Baphomed

Freiheit für die Menschenrechte

26.05.2011 | 15:59

Hörwelt – Das Hörbuch, Kitsch oder Kunst ? Ein Diskussionsversuch

Immer noch hält sich in unserem Land die feste Meinung das Hörbücher kein eigenständiges Kulturgut sind sondern nur ein Billiger Abklatsch von Büchern. Geschürt auch von Verlagen die vor allem mit der Zeitersparnis Werben. Doch längst ist das Hörbuch diesen Schuhen entwachsen. Viele Produktionen schaffen es unser Heimisches Wohnzimmer und die Musikanlage zum Grossen Festival Theater zu machen. Was Kann schöner sein als zu Zweit auf der Couch zu Kuscheln den Fernseher auszulassen und sich Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit anzuhören.

Immer wieder gehen wir gerne auf Autoren Lesungen, gut hier im Tal der Kulturellen Engstirnigkeit die nur Mike Wagner als Kultur versteht sind wir damit nicht sehr gesegnet. Aber viele Autoren die noch keinen Verlag gefunden haben stellen Ihre Lesungen Online oder auch per CD zur Verfügung. Was auch uns in der Deutschen Kulturhauptstadt Weimar die Chance gibt am Kulturleben dieses Landes Teilzuhaben. Ist meine CD nun weniger Kultur als es der Hörer im Saal genießen durfte?

Erinnern wir uns an die alten Romanciers die Ihre Lesereisen jedem Gedruckten Werk vorzogen. Das gehörte Buch war zur damaligen Zeit Festerbestandteil der Kultur. Ja und wie ist es heute? Gehen wir in die Buchhandlung. Wir sind schon Froh wenn wir nicht auf die Liste des Grauens für jeden Hörbuch Fan verwiesen werden, die Spiegel Bestseller liste. Ja wird sind sogar froh wenn wir eine Verkäuferin finden die wies in welchem Hinterzimmer des Kellers die Hörbücher freudlos Dargeboten werden.

Warum lassen wir es zu das Verlage und Vertriebe uns unserer phonologische-bewusstheit berauben?

Daher der Aufruf zu dieser Diskussion sind Hörbücher nur Kitsch oder sind Sie die Kunst die es zu entdecken gilt ?

 

Liebe Grüße

Baphomed

 
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Kommentare
Calvani schrieb am 26.05.2011 um 17:51
Lieber Baphomed,

natürlich sind Hörbücher Kunst!
Ich liebe Hörbücher, allerdings ist es noch schwieriger ein gutes Hörbuch zu finden als ein gutes Buch, schließlich müssen mir nicht nur Schauplatz, Handlung, Vokabular usw. gefallen, es kommen noch Timbre, Temperament und Interpretation des Hörbuch-Lesers hinzu.
Viele Passagen meiner Lieblingshörbücher kann ich auswendig, ich höre sie nämlich nicht bloß einmal, sondern ständig!

LG
Calvani
Ullrich Läntzsch schrieb am 26.05.2011 um 17:55
Lieber Baphomed,

es ist doch ganz einfach, nicht das Medium entscheidet, ob Kunst oder Kitsch - man muß sich schon die Mühe machen, dies im Einzelfall zu unterscheiden.

Die Möglichkeit Literatur auf akustischem Weg und in künstlerisch anspruchsvoller Form konnte - ich denke es war letztes Jahr - das groß angelegte Musil-Projekt des BR aufzeigen.

Daß die FC auf Fragen die Kunst betreffend eher verhalten reagiert ist bedauerlich, aber steter Tropfen ...

In diesem Sinn, viel Spaß beim Hören und Lesen

Grüße
Maike Hank schrieb am 26.05.2011 um 17:56
Lieber Baphomed,

den Proust höre ich immer zum Einschlafen. Leider komme ich nie besonders weit : ) Hier gefällt mir die Form des Hörbuchs aber sehr gut und es ist wahrscheinlicher, dass ich die "Recherche" so einmal vollständig kennenlerne. Auch während Bahnfahrten höre ich gerne Bücher, ich weiß auch von vielen Leuten, die während langer Strecken mit dem Auto Hörbücher dabei haben und auch welche, die während kreativer Arbeit am Rechner (Photoshop etc.) gerne Geschichten hören.
Es gibt sehr viele, sehr gute Sprecher, denen ich gerne zuhöre - allerdings hörte ich auch schon von manchen Menschen den Einwand, dass man eben das Tempo der Rezeption so nicht selbst bestimmen kann.

