Axel Henrici

Blog von Axel Henrici

26.01.2010 | 10:51

"To go" is to go (25 Zeilen Hass)

Gestört hat es mich zwar schon immer, aber bislang verhinderte eine angeborene Liberalität, dass ich mich darüber innerlich all zu sehr aufregte oder gar öffentlich echauffierte. Doch irgendwas hat heute früh "klick" gemacht. Vielleicht lag es an der klirrenden Kälte, der überfüllten sogenannten S-Bahn – jedenfalls hatte ich plötzlich eine unbändige Wut auf all die herumstehenden Wegwerfbecher-Träger.

Können die nicht zuhause Kaffee trinken, wie das früher jeder normale Mensch getan hat? Wieso nicht fünf Minuten früher aufstehen und selber die Maschine anschmeißen? Oder – falls das Motiv eher die Darstellung kühler Urbanität ist – sich einen Thermobecher kaufen und diesen allmorgendlich selber füllen. Beziehungsweise, wenn es dem Connaisseur ein Anliegen ist, die tausendprozentigen Gewinnmargen der gewerblichen Heißgetränke-Bereithalter dauerhaft zu sichern, den Thermobecher eben Tag für Tag zu einer der diversen Apostrophen-Kaffeeketten (*'s) mitzunehmen und für drei Euro macchiatisieren zu lassen.

Wie gesagt, ich bin liberal. Wer unbedingt einen Gehkaffee braucht bzw., um den Kollegen B. zu zitieren, "eine Handheizung für den Winter", soll das tun – aber bitte schön, ohne dabei unnötigen Müll zu produzieren! Und damit das klar ist: Ich bin bekennender Hedonist. Sinnlos Geld ausgeben und die Feste feiern, wie sie fallen, find ich prima. Ich verstehe nur nicht, wieso man dabei nicht bestimmte Prinzipien haben kann, und warum sich kritischer Konsum und Hedonismus ausschließen sollen.

Also, liebe Starbucks-Generation: Geht mal eine Minute in euch (da ist es momentan eh wärmer als draußen) und überlegt euch, wie viel überflüssigen Plasikmüll ihr quasi im Vorübergehen jährlich produziert, nur weil der Urbanitäts-Zeitgeist permanente Bewegung fordert. Und dann setzt euch hin, mit einer Tasse frisch gebrühtem, fair gehandeltem und von einer mindestlohnempfangenden Bedienung serviertem Kaffee, genießt die Ruhe und freut euch, einmal das Richtige getan zu haben.

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 11:25
Mensch Axel,
du hast ja recht. Und 25 Zeilen Hass - hätte ich mir viel aggressiver vorgestellt - du bist doch richtig nett in deiner Kritik.

Ich selber trinke nur noch im "Notfall" Kaffee aus Papp-oder Platikbechern, weils auch gar nicht so gut schmeckt.

Aus einer dünn- oder auch dickwandigen Porzellantasse frisch gebrühter oder hochdruckgedampfter Café - einfach köstlich und unverzichtbar.
Thermoskanne mit Becher tuts aber gelegentlich auch.

Das Argument des "Handwärmers" würde ich allerdings ernst nehmen. Viele haben heutzutage keine Handschuhe.
Und stricken kann auch fast niemand mehr...

:)
LG Feli
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:35
"25 Zeilen Hass - hätte ich mir viel aggressiver vorgestellt - du bist doch richtig nett in deiner Kritik": Ich wollte ja nur, dass es überhaupt jemand liest (ein Ex-Kollege hat mal "Geile Nazischlampen wollen sich mit dir treffen" in die Betreffzeile einer E-Mail geschrieben, die ihm wichtig war...) und andeuten, dass ich nur ein Viertel so wütend bin wie Maxim Biller in seinen besten Zeiten – weil ich eben im Grunde meines Herzens, seufz, doch ein Netter bin
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 11:38
Nur eine kurze Zwischenfrage: Die Sache mit der Betreffzeile... Hat das irgendwie getriggert?
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:40
getriggert? ich dig nich ganz, was du meinst...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 11:44
Ausgelöst, meine ich. So eine Betreffzeile kann ja durchaus bdm-eske Bilder erzeugen. Also ich könnte mir da Szenarien einfallen lassen.

Nein - böse Gedanken. Pfui, aus.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:46
bdm?? bund deutscher mädels? bundesverband deutscher milchviehhalter? besonders debile medienschaffende?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 11:57
Letzteres ist ein wenig redundant. Ein gerüttelt Maß an Debilität ist für einen Medienschaffenden Grundvoraussetzung - sonst hält man das nicht durch. Das weiß ich genau.

Erstere meinte ich. Eine famose Idee für ein schlechtes pornografisches Drehbuch. Die Fortsetzung würde dann in einem Pionier-Ferienlager spielen.

Ich muss jetzt weg.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 12:08
@ Wildcard: geiler scheiß! trotzdem tät mich interessieren, wie meine schlagzeile es schafft, bei dir sowas zu triggern...

Ich muss hier sitzenbleiben.
Wolfram Heinrich schrieb am 26.01.2010 um 12:43
@Axel Henrici
Ich wollte ja nur, dass es überhaupt jemand liest (ein Ex-Kollege hat mal "Geile Nazischlampen wollen sich mit dir treffen" in die Betreffzeile einer E-Mail geschrieben, die ihm wichtig war...)

