Becci A.

.youth for politics.

21.02.2010 | 17:11

"Querdenker" - Ein Phänomen jeder Zeit

 Der Querdenker existiert nur in der deutschen Sprache. Aber warum? Es gibt ihn doch überall.

 

Um über bestimmte Sachverhalte zu schreiben, muss man diese zunächst erklären. Schreibt man über bestimmte Worte, sollte man diese definieren, damit eindeutig geklärt ist, welcher Bedeutung man nachgeht.

„Der Querdenker ist ein Mensch, der in seiner Denkweise von dem allgemein üblichen und als normal erachteten Denkroutinen erheblich abweicht.“

 Querdenker sind also  Menschen einer bestimmten Gruppierung in einer Gesellschaft, die anders denken als die anderen dieser Gruppe.

Dieses Wort setzt außerdem voraus, dass diese Anderen eine Art paralleles Denken praktizieren. Das bedeutet, sie denken in denselben Dimensionen, in demselben Umfang und wahrscheinlich dabei sogar dieselben Gedanken. Für mich klingt das erschreckend. Ich möchte nicht dieselben Gedanken haben, wie andere. Das würde nämlich bedeuten, dass die Anderen dann wissen, was ich denke. Und wer möchte schon Einblick in seine Gedanken preisgeben.

Querdenker waren schon immer Geächtete unserer Gesellschaft. Im Mittelalter waren es die Gelehrten, die sich von der Kirche abwandten, um Wissenschaft zu betreiben. Im Nationalsozialismus waren es alle Menschen, die nicht den diktatorischen Richtlinien folgten. In Amerika sind Querdenker die Menschen, die es wagen, den Mund aufzumachen gegen die militärische Vorgehensweise ihrer Regierung. Querdenker gibt es also überall auf der Welt und zu jeder Zeit.

Das Wort Querdenker bedeutet also nicht nur, dass das Denken in anderen Bahnen verläuft als üblich, sondern, dass auf das Denken meistens auch Taten folgen. Das über die Gedanken gesprochen wird. Also ist der Querdenker nicht nur jemand, der seinen Gedanken nachhängt, sondern diese auch in seiner alltäglichen Einstellung  dem Leben gegenüber praktiziert.

Wenn man das so hört, meldet sich da nicht ganz leise das Gewissen? Fragt es einen nicht im Flüsterton, ob man nicht lieber auch Querdenker werden möchte? Das bringt nämlich viele Vorteile mit sich. Erstens denkt man nicht mehr parallel und die anderen wissen  nicht mehr, was man denkt. Und zweitens hat man endlich seine Einstellung zum Leben gefunden.

 

 
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Kommentare
Bildungswirt schrieb am 21.02.2010 um 18:16
Querdenken, Vordenken, Nachdenken - Rhizom machen auf allen Ebenen.Weiter und weiter, ohne Anfang und Ende.

Sich vor Dummheiten schützen....- "sollte man diese definieren, damit eindeutig geklärt ist, welcher Bedeutung man nachgeht."
Eindeutig geklärt ist nichts und wenn doch mal der Irrtum durchschlägt, ohne dass man es merkt, hält dieser maximal bis zur nächsten Biegung des Flusses.
Gruß BW
Fro schrieb am 23.02.2010 um 22:53
Genau Becci
Eine schöne Werbung für das Querdenken. Dem kann kann ich nur zustimmen.
Querdenken spart auch viel Zeit. Und macht mehr Spaß. Wird aber auch manchmal miss- oder auch nicht verstanden. Das macht aber nichts.
Becci A. schrieb am 23.02.2010 um 23:24
klar wird er miss- oder nicht verstanden.

sonst wäre er ja auch kein querdenker mehr ;)
Otmar Ehrl schrieb am 24.02.2010 um 13:05
Die aktuelle Titelstory von der aktuellen GEO "Ein Aufruf zum gedanklichen Ungehorsam: QUERDENKER" drückt schon aus, wie sich das Ansehen des QUERDENKERS inzwischen geändert hat und dieser inzwischen salonfähig geworden ist. Früher war es eher noch der Querulant oder Querkopf, heute ist es der Impulsgeber oder Ideenzünder. Im übrigen haben wir vor gut einem Jahr den QUERDENKER-Club ins Leben gerufen und konnten inzwischen über 150.000 Mitglieder und Freunde für diese Initiative und Bewegung gewinnen ...
Wolfram Heinrich schrieb am 17.04.2010 um 22:53
@Otmar Ehrl
Die aktuelle Titelstory von der aktuellen GEO "Ein Aufruf zum gedanklichen Ungehorsam: QUERDENKER" drückt schon aus, wie sich das Ansehen des QUERDENKERS inzwischen geändert hat und dieser inzwischen salonfähig geworden ist. Früher war es eher noch der Querulant oder Querkopf, heute ist es der Impulsgeber oder Ideenzünder. Im übrigen haben wir vor gut einem Jahr den QUERDENKER-Club ins Leben gerufen und konnten inzwischen über 150.000 Mitglieder und Freunde für diese Initiative und Bewegung gewinnen ...

Ist das nicht nett, daß die Querdenker jetzt ihren eigenen Club haben. Ein weniges noch und das Querdenken wird zur Massenbewegung mit genau vorgeschriebenen Regeln.
"Schilda, mein Vaterland!"

Ciao
Wolfram
Becci A.
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