bertamberg

Gesundheit, Geld oder Leben?

29.12.2011 | 18:09

Aufklärung: Reboot it! Sentire aude! - Communityknatsch reloaded

Als Mensch, als Subjekt erfahren wir uns am ehesten über Gefühle und Empfindungen,weniger über Intellekt und Rationalität. Gefühle trügen nicht, in ihnen – viel mehr als in dem, was wir wollen oder intendieren – empfinden wir uns am intimsten, am unverwechselbarsten.“  (Wilhelm Rimpau)

(Dank an A. und M.)

Ich wollte schon länger über Gefühle und Gefühlsunterdrückung schreiben, und die Gelegenheit passt: Individuen im Gefühlshagel der Community, hört die Signale!

Warum plädiere ich für einen Neustart der Aufklärung, rebooten mit „Sentire aude“? „Sentire“ heißt: Fühlen, empfinden, merken, bemerken, meinen, verstehen. Für den Lateiner ist klar: Wer fühlt, versteht die Welt. Das gilt anscheinend für uns nicht mehr, wir wollen nicht mehr fühlen, sondern nur verstehen, weil wir uns der Tyrannis des Verstandes und der Geschmacksnerven ausgeliefert haben, die uns über die Wissenschaft und das Mode-Business im Griff haben, nach dem Motto von Gestern: Sapere aude! (Wage, dich deines Verstandes zu bedienen) (Sapere = schmecken, verstehen, verständig sein, mehr heißt das nicht!)

Rationalität – eine berechtigte ultima ratio?Wer mir hier widerspricht, müsste beweisen, dass wir nicht in einem Zeitalter leben, das sich auf seine Rationalität äußerst viel zugute hält, mit dem Siegeszug der Technik und der Naturwissenschaften seit dem 19.Jahrhunderts glaubt, Triumphe über Religion, Aberglauben und die bösen Naturgewalten seien permanent reproduzierbar. Warum gilt es, die Tyrannis des Verstandesdenkens zu meucheln? Vorläufige Antwort: Weil im Namen einer angeblich superioren Vernunft ein Verwaltungssystem von Wissen namens Wissenschaft eine Intimfeindschaft zur inferioren, weil angeblich irreführenden Intuition sich begründet hat, das mit gewohnheitsmäßigen Siegesposen à la Pyrrhus sich rituell immer wieder in Szene setzt.

Materielle Erfordernissen und rationale Sachzwängen dominieren über seelische Bedürfnisse, die wie knetbare Verfügungsmasse nur als individuelle Elemente der sozialen Reproduktion von Individuen, jedoch nicht als wertschöpfende Bestandteile einer an entwicklungspsychologischen und sozialen Kriterien orientierten Produkthierarchie Geltung zugesprochen wird.

Siamesische Zwillinge: Fragilisierung und Wissensexplosion Charles Taylor hatte davon geschrieben, dass mit der Säkularisierung in der Moderne eine immer größere Vielfalt von Möglichkeiten , moralischen Optionen und wissenschaftlichen Erkenntnissen entstanden ist (Nova-Effekt),andererseits sei damit ein maximaler Fragilisierungseffekt verbunden, Gefühle der Leere, der Angst und Enttäuschung und Lebensunsicherheit. „Der Fragilisierungseffekt, der auf einer Vervielfältigung der Möglichkeiten und Lebensoptionen beruht, führt zu einer äußerlichen Gleichgültigkeit.“ (Gert Scobel: Der Ausweg aus dem Fliegenglas, Fischer, Frankfurt/M., S. 46) Warum es aber sinnvoll sein soll, auf die Vernunft statt auf das Gefühl, auf Logik statt auf Intuition, auf Wissenschaft statt auf Poesie zu setzen, bleibt unbeantwortet.