Da fällt mir der Roman "Die Mätresse des Bischofs" von Eckhard Henscheid ein. Da räumt er auf etwa Seite 30 oder auch 40 auch ein, daß er den Titel nur des reißerischen Effektes willen gewählt habe. Weder kommt in dem Roman ein Bischof noch dessen Mätresse vor.

Durch Verwirrung wird der Kopf klar.

Ciao
Wolfram
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 12:55
"Durch Verwirrung wird der Kopf klar." Sag ich doch. Und der Ball ist rund, damit der Kopf mal Pause hat und das Denken die Richtung ändern kann
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 16:26
@Axel H.: Das liegt an meinem Faible für Absurdes. Kein Grund zur Sorge.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 11:30
Ich finde ja, als Stehnetzsegler (Begriff entliehen bei meinem großen Idol Paffenberg) sollte man nicht über Gehkaffeetrinker schimpfen. Das ist unlöblich.

Die Pappenträger sind nur ein weiterer Beleg dafür, dass mit schlechter Ware das beste Geld zu verdienen ist.

Mittlererweile amüsiere ich mich darüber, wie wir uns Schritt für Schritt immer mehr Alltagskultur nehmen. Dabei sind wir noch so töricht, dass wir die Hetzerei auch noch goutieren und als modern ansehen. Wenn wir Modernität jedoch mit Weiterentwicklung übersetzen, scheinen wir in die deutlich falsche Richtung zu laufen.

Wer rennt, verliert.
Michael Angele schrieb am 26.01.2010 um 11:39
Lieber Axel,
"eine Handheizung für den Winter" ist schön. Wer ist der "Kollege B" (gerne auch mündliche Mitteilung)?
Der Hedonist von nebenan, der dir dafür gerne eine einwandfreie Tasse Kaffee aus unserer Maschine spendiert.
M.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:40
@Wildcard: Verstehe ich nicht. Man kann doch im Sitzen surfen ;-) Aber Denglish war gar nicht mein Thema
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 11:46
Ich wollte auch nur ein Haar in der Suppe finden, weil ich als alter zänkischer Mann nicht anders kann.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:48
@Michael Angele: Nee, lass mal, der ist mit Kondensmilch. Lass uns lieber mal ins Hmmhmmhmm gehen, da ist der Kaffee teurer und die Geste überzeugender ;-X

Der Kollege B. sitzt mir derzeit im Büro gegenüber
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:53
@ Wildcard: süß! und was heißt jetzt "bdm-esk"?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 16:29
BDMesk: Zöpfe, Zucht & Ordnung.
Ingo Arend schrieb am 26.01.2010 um 11:35
kleine frage am rande, lieber axel: was haben wir unter "angeborener liberalität" zu verstehen? redest du da einerm biologistischen missverständnis das wort? die ist doch eigentlich der ausgang aus der selbstverschuldeten unmündigkeit, wenn ich den kollegen kant richtig verstanden habe. produkt also einer genuinen geistesanstrengung. folgst du in bezug auf freiheit deinen genen?
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 11:44
Lieber Ingo,
das war eine späte Anleihe bei Kurt Scheel, der in seinem schönen Buch "Ich & John Wayne" (ca. 1999) mal sinngemäß schrieb, er sei ja liberal und jeder könne seine Meinung haben und auf dieser bestehen - "aber doch nicht ausgerechnet, wenn es um Kino geht"
Ingo Arend schrieb am 26.01.2010 um 12:00
eine klassische genscher-antwort! respekt!
Alien59 schrieb am 26.01.2010 um 11:44
Das mit dem "Netten" stimmt wohl, da muss ich Feli zustimmen ;-). Hass hört sich anders an.

In der Sache stimme ich auch zu - vielleicht auch deshalb, weil ich zu einer Spezies gehöre, die sich strikt weigert, ohne ihr Frühstück, und dazu gehört zwangsweise ein Heißgetränk, dies in Ruhe genossen, aus dem Haus zu gehen. Die Menschen, die dann in der Bahn oder auf der Straße aus Pappbecher und Papiertüte sich verpflegen haben mir immer leid getan, waren mir aber auch völlig unverständlich.
So gerne ich morgens noch im Bette etwas döste - nicht auf Kosten meines Morgentees!
Magda schrieb am 26.01.2010 um 11:45
Das ist schön, dass auch "Hedonisten" - den Begriff habe ich lange nicht gelesen - nichts unnötig verschwenden wollen. Sie wollen ja auch "nichts anbrennen lassen", stimmts?

Lauter Kaffee Togos unterwegs, Wichtigtuer, die eigentlich gar keinen Kaffee ausgeschenkt kriegen sollten, wegen reiner Sachunkenntnis und Verschwendung. Denen kann man doch alles ausschenken nur schenken sollte man denen nicht, auch nicht als Polemik.
Dominik Bardow schrieb am 26.01.2010 um 12:14
Ich oute mich hiermit offiziell als Urheber der Handheizung für den Winter™ und Coffee-To-Go-Befürworter.

Man muss ja nicht gleich Imperalistenbrühe für drei Euro in sich hinein schlürfen, denn es gibt eine Menge hochklassiger und tiefpreisiger Alternativen.

