in der Wirtschaft nicht zu gebrauchen sind. Die gehen doch nicht umsonst in die Politik. Und weil man sie nicht braucht, können sie nun mit Ihrer Unfähigkeit den Staat noch richtig zerstören, was Merkel und ihre Spießgesellen auch machen. Warum wird in diesem Staat nicht für jeden Bürger das Recht auf Arbeit vergeben und schon würde sich in diesem Staat gewaltig etwas ändern. Derjenige, der gut ausgebildet ist und ungerechter Weise keine Arbeit erhält, bekommt vom Staat gerechter Weise sein Grundeinkommen. Die Einführung von Hartz IV ist für mich das größte Verbrechen, was sich ein Staat mit Millionen von Menschen geleistet hat. Den Banken werden in Sekunden Milliarden in den Rachen geworfen und für die Erhöhung von Hartz IV um 5 Euro braucht man fast ein Jahr. |
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Wir sind uns da völlig einig! Ist auch gar nicht misszuverstehen, oder?
Also noch mal: "Es wird nicht gearbeitet" ist natuerlich genau in dem Sinn gemeint, dass eben KAUM einer wirklich das macht WORAUF er/sie LUST HAT, was den eigenen Fähigkeiten entspricht; dass Papier und Zahlen und Verantwortlichkeiten ewig ad absurdum hin und her geschoben werden. Mit "Faulheitsgesellschaft" meint Enno Schmidt die Strukturen an sich. Das hat gar nichts mit Diskriminierung zu tun! Für ihn sind alle die faul die sich prostituieren, Dinge tun an die sie nicht glauben um ein paar Euro zu verdienen. Das griffige Wort FAUL wird also eben im UMGEKEHRTEN SINN benutzt wie es allgemein GEGEN Hartzer eingesetzt wird. (Fand ich persoenlich echt klasse, ein lateraler Meisterzug logischen Denkens, aber fuer einige sicher zu kompliziert.) Wichtig ist das Grundeinkommen echt nicht zu einer Hartz-IV Duskussion zu machen, denn dann können wir das gleich vergessen. Das ich Hartz-IV Empfänger da nicht überzeugen muss ist schon klar, aber es geht ja darum Unterstützung beim Rest der Bevölkerung zu finden. Das Problem sind EBEN NICHT Hartz-IV Empfänger! Ich wuerde mal behaupten die arbeiten sowieso härter als wir alle einfach nur um ihr Ueberleben irgendwie zu managen, bei all den systemverordneten Demütigungen und Widrigkeiten. Am besten einfach noch mal in Ruhe lesen und hier ein link aus dem Vortrag enno-schmidt.weebly.com/vortrag.html |
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Das sind dieselben Argumente, wie sie von Herrn Prof. Götz Werner (dm) verlangt werden. Diese Art würde auch darüber hinaus Arbeitskräfte schaffen, weil jeder mit Ruhe und Gelassenheit sein Leben einrichten kann. Die Gesellschaft selbst macht dabei überhaupt kein Minus.
Der Gedanke ist gut, nur muss er von der Obrigkeit angeschoben werden und genau hier liegt das Problem. Das Problem könnte auch dort liegen, weil ja jeder das Grundeinkommen erhalten soll, egal ob er arbeitet oder nicht, da durch Neid und Gier hier wieder eine gewisse Masse auf der Strecke bleiben wird. |
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Die Penetrierung ist nur noch penetrant! BGE nach Gusto des Drogerieketten-Millionärs bedeutet Suppenküchen-Niveau per Gesetz und einen neuen Steuerfreibetrag für die Besserverdienenden. Wann hört Ihr endlich auf, alle Menschen in einen einzigen neoliberalen Sack stecken zu wollen?
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Das BGE nach Götz Werner ist nur ein neuer Rettungsanker der neoliberalen Sausäcke um das Scheitern des Hartz IV Unsinns zu kompensieren. Tatsächlich ist dem Großkapital und ihren Politik-Lakaien klar, ca 7 Millionen Menschen ruhig halten zu müssen. Ausgedrückt in realen Zahlen sieht das wie folgt aus: 50 Milliarden jährlich fließen in den Hartz IV Wahnsinn. Die eine Hälfte davon benötigt die Verwaltung die andere Hälfte geht direkt an die Bedürftigen. Drehen wir die Medaille mal um, sehen wir auf der anderen Seite die ebenfalls nicht arbeitenden Großkapitalbesitzer, die sich netto ebenfalls 50 Milliarden jährlich an Zinsen für die 2 Billionen
Staatsverschuldung reinziehen. Diese zusammen 100 Milliarden werden netto allein von Arbeitnehmern und kleinen Selbstständigen als Steuerzahlern erbracht. Diese Gruppe wird als Lohnsklave und Steuersklave einfach in dieser Mitte zerquetscht. Ein BGE müßte nach heutigem Standart 1500 EURO monatlich von der Geburt bis zum Tode betragen. Das geht aber nur mit einer kompletten Umgestaltung des Abgabensystems. Alle direkten Steuern und Sozialabgaben müssen entfallen zugunsten einer Finanztransaktionssteuer auf alle Zahlungseingänge. 3% würden hierfür ausreichen. |
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wie viele gehen heute einer arbeit nach, nur um geld zu verdienen?