Nietzsches Vernunft des Körpers im Dornröschenschlaf Nietzsche war noch bereit gewesen, unbewussten Kräften, der Sinnlichkeit, dem Gefühl, auch Trieben und Leidenschaften zuzugestehen, positive Kräfte zu sein, die durch Vernunft jedoch geschwächt würden und forderte , die Vernunft müsse zur Vernunft kommen. In seinem Verständnis ist Vernünftigkeit nicht nur eine Sache des logischen Denkens, sondern findet sich in der Natur , im Körperlichen. Die Neurowissenschaften entdeckten erst in den letzten Jahren, dass Geist sich nicht ohne Körper entwickelt.

Adorno: Ein Verblendungszusammenhang instrumenteller Vernunft Adorno und Horkheimer sahen ein Umschlagen von Aufklärung in Mythologie, Vernunft würde missbraucht als „Hilfsmittel einer umfassenden Wirtschaftsapparatur“, ein „gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang“ verhindere, dass die Vernunft zur Besinnung komme, durch eine entfesselte instrumentelle Vernunft werde der Mensch der Natur und seiner eigenen Natur entfremdet, Aufklärung wandle sich zum „totalen Betrug der Massen“ (Dialektik der Aufklärung).

Ich stimme mit ihnen überein: Eine Aufklärung, die sich nicht über ihre heimlichen Motive, über Macht und Machtansprüche und über die Mythen, die Vernunft betreffend, Rechenschaft gibt, ist keine.

Wo ist Adornos Impuls aufgegriffen? Er meinte: „Philosophie hat (…) ihr wahres Interesse dort, wo Hegel (…) sein Desinteresse bekundete: beim Begriffslosen, Einzelnen und Besonderen, bei dem, was seit Platon als vergänglich und unerheblich abgefertigt wurde“ (Negative Dialektik, S. 19).

Blochs Frage nach einer Strategie gegen die Inhumanität

Blochs Kritik an der Welt der Weimarer Zeit war öfters schon Thema im Freitag ( www.freitag.de/1027-denken-als-handgemenge/?  www.freitag.de/0736-traum/?searchterm=bloch

Er warf ihr vor, die seelischen Bedürfnisse der Menschen zu verleugnen. Wer sich nur an abstrakter wissenschaftlicher Rationalität orientiere, habe keine geeignete Strategie gegen die Inhumanität (die er auf Seiten der nazistischen Bewegung verortete).

Woran orientieren wir uns mehr als zwei Generationen danach ?

Bloch propagierte, in Wissenschaft, Gesellschaft und Kunst Vernunft in einer wirklich aufgeklärten Weise zu gebrauchen. Dazu gehörte für ihn : Innere wie äußere Konflikte der Menschen ernst nehmen, zugleich individuelle und gesellschaftliche Verdrängungsprozesse bewusst machen.

Damasio: Sind Emotionen überlegene automatisierte Handlungsprogramme?

Nach dem Neurowissenschaftler Antonio Damasio sind Emotionen wie Angst, Wut, Trauer oder Ekel die “untrennbaren Kronjuwelen der Lebenssteuerung.” Emotionen sind “komplexe, größtenteils automatisch ablaufende,von der Evolution gestaltete Programme für Handlungen, [die] durch ein kognitives Programm, zu dem bestimmte Gedanken und Kognitionsformen gehören” ergänzt werden.”

Emotionen haben bestimmte Auswirkungen auf unseren Körper und unseren Verstand. Wenn wir wahrnehmen, was körperlich und geistig abläuft, ist dies eine interozeptische Wahrnehmung, die nicht mit dem Gefühl oder der Emotion an sich verwechselt werden sollte. Jede Emotion setzt bestimmte Formen der geistigen Verarbeitung in Gang, spezifisch wie ein bestimmter Schlüssel ein passendes Schloß öffnen kann. Wenn es auch vorkommen kann, dass eine Emotion wie Angst durch eine fehlgeleitete Gewohnheit ausgelöst wird, hat jede Emotion jedoch prinzipiell einen nützlichen Zweck. (Damasio, Antonio (2011): Selbst ist der Mensch. Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M., S. 122)

Damasio verweist darauf, dass die Handlungen von Menschen in vielen Fällen von unbewussten Prozessen gesteuert werden, die primär als wahrnehmungsbedingte Reaktion auf die Aussenwelt getriggert werden und weniger durch Einbeziehung von Kenntnissen und Reflexionen, die sich über längere Zeiträume entwickelt haben. Entscheidungen werden häufig getroffen mithilfe der unbewussten Verarbeitung geistiger Inhalte, dem kognitiven Unbewussten, das durch Mechanismen von Wünschen und Trieben ebenso beeinflusst wird wie das Bewusstsein.