Empfohlen sei an dieser Stelle (auch auf die Gefahr hin, dass der Laden bald überlaufen ist und die Kaffeepreise explodieren) der 1-Euro-Kaffee der kleinen Bude auf der S-Bahnbrücke Warschauer Straße, Marke "St. Angelo". Die türkischstämmigen Verkäuferinnen wissen im Gegensatz zu vielen studentischen Aushilfen in sogenannten Szenecafés auch, wie man eine Espressomaschine bedient.

Bei den halb- bis dreiviertelstündigen Fahrt- und Wartezeiten im Berliner Nahverkehr ist außerdem ausreichend Zeit für Frühstücksgemütlichkeit beim Kaffeegenuss gegeben.

Und zur Gegenthese: Wenn man sich an einem Sonntagmorgen auf dem Bürgersteig durch die brunchenden Horden in den Straßencafés zwängen muss, würde man sich wünschen, die Leute würden ihren Kaffee zeiteffizienter zu sich nehmen.

Das einzig wirklich ungelöste Problem des Coffee to go: Die Deckel pappen immer aneinander, so dass man fast immer zwei auf einmal erwischt und keiner schließt den Becher richtig, so dass der heiße Kaffee an den Seiten herauschwappt. Hat dafür jemand eine Lösung?
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 12:16
Nö, das ist aus meiner Sicht die gerechte Strafe fürs Pappbecherdurchdiegegendtragen
Streifzug schrieb am 26.01.2010 um 13:00
Genau solch scheinbar nichtige Anlässe sind der Schlüssel zum Verständnis der Spurwechseln von Personen a la Thomas Schmid ;)
Jan Pfaff schrieb am 26.01.2010 um 14:07
Also, nachdem ich den in der Mittagspause erworbenen Pappbecher nun in den Büro-Mülleimer entsorgt habe, muss ich dem Kollegen doch noch antworten. Natürlich wäre es schöner, gediegen in einem Kaffeehaus das Heißgetränk seiner Wahl zu genießen. Ich erinnere mich an ein Altes-Oma-Café in Wien, das über der Theke ein Schild mit der programmatischen Aufschrift hatte: "Wir bedienen keine Menschen, die in Eile sind."

Allein, wir leben nicht in der besten aller Welten, sondern müssen ständig Kompromisse schließen. Einer dieser Kompromisse ist der Coffee-to-Go, mit dem wir zumindest eine schwache Erinnerung ans Kaffeehaus mit ins Büro tragen. Und die Pappbecher? Guter Punkt, aber so ist das nun mal mit dem Konsum. Er ist nie unschuldig. Durch fair gehandelten Kaffee aus der Keramiktasse wird man die Welt allerdings auch nicht retten.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 14:10
Bestechend. Erinnert mich ein bisschen an den schönen Satz: "Jetzt wo die Zigaretten schon mal hergestellt sind, muss sie auch einer rauchen."
Streifzug schrieb am 26.01.2010 um 14:11
Doch :)
hibou schrieb am 26.01.2010 um 17:21
Coffee-to-go ist weniger Erinnerung ans gute alte Kaffeehaus denn stupide Nachahmung der Hauptdarsteller neuerer TV-Serien :)
Jan Pfaff schrieb am 26.01.2010 um 17:45
Ist mir neu. Welche Serien wären das denn?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 19:46
Danke für die Zeile mit dem Alte-Oma-Café in Wien.
Es ist so wienerisch. Als ich nach einem Wien-Besuch wieder abreisen musste, war ich total geknickt. Hätte mich fast an einer Laterne angekettet. Ich liebe Wien.
Titta schrieb am 26.01.2010 um 21:32
Mir wurde berichtet, in Wien werde man als alleinreisende Frau im Kaffeehaus immer nur an den Tisch neben der Klotür plaziert.
oranier schrieb am 26.01.2010 um 21:40
Versuch's doch mal in Kairo!
Alien59 schrieb am 27.01.2010 um 05:41
Stimmt nicht. Und wenn ich etwas an Wien vermisse, dann die Kaffeehäuser ...
Jan Pfaff schrieb am 27.01.2010 um 10:00
@Titta: Ich kann das auch nicht bestätigen, allerdings bin ich auch noch nie als Frau verkleidet allein gereist.

Wien ist aber eine der ganz wenigen Städte, in denen man überhaupt würdevoll allein im Café sitzen kann. In Berlin geht das nicht, da kommt man sich schnell komisch vor. Weswegen hier so viele immer gleich ihren Laptop auf den Tisch packen. Wiener Kaffeehäuser haben hingegen Tische, die extra dafür gemacht sind, dass an ihnen nur ein Gast sitzen kann. Aber genug der Wien-Melancholie nun... nur noch ein Alfred-Polgar-Zitat: "Im Kaffeehaus sitzen Menschen, die allein sein wollen, aber dafür Gesellschaft brauchen."
Titta schrieb am 01.02.2010 um 02:56
In dem Zusammenhang ist auch besonders Friedrich Torberg und alles um seine Tante Jolesch zu empfehlen. Wunderbare Kaffeehausszenen.
Ein Spruch von Tante Jolesch ist mir haften geblieben, er ging ungefähr so: "Alles, was ein Mann schöner is wie ein Aff', is ein Luxus."
drikkes schrieb am 26.01.2010 um 14:37
Ohne die bisherigen Kommentare in Gänze gelesen zu haben: Zigarette und Kaffee gehören für mich zusammen. Deshalb meide ich die von Ihnen so treffend "apostrophierten", entnikotinisierten Coffee-Ketten komplett und habe mir - Sie müssen jetzt sehr stark sein, Herr Henrici - 1000 Pappbecher mit 1000 Plastikdeckeln bei ebay geschossen.

