bambulie

Blog von bambulie

19.12.2011 | 19:38

Schreckliches Schlaraffenland

Wir leben in einem Schlaraffenland,
Hunger ist uns unbekannt.
So wird zu jeder Zeit und überall,
gefressen bis zum Brechdurchfall.

Lebensmittel müssen aber Bio-Produkte sein.
Fair gehandelt, klimaverträglich und regional.
Denn nur so bleibt unser edles Gewissen rein,
und wer anderes frisst - den quält die Pein.

Waschnüsse sollen ja besonders umweltfreundlich sein,
aber kann ich mir da wirklich sicher sein?
Die hohe Nachfrage treibt doch den Preis automatisch in die Höhe
und bringt der klimaschädliche Transport nicht auch noch Flöhe?

Kaufe ich nun die Bio-Milch, die eine lange Reise hinter sich hat,
bevor sie im hessischen Supermarktregal steht, oder doch lieber die konventionelle Milch aus dem benachbarten Taunus?

Die Qual der Wahl wird zum Fanal für eine kranke Gesellschaft die vor lauter Überfluss nicht mehr weiß, was sie zuerst fressen soll.

Ein blödes Bio-Gewissen ist kein sanftes Ruhekissen. Ha-ha-ha!

 
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Kommentare
langweiler schrieb am 20.12.2011 um 13:29
Bio geht die Welt zu Grunde
langweiler schrieb am 20.12.2011 um 20:46
vielen Dank für die links.
das Problem wenn immer mehr Ökologisten, auch zahlungskräftige, Bio haben wollen, dann muss die Nachfrage irgendwie befriedigt werden und wenn es Pfusch ist; Hauptsache ich bin Bio und habe dadurch ein gutes Gewissen. das hat auch die Industrie registriert. die möchte auch diese Biokuh melken.
Den Konsumenten ist dies einerlei. Bio steht drauf. dann muss es auch bio sein. Durch den Biokonsum kann man sich auch von den anderen distanzieren weil Bio auch nicht gerade billig ist, aber was dahinter steckt, wird oft zu wenig hinterfragt.
bambulie schrieb am 20.12.2011 um 22:58
Ich habe natürlich nichts gegen Bio, aber wenn man glaubt diese Waren wären grundsätzlich immer besser, dann kann man sein blaues Wunder erleben.

Die Menschen werden im Durchschnitt so alt wie nie zuvor, Lebensmittel werden kontrolliert und überwacht wie noch niemals in der Geschichte der Menschheit, aber es gibt Leute, die sich trotzdem beim Einkauf überfordert fühlen. Gewissen?

www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-12/leserartikel-lebensmittel-bio?commentstart=33#cid-1757240

Dass wir in einem wahren Schlaraffenland leben ist wohl den wenigsten bewusst.
ostello jaeger schrieb am 20.12.2011 um 22:00
hi bambulie,
natürlich bedeutet die kennzeichnung bio letzendlich nur das, was der konsument meint damit zu erwerben, und der kritiker meint, ihm falsche tatsachen vorgaukelt.
ein problem wird nun schon sein, dass dem konsumenten irgendwann das vertrauen in unsere auf herkömmlichen betriebs wegen erwerbbaren nahrungsmittel verlorengeht.
aber es wäre schön ein symbol für vertrauen zu haben. gibt es so etwas überhaupt, wem oder was können wir vertrauen?
tschau
bambulie schrieb am 20.12.2011 um 23:23
Hallo ostello,

wem kann man schon vertrauen? Irgendwann wird wohl jeder enttäuscht werden. Aber diese Bio-Hysterie ist doch einfach nur noch lächerlich, angesichts des Überflusses (Nahrungsmittel liegen auf der Straße oder in Abfalleimern), dem wir glücklicherweise ausgesetzt sind. Tausende von vergangenen Generationen würden uns darum beneiden.

Zitat:
„ein problem wird nun schon sein, dass dem konsumenten irgendwann das vertrauen
in unsere auf herkömmlichen betriebs wegen erwerbbaren nahrungsmittel verlorengeht.“

Das ist ja das Schlimme, das führt dann unter Umständen sogar dazu, dass Menschen im Extremfall sogar eine Nahrungsmittel-Phobie entwickeln, obwohl sie Mitglied einer Gesellschaft sind, welche im totalen Überfluss lebt. Arme Opfer der Angstindustrie!

Wie sagte doch seinerzeit der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer in seiner unnachahmlichen Art: „Das Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit die immer tödlich endet.“

Gruß

www.tagesanzeiger.ch/leben/essen-und-trinken/Bio-ist-vor-allem-ein-gutes-Geschft/story/17891367

de.wikipedia.org/wiki/Udo_Pollmer
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