Damasio zitiert eine Untersuchung von Ap Dijksterhuis, derzufolge Entscheidungen besser waren, die ohne bewusstes Denken getroffen worden waren (ebd. S. 288). Dies legt nahe, dass der eher Dummheiten begeht, der zu lange nachdenkt. Kant, Hegel, Marx, Nietzsche und ihr Rationalisten alle: Habt ihr zu viel gedacht und zu wenig gefühlt?

Dem Gefühl trauen, dem Wissen misstrauen

Das sichere ist nicht sicher so wie es ist, bleibt es nicht.“ (Bert Brecht)

Aufklärung rebooted bedeutet als neues Moto: Aude dubitare sapientia et confidere sentire! (Wage, dein Wissen zu bezweifeln und vertraue deinem Gefühl!) Das schließt nicht aus, seinen Verstand zu gebrauchen, sondern setzt es voraus, aber eben nicht uneingeschränkt. Die Vernunft als solche gibt es jedoch nicht. Jede derartige Behauptung ist Illusion, bei Bezug auf eine Institution ein Machtmissbrach, eine Leugnung der postmodernen Entwicklung, die nach Jean-Francois Lyotard zu einer radikalen, nicht reduzierbaren Pluralisierung der Wissensformen und der Vernunft geführt hat. Dies schließt ein, dass es auch Verirrungen wie verschiedene Formen von Fundamentalismus und nihilistische Strömungen gibt. Glasklar sollte sein: Wenn eine Denkart sich nicht in einem pluralistischen Gesellschaftssystem bewährt, den Alltag für alle lebenswert macht, ist es eine Sackgassenideologie.

Die Vernunft der Alternativlosigkeit Allzu oft ist das, was als „vernünftig“ bezeichnet wird, das Produkt eines individuellen und/oder kollektiven Verdrängungsprozesses, der durch herrschende Tabus davor geschützt ist, thematisiert zu werden: „Atomkraft ist sicher“, „Unsere Wirtschaft muss wachsen“, „Diese Entscheidung ist alternativlos“ – die hinter diesen Sätzen stehende behauptete Rationalität kann keinen höheren Vernunftrang beanspruchen als den des Kaisers im Märchen, der seinen Untertanen seine neuen -eingebildeten- Kleider vorführte.

Im Begriff „alternativlos“ kommt am deutlichsten zum Ausdruck, dass eine Veränderung der aktuellen oder zukünftig als Status Quo postulierten Gegebenheiten tabuisiert wird, wie z. B. die Verdrängung von äußeren Konflikten durch soziale Veränderungen wie die Ziele der Agenda 2010, ihre Verlagerung in den Bereich der persönlich zu verantwortenden Lebensplanung. So sehr gestaltende Politik von der Bevölkerung erwartet, sich an andere Umstände anzupassen, so wenig wird auf der horizontalen Ebene zwischen Gleichen die Option einer Veränderung der eigenen Position durch Vorgaben von anderen akzeptiert. Der Verstand fragt bei jeder Veränderung nach dem Nutzen, was jedoch als Nutzen gesehen wird, unterliegt einem subjektiven Maßstab jenseits der Kosten-Nutzen-Kalkulation.

Sich Einlassen auf die Wirklichkeit Welcher Vernunftorientierte ist für „das Schöne, Wahre, Gute“, selbst wenn er es nicht verkaufen kann oder es sich nicht leisten kann ? Wann passiert ein „Respondeo etsi mutabor!“ bei dem ein ICH auf eine Frage antwortet und dabei eine unerwartete Antwort findet, die es selbst zu einem anderen Menschen werden lässt? Wer die Veränderung nicht zulassen will, meint, er würde dadurch wörtlich oder übertragen „verrückt“, ein Andererer als er sein will. Nur der, dessen Gefühl ihm vermittelt, dass die Veränderung es wert ist, seine Haltung der Neutralität oder Ablehnung zu ändern, wider die Zweifel der Vernunft das Herz in die Waagschale zu werden, wird es tun.