wie viele werden dadurch krank, weil sie ihr eigenes leben eben nicht leben können? wie viel an kreativität bleibt ungenutzt, weil sie nicht abgerufen werden kann? wie viel bleibt ungetan, weil der kampg um das überleben die menschen auffrisst? nur allein diese vier fragen reichen, um alternativen zur gegenwärtigen definition von arbeit ernsthaft zu diskutieren und das BGE ist sowohl finanzierbar als auch eine möglichkeit, die menschen in die lage zu versetzen, wirklich frei zu sein und das tun zu können, was sie wirklich wollen, ohne den zwang zur erwerbsarbeit, um mit dieser das überleben zu sichern |
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> Worin wollten "wir" uns denn sonst vom Tier(reich) unterscheiden?
-> diese Frage stellt sich mir in den verschiedensten Zusammenhängen. Nur eindeutig wird sie nichtbeantwortet - so scheints mir. --- Mir ist bange bei der Idee, es würde sich der "Markt" nach Einführung des BGE schnell auf die Verhältnisse einstellen. Heisst, dass der sieht, es ist also Geld (über)flüssig beim Konsumenten und also das Preisniveau daran anpasst. Dann aber hätte alles Gerede und Geträume eines unabhängigen Lebensstils sich nicht gelohnt. Nämlich, wenn ich trotz beliebig hohen monatlichen BGE´s absehbar nicht davon existieren kann, weil ich inzwischen für alles Alltägliche mehr bezahlen muß, dass es aufgebraucht ist.... und wieder dastehe, als wenn ich ALG2 beziehe. Dies beschreibt eigendlich eine Art Inflation, wie sie immer dann auftritt, wenn Geldmittel im Markt vermutet ... und daraufhin unterschwellig auch beansprucht werden. Sollte dieses Szenario eintreten, dann wird es in absehbarer zeit wieder zu solcherart Diskussionen kommen, wie sie zwischen Arbeitswelt, ALG2 Grundversorgung und durch BGE-Einführung erhoffter "Freiheit" der individuellen Lebensführung und Entwicklung derzeit ausgependelt wird.... Das man das BGE vielleicht der Inflationsrate anpassen können wird, will ich nicht bezweifeln. Aber wird es angemessen sein? Wenn ich die Anpassungen bei ALG2 betrachte, dann kommen mir keine Hoffnungen, dass es angemessen geschieht. |
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Ich finde es spannend zu beobachten was jetzt beim BGE-Kongress in Zürich passierte, zu sehen es wird auf einer breiten Basis gesellschaftlich diskutiert. Es geht nicht um DAFUER oder DAGEGEN. Man spricht offen über Probleme, Gemeinschaft, das was geht und wovon man sich vielleicht auch verabschieden muss. Dass alle zusammenkommen und mitdenken.
