bambulie

Blog von bambulie

15.07.2010 | 19:53

Na, wenn das der Kini wüsste!

Die Büste des Dichters H. Heine soll am 28. Juli 2010 in der „marmornen Schädelstätte“ Walhalla bei Regensburg in einem feierlichen Akt enthüllt werden. Pikant an der Aufstellung der Büste ist allerdings die Tatsache, dass H. Heine zu Lebzeiten an dieser Ruhmeshalle kein gutes Haar ließ. Übrigens auch nicht an dem Bayernkönig König Ludwig I. (siehe unten).
Die Bayerische Staatsregierung hatte 2006 dennoch die Ehrung beschlossen. Die Zeit heilt eben doch alle Wunden.

Vom Spätjahr 1827 bis zum Sommer 1828 lebte Heinrich Heine in München, wo er als Redakteur für den Cottaschen Verlag tätig war.
Er hoffte auf eine Professur an der Münchner Universität.
Als diese ihm jedoch verweigert wurde, obwohl sich Cotta, unter Überreichung der Werke Heines, bei König Ludwig I. persönlich und sehr nachdrücklich dafür eingesetzt hatte, wurde Heine bitter.
Politisch verfolgt und von der Zensur gegängelt, zog es Heine schließlich vor sich 1831 in Paris niederzulassen.

Lobgesänge auf König Ludwig

Das ist der Herr vom Baierland,
Desgleichen gibt es wenig;
Das Volk der Bavaren verehrt in ihm
Den angestammelten König.

Er liebt die Kunst, und die schönen Fraun
Die lässt er porträtieren;
Er geht in diesem gemalten Serail
Als Kunst-Eunuch spazieren.

Bei Regensburg lässt er erbaun
Eine marmorne Schädelstätte,
Und er hat höchstselbst für jeden Kopf
Verfertigt die Etikette.

„Walhallagenossen“, ein Meisterwerk,
Worin er jedweden Mannes
Verdienste, Charakter und Taten gerühmt,
Von Teut bis Schinderhannes.

Nur Luther, der Dickkopf, fehlt in Walhall,
Und es feiert ihn nicht der Walhall-Wisch;
In Naturaliensammlungen fehlt
Oft unter den Fischen der Walfisch.

Herr Ludwig ist ein großer Poet,
Und singt er, so stürzt Apollo
Vor ihm auf die Knie und bittet und fleht;
Halt ein! Ich wird sonst toll, O!

Herr Ludwig ist ein mutiger Held,
Wie Otto, das Kind, sein Söhnchen;
Der kriegte den Durchfall zu Athen,
Und hat dort besudelt sein Thrönchen.

Stirbt einst Herr Ludwig, so kanonisiert
Zu Rom ihn der Heilige Vater –
Die Glorie passt für ein solches Gesicht
Wie Manschetten für unseren Kater!

Sobald auch die Affen und Känguruhs
Zum Christentum sich bekehren,
Sie werden gewiss Sankt Ludwig
Als Schutzpatron verehren.

www.walhalla-regen...
mein-bayern.lexiku...
www.sueddeutsche.d...

 
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Kommentare
Wolfram Heinrich schrieb am 16.07.2010 um 19:02
Vom Spätjahr 1827 bis zum Sommer 1828 lebte Heinrich Heine in München, wo er als Redakteur für den Cottaschen Verlag tätig war.
Er hoffte auf eine Professur an der Münchner Universität.
Als diese ihm jedoch verweigert wurde, obwohl sich Cotta, unter Überreichung der Werke Heines, bei König Ludwig I. persönlich und sehr nachdrücklich dafür eingesetzt hatte, wurde Heine bitter.


Heine war sauer, verständlicherweise. Wir als Nachwelt hingegen verdanken König Ludwig I. den Heinrich Heine, den wir kennen und schätzen. Er hat ihn vor einem Schicksal als eine Art Goethe bewahrt.
www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich/heine-als-allejorische-fijur-so-ne-art-joethe/

Ciao
Wolfram
bambulie schrieb am 16.07.2010 um 22:37
Hallo Wolfram,

danke für den Link. Ein Hoch auf den Kini!

Verschwitzte Grüße aus München ,-)
Wolfram Heinrich schrieb am 17.07.2010 um 03:56
@bambulie
Verschwitzte Grüße aus München ,-)

Inzwischen habts ihr wohl auch was von dem Gewitter abbekommen.

Ciao
Wolfram
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