Manchmal habe ich es aber auch sehr gerne ganz ruhig um mich und will in mich versunken sein. Dann lese ich lieber selbst.
Für blinde Menschen sind Hörbücher jedoch wie ich finde eine großartige Sache und keinesfalls sollte man gegenüber den eingelesenen Büchern eine abschätzige Haltung einnehmen. Auch hier kommt es (neben der Qualität der Umsetzung) vor allem auf den Inhalt an.

Viele Grüße
Maike Hank
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 20:31
@Maike Hank
den Proust höre ich immer zum Einschlafen. Leider komme ich nie besonders weit : )

Herbert Rosendorfer hat mal erzählt, er habe begonnen, "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" zu lesen. Als sich auf ca. Seite 60 der Held immer noch entschieden gehabt habe, ob er nun aufstehen solle oder lieber doch nicht, habe er das Buch weggelegt. Es gäbe, meinte Rosendorfer, Grenzen und die seien hier überschritten worden.

Ciao
Wolfram
Daniel Windheuser schrieb am 27.05.2011 um 09:21
Apropos Proust: Auch wenn es in den zeitlichen Dimensionen des Internets eher in die Abteilung "archäologische Funde" gehört und die ursprünglichen Texte längst als Buch (laut Verlag mit beiliegender Hör-CD, immerhin?) erschienen sind, möchte ich trotzdem hier noch mal auf das wunderbare Blog "Schmidt liest Proust" verweisen, insbesondere, da eben diese Texte dort auch allesamt noch online stehen.

>> vertr.antville.org/

In den Worten der taz: "Lesend sich selbstlesen: Der Schriftsteller Jochen Schmidt arbeitet täglich 20 Seiten Marcel Proust durch und schreibt darüber." Ein Riesenvergnügen, das.

Beste Grüße,

Daniel Windheuser
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 10:28
Hallo Herr Windheuser,

vielen Dank für den schönen Link das Projekt kannte ich noch nicht. Da habe ich heute ja viel zu stöbern.

Liebe Grüße
Baphomed
Daniel Windheuser schrieb am 30.05.2011 um 11:14
Hallo Baphomed,

sehr gerne!

Viele Grüße und Spaß beim Stöbern,

Daniel Windheuser
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 18:13
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank erst mal für die Netten Antworten. Bei einer Antwort stieß ich genau an das Problem „Ich liebe Hörbücher, allerdings ist es noch schwieriger ein gutes Hörbuch zu finden als ein gutes Buch“ Ja neben Schlechtgeschulten Buchhändler/innen sind es oft auch die Beratungslosen und nur mit PR Texten zugestopften Online Portale. Eine Rühmliche ausnahmen ist hier sicherlich soforthören.de die sich den Luxus einer eigenen Kritikerin leisten. Frau Gina Berardi zählt in der Hörbuchszene wohl zu den besten Kennern im Deutschsprachigen Raum.

„Daß die FC auf Fragen die Kunst betreffend eher verhalten reagiert ist bedauerlich, aber steter Tropfen ...“
Eigentlich ist der FC ja nicht Kulturfeindlich nur es scheint zu Reichen ein Buch der Woche vorzustellen. Gerne auch vom Aufbau Verlag der sich immer noch weidert seine Bücher als Hörbücher heraus zubringen. Dies ist gerade bei vielen Politischen Verlagen der Fall und eine Schande in meinen Augen. Ja ansonsten für war niemand würde den FC daran hindern ein Hörbuch der Woche Vorzustellen und sei es nur auf der Online Plattform. Aber Viele Verlage im Printmedien Bereich sparen sich die Eigene Kritik am Hörbuch was das finden des richtigen Hörbuchs nicht unbedingt erleichtert.

Liebe Grüße
Baphomed
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 18:28
Hallo Ihr Lieben,

ein Nachsatz sei erlaubt, gerade Amazon sonst so bemüht um Ihren Umsatz leistet dem Hörbuch einen riesigen Bärendienst. Dadurch das keine Unterscheidung bei den Rezensionen für Hörbücher und Schwarzschrift Büchern gemacht wird erfährt der Kunde fast nie etwas über Stimmung, Regieleistung oder Sprecherleistungen. Eine Unterscheidung zwischen Hörbuch und Hörspiel findet Überhaupt nicht statt. Gerade wer Ruhe und Entspannung in einem Hörbuch sich wünscht ist schnell genervt kommt er in ein mit vielen Geräuschen Inszeniertes Hörspiel.