Ganz wichtig finde ich ist auch, dass die JUGEND die Initiative ergreift, denn an ihnen bleibt ja der Schlamassel zum grössten Teil hängen. Die Schweiz mit ihrer Volksinnitiative für das Grundeinkommen ist da ein echt spannendes Modell. ich denke hier in Deutschland brauchen wir auch noch viel mehr Diskussionen über das BGE. grundeinkommen.tv/?p=226 |
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Wieder mal ein paar Eier von freilaufenden Gedanken:
>>Auf der anderen Seite gibt es einen wachsenden Bedarf an unbezahlter Arbeit, sei es der steigende Bedarf an schlecht bezahlten Fachkräften, prekär Beschäftigten, diplomierten / promovierten Praktikanten, Volontären,…<< Der Bedarf an sinkenden Preisen für die Arbeitskraft war und ist in einer kapitalistischen Marktwirtschaft immer vorhanden. Wenn man nicht fragt, wer warum diese Forderung formuliert, wird man sinkende Arbeitsentgelte für „irgendwie gottgegeben“ halten. ;-) In einer kapitalistischen Gesellschaft ist Arbeitskraft eine Handelsware wie Rohstoffe und Zwischenprodukte oder Energie. Eine kapitalistische Betriebswirtschaft ist stets gehalten den Einkauf dieser Produktionsfaktoren so billig wie möglich zu halten. Auch eine Machtposition im Markt zu benützen, um Konkurrenten gegeneinander auszuspielen. Adam Smith stellte fest, dass Millionen Anbieter von Arbeitskraft, wenn sie als Einzelanbieter der geringeren Zahl an Käufern gegenübertreten, von diesen in ruinöse Konkurrenzkämpfe getrieben werden. Er schlug deswegen vor, die Verkäufer der Arbeitskraft sollten sich „Koalitionen“ zusammenschliessen, um eine Marktgleichgewicht zwischen Lohnarbeit und Kapital herstellen zu können. Mit der Gründung von Gewerkschaften wurde dem Vorschlag gefolgt. Sie konnten nicht nur Höhe des Preises für Arbeitskraft nach unten begrenzen, sondern auch für die Umsetzung von Rationalisierungseffekten in Arbeitszeit sorgen. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis ca. 1970 wurde die Regelarbeitszeit in den meisten Industrieländern auf zwei Drittel verkürzt (von ca. 60 Std. /Woche auf 40 Std.), wobei durch Tarifverhandlungen, notfalls streikgestützt, der Anteil der Arbeit am erzeugten Mehrwert im grossen Ganzen gehalten werden konnte. Mit diesen Anpassungen an die Produktivitätsentwicklung konnte ein ruinöses Überangebot an Arbeitskraft verhindert werden. Heute stehen wir vor der Situation, dass dieses Regulativ, das für ein Gleichgewicht zwischen Lohnarbeit und Kapital von der Käuferseite gekippt werden konnte. Wer sich noch in einem klassischen Anstellungsvertrag verkaufen kann, ist nicht mehr in der Lage, Produktivitätsfortschritte für eine Reduzierung der Mühe zu nutzen. Im Gegenteil wurde der Druck zu unbezahlter Mehrarbeit kontinuierlich erhöht. Das bedingt, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, sich ausserhalb der tariflichen Regelungen zu verkaufen, mit kontinuierlich sinkendem Erlös. Produktivitätsfortschritte werden ausschliesslich für Lohndumping benützt. Arbeitslosigkeit ist im Kapitalismus also kein Problem, sondern ein systemerhaltender „Kostensenkungsfaktor“. Allerdings wird die Verwaltung der Arbeitslosigkeit mittlerweile als zu teuer angesehen. --- Machen wir mal eine andere Rechnung auf: Mit einer Regelarbeitszeit von 40 Std. / Woche entfällt auf die Einzelperson eine Lebenslohnarbeitszeit von 65 000 bis 70 000 Stunden. Bie einer realistischen Verteilung dieser Arbeit könnte die Einzelperson zurzeit mit ca. 45 000 bis maximal 50 000 Arbeitsstunden im Leben auskommen. Auch dann würde alles produziert, was heute produziert wird. Wenn wir aber auf gesellschaftlich unnütze Arbeiten, z.B. für den militärisch-industriellen Wasserkopf, für die Produktwerbung, für Hartzbürokratur, etc. verzichten können, dann werden wir mit maximal 30 000 Std. alles an materiellen und „dienstleistenden“ Produkten erstellen, was wir für ein zufrieden stellendes Leben brauchen. Die freiere Lebensgestaltung mit grösserem kreativem Spielraum rückt damit in greifbare Nähe. Mit der Reduzierung der Mühe des Einzelnen gehen auch Stresskrankheiten zurück, was nochmals zu Mühereduzierung im medizinisch-pharmazeutischen Bereich führt. Es hört sich gut an, setzt aber voraus, dass Produktionsmittel nicht primär der Kapitalrendite dienen, sondern eben dem Gebrauchswert des Arbeitsergebnisses. Ein BGE könnte in einer NACHKAPITALISTISCHEN Gesellschaft durchaus die Funktion haben, die wir hm gerne zuschreiben möchten: Jeder Mensch, egal was er gerade tut oder nicht tut, hat einen bestimmten