bememabel

Blog von bememabel

24.09.2010 | 22:25

Dumping bei Vermögensteuer

vermgensteuerdumpingAls Kronzeugen für Steuerdumping – in dieser Rolle sieht Frankreich sein Nach-barland Deutschland. Frankreich erhebt eine Vermögensteuer. Die wurde 1981 von den Sozialisten eingeführt, um mehr Steuergerechtigkeit herzustellen. Frankreichs Präsident Sarkozy ist sie seit langem ein Dorn im Auge. Bisher hat er sich nicht getraut sie abzuschaffen. Er befürchtete einen Sturm der Entrüstung bei den französischen Bürgerinnen und Bürgern. Nun glaubt er eine elegante Begründung gefunden zu haben: Deutschland erhebt seit 1997 keine Vermögensteuer mehr. Die Abschaffung in Frankreich wäre ein Akt der europäischen Harmonisierung.

 

Der Verzicht auf die Vermögensteuer in Deutschland ist ein Skandal. Und ein doppelter Skandal, wenn andere Länder ihre Vermögensteuer mit Schützenhilfe aus Deutschland abschaffen wollen.
Die Profiteure der Umverteilung und Verursacher der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise müssen zur Kasse gebeten werden. Hier wie in anderen Ländern. Das ist die Lehre aus der Krise.
Die Vorschläge liegen auf dem Tisch: Finanztransaktionsteuer, höherer Spitzensteuersatz, höhere Besteuerung von Gewinnen. Und natürlich die Wiedererhebung der Vermögensteuer. Dann droht auch kein Vermögensteuerdumping mehr mit Verweis auf Deutschland!

-bememabel-

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Ernst schrieb am 25.09.2010 um 08:20
Nicht der fast vollständige Verzicht auf Vermögenssteuer (fast, weil ja Grundsteuer und Erbschaftssteuer erhoben wird) ist der Skandal.

Eine derartige Steuer würde keineswegs sicherstellen, daß es zu gleichmäßigeren Verteilungen von Vermögen kommt. Teile des Vermögens würden lediglich von einzelnen Personen auf eine andere "einzelne Person", nämlich den Staat, überführt werden.

Was wir jedoch dringend brauchen ist eine breite Streuung von produktivem Vermögen, sprich Kapital in ökonomischem Sinn, in der Bevölkerung. Es geht um Verteilung, nicht um die absolute Höhe von einzelnem Kapital.

Im Hinblick auf die strukturellen Probleme, daß die Einkommenserzielung aus Arbeit für erhebliche Teile der Menschen zunehmend problematischer wird, sollte die Einkommenserzielung aus Kapital für die Masse der Bevölkerung das Hauptanliegen der Politik sein.

Hier wurden schon Jahrzehnte mit Nichtstun vertrödelt.
sozenschreck schrieb am 25.09.2010 um 09:11
Hallo Ernst,
Sie können der Gruppe von Menschen - für welche die Einkommenserzielung aus Arbeit zunehmend problematischer wird - wie Sie es beschreiben, ggfs. mit "demokratischer" Legitimierung per Gesetz von den Vermögenden etwas stehlen und übereignen.
Etwa so, wie früher in der DDR.
Wie gerecht das ist, wird aus der linken oder konservativen Sichtweise beurteilt.
Wenn so etwas gemacht wird, sind wir dann noch Demokraten?
Ernst schrieb am 26.09.2010 um 08:47
Moin sozenschreck,
an eine unfreiwillige andere Verteilung per vorgehaltenem Revolver - sprich Gesetzblatt - habe ich allerdings nicht dabei gedacht.

Es gibt immerhin aber die Möglichkeit, derartige Transfers zu fördern. Man muß den Eignern von Kapital schon Anreize bieten, Teile ihres Eigentums von sich aus abzugeben.
bememabel
Bernd Merling
Ort:
Mannheim
Mitglied seit:
2 Jahre 46 Wochen
Zuletzt aktiv:
24.09.2010
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 27
Kommentare: 4
Logbuch
09:15
Red Bavarian hat gerade einen Kommentar geschrieben.
09:06
Red Bavarian hat gerade einen Kommentar geschrieben.
08:58
Frank R hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
08:57
archinaut hat gerade einen Kommentar geschrieben.
08:39
Ichda hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG