bertamberg

Gesundheit, Geld oder Leben?

30.10.2011 | 20:47

Für resistente Fleischesser und Keime: Huhn mit Schuss

Warum fleischlose Ernährung auch ein Beitrag zur Infektionsvorbeugung sein kann und Hygienemaßnahmen im Krankenhaus zwar unerlässlich, aber von begrenzter Wirkung sein können, verdeutlichen einige Meldungen zur Problematik der Erkrankungen durch resistente Keime:

Hinsichtlich der Erkrankung gilt:

In Deutschland erkranken nach Auskunft des Bundesministeriums für Gesundheit rund 400.000 bis 600.000 Menschen an nosokomialen Infektionen. Andere Quellen sprechen sogar von bis zu 1 Million Infizierten jährlich. Wo sie sich infizierten bleibt oftmals im Dunkeln, denn Krankenhäuser stehen eigenverantwortlich in der Sorgfaltspflicht. Und nicht jedes Haus erhebt und bewertet bis jetzt Daten dazu.
Als wichtigste Maßnahme gelten der sparsame und gezielte Einsatz von Antibiotika, die Isolierung von Infizierten und das Tragen von Schutzkleidung, um die Entstehung und Ausbreitung v.a. multiresistenter Keime zu reduzieren, so Alfred Nassauer, Stellvertretender Leiter des Fachgebiets Angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene des Robert Koch Instituts (RK
I).“

Bakterien auf Oberflächen in Intensivzimmern sollen für bis zu 80 Prozent der Patienteninfektionen verantwortlich sein. (news.doccheck.com/de/article/206328-rockt-die-heavy-metal-hygiene/#comment_form)

Eine andere Quelle der Resistenzbildung: Nach einer bundesweit bisher einmaligen Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz werden weit mehr Antibiotika eingesetzt als bislang angenommen: „Wie die Erhebung ergab, wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 83 Prozent der Tiere in der Hähnchenmast Antibiotika verabreicht. Bis zu acht verschiedene Substanzen seien ins Futter gemischt worden, berichtete das NDR-Radio am Freitag. Die Studie erfasste 182 Mastbetriebe.“

Bei den Masthähnchen „verabreichten die Mäster in 53 Prozent der Fälle die Mittel nur ein bis zwei Tage lang“, offenbar als Wachstumsdoping, das seit 2006 EU-weit verboten ist. „Die Mittel sollen für fünf bis sechs Tage verabreicht werden, um Resistenzen zu vermeiden, und nur vom Arzt - beim kranken Tier. Wie ein bayerischer Tierarzt erzählte, reiche allerdings ein einzelnes krankes Küken aus, um vorsorglich 30 000 Küken mit Antibiotika zu behandeln.“

11 Kilo Geflügelfleisch isst der Bundesbürger im Jahr. (…) ,,Report Mainz" berichtete jüngst, dass besonders Geflügel mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sei. 2 500 Fleischproben aus dem Handel ergaben eine enorme Belastung mit dem MRSA Erreger (…) , er fand sich auf 42 Prozent der Putenproben. Über Hautverletzungen könnte er in den Körper eindringen.

Forscher der Uni Uppsala veröffentlichten eine Studie, nach der schon kleinste Antibiotika-Rückstände im Fleisch - unter dem in Deutschland zugelassenen Grenzwert - die Verbreitung resistenter Erreger begünstigen können. Hierzulande sterben jährlich 30 000 Patienten in Kliniken, weil ihnen kein Antibiotikum mehr hilft.“

(Quelle: Frankfurter Rundschau: Gefährliches Hähnchen – Zu viel Einsatz von Antibiotika in Mastbetrieben. 29./30.10.2011)

 

 
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Kommentare
GeroSteiner schrieb am 30.10.2011 um 21:58
Danke für diese Hinweise. Missbrauch von Antibiotika ist seit einigen Jahren ein allgemeines Problem. Auch der Arzt an der Ecke verabreicht seinen Patienten auch bei Pillepalle-Infektionen ein Antibiotikum, dass in den seltensten Fällen auch über den richtigen Zeitraum genommen wird - auf das Resistenzen entstehen. In Verbindung mit dem Wahnsinn bei Mastbetrieben habe ich mittlerweile nicht mehr den Eindruck, dass "Contagion" so aus der Luft gegriffen ist.
merdeister schrieb am 30.10.2011 um 22:21
"Bakterien auf Oberflächen in Intensivzimmern sollen für bis zu 80 Prozent der Patienteninfektionen verantwortlich sein."

Das ist nicht mehr Up-to-date, es sind die Hände des Personals.
www.aktion-sauberehaende.de/ash/hintergrund_traeger.htm
luggi schrieb am 30.10.2011 um 22:27
Tja, wenn die Pflichtimpfung nicht funzt ... Hähnchenfleisch piekst nicht.
bertamberg
Xundheit! Salut ! o! genese! Therapie muss aufs Ganze gehen.
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