Grundanspruch auf einen bestimmten Anteil am gesellschaftlichen Arbeitsergebnis. Das wäre eine gute Annäherung an das Prinzip: „Jede/r nach seinen/ihren Fähigkeiten, jedem/r nach seinen/ihren Bedürfnissen“ Wir sollten uns aber klar machen, dass dafür das Prinzip der Arbeitskraft als Handelsware aufgehoben werden muss. Denn ein privater Käufer der Arbeitskraft wird die gekaufte AK immer für sein Partialinteresse einsetzen und niemals für das Wohl der Allgemeinheit. Was gekauft wird, ist Privateigentum des Käufers, mit dem er nach seinem Gutdünken verfährt. Und das bedeutet allzu oft, dass der Verkäufer der AK gegen seine eigenen Interessen arbeitet. Wird dieser Interessengegensatz zwischen Käufer- und Verkäuferseite durch ein bedingungsloses Grundeinkommen automatisch aufgehoben? Kapitalistische BGE-Modelle zielen darauf ab, die Arbeitslosenverwaltung abzuschaffen und die besitzlosen Arbeitskraftverkäufer ohne bürokratischen Aufwand in Bereitschaft zu halten. Die „Erfinder“ des „Neoliberalismus“ sagten schon, dass Arbeitskraftverkäufer im Wartestand der industriellen Reservearmee ja irgendwie ihre Arbeitskraft erhalten müssen, um einsatzfähig zu bleiben. Sie schlugen dafür eine „negative Einkommenssteuer“ vor. Natürlich darf der Einkommenseffekt der negativen ESt nur so hoch sein, dass ein Zwang bleibt, die Arbeitskraft bedingungslos anzubieten. Die Höhe dieser negativen ESt wird durch sinkende Staatseinnahmen automatisch begrenzt. Diesem „Modell“ folgen die liberalen Modelle. Auch das „Werner/Hardorp“-Modell, oberflächlich anders gestaltet, folgt dem Grundsatz. Es sagt, alle Staatsausgaben, auch für ein BGE, sollen ausschliesslich über eine Besteuerung des privaten Konsums finanziert werden. Das bedeutet, dass zum Beispiel jemand mit Jahreseinkommen von 18 000 € fast alles für privaten Konsum ausgibt, während jemand mit Jahreseinkommen von 10 Mio. wahrscheinlich mit 1 Mio. für Konsum auskommt und somit 90 % des Einkommens völlig steuerfrei gestellt wären. Die Besitzmehrung wäre damit noch mal weiter forciert, während Niedrigeinkömmler, ihr BGE zum grossen Teil aus eben dem BGE, das als Konsumsteuer eingesetzt wird, finanzieren müssten. Durch die Bedingung: Höheres Grundeinkommen erfordert automatisch höhere Konsumsteuer, weil alle anderen Einnahmequellen des Staates abgeschafft wurden, ist garantiert, dass das GE in der Kaufkraft niedrig bleibt. Man muss nur niemals fragen: „Wem nützt es?“, um die Genialität des Konzeptes loben zu können… Ein anderes Modell sagt: „Von jedem Einkommen, egal wie es zustande kommt, von eine Einkommenssteuer von 50 % eingezogen. Von dieser Steuereinnahme wird ein BGE bezahlt.“ Hier wäre auch das Hocheinkommen im gleichen Masse an der Finanzierung beteiligt wie das niedrige Einkommen. Das ist in einer kapitalistischen Gesellschaft, obwohl es sie auch nicht grundsätzlich in Frage stellt, kaum durchsetzbar, weil renditemindernd. --- Arbeitslosigkeit ist marktwirtschaftlich gesehen ein Überangebot an Arbeitskraft, das nach kapitalistischer Logik zum Druck auf den Preis der AK benutzt werden MUSS. Der Gag: „Uns geht die Arbeit aus“ gehört dazu. Damit man nicht über die Verteilung der gesellschaftlich nötigen Arbeit nachdenkt. --- Es gab schon mal eine recht ausführliche Diskussion zum Thema „BGE“: www.freitag.de/community/blogs/angelia/das-bedingungslose-grundeinkommen--oder?searchterm=gebratenen+Tauben |
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@ Claudia
"Es gab schon mal eine recht ausführliche Diskussion zum Thema „BGE“: " Daß es dazu schon mal eine Diskussion gab, wurde ebenfalls schon einmal diskutiert - ganz sicher. |
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Betr: angelinathread ::: "Die blühenden Landschaften der ehemaligen DDR", (???) „linken Utopisten“, (Schubladendenken!) "frei -fließenden- Milch und Honigutopien" (völlig gaga), und "dass man vom BGE auch die Nutzung aller anderen privatisierten Einrichtungen, vom Kindergarten bis hin zur Schule, bezahlen müsste." (kein Kommentar).
"Wenn ich diesen Text lese, dann spricht für mich daraus das Denken einer Leistungsgesellschaft, die ich für überholt und schädlich halte. Begriffe wie Milch- und Honigutopien bringen niemanden weiter." !!! (KalleWirsch) >> Da stimme ich aber sowas von zu. |
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schrieb am
26.04.2011 um 23:26
Ganz sicher hab ich schon mal die frühere Diskussion verlinkt, nach dem Prinzipe: Kann ja nicht schaden, mal zu schauen, wie wir mit dem Thema schon mal umgegangen sind.