Diese politisch korrekten Thermobecher gehen nämlich gar nicht. (Okay, Ausrede; ich bin einfach nur zu faul.)
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 14:49
ach je, stark muss ich den ganzen Tag sein, ich halte das aus. Aber haben Sie sich überhaupt schon mal mit der ganzen Bandbreite des Thermobecherwesens beschäftigt.? Gucken Sie doch mal hier: tinyurl.com/ydswh9t
drikkes schrieb am 26.01.2010 um 15:04
Die Dinger sind in allen Formen und Farben häßlich. Als ÖPNV-Nutzer (dient übrigens super als Universalentgegnung auf alle sonstigen ökologischen Verfehlungen), der des Öfteren ohne Tasche zur Arbeit (papierloses Büro!) pendelt, wüßte ich gar nicht, wohin mit so einem leeren Thermobecher. Und falls doch, kleckern da nicht noch Kaffeeresttropfen raus? Schließlich will so ein Becher jeden Tag gespült werden...
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 15:42
Wasser haben wir hier in Deutschland genug: www.freitag.de/politik/0934-wasser-knappheit-weltwasserwoche-ressource

"Sowohl in Mitteleuropa, als auch in den meisten landwirtschaftlich genutzten Regionen Nordamerikas gibt es ein Überangebot an Wasser. Da genügend Wasser versickert, haben weder das entnommene Trinkwasser, noch das Wasser, das für die Zucht der Futtermittel genutzt wird, eine negative Auswirkung auf den Grundwasserspiegel."
Lukasz Szopa schrieb am 26.01.2010 um 15:39
Ich kann mich schwer entscheiden, ob es dir bei deinem "Hass" eher ums Kaffee-Trinken-Im-Gehen geht, oder eher um die Verpackungsproblematik.
Mit dem ersten hätte ich - als liberaler Hedonist - gar kein Problem.
Mit dem zweiten hast du meine volle Zustimmung - falls du keinen Plastikabgepackten-Scheiben-Käse und keine Folien-Dreier-Paprikas kaufst.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 15:45
Um letzteres. Ich schreibe ja: "Wer unbedingt einen Gehkaffee braucht (...) soll das tun." Mir wär es zu blöd, aber das geht mich ja nix an, solange man mir das heiße Nass nicht auf die Thermojacke schüttet...
Lukasz Szopa schrieb am 26.01.2010 um 16:04
OK, also im Grunde geht es dir um deine Jacke. Stimmt, mir ist auch noch nie passiert, dass mir ein Stück Käse oder eine Paprika auf der Kleidung gelandet wäre.
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 16:59
Nee, im Grunde geht es mir um den Müll. Alles andere ist nur polemisches Beiwerk
NullNullBock schrieb am 26.01.2010 um 15:39
Um meinen Öko-Gewissen zu besänftigen, versuche ich wenigstens auf den Plastikdeckel zu verzichten.
merdeister schrieb am 26.01.2010 um 19:49
Hier perlt es aber...
drikkes schrieb am 26.01.2010 um 16:04
Es kostet ja leider nicht nur Wasser, sondern auch Strom, die Spülmaschine täglich wegen nur eines einzigen Bechers anzuschmeißen. (Dachten Sie, ich wasche händisch ab? Ich erwähnte doch meine Faulheit.) Wäre dann doch übertrieben, denn zuhause beschmutze ich so gut wie nie etwas. Lieber auswärts essen als selbst kochen.
Und wie bereits erwähnt: Wenn man mich zum Rauchen vor die Tür schickt, dann werde ich wohl meinen Kaffee mitnehmen dürfen.
wahr schrieb am 26.01.2010 um 16:13
Unterschreibe ich. Danke für das Wort "macchiatisieren".
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 16:59
bitte, ist mir einfach so zugeflogen
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 17:07
Wer Wegwerfbecher sammelt oder gesammelte Wegwerfbecher wegwirft, wird mit Coffee to go nicht unter hundert Meter bestraft.
hibou schrieb am 26.01.2010 um 17:23
Interessant, wie viele Kommentare (meine eingeschlossen) Wegwerfbecher nach sich ziehen. Dabei sinds gar keine Wegwerfkommentare?
Axel Henrici schrieb am 26.01.2010 um 17:51
Es gleicht der Trank so manchem Kommentar / wie schnell ist lau, was eben heiß noch war
Nouveau Cologne schrieb am 26.01.2010 um 18:42
Mit Appellen an rationales Handeln kommt man hier vielleicht nicht weiter, denn bei Cofffee to go konsumiert man nicht einfach einen Kaffee, sondern ein symbolisches Mobilitätsversprechen (Warenästhetik, Objekt klein-a & Mehr-Genießen, ich belasse es mal bei diesen kulturtheoretischen Schlagworten).

