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Im schönen Oberbayern tut sich etwas:
Die Chiemgauer proben den Aufstand gegen das globale Finanzkapital, sie drucken eigenes Geld - und bringen mit ihrer Zweitwährung die regionale Wirtschaft wieder zum Blühen.
weiter hier:
www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/144605/index.html
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Sehr schön. Ich bin für die Einführung des Friedrichshainers. Touristen müssen mit Euro bezahlen. Dann bleibt der Kiez bezahlbar und wir kaufen im Kiez ein. In Südtirol bezahlen die Leute in den Dörfern schon lange Sonderpreise. da wird im Spar alles angeschrieben und am Ende bezahlt. Ähnliches Prinzip.
Und mein Reden seit langem. Die Mär vom stetigen Wachstum ist eben eine Mär. Ohne eine neue bescheidenheit bzw. Zufriedenheit mit dem, was wir haben steuern wir auf den Abgrund zu. Gier war noch nie ein guter Berater. Sehr schönes Fundstück das. |
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Selbst zu DDR-Zeiten hätte ich den "Chiemgauer" nicht haben mögen. Dann schon lieber Muschelgeld, das hätte ich wenigstens nach der "Befreiung" von der Mark in der entsprechenden Region eintauschen können, weil es keinen verordneten Wertverfall hatte.
btw. es gibt positive Effekte von "Regionalgeld", aber es muss immer "richtiges Geld" vorhanden sein, sonst funktioniert es nicht |
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Als zusätzliche regionale Währung ist das gar nicht schlecht. Kann natürlich kein Ersatz für eine Staatswährung sein.
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Das interessante an Regio-Geldern ist vor allem das Fehlen der Verzinsung, bzw. sogar eine "Negativ-Verzinsung" (nicht mit Inflation zu verwechseln): Wenn ich meinen Chiemgauer innerhalb von 3 Monaten nicht ausgebe/investiere, kann ich ihn nur weiter nutzen (weitere 3 Monate) wenn ich 2% "Steuer" darauf zahle. Und nach 4 Jahren ist er ohnehin nichts wert. D.h. hier wird Geld wieder als ein reines Tausch-Mittel anstatt als "Kapital"-Einlage betrachtet.
Darüberhinaus kann es nie mehr Chiemgauer geben als die Wirtschaftsleistung der Teilnehmer ausmacht - während wir bei den "herkömmlichen" Währungen den Wahnsinn erleben, dass immer mehr Geld "gedruckt" oder "gepumpt" wird - ohne dass diese Scheine durch irgendetwas 100% gedeckt wären. |
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Ja, der olle Gesell läßt grüßen ;-)
Ich fand ja auch schon immer, das Gesells Überlegungen auf alle Fälle als regionale Zusatzwährung eignen. Nun gibt es einen Jahrzehnte langen streit, ob die Theorie von Gesell sich sozusagen auch darüber hinaus eignet. Das würde m. e. aber einen ganz neuen Gesellschaftsvertrag benötigen. Das halte ich aber realistisch nicht für durchsetzbar. Bei Totalzusammenbrüchen einer Wirtschaft eignet sich das aber im überschaubaren Rahmen durchaus zum Neuanfang. |
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na, das les ich aber anders!
wenn ich den chiemgauer nicht sofort auf den kopp haue muß ich steuern drauf zahlen. also: wenn ich den schinken nach dem räuchern nicht sofort insgesamt fresse, dann .... und außerdem, auch das gehört mal gesagt, kriegen die friedrichshainer dies jahr auf die mütze! aber ordentlich! danach reden wir noch mal drüber, wer da von wem wegezoll kassieren darf. |
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Ja, so ist das mit dem Schwundgeld (heißt wirklich so), aber keine Angst, man hat genügend Zeit zum ausgeben. Das Ausgeben ist ja Sinn der Sache, damit der wirtschaftliche Kreislauf im Schwung bleibt. Wer Geld hortet, also dem Kreislauf längerfristig entzieht, wird eben nicht belohnt dafür.
Übrigens, wenn man Euros unters Kopfkissen legt (funktioniert z. Z nur gut mit Gold) und "spart" verliert es auch an Wert, ebenso auf dem Sparkonto, weil die Zinsen dort niedriger als die Inflationsrate sind. Also, jeden Euro den man zu lange in der Tasche behält verliert auch an Wert. Ich habe letztes Jahr Gold gekauft und werde es nun wieder verkaufen. Schöner Gewinn das! :-))) |
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"und außerdem, auch das gehört mal gesagt, kriegen die friedrichshainer dies jahr auf die mütze! aber ordentlich! danach reden wir noch mal drüber, wer da von wem wegezoll kassieren darf."
Glaub´ich nicht. Die WAF schießt diesmal mit Zitronenwasser und geworfen wird mit Gen-Obst-Gemüse, das tut richtig weh! :-)))) |
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dann erklär mir doch bitte, wozu es nötig ist, dieses geld überhaupt in den wirtschaftlichen kreislauf einzuspeisen.
wenn es den kreislauf gibt, dann kreist der bestimmt auch ohne. es sei denn, ich hätte von kreislauf eine andere vorstellung als das, was kreisläuft. |
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gen-obst-gemüse? - ich votiere dafür, die friedrichshainer nicht mehr frei herumlaufen zu lassen!
die brücke gehört abgebrochen. |
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Sollen wir etwa gutes Bio-Obst-Gemüse dafür nehmen?
So dekadent können nur Kreuzberger sein. Die Brücke gehört uns Friedrichhainern! Auf ewig! |
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Also gleich laufe ich im Kreis. Ich rauche erstmal´nen Joint. Vielleicht verstehe ich dann den Satz besser.
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wieso? du hast doch mit kreislauf angefangen. in den unbedingt irgendwas mit geld reingehöre.
also hab ich gefragt, wozu der kreislauf noch was brauche, wenn er denn schon einer sei. das ganze macht doch nur sinn, wenn es unterschiedliche kreisläufe gibt. oder? |
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na klar! oder wollt ihr ewig auf eurem schwundgeld unter der matratze hocken?
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Die unterschiedlichen Kreisläufe gibt es ja, aber sie sind miteinander verzahnt ;-)
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B.V. schrieb am 20.05.2010 um 11:37
Ja, der olle Gesell läßt grüßen ;-) Wieso denn oller Gesell...also ich bin dafür :-) dann würde es mehr Gerechtigkeit geben und keine Ausbeutung des Planeten und und und... Auch Wörgel hat in der Krise 1929 ebenfalls sehr gut funktioniert! Eine Gesellschaft ganz ohne Geld finde ich auch interessant. Nicht das ich jetzt gesteinigt werde ;-) Prof. Hörmann von der Wirtschaftsuni in Wien hat auch eine tolle Alternative. Oha, dann würden sich aber so manche Blender hier umguggen. Un dgenau wegen diesen Blendern und Machtbesessenen wirds wohl auch keine gerechte Gesellschaft geben. Die Frage ist nur, ob die Leute sich mit einer Diktatur, auch von der Wirtschaft, anfreunden mögen. Denn das dies kommen wird, scheint unausweichlich, wenn man das ganze Geschehen so verfolgt. |
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Rahab schrieb am 20.05.2010 um 15:10
na, das les ich aber anders! wenn ich den chiemgauer nicht sofort auf den kopp haue muß ich steuern drauf zahlen. Na das ist doch der Sinn des ganzen. Sie haben das Freigeld nicht wirklich verstanden, oder? |
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Was aus dem Geldhorten und damit aus der Spekulation entsteht, haben wir doch jetzt. Und damit eine ernsthafte Krise und die Gefahr der zunehmenden Armut und Unterdrückung, die Errichtung einer Diktatur. Also wer das wirklich will...ist für mich nicht mehr auf der Höhe bzw. hat zuviel Geld und ist nicht sozial eingestellt.
Der Kapitalismus hat sich bis jetzt nur durch Ausbeutung und Krieg halten können. Natürlich nicht immer im eigenen Lande. Der Wohlstand in Deutschland basiert aber auch auf diesem Prinzip. Auch wenn wir offiziell keine Kriege mehr entfachen, so liefern wir doch genug Waffen (D ist der 3.größte Waffenexporteur), damit sich andere Völker die Köpfe einhaun. Derweil die Deutschen fernab zu Hause sitzen und sich dem Wohlstand frönen.Tolles Weltbild ist das... |
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Es wird Zeit für den Kreuzhainer (autonome Wirtschaftszone Friedrichshain-Kreuzberg) :-))))
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ach ja... der schöne schein der autarkie
laßt uns träumen, chewre! |
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Ich verstehe das alles nicht. Wenns um Geld und Zahlen geht, setzt bei mir im Gehirn immer etwas aus. Früher hielt ich das ganz klar für ein Manko und pathologisch, aber heute frage ich mich manchmal auch schon, ob das nicht vielleicht auch eine gesunde Macke sein könnte.
Wie dem auch sei, ich finde es gut, dass andere Leute sich darum Gedanken machen und da eine Bewegung reinkommt. Hauptsache, kein geistiger Stillstand. Ich bin sehr gespannt, was sich durch die Regionalwährungen am Ende wirklich verändert. |
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ehrlicher
wenn ich mal nen tipp geben darf... laß die diskussion im Steiner-blog bleiben. bringt nix, außer vielleicht magengrimmen. und das muß ja nicht sein. oder? |
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Meine Rede schon immer. Die einzigen letzten Anarchisten dieser Republik leben in Oberbayern. Da läuft auch eine CSU an die Wand.
Wohlgemerkt. Der Chiemgauer ist eine Idee von Jugendlichen gewesen. Und wer den Chiemgau kennt, der weiß, dass das System funktioniert. Man mag darüber schmunzeln, aber es ist nachahmungswürdig. Und auch nachahmungsfähig. Im Prinzip überall, wo sich noch Gemeinschaftssinn existiert. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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