Sozusagen Sichten der vorhandenen Literatur, um dann weiter zu entwickeln ;-) |
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Im Grunde sehe ich 2 Wege zum bedingungslosen Grundeinkommen:
1. Das Parlament verabschiedet ein Gesetz, das den Staat mit der Durchführung beauftragt. Dann wird es ein Grundeinkommen, wie es sich die Marktradikalen wünschen, welches das Lohndumping des gegenwärtigen Hartz-4-Zuverdiensts von den niedrig qualifizierten Arbeiten auf alle Arbeitsfelder erweitert. 2. Ihr führt es auf freiwilliger Basis selbst ein, tut Euch gegenseitig Eure Steuerbescheide begutachten und überlegt, wer wie viel seines Jahreseinkommens in die Klubkasse einzahlt und wer wie viel heraus bekommt. Ansonsten oder zusätzlich oder statt dessen, könnten wir uns dann und wann der Aneignung des Mehrwerts durch die Arbeiterklasse zuwenden (Arbeiterklasse - der selbstbewusste Haufen derer, die den gesellschaftlichen Reichtum erzeugen). (Übrigens, das bedingungslose Grundeinkommen ist auch eine einträgliche Seifenblase für linkes Bürgertum: So kann beispielsweise Frau Kipping, ihren Wählern beweisen, dass sie sich wirklich für die diffamierten Arbeitslosen einsetzt - sogar auf verlorenem Posten. Und solange sie mit diesem leidenschaftlichen Kampf erfolglos ist, wird es weiter diffamierte Arbeitslose geben, deren Interessen sie im bürgerlichen Stand der Politikerin so wirkungslos wie lautstark vertreten kann. Aber wehe, wenn sich Weg 1 verwirklicht.) |
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schrieb am
27.04.2011 um 14:00
@Nafets:
>>Aber wehe, wenn sich Weg 1 verwirklicht.<< Das sehe ich auch so. >>welches das Lohndumping des gegenwärtigen Hartz-4-Zuverdiensts von den niedrig qualifizierten Arbeiten...<< Hartz4 ist entgegen allen offiziellen Darstellungen keineswegs auf Geringqualifizierte beschränkt. Es gibt eine zunehmende Zahl an Menschen, die nach der Ausbildung keinen seriösen Arbeitsvertrag finden und viele, die mit über 50 ihren bisherigen Arbeitsvertrag verlieren, werden ebenfalls gezwungen, ihre Qualifikation und Erfahrung für fast keine finanzielle Gegenleistung einzusetzen. Die neoliberalen "BGE-Modelle" wollen das Prinzip ausweiten und festigen, das stimmt. --- >>könnten wir uns dann und wann der Aneignung des Mehrwerts durch die Arbeiterklasse zuwenden<< Es wäre gut, wenn wir uns davon nicht immer wieder ablenken liessen, ja. Langfristig werden wir nicht dran vorbeikommen, dass die Verfügungsmacht über die Produktionsmittel durch eine kleine Minderheit alle hübschen Blütenträume zunichte macht. Gestern, heute und morgen. Denn Aktienkurs und Dividende als Hauptzweck des Arbeitens verheizen zuviel menschliche Energie: es bleibt immer weniger fürs eigene Leben übrig. --- Bisher haben noch alle bejubelten "New deals" innerhalb der kapitalistischen Wirtschafts"ordnung" sich als begrenzt haltbar oder gar als Bumerang für Nichtbesitzende erwiesen. Auch ein privater BGE-Fond (wenn er überhaupt das Format für ein Garantieeinkommen erreichen würde) könnte übrigens durch die Gesetzgebung einer lobbygesteuerten neoliberalen Staatsführung in die Pleite getrieben werden. --- >>(Arbeiterklasse - der selbstbewusste Haufen derer, die den gesellschaftlichen Reichtum erzeugen).<< Das Selbstbewusstsein muss wieder aufgebaut werden. Leider haben wir zurzeit mehr Resignation und Untertänigkeit als Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein führt auch dazu, dass man kritisch hin schaut. Viele BGE-Diskussionen werden mit solchen Thesen eingeleitet: >>Aber die Arbeit verändert sich durch zunehmend effizientere, maschinelle Produktionsmechanismen immer mehr dahingehend, dass für die Produktion einer steigenden Anzahl von Waren ein immer geringerer Anteil an Menschen benötigt wird.