Abgesehen davon kann so ein Coffee to go aber auch einfach als Stützkaffee™ erforderlich sein, der die Versorgungslücke zwischen Zuhause und Ziel überbrückt.
weinsztein schrieb am 26.01.2010 um 18:43
Tatsächlich sind es bis jetzt 50 Kommentare!!!
merdeister schrieb am 26.01.2010 um 19:39
Wenn das schon eine Versorgungslücke ist, war der 2.WK nie zu gewinnen. Hitler ist am Coffee to go gescheitert. Schlürfen ist Widerstand.
merdeister schrieb am 26.01.2010 um 19:37
Jeden verdammten Morgen stehen die Volldeppen und Volldeppinnen in vegetativem Zustand in der Gegend herum und schlürfen schlechten Kaffee mit ihren Kauwerkzeugen, den sie einen iPod-Titel vorher zu einem Wucherpreis erstanden haben. In den Konsumgreifern halten sie den Pappbecher, dessen einziger Zweck es ist, die miese Plörre genau so lange daran zu hindern über die Funktionsjacke zu fließen, wie der Kaffeevernichter für seine Aufgabe benötigt. Zehn Minuten sind da schon eine lange Zeit, es handelt sich um Profikiller. Der Becher schafft es in dieser Zeit vom Livestylefashionitem von Vollzombies zum Wohlstandmüll zu werden und ist somit ein perfektes Bild für unser Leben.

Das mit dem Hass hat mich inspiriert. Jetzt geht es mir besser.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 20:49
Alle Worte wohl gewählt: Ich sag mal, ich kenne Leute, die schon wieder den guten alten Bürokaffee trinken. Aus der, genau der: Maschine.
ich schrieb am 26.01.2010 um 21:22
@merdeister
Nichts für ungut, aber Deinen Hass finde ich ziemlich brav.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 23:57
mal so auf die schnelle der hinweis auf die nogo-umschweife über die togo-unterschwelle…
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 07:31
Den Hass darf ich hier nur spielen.
merdeister schrieb am 26.01.2010 um 19:55
"Coffee to go" frei überstetzt: Kaffee zum weglaufen.

So, nu is aber gut!
Friedland schrieb am 30.01.2010 um 21:03
Wo liegt eigentlich dieses Togo?
Titta schrieb am 26.01.2010 um 20:09
Die entsprechenden Konsumenten habe ich eh nie verstanden. Diese Art, Kaffee zu sich zu nehmen, ist doch offensichtlich und ganz eindeutig die Etappe zwischen Nuckelflasche und Schnabeltasse. Das kann doch niemals hip sein! Wieso merkt das nur nie eine/r von denen?
ich schrieb am 26.01.2010 um 21:18
Also, als ich noch zu den Macchiatisierten gehörte, war das nachmittägliche Nuckeln am Plastikaufsatz eines frisch gefüllten Kaffeetrinkbechers aus Papier versehen mit dem schwarzgrünen Logo einer grossen amerikanischen Kaffeehauskette, welches eine Sirene darstellt, die mit dem aus dem vielleicht bedeutendsten Werk maritimer Weltliteratur, eines New Yorker Autoren entlehnten Namen eben jener Kaffehauskette umkränzt ist, der uneigeschränkte Höhepunkt meines Tages, wodurch ich mich, gleichzeitig mich in der täglichen Talsohle meines Biorhythmus befindend, dem Versprechen eines sanften Aufsteigen aus der schläfrigkeitsheischenden Nachmittagsmüdigkeit und dem regressiv romantischen Erinnern an meine ersten postnatalen Nahrungsaufnahmen hingeben konnte, eine Sinneserfahrung die das Logo auf dem Becher sicherlich noch verstärkt hätte, wären der Sirene nicht im jenen Jahr, in dem Erich Honecker seinen Geburtsort besuchte, die Rundungen genommen worden die das, in meinem schläfrigkeitsheischenden Regress vor mir stehende, nahrungsspendende Organ angezeigt hatten.
Titta schrieb am 26.01.2010 um 21:28
Sag ich doch, ich versteh die jüngere Generation einfach nicht mehr!
Die uneingeschränkten Höhepunkte des Tages waren meinerzeit noch sexueller Art, hatten sicherlich aber auch Surrogatcharakter der beschriebenen Art an sich.
ich schrieb am 26.01.2010 um 20:39
@Axel Henrici
Mal eine kleingeistig ketzerische Frage: Kaufen Sie Milch, Wasser und Saft im Glas oder in (Verbund)verpackungen?
Axel Henrici schrieb am 27.01.2010 um 17:07
Kommt drauf an: Wenn die Milch aus der Region kommt, ist Glas am ökosten, sonst Schlauch. Ich bin aber gar kein Robespierre der Müllvermeidung und akzeptiere auch, dass man im Alltag oft pragmatische Entscheidungen treffen muss. Kein Mensch schafft es, überall konsequent zu sein. Sonst wären wir alle Veganer und hießen mit middle name Mahatma. Eine grässliche Vorstellung. Wenn es fünf vor acht ist und nur noch der Aldi aufhat, kaufe ich auch eingeschweißte Wurst, ist doch klar. Ich finde nur, es gibt ein paar Sachen, wo man mit wenig Aufwand/Nachdenken viel Müll vermeiden kann, und daher gehe ich nur im Notfall in Burger- und Heißgetränkeketten, obwohl ich nicht prinzipiell was gegen Fast Food oder ambulante Flüssigkeitszufuhr habe. Hobt's mi?
ich schrieb am 27.01.2010 um 18:09
Ich glaube da sind wir ja ganz nah beieinander. Wie ich vermute, richtete sich ihre viertel Portion Hass wohl auch mehr gegen den Anblick, den die Macchiatisierten jedermann mit ihren Pappbechern bieten und so Zeugnis von der heutigen Unart ablegen, alles mögliche gleichzeitig erledigen zu wollen. Letztendlich gewinnen sie ja dadurch selten etwas, außer ein Quäntchen Zeit, das sich anderenorts wieder verliert. Vielleicht eignet sich der Pappbecher für sie deshalb so sehr als Hassobjekt, weil sich in ihm die Sinnlosigkeit des Strebens nach Zeitersparnis so allseitig sichtbar materialisiert.

