Becci A.

.youth for politics.

27.09.2010 | 23:38

Neukölln grüßt Rostock - Hello Rostock

Der letzte Abend in Berlin ist überstanden, der Abschied war nicht so melancholisch, wie ich dachte. Er war locker und witzig. Rostock ist ja auch nicht so weit weg, schon ein paar Wochen später werde ich die ersten Besuche kriegen. Ab ins Bett, früh am nächsten Morgen geht es los.

Der Transporter arbeitet die Kilometer zum Ziel ab. Der letzte Blick auf den Fernsehturm, von der Autobahn aus, ist merkwürdig. Es regnet, es ist neblig, es stürmt. Perfektes Herbstwetter für den ersten Nestbau. Der erste Blick auf die Warnow und das Wissen, dass das Meer nicht weit ist, ist auch merkwürdig. Fernsehturm gegen Meer...ein guter Tausch. Aber nur für ein paar Jahre.

Meine Helfer tun mir schrecklich Leid. Erst das ganze Zeug aus dem zweiten Stock in den Transporter und jetzt alles aus dem Transporter in den dritten Stock. Aber auch das ist nach ein paar Stunden geschafft. Natürlich gab es auch die übliche kleine Katastrophe, die es bei fast jedem Umzug gibt. Meine Katastrophe äußert sich in einem angeknacksten Sprunggelenk und gerissenen Bändern. Egal, man kann auch humpelnd die Stadt erkunden! Nichts trübt das Gefühl, endlich angekommen zu sein. In den ersten eigenen vier Wänden. Neukölln grüßt Rostock !

Rostock ist so anders. Es ist klein und gemütlich und irgendwie so viel ruhiger als Berlin. Es gefällt mir und zum studieren ist es so sicherlich ganz praktisch. Aber meine große Stadt fehlt mir jetzt schon. Das Wissen, dass zu jeder Zeit die Busse und U-Bahnen fahren. Das man von überall, egal um welche Zeit nach Hause kommt. Die manchmal merkwürdigen und trotzdem liebenswürdigen Menschen dort. Dieser bunte Haufen verrückter Leute, die gelernt haben, miteinander umzugehen. In Berlin könnte ich mich nicht verlaufen. Hier in dieser viel kleineren Stadt habe ich das komische Gefühl, irgendwann mal nicht mehr zu wissen, wie ich nach Hause komme. Schon paradox.

Bald fängt die Uni an. Lauter Leute auf einem Haufen, die sich nicht kennen und überlegen, ob sie Anschluss finden. Ich bin gespannt, wie sich die ersten Gespräche entwickeln werden!

 
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Kommentare
archinaut schrieb am 28.09.2010 um 01:29
ach.... das Meer ist doch viel größer als die große Stadt....
Alles Gute zum neuen Semester!
goedzak schrieb am 28.09.2010 um 07:47
"Lauter Leute auf einem Haufen, die sich nicht kennen und überlegen, ob sie Anschluss finden." - Das wird bleibende Erinnerungen bringen. Ich hab das zweimal durchmachen dürfen.

DIE FETEN AUS DEM ERSTEN SEMESTER

kerzen aus mageren börsen
schmalz aus dem letzten paket
brot aus dem konsum schräg rüber
spielchen die ausziehn was geht
jungens aus anderen zimmern
mädchen ausreichend dabei
rotwein aus zahnputzbechern
küsse aus kumpanei

aus mutters briefen zitiert man
ausführlich bis alles lacht
aus leiser neugier wird sehnsucht
aus einem abend wird nacht
aus dem rekorder cat stevens
aus einem schubfach ein hemd
aus brennt die letzte der kerzen
aus kumpanei liegt man fremd

flüstern aus doppelstockbetten
atmen aus peinlicher lust
pillen aus heimlichen fächern
dann springt das herz aus der brust
morgens recht früh auseinander
aus denn man ist wieder frei
das ist die liebe aus neugier
und die aus kumpanei

mütter aus dörfern und städten
väter aus unserem land
die aus empörten brüsten
sich auslassen über die schand
ausrufen: -nie meine tochter
niemand aus unserm geschlecht
aus unsrer guten erziehung-
-aus- sag ich -die erst recht-

doch weiß ich aus der erfahrung
doch weiß ich aus meiner zeit
die feten aus einem semester
sind nicht die der ewigkeit
sie lernen aus jedem abend
sie lernen aus jeder nacht
sie lernen aus jedem morgen
bis man sie besser macht

kurt demmler

Uralter Song, heute läuft das bestimmt ganz anders. Zumindest benutzt man andere Worte, um es zu beschreiben...
Becci A. schrieb am 28.09.2010 um 12:05
Trotzdem ein sehr passendes Gedicht =)
Magda schrieb am 28.09.2010 um 12:31
Da hab ich auch noch was aus ganz alten Zeiten. Da singt sogar ein Kommilitone von mir mit.

Viel Glück in Rostock.

Text
Student in einer fremden Stadt,
zwei Koffer, ein Lächeln, kein Zimmer.
Der Wind trieb das erste welke Blatt.
Student in einer fremden Stadt,
das Blatt fiel in ein Fenster,
das abends ein Mädchen geöffnet hat.

Er schaute hinauf und sah für Sekunden
dem Mädchen ins Gesicht.
Er hat im Haus ein Zimmer gefunden,
das Zimmer des Mädchens nicht.

Student in einer fremden Stadt,
zwei Koffer, ein Lächeln, ein Zimmer.
Der Wind stahl das nächste welke Blatt.
Student in einer fremden Stadt,
zwei Koffer, ihr Lächeln, zwei Zimmer.
Der Wind treibt das letzte welke Blatt,
das erste hat sie noch immer.

Video dazu

mahung schrieb am 28.09.2010 um 19:08
... und wenn du dann noch in der nähe zur ulmenstraße wohnst, dann kann ja nichts mehr schief gehen. dort isses nämlich schön - meiner erinnerung nach .. viel spaß an der uni.
Becci A. schrieb am 28.09.2010 um 20:53
Die wird zumindest mein zweites Zuhause, da ist meine Fakultät ;)
mahung schrieb am 28.09.2010 um 22:06
dann also BWL, VWL oder Soziologie bzw. alles zusammen ... ;-)

Geht mich natürlich überhaupt nichts an. Viele Grüße aus DD.
Becci A. schrieb am 29.09.2010 um 10:09
Ganz geschwind einen Blick auf mein Profil riskiert...und tadaa da steht's ;)
mahung schrieb am 29.09.2010 um 11:32
sorry. jetzt habe ich es auch gesehen. wie peinlich. ich hoffe du verzeihst ...
Becci A. schrieb am 29.09.2010 um 13:56
aber selbstredend :)
Max Merziger schrieb am 28.12.2010 um 17:44
Und Anschluss gefunden?
Becci A.
20 Jahre alt, Studentin (Politikwissenschaft), Berlinerin
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Red Bavarian hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Red Bavarian hat gerade einen Kommentar geschrieben.
08:58
Frank R hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
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archinaut hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Ichda hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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