bambulie

Blog von bambulie

09.07.2011 | 03:02

Der Alltag des Werdens

Hyänengesang im zeitlosen Labyrinth der Gefälligkeiten
Aus dem kein Entrinnen mehr möglich scheint.
Hineingeboren durch das Spermium eines Besoffenen,
Welches die Eizelle einer Marketenderin befruchtete.

Tausend verpasste Gelegenheiten,
Doch jetzt stieß er gnadenlos zu,
Seiner drückenden Programmierung folgend.

Das große Spinnennetz hatte nun auch ihn gefangen.
Mit Schlafmohnkapseln versuchte er gegenzusteuern.
Doch es gelang ihm nur scheinbar den Ausgang zu finden,
Denn immer wieder prallte er gegen die gläserne Wand.

In seiner Wut schleuderte er Zeitpfeile
Gleich einem altrömischen Kriegsgott.
Jedoch er traf nur riesige Schweinsohren, feuerrot, aufgeplatzt,
Aber von Nonnen liebevoll auf Hochglanz poliert.

Auch gutturale Laute – Werkzeuge der Kommunikation
Die sich ungebremst an Schädeldecken brechen wie weiland Echolot,
Brachten ihn keinen Schritt dem erhofften Ausgang näher.

Leben ist Müssen, auch wenn du nicht willst.
Sovieles an Vielzuvielen und immer kommt es zu spät.

 
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Kommentare
Corina Wagner schrieb am 09.07.2011 um 13:20
Lieber Bambulie,

wenn man immer vorher wüsste, welcher Genenmix den Nachwuchs erwartet, dann würden vielleicht überhaupt kein Kind mehr geboren. Wer will schon die Knollnase von Opa Friedhelm, die Sichelfüße von Uroma Katharina, den Jähzorn von Uropa Max und den Geiz von Tante Erna z.B. vererben. Wenn die Hormone der Liebenden verrückt spielen, dann werden all diese Faktoren plötzlich wie von Zauberhand ausgeblendet… ;-)
So mancher Gendefekt kann nach der Geburt eines Kindes das komplette Familienleben eventuell negativ beeinflussen, wenn schwerstbehinderte Kinder zur Welt kommen. Entweder hält dann die Familie zusammen, wird stärker dadurch oder sie zerbricht an dem Leid zusehen zu müssen, hilflos zu sein. Warum? Warum unsere Tochter oder unser Sohn?
Schönes Wochenende
Corina
bambulie schrieb am 09.07.2011 um 18:45
Liebe Corina,

selbst wenn man hier auf OK klickt, dauert es eine halbe Ewigkeit, bis der Kommentar endlich abklickt. Siehe auch Dein Doppelposting.

Fazit:
Immer klickt es zu spät, wie man auch hier wieder sieht. :)

Wenn ich mich z.B. auf freitag.de einlogge, dann gehe ich immer, nachdem ich meine Daten eingegeben habe runter zu Roberto, trinke einen Espresso und wenn ich dann wieder hochkomme bin ich in den meisten Fällen eingeloggt. Klappt aber auch nicht immer!

LG
Corina Wagner schrieb am 09.07.2011 um 13:20
Lieber Bambulie,

wenn man immer vorher wüsste, welcher Genenmix den Nachwuchs erwartet, dann würden vielleicht überhaupt kein Kind mehr geboren. Wer will schon die Knollnase von Opa Friedhelm, die Sichelfüße von Uroma Katharina, den Jähzorn von Uropa Max und den Geiz von Tante Erna z.B. vererben. Wenn die Hormone der Liebenden verrückt spielen, dann werden all diese Faktoren plötzlich wie von Zauberhand ausgeblendet… ;-)
So mancher Gendefekt kann nach der Geburt eines Kindes das komplette Familienleben eventuell negativ beeinflussen, wenn schwerstbehinderte Kinder zur Welt kommen. Entweder hält dann die Familie zusammen, wird stärker dadurch oder sie zerbricht an dem Leid zusehen zu müssen, hilflos zu sein. Warum? Warum unsere Tochter oder unser Sohn?

Schönes Wochenende
Corina
ostello jaeger schrieb am 09.07.2011 um 13:49
macht, besonders in der nacht, nachtdenklich bis betroffen.
besonders die schön formulierte letzte zeile wirkt wie eine große schwarze hoffnungsablage.
hg
bambulie schrieb am 09.07.2011 um 18:46
Hi Ostello,

„große schwarze hoffnungsablage“, gut ausgedrückt…grins.

Du kennst mich ja – man darf das alles nicht so ernst nehmen.

Bekanntermaßen stirbt ja die Hoffnung zuletzt und das ist gut so.

LG
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.07.2011 um 01:37
Dramatik in Sprache und Motivwahl.
Zur Entschleunigung wäre das ebenfalls wunderbare Gedicht "Am Ende des Tages" ein gutes Rezept.
bambulie schrieb am 10.07.2011 um 19:02
Hallo Frau Smilla,

welche Version von "Am Ende des Tages" meinen Sie denn?

Entschleunigung wäre natürlich in unserer doch recht schnelllebigen Zeit sicherlich von Nöten, aber dem steht ja auf privater Ebene eigentlich nichts im Wege.

LG
bambulie
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