Diese unkalkulierbare Freiwilligkeit ist der Mörtel einer durch sie möglichen friedlichen Koexistenz trotz aller Unterschiede der geografischen oder weltanschaulichen Zugehörigkeit. (Liberté entspricht der geografischen Freiheit, égalité der weltanschaulichen und fraternité ist die freiwillige Haltung der gegenseitigen Anerkennung und Unterstützung trotz aller Unterschiede.) Freiheit ist nur dort gegeben, wo Offenheit für Veränderungen besteht. Wie ist es um unsere politische Freiheit bestellt?

Was ist von einer Konditionierung zu halten, die den Zweifel an der Richtigkeit des subjektiven Gefühls als immer objektiv nötiges Korrektiv zur grundsätzlichen Irrationalität von Emotionen zum Leitnotiv macht und nur als wahr betrachtet, was verallgemeinerungsfähig ist? Sind nicht verallgemeinerungsfähigen Wahrheiten nichtexistent? Wenn ich meine Frau liebe, liebe ich dann nur, wenn ich alle Frauen liebe oder auch dann, wenn ich nur meine Frau liebe?

Fragilisiert in der Supernova-Wolke des Wissens: Linkes Selbstverständnis

Die Meterologen finden, gefühlte Kälte ist kälter als gemessene Kälte. Ist links gedacht überzeugender, ziviler als links gefühlt?

Das Bemühen, viele Vorgänge auf ihren sachlichen Kern zu reduzieren, ist zwar berechtigt. Es wäre jedoch ein Missverständnis, davon auszugehen, dass die emotionale Ebene ausgeblendet werden könnte. Wenn Sachlichkeit ohne emotionale und soziale Intelligenz auskommen will, wird sie zur reziproken Kindergartenposse.

Kinder sind Wesen, die unmittelbar emotional reagieren und dies auch signalisieren und verbalisieren können und tun. Wenn Erwachsene nur noch sachlich reden und tun, als seien sie ihren Gefühlen entwachsen wie den Gummistiefeln der Kindergartenzeit, hat dies den Charakter einer gespielten verkehrten Welt: Das Gehirn kennt keine Notabschaltknopf für Gefühle, nur der Intellekt hat mitunter schmerzlich gelernt, Gefühle zu unterdrücken, um Situationen besser durchstehen zu können. In archetypischer Weise hat Paul Simon dies zum Ausdruck gebracht:

Don't talk of love, but I've heard the words before; It's sleeping in my memory. I won't disturb the slumber of feelings that have died; If I never loved I never would have cried. I Am A Rock, I am an island. And a rock feels no pain, and an island never cries.“

Communityknatsch reloaded

Emotionale Verletzungen sind dauerhaft, gerade wenn sie mit rationaler Pose verteilt werden. In meiner persönlichen, partiellen Wahrnehmung der Diskussionskultur in der Freitags-Community bilden sich der Nova-Effekt wie eine Fragilisierung ab, die durch Posen inquisitorischen Dominanzstrebens kontrastiert werden, das – bildlich gesprochen – weder vor dem Gebrauch steinzeitlicher Werkzeuge noch vor dem Einsatz argumentativem Waterboardings zurückschreckt und das, was an Bemühen um linke Zivilität vorhanden ist, mitunter überwuchert.