<< Das ist natürlich neoliberaler Humbug: Der einzelne industrielle Produktionsgang, in geringerem Masse auch die einzelne Dienstleistung, erfordert WENIGER EINSATZ AN MENSCHLICHER ARBEITSKRAFT. Ob einzelne Menschen sehr viel Zeit in eine Arbeit investieren, oder ob mehr Menschen weniger individuelle Zeit dafür aufbringen müssen: Das entscheidet nicht eine bestimmte Arbeitstechnik. Kapitalistische Betriebswirtschaft strebt stets danach, nicht die Mühe des Individuums zu verringern, sondern in zunehmenden Masse Menschen „freizusetzen“, um das Kontingent der industriellen Reservearmee zu erhöhen. Denn nur so kann der Preis für die AK stets weiter gedrückt und somit Renditewachstum gesichert werden. Anders gesagt: Wenn alle wenig arbeiten, dann ist der Mehrwertanteil der Arbeit hoch. Wenn wenige sich krank schuften, ist der Mehrwertanteil, der für Kapitalrendite abgezogen wird, höher. Wer das zweite als richtig und unhinterfragbar voraussetzt instrumentalisiert eine BGE-Diskussion als Kapitalismusrettungsprogramm. Das könnte bedeuten, dass eine stetige Anpassung der aufgewandten Arbeitszeit an die Produktivität alle Bereiche von Mühe entlasten kann und somit mehr Freiraum für die Lebensgestaltung ausserhalb einer Lohnarbeit verbleibt. Wenn wir mal alle Arbeitsergebnisse einer Gebrauchswertprüfung unterziehen, werden wir feststellen, dass ein grosser Teil der heute geleisteten Arbeit ohnehin nichts zur Lebensqualität beiträgt. Man kann beschliessen, dass ein Grundkontingent an nützlichen Arbeitsergebnissen jeder/m Bürger/in zusteht. Das halte ich für sinnvoll. Aber das wird in einer stabilen Form eben erst dann möglichen sein, wenn Produktionsmittel und somit produktive Arbeit demokratisiert sind. Deswegen halte ich für sinnvoll, das Ziel „Demokratisierung der Produktionsmittel“ nicht aus den Augen zu verlieren und daran weiter intensiv zu arbeiten. Denn darüber, wie die nach Produktivitätssteigerung verbleibende Arbeit verteilt wird, welche Inhalte die Arbeiterei haben soll, welche Arbeitsergebnisse als erwünscht oder nicht erwünscht zu gelten haben: Darüber entscheiden bis auf den heutigen Tag Besitzer der Produktionsmittel autoritär. Und die immer wieder propagierten BGE-Modelle wollen genau daran nichts ändern. Man muss also an der Verfügung über die Produktionsmittel ansetzen, wenn man nachhaltige Lösungen anstrebt. „Demokratie“ ist in kapitalistisch beherrschten Gesellschaften eine hübsch lackierte Worthülse, die den autoritären Charakter der Produktionsmittel und Arbeitsweise verdecken soll. Wenn wir die Worthülse untersuchen, stellen wir fest, dass ein Vakuum enthält. >>Auf der anderen Seite gibt es einen wachsenden Bedarf an unbezahlter Arbeit, sei es der steigende Bedarf an schlecht bezahlten Fachkräften, prekär Beschäftigten, diplomierten / promovierten Praktikanten, Volontären, ehrenamtlichen Mitarbeitern oder in sozialen Bereichen, in der Kulturentwicklung,… << Und wer diesen Bedarf als „gottgegeben“ hinstellt, vertritt natürlich die Entwertung menschlicher Arbeit. Arbeit, die immer schlechter bezahlt wird, soll eine Befreiung von der kaputtalistischen Leistungsdruckgesellschaft bedeuten? Von diesem Ausgangspunkt führen BGE-Diskussionen immer wieder dazu, dass lediglich statt eines Tarifgehaltes ein Pauschallohn bezahlt wird. Daran, dass Arbeitsergebnisse der Verfügung der Arbeitenden entzogen bleiben, wollen diese „Modelle“ nichts ändern. --- Nur um Missverständnissen vorzubeugen: „Produktionsmittel“ sind natürlich nicht nur Industrieanlagen. |
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Den Gedanken das BGE in Eigeninitiative, unabhängig von Parteien und Regierung zu verwirklichen halte ich für REALISTISCH.
Es passieren jetzt ja schon ähnliche Zahlungen wenn Künstler und Kulturschaffende zeitlich befristete Stipendien bekommen. Das BGE wäre einfach unbefristet. Ein gemeinnütziger Verein oder eine Stiftung könnten beispielsweise denen die dafür Geld GEBEN Spendenquittungen ausstellen, sodass es sich als Ausgabe in der Steuererklärung verbuchen lässt. |
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Kindsköpfiger geht's nicht.
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schrieb am
27.04.2011 um 14:17
Na ja. Ich stelle mir also vor, ich hätte ein knuspriges Vermögen geerbt, dass mir ein Jahreseinkommen von, sagen wir, 100 Mio. €uroni beschert.
