
Den ersten Blick auf die drei von den 1000 Robota habe ich vor vielen Monaten in einer Musiksendung auf einem Berlin Lokalfernsehsender erhascht. Körnig flimmerte das erste Video über den Bildschirm, bei dem ich den Finger von der Programmtaste unseres gebrechlichen Küchengeräts nahm und aufhorchte. Zuneigung beim ersten Ton, nennt man das wohl. Ein Gemisch aus einem mütterlichen treusorgenden Blick auf die ganz ganz jungen Jungs aus der Hansestadt. Der stillen Faszination für den Hamburger an sich, der kaum einen Makel kenn. Und dem Indie-Geschrammel in vehementerer Manier als das, was mich in die Berliner Nächte schubste. Ich kenne Hamburg immer noch nur durch die von der Stadt geprägten Menschen, die an meinem Wegrand verweilten, nicht durch den Schritt auf den Boden der Küste. Doch menschlich scheint Hamburg viel Qualität und Herz nach Berlin und in die Welt zu entsenden. Ich sollte mal dringend an die Alster reisen, um mein Bild des Ortes in das rechte Licht zu rücken. Also lausche ich am Samstag den drängenden Stimmen von 1000 Robota, die mich daran erinnern, dass ich mich sowohl mit Stadt als auch mit Band mehr beschäftigen wollte. Berlin hört kurz nach Tegel auf.
Und was ich als große Schwester einer kleinen, und kleine eines großen Bruders weiß, ist dass Zusammenkünfte wie 1000 Robota mir wenigstens einen winzigen Einblick in die nur fünf Jahre jüngere Generation geben, für den sich ansonsten die Leben zu schnell drehn. Denn sowohl das Gejammer, dass bei Wetten dass, dem Fernsehgarten und über die Massenkanäle des pinken Pro7-Pop als Stimmen & Klänge einer Jugendbewegung verkauft wird, als auch deren Protagonisten, dienen allein zwei Dingen: dem Füllen der Taschen von fetten Produzenten, und der Genese hohler BILD-Schlagzeilen. Auf dass Hamburg brennt.
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Unsere Live-Beobachtungen vom Berlin Festival gibt es am 7. und 8. August über unseren Twitter-Account. Vorab schreiben Jan Jasper und ich sowie Gastautoren über die auftretenden Bands, Festivalkultur und Mädchen im Sommerkleid. Das Line-up des Festivals samt Running Order findet sich mittlerweile auf der Website.
(tb)
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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