Ich denke, es wäre ein realer Fortschritt, wenn mehr Bewusstsein für die Berechtigung von Gefühlen und der Rücksichtnahme darauf Geltung erreicht haben wird, statt dass Gefühle ständig als Blindgänger primärer Bewusstseinsprozesse detonieren und dann irgendwelche Konventionen, Traditionen oder Neuinterpretationen dessen, was „Links sein“ im Rahmen der FC bedeuten könnte, herhalten müssen als Rationalisierung und Begründungskontext, warum gefühlbedingte Bauchentscheidungen aus zwingender Notwendigkeit zu treffen gewesen sind, ob es nun darin besteht, Threads zerschießen oder in Verbalpöbelei, Intoleranz, Indifferenz, Zynismus, Rabulistik und Sophisterie, Ehrabschneiderei, Accountlöschungen, Deaktivierung, Sperrung und was es sonst noch an Ausgrenzungsoptionen gibt. Unverständlich fand ich immer schon, dass ein deaktivierter Nutzer seiner Identität beraubt wird, seine anonyme Meinung aber weitertransportiert wird.

Neurobiologen haben plausibel dargestellt, warum primäre Gefühlsreflexe unser Verhalten größtenteils bestimmen (vgl.:  www.freitag.de/community/blogs/bertamberg/nicht-nur-zur-weihnachtszeit-gefuehle-kommen-hoch-warum ) und der sogenannten Krone der Schöpfung damit mehr als einen Zacken ausgebrochen. Kein Wunder, dass sich die Bereitschaft, dies zur Kenntnis zu nehmen, in Grenzen hält, aber auch kein Ruhmesblatt. Vor diesem Hintergrund stellen sich mir Fragen:

Erleben wir nicht zu oft eine pervers zu nennende Dominanz der primären Gefühlsreflexe SEEK, RAGE, PANIC und FEAR unter der Behauptung ihrer angeblichen Rationalität?

Ist es so, dass in unserer Zivilisation die sozialfördernden Emotionen (LUST / Lustempfindung, CARE / Fürsorge und PLAY / Spieltrieb ) eher in einer pervertierten Form auftreten und auch die FC nicht frei davon ist?

Wäre es nicht ein linkes Projekt, Zivilität auch des Umgangs miteinander so zu entwickeln, dass CARE als ausdifferenzierte primäre Emotion Vetorecht erhält?

Woran könnte man in der FC Belege für zunehmende Zivilität erkennen?

 
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Kommentare
GEBE schrieb am 29.12.2011 um 18:20
Langer Rede kurzer Sinn:
Um sich selbst wahrnehmen zu können, muß man nicht nur Subjekt sein, sondern selbst wahrgenommenes Okjekt, welches einem in der Wahrnehmung auftritt.
bertamberg schrieb am 30.12.2011 um 13:08
@ GEBE schrieb am 29.12.2011 um 18:20

Es gibt vermutlich immer noch Amerikaner, die "Europe in three days" absolvieren und denken, der Kunst der Beschränkung auf das Wesentliche Genüge getan zu haben. Ob diese Kürze geeignet ist, einen nicht nur geisteswissenschaftlichen Diskurs mit realen Folgen, der sich über mehr als 250 Jahre hingezogen hat, adäquat "in a nutshell" abzubilden, überlasse ich anderen und bekenne nur, dass sie für mich wenig inspirierend ist.
GEBE schrieb am 30.12.2011 um 13:15
O Yeah!
We did Germany in two days. The first day we visited Salzburg.
bertamberg schrieb am 30.12.2011 um 13:30
@ GEBE schrieb am 30.12.2011 um 13:15

You've been cheated by your trip advisor. Fight back: Learn Motz-Art.
goedzak schrieb am 29.12.2011 um 18:43
Das Diskreditieren der Aufklärung ist ja sooo ein alter Hut und schon deshalb überflüssig, weil der Erfolg dieser Strategie seit langem eingetreten ist. Aber richtig, sich auf die Seite der Sieger stellen, dafür ist es nie zu spät. Wenn auch: Die LINKE Seite ist das jedenfalls nicht!
I.D.A. Liszt schrieb am 29.12.2011 um 20:23
Also, goedzak, jetzt mal ganz im Ernst: Mit sooooo einem alten Hut, wie Du ihn hier aufhast, beweist Du nur, daß Du ein ganz aufgeklärter bist.

;-)
bertamberg schrieb am 30.12.2011 um 00:26
@
goedzak schrieb am 29.12.2011 um 18:43

Das ist ein Missverständnis: Es geht mir nicht darum, die Aufklärung zu diskreditieren, sondern sie zu maximieren.
thinktankgirl schrieb am 30.12.2011 um 13:46


goedzak schrieb am 29.12.2011 um 18:43
Das Diskreditieren der Aufklärung ist ja sooo ein alter Hut und schon deshalb überflüssig, weil der Erfolg dieser Strategie seit langem eingetreten ist. Aber richtig, sich auf die Seite der Sieger stellen, dafür ist es nie zu spät. Wenn auch: Die LINKE Seite ist das jedenfalls nicht!


Zur Aufklärung gehört auch, zu schauen wie Vernunft entsteht:

António R. Damásio: Descartes' Irrtum - Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn, München: List, 1994
chrislow schrieb am 29.12.2011 um 23:07
"Die Neurowissenschaften entdeckten erst in den letzten Jahren, dass Geist sich nicht ohne Körper entwickelt."

-> Bei diesem Satz dürfte es sich um as Highlight des Jahres handeln...
bertamberg schrieb am 30.12.2011 um 13:11
@ chrislow schrieb am 29.12.2011 um 23:07

Hallo Chrislow,
Sie drücken sich gewohnt apokryph aus. Welche Kategorie von Highlight schlagen Sie denn vor?
chrislow schrieb am 30.12.2011 um 15:28
Für die Kategorie "ironischste Würdigung der Wissenschaften"
bertamberg schrieb am 30.12.2011 um 15:42
@ chrislow schrieb am 30.12.2011 um 15:28

Das wäre wohl eine Fehlzuordnung. Fakt ist: Das was Nietzsche vor über 100 Jahren formuliert hatte, war eine Vorstellung, an die zumindest in den Naturwissenschaften erst drei Generationen später wieder angeknüpft wurde.
tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 13:06
Lange(r) Sinn, kurze Rede:
Erst mal durchlinken und Bücher kaufen,
aber AUCH lesen bidde...
Vor allen Dingen mal aus dem EIGENEM Focus raustreten, das scheint eine endemische Krankheit zu sein im Freitag, auf dem eigenen Kuhmist zu (be)stehen...
Sozusagen "Freitagskuhscheisse"...
bertamberg schrieb am 31.12.2011 um 14:04
tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 13:06

Ohne Geduld geht gar nichts. Ich denke, in einer Welt, die uns Utopie als Breitwandpanorama von Werbeidealen präsentiert, ist es gar nicht so schlecht, auf der eigenen Individualität zu bestehen, aber gelungene Kommunikation bedeutet, dass man sich verständlich machen konnte und wo das nicht gelungen ist, sich und andere fragt, warum es nicht gelungen ist.

Als ehemaliger Nebenerwerbsbauernbub betone ich, dass nichts gegen den Rinderfladen an sich spricht. Der, der verbrannt wird, wird nicht düngen. Wenn man damit düngen will, muss man entscheiden, wo man ihn hinlegt. Über die gut wachsenden Brennesseln werden sich die Schmetterlinge freuen, zur Anthropozentrik neigende Hominiden werden sich nur über zu viel Unkraut beschweren.
merdeister schrieb am 31.12.2011 um 13:55
Irgendwie versteinert.
bertamberg schrieb am 31.12.2011 um 14:05
@ merdeister schrieb am 31.12.2011 um 13:55

Wo sehen Sie hier den Stein der Weisen?
tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 14:16
Kieselsteinweisheit vs. Veraugsteinert sozusagen?
merdeister schrieb am 31.12.2011 um 14:31
bertamberg schrieb am 31.12.2011 um 14:05
"Wo sehen Sie hier den Stein der Weisen?"

Irgendwo, nachdem Sie schreiben: "...superkalifragilistikexpialigetisch..."
tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 15:35
man koennte auch sagen
"Formica rufa invenire lapis sapientia" in Gatttoffeldruck 11.0 J. Gutenberg
merdeister schrieb am 31.12.2011 um 17:40
tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 15:35

Der Kommentar hat vier Personen 5 Minuten beschäftigt :-)
bertamberg schrieb am 31.12.2011 um 18:12
@merdeister schrieb am 31.12.2011 um 14:31

Ihre Assoziation "...superkalifragilistikexpialigetisch..." bezieht sich auf ein anderes Bezugssystem als mein Beitrag.

Mit Mary Poppins die Wirklichkeit magisch umgestalten und hinterher so zu tun als wäre nichts gewesen ist gerade deswegen Bestandteil der conditio humana, weil der Mensch im Staub der Erde das Gegenteil findet. Der Gedanke, in der Steinzeit sei es besser gewesen, weil nach dem was wir z. B. von Viktor Ellenberger wissen, die primitivsten Menschen, die letzten lebenden Nachfahren der paläolithischen Jäger, immer fröhlich, guter Laune, lachend, singend und tanzend bei dem geringsten Anlaß gefunden worden sind und wir hier alleingelassen mit Zukunftsängsten sind, liegt nahe und dennoch unerreichbar fern:
„...und Vieles
Wie auf den Schultern eine
Last von Scheitern ist
Zu behalten...
Und immer
Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht. Vieles aber ist
Zu behalten. Und not die Treue.
Vorwärts aber und, rückwärts wollen wir
Nichts sehn.
Uns wiegen lassen, wie
Auf schwankem Kahne der See.“ (Hölderlin, Mnemosyne)

So appelliere ich daran, dass „die Bestimmung des jeweiligen Bezugssystems (…) nicht mehr stillschweigend hingenommen werden [kann] in der Form eines Absoluten, sondern (…) jeder Aussage mehr oder weniger ausdrücklich vorausgeschickt werden [muss].“

Sollte etwas davon an meinem Text nicht erkennbar sein, wäre es dennoch machbar, im Sinne von Bertaux weiter zu kommen:

„Der Mangel an Redlichkeit ist zwar viel weniger verbreitet, als man glaubt. Andererseits ist aber ein jeder weitaus fester in sein eigenes Bezugssystem eingeschlossen, als er selbst annimmt; und er ist nicht bereit, sich den Standpunkt seines Partners, der ebenfalls durch sein eigenes Bezugssystem bestimmt ist, vorzustellen.
Der Begriff des Bezugssystems läßt jenes Prinzip verstehen, das so überraschend es wirkt vielleicht der reinste, größte und originellste Ausdruck der europäischen Kultur und Weisheit ist: Daß ich recht habe, will noch lange nicht sagen, daß die unrecht hätten, welche anders denken als ich, Toleranz ist nicht nur eine Tugend, sie ist auch eine hohe Form der Klugheit. Das geistige Entgegenkommen, die Bemühung, das Bezugssystem derer zu verstehen, die nicht so denken wie wir, ist eine - und zwar die fruchtbarste - Form der Überlegenheit.
Verstehen bedeutet nicht unbedingt übernehmen; vielmehr handelt es sich darum, <> Bezugssystem und das des <> in ein Bezugssystem höheren Grades zu integrieren, das beide umfaßt, und so kommt man einen Schritt weiter.“ (Pierre Bertaux: Mutation der Menschheit, Scherz, Frankfurt/M. 1963 S. 46f)
bertamberg schrieb am 31.12.2011 um 18:26
@tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 15:35

Ich kenne die mexikanischen Verhältnisse nicht, weiss nicht, ob man sagen könnte:
"Formica rufa lapis sapientia invenisse ".
Bis ich näheres weiß, bleibe ich bei
"Formica rufa lapis sapientia inventurum esse"

Die soziale Organisation von Formica rufa ist etwas, was jenseits menschlicher Vorstellungskraft liegt, das was ein einzelnes Exemplar an körperlicher Stärke leistet ist herkulisch hoch drei. Formicae nihil impossibilis est.
bertamberg
Xundheit! Salut ! o! genese! Therapie muss aufs Ganze gehen.
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