Liebe Grüße
Baphomed
Calvani schrieb am 26.05.2011 um 19:30
@ Baphomed
"Eine Unterscheidung zwischen Hörbuch und Hörspiel findet Überhaupt nicht statt."

Darüber habe ich mich auch schon oft geärgert, allerdings nicht im Zusammenhang mit Amazon, sondern ganz allgemein.
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 19:38
Hallo Liebe Calvani,

ja auch das meist nur klein Irgendwo steht das es sich um eine Gekürzte lesung handelt finde ich ein persönliches Ärgerniss.

Liebe Grüße
Baphomed
Ullrich Läntzsch schrieb am 27.05.2011 um 12:35
Lieber Baphomed,

mitnichten halte ich die FC für kulturfeindlich! - da ich bin auf reine Spekulation angewiesen: 1. ob es überhaupt ein verhaltenes Reagieren auf kulturelle Themen gibt und 2. und noch unsicherer wird das Terrain, Motive für meine vermutete selbstauferlegte Zurückhaltung der FC zu benennen.

Eigentlich wollte ich auch nur meine Freude über diesen Blog kund tun.

Grüße
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 20:31
Mir gehen ja ständig allerlei wirre Gedanken durch den Kopf (anders kommt man zu keinen neuen Ideen), aber auf die Idee, es könnte die Grenze zwischen Kitsch und Kunst an der Trennlinie von Buch und Hörbuch verlaufen bin selbst ich noch nicht gekommen.
Nun bin ich ja einer, der das Hörbuch schon liebte, als es noch gar keine Hörbücher gab. Nein, ich habe nicht meine Bücher auf Band gesprochen, so verrückt bin nicht mal ich. Aber ich habe schon als Student damit begonnen, Hörfunksendungen (Features, Vorträge, Hörspiele etc.) auf Band zu speichern und zu sammeln. Ich hatte schließlich ca. vierhundert Kassetten mit weit über 1000 Titeln beisammen. Beim Autofahren, beim Abspülen oder wann immer sonst ich kein Hirn für eine bestimmte Tätigkeit gebraucht habe, habe ich mir dann etwas über "Kriegs- und Zirkuselefanten in der Antike" oder über den "Genter Aufstand der Zünfte im 14. Jahrhundert" erzählen lassen oder ich habe mir "Stinkwut" von Fitzgerald Kusz angehört.

Ciao
Wolfram
Calvani schrieb am 26.05.2011 um 20:37
"(...) so verrückt bin nicht mal ich."

...ach, komm, erzähl' doch nix!
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 20:39
Lieber Herr Heinrich,

vielen Dank ob Ihrer ehrlichen Worte. Aber ich denke es gibt einen unterschied Zwischen Ihrem Aufgeklärten geist, auch wenn er mitunter zur tiefstapelei neigt, und dem Kulturverständnis der Geselschaft?

Liebe Grüße
Baphomed
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 20:42
Lieber Herr Heinrich,

achja seien sie bedankt ob des Kompliments das mein geist wenigstens den ihren in seiner Verücktheit überstrahlt. Das Adelt nun wirklich ;-)

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 20:52
@Baphomed
achja seien sie bedankt ob des Kompliments das mein geist wenigstens den ihren in seiner Verücktheit überstrahlt. Das Adelt nun wirklich ;-)

Sie sprechen Ihre Tonbücher selber? Dunnerlittchen! Ich würde ja ganz schnell abschnarchen, wenn ich mir selber zuhören müßte.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 20:53
@Calvani
"(...) so verrückt bin nicht mal ich."

...ach, komm, erzähl' doch nix!


Noch 1 freches Wort und ich bringe ein psychologisches Gutachten bei, das mir bescheinigt, daß ich nur mäßig verrückt bin. Notfalls schreibe ich das Gutachten auch selber.

Ciao
Wolfram
Calvani schrieb am 26.05.2011 um 20:59
...Du machst mir Spaß!
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 21:00
Hallo Herr Heinrich,

ja leider bin ich so verrückt, andererseits kann ich, so sie denn ein Hörbuch Fan sind, davon ausgehen das auch sie meine Stimme schon geniessen mussten. Selbstverständlich entschuldige ich mich für diese Folter.

Liebe Grüße
Baphomed

Der gerade überlegt seinen 2. Alias zu nenen
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 21:29
@Calvani
...Du machst mir Spaß!