Dann gebe ich pro Jahr 1 Mio. in einen privaten BGE-Fond und bekomme dafür eine Spendenquittung. Werde ich es dabei bewenden lassen? Kaum. Ich werde dafür sorgen, dass mein Strohmann im Vorstand des Fonds sitzt, um die Kontrolle über die Verwendung meines Geldes zu behalten. Andere Grosspender werden es ähnlich halten. So funktionieren diese Wohltätigkeitsgeschichten, da sollten wir uns nichts vormachen. |
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Das ist doch unglaublich unproduktiv und zynisch! ;(
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Und so wird die Suppe in der marktradikalen Suppenküche immer dünner ...
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schrieb am
28.04.2011 um 04:45
>>Das ist doch unglaublich unproduktiv und zynisch!<<
Das Abräumen von Illusionen abzuräumen mag zynisch wirken. Aber wenn wir produktiv an gesellschaftlichen Fortschritten arbeiten wollen und nicht immer wieder von oben suggerierten Erlösungsglauben konsumieren: dann können wir eben die Realität nicht ausblenden. Ich denke, nach einem Vierteljahrhundert Kapitalismus ist es an der Zeit, Nägel mir Köpfen zu machen und nicht nach immer wieder neue Verzierungen für ein Wirtschaftssystem zu suchen, das naive Hoffnungen immer wieder enttäuschte... In dem, was ich oben über Arbeitskraft als Handelsware und die Macht des Besitzes schrieb scheinen wir ja übereinzustimmen, lieber Silvio Spottiswoode. Damit wären wir auch prinzipiell über Wege einig. Die Details müssen natürlich noch ausgearbeitet werden. |
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schrieb am
28.04.2011 um 13:44
>>nach einem Vierteljahrhundert Kapitalismus<<
soll natürlich heissen: "nach einem Vierteljahrtausend Kapitalismus" Ich hab ja selber schon mehr als ein halbes Jahrhundert Kaputalismus erlebt... |
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Wenn man sich die BGE-Diskussion im Detail genau ansieht überwiegen die Argumente DAFÜR ganz eindeutig. Natürlich muss man das zuallerst mal WOLLEN, muss sich frei machen von Modellen der sozialen und ökonomischen Ausgrenzung und all dem ideologischen Besserwissertum. Mit Risiken ist das Leben grundätzlich verbunden, aber die Frage beim Bedingungslosen Grundeinkommen ist letztendlich doch, ob wir uns weiter ansehen wollen was schief läuft oder ob wir den Mut haben konstruktive Lösungsansätze auch umzusetzen.
Dass dies dann auch tatsächlich möglich ist kann man ja sehr gut in der Schweiz beobachten. |
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Na dann, los ... alle MITWOLLER!
Der Vorteil der Freiwilligenlösung, insbesondere wenn dazu ein demokratischer Verein gegründet wird, ist, dass man im kleinen mit allen möglichen Problemen experimentieren kann: - nationalstaatliche Verfasstheit und Weltmarkt -> Aufnahmebedingungen in den Verein; - mangelnde Steuereinnahmen -> mangelndes Einkommen der Mitglieder; - zu hohes Grundeinkommen -> zu großer Sozialetat; - Mitnahmeeffekte -> Bedingungslosigkeit, gläserner Bürger; - Funktionselite -> professionelles kontrolliertes Rechnungswesen; - Beschäftigungsprogramme -> der Verein als Billiglohn-Arbeitgeber für einkommensschwache Mitglieder; - usw. Übrigens, die auf Klassenkampf ausgerichtete Organisation dieser Art, welche den Ausgleich mangelnden Lohns immerhin strategisch steuert, nennt man Gewerkschaft. Freiwillig machen da jedoch immer weniger mit. |
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schrieb am
28.04.2011 um 04:59
>>...die auf Klassenkampf ausgerichtete Organisation dieser Art, welche den Ausgleich mangelnden Lohns immerhin strategisch steuert, nennt man Gewerkschaft.<<
Hmhm, Klassenkampf? Ich bin seit über 40 Jahren Gewerkschaftsmitglied, habe an Streiks teilgenommen und war auch zeitweise aktiv in der Gewerkschaft. Und ich habe sie stets als systemimmanentes Marktinstrument des Arbeitskraftverkaufes erlebt. So wie von Adam Smith gedacht und im Kapitalismus unverzichtbar. Nur funktionieren sie immer schlechter, das stimmt. Die Erosion fing mit dem Glauben an, dass die "soziale Marktwirtschaft" schon für ihre Schäflein sorgen werde, da müsse man sich nicht selber um das Kräftegleichgewicht zwischen Kauf und Verkauf der Arbeitskraft kümmern. Ein fester Glaube versetzt vielleicht keine Berge, aber Menschen allemal. Und die "Neue Soziale Marktwirtschaft" ist die logische Fortsetzung: circenses sine panem |
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ja, claudia, keine Frage: Wir brauchen "Nägel mit Köpfen", dass sehe ich genauso. Mehr denn je, wo die Umverteilung von unten nach oben (siehe Sparpaket) inzwischen solche Ausmasse angenommen hat, wir Zeugen eines schockierenden Prozesses sind, bei dem die 1/2 aller Kinder in Deutschland in Verhältnissen aufwächst in denen sie als "von Armut gefährdet" gelten.