Am Montag sass so ein Kunde übrigens neben mir und klemmte den fast leeren Becher derart zwischen obere und untere Zahnreihe, dass sich der Becher über seine Nasenspitze setzte und seine Silhouette mich an einen deutschen Schäferhund erinnerte.
Axel Henrici schrieb am 27.01.2010 um 18:13
:-)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.01.2010 um 22:07
Also, mal vom Kaffee weg, ist irgendjemand, der zuwenig Hass gefunden hat im Beitrag, mal drauf gekommen, dass hier mit den 25 Zeilen eine Zitierung gemacht wird zu den 100 Zeilen Hass, die Maxim Biller im Tempo der 80er Jahre gegeben hat ...
Also, ich finde das hier sehr gut ... nicht mehr bei Kaffee, aber immerhin beim Bier ...
ich schrieb am 26.01.2010 um 22:28
Nun gut, alles was ich zwischen '86 und '96 mit »Tempo« in Verbindung bringe, ist ein Sportlehrer der mich anschreit.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 08:25
Alles, was ich zwischen '86 und '96 mit "Tempo" in Verbindung bringe, ist die Wahrheit über Zeitgeistmagazine.

Und die ist schlimm genug.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 15:25
Ich stimme zu, Euch beiden; einmal aber zeitversetzt - in eine Zeit, wo es das zur Betrachtung gegebene Ding noch gar nicht gab.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 07:53
Maxim Biller liegt bei mir Schlafzimmer. Seit gestern. Den nehme ich aber gleich mit in die Badewanne.
Tessa schrieb am 27.01.2010 um 10:18
Das neue Buch oder eine Sammlung der "100 Zeilen Hass"? Diese finden jedenfalls auch in dem Roman Erwähnung. Ich habe meist Tee dazu getrunken, und mich daran erfreut, dass es noch stilvolle Buchcover gibt, die nicht irgendein billiges Foto ziert oder die in eine Signalfarbe getunkt wurden.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 10:48
@ Tessa
Das neue. Habe es doch nicht mit in die Wanne genommen. Ist noch zu edel. Dieses Buch habe wirklich nur gekauft, weil mir der Herr Biller im Angele Interview so gut gefallen hat. "100 Zeilen Hass". Schon der Titel gefällt mir natürlich. Danke für den Tipp!
Wolfram Heinrich schrieb am 27.01.2010 um 11:01
@chrisamar
Maxim Biller liegt bei mir Schlafzimmer. Seit gestern. Den nehme ich aber gleich mit in die Badewanne.

Der Fortgang der Diskussion hat mich jetzt aber enttäuscht. Es geht um das Buch von Maxim Biller und ich dachte schon, Biller läge bei dir in personam im Schlafzimmer und werde gleich von dir gereinigt und erquickt. Na ja, wieder nix mit Bettgeschichten.

Ciao
Wolfram
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 12:23
@ Wofram Heinrich
Unter uns: Ich gehöre zu den Leuten, die ausgesprochen absurde Bettgeschichten kennt. Zum Glück alles Erlebnisse von anderen.
Vielleicht nächste Wintersaison mal dran erinnern. Falls dann noch Interesse besteht.
Vielleicht:"Warum Scarlett dann doch nicht den Fenster-Mann geheiratet hat".
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 15:31
Ich bin erfreut!
Wolfram Heinrich schrieb am 27.01.2010 um 15:40
@Rainer Kühn
Ich bin erfreut!

Lieber Rainer, gib uns doch allen eine Chance zu verstehen, was du meinst. Eine Angabe, auf wessen Beitrag sich dein Kommentar bezieht, wäre schon mal hilfreich. Noch komfortabler wäre die Angabe des Satzes, auf den du anspielst.

Ciao
Wolfram
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 16:06
Über alles da oben war ich erfreut. Und überhaupt.
Tessa schrieb am 27.01.2010 um 18:15
Ich habe Herrn Biller mit in die Badewanne genommen. Erwischt.
Axel Henrici schrieb am 27.01.2010 um 18:38
Du gibst es also zu? Und worüber habt ihr euch unterhalten: Waste management? Paid content? Literary freedom?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 18:57
@ Tessa
:)

Er liest sich ja locker runter. Aber wenn man bedenkt das er mit 22 "Heaven 17" gehört hat...
Also, so ganz auf meiner Linie ist er nicht.

Und dann Maxim Biller. Als Hamburger.Enttäuschend.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 19:02
PS:
Erst durch dieses Buch habe ich erkannt, dass Herr Biller & ich eine gemeinsame Bekannte haben. Es ist eine Person, die ihm sehr nahe steht. Falls meine Interesse an den Werken des Autors anhält, werde ich mich mal nach ihm erkundingen. Was er denn wohl für einer ist. Vermutlich ein ganz netter & kultivierter Mensch.
Streifzug schrieb am 27.01.2010 um 10:16
Was ist schon ein kleiner unschuldiger WegwerfKaffeebecher gegen eine riesige WegwerfZeitung?
Gestört hat es mich zwar schon immer, aber bislang verhinderte eine angeborene Liberalität, dass ich mich darüber innerlich all zu sehr aufregte oder gar öffentlich echauffierte. Doch irgendwas hat heute früh "klick" gemacht. Vielleicht lag es an der klirrenden Kälte, der überfüllten sogenannten S-Bahn – jedenfalls hatte ich plötzlich eine unbändige Wut auf all die herumstehenden Wegwerfzeitungs-Träger.

Können die nicht zuhause im Internet surfen, wie das jeder normale Mensch tut? Wieso nicht fünf Minuten früher aufstehen und den Computer anschmeißen? Oder – falls das Motiv eher die Darstellung kühler Urbanität ist – sich einen iPod kaufen und auf diesem allmorgendlich lesen. Beziehungsweise, wenn es dem Connaisseur ein Anliegen ist, die tausendprozentigen Gewinnmargen der gewerblichen Bezahlschranken-Errichter dauerhaft zu sichern, den iPod eben Tag für Tag für drei Euro springerisieren zu lassen.

Wie gesagt, ich bin liberal. Wer unbedingt eine Wegwerfzeitung braucht bzw., um den Kollegen B. zu zitieren, "eine Isolierung für den Winter", soll das tun – aber bitte schön, ohne dabei unnötigen Müll zu produzieren! Und damit das klar ist: Ich bin bekennender Hedonist. Sinnlos Geld ausgeben und die Feste feiern, wie sie fallen, find ich prima. Ich verstehe nur nicht, wieso man dabei nicht bestimmte Prinzipien haben kann, und warum sich kritischer Konsum und Hedonismus ausschließen sollen.

Also, liebe Papier-Generation: Geht mal eine Minute in euch (da ist es momentan eh wärmer als draußen) und überlegt euch, wie viel überflüssigen Papiermüll ihr quasi im Vorübergehen jährlich produziert, nur weil der Urbanitäts-Zeitgeist permanente Bewegung fordert. Und dann setzt euch hin, mit einem schicken Netbook, gefüllt mit Open Content, genießt die Ruhe und freut euch, einmal das Richtige getan zu haben.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 27.01.2010 um 10:35
------gulp---- (schluck)!------:O
drikkes schrieb am 27.01.2010 um 11:03
Sehr richtig. Das Tolle an einem Smartphone ist ja, daß man unterwegs die zweite Hand frei hat - für einen Kaffee natürlich.
Streifzug schrieb am 27.01.2010 um 11:21
Ich habe dem Kommentar eine eigene kleine Spielwiese gebaut:

"To go" is to go (25 Zeilen Hass)- eine Erweiterung
Albi schrieb am 27.01.2010 um 16:18
haha! Bravo!
Axel Henrici schrieb am 27.01.2010 um 16:46
@Streifzug: War das jetzt schon Parodie oder fällt das noch unter Verstoß gegen das Zitatrecht?
Streifzug schrieb am 27.01.2010 um 17:40
@Axel Henrici,

es ist eine Parodie des Zitatrechts, Realsatire und für Redakteure und Journalisten bitterer Ernst, bleibt aber in der Familie, also nicht weiter tragisch.

Vielleicht bohrt sich ja im Laufe der Zeit folgender Gedanke durch die trockene Schale manch verstockter AltPapierler:
Aktive, langfristige sich einbringende "Blogger" (Schreiber, Mitdenker, Aktive ...) sind Multiplikatoren. Das verschenkte Potenzial bei unsachgemäßer Pflege liegt, bei der Größenordnung des Freitag, bei ~ 3.000 nicht realisierten NeuAbonnenten.
Blogger können die Sache gelassen betrachten, sie haben mehr Freiheitsgrade und Optionen.
Axel Henrici schrieb am 27.01.2010 um 17:46
Mich müssen Sie nicht katholisch machen
Streifzug schrieb am 27.01.2010 um 18:53
@Axel Henrici,

Ihnen galt auch nur der erste Absatz :)
Lethe schrieb am 28.01.2010 um 13:18
wir tun es, weil wir es können. Das reicht nicht nur in diesem Fall völlig aus
Axel Henrici schrieb am 28.01.2010 um 13:31
worauf bezieht sich dieser Kommentar?
Lethe schrieb am 28.01.2010 um 13:39
auf die Zusammenfassung Ihrer Fragen, vor allem aus dem zweiten Absatz: warum tun wir das alles in so offensichtlich verkehrter Weise? Weil wir es können.
Dominik Bardow schrieb am 29.01.2010 um 10:28
Und wiedermal hinkt die Süddeutsche dem Leitmedium Freitag hinterher: Im Streiflicht (für die jüngeren Leser: Printausgabe) geht es heute um - Coffee to go, Pappbecher und Thermobecher. Reicht es nicht, dass Prantl immer unseren Mittagskommentar copy-pastet?

Aber ein Kompliment an den Kollegen H., dass er sich – im Gegensatz zur SZ - den To Go/Togo-Kalauer verkniffen hat.
miauxx schrieb am 29.01.2010 um 17:55
Jaa, so was find` ich gut! Berliner City-Leifsteil angreifen!
Vorstellbar wäre aber auch, dass eines Tages der Selbst-Mitbring-Mehrweg-Becher trendy wird.