Na ja, nun, das ist ja wohl das Mindeste, was man von mir erwarten darf.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 21:30
@Baphomed
ja leider bin ich so verrückt, andererseits kann ich, so sie denn ein Hörbuch Fan sind, davon ausgehen das auch sie meine Stimme schon geniessen mussten.

Ach so, Sie sind professioneller Sprecher. Das giltet natürlich nicht. Ich glaube aber nicht, daß ich Ihre Stimme schon mal gehört habe, Ich habe bislang zuhause nur ein einziges Hörbuch, "Die Landkarte der Zeit".
Ciao
Wolfram
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 21:44
@Heinrich

ach Mensch jetzt hab ich gedacht endlich mal auftrumpfen zu können und dan verstößt das gegen die regeln. Achja Félix J. Palma wäre wirklich mal einer Kritik würdig. Danke für den anstoß.

Liebe Grüße
Baphomed
Der immer noch der verücktere von uns beiden ist
Wolfram Heinrich schrieb am 26.05.2011 um 21:54
@Baphomed
ach Mensch jetzt hab ich gedacht endlich mal auftrumpfen zu können und dan verstößt das gegen die regeln.

Was für Regeln?

Der immer noch der verücktere von uns beiden ist

- Du?
- Ja.
- Ich glaube, ich werde allmählich wahnsinnig.
- Ach?
- Ja, wirklich. Ich entdecke an mir alle Anzeichen für Schizophrenie.
- Unfug! Du bist ja verrückt.

Ciao
Wolfram
Baphomed schrieb am 26.05.2011 um 22:03
@wolfram

du hast mir einen wirklichen Lachanfall beschert. Für solche Komentare liebe ich dich.

Liebe Grüße
Baphomed
glaubdir schrieb am 26.05.2011 um 21:50
hi zusammen,

hörbücher sind eine tolle möglichkeit, seine eigenen gedanken schweifen zu lassen und seiner eigenen fantasie/kraft aufschwung zu geben. so...listen to yourself.

sonnige grüße
glaubdir ;-)
attac.peter schrieb am 26.05.2011 um 22:01
Hey, bin deinem Beitrag mal gefolgt. Guter Beittrag.... schönen Abend noch!
poor on ruhr schrieb am 26.05.2011 um 22:52
Lieber Baphomed,

klar sind Hörbücher Kunst. Da stimme ich zum Beispiel Deiner Erstkommentierenden Calvani vollkommen zu.

Für mich ist das gar keine Frage.

Ich gehe da noch einen Schritt weiter und halte die grahic novels uas den in Deutschland seit alters her viel geschmähten Comic-Bereich auch zumindest zu einem großen Teil für sehr brauchbare und gute Literatur.

Herzliche Grüße

por
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 09:47
Hallo Por,

ja da kann ich dir nur zustimmen, in dem berreich gibt es viele Werke die ein mehr an Beachtung finden sollten.

Liebe Grüße
Baphomed
indyjane schrieb am 27.05.2011 um 09:16
auch ich liebe hörbücher, nach einem arbeitstag am pc können meine augen den gedruckten buchstaben nicht mehr folgen,und ich bin zu beschleunigt, um einem buch einem wort zu begegnen - da schließe ich die augen und genieße eine - für mich gute - sprecher_innen-stimme -
auch als pendlerin ist wat jutet uff die ohren ein guter schutz gegen zuviel lärm ...
theater, filme, hörspiele - alles ist gestaltet und interpretiert und schreibt die rezeption vor - es ist ja meine entscheidung, lass ich mich beeinflussen und womit ...
wir können uns ja unsre lieblingshörbücher mal vorstellen
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 09:45
Guten Morgen Inyjane,

vielen Dank für deine lieben Zeilen, die Anregung nehme ich gerne auf und werde in den Heutigen Hörwelten mal einen Aufruf starten seine Lieblings Hörbücher zu Bloggen.

Liebe Grüße
Baphomed
Calvani schrieb am 27.05.2011 um 20:18
Sehr gute Idee, indyjane, wollte ich auch schon vorschlagen!

Baphomed, bloggen Sie darüber bitte auch hier, ja?!
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 20:30
Hallo Calvani,

bei so einer lieben Bitte kann ich nicht wiederstehen,

www.freitag.de/community/blogs/baphomed/hoerwelt--wochenvorschau

Dort ist der Aufruf postuliert.