Genauso verheerend ist, dass mehr als 11 Mio. Deutsche, also 14% der Gesamtbevölkerung (!) unter der Armutsgrenze lebt (laut Armutsstudie 2008). Änlich verblüffend ist es dann auch zu erfahren, der höchste Einkommensteuersatz heute liegt mit 42% UNTER dem von vor 20 Jahren. Als man Gutverdiener noch mit 53% zur Kasse gebeten hat. Besonders skandalös finde ich auch die NIEDRIGE Körperschaftssteuer mit 15%. Klar das die öffentlichen Kassen leer sind und Privatvermögen grösser werden. Das kann man aber nicht wirklich nur den Glückspilzen vorwerfen, die davon profitieren. ES IST VERDAMMT NOCH MAL AUFGABE DER POLITIK RAHMENBEDINGUNGEN ZU SCHAFFEN, DIE EIN HARMONISCHES GESELLSCHAFTLICHES MITEINANDER ERMÖGLICHEN - "The Pursuit of Happiness". Seit bald 40 Jahren wird das aber nicht gemacht. Warum? Warum ist Deutschland zu einem Land der Ungerechtigkeit geworden. Eine Ungerechtigkeit die hier beispielsweise grösser ist als in einer MONARCHIE wie England? Wie kann es sein, dass Kinder aus deutschen "Arbeiter"-Familien hier weniger Möglichkeiten aus ihrem Milieu auszubrechen? Dass Armut selbstverstärkend ist wissen wir, warum wird da nicht effektiv gegengesteuert? Was erdreisten sich "Leuchten" wie Westerwelle öffentlich über Hartz-IV Empfänger herzuziehen, die soziale Spaltung noch unnötig zu verstärken, anstatt demütig das Scheitern der eigenen Politik einzugestehen. Warum beispielsweise hat die Politik trotz URTEIL DES BUNDESVERFASSUNGSGERICHTES es nicht hinbekommen die Hartz-IV Beträge realistisch zu erhöhen. Was glauben die das sie im Bundestag eigentlich machen? (ALLE RAUS, und ganz neu anfangen. Da hat keiner mehr das Recht weiter zu machen, die haben ihr Volk doch komplett aus den Augen verloren.) Überhaupt: Wie ist es möglich, dass die Staatsausgaben zu 73% aus allein aus SOZIALABGABEN und Verbrauchssteuern/Umlagen gedeckt werden? Sozialabgaben und Umlagen die alle zahlen und die die Ärmeren wesentlich stärker belasten als Vermögende? Wer macht solch Regeln? Versteh ich ehrlich nicht. Und vor allem, warum betrachtet man Sozialleistungen als lästige Almosten und nicht als Investition in unser aller Zukunft? |
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Selbstverständlich ist Klassenkampf in einer Klassengesellschaft systemimmanent. So war es auch gemeint.
Und an dem Tag, an dem der Klassenkampf von unten (und nichts anderes kann das - wenn überhaupt - erreichen) die Klassenstruktur der Gesellschaft abschafft, endet auch er Klassenkampf. |
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Mit Begriffen wie "Klassenkampf" nihiliert man die sozialen, demokratischen Errungenschaften seit 1848 komplett. Unter anderem haben sie ja auch dazu gefuehrt, dass die LAGE fuer ALLE in der nahen Vergangenheit schon mal BESSER war als jetzt. Mich interessiert wieso sich dass alles wieder verschlechtern konnte. Wieso wird jetzt WENIGER fuer Bildung und Soziales ausgegeben obwohl es MEHR Bedarf gibt?
Die Ironie ist doch, dass es gar keine Arbeiterklasse mehr gibt, dass die MITTE DER GESELLSCHAFT – Dienstleister, Facharbeiter, Familien mit Kindern – verarmen. Eben jene, die die Saeulen tragen, brechen unter der Last der extrem ungerechten Verteilung durch DUMME Steuergesetzgebung und falsche politische Rahmenbedingungen. Und ich unterstelle hier keinen Masterplan, die wissen schlicht nicht was sie da tun, ueberschauen die Konsequenzen ihrer Politik nicht. Das ist doch der Skandal. |
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@ Redaktion/// WUNSCH ///
/// So, und jetzt hätte ich gern noch eine Funktion um Tippfehler zu korrigieren Freunde/IT-Abteilung. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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