Zu Streifzugs origineller Replik:

Für`s Zeitunglesen ist das Papier notwendig, sonst wär`s keine; handelt es sich wirklich um eine Wegwerfzeitung, sollte auch der Strom gespart werden, sie am Rechner/ Mobilmedium zu lesen. Für`s Kaffeetrinken ist der Wegwerfbecher nicht notwendig. Der Mehrwert des Papiers als Zeitung und der Pappe, die kurz einen Schluck Kaffee transportabel macht, sind so nicht vergleichbar. (Es sei denn, jeder würde seinen einmal erworbenen Becher immer wieder mitbringen :-))

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht völlig den Spaß verdorben!?
M.Dosse schrieb am 30.01.2010 um 09:04
Wurde man früher von meist älteren Leuten angeranzt, ging man bei rot über die Straße oder mit der Dose Bier über eben dieser, so sind es heute meist Menschen mittleren Alters.Erstaunlich wie der Spießbürger sich über die Zeit verändert hat.Amüsieren kann ich mich aber immer noch über sie. Danke das es euch gibt!
Wolfram Heinrich schrieb am 30.01.2010 um 09:14
@M.Dosse
Wurde man früher von meist älteren Leuten angeranzt, ging man bei rot über die Straße oder mit der Dose Bier über eben dieser, so sind es heute meist Menschen mittleren Alters.Erstaunlich wie der Spießbürger sich über die Zeit verändert hat.

Ob es sein kann, daß du dich verändert hast? Altersmäßig mein ich. Mit 15 hältst du einen Dreißigjährigen bereits für alt, einen Vierzigjährigen für steinalt. Mit 25 Jahren hat sich die Wahrnehmung bereits deutlich verschoben und verschiebt sich im Laufe der Jahre immer weiter.

Ciao
Wolfram
M.Dosse schrieb am 30.01.2010 um 10:16
Na klar bin ich älter geworden und meine Wahrnehmung hat sich deutlich verändert. Aber einen Spießbürger den erkenne ich z.b. an Sätzen wie diesen: "Können die nicht...."oder auch schön und anscheinend zeitlos "eigentlich bin ich ja....". Tja und so lerne ich mit dem älter werden, der Spießbürger ist nicht über 50 und nicht politisch oder weltanschaulich auf eine bestimmte Richtung festgelegt.Was bleibt ist die kurze Begriffserklärung bei Wikipedia und die Befürchtung, es kann jeden treffen.
M.Dosse schrieb am 30.01.2010 um 10:26
Was bleibt ist die kurze Begriffserklärung bei Wikipedia und die Befürchtung, es kann jeden treffen...und das wichtigste natürlich nicht zu vergessen, spießig sind immer die anderen.
M.Dosse schrieb am 30.01.2010 um 10:27
Was bleibt ist die kurze Begriffserklärung bei Wikipedia und die Befürchtung, es kann jeden treffen...und natürlich nicht zu vergessen, spießig sind immer die anderen.
merdeister schrieb am 30.01.2010 um 18:02
Ich nicht.
Wolfram Heinrich schrieb am 30.01.2010 um 18:55
@merdeister
Ich nicht.

Echt spießig, die Antwort. Nö.
Der einzige Nicht-Spießer hier bin ich.

Ciao
Wolfram
merdeister schrieb am 30.01.2010 um 19:33
Pah Alter, wer Tod über Deinem Jägerzaun hängt, ist spießiger als ich.
Wolfram Heinrich schrieb am 30.01.2010 um 19:42
@M.Dosse
Tja und so lerne ich mit dem älter werden, der Spießbürger ist nicht über 50

Was? Wieso soll der nicht über fünfzig sein? Altersmilde?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 30.01.2010 um 19:44
@merdeister
Pah Alter, wer Tod über Deinem Jägerzaun hängt, ist spießiger als ich.

Könntste recht haben bei. Nur "Tod" laß bleiben, nimm "tot".

Ciao
Wolfram
Fritz Teich schrieb am 01.05.2010 um 18:18
Ein Kommentar mehr, neue Zahl, aber:

Ich hab solange den Kaffee in der HU-Cafeteria in schoenen Porzellantassen getrunken, mir die Finger und den Mund verbrannt, bis ich entdeckte, dass in die Pappbecher viel mehr Milch reinpasst, Frischmilch.

Nerviger ist, dass die Becher, wenn auch nicht in der HU, nach dem Genuss sinnlos in die Gegend geworfen werden. Steigern laesst sich das nur noch durch Fahrraddiebstahl und sinnloses Zerdeppern von Bierflaschen, wobei der Zusammenhang Fahrradreifen sind. Aber nicht nur. Zerdepperte Bierflaschen und iPod, Nuckelzeug, Infantilisierung der Gesellschaft. Reintreten! Mit der Fresse in die Scherben stossen. Irgendwann kann man nicht mehr neutral bleiben.

Es gibt zwei Stellen in den Lebenserinnerungen des Herrn von der Marwitz, wo er mit dem Knueppel gegen Bauern vorgeht, lesenswert!
Axel Henrici
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Paracelsius hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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antares56 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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wahr hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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paulart hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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