Liebe Grüße
Baphomed
hoerspieltipps schrieb am 27.05.2011 um 10:15
Eindeutig Kunst. Unter den Hörbüchern gibt es ja nicht nur Lesungen, sondern auch Formate wie Hörspiel und Feature, die ja man ohnehin nicht als einfachen Abklatsch eines gedruckten Werkes bezeichnen kann.

Aber auch "bloße" Lesungen fügen ja durch die Interpretation dem Werk etwas eigenes bei, so dass sich daraus schon eine andere Wertigkeit ergibt. Zugegeben, bei nicht gerade wenigen Produktionen hält sich dieser Mehrwert in Grenzen. Dafür gibt es in diesem Format aber auch wahre Perlen. Manchmal gelingt es gar, aus einer eher durchschnittlichen Geschichte, etwas ganz Besonderes zu machen.

Das Problem ist, diese besonderen Produktionen im überbordenden Angebot zu finden. Damit dürfte nahezu jeder Buchhändler überfordert sein. Auch bei mir reicht es, obwohl ich viel Zeit für das Medium aufbringe, nur für den Überblick über einen Teilbereich des Hörbuchgenres.
Magda schrieb am 27.05.2011 um 12:09
Ich bin - wie indyjane - in letzter Zeit recht "augenmüde" und da ist das Hörbuch eine gute Möglichkeit, auf ein anderes Sinnesorgan auszuweichen. :-))

Ich finde auf jeden Fall, dass Hörbücher in vielen Fällen einen anderen Zugang zur Sprache eines Autors oder einer Autorin ermöglichen. Sie zwingen, der Musik, der Komposition eines Werkes zu folgen und es nicht - wozu ich leider neige - zu überfliegen oder "durchzulesen". Es gibt Bücher, die habe ich erst nach dem Hörbuch mit Gewinn gelesen, weil sie mir durch das Hören auf einmal wichtig und einleuchtend wurden.
Hören verschafft wichtige Erkenntnisse über das Wesen von Literatur, denke ich.
goedzak schrieb am 27.05.2011 um 12:32
Wen stört es, ob Hörbücher K. oder K. sind? - Vielleicht sind sie ja nichts als ein Zeichenträger, der Träger eines Textes?
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 12:39
Hallo Goedzak,

spielst du mit deiner Frage nicht die leistung des Regiseurs und des Spechers Herunter ?

Liebe Grüße
Baphomed
goedzak schrieb am 27.05.2011 um 15:57
Das war zumindest nicht meine Absicht. Was ich meine, ist, dass, wenn der Text 'Kunst' ist, das Hörbuch das kaum weniger sein kann, als es die Printausgabe wäre.
Und so, wie bei der Printausgabe Grafik, Layout, Illustration usw. nicht so gut, gar kitschig sein können, kann das im Falle des Hörbuchs eben die sprechkünstlerische Gestaltung sein.
Nur eben nicht: das Medium an sich.
Baphomed schrieb am 27.05.2011 um 16:04
Hallo Goedzak,

dem kann ich soweit zustimmen, mit der ausnahme das ein schlechter Sprecher oder ein Falsch besetzter ein durchaus gutes Buch ruinieren Kann.

Liebe Grüße
Baphomed
Wolfram Heinrich schrieb am 28.05.2011 um 10:45
An dieser Stelle sei zum Thema Hörbuch noch angemerkt, daß bereits der römische Schriftsteller Plinius der Jüngere (ca. 62 - ca. 112 n. Chr.) ein Freund des Hörbuchs war. Seine Hardware war allerdings noch biologisch-dynamisch, ein Sklave, der ihm auf Kutschreisen, im Bad oder wo sonst sein Hirn frei war, etwas vorlas.

Ciao
Wolfram
wordsmusic schrieb am 02.03.2012 um 21:07
Hallo allerseits,

(Warum) sind Hörbücher (k)ein Kulturgut?
Im Hörbuch/Hörspielforum bei xing gibt es aktuelle Infos zu diesem Thema. Dort wurde auch eine diesbezügliche Anfrage an den Deutschen Bundestag / Ausschuss für Kultur und Medien gestartet. Ich würde mich freuen, wenn ihr diese Initiative unterstützen könntet. Infos unter: https://www.xing.com/net/pri8a5dc8x/hoerbuchclub/thema-des-monats-312560/warum-sind-horbucher-k-ein-kulturgut-39924757/
Baphomed
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